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ABCDEF s.VGHIJKL
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l – lâchen
lâchen – laden
laden – Lahrein
lahs – lampartisch
lampe – lanclëbic
lanclîbe – lancwat
lancwiric – lant|âht|acker
lantâhte – lantgemeine
lantgenôʒ – lantleite
lantliut – lantreister
lantrihtære – lantsidel
lantsidel – lanttwingære
lanturliuge – lantwîn
lantwîp – larrûn
larventier – lasterkleit
lasterkôsen – lasterwunde
lastkarre – Latrisëte
latrôn – læʒic (?)
læʒlich – lëbendic
lëbendigen – lebezelte
lëbezuht – 3lecken
lëcken – lëder|gerwe
lëderhosære – lëdic|sagunge
lëdic|vrî – lëgerhort
lëgerhuobe – lêhengëlt
lêhenguot – lêhensrëhten
lêhensteidinc – leidebërnde
1leiden – leienphrüende
leienrëht – leissup
leist – leiterboum
leiteren – leitstap
leitstërne – lemmelîn
lemnisse – lenderieren
lenderl – lenke
lenken – lêrchenmunt
lêre – lërnkint
lërnknabe – lësemeister
lësen – lettener
letter – levîte
lëwe – lëwinne
leyô – lîch
lîch – lîchphenninc
lîchreste – 1liden
2liden – lîdunge
lie – liegære
liegærinne – liehticheit
liehtkerze – liehtvaʒ
liehtvlüʒʒic – liepsuochende
liep|swinderinne – lîhenisse
lîhkouf – lîhtsüeʒe
lîhtunge – 2lîm (?)
limbel – lindelîche
1linden – lînhose
linie – lînsoc
linster – lîpgedinge
lîpgedingede – lippenlappen
lippe|swër – listen
lîsten – 2lit
lit- – litze
litze – liut-
liutærinne – liutsælde
liutsælic – löbelach
lobelich – loc
loch – lodewërc
lœdingære – lônærinne
lônbære – lônen

   lestic - leu    


lestic Adj. 1 ‘lastend, schwer’
2 ‘belastbar’
   1 ‘lastend, schwer’ des wart er leider überladen / sô lestiger nôt, / daz er dâvon nam den tôt Ottok 71186. – in der Wendung lestigez vaz ‘ein last (als Maßeinheit) enthaltendes Fass’ (vgl. last 1.2): den weinschrotern [die den Wein verladen] gibt man von dem Elsazere oder von dem Frenkischen vasse in der kelr vier Haller [...] und von dem lestigen vasse in den kelr aht Haller NüP 115; von dem lestigen [ vasse gibt man ihnen] aus dem kelr auf den wagen zweneunddreizic Haller ebd. 115; daz die weinschatzer von ainem lestigen vasse nemen suln sehs Haller ebd. 115    2 ‘belastbar’ subjugalis: lestig GlAnzfKdVz 6:222,39

MWB 3,3 1090,35; Bearbeiterin: Wemhöner

lestlich Adj. ‘schwer’ (vgl. FrlWB, S. 211): swaz man mochte erlangen, / daz lestlich was Frl 5:19,11

MWB 3,3 1090,49; Bearbeiterin: Wemhöner

lësunge stF. 1 ‘Schriftlesung, Lesung (im Gottesdienst)’ zur Übers. von mlat. lectio (zur Sache vgl. LThK 6,853f.; s.a. lëcze 1 )
2 ‘Verlesen’ einer Urkunde (zur Sache vgl. HRG 5,760f.)
   1 ‘Schriftlesung, Lesung (im Gottesdienst)’ zur Übers. von mlat. lectio (zur Sache vgl. LThK 6,853f.; s.a. lëcze 1): abir di krîgeschen [griechischen] bûchere und di alden bûchere di nuͦ vil von gewonheit latînischer lesunge unglîch trûgen, di habe wir mît gebezzirter zuͦsamenetragunge [...] getempirt, daz nuͦr di wort gecorrigîret worden, di man merkite, daz si wandelten den sin EvBeh 2; intellectus, das ist gesprochen ein jnnrew lesung: jntelligere est intus legere KvMSel 435. – bildl.: daz ist daz drit: lesung. daz geschiht an drier hand buͦchen. daz aine ist daz hertze, da liset man an wizhait und suͤskait, und daz schepfet daz hertze von der schrift und behaltet ez in ime selben, so daz buͦch und dú schrift niena ist zegegen, daz ez doch in ime selben liset und erkennet waz úbels und guͦtez an im ist PrGeorg 315,20    2 ‘Verlesen’ einer Urkunde (zur Sache vgl. HRG 5,760f.): vnd dirr sehung, handlung vnd lesung der vorgeschriben brief zu eim gezuͦknuͦsse haben wir vnser jnsigel gehenket an disen brief UrkWürzb 46,99 (a. 1345)

MWB 3,3 1090,51; Bearbeiterin: Wemhöner

letanîe stF. (swF. Lucid (H) 57,26 ) aus gr.-lat. litania; auch letania, letnie, letnî. eine Form des Gebets, ‘Litanei’ (zur Sache vgl. LThK 6,954ff.): diz heizit di letania. / diz entfach frowe sancta Maria / mit allen himelischen here Litan 1461; von der letanien Lucid (H) 57,26 (Überschrift). die ~ sprëchen/  singen: diewîle man die letanîe unde die collecten sprichet, sal man an der venie ligende sîn StatDtOrd 122,31; dise siben salmen unt die letnie sol tu sprechen alle morgen vor prime SeckauBrev 142,95; EbnerChrist 24,4; die letnî und vil gebet / begunden si singen Ottok 28249; die letanîe man dâ sanc, / daz man der vrouwen sêle / gote darmite bevêle EbvErf 3866

MWB 3,3 1091,9; Bearbeiterin: Wemhöner

letiche swF. eine Heilpflanzenart, ‘Ampfer’ (vgl. Marzell 3,1511-1537; s.a. latich ): lappatum heiset zu dute letiche. di ist vierhande unde sint vil nach alle von einer nature, trocken unde heiz Macer 22,1; lapatium vel argemon: latecha / letecha SummHeinr 1:189,252; under disen sechz fitchen / luzet als under litchen [Hs. litchichen, La. letchen ] / sechz houbthafte tugent HeslApk 8612

MWB 3,3 1091,23; Bearbeiterin: Wemhöner

lette swF. ‘Tonschicht’ (bergm.; vgl. lette swM.): do quam ein kluft mit einer letten, / die sneit uns abe den ganc Erz III 56,442

MWB 3,3 1091,31; Bearbeiterin: Baumgarte

lette swM. selten st. ( Martina ); auch lietemen (Dat., DvAOff 42 ); vgl. dahe swF. und leim stM.; häufiger mit bern , berjen (zur Entwässerung und Verdichtung) ‘schlagen, treten’, ‘kneten’. 1 ‘Lehm(boden), Ton(erde)’ , auch ‘feuchte Erde’
1.1 allg.
1.2 als Werkstoff
1.2.1 als formbare Masse (die anschließend getrocknet oder gebrannt werden kann)
1.2.2 als Material zum Abdichten
2 ‘Schlamm, Morast’ , auch ‘Dreck’ (vgl. hor , leim 2 )
   1 ‘Lehm(boden), Ton(erde)’, auch ‘feuchte Erde’    1.1 allg.: ainen aker [...], der lit in dem letten bi dem vorgenande dorfe UrkCorp (WMU) 2316,9; cle von reyne [Regen] entspruzet, / swen er mit craft beguzet / des ertriches hertikeit, / milde wirt ez und gemeit. / [...] / diz ertriche ist lette [feuchte, fruchtbare Erde] Daniel 1748; [genauso ist die Lehre des Predigers] lette und nicht leim [Lehm, der das Wasser staut] ebd. 1770    1.2 als Werkstoff    1.2.1 als formbare Masse (die anschließend getrocknet oder gebrannt werden kann): [das Kind Jesus und seine Freunde] einen acker funden, / der was niulich ûf gegraben. / ûf den gesaz er mit dien knaben / und begunde den letten / berren und knetten [zu Vögeln] , / [...] / und leite si an den sunnen sâ, / daz si truckenden dâ WvRh 5772. 5776; KvFuss 2911; Pass I/II (HSW) 4948. – übertr. auf geschmolzenes Gold: do sÿ das kalb gar ungesund / hatten gemacht uss goldes letten / und das begunden an betten / fúr gott KvHelmsd 1485. – als Material zum Herstellen von Ziegeln: der uon adele was geborn, / der muͦse berien daz hore, / die hêrlîchen chnehte / den laim und den letten [durch Schlagen und Treten den Lehm zur Ziegelherstellung verdichten] Exod 130. – im Rahmen der Schöpfungsgeschichte bei der Erschaffung des Menschen (vgl. formavit igitur Dominus Deus hominem de limo terrae Gn 2,7, hier aus unterschiedlichen Erden): ûz hertem leime tet er gebeine, / ûz brôder erde hiez er daz fleisk werden, / ûz letten deme zâhen machôt er die âdare [Muskeln, Sehnen, Adern] Gen 197. 192    1.2.2 als Material zum Abdichten: do hiez si ir gewinnin / ein wol gezúnit koͤrbelin [für Moses als Säugling] , / [...] / mit zehim letten unde klebe / hiez si vil wol bestrichen das / fúr wazzer RvEWchr 8935 (vgl. Ex 2,3 et linivit eam bitumine ac pice)    2 ‘Schlamm, Morast’, auch ‘Dreck’ (vgl. hor , leim 2): wan der vogel mac niht hôhe vliegen, ob ime die vetiche mit lietemen bekleibet sint DvAOff 42; in leten wazzer manger [interl. zu in luto aquarum multarum ] PsM C 5,15. – im Bild der beschmutzenden, anhaftenden Sünden (vgl. 1lîm ): Martina div starke maget / [...] / sich gar erloset von ir clette / und darzvo von ir svnden lette Martina 47,32. 138,48

MWB 3,3 1091,34; Bearbeiterin: Baumgarte

letten swV. letzen

MWB 3,3 1092,20;

lettenacker stM. Acker mit Lehmboden, Tonerde (vgl. agrum figuli ‘Töpferacker’ Mt 27,7): nu gingen sie [die Hohenpriester] zu rade wacker / vnd kauften einen lettenacker / vm die drizig phenninge [Blutgeld, das Judas zuückgegeben hatte] , / daz man dar yn enphinge / elende [fremde] menschen hin zu grabe EvStPaul 1940. 1955

MWB 3,3 1092,21; Bearbeiterin: Baumgarte

lettener stM. lecter

MWB 3,3 1092,28;

letter stM. lecter

MWB 3,3 1092,29;

lettic Adj. ‘lehmig, matschig’ (zu lette swM.): so der hîrz chvmit ze sogetânin stêtin, die dornich sint unde lettich, so hevet er sich ze springen Spec 9,11

MWB 3,3 1092,30; Bearbeiterin: Baumgarte

letvüeʒeht Adj. hier lettfüsset (vgl. Weinhold, Bair. Gr. § 206). ‘(wie) plattfüßig, watschelnd’ (vgl. letvuoʒ ; anders Glr.z.St. mit Verweis auf Schmeller, BWB 1,1542 latschet ‘schlapp’, entsprechend Lexer Nachtr. 297, ‘langsam, schleppend’): er [das Fabelwesen Ylogrant] hett praitte fuesse / mit flecken recht als ain gans. / den zagel er nach im dans. / [...] / lettfüsset was sein gangk HvNstAp 9106

MWB 3,3 1092,34; Bearbeiterin: Wemhöner

letvuoʒ stM. ‘Plattfuß’ sint slimf [schief] die letefuͤzze lank, / nach der unkeusche ist ir gedank Physiogn 381

MWB 3,3 1092,43; Bearbeiterin: Wemhöner

letwârje stswF. latwârje

MWB 3,3 1092,46;

letze Adj. ‘unrecht, falsch’, hier wohl i.S.v. ‘nicht vollwertig, halb’ (vgl. Anm.z.St.; DWB 6,797 s.v. letz): wurchet ein mensch einen letzen vîrtac [Feiertag] , / dem driut er [der Priester] den gotes slac Priesterl 596

MWB 3,3 1092,47; Bearbeiterin: Wemhöner

letze stswF. auch lez(z)e, lecz(e), leczin; leczte ( Dalimil (B) 68,416 ); Pl. auch letzinen ( StRBern 3:144,7 ); vgl. auch lëcze swstF. 1 ‘Befestigung’ (einer Burg, Stadt o.ä. zur Abwehr von Feinden), ‘Schutzwall’
2 ‘Abschied’
2.1 allg.
2.2 in Wendungen
2.2.1 jmdm. die ~ gëben/  schenken ‘jmdm. den Abschied/  ein Abschiedsmahl bereiten’
2.2.2 jmdm. etw. zuo (der/  einer) ~ gëben/  lâʒen ‘jmdm. etw. (Geschenk/  Vermächtnis) zum Abschied geben/  überlassen’
3 ‘Ende’
   1 ‘Befestigung’ (einer Burg, Stadt o.ä. zur Abwehr von Feinden), ‘Schutzwall’ phala: ain leczin vor ainer stat GlAnzfKdVz 4:233,116; die von Ýrlant hatent sich / verbarrot und verlezet / und die leze besezzet / mit werlichen rotten RvEWh 12088; Troiær bewarten wol ir stat, / ir letzen wurden schiere besat [besetzt] , / ir mûre und alle ir zinne KvWTroj 44082; diu mûre was hôch von grunde, / daz niemen dar în komen kunde / wan durch diu rehten bürgertor. / dâ wâren ouch guote letze vor Heidin II 212; daz ich [...] min burg Radirey vnd swaz ich inwendic der lezzi hatte [...], fúrkoffit han minē herren UrkCorp (WMU) 947,21; daz [...] wir wider die waltluͥte suͥllen [...] letzinen machen StRBern 3:144,7; ErnstD 799; PleierTand 2140. 2342 u.ö.; PleierGar 1665. – bildl.: wir wellen der kristenheite sin / mit huͦte ein stærkiu letze Rennew 23097; ir waret den vinden gar ein shur / und den vriunden ein letze ebd. 33775; der vels, der was ir letze, / daz dise schar so cleine maniger grozen schar gap wider setze JTit 4810,3; von luterm gold ein netze Tasme het umbefangen, / werlichen zeiner letze. die ringe vinger groz von keten strangen ebd. 3393,2    2 ‘Abschied’    2.1 allg.: nu wis des ane zvivel, / gewere degen biderue: / gesent dich got widere, / mit guͦte ich dich irgezze / der angestlichen lezze GrRud F 7; ir kumft unt ir letze Wh 232,29; daz willekomen unde die letze Meissner 1:14,4    2.2 in Wendungen    2.2.1 jmdm. die ~ gëben/  schenken ‘jmdm. den Abschied/  ein Abschiedsmahl bereiten’ do sprach meister Hiltebrant: / ich bitten uch herren alle sant, / das ir mit mir essen. / ich wil uch die letze geben VirgH 1093,4; bildl.: iwerm werdem prîse / ist gegebn ein smæhiu letze Parz 152,3. – in ironischer Zuspitzung ‘jmdm. den Rest geben, jmdn. töten’ (vgl. letzen 2.2): si nâmen im [dem Fischer] dâ sîn netz / und gâben im dâ die letz, / daz si in zersluogen. / sîn red si im niht vertruogen EnikWchr 25008; ich gebe vch mit vwirn gnoszin / in einen lidern sak stoszin / vnd in der Molda irtrenkin / vnd vch da mit dy leczte schenkin Dalimil (B) 68,416    2.2.2 jmdm. etw. zuo (der/  einer) ~ gëben/  lâʒen ‘jmdm. etw. (Geschenk/  Vermächtnis) zum Abschied geben/  überlassen’ meister Eckehart wart gebeten von sînen guoten friunden ‘lâzent uns etwaz zuo letze, sît ir von uns wellent varn.’ Eckh (Pf) 685,2; der von Agrippe ein vingerlîn / het gegeben ze einer letze dem Antschouvîn, / dô er schift über mer in einer barke Loheng 6865. 3867. – häufig in Rechtstexten ‘Schenkung, Erkenntlichkeit, Trinkgeld’ daz si an mir vnd minen chinden ir fuͤrstleich gnad begen, als lang wir des bedurfen. dar vm wil ich in geben ze lezze drev chlainot, zwai tassel vnd ein hæftel UrkCorp (WMU) 898,21; ist oͧch, daz dekein jude von unser stat zihen wil, der sol oͧch den purgern X mark ze letzi lassen StBZürich 87; UrkEnns 3,234 (a. 1256); swaz avch man von saltz alein vermavttet vͤber I. phvnt Oͤtinger, daz sol dem mavttnær ze letz geben zwei chvͤeffel saltz UrbBayS 4,200; UrkCorp (WMU) 1465,25; StRAugsb 251,10    3 ‘Ende’ an anegeng und an letze bistu, got, ewic lebende JTit 1,1; dirre rede letze und ir begin UvEtzAlex 17365; iedoch trouw ichz machen / mit bewærten sachen / daz ez [das buoch ] in werde werde bekant / [...] / von Bresburc unz an Metze / sîn beginnen, sîn letze Georg 64; Wh 5,3; ob ez der maget was gewant / daz si karte daz vletze [Fußboden] , / so warf uz biz zur letze / den mist die vrowe und den stoub Pass III 624,26

MWB 3,3 1092,52; Bearbeiterin: Wemhöner

letzen swV. md. auch lett- ( Brun 1651 ), Part.Prät. auch gelat ( KarlGalie 9727. 7951 u.ö.; vgl. mnd. letten Schiller/  Lübben 2,674f.); Prät. auch la(t)zte (z.B. UvEtzAlex 4784; Iw 2933; WhvÖst 9628 ). 1 ‘hindern, aufhalten, verzögern’
1.1 mit Akk.d.P. ‘jmdn. (an etw.) hindern, von etw. abhalten, aufhalten’
1.2 mit Akk.d.S. ‘etw. verzögern, verhindern’
1.3 subst. in der Wendung sunder ~ ‘unverzüglich, ohne Zögern’ (vgl. Schiller/  Lübben 2,675)
2 ‘(be)schädigen, zerstören’ (mit fakultativer präp. Erg. ( ane, mit ) oder Pron.-Adv.)
2.1 mit Akk.d.S.
2.2 mit Akk.d.P. ‘jmdn. schädigen, verletzen, töten’ (vgl. letze stswF. 2.2.1 )
3 ‘etw. beenden’
4 ‘jmdn. einer Sache berauben’ (mit Gen.)
4.1 allg.
4.2 refl. ‘einer Sache entbehren’ (mit Gen.)
5 ‘jmdn. von etw. befreien’
6 ‘sich/  jmdn. (mit etw.) erfreuen, laben, etw. genießen’ (mit fakultativer präp. Erg. ane, mit )
   1 ‘hindern, aufhalten, verzögern’    1.1 mit Akk.d.P. ‘jmdn. (an etw.) hindern, von etw. abhalten, aufhalten’ kumet er ze dem tage niht, er verliuset sîner gülte dâ mit niht, ob in êhafte nôt letzet SpdtL 195,17; sa der herre daz bevant, / er bedachte ieso zu hant / waz der frouwen dochte / waz si gelezzen mochte Elis 6874. – mit zusätzlichem Gen.d.S.: den kunic wolder lezzen / gerne siner widervart GrRud Fb 5; Rennwart mit sîner stangen / sich selben het ergetzet [dafür entschädigt] , / daz er dicke was geletzet / maneger wirde in Franchrîche Wh 388,16; er kæme wider, möhter, ê, / esn latzte in êhaftiu nôt, / siechtuom vancnüsse ode der tôt Iw 2933. 7760; EnikWchr 20080; SüklV 202    1.2 mit Akk.d.S. ‘etw. verzögern, verhindern’ daz ros [trojanische Pferd] hiezens machen / alsô grôz und alsô hô, / und was gemachet alsô, / daz man daz wolde, / daz si dar ûf solde / gewâfent sîn gesetzet. / dô wart daz geletzet / dorch ein schînbâre nôt: / der werkmeister der is tôt, / der ez machen began En 1120; vil stolzer Waldemar [...], / vierfaltig fürste in Brandenburg, der allen wandel letzet Frl 5:17,19    1.3 subst. in der Wendung sunder ~ ‘unverzüglich, ohne Zögern’ (vgl. Schiller/  Lübben 2,675): er volbrenget sinen mut / volleclich sundir letzen, / sich da widir setzen / niemant tar in keiner wis Daniel 7005; op dat ross wyl ich setzen / sunder eynich letzen / Karlle van Vranckriche KarlGalie 3348; HistAE 1889    2 ‘(be)schädigen, zerstören’ (mit fakultativer präp. Erg. (ane, mit) oder Pron.-Adv.)    2.1 mit Akk.d.S.: ein hagel, / der des veldes halm letzet TürlArabel *R 21,27; bî dem grabe hâten vier gote / vier boume gesetzet, / die der wint niht enletzet / an löibern und an zwîen Flore (P) 2058; Vät 18888; sî vor sich setztin / ir schilde und ôt letztin [ transfigerent ] / mit den spern der cristnen pfert NvJer 8398; als man die stein [durch Unterminieren] well letzen, / sô sol man undersetzen / den palast mit holz grôz EnikWchr 21479; swelich lant man niht wolt letzen, / daz muost gîsel setzen ebd. 20983; swer gegen Iesu Cristo / sich mit gelouben setzet / und min gebot dran letzet, / daz er smeht sinen namen, / den sal man zu hohen schamen / brengen mit vil leider klage Pass III 70,10    2.2 mit Akk.d.P. ‘jmdn. schädigen, verletzen, töten’ (vgl. letze stswF. 2.2.1): daz got den menschen [...] in daz vrône paradîs / gewalteclîche in sazte, / und wie der slange in lazte / mit sînem valschen râte KvWSilv 3444; und benedîget di, di ûch maledîende sint. bittet vor di, di ûch letzin [ orate pro calumniantibus vos ] EvBeh Lc 6,28; dú menschen, dú gelezzet waren an ir eren Seuse 85,3; StrKD 29,78; der selb wart geletzet / an guot und an êren EnikWchr 20974. 27730 u.ö.; er het in sô geletzet, / mit bluote wart benetzet / al diu kemenâte gar Parz 572,13; ê daz mich got / ame lîbe hât geletzet ebd. 239,27; bli liez er smelzen da beneben, / siben gluende halsberge da bi setzen. / darinne er dachte letzen / die vrowen Pass III 173,52; er [Jesus] lert offenlich und spricht: / ‘ich bin ain kúng der juden frÿ / und bin och Gottes sun dabÿ.’ / dar umb sol er nach der gesetzt / vertailet [verurteilt] werden und geletzt KvHelmsd 1348; wi si [Elisabeth] beheftet were / in ruweclicher swere, / drostes gar entsetzet, / mit leides sere geletzet Elis 7042; verschnidestu mir einen faden, / ich sag dir sicherlich, es bringt dir großen schaden. / ich wil dich hie mit miner künste letzen Wartb (H) 357:4,6; subst.: ir wiplichiu zuht / kund in ergetzen / swaz hertzen laides letzen / im ie gefuͤget het WhvÖst 16174. – jmdn. mit tode ~ ‘jmdn. töten’ das ir man von seiner hant / mit tode wär geletzet HvNstAp 19728; ir vriunden wart dort alsô wê / sam disen ê was von klage. / jâ mohtens immer dem tage / vluochen, daz diu wirtschaft / alsô maneges heldes kraft / mit tôde het geletzet KlageB 2615; solt man zerechte vluͦchen dem tag, der zit, der stunde, / des kund ich wol enruͦchen, darinne man di argen liste funde, / di dich mit tod und mich an vreuden letzet! JTit 1030,3    3 ‘etw. beenden’ der blinde [Longinus] sprach zuo sînem knehte: ‘du solt setzen / daz sper an sîn herze. jâ wil ich die marter letzen.’ Walth 37,15; trût, du setze mich ûz klage / unde ergetze mich alle tage / unde letze mir sorgen wage! / und kumt ez sô, ich wirde frô KLD: UvW Leich 4,137; vür wildiu tier bant man ir [der Märtyrer] vil. / vür geschütze alsam ein zil / sach man genuoge setzen, / durch got ir leben letzen RvEBarl 4480; daz der missehel [...] einhalp zwischent den herren von Stoͮfenberc [...] vnd anderhalp dem abbete vnd dem conuente von irz cloͮsters wegen von Gegenbach alsus gelezzet [beigelegt] ist UrkCorp (WMU) 206,28; mit Ersparung d. Obj.: du [Gott] truckenes vnde netzes, / du entfehes [beginnst] vnde letzes Litan 64. – subst. hierher oder zu letze stswF. 3 zu stellen?: anevanc und letzen / nam ze Nurenberc guot ende Ottok 12912    4 ‘jmdn. einer Sache berauben’ (mit Gen.)    4.1 allg.: wie bistu so geletzet / der frouden, sprach der kunich do, / daz du niht lachest StrKD 98,80; der freuden wart er geletzet EnikWchr 23020; SM:Ro 8:2,2; daz wir nû sîn geletzet / aller werltlîcher wünne Wh 101,12; nu hât geletzet in daz sper / des lebens und der hôchzît Wig 9847; de zwelve bleven up der stat / alle doyt ind gelat / des lyves ind der eren KarlGalie 9727; dirre wirt ist wol ersetzet. / der in des lîbes hât geletzet, / dem erteilen wir guot unde wîp, / genert im got sînen lîp UvZLanz 2178; mit Refl.-Pron.: der sich hie letzet / der eren, gutes, libes, / des kindes und des wibes HeslApk 22146    4.2 refl. ‘einer Sache entbehren’ (mit Gen.): niht korns hêt diu stat [Venedig] guot: / niht anderr spîs fuort man der stat; / [...] / des muosten si sich letzen / beidiu weizen unde korn EnikWchr 28710    5 ‘jmdn. von etw. befreien’ durch al diu wunder, diu dû [Christus] hâst / begangen unde noch begâst, / sô lœse mich [La. sô letze mich ] von aller nôt Freid 181,4    6 ‘sich/  jmdn. (mit etw.) erfreuen, laben, etw. genießen’ (mit fakultativer präp. Erg. ane, mit): sie [Cassinia] was ir immer eine, / diu niht des enliez, / daz sie diu sælde tuon hiez, / diu den man vil hôhe setzet, / wol enphât und schône letzet Eracl 190; ob ich hete alleine / wol tusent meister sin, / der wær doch ze kleine, / da ich gedæhte hin, / wie dú minne letzet. / ir anegenge ist heis. / den si wol ergetzet, / des froͤwe sih, swer daz weis Marner (W) L 7:3,5; ouch dâht an daz Marjâ diu reine / daz die heilegen al gemeine / ir sun Jêsus ze tische setzet / und mit süezer spîse letzet Philipp 8695. – mit Refl.-Pron.: er sprach: ‘ich wil mich letzen’, / und hiez dar tragen guoten wîn Fressant 66; si wolde sich dâ letzen / mit frouden und mit spile En 1294; var in deines vater reich, / [...] / da sich mit frewden leczet / dew sel HvBurg 6491; UrkFreiberg 1:59,17 (a. 1333); Ottok 57974. 22299. 37815 u.ö.

MWB 3,3 1093,62; Bearbeiterin: Wemhöner

letzeren, letzern swV. zum Komp. von laʒ Adj. (s.d. 2.1.2). ‘etw. hintanstellen’ daz wir der namen [der heiligen Dreifaltigkeit] nicheinen / weder grozeren noch cleynen, / noch minneren noch meren, / noch letzeren noch eren [voranstellen] / vor den anderen ichtes icht HeslApk 676 (vgl. daz der [drei Namen der Trinität] keiner ist herer / noch letzerer noch erer / noch grozerer noch kleiner ebd. 8928. 11174 )

MWB 3,3 1096,13; Bearbeiterin: Wemhöner

letzic Adj. ‘krank, schwach’ der sibende man vzseczig, / der ist auch also leczig, / daz en nieman geheilen kan PrHess 59,272

MWB 3,3 1096,22; Bearbeiterin: Wemhöner

letzouge swN. ‘schwaches Auge’ (? vgl. WMU 3,2589), nur als Personenname belegt: eine jûcharte mit reben, ist gelegen nebent hern Heinriche Letzoͮgen UrkCorp (WMU) 2456,34

MWB 3,3 1096,25; Bearbeiterin: Wemhöner

letzt laʒ

MWB 3,3 1096,29;

letzte stF. leʒʒiste

MWB 3,3 1096,30;

letzunge stF. ‘das Verletzen, Verletzung’ einen aven [Ofen] man begatde; / der was mit fure geglut. / man warf in dar in; he was behuͦt, / kein lezzunge in nie berurtde Thomas 183

MWB 3,3 1096,31; Bearbeiterin: Wemhöner

leu swM. lëwe

MWB 3,3 1096,35;