l – lâchen lâchen – laden laden – Lahrein lahs – lampartisch lampe – lanclëbic lanclîbe – lancwat lancwiric – lant|âht|acker lantâhte – lantgemeine lantgenôʒ – lantleite lantliut – lantreister lantrihtære – lantsidel lantsidel – lanttwingære lanturliuge – lantwîn lantwîp – larrûn larventier – lasterkleit lasterkôsen – lasterwunde lastkarre – Latrisëte latrôn – læʒic (?) læʒlich – lëbendic lëbendigen – lebezelte lëbezuht – 3lecken lëcken – lëder|gerwe lëderhosære – lëdic|sagunge lëdic|vrî – lëgerhort lëgerhuobe – lêhengëlt lêhenguot – lêhensrëhten lêhensteidinc – leidebërnde 1leiden – leienphrüende leienrëht – leissup leist – leiterboum leiteren – leitstap leitstërne – lemmelîn lemnisse – lenderieren lenderl – lenke lenderl Interj. lendestecke swM. lende|swër swM. lendewurz stF. lëndic Adj. lendiclîchen Adv. lendil stN. lëne stF. lêne stF. lënen swV. lenge Adj. lenge stF. lengede stF. lengeleht Adj., Adv. lengen swV. lengeneren swV. lengeren swV. lengerunge stF. lengevegære stM. lengunge stF. lenimunt (?) stM. lenke Adj. lenke stF. lenke stswF. lenke swF. lenken – lêrchenmunt lêre – lërnkint lërnknabe – lësemeister lësen – lettener letter – levîte lëwe – lëwinne leyô – lîch lîch – lîchphenninc lîchreste – 1liden 2liden – lîdunge lie – liegære liegærinne – liehticheit liehtkerze – liehtvaʒ liehtvlüʒʒic – liepsuochende liep|swinderinne – lîhenisse lîhkouf – lîhtsüeʒe lîhtunge – 2lîm (?) limbel – lindelîche 1linden – lînhose linie – lînsoc linster – lîpgedinge lîpgedingede – lippenlappen lippe|swër – listen lîsten – 2lit lit- – litze litze – liut- liutærinne – liutsælde liutsælic – löbelach lobelich – loc loch – lodewërc lœdingære – lônærinne lônbære – lônen
|
lenderl, lenderlîn
Interj.
→
tender
MWB 3,3 1057,61;
lendestecke
swM.
hierher (vgl.
an der lent RbRupr
160
) oder lantstecke (so Mhd. Gr. (KSW) 3 § S 377)?
‘Landepfahl’, Pfahl zum Festbinden von Schiffen oder Flößen (s.a.
2lende
):
wær aver daz ieman ze geværd ein lentstechen aus zug und liezz dem flôsman
seinen flôs auf daz wazzer oder der den dunsel
[Landepfahl] abslueg, dâ si angelent sind
RbRupr
160
MWB 3,3 1057,62; Bearbeiterin: Wemhöner
lende|swër
swM.
hier lendswer.
‘Nierenschmerz, Nierenerkrankung’
wider leberswern, lendswern, wider den wetagen des haupts und den swern
BWB (Sch)
2,645
MWB 3,3 1058,6; Bearbeiterin: Wemhöner
lendewurz
stF.
‘Grindampfer’ (Rumex obtusifolius, vgl. Marzell 3,1511):
ercantilla: lendewrz Gl
3:488,10
MWB 3,3 1058,10; Bearbeiterin: Wemhöner
lëndic, lëntic
Adj.
→
lëbendic
MWB 3,3 1058,13;
lendiclîchen
Adv.
‘an Land’? (vgl.
landegelîch
):
ich kan vürwâr iu niht gesagen, / wer an iegelîchem vurte würd erslagen, / ân
daz sie lendiclîchen muosten zollen Loheng
2903
MWB 3,3 1058,14; Bearbeiterin: Wemhöner
lendil
stN.
→
lendelîn
MWB 3,3 1058,18;
lëne
stF.
‘Geländer, Brüstung; Lehne, Stütze’ (vgl.
line
; s.a. AWB 5,1005 mit weiteren Glossenbelegen aus mhd.
Zeit):
der grad [Treppe] was on lene und
was ser schmal Lanc
572,28;
reclinatorium: lineberga, lena SummHeinr
2:443,114.
2:134,16;
podium: lena VocOpt
5.105;
lignis ad lenen, vectura, tectura, gehenge, klincken, dele et schalen
StRechAachen
188,8;
die lene der stuͤle Mechth
3: 1,87.
– übertr.:
Crispinen schar die pflagen / me kreft denne gene, / da von
ir sinne lene / naigt sich ze strit WhvÖst
16000
MWB 3,3 1058,19; Bearbeiterin: Wemhöner
lêne
stF.
→
lêhene
MWB 3,3 1058,30;
lënen
swV.
auch linen.
s.a.
leinen
.
1
‘sich (auf etw.) (ab-)stützen’
2
‘(an etw.) lehnen’
1
‘sich (auf etw.) (ab-)stützen’
er mac gerîten noch gegên, / der künec, noch geligen noch
gestên: / er lent, âne sitzen, / mit siufzebæren witzen Parz
491,3.
251,16;
er linte uͦber sine kruchen Rol
1252;
StrKarl (S)
1827;
dô lenete der meister hêre / vor ime ûf sîner krucken Tund
116;
AvaLJ
118,2.
– bildl.:
vürt ir den kriec mit iu zu grabe, / so lent ir zu eime kranken stabe
Frl
5:109G,18;
refl.:
gelucke, wa bistu so lange, / [...] / ich lene
mich of dinen trost Meissner
16:9,7
2
‘(an etw.) lehnen’
eine kefsen [Reliquienbehälter]
Parzivâl dâ vant: / ein gemâlet sper derbî dâ lent Parz
268,29.
246,30;
sie lenten zv der wende Herb
1586;
refl.:
die múde es [das Pferd] vil kaume lie / gesteen vf
den beynen. / wa es sich mohte gelenen / ader gestúren mit icht, / daran saumet es
sich niht Krone
19889;
subst.:
der muͤde zarte rugge hate an dem ruhen krúz ein hertes
lenen Seuse
210,26.
317,14.
– übergehend zu ‘liegen’ (vgl. AWB 5,1013f.):
ein gebalsemt ritter tôt / lent ir
[Sigune] zwischenn armen Parz
249,17;
Johannes evangelista, / der uber die gotes bruste / vile
suze linete unz er inslif HimmlJer
37;
die [zwei das tiefe Tal begrenzenden] berge vil
hôch sint. / ein angestlîch stec dar ûf lint [übers. lat. se
extenderat
] / und gêt über daz selbe tal
Tund
644
MWB 3,3 1058,31; Bearbeiterin: Wemhöner
lenge
Adj.
‘lang’ (vgl.
lanc
)
1 räuml. 2 zeitl.
1
räuml.:
lengiu swert, ze mâzze breit, / sleht, ze beiden eggen ganz
SM:Go
1: 2,4
2
zeitl.:
der winter was lenge SM:Go
2a: 1,2;
mach uns di wile kurz, diu ist so lenge! JTit
2145,3;
daz mir dort [in der Hölle] ze leide
solde werden, / daz irlite ich ungerne, / daz wurde lihte ze lenge
SüklV
358;
si bâten daz er [Isaak] dâ wâre
zehen tage fristmâle. / daz dûhte in ze lenge Gen
1016;
Wh
324,14.
– von gesprochener und geschriebener Sprache:
diu rede würde gar ze lenge LvRegFr
4936;
die [Hörer] dunke ouch niht ze lenge / des
mæres anegenge Flore (P)
357;
Aneg
2237
MWB 3,3 1058,57; Bearbeiterin: Wemhöner
lenge
stF.
auch swF. (
Ottok
26832;
BdN
43,23.
102,3.
102,4;
KvMSph
19,17.
25,7
); auch lange (
UvZLanz (K)
7552
).
‘Länge’
1 räuml. 1.1 allg. 1.2 vom Körper und seinen Teilen (s.a.
kürze
2 ) 1.3 zur Bezeichnung einer bestimmten räumlichen Ausdehnung (mit Präp. ane,
in, ûf und Maßangabe) 1.4
in die/ nach der ~
‘der Länge nach, längs’
1.5 in adv. Wendungen 1.5.1
die/ mîn ~
1.5.2
die ~
in Verbindung mit die breite
‘weit und breit’
1.5.3
die verre und die ~
‘aus allen Richtungen’ ? 1.6 zur Bezeichnung des aufrecht stehenden Kreuzbalkens 1.7
‘Entfernung’
1.8
‘Linie, Gerade’
2 zeitl. ‘Dauer, Länge (eines Zeitraums)’
2.1 allg. 2.2 überwiegend in der adv. Wendung die ~
‘auf Dauer, dauerhaft’
3 von gesprochenen und geschriebenen Texten (vgl.
lengen
3 )
1
räuml.
1.1
allg.:
nie wart geschriben uf zedele diu lenge siner lande ob und under, /
tagweide vierzic an der wit gemezzen JTit
6255,2;
dhein hort kund niht bezzer sîn / wan der selb tisch
was. / sîn leng ich geschriben las: / er was drîer ellen lanc
EnikWchr
26566;
[die Holzpfähle] sullen auch
[...] haben ir rehte lenge WüP
80,6;
Pass I/II (HSW)
4428;
des mantels lenge UvZLanz (K)
5940.
– in Verbindung mit anderen Maßbegriffen (z.B.
breite
stF.
,
hœhe
,
tiefe
stF.
):
div wîte des huses gestet in uiere mazzen: an der
breite, an der lenge, an der hohe, an der tieffe Spec
135,26;
von allin deme daz da lipheit anegevallin mac, alse
groize, lenge, licht und swer Parad
35,13;
daz puch saget uns ze dute / von der hohe unte von der
wite / unte von der lenge unte von der breite [des himmlischen
Jerusalem]
HimmlJer
51;
Mechth
7: 57,3;
Frl
1:17,28.
5:13,5.
– in der Beschreibung der unermesslichen Größe Gottes (vgl. Eph
3,18):
ir súllent sin gefundiert in der minne, das ir
múgent begriffen mit allen heiligen weles si die hoͤhi, die breiti und die
tieffi und lengi gotz Tauler
174,25.
238,33
u.ö.;
Spec
135,34
1.2
vom Körper und seinen Teilen (s.a.
kürze
2):
er [
Esealt
] was gewahsen alsô hôch,
/ daz er verre langer schein / danne türne dehein; / und was im doch dar zuo
gereit / ze der lange grôz behendicheit UvZLanz (K)
7552.
7574;
zv rechter lenge, zv fuge smal, / als ein maget wesen sal
Herb
609.
2921;
HvNstAp
10981;
Walth
26,33;
der ruck hât seinen anvanch an dem hals und strecket sein
leng unz an die mistporten BdN
24,9;
hat ez [das Kinn] denne der
lenge vil, / schelklichen sin ez teuten wil Physiogn
269.
– phras. vom Verstand, etwa i.S.v. ‘Frauenverstand reicht selten
weit’ (vgl. TPMA 3,373; Friedrich, PhrasWB, S. 267f.):
ez het wol gescheiden / Kriemhilt Hagenen von in drîn, / niwan daz
lützel wîbes sin / die lenge vür die spannen gât KlageB
1911
1.3
zur Bezeichnung einer bestimmten räumlichen Ausdehnung (mit Präp. ane,
in, ûf und Maßangabe):
einer guoten mîle / an der lenge het diu schar
Ottok
96002;
an den alten bvochen [...] da liset man das vnser
herre Ihesus Cristus was [...] an lengi mitteler maze
Lentulusbrief (W)
574;
BdN
284,34;
Parz
669,15;
drizec maze was ez [das
Stiftszelt] hoh / [...] uirzec maze in
lenge VMos
57,19;
ein húltczin krúz, daz waz in der lengi als eins mannes
spang [d.i. spanne
]
Seuse
41,6;
eynen iungen kirsboum den spalde in di lenge eyner spannen
Pelzb
126,35;
vnde [der Fischgrund] hatt hyn uff dy lenge
drittehalbe hundert vnde funfzehen meszegerten UrkCorp (WMU)
222AB,34,26
1.4
in die/ nach der ~
‘der Länge nach, längs’
so sal man yn [den jungen
Kirschbaum] spaldin in die lenge von obin nydir bis an dy
wurczeln Pelzb
127,2;
nym beyde stocke vnd spalde si in di lenge mittin enczwey
ebd.
131,6
u.ö.
–
ain ieglich
[Tierkreis-] zaichen hat dreizzig grad an der
lengen [
in longitudine
]
KvMSph
24,28;
[der Donner klingt] auch oft sam der ain leinein
tuoch nâch der leng rizze BdN
92,36;
spalt ez [die
Haselrute] nâch der leng ebd.
334,17.
244,30
u.ö.;
swer herr was in eim lande, /
[...] / was er dann kurz oder lanc gestalt, /
dâ wart daz bilde manicvalt / reht nâch im gegozzen, / nâch sîner leng
geflozzen EnikWchr
20964;
ein dunstlich bilde, / halp maget, halp man, geteilet nach der lenge
Frl
3:9,2
1.5
in adv. Wendungen
1.5.1
die/ mîn ~
:
–
‘der Länge nach’
sie viel mit der rîchen wât / ûf daz gras die
lenge HvFreibTr
4611;
als er [Erzengel
Gabriel] zu mir disse wort / gesprach, ich viel
getwenge / uf die erde min lenge. / idoch rurte er mich an / irhebende
Daniel
6122.
–
‘entlang’
eine wolgebante strâze / vert man vil baz die
lenge, / dan daz man die enge / durch rûhe dorne dringe
RvEBarl
5383
1.5.2
die ~
in Verbindung mit die breite
‘weit und breit’
die lenge und ouch die breite / treit iwer prîs die
krône Parz
654,12;
dû sælden anegenge, / diu gotheit in dîn herze dranc, / dar an uns
allen wol gelanc: / des hâstû danc / die breite und ouch die lenge
LobGesMar
31,14.
– mit Poss.-Pron., übertr. wohl i.S.v. ‘überall, in jeder
Hinsicht’
ir [der ungnädigen
Angebeteten] nit mich chopelt / in sorgen bant so
strenge, / daz myr myn breit, min lenge / freude ist alle worden kurtz
Minneb
4662
1.5.3
die verre und die ~
‘aus allen Richtungen’?:
ûwer ros ist sô getân, / swenne irz rûret mit den sporen, / ez loufet
allen den bevoren, / die û zû sprengen / die verre und ouch die lenge
En
8672
1.6
zur Bezeichnung des aufrecht stehenden Kreuzbalkens:
diu lenge des hiligen chruͤtzes da der leip unsers herren
aller an gestrechet was PrOberalt
5,6;
wir suͤln unsern leip gar chruͤtzen an diu lenge des
hiligen chruͤtzes ebd.
6,12.
4,33
u.ö.
– bezogen auf die Geste des Bekreuzigens (oder als adv. Wendung zu 1.5.1?):
Wolfram ein kriuze für sich reiz. / [...] /
er streich für sich die lenge und ouch die breite Wartb (H)
371:20,6
1.7
‘Entfernung’
daz schif mag als verre in daz mere treten, daz aines
menschen auge unden pei dem mastpaum daz zil an dem ufer oder an dem gestat niht
gesehen mag, und die augen oben in der hoͤhen des mastpaumes sehen daz selb zil
wol. und schoͤlt doch daz unter aug daz zil paz sehen danne daz ober, daruͤmb,
daz sein lenge kuͤrtzer ist zu dem zil, als uns offenbar ist
KvMSph
15,21.
29,15
1.8
‘Linie, Gerade’
du scholt auch wizzen, wie daz sei, daz ain iegleich kraiz
an dem himel gepruͤft werd als ain smaleu
leng [
linea
] , die kain praiten hat
KvMSph
24,22;
in dez [Kreises] mittel ist ain
puncte, davon alle lengen gefuͤrt an dem umbkraizze geleich lank sint ebd.
7,3.
7,4.
57,24.
– zur Verwendung als mathematisch-astronomischer Terminus bei Konrad von
Megenberg vgl. differenziert Deschler, Astron. Term. und KvMSph ,
Glr.
2
zeitl. ‘Dauer, Länge (eines Zeitraums)’
2.1
allg.:
die lengen des tages hat zwelf stund
KvMSph
52,29;
in dere tage lenge Himmelr
2,18;
di lenge der zit Parad
87,15;
mînen hêrren lebens lenge vlôch Parz
105,13;
JTit
506,4.
1588,1;
SM:Go
2: 1,2.
– formelhaft in Urkundentexten:
das man hoher herren gesezte [...] von des
cites lengi iht vergesse UrkCorp (WMU)
2596,9;
div dink, div [...] von der lengj der czit vs
der lúthe gehuknusze kument ebd.
2822AB,22
2.2
überwiegend in der adv. Wendung die ~
‘auf Dauer, dauerhaft’
die lenge kunne / frô nieman gesîn / âne spîse, pfaffen noch
leien! SM:UvB
1: 1,11;
ê daz ich die lenge alsô / mit sorgen lebt, ich sturbe
gerner MF:Reinm
33: 2,5.
5: 4,8;
Ottok
14322.
–
diser bote kluoc / sich die lenge niht
[nicht lange] ensûmte, / die stat ze Wienen er
rûmte Ottok
66905
3
von gesprochenen und geschriebenen Texten (vgl.
lengen
3):
noch ist dirre sache gnuͦg, / di wol hetten guͦden fuͦg /
[...], / daz man si mochte schriben, / di wir nu lazen
bliben, / daz wir bi disen ziden / lenge also vermiden Elis
8788;
diz buch daz ist lancstundic; / swa die rede
[der Vorlage] selb vundic / ist und der sin mazen
scharf, / [...] / daz wil ich lichtlich ubervarn / und wil
zu tiefer rede sparn / den sin, daz ich volbrenge / daz buch an siner lenge
HeslApk
14592
MWB 3,3 1059,6; Bearbeiterin: Wemhöner
lengede
stF.
auch lang-.
wmd. ‘Länge’ (s.a. Schiller/ Lübben 2,664):
Karlle reit do in dat lant / ind mit mench stoltz wygant / de wyde ind ouch de
lengede Karlmeinet
315,52;
der lilien stam he is ouch lanc. an der langede vernom eine duget, die heizet
lanc mudicheit Lilie
5,14
MWB 3,3 1061,23; Bearbeiterin: Wemhöner
lengeleht, lengeloht
Adj., Adv.
auch lenk-, -ot.
1 adj. ‘länglich’
2 adv. ‘der Länge nach, längs’
1
adj. ‘länglich’
des paums fruht haizt ze latein dactylus und haiz wir si ze
däutsch dateln, dar umb, daz diu fruht lenklot ist, wan dactylon haizt in kriechisch
lank BdN
337,21;
die [diese Quitten] sint sinbel und
niht lengloht sam die êrsten ebd.
319,35;
der paum tregt lenklocht öpfel ebd.
313,3
u.ö.
2
adv. ‘der Länge nach, längs’
snit ein birn lengeleht vnd strauwe sie drunder
BvgSp
91;
nym eyne wise wydine stange [...] vnd
stich mit eyme starkin messir di stange in di lenge, vnde mache di lochir lengelecht
also vil als du wilt Pelzb
124,13
MWB 3,3 1061,29; Bearbeiterin: Wemhöner
lengen
swV.
s.a.
langen
swV.
1 räuml. 1.1 intr. 1.1.1
‘reichen, sich ausdehnen/ erstrecken’
1.2 tr. 1.2.1
‘etw. ausdehnen, verlängern’
1.2.2
‘jmdn./etw. (von jmdm./etw.) fernhalten, jmdm. etw. vorenthalten’
1.2.3 wohl ‘nach etw. greifen’ (vgl.
langen
swV.
4 ) 1.2.4
den britel ~
‘die Zügel schießen lassen’
1.3 refl. 1.3.1
‘sich verlängern, in die Länge ziehen’
1.3.2
‘sich ausbreiten’
1.3.3
‘sich von etw./jmdm. abwenden, entfernen’ mit präp. Erg. ( abe,
von ) oder Pron.-Adv. 2 zeitl. 2.1 intr. 2.1.1
‘länger werden’
2.1.2
‘zögern’
2.2 tr. 2.2.1
‘etw. (Frist, Zustand, Handlung) verlängern’
2.2.2
‘etw. (Termin, Handlung) verschieben, aufschieben’
2.2.2.1 subst. in der Wendung âne/ sunder ~
‘ohne Aufschub, unverzüglich’
2.3 refl. 2.3.1
‘sich verlängern, in die Länge ziehen’
2.3.2
‘sich verzögern’
3 von gesprochener, geschriebener Sprache 3.1
ëʒ/ daʒ mære/ diu rede u.ä.
‘(künstlich) in die Länge ziehen’
3.2 unpersönl./mit sachl. Subj. und Akk.d.P. ‘jmdn. langweilen’
1
räuml.
1.1
intr.
1.1.1
‘reichen, sich ausdehnen/ erstrecken’
einiv wivͤste hovestat [...], div
[...] von der mivli lenget vntz an die
lantstraze UrkCorp (WMU)
364,12.
– Part.Prät. ‘ausgedehnt’
vor sinem tor ein witer hof gelenget / lit wol in solcher maze,
daz man ein ors da von rabin ersprenget [dass man einem
feurigen Pferd dort hätte die Sporen geben können]
JTit
6235,3
1.2
tr.
1.2.1
‘etw. ausdehnen, verlängern’
Valdean sah das Galahotes lút entschumpffiert
waren, und kam yn zu hilff mit synem banir, andersytt kam der konig
Agwiseaus von Schottenlant mit synem banir zuslagende. die zwen konig
lengeten den strit [Kampflinie] sere an beiden
siten Lanc
271,19.
– bildl.:
der kemerer wart do lengen / den wec, wand er
ungerne quam Pass I/II (HSW)
14474
1.2.2
‘jmdn./etw. (von jmdm./etw.) fernhalten, jmdm. etw. vorenthalten’
schouwe, / ob si noch an den sachen / ein ende wolle
machen / und daz liecht her brengen. / wil si ez aber lengen, / so nim daz
liecht mit gewalt Pass I/II (HSW)
12932;
du lengote uon mir den friwent unde den næsten [interl.
zu elongasti a me
]
PsM
87,19;
nieht enlenge die hilfe din [interl. zu ne
elongaueris auxilum tuum
] ze der schermunge min
ebd.
21,20;
StrKD
88,32
1.2.3
wohl ‘nach etw. greifen’ (vgl.
langen
swV.
4):
da der ritter hort das er fechten must, er reit
hinwenig furter und lenget syn glene, also det der ander Lanc
221,27
1.2.4
den britel ~
‘die Zügel schießen lassen’
man sal si [die minne
] bit
[l. mit
] deme breidele
[Zügel] der bescheidenheide duengen
[l. twengen
] , / dat si die gerunge
nit in muͦge uzer deme reiten [l.
rehten
] wege brengen, / dat vile lihte geschit,
wilt man ire den breidel lengen Lilie
61,10
1.3
refl.
1.3.1
‘sich verlängern, in die Länge ziehen’
– bildl./übertr.:
biwilen wart sich lengen / sin wec, daz er uzen bleib / die nacht,
als in sin not treib Pass III
305,74;
sin [Gottes] hoͤhe, dú ist dir ze hoh,
/ sin wite ze breit, sin grunt ze tief, sin lenge sich dir lenget
Marner (W)
1:2,8
1.3.2
‘sich ausbreiten’
diz mere wart sich lengen / in der stat uber al
Pass I/II (HSW)
4990;
wie gerne ich mich flizze / eins lobes, daz hat so hoch ein name, daz
ich sin nicht vergizze! / ez höhet, lenget, breitet sich, sin nennen
niendert lirket [stottert]
Frl
5:13,12
1.3.3
‘sich von etw./jmdm. abwenden, entfernen’ mit präp. Erg. (abe,
von) oder Pron.-Adv.:
der bischof vor den oven trat, / idoch er drabe
[
dâr abe
] lengete, / daz er
sich icht versengete Pass I/II (HSW)
17857;
dirre mensche hat / einen got, der ist im gut. / du
salt twingen sinen mut, / daz er sich von im lenge / und sin opfer brenge /
der sunnen got ebd.
29339;
subst.:
swere sich durch got hat begeben / in ein gehorsames
leben / und doch wil ie die vrunte besehen, / da mac niht gutes von
geschehen, / sich enwolle ie drunder mengen / ein vor zeichen
[
verziehen
] und ein lengen /
abe der vollenkumenheit / die man von stetem herzen treit Vät
1834.
– Part.Prät. ‘entfernt’
von dannen abr gelenget / sten jene gar besenget, / under den
ougen gar verbrant, / so alrest wirt én bekant / wen si hi gecrucet
han! TvKulm
4967
2
zeitl.
2.1
intr.
2.1.1
‘länger werden’
sin athem begunde wiedder komen und lengen
Lanc
453,3
2.1.2
‘zögern’
wen iz ist kein kinde spil / vechten wider des tuvels sil, / ouch sich
czu Gote hengen / an underscheit, nicht lengen, / und ouch ander an den weg
/ wisen und den richte steg / si berndes heiles leren TvKulm
3134;
ez wart dô niht gelenget, / der marhgrâve reit hin
nâch Wh
202,16.
198,22
2.2
tr.
2.2.1
‘etw. (Frist, Zustand, Handlung) verlängern’
sîn andâht mag ein ieclîch man / nâch sînem willen
leiten, / smalen oder breiten, / kürzen oder lengen Tr
17047;
Cristus wil hie din leben / lengen in siner holde
Daniel
6819;
wer den stain tregt, den kreftigt er und lengt im
daz leben BdN
445,32.
456,31;
SchwSp
11b;
Mechth
6: 21,26;
Pass I/II (HSW)
13815.
2087;
ir martere lengen Pass III
29,20;
do wolde ouch got nicht lengen / der drier iuncvrowen not ebd.
34,18;
lengen sînen pîn RvEBarl
15807;
niemant kan sinen tac [seine
Lebensdauer] / ober kumen noch gelengen
HeslApk
3865;
ich enwil lengen niht daz zil Rennew
33521;
du [Gott] daz zit, also du
wil, churzes unde lenges Himmelr
1,20
2.2.2
‘etw. (Termin, Handlung) verschieben, aufschieben’
dô diu zît herzuo nâht, / ûf die der kunic het gedâht
/ die hôchzît volfüeren, / do begunde in ein siechtum rüeren – /
[...] / dâvon wart diu hôchzît / unz ûf den
summer gelenget Ottok
9330;
im was zuo der verte gâch / unz ez aber naht wart. / des muoste er
lengen sîn vart / unz an den dritten morgen StrDan
1028;
do wolde ouch nicht me lengen / Augustinus ire vart Pass
III
446,20;
Wernh
D 2222;
daz wir [...] den tach
[...] haben gelenget vnt auf schoben von dem
mæntach nach sand Væîtes tag vntz an sand Kylians tag UrkCorp
(WMU)
818,4.
1693,33
u.ö.;
di kunege in minneclicher gir / hohes opper gebent ir, / daz si mit
nihte enlengent Elis
10289;
subst.:
daz lengen uns niht anders vrumt / wan daz ez uns
ze schaden kumt RvEAlex
6811
2.2.2.1
subst. in der Wendung âne/ sunder ~
‘ohne Aufschub, unverzüglich’
da von an allez lengen / irkoren hat eyn hengen /
mine sele durch dy not Hiob
2533;
Pass I/II (HSW)
11655;
nu laze wir die rede sin / und biten unsern herren got /
[...] / daz er uns sunder lengen / wolle
schiere brengen / zu dem ewigen vride Pass III
319,21;
Pass I/II (HSW)
36668
2.3
refl.
2.3.1
‘sich verlängern, in die Länge ziehen’
entritet er dir, so lenget sich din suchen sere
Lanc
418,36;
mîn jagen wil sich lengen, / wan hie ist wildes wunder. /
[...] / ich spüre ez alles slîchen her dar
under Hadam
73,1.
222,5
u.ö.;
lenge sich daz
fiuer [Fieber] . so gip dem siechen wazzer
SalArz
72,26;
so nemach nieman gesagen die not, diu ist in den
tagen [des Jüngsten Gerichts] , / uber swen got
des verhenget, daz sich sin leben dar gelenget AvaJG
16,6;
als vil die
[Breiten-] kraizze neher sint dem winderischem
widerkerer [südlicher Wendekreis] , als vil
kuͤrtzzent sich die windertag, und lengent sich die neht
KvMSph
42,8.
41,29.
41,30
2.3.2
‘sich verzögern’
er [hl. Bartholomäus] wart
crucewis geslagen / an ein holtz durch sulche not, / daz sich lengete sin
tot Pass I/II (HSW)
32366;
Troiæren was diu nôt beschert /
[...] / daz man ir stat schœn unde vîn / mit
kraft zerstœren solte. / dâ von ir heil sich wolte / dô sûmen unde lengen
KvWTroj
37077
3
von gesprochener, geschriebener Sprache
3.1
ëʒ/ daʒ mære/ diu rede u.ä. ~
‘(künstlich) in die Länge ziehen’
‘lieber frunt’, sprach sie, ‘lengent mir nit das ir mir
wol kurczen mögent [...] !’ Lanc
288,7;
ir namn ich wol genennen kan, / wan daz ichz niht wil
lengen Parz
277,9;
Tr
6565.
9244;
Herb
97.
8999;
sô wære doch gelenget / diu vil wunderlîche geschiht
KvWEngelh
6224;
diz mær ich niht lengen wil Rennew
7900.
12703;
waz touc daz mære gelenget? UvZLanz
3424;
der salme [Psalm] ist mir ze
swære / und lengete doch daz mære, / solde ich in rehte endecken
KvHeimHinv
632;
die rede wil ich niht lengen, / wan daz wære ze nihte guot
Eracl
1642;
HvNstAp
19940;
waz tochte di rede gelenget Brun
3653.
266
u.ö.;
Wernh
D 2033;
ich enmuste den riem [Vers]
lengen HeslApk
1450;
mit Gen.d.S.:
ich wil der mær niht lengen me Rennew
32256
3.2
unpersönl./mit sachl. Subj. und Akk.d.P. ‘jmdn. langweilen’
hie [in der Erzählung] wirt von
wirde ruͤmen / erst aventuͤr
ersprenget [ausgebreitet] , / ob ez iuch niht enlenget
WhvÖst
13208
MWB 3,3 1061,41; Bearbeiterin: Wemhöner
lengeneren, lengenern
swV.
‘sich länger (an einem Ort) aufhalten, länger
bleiben’
‘in truwen’, sprach sie, ‘ir mögent nicht fechten, ir sint
dann zu erst genesen; ich soll wol frist gewinnen biß das ir genesen sint.’ ‘frauw’,
sprach er, ‘ich han anderswo me zu schaffen.’ ‘ir múßent uch lengenern durch mynen
willen und durch den uwern.’ Lanc
147,23
(Interpunktion nach Steinhoff, Lanc.; vgl. ebd.,
Anm.z.St.)
MWB 3,3 1064,1; Bearbeiterin: Wemhöner
lengeren, lengern
swV.
1
‘etw. verlängern’
1.1 räuml. 1.2 zeitl. 2
‘etw. (Zeitpunkt, Ereignis) hinauszögern, verschieben’
1
‘etw. verlängern’
1.1
räuml.:
Maria nate irme kinde Jhesu einen rok mit also gevoͤger
nat, wenne im der rok wurde kurz und enge, das si in moͤhte witern und lengern
Mechth
5: 23,149
1.2
zeitl.:
do erbarmote iz got unde lengirote îme sin lêbin
vûnfezehen iâre Spec
44,17;
fumfzehn jar wil ich im geben / und so vil lengern im
sein leben HvBurg
2224.
2222;
PrSchw
1,82;
Facetus
119;
Martina
23,16;
daz sie vns die zil [Frist] liehtern vnd
lengern, ob si wellen UrkCorp (WMU)
547,1;
dc wir den vride [...] gelengert hant fur vns
vnde fur alle vnser helfere vnserme herren dem bischof ebd.
N12,25.
N64,3.
– flekt. Inf.:
daz si den gewalt heigen [sich das Recht
vorbehalten] , das selbe cil celeͥngeronne zwei iar olde
drú nach ir bescheidenheit UrkCorp (WMU)
506,18
2
‘etw. (Zeitpunkt, Ereignis) hinauszögern, verschieben’
ir schœne lengert mir den tôt KLD: HvM
4:1,7
MWB 3,3 1064,10; Bearbeiterin: Wemhöner
lengerunge
stF.
auch lengerum (
RbRupr
306
).
1
‘Aufschub, Verzögerung’ (vgl. DRW 8,712) 2
‘Verlängerung (von Fristen, Verträgen u.ä.)’
1
‘Aufschub, Verzögerung’ (vgl. DRW 8,712):
swer den andern anspricht umb gelt, chumpt dann ener ze antwurt und spricht:
ich pin dez geltz irr und waiz nicht recht, waz ich im gelten sol und beger einer
raittung [Rechnung] , so sol man im auf daz naechst recht
tach geben und sol auch bereden, daz er diu raittung durch chain lengerung nicht
verziech StRMünch
313,7;
sol auch iederman einen ait swern, daz er durch chain lengerum ding wan durch
rechts rechten willen RbRupr
306
2
‘Verlängerung (von Fristen, Verträgen u.ä.)’
und haben uns vͦch mit geswornen eiden verbunden, ein andern ze ratenne und ze
helfenne uf das vorgenande zil nach den besigelten brieven, die die stette nu
jungest vor dirre lengerunge ein andern geben habent UrkBern
5,669
(a. 1329);
Ezechias der kv̓nk erwarb gesvntheit sines libes mit sinen trehenen, vnd
lengervnge sines lebennes fv̓nfzehen iar [vgl. ego adiciam super
dies tuos quindecim annos Is 38,5]
VitasPatr
253,2
MWB 3,3 1064,29; Bearbeiterin: Wemhöner
lengevegære
stM.
‘Latrinenreiniger’ (vgl. AWB 5,806):
fugizlo: cloacarius, lengeuekere GlHvB (GE)
422
MWB 3,3 1064,50; Bearbeiterin: Wemhöner
lengunge
stF.
‘Aufschub, Verzögerung’
auch sol dehainer auz dem rat durch lengvnge oder durch savmvnge der vrtail,
der an si gedinget wirt, dehain gabe nemen UrkCorp (WMU)
2345,22
MWB 3,3 1064,53; Bearbeiterin: Wemhöner
lenimunt (?)
stM.
Ansatz unklar; wohl zu mlat. linteamen
‘Leintuch’ (vgl. Pfeiffer, WildM. S. 229; MLLM s.v.).
‘Leintuch’
wat hilpet den man di grozzi richeit, / als in der dot der nider sleit? / mit
ime inwrit [l. inwërtes?] he ninit me / wan
ein hemide vuiz [l. wîz
] alse der sne / vnde
einin lenimunt unde eine [Hs. in einir
] bruch
WildM
3,303
MWB 3,3 1064,57; Bearbeiterin: Wemhöner
lenke
Adj.
‘biegsam, schmiegsam’, hier übertr. (vgl. FrlWB, S. 210; s.a.
gelenke
Adj.
):
daz tut in vil lenke / den vinden Frl
5:85,5;
ja wart doch nieman lenker ebd.
5:89,12
MWB 3,3 1065,1; Bearbeiterin: Wemhöner
lenke
stF.
‘Geschick, Wendigkeit’
stete des nicht dem tubel icht [gestatte dem Teufel davon
nichts] , / daz her mich bescrenke, / went her so vil der sunden
spil / vughet [bewerkstelligt, fügt] mit siner lenke
Wizlav (BK)
2:6,10
MWB 3,3 1065,5; Bearbeiterin: Wemhöner
lenke
stswF.
→
lanke
MWB 3,3 1065,10;
lenke
swF.
‘Verlauf’
ich bit uch nu gedenken / vil wol des troumes lenken / vorne
an biz zu ende Daniel
920
MWB 3,3 1065,11; Bearbeiterin: Wemhöner |