Belegarchiv/Konkordanz
Die hier aus dem elektronischen Belegarchiv ausgegebenen Stellen bilden den durch halbautomatische Lemmatisierung von digitalisierten Volltexten gewonnenen Kern einer umfassenderen Beleggrundlage, die für die Ausarbeitung des Mittelhochdeutschen Wörterbuchs verwendet wird. Bei der Benutzung des elektronischen Belegarchivs ist stets zu beachten, dass es Stellen enthalten kann, die anderen Stichwörtern zuzuordnen sind.
milte Adj. (363 Belege) Lexer BMZ Findeb.
| mit diner getrúwen beschirmunge, min wandlunge ist lustlich von diner milten gabe, min flug ist gesnellet mit dinem unrůwigen lust, min | |
| stetekeit, crone des heligen gloͮben, crone der trúwe, crone der milten barmherzekeit, crone der heligen vernúnftekeit, crone der minne, crone des | |
| singent die predier: «O userwelter herre, wir han gevolget diner milten guͤtin in willeklichem armuͤte und haben dinú wiselosen schaf in | |
| vester halsbant! Nu lieber herre, dise rede wil ich diner milten guͤti bevelhen und bitte, vil lieber min, mit súfzendem herzen | |
| «Herre, lieber vatter, ich wil dir usser dir selber einen milten rat geben, und wellen nit langer alsust unberhaftig wesen. Wir | |
| mich loben miner getrúwen beschirmunge, du solt mir danken miner milten gaben, du solt geren mines heligen wunders, du solt bitten | |
| brust ist der lúhter.« <KAP><N>XIII</N>. Von sehtzehen hande minne</KAP> Dú milte minne von heliger barmherzekeit vertribet ital ere und die boͤsen | |
| mir an miner einvaltekeit vil leide. Do sprach ich: «Eya milte got, was hast du an mir gesehen? Joch weistu wol, | |
| menscheit und die heisse sunnen diner lebendiger gotheit und den milten toͮwe dines heligen geistes, das ich verklage min herzeleit. Herre, | |
| grosser liebi und mit einer lachenden sele got in sin milten hant. Der priester sol es mit diemuͤtigen vorhten und bibendem | |
| minnesam, si ist aber also vroͤlich nit, si ist also milte, si ist aber also rich nit, si ist also helig, | |
| und mit getrúwem vlisse und mit erbarmherziger helfe und mit milter vroͤde oder er můs dar nach stan mit aller wisheit, | |
| dis leben, dar an lit, vrowe, aller min trost. Owe miltú gottes minne, du schonest min alze sere, das clage ich iemer | |
| und bittet vúr drierleie lúte und fúr sich selber</KAP> Eya milte vatter, got von himmelrich, zúhe mine sele alvliessende unbekúmbert $t | |
| suͤssen minnevluge also, herre, das ich lobelich gebruche aller diner milten gaben und ich dich, suͤsse herre, des niemer bitte, des | |
| dingen, grosser got, so danken ich dir, herre, aller diner milten gaben, die du mir, herre, ie gerůchtest ze gebende an | |
| geistlichen gewalt alleine dur dine liebi tragent. Ich bitte dich, milter got, umb ware danknemekeit $t ze allen ziten umb alle | |
| Darumbe als er isset, so sol er genuͤgig sin und milte; so er sclafet, so sol er gezogen und al eine | |
| willen, den si nit moͤgent zů gůten werken bringen. Eya milter got, nu reiche mir noch dine vetterliche hant und fuͤre | |
| kranken, also vile gelichen wir dem heligen geiste, der ein milte usvlůt ist des vatters und des sunes. Also vile als | |
| han ane vorchte und ane schamme. Owe, hilf mir hútte, milter got, diner ganzen hulde, wan min herze vinster ist von | |
| betruͤbnisse, in alze grossem armuͤte. Ich bitte dich dur dine milten guͤti, das du si hútte also wellest troͤsten, das si | |
| antlize wunnenklic in eime strame ungescheiden mit voller vlůt in milter gabe mit clarem schine der himelschen eren. Mit unspreclicher grůsse | |
| begeren moͤhten. Hie mitte so danken wir gotte aller siner milten gaben, die er úns ie gegab <FOLIO>(136#’r)</FOLIO> in ertrich an | |
| sanfte tůn. Das muͤsse mir von dinen gnaden iemer geschehen, milter got, nu gewer es mich. Hilf mir oͮch, herre, das | |
| Amen. <UB>Ze complete zit</UB> O heligú tieffin aller diemuͤtekeit, o miltú breitin aller gaben, o erlichú hoͤhin aller minne, Jhesu_Christe, da | |
| und nit betruͤbet; des bitte ich dich, herre, dur dine milte guͤtin. Amen. Domine, exaudi orationem $t et clamor. Ich bitte | |
| ein wonung mit in machen.#.; Wol mir, lieber herre, diner milten guͤti, des mahtu <FOLIO>(154#’r)</FOLIO> nit versagen.» Do sprach únser herre: | |
| kúneginne, das si ie mit gernder gottes minne in irme gebette milte si den boͤsen und den gůten, den lebenden und den | |
| truwen folget milde phad,/ sin todes welf weckt er in milde rufe./ in rechter tat freis ist sin mut:/ ab er | |
| frides hat $s in vollen wol genossen,/ sint das des milden louwen lut $s sie hat behut./ gnad, fride, milde, ere, | |
| den die natur in künig Johannes herzen fant,/ daruß der milde same quam gerunnen./ für war, ich spreche sunder falsches lobes | |
| fant,/ da güldet sich des adelares krone./ lob ich dem milden adelar $s stet in gesange tichte,/ – die milde sines | |
| wie sie in tat war ritters orden funden./ küsch, rein, mild ist er sam Noe,/ dem got der werlde fride hat | |
| und lachet, wann er gabe tut,/ dabi du, kint, den milden salt erkennen./ von bösem herzen was da wirt $s den | |
| dienet vogels art, $s hör ich die meister sagen./ Dem milden sig die finde stete müssen lan. / sins adels werk | |
| der hirße nimt $s uß mild ein nuwes wesen./ der mild ist sam des louwen lut, $s die leben tut/ die | |
| stüre/ des mannes: unverserter walt/ blüte trug schone in dem milden füre./ sus mag er uns behalden wol $s und unser | |
| louwen stimme,/ die iren welfen leben schafft./ Du bist das milde blut / des pellicanus, das in flut / durch gotes | |
| rechtes orden):/ der sein wider brach./ da der wilde $s milde/ durch din herze sach,/ da verdrang din sumer fluches norden./ | |
| sich melden/ in im, sin mut in grimmer rache wütet./ mild und küsch und ouch libig,/ von adel sines blutes/ in | |
| gar was ane kerge / keiser Fabricius,/ das in der milde ferge/ nant alles lobes fluß./ den sahen die Schampniten/ in | |
| $s die fürsten hetens in ir pflegen./ Die herren wâren milte, $s von arde hôhe erborn,/ mit kraft unmâzen küene, $s | |
| mîn vrou Prünhilt,/ daz ir mich ruochet grüezen, $s fürsten tohter milt,/ vor disem edelen recken, $s der hie vor mir stât,/ | |
| erwerbe schande, $s die lât mîn eines sîn.«/ daz er milte wære, $s daz tet er grœzlîchen schîn./ Dô sich Hagenen | |
| iz wol verswenden, $s daz mir mîn vater lie.«/ sô milten kamerære $s gewan noch küneginne nie./ Dô sprach von Tronege | |
| von Nibelunge lant./ Dô rief vil trûreclîche $s diu küneginne milt:/ »owê mich mînes leides! $s nu ist dir dîn schilt/ | |
| nu gar verswant./ ouch begie dâ michel wunder $s des milten Rüedegêres hant./ Ûzer Ungerlande $s der fürste Blœdelîn/ der hiez | |
| daz nie vrouwe $s besæze ein küneges lant/ bezzer unde milter, $s daz heten si für wâr./ daz lop si truoc | |
| Gîselher und Gêrnôt, $s Gêre und Ortwîn,/ daz si ouch milte wâren, $s daz tâten si wol schîn./ alsô rîche gâbe | |
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