l – lâchen lâchen – laden laden – Lahrein lahs – lampartisch lampe – lanclëbic lanclîbe – lancwat lancwiric – lant|âht|acker lantâhte – lantgemeine lantgenôʒ – lantleite lantliut – lantreister lantrihtære – lantsidel lantsidel – lanttwingære lanturliuge – lantwîn lantwîp – larrûn larventier – lasterkleit lasterkôsen – lasterwunde lastkarre – Latrisëte latrôn – læʒic (?) læʒlich – lëbendic lëbendigen – lebezelte lëbezuht – 3lecken lëcken – lëder|gerwe lëderhosære – lëdic|sagunge lëdic|vrî – lëgerhort lëgerhuobe – lêhengëlt lêhenguot – lêhensrëhten lêhensteidinc – leidebërnde 1leiden – leienphrüende leienrëht – leissup leist – leiterboum leiteren – leitstap leitstërne – lemmelîn lemnisse – lenderieren lenderl – lenke lenken – lêrchenmunt lêre – lërnkint lërnknabe – lësemeister lësen – lettener letter – levîte lëwe – lëwinne leyô – lîch lîch – lîchphenninc lîchreste – 1liden 2liden – lîdunge lie – liegære liegærinne – liehticheit liehtkerze – liehtvaʒ liehtvlüʒʒic – liepsuochende liep|swinderinne – lîhenisse lîhkouf – lîhtsüeʒe lîhtunge – 2lîm (?) limbel – lindelîche 1linden – lînhose linie – lînsoc linster – lîpgedinge lîpgedingede – lippenlappen lippe|swër – listen lîsten – 2lit lit- – litze litze – liut- liutærinne – liutsælde liutsælic – löbelach lobelich – loc loch – lodewërc lœdingære – lônærinne lônbære – lônen
|
letzouge
swN.
‘schwaches Auge’ (? vgl. WMU 3,2589), nur als Personenname belegt:
eine jûcharte mit reben, ist gelegen nebent hern Heinriche Letzoͮgen
UrkCorp (WMU)
2456,34
MWB 3,3 1096,25; Bearbeiterin: Wemhöner
letzt
→
laʒ
MWB 3,3 1096,29;
letzte
stF.
→
leʒʒiste
MWB 3,3 1096,30;
letzunge
stF.
‘das Verletzen, Verletzung’
einen aven [Ofen] man begatde; / der was mit fure
geglut. / man warf in dar in; he was behuͦt, / kein lezzunge in nie berurtde
Thomas
183
MWB 3,3 1096,31; Bearbeiterin: Wemhöner
leu
swM.
→
lëwe
MWB 3,3 1096,35;
leucrocota
Subst.
→
crocota
MWB 3,3 1096,36;
leunspil
stN.
→
lëwenspil
MWB 3,3 1096,37;
leunt
stM.
→
liumunt
MWB 3,3 1096,38;
leuz
swM.
eine Vogelart (wohl Übersetzungswort Konrads für nicht erkanntes
luscinia
‘Nachtigall’,
vgl. D. Gottschall, Konrad von Megenbergs Buch von den natürlichen
Dingen, Leiden 2004, S. 176):
von dem leuzen. lucinia haizt ain leuz. von dem vogel spricht
Ambrosius in dem puoch Exameron, wenn er seineu air prüett, sô singet er die langen
naht mit gar süezem gesang BdN
203,29
MWB 3,3 1096,39; Bearbeiterin: Baumgarte
lev
stM.
→
lëwe
MWB 3,3 1096,47;
Levandan
M.
Bez. für einen Ostwind (aus it. levante):
der Schroc von oriende / und der von Tremundane, /
[...] / der Levandan und Oster, die mir genennet sint;
/ [...] und der Metzot, seht, daz ist der zwelfte wint
Tannh
13,74
MWB 3,3 1096,48; Bearbeiterin: Baumgarte
Levant
M.
→
Levandan
MWB 3,3 1096,53;
lëven
→
lëben
MWB 3,3 1096,54;
lëve(r)stoc
stM.
→
lübestecke
MWB 3,3 1096,55;
levîte
swM.
Angehöriger des Stammes Levi, Angehöriger einer bestimmten, untergeordneten Gruppe
des Kultpersonals (Verantwortung für die Bundeslade, später Torwächter,
Tempeldiener, Verwaltung - keine Priester; vgl. LThK 6,865-867):
in mitten dirre menige / so was groz gesemede / di hizen
leuite / alsus sagete uns div ê / di der arche
[Bundeslade] phlagen VMos
78,17;
der obersten ewarten ein / was er
[Zacharias] in den geziten. / der andern leviten / was
under im vil genuc Pass I/II (HSW)
37594;
bischofe, êwarten, levîten, / die zuo den selben zîten / lêre
und gerihtes phlâgen KvHeimUrst
469;
EvBeh
71;
levita: levite ewangelier EvAlem
51 (Lc 10,32).
51 (Io 1,19);
PrOberalt
154,34;
SHort
2432;
AvaJo
17,3
MWB 3,3 1096,56; Bearbeiterin: Baumgarte
lëwe
swM.
auch leb(e) (
Brun
9399
), low(e) (
Lucid
136,23
), loͮwe (
Tauler
324,2
), löuwe (
KvWTurn
375
), loͤwe (
Seuse
420,8
); auch leu, Dat. Sg. leun (
AvaLJ
205,5;
Pass III
564,89;
[
:gedreun
]
Iw
6257
) und lev (
PsM
H 66,2
); wegen der Allographie von u/ v ist der Lautwert der Schreibformen
leu und lev im Einzelfall zu bestimmen; Lehnwort aus lat.
leo (vgl. EWA 5,1218–22), das als Subj. (Nom. Sg.) mhd. Sätze vorkommt,
Pl. ist auch dort lëwen, weshalb hier auch leo mitbehandelt wird
(s.u. 1 und 6; vgl. AWB 5,867).
‘Löwe’
1 allg. 2 in Vergleichen (weitere Belege vgl. Friedrich, PhrasWB, S. 268f., und Batereau,
Tiere, S. 42-45) 2.1 bezogen auf äußerliche Merkmale 2.2 bezogen auf dem Löwen zugeschriebene Eigenschaften wie Mut, Stärke, Wildheit u.ä. 2.3 bezogen auf den Umgang mit Löwen 3 als christl. Symbol (vgl. LThK 6,1069f.) 3.1 für Gott bzw. Christus 3.2 für den Evangelisten Markus 4 in der Physiologus-Tradition gebiert die Löwin tote Junge, die durch das Brüllen
des Vaters lebendig werden (dort allegor. für die Auferstehung; vgl.
lëwelîn
,
lëwinkel
,
lëwinkelîn
,
lëwinne
) 5 als Wappentier 6 als Tierkreiszeichen (vgl. Deschler, Astron. Term., S. 121f. u.ö.) 7 als Bestandteil von Personen- und Hausnamen (vgl. WMU 2,1128 mit weiteren Belegen)
1
allg.:
etwenne izzet ein wolf einen menschen vnde den wolf ein ber
vnde den beren ein lowe Lucid
136,23;
wir erlouben in ouch, daz sie wolfen, luncen [vgl.
lunze
] , beren unde lewen âne iagehunde schaden unde
sie niht durch kurcewîle, sunder durch gemeinen vromen verderben
StatDtOrd
47,36;
an dem fullemvnde [Fundament] / was
der sule iegelich / eime lewen glich Herb
10756;
des lewen vaizten [Fett] mit
rôsenöl gemischt behüett des menschen antlütz vor flecken BdN
144,23;
von dem lewen. leo ist ain künig aller andern tier ebd.
142,32;
Lanc
248,22;
Renner
21749;
der lewe ist âne vorhte niht, / swenne er einen wîzen hanen siht ebd.
19283;
so der leo slafet so uuachent sinu ougen ÄPhys
1,11;
BdN
143,23;
der lebe bezeichent, so man seit, / uns di obirmutigen
kundikeit Brun
9399;
Gen
95;
Konr
9,60
2
in Vergleichen (weitere Belege vgl. Friedrich, PhrasWB, S. 268f., und Batereau,
Tiere, S. 42-45)
2.1
bezogen auf äußerliche Merkmale:
als eines lewen stimme der rîche künec
[Etzel] erdôz / mit herzen leidem wuofe
NibB
2234,2;
die nagele wâren niht ze lieht; / wan mir diu âventiure
gieht, / si stüenden als eins lewen klân Parz
314,9
2.2
bezogen auf dem Löwen zugeschriebene Eigenschaften wie Mut, Stärke, Wildheit
u.ä.:
dô gwan der helt [Alexander] gût
/ eines zurnigen lewen mût SAlex
1032;
vnt [der Sultan] vert âne erberme rehte alse
ein irzvrnetir low UrkCorp (WMU)
93,28;
der tuvel ist so chune / alsam der lewo wilde, / ja vert er
ruhelente [brüllend] , / wi er uns muge verswelhen
HimmlJer
148;
die gen den êren schînent hasen / und sam die lewen
kreftic in den schanden KLD: Kzl
16: 3,16;
Rol
4007;
Parz
737,21;
Herb
13017;
StatDtOrd
24,18
2.3
bezogen auf den Umgang mit Löwen:
da under hette her einin riesin vreisam / des moste man
groze hote han / der gien gebunden alse ein levve Roth
760
3
als christl. Symbol (vgl. LThK 6,1069f.)
3.1
für Gott bzw. Christus:
sie sagten dirs one sach nit, wann der lewe das ist got
selber. das got selb mit dem lewen ist bezeichent, das ist ware, wann er meister
ist ob allen thiern Lanc
247,32;
Christ, vnvberwnden lev [interl. zu Christus, invictus
leo
]
PsM
H 66,2;
HeslApk
8408;
TannhBu
87
3.2
für den Evangelisten Markus:
sanctus Marcus ist gebenmazzet eimme lewen
Spec
118,16;
Marcus [...] der wart sit
gesehen under den vieren vehen, / [...], daz er ein leu
ware, / der uns gesagen chunde von gotes urstende AvaLJ
205,5;
HeslApk
8421
4
in der Physiologus-Tradition gebiert die Löwin tote Junge, die durch das Brüllen
des Vaters lebendig werden (dort allegor. für die Auferstehung; vgl.
lëwelîn
,
lëwinkel
,
lëwinkelîn
,
lëwinne
):
den lewen sîn muoter tôt gebirt: / von sîns vater galme er
lebendec wirt Parz
738,19;
des löuwen welfer lebende tuot / sîn
wüefen [Brüllen] unde sîn geschrei
KvWLd
1,65;
JPhys
1,30;
BdN
143,14.
204,2;
Frl
1:12,14
u.ö.
– in Anspielung darauf:
der heiden ruof sô lût erhal, / es möhten lewen welf
genesen Wh
40,5
5
als Wappentier:
der schilt mit einem wilden / löuwen stuont verdecket
KvWTurn
375
u.ö.;
Rol
3986;
UvZLanz
4422;
Eracl
5004;
Lanc
391,15
6
als Tierkreiszeichen (vgl. Deschler, Astron. Term., S. 121f. u.ö.):
die namen und die ordnung und die zal der himelzaichen die
sint also: wider, ohs, zwinlein, krebs, leo, juncfreulein, wag, schorp, schuͤtzlein,
stainpok, krug, vischlein KvMSph
23,3;
daz fuͤnft haizzet der leb, wanne der sunnen kraft ist danne
gremsig als ain leb ebd.
23,17;
BdN
144,34.
468,11;
MNat
7,5;
Frl
3:16,3
7
als Bestandteil von Personen- und Hausnamen (vgl. WMU 2,1128 mit weiteren
Belegen):
Johannes der Loͤwe UrkCorp (WMU)
1103,28;
das hus hern Vͦlriches, dem man sprichet ze dem Rôten Loͤwen ebd.
3053,15
u.ö.
MWB 3,3 1097,7; Bearbeiterin: Baumgarte
lëwechîn
stN.
Dimin. zu
lëwe
, ‘kleiner Löwe, Löwenjunges’
das kint halßt den lewen mit beiden armen und zwang yn als
ob es yn wurgen wolt. diß beschauweten alle die da waren zu wunder und nanten das
kint lewechin Lanc
305,15
MWB 3,3 1098,30; Bearbeiterin: Baumgarte
lëwelîn, lëwel
stN.
hier auch leolîn; Dimin. zu
lëwe
.
1
‘kleiner Löwe’
2
‘Löwenjunges’
1
‘kleiner Löwe’
bi ietweder hant [an Salomos
Thron] was ein leo gemachet. [...] vͤf den
sehs greden [Stufen] stuͤnden vͦf zwelf lewelin
Konr
18,6
2
‘Löwenjunges’
sô diu lewinn gepirt, sô slâfen die lewel drei tag unz der
vater kümt, der schreit gar laut ob in, von dem geschrai erschrickent si und
erwachent BdN
143,12
(vgl.
lëwe
4);
dâ von twanc er [Chiron] die
lunzen [Löwin ?, vgl. lunze
2
] , / daz si diu jungen löuwelîn / liez âne
sûgen dicke sîn, / und ir brüste Achille bôt KvWTroj
6043.
13689;
leunculus: leolin VocOpt
45.120
MWB 3,3 1098,35; Bearbeiterin: Baumgarte
lëwenbërc
stM.
‘Löwenberg’ (zur Anspielung auf das Hohe Lied, bes. Ct 4,8, vgl.
Anm.z.St.):
‘kom, lieb, kom’, sust wirt sin warten / dort uf dem lewenberge von mirren
Frl
1:3,11
MWB 3,3 1098,48; Bearbeiterin: Baumgarte
lëwengarte
swM.
‘Löwengehege’
der [Engel] en [ihn
(Daniel)] troste / und uz dem lewengarten loste, / in den er was
gesatzet [Dn 6,17-23]
HistAE
4382
MWB 3,3 1098,52; Bearbeiterin: Baumgarte
lëwengeslehte
stN.
wohl ‘Zugehöriger zum Geschlecht der Löwen’
sîn hals was ime [dem Pferd
Bucephalus] lockehte, / ih wêne iz wêre lewingeslehte
SAlex
289;
VAlex
250
MWB 3,3 1098,56; Bearbeiterin: Baumgarte
lëwengewalt
stF.
‘Machtbereich, Gewalt von Löwen’
Daniel in siner einvalt / wart irlost uz lewengewalt [
de ore
leonum 1 Mcc 2,60]
Macc
1974
MWB 3,3 1098,60; Bearbeiterin: Baumgarte
lëwenhërze
swN.
‘Herz eines Löwen’
wir muͤzen an ritterschefte bi disen [den beschriebenen
heldenhaften Rittern] sin die blinden / der kunst und ouch der
krefte. eintweder sint verwehselt [verwandelt] wir ze
kinden, / oder si habent lewen herz verslunden JTit
4602,3
MWB 3,3 1098,63; Bearbeiterin: Baumgarte
lëwenhût
stF.
‘Löwenfell’
da sach er mengen wilden man, / sy trügend alle claider an /
gemachett uss löwen hütten GTroj
20209.
20232;
vir elefant dy tragin den grozen Chaam in eyme hus, das ist gemacht von rore
und ist bedact mit lewin hutin MarcoPolo
24,28.
25,6
MWB 3,3 1099,5; Bearbeiterin: Baumgarte
lëwenkint
stN.
‘Löwenjunges’
zwuschen lewenkinder, her [er,
David] seit, / slif ich mit grozer trubheit Brun
10125.
10127
MWB 3,3 1099,11; Bearbeiterin: Baumgarte |