l – lâchen l stN. lâ Adj., lâ F., Pl. lan. lâ stF. labe stF. label stM. labelôs Adj. laben swV. labesal stN. labôre stF. labunge stF. lac Adj. lac stM. lac stMN. lac stN. lache F. lache swstF. lâche swstF. lachebære Adj. lache- stM. lacheclîchen Adv. lache- Adj. lachen swV. lachen stN. lâchen swV. lâchen – laden laden – Lahrein lahs – lampartisch lampe – lanclëbic lanclîbe – lancwat lancwiric – lant|âht|acker lantâhte – lantgemeine lantgenôʒ – lantleite lantliut – lantreister lantrihtære – lantsidel lantsidel – lanttwingære lanturliuge – lantwîn lantwîp – larrûn larventier – lasterkleit lasterkôsen – lasterwunde lastkarre – Latrisëte latrôn – læʒic (?) læʒlich – lëbendic lëbendigen – lebezelte lëbezuht – 3lecken lëcken – lëder|gerwe lëderhosære – lëdic|sagunge lëdic|vrî – lëgerhort lëgerhuobe – lêhengëlt lêhenguot – lêhensrëhten lêhensteidinc – leidebërnde 1leiden – leienphrüende leienrëht – leissup leist – leiterboum leiteren – leitstap leitstërne – lemmelîn lemnisse – lenderieren lenderl – lenke lenken – lêrchenmunt lêre – lërnkint lërnknabe – lësemeister lësen – lettener letter – levîte lëwe – lëwinne leyô – lîch lîch – lîchphenninc lîchreste – 1liden 2liden – lîdunge lie – liegære liegærinne – liehticheit liehtkerze – liehtvaʒ liehtvlüʒʒic – liepsuochende liep|swinderinne – lîhenisse lîhkouf – lîhtsüeʒe lîhtunge – 2lîm (?) limbel – lindelîche 1linden – lînhose linie – lînsoc linster – lîpgedinge lîpgedingede – lippenlappen lippe|swër – listen lîsten – 2lit lit- – litze litze – liut- liutærinne – liutsælde liutsælic – löbelach lobelich – loc loch – lodewërc lœdingære – lônærinne lônbære – lônen
|
l
stN.
der Buchstabe l:
nu scrif an onmaessen snel / das bedudet ons ein l. / ein l ich
dir gloesen kan / das mit lutselkeit ein man / sal komen in der wibe gonst MinneR
481
676;
a bezachinet gvvalt. oder lip [...] l ere
Buchst
4;
eyn f, eyn l Marner (W)
Ml 2:4,15
MWB 3,2 799,49; Bearbeiter: Plate
lâ
Adj.,
flekt. lâw-, auch lew-, lab-.
‘lau’
1 eigentl. 2 übertr., nach Apc 3,16 ( quia tepidus es et nec frigidus nec calidus, incipiam
te evomere ex ore meo )
1
eigentl.:
des morgens sô diu sunne / ûf gât, der brunne ist lâ / und
beginnet kalten sâ RvEAlex
10541;
alle samtztag sol man den siechen ir fvͤze waschen mit
laem wazzer SpitEich
40,23;
swer nie warmes enbeiz, / den dunket dicke lâwez heiz LvRegSyon
2986;
nû was der wintir alsô lâ NvJer
10291;
daz kraut ist warm und trucken, sam etleich sprechent. aber
Galiênus spricht, daz ez ain lâb fäuhten hab, und Avicenna spricht, daz sein fäuht
kalt sei. die zwai bestênt wol mit enander, wan lâb haizt wol kalt gegen warm
BdN
395,10;
der tunst ist drijrhande. he ist entweder la ader warm ader
heiz SalArz
25,26;
setze den sichen in ein labez bat ebd.
67,19;
mit labem wazzer ebd.
76,26;
Barth
136,32.
Albrant
1,3
2
übertr., nach Apc 3,16 (quia tepidus es et nec frigidus nec calidus, incipiam
te evomere ex ore meo):
du enbist wider kalt noch heiz [...] wen du la bist
zwischen zwein, / so begin ich dich [...] / uze mineme
munde spin HeslApk
6441;
daz sint die lawen lút, die dem hailgen gaist nit helfent zu
volfuͤrenn mit gebette und mit guͦtem lebenne PrGeorg
323,9;
Tauler
297,20;
die dritte partie von súndern die sind kalt slaffige
lewe menschen ebd.
136,1;
einen lewen dúrren kalten doten menschen ebd.
420,22.
wa wart ie sel so kalt und so lawe, die dinú
suͤzen lebenden minnendú wort horti Seuse
227,9.
233,18;
daz ist laͮwes leben nach eime hitzigen anvang ebd.
435,12;
trêge und laz und lêwe zuo gottes dienste SprMyst (Pf)
234b,38
MWB 3,2 799,55; Bearbeiter: Plate
lâ
F., Pl. lan.
‘kleines Gebäude’ (sonst nicht bezeugt, vgl. ausführl. das Glossar):
Gisela emit domum que dicitur la UrkKölnSchr
1:299
(a. 1159– 1175);
hallam que dictur la ebd.
1:299;
aquisierunt 5 domunculas, que vulgo dicuntur lan ebd.
1:299;
comparaverunt sibi terciam partem cubiculi positi inter lain ebd.
1:305
(a. 1185–1225)
MWB 3,2 801,20; Bearbeiter: Plate
lâ
stF.
‘Lache, Sumpf, Sumpfwiese’
si vunden guote beize dâ: / beide bach unde lâ / lâgen antvogele vol
Er
2037;
ûf sîn pferit er gesaz, / als er wolt beizen rîten, / dâ er ze den zîten / in
einer lâ antvogel weste ligen Bîspel (Pf)
14,35;
lat die tiost in pvzzes sla [La.
la
]
TürlArabel
*A 27,24
MWB 3,2 801,27; Bearbeiter: Plate
labe
stF.
1
‘(kräftigende, belebende) Nahrung’ für Mensch und Tier 1.1 vom Wasser 1.2 von Speise, Futter 1.3 allgemeiner 2
‘Fürsorge’ für Kranke 3
‘Nährstoff’
1
‘(kräftigende, belebende) Nahrung’ für Mensch und Tier:
1.1
vom Wasser:
ain wasser pracht er im ze labe HvNstAp
10073;
der stein in / von einer ruten slage / gab in
[...] in der wuste wazzers vil. / der juden her in
dem zil / [...] hatten des libes lab
Daniel
5192;
und die wazzer worden alle / mit dem dritten teil ein
galle / glich als ein wermote [...] des starb der lute
vil dar abe, / wen sie sint bitter an der labe [
et multi
hominum mortui sunt de aquis, quia amarae facti sunt Apc
8,11]
HeslApk
13408
1.2
von Speise, Futter:
ist daz dar kumt iemen / in bruoderlicher minne / der ein brôt dar bringe,
[...] sô nemen wir ez für ein labe
LBarl
6802;
wart ir lustecliches id, / des enaz si selber nid, / irme munde zoch si iz
abe: / si hielt iz ummer me zu labe / den siechen Elis
6970;
in was der spîse labe / vil gar itzunt gegangin abe
NvJer
12333.
21419;
sô muoz der lîp in dem grabe / von maden und von würmen, / die umbe in
strîtent nâch ir labe, / verduldem al die wîle ir stürmen
LvRegFr 2386 ;
[allegorisch:] sin edele spise er mir entwant: / der
azz ich furbaz nymmer mer, / ez were dann daz ein abe
rer [Speiserest, -abfall] / ich yendert funde mir
zu lap, / so er den vogeln zu eßen gap Minneb
5241.
– übertr.:
herre, gip uns unsir tegilich brot
[...] vernement wol, waz daz diute:
[...] diu suoze gotes lere, / diu ist
[...] labe der sele Vateruns
146
1.3
allgemeiner:
[Füße und Hände zum Bauch:] du muost arbeiten als wir
/ oder wir wöllen vürbaz dir / weder trinken noch ezzen geben:
[...] alsus zugen si im abe / sîn pfrüende und ouch
sîn labe / sô lange biz er wart gar lêre Renner
9768;
ane got unde ane der werlde küele, ir werme unde ouch ir labe / kein
mensche leben niht gemac FvSonnenburg
2,6;
ob er hie [zu Lebzeiten, in dieser Welt] durch
die richen habe / hat gar die werlt verirret, / so wirt im dort ein sure labe /
da ez der sele wirret ebd.
59,9;
ein andir bezzir lebin [...], /
daz dâ hât aldir âne stab, / wernde sterke âne lab NvJer
20722.
– übertr.:
[das Hohelied] ist ein vuore der hungergin. iz ist
ein labe der sieken. iz ist ein spunne der sûgente kinde
TrudHL
6,9
2
‘Fürsorge’ für Kranke:
waz dirre werltliche schin / von golde unde ouch von siden / zu hochfart mac
geliden, / daz brach di selege alles abe / ir siechen ummer me zu labe
Elis
7284
3
‘Nährstoff’
di naturliche melancolia [...] der
sudet di nature ein teil zu der milce daz iz uon den besten sin labe neme. so get
daz milce danne der selbin melancolie dem magen da uon sin girde gestircket wirt
SalArz
4,27
MWB 3,2 801,33; Bearbeiter: Plate
label
stM.
auch labil, aus lat. labellum.
‘(Wasch-)Becken, Wanne, Kessel, Schüssel, Schale; Kochgefäß’, vgl. AWB 5,565 s.v.
labal, mit mhd. Glossenbelegen (u.a. SummHeinr ,
GlHerr [=HD]).
MWB 3,2 802,20; Bearbeiter: Plate
labelôs
Adj.
‘ohne fürsorgliche Unterstützung’ (vgl.
laben
swV. unter 3):
get von mir, ir vervluchten, / die mich hie nie beruchten / mit
cleidern, spise, trenken, / herbergen, noch bedenken / wolden in dem kerkere / min not
in grozer swere! / labelos ich von uch schiet Daniel
3291
MWB 3,2 802,24; Bearbeiter: Plate
laben
swV.
1
‘sich / jmdn. (auch Tiere) laben, stärken, beleben’
1.1 mit Trinken; Wasser 1.2 mit Speise, Brot 1.3 mit beidem 2
‘kräftigen’
3
‘Fürsorge für Arme und Kranke üben’
4
‘mit Flüssigkeit benetzen, feucht machen’
5 seelisch, geistlich ‘laben’
6 (sexuell) ‘befriedigen’
1
‘sich / jmdn. (auch Tiere) laben, stärken, beleben’
1.1
mit Trinken; Wasser:
dâ spranch ein scôner brunne. / daz chint si
gelabite [
deditque puero bibere Gn
21,19] , von deme tôde ernerte Gen
913;
daz wazzer scuͦf [schöpfte] er selbe, /
unser uehe was er labende [
potumque dedit ovibus Ex
2.1]
Exod
376;
dâ wâren brunnen verholne, / [...] dâ sî sich mit
labeten JJud
827;
dâr quâmen si zeinem wâge, / dâ gescah in gnâde, / wande
si sih gelabeten / von dem durste, den si habeten SAlex
2625;
mit deme wazzere sie sich labeten Roth
353;
Sampson alda des brunnin trang / biz das der ellenthafte
man / al sine krefte widir gwan / und er vil wol gelabit wart
RvEWchr
20914;
wan daz wir uns hân gelabet / mit wazzer und uns hân
ernert / mit krûten HvFreibTr
3500;
do truͦgen si ein wazzer dar, / da mit man in labte, / daz er sich
baz gehabte Jüdel
261.
– besonders bei Ohnmacht:
und gie hin dâ diu vrowe lac. / der was geswunden
[...] mit brunnen er si labete
UvZLanz
4564.
2138;
zehant wart er ân sin, / wan er en unmehten viel
[...] und lac gar unversunnen. / der kneht lief
zuo einem brunnen [...] mit wazzer labt er in
zehant EnikWchr
11691.
5149;
lîp und herze ir wâren / ersteinet von der unmacht. /
nu wart ein wazzer balde brâcht; / Kurvenal der labte sie
HvFreibTr
6531;
Appolonius in stach / das er nit hört noch gesach. /
er viel auff den grunen kle. / [...] man must in
mit wasser laben HvNstAp
12371;
jemyrlich quam sy von synnen, / daz man sy muste
laben EvBerl
515;
AlexiusB
420.
– Milch, Wein:
[ein kleines Kind] noch gât an den stüelen und
heltet sich nâhe bî den wenden, labet sich noch mit milche
Eckh
5: 112,2;
wil dû edeln, guoten wîn? / dâ solt dû dich mit laben
schôn EnikWchr
4277
1.2
mit Speise, Brot:
stant ûf, vater mîn [Isaak] , dû
scolt inbîzzen! / dû gelabe dich mînes
[Esaus] jagides [
surge sede
et comede de venatione mea Gn 27,19]
Gen
1181;
der wirt in mit im ezzen hiez: / der gast sich dâ gelabte
Parz
165,27;
des wart diu kranke diet gelabt. /
[...] ir was vor hunger maneger tôt / ê daz in dar
kœme’z brôt ebd.
190,26;
Wh
326,29;
bitz si gelavet würden bit dem brode
MarlbRh
65,11;
er hæte nihts gegert mê / wan daz er brôtes hæt gehabt / sô vil, daz
er sich hæt gelabt / alsam ein kuchengarzûn LvRegFr
924;
daz ich mich lab an der spîs EnikWchr
4347;
als da man labet siechen / mit meselicher
[für sie bekömmlicher] spize
HeslApk
2044;
manch vrechir helt vormezzin / wurzlen mûste grabin /
und mit cruite labin / sîn lebbin vor des hungirs nôt NvJer
24445;
daz gelobete unser herre, daz er sîniu schâf laben wölte ûf dem berge an
einem grüenen grase Eckh
3:247,4
1.3
mit beidem:
unde solt mich uile wol gelaben / mit prote unde mit wine
VMos
22,27;
breng mich dar, da du mich spises, / da du mich drenks
ind min gewises, / da du mich laves ind mich kleides, / da du mich in din hus
leides MarlbRh
50,23;
mich hungert [...] mich dürstet
nû [...] ich hab nû niht, daz ich mich lab
EnikWchr
1207;
die ros sich dô [in der Herberge] labeten / und
die lûte al dar zû / biz des morgenes vrû Eilh (L)
5520.
– übertr.:
dâ man den tôt mit solde laben / und dâ mit manger
wart erslagen, / des was vil ûf die wer getragen: / guot geschoz, steine vil
Wig
10743
2
‘kräftigen’
man darf mich harte wênic laben / nâch maneger quatschiure, /
die ich [...] in dem puneize solte hân genomen
Wh
390,22;
als lang als ich disen lif muͦz haven, / des krancheit
dine stuͥr wilt laven MarlbRh
50,18;
weyl ir den stain habet: / fur
[gegen] allen süchtum er ew labet
HvNstAp
13632;
rôsenwazzer hât die art, daz ez kreftigt und zesamen zeucht
und labet wider die hitz BdN
345,28;
er [ein Baumharz] hât die art,
daz er die hitz sänftigt, und labt und macht fäuht und rainigt daz gesiht ebd.
366,27.
– mediz., von der Gallenflüssigkeit im Blut ‘nähren’
daz ander teil der melancolien daz da dunner ist vluzet
mit dem blute dur di adern. daz iz labe vnde sterke di lit di sin bedurfen
SalArz
4,31
3
‘Fürsorge für Arme und Kranke üben’
der rîche sol den armen laben, / den siechen der gesunde
SpdtL
78,2;
vnd an dem selben abent sol maister Reinolt [...] den
siechen alle jar lx d(enarios) geben, daz si besvnderlich des tages da von
getroͤst vnd gelabet werden, beidiv frawen vnd man UrkCorp
(WMU)
3397,27;
das wir den armen herbvͤrgen, den siechen laben
Konr
18,40;
er kan die siechen laben / mit miltegebender hant SM:
Pf
1: 1,8;
du solt die siechen laben / und solt doch selbe nit haben
Mechth
1: 35,10;
da von gerne dy armen lab / mit dem und dier verlichen hat /
der reiche got HvBurg
2154;
die bechlibent [schmachten] werdent
da milticliche gelabet, / die hungerigen, die durstigen werdent da gehabet / in
dineme hus stæticliche ze vollere wirtscefte Himmelr
8,13;
der [l. die
] armen laben
[
pauperes recreare
]
BrEb
4
4
‘mit Flüssigkeit benetzen, feucht machen’
rôswazzer sol man balde haben, / dâ mit sol man mîn houbet laben; / daz ziucht
ûz bœse hitze Boner
48,96;
unde sende Lazarum daz her necze synen vyngir in dem wazzere
uf daz myne czunge gelabit werde [
ut refrigeret linguam meam
Lc 16,24]
EvBerl
104,7;
diu zung in dînem munde / beleip niht ungemaches frî, / die
juden, die dir [Jesus am Kreuz] stuonden bî, / die labten
si mit gallen Ottok
6630.
– übertr.:
sît diu erde / mit mîner kinde bluote / [...]
alsô wol ist gelabet, / die ir mir erslagen habet StrDan
7109;
die werlt hâte er erlûhtet, / reht als ein rein erfûhtet / die durrecheit
der erden: / alsus was von dem werden / rômisch rîche wol gelabet
EbvErf
723
5
seelisch, geistlich ‘laben’
do [...] di gotes degene /
[...] di sele gelabeten / mit dem heiligen brote / unt
mit dem uronen bluͦte Rol
3436;
StrKarl (S)
4102;
daz si an der sel mit dem hiligen gotes wort gelabet werden
PrOberalt
67,37;
wat vröuden mocht din herze laven MarlbRh
47,6;
mit gotes wort die sêle laben LvRegFr
4169;
dû hâst einen bœsen muot; / er wil niht des behaben /
daz die sêle solte laben SpdtL
107,20;
sie wêre gestorben an der stet, / wan daz der trôst sie
labete HvFreibTr
6541;
du liezze erwenden ee den wein / ee du hetest das hercz mein
/ getrostet oder gelabet damit HvBurg
4409;
dâ wir uns sundensieche laben / mit weinen
Ottok
49828
6
(sexuell) ‘befriedigen’
so muz si einen miden, / untz si den andern gelabet / und ir
willen wol mit im gehabet StrKD
68,111;
ir man, ir habt einen siten / daz einer zehen tar gebiten /
umb der sußen mynnen laben Minneb
3533
MWB 3,2 802,30; Bearbeiter: Plate
labesal
stN.
‘was zur Stärkung dient’
si sante ir [der Wöchnerin] manic labesal, / ir
gabe si erfrouwete Elis
8276
MWB 3,2 804,33; Bearbeiter: Tao
labôre
stF.
‘Arbeit’
wer in der labore wie die ist [
in labore
quovis
] oder in der kuchin oder in dem keler oder an
seinem dienst [...] ihtesit missetüt BrAlt
46.
48;
sô er die bluomen solte lesen, / sô muost’ er zuo kapitel wesen / unt
zuo labore dikke gên: / des muoste er die bluomen lâzen stên
RosenkrMar
85.
–
‘Paarung, Begattung’
wan daz tyr zu labore get Hiob
14781
MWB 3,2 804,36; Bearbeiter: Tao
labunge
stF.
1
‘Benetzung, Besprengung mit Wasser’
2
‘Erfrischung, Erholung, Stärkung’
2.1 allg. 2.2 was zur Erfrischung dient 2.3 Ort der Erfrischung, Speiseraum 2.4 in geistl. Sinne
1
‘Benetzung, Besprengung mit Wasser’
unmehtic sie belac, / doch wart mit labunge sie brâht wol ze sinne
Loheng
3870.
7093.
7292.
2
‘Erfrischung, Erholung, Stärkung’
2.1
allg.:
uf daz wazzer der labunge er [Gott] wente mich
[interl. zu: super aquam refectionis educavit
me
]
PsM
22,2;
PsWindb
22,2;
des [der Nahrung] nimet danne der
mage an sich tzu siner labunge SalArz
1,43.
3,53;
vnde schol [die Äbtissin] des selben tages den
vrowen gemeineclichen in den conuent zv recreatione vnde zv labvnge ein phvnt
haller geben, swar vmme si wellent UrkCorp (WMU)
1733,6;
die labunge der spisen [
cibi ... refectionem
] sal sie [die bußfällige
Ordensschwester] alleine nemen BrEb
25;
al den tag ist die arbeit und kume alse eine stunde ist
die labunge Tauler
30,28;
das si [
die siechenmeisterinne
des geistlichen Klosters] unverdrossen den siechen si bereit,
mit helfe und mit reinekeit, mit labunge und mit vroͤlicheit
Mechth
7: 36,43;
uber uns get nu gotes slac, / wand wir uns niht wolden erbarmen / mit
labunge uber die armen Brandan
262
2.2
was zur Erfrischung dient:
ouwê ich armer, [...] daz ich mînes guotes niht
enhân / doch alse vil behalten / daz ich mir armen alten / doch koufte ein
labunge! Schlegel
343;
sine lavunge dat was galle, / dit was vol unsuze WernhvN
300
2.3
Ort der Erfrischung, Speiseraum:
wô ist mîn labunge [
ubi est refectio
mea
] , wô sal ich di paschen ezzin mit mînen jungern?
EvBeh
Mc 14,14
2.4
in geistl. Sinne:
die manichvalden richte [Speisen] bezeichent die
manigerhande labunge der heiligen scrift, da die sele mit gelabet ist
PrLpz (L)
41,19;
die suze milch [...] der
heiligen labunge HeslApk
15713;
wenne got [...]
in [den Menschen] gesterket mit der labunge der
suͤssikeit Tauler
161,10.
– auf Gott bezogen:
du bist, herre, min labunge Mechth
5: 20,4
MWB 3,2 804,44; Bearbeiter: Tao
lac
Adj.
zu mnd. lak
‘schlaff’ und mnl. lac
‘lau, fade, geistlos’ (Kluge, S. 552 s.v. lack Adj.).
–
‘faul, schlapp’
och siht man disen traken [Teufel]
/ die grosen, fulen, laken / [...], / hohfertigen und die
raissen [= ræzen
] , /
[...] mit maniger hand púschen /
[...] slan us den ringen [l.
ringe
‘Kampfplatz’?] und da gesigen, / verslinden und ze tot bern
/ die niht sich selben wellint wern SHort
5042.
– zweifelhaft, ob hierher:
wilt du ir [
der minne
] sin
erbuͦlgen / und mit lobe sin so lach [: gerach; oder
l. slach (vgl. Anm.z.St.) ?]
MinneR 480
141
MWB 3,2 805,18; Bearbeiter: Tao
lac
stM.
zu afrz. lac (Tobler/ Lommatzsch 5,32f.).
–
‘See’
Lancelot, der in den lac wart getragen Lanc
34,5;
da die jungfrauw Lanceloten dru jare hett gehalten in dem
lack, da ensah yn nymant ebd.
34,6;
er reit all tag umb den lack ebd.
34,21
(=
Lanc (WZ)
326. 328. 353
)
MWB 3,2 805,30; Bearbeiter: Tao
lac
stMN.
zu mnd. lak
‘Fehler, Mangel, Gebrechen’ (Schiller/ Lübben 2, 613); s.a. →
lac
Adj.
‘Ohnmacht’
als hey do van dem lack / weder zo eme selver quam, / op richt hey sich
KarlGalie
5194
(vgl. Anm.z.St.)
MWB 3,2 805,36; Bearbeiter: Tao
lac
stN.
Ansatz und Bedeutung unsicher.
‘Grenzzeichen’ (? vgl. WMU 2,1066):
so vahet er [
der têil dez waldez
] an ze
der dritte [!] site bi dem lake bi Mulnheim, daz den
selben têil vnd Waltherz têil minz bruͤderz scheͥdet, vnd
zvͤhet dîe lengi biz nahe gegen dez Swarzen huͤse ze Langenhurst
UrkCorp (WMU)
1790,14
MWB 3,2 805,41; Bearbeiter: Tao
lache
F.
s.a.
2lachen
.
‘Tuch, Decke, Wandteppich’
dar zuo wart im ouch gesant / jn Vermendoys von Gant / vil manig lache von gran, /
diu in vivres varwe bran Krone
507;
im sand ouch ze stivre / ein lache, diu was [La. lachen das
was
] tivr, / div chünigin Lenomye ebd.
521;
div lache den sal vmb gie / vnd in mit staten bevie ebd.
536.
MWB 3,2 805,48; Bearbeiter: Tao
lache
swstF.
auch lacke.
kleineres Gewässer, ‘Lache, Pfütze, Tümpel’, vereinzelt ‘Zisterne,
Grube’
1 eigentl. 2 bildl.
1
eigentl.:
der haiden werc [Rüstungen] uil
spahe / pelac in der lachen / mit bluͦte betochen Rol
4649;
nu gesach er eine lachen sweben / smal unde mâzlîche grôz, /
in die von einem velse vlôz / ein küelez cleinez brunnelîn. / dâ viel er alse
gewâfent în / und sancte sich unz an den grunt: / er lie hie vor niwan den munt. /
dâ lag er den tac und die naht Tr
9078;
dû hâst ouch in den stunden / die wâre [l. wâren
(waren)?] ê gebunden, / von dînes blûdes sachen / gelôset ûz der
lachen, / dâ nit wazzer inne gênt [aus der wasserleeren Grube(, die als
Kerker dient), vgl. tu quoque in sanguine testamenti tui emisisti vinctos
tuos de lacu, in quo non est aqua Za
9,11]
Erlös
1538;
diu gemain rœr, diu in den lachen wechst und in
mosigen steten BdN
395,1;
die dritten sint ûfersneken, die an dem ûfer und an dem
gestat ligent in der faulen erden und in den pfüeln oder in den lachen, dâ faulz
ertreich ist ebd.
258,32;
si [
die krote
] hôrt
singen / ander ir hûsgenôz / in einer lachen grôz EnikWchr
23288.
20817.
20887;
Satan, [...] nim in bî dem nake / unt
solg [beschmutze] in in der lacken
PassSpW
238;
da von der vreuden bloze irre wart und reit di tiefen lacken, / stocke, ronen,
dorne, schroven, steine JTit
1290,2;
das sy [Götzenbilder] in den lakhen ligent, / ob dy
kristen ob gesigent Hawich
1925;
UvTürhTr
404;
TürlArabel
*A 63,20;
Renner
57;
Boner
81,25;
in die/ eine lachen vallen:
EnikWchr
20859;
PrGeorg
7,5;
in die lachen komen:
Renner
87;
er [der Wein] weiset
in [den Betrunkenen] durich die lakche, / wie wol er
gesech und wache HvBurg
259.
– Sprichw.?:
ich tuͦn als der wise tuͦt / und der den
esel da tribet: / so er in den lachen blibet, / er nimt in die hant den zagel
Rennew
22376.
– mit Adj.-Attr. trüebe, vûl, unsûber:
si [Schweine] wâren ie vür daz
golt / der vil trüeben lachen holt; / dâ bewellent si sich inne
Wig
80;
ein tummes swin, / daz vür den grünen anger nimt / die trüben lachen und
daz hor Frl
13:13,6;
ein brunne klar / uz vulen lachen dringet ebd.
5:23,9;
der ist ein tore, der sich muͦtwilleklich in ein
unsuber lachen wirfet, dar umb daz er dur na dest schoͤner werde.
Seuse
161,31
2
bildl.:
mîner vrouwen êre / [...] lît in einer lachen, / daz
si niemen âne got / reine kan gemachen Neidh
WL 28:5,5;
lieber geselle, werist du von gotes verhengde in die
truͤben lachen geworfen als ich, [...] ich weri
zuͦ dir hin in gesprungen und heti dir frúntlich her us gehulfen
Seuse
124,4;
owe jamer, nu gnuͤget dir nit, daz ich tief in der
lachen vor dir lige, du wellest och dur zuͦ uf mich treten! ebd.
124,6;
opfer reht hút din zitlich ere dem milten got, wirf
hin alle menschlich schame, und spring zuͦ ir [der in Sünde
gefallenen leiblichen Schwester] in die tiefen lachen und hab si
uf! ebd.
71,3.
– mit Gen.d.S.:
[infolge des Sündenfalls] / wuohs maniger sünden
lache Renner
130;
in sünden lachen vallen:
ebd.
3308.
11484.
12174;
wie ich dú menschen uss der tiefen lachen ire
súntlichen lebens an die schoͤni bringe Seuse
385,25;
aber du, gemintú, wol uf mit dinem muͦte
usser dem horwe und der tiefen lachun liplicher wollust! ebd.
237,3;
ir posen spottere [...] : / ewr
spot vellet ew nach [= noch
] / zu Satan in
der helle lach HvNstAp
19224
MWB 3,2 805,55; Bearbeiter: Tao
lâche, lâchene
swstF. , lâchen
stN.
auch lacke, lake.
1
‘(in einen Baum, Stein eingehauenes) Grenzzeichen, markierte
Grenze’
2
‘Vertiefung’
1
‘(in einen Baum, Stein eingehauenes) Grenzzeichen, markierte
Grenze’
vnd svn die zwͤlfe mit einander svern vffen den heiligon ein
gestabotten eit, daz sv nah sinnen vnd wizzen nach zeichenne vnd nah lachenne
vndergangen beider teil gvͤt UrkCorp (WMU)
254,20;
alse dú lachen nu gemachet und gesezzet sint, dú uf dem selben
riethe stant. und swas der rietes ennunt den lachenen gegen Wasenwiller ist, das
súllen die von Wasenwiller [...] haben
[...] und swas des rietes disunt den lachenen wider
Merdingen ist, das súllen die von Walthershouen und die von Merdingen
[...] haben UrkFreiburg
3:359,26.27.30
(a. 1318);
das erste lachen ist von dem steine, der da lit an dem Engiberge ebd.
3:374,10
(a. 1319);
vnd sint dis die lachen: des ersten anzehebent an der linden uff
Schoͮnbuͤl vnd von der linden uͤber in die marchstein
[...]
UrkAargau
2,3:151,30
(bald nach 1324);
item in disen vorgenanten lachen vnd zilen so ist twing vnd ban des goczhus
ebd.
2,3:152,22;
daz guͦt, das zwuͥschent den laken und den zilen, die hie nach
gescriben stant, lit, [...] ist der herran von Tennibach
und soͤnt das nieszen [...] und sint dis die selben
lachen und zil UrbTennenb
414. 415;
niderthalp dieser vorgenannten lacken ebd.
416;
daz si die warheit moͤhtin verhoͤren und enpfinden
[...] und oͮch sahen an der von Tennibach laken
und steinen ebd.
418;
das du̍ messe [Maße] vnd die laͮchen
[...] stete soͤnt beliben im berge vnd an dem
tag UrkFreiburgGr
13,334
(a. 1343);
weitere Belege DRW 8,237f.
2
‘Vertiefung’
mit dem fuoze sî [die Königin der Riesen] dô stiez /
der mûr ein grôze lâhe / nider mit sneller gâhe / und wolte zuo in in die stat
Reinfr
25337
MWB 3,2 806,58; Bearbeiter: Tao
lachebære
Adj.
‘zum Lachen geeignet’
got hât ze gebene / vreud und angest swem er wil: / er mac
mir lachebæriu zil / wol stôzen nâch dem weinen, / wil mich sîn güete meinen
Wh
259,28.
–
‘den Eindruck des Lachens, Lächelns vermittelnd’
uber al di pfiler obene ergaben und ergozzen / vil engel
[...], als sie von himel weren dar geschozzen / in
vrouden vluge und also lachebære, / daz noch ein Waleis tumbe gesworen het, daz er
bi lachen wære JTit
344,3
MWB 3,2 807,29; Bearbeiter: Tao
lache-, lâchebühel
stM.
Ansatz unsicher.
zu
lache
: ‘Anhöhe an/ mit einem kleinem
Gewässer’ oder zu
lâche
: ‘Anhöhe mit einer Grenzmarkierung’
jtem ein halb morgen uffeme lache bule; jtem ein morgen uffe tife lache
UrkCorp (WMU)
N172,25
MWB 3,2 807,39; Bearbeiter: Tao
lacheclîchen
Adv.
‘lächelnd’
si [Herodias] lecheclichen began /
mit im [Herodes] zarter, suezzer worten, / die von im
alles truren storten SHort
2642
MWB 3,2 807,45; Bearbeiter: Tao
lache-, lachenlich
Adj. , lachelîche(n),
lachenlîchen
Adv.
auch lech(e), lechen-, lächen-.
1
‘lachend, lächelnd’ , meist als Ausdruck des Wohlwollens, der
Freude 1.1 Adj. 1.2 Adv. 2
‘Anlass zu freudigem Lachen gebend’
3
‘des Lachens fähig’ (vgl. TPMA 8,189)
1
‘lachend, lächelnd’, meist als Ausdruck des Wohlwollens, der
Freude
1.1
Adj.:
dîn lachelîchez grüezen / mac mir wol gesüezen / sûre nôt
MF:Wolfr
8: 2,8;
dâ von manic rôter munt / mit senften worten süeze / lechelîche grüeze /
im muose schenken und geben Reinfr
12172;
als daz [der Säugling] mit sinem
hobte und bewegte sines liblis gen der zartenden muͦter enbor vert und
sins herzen froͤde mit den lechlichen geberden erzoͤget
Seuse
15,13;
sîn vil lechelîcher munt / gap ir snelleclîch antwurt
Reinfr
13686;
nu sich ufwert mit spilnden ogen, mit lechlichem
antlút, mit ufspringendem herzen, [...] und sag
im dank und lob, dem edeln fúrsten aller creaturen Seuse
173,6;
sus gienc ez under in entwer / mit lachenlîchem muote Bit
12467;
Schampiflor
217;
ich gesach von rôtem munde nie sô lachelîchez lachen / als
diu minneclîche lachet / swâ si liebe lachen wil KLD: GvN
3: 4,2;
eines reinen wibes wunniclich munt, / swem der tut kunt / ein lechelichez
suchen, kusse vunt Frl
8:15,10.
– selten als Ausdruck des Spottes:
mit lächenlichem munde / sprach er in spotte wider in
KvWPart
13728.
– als negativ bewertete Gebärde:
daz diu Marîa gewon was selten ze lachenne
[Überschr.]
[...] daz
si niemer ald seltsaenlich / erlachete, [...] /
noch pflac keiner ungezogenheit / mit keiner lachelîcher tât, / diu
verlâzenlîche stât WvRh
1515
1.2
Adv.:
sô möhte ich ûz hôhem muote singen, / hulfen sî mir
lachelîchen der vil werden lop ze werde bringen SM:UvS
22: 1,6;
ez kan sendiu leit vertrîben, swâ ein man sîn liep siht
tougen / und mit minneclîchem grüezen /
in [
man
]
daz [
liep
] lachelîch siht an
KLD: GvN
3: 2,8;
lache, daz mir sorge swinde, / lachelîch, ein rôter munt
ebd.
3: 2,10.
4: 3,9.
23: 3,3;
gar lachelîchen stênt ir spilnden ougen, / ah, wie gar ze
kusse stêt ir wol gerœter munt! SM:KvL
2: 2,3;
daz ich in [den Mund der Dame] in der lieben
stunt / sô lachelîchen mir ze fröiden kuste KLD: WvB
2:3,10;
~ sprechen:
Brun
510;
Rädlein
296;
Staufenb
324;
HeinzelRitt
85;
MinneR 480
145;
sie bot sich zuͦ im minneklich und gruͦzte
in vil lechelich Seuse
14,22;
MarHimmelf
1724;
UvEtzAlex
23703.
21051;
UvEtzWh
1668.
4665;
JMeissn
A1:7,11;
nû tuo mir lachelîche [wie es dem freundlichen Lächeln
entspricht] oder lache aber anderswâ Walth
30,16.
– bildl., von Blumen:
die bluͦmen uz dem tawe / læchlichen
smierten WhvÖst
3127
2
‘Anlass zu freudigem Lachen gebend’
was daz nicht lechelichen genug, / daz ein meit ein kint trug
/ und gebar daz ane we [...] ? Brun
4317
3
‘des Lachens fähig’ (vgl. TPMA 8,189):
nicht, alse ein meister sprichit: daz ist den menschin eigin
daz he lechlich ist for allin tirin Parad
91,5;
der mensche ist ein redelich tir, des eigin ist daz he
lechlich ist ebd.
133,35
MWB 3,2 807,49; Bearbeiter: Tao
lachen
swV.
1
‘lachen, lächeln’
1.1 allg. 1.1.1 ohne weiteren Zusatz 1.1.2 mit Adv.-Bestimmung 1.1.2.1 ohne Präp., mit Adv. oder adv. Ausdruck 1.1.2.2 mit Präp. 1.1.3 mit Akk. zum Ausdruck der spezifischen Art des Lachens. 1.1.4 Part. Präs. 1.1.5 subst. 1.2 in christl.-kirchl. Kontext mit negativer Wertung 1.3 statt der Person steht als Subj. die hervorgehobene Gesichtspartie (der Mund, das Auge) 1.4 übertr., von Herz, Gemüt, Seele: ‘sich freuen’
2
‘über etw./jmdn. lachen’ ; mit Gen. d. S. 3
‘jmdm. zulächeln, jmdn. anlächeln, jmdm. freundlich gesonnen sein’
4 übertr., von Blumen, Blüten, Sonnenlicht usw.: ‘lachen, strahlen,
leuchten’
1
‘lachen, lächeln’
1.1
allg.
1.1.1
ohne weiteren Zusatz:
si lachten unde waren uro Rol
1756;
schimpfen unde lachen Tr
8239;
diu lachet, swanne ich trûric bin MF:Hartm
9:3,7;
diu [Kinder] wâren gelîche / so rehte
wünneclîche / gerâten an dem lîbe / daz einem herten wîbe / ze lachenne
wære geschehen, / ob si si müese an sehen Greg
207;
dô lachete hêr Ênêas / und markte daz ez sîn spot was
En
11583;
lachen unde spotten Tr
13171;
Eckh
5: 60,21.
– Antonym. weinen, trûren:
du weines vnde laches Litan
69;
er lachte und weinde tougen Parz
752,23;
Wig
5193;
Mechth
4: 27,111;
selik sit ir di nv weinen, wan ir wert lachent
[
ridebitis Lc 6,21]
EvAug
141,8.
141,14;
dat alle creaturen [...]
al samen bit uns truren, / so diͤ jüden lachen!
MarlbRh
30,6.
– Synon. smielen, smutzen, lôsen:
sie smielte unde lachte LvRegSyon
4001;
Ottok
37629;
der herzog und die hern /
[...] hieten vil gern / verbizzen lachen
unde smutzen ebd.
42061;
lachen unde lôsen, / rûnen und liepkôsen / sach
man si dicke ebd.
68553
1.1.2
mit Adv.-Bestimmung
1.1.2.1
ohne Präp., mit Adv. oder adv. Ausdruck:
güetlîche
swelch wîp güetlich lachen kan / schôn mit zühten
KLD: UvL
51: 3,1;
sô si [Helena] begunde
lachen / güetlîche z’etelicher stunt, / sô glizzen dâ zen unde
munt / an der vil hôchgemuoten, / als ob dâ liljen bluoten / und liehte
rôsen ûz erwelt KvWTroj
19976;
ahî, wie kristenlîche nû der bâbest lachet Walth
34,4;
minneclîche
KLD: UvW
14:4,1;
suoze
Rol
1917;
KLD:GvN
45: 2,4;
vrœlîche
Parz
800,28;
KLD:GvN
29: 5,5;
zarte
SM:Had
30: 2,10;
zartelich
Mechth
7: 1,105;
swel mensche daz crut isset, daz lachit sinez
vndankez vnz es dot lit Lucid
38,1;
si lachet als ein kindelîn SM:Wi
9: 4,3.
– mit Negation:
diu [Cunneware]
enlachte decheinen wîs, / sine sæhe in die [l.
der
] den hôhsten prîs / hete
Parz
151,13;
ich dinge daz ir niht lachet, / als ir nû
vreischet wiez in [den kampfunwilligen
Franzosen] ergêt / aldâ si Rennewart bestêt
Wh
321,28;
vil geweinen, wenc gelachen / muͤzen
hie die getriwen Rennew
25678;
sich huͦb ein lang werndes clagen /
guͦten wiben und reinen, / selten lachen, vil geweinen ebd.
22794.
– sprichwörtl.:
der vert lachte, den lât hiure weinen Kudr
1377,4
1.1.2.2
mit Präp.:
–
durch:
[sie] lachet nu durch einen man / der niht
mit ritters fuore kan Parz
152,11.
–
in:
si kunnen in diu herzen lieplîch lachen; / ir
lôslîch ougenblic tuot fröiderîche KLD: GvN
48: 2,2;
mich mag ouch machen ir süezzez mündel rôt / in
herzen lachen. wil si, ouch ich bin an fröiden tôt SM:
HvS
1: 24,4;
do wart do in de hende [heimlich hinter der
vorgehaltenen Hand] / van vrauwen sere gelacht
KarlGalie
13736;
diu sêle mac persône gebern, sô got lachet in sî und si wider
lachet in in [...] und das lachen birt lust
[...]
Eckh (Pf)
79,19.
–
mit:
lachen kan mîn tugentrîchiu frouwe / mit ir
spilnden ougen sô KLD: UvL
43: 4,1.
–
ûz:
lachen sî began ûz rôtem munde tougen MF:
Mor
22: 4,6.
–
von:
in deme herzen ist unser leben, von der lungene
wir den âtem nemen, / von der lebere daz gesûne, von deme milze lachen
wir sliume, / von der gallen den zorn Gen
162
(vgl. Eßer, Komm.z. St.);
do lachetin sie beide / von
[vor] vroweden vnde leide
Roth
2483;
Walth
75,21;
dô lachten von der geschiht / alle di ez gesâhen
UvZLanz
2924;
von rehtem herzen [aus ganzem
Herzen] lachen Tr
950.
–
vor:
der herzoge von Meran
[...] lachede uor lieue Roth
3357;
NibB
1716,4;
daz ich vor vil gedenken niht / gesingen noch
gelachen mac MF:Reinm
3: 2,3.
–
ze:
ze wiu lachet dîn wîb Sara [
quare
risit Sarra Gn 18,13] ? Gen
888.
– mit Präp.-Adv.:
Reinhart lachete dar in [blickte
lächelnd in den Brunnen (zu seinem Spiegelbild, von dem er
glaubte, es wäre seine Geliebte)]
ReinFu
K,845;
Gunther unt Hagene dar umb lachen began
NibB
521,4;
wie diu wîp dar umbe lachen Wh
299,24;
der lachet herûz und grinet hinin SM:
Gl
2: 4,12
1.1.3
mit Akk. zum Ausdruck der spezifischen Art des Lachens.
– mit innerem Obj.:
diu vil guote zweier hande lachen / lachet
[...]. / einez sî mit rôsenvarwem munde /
kan [...]. / lachen kan mîn tugentrîchiu frouwe
/ mit ir spilnden ougen sô, / swanne ich mich dar inne rehte schouwe, /
daz ich bin von herzen frô KLD: UvL
43: 2,1.
–
rôsen ~
:
‘durch den freundlich lächelnden Blick Rosen aufblühen machen’
wa sach man rosen lachen? HvNstAp
182
(vgl.
das sach der rosenlachender man, / der lachett, das
es voll rosen was / perg und tal, laub und gras ebd.
193;
ferner Birkhan, HvNstAp., S. 324, Anm. 12 mit Verweis auf den
Deutungsversuch bei Grimm, Dt. Myth. 2,921f.).
–
einen rôsen ~
‘so freundlich lächeln, dass in dem Gesicht eine Rose aufblüht’
(vgl. Chr. Dartmann, Das lachen der
vrouwe, Münster 2011, S. 165ff.;
s. a. →
rôsenlachende
Part.-Adj.):
swanne ich den rôsen schowe, / der blüet ûz einem
mündel rôt / sam die rôsen ûz des meien towe. /
[...] sâ zehant ir rôter munt / einen
tûsentstunt so
schœnen [
rôsen
] lachet
SM:KvT
1: 5,8
1.1.4
Part. Präs.:
– Adj.:
mit lachenden siten Greg
3390;
dû [Tristan] wærest
zwâre baz genant / juvente bêle et la riant, / diu schœne jugent,
diu lachende Tr
3141;
sanguinei. die artent nach dem wazzir, unde sint
gebinde, minnende, frolich, lachende MNat
1,28.
– halbpräd.:
lachende sprach ein Troiân En
11567;
die urowen [...] gingin
lachende danen Roth
2938;
daz gêt sô lachende niht zuo
Ottok
63164
1.1.5
subst.:
ir minneclîchez lachen MF:Wolfr
8: 6,8;
KLD:GvN
16: 5,4;
SM:Had
53: 7,1;
rôsenrôt ist ir daz lachen, / der vil lieben frowen mîn
SM:Tr
3: 3,1;
schimpflîch lachen Loheng
4866;
ein smuzlich lachen Frl
3:24,4;
spotlichez lachen Ottok
63133;
sumerlîchez lachen KLD: TSchreiber
6:1,3;
ir vil süezez lachen KLD: UvL
49: 4,3.
SM:UvS
17: 2,1;
Mechth
2: 4,57;
sît mir mîn selbes missetât / mîner vrouwen hulde, /
[...] verlôs, / und weinen vür daz lachen kôs
Iw
4010;
diu kurzte in die stunde. / ouch mohte sî ein lachen
/ vil lîhte an in gemachen ebd.
6459;
Scherulesn [Akk.] lachen
ruorte [er musste lachen]
Parz
363,20;
friundes lachen sol sîn âne missetât Walth
30,14;
wie kunde sin gelachen / so mengen frúnt
gewinnen RvEWh
2698;
etleich läut, die wænent, daz sich des menschen
lachen mêre nâch des milzen grœzen und sich minder nâch des milzen
klainen BdN
31,8;
von dem lachen ebd.
47,12;
sunder lachen
Parz
131,6.
137,20;
SM:KvL
21: 2,6;
in des himels lachen [Umschreibung für himmlisches
Paradies]
Pass III
613,42.
– verbale Wendungen:
ein lachen tuon
Parz
123,20.
152,29;
Walth
27,36;
jmdm. lachen bieten
Parz
199,9.
304,16;
KLD:Kzl
15: 2,9;
jmdm. vergât daz lachen
LivlChr
2875
1.2
in christl.-kirchl. Kontext mit negativer Wertung:
er [Jesus Christus] was so
deumutechlich hie, / daz man in sach gelachen nie: / so sere daht er an den tot
StrKD
144,96.
98,129;
do Ihesus hette zechen jar, / das er da fúr
gelachete nie / und kaine kinthait me begie, / so das man haisset kinde spil
WernhMl
4341;
herre lîp [personf.] , ier sont niemmer mê fro
werden, ier sont niemmerme gelachen PrSchw
2,135;
din lachen solt du ordnen, wann es ist zuͦ
lutbrecht und zuͦ torlich und stet unfroͤwlich
Seuse
482,4.
– subst.:
vil lachen oder vz geschvͦtit lachen sar [l.
sal
] er nit minne [
risum
multum aut excussum non amare
]
BrHoh
4
1.3
statt der Person steht als Subj. die hervorgehobene Gesichtspartie (der Mund,
das Auge):
diu trügevreude ist ein niht, / diu sô mit listen
geschiht, / sô der munt lachet / und daz herze krachet / von leide und von
sorgen Iw
4415;
sô lieblîch lachet in liebe ir süezer rôter munt Walth
27,25.
110,19;
mich wundert harte, / daz ir alse zarte / kan lachen der
munt MF:Mor
26: 1,3;
kiuschlîch smielen lachen / kan ir kleinvelrôter munt
KLD: UvL
47: 7,1;
wie wol mich des geluste, / sô sich ze lachen gæb dîn munt, / daz ich in
in der lieben stunt / sô lachelîchen mir ze fröiden kuste KLD:
WvB
2:3,8;
gutlich lachet in [den
Sanguinikern] der munt Physiogn
49;
durch sînen mortlîchen sin / lachten im di ougen StrKarl
(S)
3325;
ir ougen habent einen sit, / daz sî ir munde lachent mit
UvLFrd
520,2.
520,8;
ir augen begunden lachen Rennew
17873.
– adj. Part. Präs.:
mit lachendem munde NibB
709,1.
1646,1;
Iw
2964;
Parz
362,15.
546,11;
UvZLanz
6126;
Athis
Ae 29;
mit lachenten ougen Rol
2855;
Wig
881.
– subst.:
ir munt kan niht gebâren / mit lachen
Parz
135,17;
ir munt wart selten lachens lût ebd.
486,4;
ich sach einen rôten munt lieplîch lachen gein mir
senden KLD: GvN
34: 2,2;
sît daz mir ir munt ein lachen bôt SM:
KvL
21: 2,11;
beidiu siufzen und lachen / kunde ir munt vil wol
gemachen Parz
114,1;
SM:WvK
1: 2,1;
SM:KvL
16: 2,10;
blündez lachen roter munde Frl
8:17,15
1.4
übertr., von Herz, Gemüt, Seele: ‘sich freuen’
ir rede ist niht alsô gevar, / daz edele herze iht lache
dar Tr
4682;
sî kan machen / trûrig herze lachen, / grôzze sorge
swachen SM:KvT
5: 3,6;
dem muoz zehant / sîn herze in vreuden lachen LobGesMar
58,8;
Jôsaphâte wart gegeben / ein alsô vreuderîchez leben, /
daz dem edeln herren guot / lachte sin, herz unde muot RvEBarl
10986.
– Part. Präs.:
mit lachendem muote NibB
1166,4;
Er
9367;
Greg
2815.
2946.
3787;
Kudr
475,1;
der leie sol oppfern mit grosser liebi und mit einer
lachenden sele got in sin milten hant Mechth
4: 10,5
2
‘über etw./jmdn. lachen’; mit Gen. d. S.:
do ne was iz ire niet leit. / sie lachetes sere
Eilh
St,7251;
der rede si lachten über al Parz
90,7;
des wirt noch gelachet / inneclîche Walth
40,4;
des man anderswa mag lachen ReinFu
K,1772;
daz ich sîner schimpfe müeste lachen MF:Reinm
55: 4,11;
der worde lachde do Bremunt KarlGalie
2960.
– mit Gen. d. P., spottend:
du [Ham, vgl. Gn 9,20-
27
]
min [Noah] hast gelahchet / unde dinen spot
gemahchet VMos
14,17;
Cham, / der [...] sin mit spotte lacht
KvHelmsd
1503;
in ruoche, wer mîn dar umbe lachet Walth
185,8.
65,18.
– mit über:
nu lachet über min flehen Tannh
11,25
3
‘jmdm. zulächeln, jmdn. anlächeln, jmdm. freundlich gesonnen sein’
– mit Dat.d.P.:
swem sî von herzen lachet, / des sorge ist tôt MF:
Wolfr
8: 5,4;
MF:Mor
11a: 2,1;
ir minneclîcher rôter munt. / wil mir der von herzen
lachen, dâ von wirde ich sender siecher wol gesunt KLD: GvN
5: 5,3.
38: 3,7;
rôter munt, sô lache mir durch dîne güete / lachelîche,
rœselehte ebd.
4: 3,8;
swenne ich sî an sihe, sô lachet ir daz herze mîn
MF:Mor
24: 1,7;
in kan den liuten niht gelachen, / sin lache mir, sô lache ich in
KLD: WvMezze
6:1,5f.;
swenne si mit spiegelliehten ougen / in geblicket tougen /
herzeclichen an, / unde ûz rôtem munde / lachet im von grunde
KvWLd
31,113;
dem argen under ougen daz gelücke suoze lachet, / durch
daz im geswachet / werd aller sîner wunnen teil ebd.
32,156;
die [Männer] den wîben hôchgemüete solde machen
/ unde in in [Präp.] diu lôsen ougen solden lachen, /
die haben sich bewollen mit sô vremden sachen Neidh
SL 28:5,2;
daz dir vrô Sælde lache / und al dîn heil bewache KvWSilv
2567;
du stolzer ritter, schaffe, / daz ritterschaft dir lache, / nicht nim an
dich ein ander leben Frl
7:22,16.
– mit Gen.d.P., unsicher, ob hierher:
das ir [
der engel und
heiligen
] got selber lachet, / in allen froͤde
machet WernhMl
1429.
– mit gegen:
sin lât mich niender lachen / gen werdekeit: / sô nime ich
einen swachen KLD: BvH
7: 5,5;
swâ rôter munt gein liebe lieplîch lachet KLD:
GvN
23: 4,10;
zehant begund mit êren / diu frou gegen im lachen
EnikWchr
18599
4
übertr., von Blumen, Blüten, Sonnenlicht usw.: ‘lachen, strahlen,
leuchten’
sô die bluomen ûz deme grase dringent, / same si lachen gegen der spilden
sunnen Walth
45,38;
maniger hande blüemelîn / lachent ûz des meien touwe / gên der
liehten sunnen schîn SM:JvW
1: 2,2;
allez daz dâ blüende was, / daz lachet allez gegen in
Tr
17389;
die bluomen lachent gegen dem meijen, / der manigem herzen
frœde gît SM:Had
23: 1,7;
ûz dem swarzen dorne lachet / wîziu bluot vil manecvalt
KvWLd
3,9;
der liebe sumer machet, / daz dur den klê nu lachet / manig
bluome wolgetân SM:Tr
5: 1,7;
swâ des liehten meien bluot / durch diu spilnden ougen /
tougen lachet in den muot, / dâ geilent wîp / minnegernder manne lîp
KvWLd
22,25;
von göttlich inspirierten Worten:
die selben gotes gâbe / des wâren Êlicônes, / des oberesten
trônes, / von dem diu wort enspringent, / diu durch daz ôre clingent / und in daz
herze lachent, / die rede durchliuhtec machent / als eine erwelte gimme
Tr
4901.
–
ze disen drîn [durch die drei kleine
Fenster] / dâ lachet in der süeze schîn, / diu sælige
gleste, / êre, aller liehte beste / und erliuhtet die fossiure / werltlîcher
âventiure Tr
17066;
der spilende schin [der Anblick der Frau für
den Mann] machet, / der in sin herze lachet / durch ir suzen
anplick StrKD
3,I 410;
ir mundes rôter schîn / der wold in mîn herze lieplîch
lachen KLD: GvN
4: 2,7.
– Part. Präs.:
diu süeze boumbluot sach den man / sô rehte suoze lachend
an, / daz sich daz herze und al der muot / wider an die lachende bluot / mit
spilenden ougen machete / und ir allez widerlachete Tr
572;
diu lust, diu den [
dem
Tr (M)
] man / alle stunde und alle zît / lachende under ougen lît ebd.
19360
MWB 3,2 808,43; Bearbeiter: Tao
lachen
stN.
vereinzelt lacken.
1
‘Tuch, Decke, Laken’
2
‘Obergewand, Mantel’
1
‘Tuch, Decke, Laken’
ein bette stunt da bevangen / mit wizen lachen vil breit
GrRud
#g+a#g-b 4;
daz lachen was doch rîch genuoc / daz Jûpiter ze decke truoc / und diu gotinne
Jûnô, / dô si in ir rîche hô / im brûtstuole sâzen Er
7658;
daz ist ein sîdîn lachen : / dar ûz hiez er im machen /
wâpenroc und kursît Parz
14,23;
si zugete [= ziugete
] manic lachen
Elis
2345;
al lachen ungeschrôten zu vrowen cleidern, und golt und silber ungeworcht, daz
en hôret den vrowen nicht SSp (W)
1:24,3;
versniteniu lachen ze kleidern SchwSp (W)
26,19;
ez wart vil manic lacken [:
bracken
] / von gezelten uf gespant
WhvÖst
6500;
weitere Belege s. Brüggen, Kleidung, S. 231.
2
‘Obergewand, Mantel’
dîe mûr hûotela nâmon mír mîn láchan
[
pallium Ct 5,7]
Will
84,3;
bî deme lachene si in [Josef] vie,
vile skiere er iz verlie. / [...] alsô er ire intran unt ir
lie daz lachen [
relicto in manu illius pallio Gn
39,12]
Gen
1901;
daz lachen wurfen si in ubere ebd.
749;
jouch in des wînberes bluot sîn lachin er dunchôt ebd.
2768
(Gn 49,11);
dannoch het er [der hl. Martin] ein
lachen an ime; daz sneit er enzwei unde gab ez halbez Spec
116,5.
– bildl.:
duo diu gotheit an sih nam die menniskheit, / duo was der
lîchnâme sîn wât scône: / unter daz lachan giruohte er sîne gotheit dekchen
Gen
2790.
2798
MWB 3,2 812,51; Bearbeiter: Tao
lâchen
swV.
‘etw. mit Grenzzeichen versehen, abgrenzen’
usque ad fontem [...] L., sicut more silvarum
consignatum est, quod vulgo gelachiet nuncupatur DRW
8,239
(Dobenecker, Reg.; a. 1165);
als der selbe walt bi unsern vader [...] und ouch bi
uns gedeylet unde gelochit wart und ist UrkDOHess
2:427,5
(a. 1333);
umme alle ansprache, krige, zweyuͦnge, sceyduͦnge und
lochuͦnge dez waldez zu Meynhartshusen [...], daz
wir dy gruͦntliche gesazet, geriͤchtet, gesceyden und gelochet han uf
unse besceydenheyt noch [= nâch
]
kuͦntscaft guder lude ebd.
2:436,34
(a. 1334)
MWB 3,2 813,14; Bearbeiter: Tao |