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ABCDEF s.VGHIJKL
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l – lâchen
      l stN.
      Adj.,
      F., Pl. lan.
      stF.
      labe stF.
      label stM.
      labelôs Adj.
      laben swV.
      labesal stN.
      labôre stF.
      labunge stF.
      lac Adj.
      lac stM.
      lac stMN.
      lac stN.
      lache F.
      lache swstF.
      lâche swstF.
      lachebære Adj.
      lache- stM.
      lacheclîchen Adv.
      lache- Adj.
      lachen swV.
      lachen stN.
      lâchen swV.
lâchen – laden
laden – Lahrein
lahs – lampartisch
lampe – lanclëbic
lanclîbe – lancwat
lancwiric – lant|âht|acker
lantâhte – lantgemeine
lantgenôʒ – lantleite
lantliut – lantreister
lantrihtære – lantsidel
lantsidel – lanttwingære
lanturliuge – lantwîn
lantwîp – larrûn
larventier – lasterkleit
lasterkôsen – lasterwunde
lastkarre – Latrisëte
latrôn – læʒic (?)
læʒlich – lëbendic
lëbendigen – lebezelte
lëbezuht – 3lecken
lëcken – lëder|gerwe
lëderhosære – lëdic|sagunge
lëdic|vrî – lëgerhort
lëgerhuobe – lêhengëlt
lêhenguot – lêhensrëhten
lêhensteidinc – leidebërnde
1leiden – leienphrüende
leienrëht – leissup
leist – leiterboum
leiteren – leitstap
leitstërne – lemmelîn
lemnisse – lenderieren
lenderl – lenke
lenken – lêrchenmunt
lêre – lërnkint
lërnknabe – lësemeister
lësen – lettener
letter – levîte
lëwe – lëwinne
leyô – lîch
lîch – lîchphenninc
lîchreste – 1liden
2liden – lîdunge
lie – liegære
liegærinne – liehticheit
liehtkerze – liehtvaʒ
liehtvlüʒʒic – liepsuochende
liep|swinderinne – lîhenisse
lîhkouf – lîhtsüeʒe
lîhtunge – 2lîm (?)
limbel – lindelîche
1linden – lînhose
linie – lînsoc
linster – lîpgedinge
lîpgedingede – lippenlappen
lippe|swër – listen
lîsten – 2lit
lit- – litze
litze – liut-
liutærinne – liutsælde
liutsælic – löbelach
lobelich – loc
loch – lodewërc
lœdingære – lônærinne
lônbære – lônen

   l - lâchen    


l stN. der Buchstabe l: nu scrif an onmaessen snel / das bedudet ons ein l. / ein l ich dir gloesen kan / das mit lutselkeit ein man / sal komen in der wibe gonst MinneR 481 676; a bezachinet gvvalt. oder lip [...] l ere Buchst 4; eyn f, eyn l Marner (W) Ml 2:4,15

MWB 3,2 799,49; Bearbeiter: Plate

Adj., flekt. lâw-, auch lew-, lab-. ‘lau’ 1 eigentl.
2 übertr., nach Apc 3,16 ( quia tepidus es et nec frigidus nec calidus, incipiam te evomere ex ore meo )
   1 eigentl.: des morgens sô diu sunne / ûf gât, der brunne ist lâ / und beginnet kalten sâ RvEAlex 10541; alle samtztag sol man den siechen ir fvͤze waschen mit laem wazzer SpitEich 40,23; swer nie warmes enbeiz, / den dunket dicke lâwez heiz LvRegSyon 2986; nû was der wintir alsô lâ NvJer 10291; daz kraut ist warm und trucken, sam etleich sprechent. aber Galiênus spricht, daz ez ain lâb fäuhten hab, und Avicenna spricht, daz sein fäuht kalt sei. die zwai bestênt wol mit enander, wan lâb haizt wol kalt gegen warm BdN 395,10; der tunst ist drijrhande. he ist entweder la ader warm ader heiz SalArz 25,26; setze den sichen in ein labez bat ebd. 67,19; mit labem wazzer ebd. 76,26; Barth 136,32. Albrant 1,3    2 übertr., nach Apc 3,16 (quia tepidus es et nec frigidus nec calidus, incipiam te evomere ex ore meo): du enbist wider kalt noch heiz [...] wen du la bist zwischen zwein, / so begin ich dich [...] / uze mineme munde spin HeslApk 6441; daz sint die lawen lút, die dem hailgen gaist nit helfent zu volfuͤrenn mit gebette und mit guͦtem lebenne PrGeorg 323,9; Tauler 297,20; die dritte partie von súndern die sind kalt slaffige lewe menschen ebd. 136,1; einen lewen dúrren kalten doten menschen ebd. 420,22. wa wart ie sel so kalt und so lawe, die dinú suͤzen lebenden minnendú wort horti Seuse 227,9. 233,18; daz ist laͮwes leben nach eime hitzigen anvang ebd. 435,12; trêge und laz und lêwe zuo gottes dienste SprMyst (Pf) 234b,38

MWB 3,2 799,55; Bearbeiter: Plate

F., Pl. lan. ‘kleines Gebäude’ (sonst nicht bezeugt, vgl. ausführl. das Glossar): Gisela emit domum que dicitur la UrkKölnSchr 1:299 (a. 1159–  1175); hallam que dictur la ebd. 1:299; aquisierunt 5 domunculas, que vulgo dicuntur lan ebd. 1:299; comparaverunt sibi terciam partem cubiculi positi inter lain ebd. 1:305 (a. 1185–1225)

MWB 3,2 801,20; Bearbeiter: Plate

stF. ‘Lache, Sumpf, Sumpfwiese’ si vunden guote beize dâ: / beide bach unde lâ / lâgen antvogele vol Er 2037; ûf sîn pferit er gesaz, / als er wolt beizen rîten, / dâ er ze den zîten / in einer lâ antvogel weste ligen Bîspel (Pf) 14,35; lat die tiost in pvzzes sla [La. la ] TürlArabel *A 27,24

MWB 3,2 801,27; Bearbeiter: Plate

labe stF. 1 ‘(kräftigende, belebende) Nahrung’ für Mensch und Tier
1.1 vom Wasser
1.2 von Speise, Futter
1.3 allgemeiner
2 ‘Fürsorge’ für Kranke
3 ‘Nährstoff’
   1 ‘(kräftigende, belebende) Nahrung’ für Mensch und Tier:    1.1 vom Wasser: ain wasser pracht er im ze labe HvNstAp 10073; der stein in / von einer ruten slage / gab in [...] in der wuste wazzers vil. / der juden her in dem zil / [...] hatten des libes lab Daniel 5192; und die wazzer worden alle / mit dem dritten teil ein galle / glich als ein wermote [...] des starb der lute vil dar abe, / wen sie sint bitter an der labe [ et multi hominum mortui sunt de aquis, quia amarae facti sunt Apc 8,11] HeslApk 13408    1.2 von Speise, Futter: ist daz dar kumt iemen / in bruoderlicher minne / der ein brôt dar bringe, [...] sô nemen wir ez für ein labe LBarl 6802; wart ir lustecliches id, / des enaz si selber nid, / irme munde zoch si iz abe: / si hielt iz ummer me zu labe / den siechen Elis 6970; in was der spîse labe / vil gar itzunt gegangin abe NvJer 12333. 21419; sô muoz der lîp in dem grabe / von maden und von würmen, / die umbe in strîtent nâch ir labe, / verduldem al die wîle ir stürmen LvRegFr 2386 ; [allegorisch:] sin edele spise er mir entwant: / der azz ich furbaz nymmer mer, / ez were dann daz ein abe rer [Speiserest, -abfall] / ich yendert funde mir zu lap, / so er den vogeln zu eßen gap Minneb 5241. – übertr.: herre, gip uns unsir tegilich brot [...] vernement wol, waz daz diute: [...] diu suoze gotes lere, / diu ist [...] labe der sele Vateruns 146    1.3 allgemeiner: [Füße und Hände zum Bauch:] du muost arbeiten als wir / oder wir wöllen vürbaz dir / weder trinken noch ezzen geben: [...] alsus zugen si im abe / sîn pfrüende und ouch sîn labe / sô lange biz er wart gar lêre Renner 9768; ane got unde ane der werlde küele, ir werme unde ouch ir labe / kein mensche leben niht gemac FvSonnenburg 2,6; ob er hie [zu Lebzeiten, in dieser Welt] durch die richen habe / hat gar die werlt verirret, / so wirt im dort ein sure labe / da ez der sele wirret ebd. 59,9; ein andir bezzir lebin [...], / daz dâ hât aldir âne stab, / wernde sterke âne lab NvJer 20722. – übertr.: [das Hohelied] ist ein vuore der hungergin. iz ist ein labe der sieken. iz ist ein spunne der sûgente kinde TrudHL 6,9    2 ‘Fürsorge’ für Kranke: waz dirre werltliche schin / von golde unde ouch von siden / zu hochfart mac geliden, / daz brach di selege alles abe / ir siechen ummer me zu labe Elis 7284    3 ‘Nährstoff’ di naturliche melancolia [...] der sudet di nature ein teil zu der milce daz iz uon den besten sin labe neme. so get daz milce danne der selbin melancolie dem magen da uon sin girde gestircket wirt SalArz 4,27

MWB 3,2 801,33; Bearbeiter: Plate

label stM. auch labil, aus lat. labellum. ‘(Wasch-)Becken, Wanne, Kessel, Schüssel, Schale; Kochgefäß’, vgl. AWB 5,565 s.v. labal, mit mhd. Glossenbelegen (u.a. SummHeinr , GlHerr [=HD]).

MWB 3,2 802,20; Bearbeiter: Plate

labelôs Adj. ‘ohne fürsorgliche Unterstützung’ (vgl. laben swV. unter 3): get von mir, ir vervluchten, / die mich hie nie beruchten / mit cleidern, spise, trenken, / herbergen, noch bedenken / wolden in dem kerkere / min not in grozer swere! / labelos ich von uch schiet Daniel 3291

MWB 3,2 802,24; Bearbeiter: Plate

laben swV. 1 ‘sich / jmdn. (auch Tiere) laben, stärken, beleben’
1.1 mit Trinken; Wasser
1.2 mit Speise, Brot
1.3 mit beidem
2 ‘kräftigen’
3 ‘Fürsorge für Arme und Kranke üben’
4 ‘mit Flüssigkeit benetzen, feucht machen’
5 seelisch, geistlich ‘laben’
6 (sexuell) ‘befriedigen’
   1 ‘sich / jmdn. (auch Tiere) laben, stärken, beleben’    1.1 mit Trinken; Wasser: dâ spranch ein scôner brunne. / daz chint si gelabite [ deditque puero bibere Gn 21,19] , von deme tôde ernerte Gen 913; daz wazzer scuͦf [schöpfte] er selbe, / unser uehe was er labende [ potumque dedit ovibus Ex 2.1] Exod 376; dâ wâren brunnen verholne, / [...] dâ sî sich mit labeten JJud 827; dâr quâmen si zeinem wâge, / dâ gescah in gnâde, / wande si sih gelabeten / von dem durste, den si habeten SAlex 2625; mit deme wazzere sie sich labeten Roth 353; Sampson alda des brunnin trang / biz das der ellenthafte man / al sine krefte widir gwan / und er vil wol gelabit wart RvEWchr 20914; wan daz wir uns hân gelabet / mit wazzer und uns hân ernert / mit krûten HvFreibTr 3500; do truͦgen si ein wazzer dar, / da mit man in labte, / daz er sich baz gehabte Jüdel 261. – besonders bei Ohnmacht: und gie hin dâ diu vrowe lac. / der was geswunden [...] mit brunnen er si labete UvZLanz 4564. 2138; zehant wart er ân sin, / wan er en unmehten viel [...] und lac gar unversunnen. / der kneht lief zuo einem brunnen [...] mit wazzer labt er in zehant EnikWchr 11691. 5149; lîp und herze ir wâren / ersteinet von der unmacht. / nu wart ein wazzer balde brâcht; / Kurvenal der labte sie HvFreibTr 6531; Appolonius in stach / das er nit hört noch gesach. / er viel auff den grunen kle. / [...] man must in mit wasser laben HvNstAp 12371; jemyrlich quam sy von synnen, / daz man sy muste laben EvBerl 515; AlexiusB 420. – Milch, Wein: [ein kleines Kind] noch gât an den stüelen und heltet sich nâhe bî den wenden, labet sich noch mit milche Eckh 5: 112,2; wil dû edeln, guoten wîn? / dâ solt dû dich mit laben schôn EnikWchr 4277    1.2 mit Speise, Brot: stant ûf, vater mîn [Isaak] , dû scolt inbîzzen! / dû gelabe dich mînes [Esaus] jagides [ surge sede et comede de venatione mea Gn 27,19] Gen 1181; der wirt in mit im ezzen hiez: / der gast sich dâ gelabte Parz 165,27; des wart diu kranke diet gelabt. / [...] ir was vor hunger maneger tôt / ê daz in dar kœme’z brôt ebd. 190,26; Wh 326,29; bitz si gelavet würden bit dem brode MarlbRh 65,11; er hæte nihts gegert mê / wan daz er brôtes hæt gehabt / sô vil, daz er sich hæt gelabt / alsam ein kuchengarzûn LvRegFr 924; daz ich mich lab an der spîs EnikWchr 4347; als da man labet siechen / mit meselicher [für sie bekömmlicher] spize HeslApk 2044; manch vrechir helt vormezzin / wurzlen mûste grabin / und mit cruite labin / sîn lebbin vor des hungirs nôt NvJer 24445; daz gelobete unser herre, daz er sîniu schâf laben wölte ûf dem berge an einem grüenen grase Eckh 3:247,4    1.3 mit beidem: unde solt mich uile wol gelaben / mit prote unde mit wine VMos 22,27; breng mich dar, da du mich spises, / da du mich drenks ind min gewises, / da du mich laves ind mich kleides, / da du mich in din hus leides MarlbRh 50,23; mich hungert [...] mich dürstet nû [...] ich hab nû niht, daz ich mich lab EnikWchr 1207; die ros sich dô [in der Herberge] labeten / und die lûte al dar zû / biz des morgenes vrû Eilh (L) 5520. – übertr.: dâ man den tôt mit solde laben / und dâ mit manger wart erslagen, / des was vil ûf die wer getragen: / guot geschoz, steine vil Wig 10743    2 ‘kräftigen’ man darf mich harte wênic laben / nâch maneger quatschiure, / die ich [...] in dem puneize solte hân genomen Wh 390,22; als lang als ich disen lif muͦz haven, / des krancheit dine stuͥr wilt laven MarlbRh 50,18; weyl ir den stain habet: / fur [gegen] allen süchtum er ew labet HvNstAp 13632; rôsenwazzer hât die art, daz ez kreftigt und zesamen zeucht und labet wider die hitz BdN 345,28; er [ein Baumharz] hât die art, daz er die hitz sänftigt, und labt und macht fäuht und rainigt daz gesiht ebd. 366,27. – mediz., von der Gallenflüssigkeit im Blut ‘nähren’ daz ander teil der melancolien daz da dunner ist vluzet mit dem blute dur di adern. daz iz labe vnde sterke di lit di sin bedurfen SalArz 4,31    3 ‘Fürsorge für Arme und Kranke üben’ der rîche sol den armen laben, / den siechen der gesunde SpdtL 78,2; vnd an dem selben abent sol maister Reinolt [...] den siechen alle jar lx d(enarios) geben, daz si besvnderlich des tages da von getroͤst vnd gelabet werden, beidiv frawen vnd man UrkCorp (WMU) 3397,27; das wir den armen herbvͤrgen, den siechen laben Konr 18,40; er kan die siechen laben / mit miltegebender hant SM: Pf 1: 1,8; du solt die siechen laben / und solt doch selbe nit haben Mechth 1: 35,10; da von gerne dy armen lab / mit dem und dier verlichen hat / der reiche got HvBurg 2154; die bechlibent [schmachten] werdent da milticliche gelabet, / die hungerigen, die durstigen werdent da gehabet / in dineme hus stæticliche ze vollere wirtscefte Himmelr 8,13; der [l. die ] armen laben [ pauperes recreare ] BrEb 4    4 ‘mit Flüssigkeit benetzen, feucht machen’ rôswazzer sol man balde haben, / dâ mit sol man mîn houbet laben; / daz ziucht ûz bœse hitze Boner 48,96; unde sende Lazarum daz her necze synen vyngir in dem wazzere uf daz myne czunge gelabit werde [ ut refrigeret linguam meam Lc 16,24] EvBerl 104,7; diu zung in dînem munde / beleip niht ungemaches frî, / die juden, die dir [Jesus am Kreuz] stuonden bî, / die labten si mit gallen Ottok 6630. – übertr.: sît diu erde / mit mîner kinde bluote / [...] alsô wol ist gelabet, / die ir mir erslagen habet StrDan 7109; die werlt hâte er erlûhtet, / reht als ein rein erfûhtet / die durrecheit der erden: / alsus was von dem werden / rômisch rîche wol gelabet EbvErf 723    5 seelisch, geistlich ‘laben’ do [...] di gotes degene / [...] di sele gelabeten / mit dem heiligen brote / unt mit dem uronen bluͦte Rol 3436; StrKarl (S) 4102; daz si an der sel mit dem hiligen gotes wort gelabet werden PrOberalt 67,37; wat vröuden mocht din herze laven MarlbRh 47,6; mit gotes wort die sêle laben LvRegFr 4169; dû hâst einen bœsen muot; / er wil niht des behaben / daz die sêle solte laben SpdtL 107,20; sie wêre gestorben an der stet, / wan daz der trôst sie labete HvFreibTr 6541; du liezze erwenden ee den wein / ee du hetest das hercz mein / getrostet oder gelabet damit HvBurg 4409; dâ wir uns sundensieche laben / mit weinen Ottok 49828    6 (sexuell) ‘befriedigen’ so muz si einen miden, / untz si den andern gelabet / und ir willen wol mit im gehabet StrKD 68,111; ir man, ir habt einen siten / daz einer zehen tar gebiten / umb der sußen mynnen laben Minneb 3533

MWB 3,2 802,30; Bearbeiter: Plate

labesal stN. ‘was zur Stärkung dient’ si sante ir [der Wöchnerin] manic labesal, / ir gabe si erfrouwete Elis 8276

MWB 3,2 804,33; Bearbeiter: Tao

labôre stF. ‘Arbeit’ wer in der labore wie die ist [ in labore quovis ] oder in der kuchin oder in dem keler oder an seinem dienst [...] ihtesit missetüt BrAlt 46. 48; sô er die bluomen solte lesen, / sô muost’ er zuo kapitel wesen / unt zuo labore dikke gên: / des muoste er die bluomen lâzen stên RosenkrMar 85. – ‘Paarung, Begattung’ wan daz tyr zu labore get Hiob 14781

MWB 3,2 804,36; Bearbeiter: Tao

labunge stF. 1 ‘Benetzung, Besprengung mit Wasser’
2 ‘Erfrischung, Erholung, Stärkung’
2.1 allg.
2.2 was zur Erfrischung dient
2.3 Ort der Erfrischung, Speiseraum
2.4 in geistl. Sinne
   1 ‘Benetzung, Besprengung mit Wasser’ unmehtic sie belac, / doch wart mit labunge sie brâht wol ze sinne Loheng 3870. 7093. 7292.    2 ‘Erfrischung, Erholung, Stärkung’    2.1 allg.: uf daz wazzer der labunge er [Gott] wente mich [interl. zu: super aquam refectionis educavit me ] PsM 22,2; PsWindb 22,2; des [der Nahrung] nimet danne der mage an sich tzu siner labunge SalArz 1,43. 3,53; vnde schol [die Äbtissin] des selben tages den vrowen gemeineclichen in den conuent zv recreatione vnde zv labvnge ein phvnt haller geben, swar vmme si wellent UrkCorp (WMU) 1733,6; die labunge der spisen [ cibi ... refectionem ] sal sie [die bußfällige Ordensschwester] alleine nemen BrEb 25; al den tag ist die arbeit und kume alse eine stunde ist die labunge Tauler 30,28; das si [ die siechenmeisterinne des geistlichen Klosters] unverdrossen den siechen si bereit, mit helfe und mit reinekeit, mit labunge und mit vroͤlicheit Mechth 7: 36,43; uber uns get nu gotes slac, / wand wir uns niht wolden erbarmen / mit labunge uber die armen Brandan 262    2.2 was zur Erfrischung dient: ouwê ich armer, [...] daz ich mînes guotes niht enhân / doch alse vil behalten / daz ich mir armen alten / doch koufte ein labunge! Schlegel 343; sine lavunge dat was galle, / dit was vol unsuze WernhvN 300    2.3 Ort der Erfrischung, Speiseraum: wô ist mîn labunge [ ubi est refectio mea ] , wô sal ich di paschen ezzin mit mînen jungern? EvBeh Mc 14,14    2.4 in geistl. Sinne: die manichvalden richte [Speisen] bezeichent die manigerhande labunge der heiligen scrift, da die sele mit gelabet ist PrLpz (L) 41,19; die suze milch [...] der heiligen labunge HeslApk 15713; wenne got [...] in [den Menschen] gesterket mit der labunge der suͤssikeit Tauler 161,10. – auf Gott bezogen: du bist, herre, min labunge Mechth 5: 20,4

MWB 3,2 804,44; Bearbeiter: Tao

lac Adj. zu mnd. lak ‘schlaff’ und mnl. lac ‘lau, fade, geistlos’ (Kluge, S. 552 s.v. lack Adj.). – ‘faul, schlapp’ och siht man disen traken [Teufel] / die grosen, fulen, laken / [...], / hohfertigen und die raissen [= ræzen ] , / [...] mit maniger hand púschen / [...] slan us den ringen [l. ringe ‘Kampfplatz’?] und da gesigen, / verslinden und ze tot bern / die niht sich selben wellint wern SHort 5042. – zweifelhaft, ob hierher: wilt du ir [ der minne ] sin erbuͦlgen / und mit lobe sin so lach [: gerach; oder l. slach (vgl. Anm.z.St.) ?] MinneR 480 141

MWB 3,2 805,18; Bearbeiter: Tao

lac stM. zu afrz. lac (Tobler/  Lommatzsch 5,32f.). – ‘See’ Lancelot, der in den lac wart getragen Lanc 34,5; da die jungfrauw Lanceloten dru jare hett gehalten in dem lack, da ensah yn nymant ebd. 34,6; er reit all tag umb den lack ebd. 34,21 (= Lanc (WZ) 326. 328. 353 )

MWB 3,2 805,30; Bearbeiter: Tao

lac stMN. zu mnd. lak ‘Fehler, Mangel, Gebrechen’ (Schiller/  Lübben 2, 613); s.a. → lac Adj. ‘Ohnmacht’ als hey do van dem lack / weder zo eme selver quam, / op richt hey sich KarlGalie 5194 (vgl. Anm.z.St.)

MWB 3,2 805,36; Bearbeiter: Tao

lac stN. Ansatz und Bedeutung unsicher. ‘Grenzzeichen’ (? vgl. WMU 2,1066): so vahet er [ der têil dez waldez ] an ze der dritte [!] site bi dem lake bi Mulnheim, daz den selben têil vnd Waltherz têil minz bruͤderz scheͥdet, vnd zvͤhet dîe lengi biz nahe gegen dez Swarzen huͤse ze Langenhurst UrkCorp (WMU) 1790,14

MWB 3,2 805,41; Bearbeiter: Tao

lache F. s.a. 2lachen . ‘Tuch, Decke, Wandteppich’ dar zuo wart im ouch gesant / jn Vermendoys von Gant / vil manig lache von gran, / diu in vivres varwe bran Krone 507; im sand ouch ze stivre / ein lache, diu was [La. lachen das was ] tivr, / div chünigin Lenomye ebd. 521; div lache den sal vmb gie / vnd in mit staten bevie ebd. 536.

MWB 3,2 805,48; Bearbeiter: Tao

lache swstF. auch lacke. kleineres Gewässer, ‘Lache, Pfütze, Tümpel’, vereinzelt ‘Zisterne, Grube’ 1 eigentl.
2 bildl.
   1 eigentl.: der haiden werc [Rüstungen] uil spahe / pelac in der lachen / mit bluͦte betochen Rol 4649; nu gesach er eine lachen sweben / smal unde mâzlîche grôz, / in die von einem velse vlôz / ein küelez cleinez brunnelîn. / dâ viel er alse gewâfent în / und sancte sich unz an den grunt: / er lie hie vor niwan den munt. / dâ lag er den tac und die naht Tr 9078; dû hâst ouch in den stunden / die wâre [l. wâren (waren)?] ê gebunden, / von dînes blûdes sachen / gelôset ûz der lachen, / dâ nit wazzer inne gênt [aus der wasserleeren Grube(, die als Kerker dient), vgl. tu quoque in sanguine testamenti tui emisisti vinctos tuos de lacu, in quo non est aqua Za 9,11] Erlös 1538; diu gemain rœr, diu in den lachen wechst und in mosigen steten BdN 395,1; die dritten sint ûfersneken, die an dem ûfer und an dem gestat ligent in der faulen erden und in den pfüeln oder in den lachen, dâ faulz ertreich ist ebd. 258,32; si [ die krote ] hôrt singen / ander ir hûsgenôz / in einer lachen grôz EnikWchr 23288. 20817. 20887; Satan, [...] nim in bî dem nake / unt solg [beschmutze] in in der lacken PassSpW 238; da von der vreuden bloze irre wart und reit di tiefen lacken, / stocke, ronen, dorne, schroven, steine JTit 1290,2; das sy [Götzenbilder] in den lakhen ligent, / ob dy kristen ob gesigent Hawich 1925; UvTürhTr 404; TürlArabel *A 63,20; Renner 57; Boner 81,25; in die/  eine lachen vallen: EnikWchr 20859; PrGeorg 7,5; in die lachen komen: Renner 87; er [der Wein] weiset in [den Betrunkenen] durich die lakche, / wie wol er gesech und wache HvBurg 259. – Sprichw.?: ich tuͦn als der wise tuͦt / und der den esel da tribet: / so er in den lachen blibet, / er nimt in die hant den zagel Rennew 22376. – mit Adj.-Attr. trüebe, vûl, unsûber: si [Schweine] wâren ie vür daz golt / der vil trüeben lachen holt; / dâ bewellent si sich inne Wig 80; ein tummes swin, / daz vür den grünen anger nimt / die trüben lachen und daz hor Frl 13:13,6; ein brunne klar / uz vulen lachen dringet ebd. 5:23,9; der ist ein tore, der sich muͦtwilleklich in ein unsuber lachen wirfet, dar umb daz er dur na dest schoͤner werde. Seuse 161,31    2 bildl.: mîner vrouwen êre / [...] lît in einer lachen, / daz si niemen âne got / reine kan gemachen Neidh WL 28:5,5; lieber geselle, werist du von gotes verhengde in die truͤben lachen geworfen als ich, [...] ich weri zuͦ dir hin in gesprungen und heti dir frúntlich her us gehulfen Seuse 124,4; owe jamer, nu gnuͤget dir nit, daz ich tief in der lachen vor dir lige, du wellest och dur zuͦ uf mich treten! ebd. 124,6; opfer reht hút din zitlich ere dem milten got, wirf hin alle menschlich schame, und spring zuͦ ir [der in Sünde gefallenen leiblichen Schwester] in die tiefen lachen und hab si uf! ebd. 71,3. – mit Gen.d.S.: [infolge des Sündenfalls] / wuohs maniger sünden lache Renner 130; in sünden lachen vallen: ebd. 3308. 11484. 12174; wie ich dú menschen uss der tiefen lachen ire súntlichen lebens an die schoͤni bringe Seuse 385,25; aber du, gemintú, wol uf mit dinem muͦte usser dem horwe und der tiefen lachun liplicher wollust! ebd. 237,3; ir posen spottere [...] : / ewr spot vellet ew nach [= noch ] / zu Satan in der helle lach HvNstAp 19224

MWB 3,2 805,55; Bearbeiter: Tao

lâche, lâchene swstF. , lâchen stN. auch lacke, lake. 1 ‘(in einen Baum, Stein eingehauenes) Grenzzeichen, markierte Grenze’
2 ‘Vertiefung’
   1 ‘(in einen Baum, Stein eingehauenes) Grenzzeichen, markierte Grenze’ vnd svn die zwͤlfe mit einander svern vffen den heiligon ein gestabotten eit, daz sv nah sinnen vnd wizzen nach zeichenne vnd nah lachenne vndergangen beider teil gvͤt UrkCorp (WMU) 254,20; alse dú lachen nu gemachet und gesezzet sint, dú uf dem selben riethe stant. und swas der rietes ennunt den lachenen gegen Wasenwiller ist, das súllen die von Wasenwiller [...] haben [...] und swas des rietes disunt den lachenen wider Merdingen ist, das súllen die von Walthershouen und die von Merdingen [...] haben UrkFreiburg 3:359,26.27.30 (a. 1318); das erste lachen ist von dem steine, der da lit an dem Engiberge ebd. 3:374,10 (a. 1319); vnd sint dis die lachen: des ersten anzehebent an der linden uff Schoͮnbuͤl vnd von der linden uͤber in die marchstein [...] UrkAargau 2,3:151,30 (bald nach 1324); item in disen vorgenanten lachen vnd zilen so ist twing vnd ban des goczhus ebd. 2,3:152,22; daz guͦt, das zwuͥschent den laken und den zilen, die hie nach gescriben stant, lit, [...] ist der herran von Tennibach und soͤnt das nieszen [...] und sint dis die selben lachen und zil UrbTennenb 414. 415; niderthalp dieser vorgenannten lacken ebd. 416; daz si die warheit moͤhtin verhoͤren und enpfinden [...] und oͮch sahen an der von Tennibach laken und steinen ebd. 418; das du̍ messe [Maße] vnd die laͮchen [...] stete soͤnt beliben im berge vnd an dem tag UrkFreiburgGr 13,334 (a. 1343); weitere Belege DRW 8,237f.    2 ‘Vertiefung’ mit dem fuoze sî [die Königin der Riesen] dô stiez / der mûr ein grôze lâhe / nider mit sneller gâhe / und wolte zuo in in die stat Reinfr 25337

MWB 3,2 806,58; Bearbeiter: Tao

lachebære Adj. ‘zum Lachen geeignet’ got hât ze gebene / vreud und angest swem er wil: / er mac mir lachebæriu zil / wol stôzen nâch dem weinen, / wil mich sîn güete meinen Wh 259,28. – ‘den Eindruck des Lachens, Lächelns vermittelnd’ uber al di pfiler obene ergaben und ergozzen / vil engel [...], als sie von himel weren dar geschozzen / in vrouden vluge und also lachebære, / daz noch ein Waleis tumbe gesworen het, daz er bi lachen wære JTit 344,3

MWB 3,2 807,29; Bearbeiter: Tao

lache-, lâchebühel stM. Ansatz unsicher. zu lache : ‘Anhöhe an/  mit einem kleinem Gewässer’ oder zu lâche : ‘Anhöhe mit einer Grenzmarkierung’ jtem ein halb morgen uffeme lache bule; jtem ein morgen uffe tife lache UrkCorp (WMU) N172,25

MWB 3,2 807,39; Bearbeiter: Tao

lacheclîchen Adv. ‘lächelnd’ si [Herodias] lecheclichen began / mit im [Herodes] zarter, suezzer worten, / die von im alles truren storten SHort 2642

MWB 3,2 807,45; Bearbeiter: Tao

lache-, lachenlich Adj. , lachelîche(n), lachenlîchen Adv. auch lech(e), lechen-, lächen-. 1 ‘lachend, lächelnd’ , meist als Ausdruck des Wohlwollens, der Freude
1.1 Adj.
1.2 Adv.
2 ‘Anlass zu freudigem Lachen gebend’
3 ‘des Lachens fähig’ (vgl. TPMA 8,189)
   1 ‘lachend, lächelnd’, meist als Ausdruck des Wohlwollens, der Freude    1.1 Adj.: dîn lachelîchez grüezen / mac mir wol gesüezen / sûre nôt MF:Wolfr 8: 2,8; dâ von manic rôter munt / mit senften worten süeze / lechelîche grüeze / im muose schenken und geben Reinfr 12172; als daz [der Säugling] mit sinem hobte und bewegte sines liblis gen der zartenden muͦter enbor vert und sins herzen froͤde mit den lechlichen geberden erzoͤget Seuse 15,13; sîn vil lechelîcher munt / gap ir snelleclîch antwurt Reinfr 13686; nu sich ufwert mit spilnden ogen, mit lechlichem antlút, mit ufspringendem herzen, [...] und sag im dank und lob, dem edeln fúrsten aller creaturen Seuse 173,6; sus gienc ez under in entwer / mit lachenlîchem muote Bit 12467; Schampiflor 217; ich gesach von rôtem munde nie sô lachelîchez lachen / als diu minneclîche lachet / swâ si liebe lachen wil KLD: GvN 3: 4,2; eines reinen wibes wunniclich munt, / swem der tut kunt / ein lechelichez suchen, kusse vunt Frl 8:15,10. – selten als Ausdruck des Spottes: mit lächenlichem munde / sprach er in spotte wider in KvWPart 13728. – als negativ bewertete Gebärde: daz diu Marîa gewon was selten ze lachenne [Überschr.] [...] daz si niemer ald seltsaenlich / erlachete, [...] / noch pflac keiner ungezogenheit / mit keiner lachelîcher tât, / diu verlâzenlîche stât WvRh 1515    1.2 Adv.: sô möhte ich ûz hôhem muote singen, / hulfen sî mir lachelîchen der vil werden lop ze werde bringen SM:UvS 22: 1,6; ez kan sendiu leit vertrîben, swâ ein man sîn liep siht tougen / und mit minneclîchem grüezen / in [ man ] daz [ liep ] lachelîch siht an KLD: GvN 3: 2,8; lache, daz mir sorge swinde, / lachelîch, ein rôter munt ebd. 3: 2,10. 4: 3,9. 23: 3,3; gar lachelîchen stênt ir spilnden ougen, / ah, wie gar ze kusse stêt ir wol gerœter munt! SM:KvL 2: 2,3; daz ich in [den Mund der Dame] in der lieben stunt / sô lachelîchen mir ze fröiden kuste KLD: WvB 2:3,10; ~ sprechen: Brun 510; Rädlein 296; Staufenb 324; HeinzelRitt 85; MinneR 480 145; sie bot sich zuͦ im minneklich und gruͦzte in vil lechelich Seuse 14,22; MarHimmelf 1724; UvEtzAlex 23703. 21051; UvEtzWh 1668. 4665; JMeissn A1:7,11; nû tuo mir lachelîche [wie es dem freundlichen Lächeln entspricht] oder lache aber anderswâ Walth 30,16. – bildl., von Blumen: die bluͦmen uz dem tawe / læchlichen smierten WhvÖst 3127    2 ‘Anlass zu freudigem Lachen gebend’ was daz nicht lechelichen genug, / daz ein meit ein kint trug / und gebar daz ane we [...] ? Brun 4317    3 ‘des Lachens fähig’ (vgl. TPMA 8,189): nicht, alse ein meister sprichit: daz ist den menschin eigin daz he lechlich ist for allin tirin Parad 91,5; der mensche ist ein redelich tir, des eigin ist daz he lechlich ist ebd. 133,35

MWB 3,2 807,49; Bearbeiter: Tao

lachen swV. 1 ‘lachen, lächeln’
1.1 allg.
1.1.1 ohne weiteren Zusatz
1.1.2 mit Adv.-Bestimmung
1.1.2.1 ohne Präp., mit Adv. oder adv. Ausdruck
1.1.2.2 mit Präp.
1.1.3 mit Akk. zum Ausdruck der spezifischen Art des Lachens.
1.1.4 Part. Präs.
1.1.5 subst.
1.2 in christl.-kirchl. Kontext mit negativer Wertung
1.3 statt der Person steht als Subj. die hervorgehobene Gesichtspartie (der Mund, das Auge)
1.4 übertr., von Herz, Gemüt, Seele: ‘sich freuen’
2 ‘über etw./jmdn. lachen’ ; mit Gen. d. S.
3 ‘jmdm. zulächeln, jmdn. anlächeln, jmdm. freundlich gesonnen sein’
4 übertr., von Blumen, Blüten, Sonnenlicht usw.: ‘lachen, strahlen, leuchten’
   1 ‘lachen, lächeln’    1.1 allg.    1.1.1 ohne weiteren Zusatz: si lachten unde waren uro Rol 1756; schimpfen unde lachen Tr 8239; diu lachet, swanne ich trûric bin MF:Hartm 9:3,7; diu [Kinder] wâren gelîche / so rehte wünneclîche / gerâten an dem lîbe / daz einem herten wîbe / ze lachenne wære geschehen, / ob si si müese an sehen Greg 207; dô lachete hêr Ênêas / und markte daz ez sîn spot was En 11583; lachen unde spotten Tr 13171; Eckh 5: 60,21. – Antonym. weinen, trûren: du weines vnde laches Litan 69; er lachte und weinde tougen Parz 752,23; Wig 5193; Mechth 4: 27,111; selik sit ir di nv weinen, wan ir wert lachent [ ridebitis Lc 6,21] EvAug 141,8. 141,14; dat alle creaturen [...] al samen bit uns truren, / so diͤ jüden lachen! MarlbRh 30,6. – Synon. smielen, smutzen, lôsen: sie smielte unde lachte LvRegSyon 4001; Ottok 37629; der herzog und die hern / [...] hieten vil gern / verbizzen lachen unde smutzen ebd. 42061; lachen unde lôsen, / rûnen und liepkôsen / sach man si dicke ebd. 68553    1.1.2 mit Adv.-Bestimmung    1.1.2.1 ohne Präp., mit Adv. oder adv. Ausdruck: güetlîche swelch wîp güetlich lachen kan / schôn mit zühten KLD: UvL 51: 3,1; sô si [Helena] begunde lachen / güetlîche z’etelicher stunt, / sô glizzen dâ zen unde munt / an der vil hôchgemuoten, / als ob dâ liljen bluoten / und liehte rôsen ûz erwelt KvWTroj 19976; ahî, wie kristenlîche nû der bâbest lachet Walth 34,4; minneclîche KLD: UvW 14:4,1; suoze Rol 1917; KLD:GvN 45: 2,4; vrœlîche Parz 800,28; KLD:GvN 29: 5,5; zarte SM:Had 30: 2,10; zartelich Mechth 7: 1,105; swel mensche daz crut isset, daz lachit sinez vndankez vnz es dot lit Lucid 38,1; si lachet als ein kindelîn SM:Wi 9: 4,3. – mit Negation: diu [Cunneware] enlachte decheinen wîs, / sine sæhe in die [l. der ] den hôhsten prîs / hete Parz 151,13; ich dinge daz ir niht lachet, / als ir nû vreischet wiez in [den kampfunwilligen Franzosen] ergêt / aldâ si Rennewart bestêt Wh 321,28; vil geweinen, wenc gelachen / muͤzen hie die getriwen Rennew 25678; sich huͦb ein lang werndes clagen / guͦten wiben und reinen, / selten lachen, vil geweinen ebd. 22794. – sprichwörtl.: der vert lachte, den lât hiure weinen Kudr 1377,4    1.1.2.2 mit Präp.: durch: [sie] lachet nu durch einen man / der niht mit ritters fuore kan Parz 152,11. in: si kunnen in diu herzen lieplîch lachen; / ir lôslîch ougenblic tuot fröiderîche KLD: GvN 48: 2,2; mich mag ouch machen ir süezzez mündel rôt / in herzen lachen. wil si, ouch ich bin an fröiden tôt SM: HvS 1: 24,4; do wart do in de hende [heimlich hinter der vorgehaltenen Hand] / van vrauwen sere gelacht KarlGalie 13736; diu sêle mac persône gebern, sô got lachet in sî und si wider lachet in in [...] und das lachen birt lust [...] Eckh (Pf) 79,19. mit: lachen kan mîn tugentrîchiu frouwe / mit ir spilnden ougen sô KLD: UvL 43: 4,1. ûz: lachen sî began ûz rôtem munde tougen MF: Mor 22: 4,6. von: in deme herzen ist unser leben, von der lungene wir den âtem nemen, / von der lebere daz gesûne, von deme milze lachen wir sliume, / von der gallen den zorn Gen 162 (vgl. Eßer, Komm.z.  St.); do lachetin sie beide / von [vor] vroweden vnde leide Roth 2483; Walth 75,21; dô lachten von der geschiht / alle di ez gesâhen UvZLanz 2924; von rehtem herzen [aus ganzem Herzen] lachen Tr 950. vor: der herzoge von Meran [...] lachede uor lieue Roth 3357; NibB 1716,4; daz ich vor vil gedenken niht / gesingen noch gelachen mac MF:Reinm 3: 2,3. ze: ze wiu lachet dîn wîb Sara [ quare risit Sarra Gn 18,13] ? Gen 888. – mit Präp.-Adv.: Reinhart lachete dar in [blickte lächelnd in den Brunnen (zu seinem Spiegelbild, von dem er glaubte, es wäre seine Geliebte)] ReinFu K,845; Gunther unt Hagene dar umb lachen began NibB 521,4; wie diu wîp dar umbe lachen Wh 299,24; der lachet herûz und grinet hinin SM: Gl 2: 4,12    1.1.3 mit Akk. zum Ausdruck der spezifischen Art des Lachens. – mit innerem Obj.: diu vil guote zweier hande lachen / lachet [...]. / einez sî mit rôsenvarwem munde / kan [...]. / lachen kan mîn tugentrîchiu frouwe / mit ir spilnden ougen sô, / swanne ich mich dar inne rehte schouwe, / daz ich bin von herzen frô KLD: UvL 43: 2,1. rôsen ~ : ‘durch den freundlich lächelnden Blick Rosen aufblühen machen’ wa sach man rosen lachen? HvNstAp 182 (vgl. das sach der rosenlachender man, / der lachett, das es voll rosen was / perg und tal, laub und gras ebd. 193; ferner Birkhan, HvNstAp., S. 324, Anm. 12 mit Verweis auf den Deutungsversuch bei Grimm, Dt. Myth. 2,921f.). einen rôsen ~ ‘so freundlich lächeln, dass in dem Gesicht eine Rose aufblüht’ (vgl. Chr. Dartmann, Das lachen der vrouwe, Münster 2011, S. 165ff.; s. a. → rôsenlachende Part.-Adj.): swanne ich den rôsen schowe, / der blüet ûz einem mündel rôt / sam die rôsen ûz des meien towe. / [...] sâ zehant ir rôter munt / einen tûsentstunt so schœnen [ rôsen ] lachet SM:KvT 1: 5,8    1.1.4 Part. Präs.: – Adj.: mit lachenden siten Greg 3390; dû [Tristan] wærest zwâre baz genant / juvente bêle et la riant, / diu schœne jugent, diu lachende Tr 3141; sanguinei. die artent nach dem wazzir, unde sint gebinde, minnende, frolich, lachende MNat 1,28. – halbpräd.: lachende sprach ein Troiân En 11567; die urowen [...] gingin lachende danen Roth 2938; daz gêt sô lachende niht zuo Ottok 63164    1.1.5 subst.: ir minneclîchez lachen MF:Wolfr 8: 6,8; KLD:GvN 16: 5,4; SM:Had 53: 7,1; rôsenrôt ist ir daz lachen, / der vil lieben frowen mîn SM:Tr 3: 3,1; schimpflîch lachen Loheng 4866; ein smuzlich lachen Frl 3:24,4; spotlichez lachen Ottok 63133; sumerlîchez lachen KLD: TSchreiber 6:1,3; ir vil süezez lachen KLD: UvL 49: 4,3. SM:UvS 17: 2,1; Mechth 2: 4,57; sît mir mîn selbes missetât / mîner vrouwen hulde, / [...] verlôs, / und weinen vür daz lachen kôs Iw 4010; diu kurzte in die stunde. / ouch mohte sî ein lachen / vil lîhte an in gemachen ebd. 6459; Scherulesn [Akk.] lachen ruorte [er musste lachen] Parz 363,20; friundes lachen sol sîn âne missetât Walth 30,14; wie kunde sin gelachen / so mengen frúnt gewinnen RvEWh 2698; etleich läut, die wænent, daz sich des menschen lachen mêre nâch des milzen grœzen und sich minder nâch des milzen klainen BdN 31,8; von dem lachen ebd. 47,12; sunder lachen Parz 131,6. 137,20; SM:KvL 21: 2,6; in des himels lachen [Umschreibung für himmlisches Paradies] Pass III 613,42. – verbale Wendungen: ein lachen tuon Parz 123,20. 152,29; Walth 27,36; jmdm. lachen bieten Parz 199,9. 304,16; KLD:Kzl 15: 2,9; jmdm. vergât daz lachen LivlChr 2875    1.2 in christl.-kirchl. Kontext mit negativer Wertung: er [Jesus Christus] was so deumutechlich hie, / daz man in sach gelachen nie: / so sere daht er an den tot StrKD 144,96. 98,129; do Ihesus hette zechen jar, / das er da fúr gelachete nie / und kaine kinthait me begie, / so das man haisset kinde spil WernhMl 4341; herre lîp [personf.] , ier sont niemmer mê fro werden, ier sont niemmerme gelachen PrSchw 2,135; din lachen solt du ordnen, wann es ist zuͦ lutbrecht und zuͦ torlich und stet unfroͤwlich Seuse 482,4. – subst.: vil lachen oder vz geschvͦtit lachen sar [l. sal ] er nit minne [ risum multum aut excussum non amare ] BrHoh 4    1.3 statt der Person steht als Subj. die hervorgehobene Gesichtspartie (der Mund, das Auge): diu trügevreude ist ein niht, / diu sô mit listen geschiht, / sô der munt lachet / und daz herze krachet / von leide und von sorgen Iw 4415; sô lieblîch lachet in liebe ir süezer rôter munt Walth 27,25. 110,19; mich wundert harte, / daz ir alse zarte / kan lachen der munt MF:Mor 26: 1,3; kiuschlîch smielen lachen / kan ir kleinvelrôter munt KLD: UvL 47: 7,1; wie wol mich des geluste, / sô sich ze lachen gæb dîn munt, / daz ich in in der lieben stunt / sô lachelîchen mir ze fröiden kuste KLD: WvB 2:3,8; gutlich lachet in [den Sanguinikern] der munt Physiogn 49; durch sînen mortlîchen sin / lachten im di ougen StrKarl (S) 3325; ir ougen habent einen sit, / daz sî ir munde lachent mit UvLFrd 520,2. 520,8; ir augen begunden lachen Rennew 17873. – adj. Part. Präs.: mit lachendem munde NibB 709,1. 1646,1; Iw 2964; Parz 362,15. 546,11; UvZLanz 6126; Athis Ae 29; mit lachenten ougen Rol 2855; Wig 881. – subst.: ir munt kan niht gebâren / mit lachen Parz 135,17; ir munt wart selten lachens lût ebd. 486,4; ich sach einen rôten munt lieplîch lachen gein mir senden KLD: GvN 34: 2,2; sît daz mir ir munt ein lachen bôt SM: KvL 21: 2,11; beidiu siufzen und lachen / kunde ir munt vil wol gemachen Parz 114,1; SM:WvK 1: 2,1; SM:KvL 16: 2,10; blündez lachen roter munde Frl 8:17,15    1.4 übertr., von Herz, Gemüt, Seele: ‘sich freuen’ ir rede ist niht alsô gevar, / daz edele herze iht lache dar Tr 4682; sî kan machen / trûrig herze lachen, / grôzze sorge swachen SM:KvT 5: 3,6; dem muoz zehant / sîn herze in vreuden lachen LobGesMar 58,8; Jôsaphâte wart gegeben / ein alsô vreuderîchez leben, / daz dem edeln herren guot / lachte sin, herz unde muot RvEBarl 10986. – Part. Präs.: mit lachendem muote NibB 1166,4; Er 9367; Greg 2815. 2946. 3787; Kudr 475,1; der leie sol oppfern mit grosser liebi und mit einer lachenden sele got in sin milten hant Mechth 4: 10,5    2 ‘über etw./jmdn. lachen’; mit Gen. d. S.: do ne was iz ire niet leit. / sie lachetes sere Eilh St,7251; der rede si lachten über al Parz 90,7; des wirt noch gelachet / inneclîche Walth 40,4; des man anderswa mag lachen ReinFu K,1772; daz ich sîner schimpfe müeste lachen MF:Reinm 55: 4,11; der worde lachde do Bremunt KarlGalie 2960. – mit Gen. d. P., spottend: du [Ham, vgl. Gn 9,20-  27 ] min [Noah] hast gelahchet / unde dinen spot gemahchet VMos 14,17; Cham, / der [...] sin mit spotte lacht KvHelmsd 1503; in ruoche, wer mîn dar umbe lachet Walth 185,8. 65,18. – mit über: nu lachet über min flehen Tannh 11,25    3 ‘jmdm. zulächeln, jmdn. anlächeln, jmdm. freundlich gesonnen sein’ – mit Dat.d.P.: swem sî von herzen lachet, / des sorge ist tôt MF: Wolfr 8: 5,4; MF:Mor 11a: 2,1; ir minneclîcher rôter munt. / wil mir der von herzen lachen, dâ von wirde ich sender siecher wol gesunt KLD: GvN 5: 5,3. 38: 3,7; rôter munt, sô lache mir durch dîne güete / lachelîche, rœselehte ebd. 4: 3,8; swenne ich sî an sihe, sô lachet ir daz herze mîn MF:Mor 24: 1,7; in kan den liuten niht gelachen, / sin lache mir, sô lache ich in KLD: WvMezze 6:1,5f.; swenne si mit spiegelliehten ougen / in geblicket tougen / herzeclichen an, / unde ûz rôtem munde / lachet im von grunde KvWLd 31,113; dem argen under ougen daz gelücke suoze lachet, / durch daz im geswachet / werd aller sîner wunnen teil ebd. 32,156; die [Männer] den wîben hôchgemüete solde machen / unde in in [Präp.] diu lôsen ougen solden lachen, / die haben sich bewollen mit sô vremden sachen Neidh SL 28:5,2; daz dir vrô Sælde lache / und al dîn heil bewache KvWSilv 2567; du stolzer ritter, schaffe, / daz ritterschaft dir lache, / nicht nim an dich ein ander leben Frl 7:22,16. – mit Gen.d.P., unsicher, ob hierher: das ir [ der engel und heiligen ] got selber lachet, / in allen froͤde machet WernhMl 1429. – mit gegen: sin lât mich niender lachen / gen werdekeit: / sô nime ich einen swachen KLD: BvH 7: 5,5; swâ rôter munt gein liebe lieplîch lachet KLD: GvN 23: 4,10; zehant begund mit êren / diu frou gegen im lachen EnikWchr 18599    4 übertr., von Blumen, Blüten, Sonnenlicht usw.: ‘lachen, strahlen, leuchten’ sô die bluomen ûz deme grase dringent, / same si lachen gegen der spilden sunnen Walth 45,38; maniger hande blüemelîn / lachent ûz des meien touwe / gên der liehten sunnen schîn SM:JvW 1: 2,2; allez daz dâ blüende was, / daz lachet allez gegen in Tr 17389; die bluomen lachent gegen dem meijen, / der manigem herzen frœde gît SM:Had 23: 1,7; ûz dem swarzen dorne lachet / wîziu bluot vil manecvalt KvWLd 3,9; der liebe sumer machet, / daz dur den klê nu lachet / manig bluome wolgetân SM:Tr 5: 1,7; swâ des liehten meien bluot / durch diu spilnden ougen / tougen lachet in den muot, / dâ geilent wîp / minnegernder manne lîp KvWLd 22,25; von göttlich inspirierten Worten: die selben gotes gâbe / des wâren Êlicônes, / des oberesten trônes, / von dem diu wort enspringent, / diu durch daz ôre clingent / und in daz herze lachent, / die rede durchliuhtec machent / als eine erwelte gimme Tr 4901. ze disen drîn [durch die drei kleine Fenster] / dâ lachet in der süeze schîn, / diu sælige gleste, / êre, aller liehte beste / und erliuhtet die fossiure / werltlîcher âventiure Tr 17066; der spilende schin [der Anblick der Frau für den Mann] machet, / der in sin herze lachet / durch ir suzen anplick StrKD 3,I 410; ir mundes rôter schîn / der wold in mîn herze lieplîch lachen KLD: GvN 4: 2,7. – Part. Präs.: diu süeze boumbluot sach den man / sô rehte suoze lachend an, / daz sich daz herze und al der muot / wider an die lachende bluot / mit spilenden ougen machete / und ir allez widerlachete Tr 572; diu lust, diu den [ dem Tr (M) ] man / alle stunde und alle zît / lachende under ougen lît ebd. 19360

MWB 3,2 808,43; Bearbeiter: Tao

lachen stN. vereinzelt lacken. 1 ‘Tuch, Decke, Laken’
2 ‘Obergewand, Mantel’
   1 ‘Tuch, Decke, Laken’ ein bette stunt da bevangen / mit wizen lachen vil breit GrRud #g+a#g-b 4; daz lachen was doch rîch genuoc / daz Jûpiter ze decke truoc / und diu gotinne Jûnô, / dô si in ir rîche hô / im brûtstuole sâzen Er 7658; daz ist ein sîdîn lachen : / dar ûz hiez er im machen / wâpenroc und kursît Parz 14,23; si zugete [= ziugete ] manic lachen Elis 2345; al lachen ungeschrôten zu vrowen cleidern, und golt und silber ungeworcht, daz en hôret den vrowen nicht SSp (W) 1:24,3; versniteniu lachen ze kleidern SchwSp (W) 26,19; ez wart vil manic lacken [: bracken ] / von gezelten uf gespant WhvÖst 6500; weitere Belege s. Brüggen, Kleidung, S. 231.    2 ‘Obergewand, Mantel’ dîe mûr hûotela nâmon mír mîn láchan [ pallium Ct 5,7] Will 84,3; bî deme lachene si in [Josef] vie, vile skiere er iz verlie. / [...] alsô er ire intran unt ir lie daz lachen [ relicto in manu illius pallio Gn 39,12] Gen 1901; daz lachen wurfen si in ubere ebd. 749; jouch in des wînberes bluot sîn lachin er dunchôt ebd. 2768 (Gn 49,11); dannoch het er [der hl. Martin] ein lachen an ime; daz sneit er enzwei unde gab ez halbez Spec 116,5. – bildl.: duo diu gotheit an sih nam die menniskheit, / duo was der lîchnâme sîn wât scône: / unter daz lachan giruohte er sîne gotheit dekchen Gen 2790. 2798

MWB 3,2 812,51; Bearbeiter: Tao

lâchen swV. ‘etw. mit Grenzzeichen versehen, abgrenzen’ usque ad fontem [...] L., sicut more silvarum consignatum est, quod vulgo gelachiet nuncupatur DRW 8,239 (Dobenecker, Reg.; a. 1165); als der selbe walt bi unsern vader [...] und ouch bi uns gedeylet unde gelochit wart und ist UrkDOHess 2:427,5 (a. 1333); umme alle ansprache, krige, zweyuͦnge, sceyduͦnge und lochuͦnge dez waldez zu Meynhartshusen [...], daz wir dy gruͦntliche gesazet, geriͤchtet, gesceyden und gelochet han uf unse besceydenheyt noch [= nâch ] kuͦntscaft guder lude ebd. 2:436,34 (a. 1334)

MWB 3,2 813,14; Bearbeiter: Tao