l – lâchen lâchen – laden laden – Lahrein lahs – lampartisch lampe – lanclëbic lanclîbe – lancwat lancwiric – lant|âht|acker lantâhte – lantgemeine lantgenôʒ – lantleite lantliut – lantreister lantrihtære – lantsidel lantsidel – lanttwingære lanturliuge – lantwîn lantwîp – larrûn larventier – lasterkleit lasterkôsen – lasterwunde lastkarre – Latrisëte latrôn – læʒic (?) læʒlich – lëbendic lëbendigen – lebezelte lëbezuht – 3lecken lëcken – lëder|gerwe lëderhosære – lëdic|sagunge lëdic|vrî – lëgerhort lëgerhuobe – lêhengëlt lêhenguot – lêhensrëhten lêhensteidinc – leidebërnde 1leiden – leienphrüende leienrëht – leissup leist – leiterboum leiteren – leitstap leitstërne – lemmelîn lemnisse – lenderieren lenderl – lenke lenken – lêrchenmunt lêre – lërnkint lërnknabe – lësemeister lësen – lettener letter – levîte lëwe – lëwinne leyô – lîch lîch – lîchphenninc lîchreste – 1liden 2liden – lîdunge lie – liegære liegærinne – liehticheit liehtkerze – liehtvaʒ liehtvlüʒʒic – liepsuochende liep|swinderinne – lîhenisse lîhkouf – lîhtsüeʒe lîhkouf stM. lîhlewe stF. lîhte Adv. lîhte stF. 1lîhte Adj. 2lîhte Adj. lîhtebære Adj. lîhtegërne stF. lîhtelich Adj. lîhten swV. lîhteren swV. lîhterunge stF. lîhtgemuot Adj. lîhtgemuotic Adj. lîhticheit stF. lîhticlîche Adv. lîhtigen swV. lîhtmüete stF. lîhtmüetic Adj. lîhtmüeticheit stF. lîhtsam Adj., Adv. lîhtsenfte Adj. lîhtsenfte stF. lîhtsenfticheit stF. lîhtsüeʒe a lîhtunge – 2lîm (?) limbel – lindelîche 1linden – lînhose linie – lînsoc linster – lîpgedinge lîpgedingede – lippenlappen lippe|swër – listen lîsten – 2lit lit- – litze litze – liut- liutærinne – liutsælde liutsælic – löbelach lobelich – loc loch – lodewërc lœdingære – lônærinne lônbære – lônen
|
lîhkouf
stM.
→
lîtkouf
MWB 3,3 1157,56;
lîhlewe
stF.
‘Narbe’ (vgl. ahd. lîhleuuî, AWB 5,981, und mnd.
lîklawe, Schiller/ Lübben 2,697):
sin antzlit was im vol lilewen Lanc
328,11
MWB 3,3 1157,57; Bearbeiter: Richter
lîhte
Adv.
(zu
2lîhte
Adj.); häufig mit vil
verstärkt.
1
‘leicht, mit Leichtigkeit’
2
‘vielleicht, möglicherweise, eventuell’
3
‘ein wenig, in geringem Maße’
4
‘gerne, lieber’ ?
1
‘leicht, mit Leichtigkeit’
ei, wiͤ lichte du diͤ bürden druͤges! MarlbRh
42,15;
sô mach man den bôsen aller lîhtest chiesen Gen
771;
vogele deuwent sich lichter denne andir vleisch
SalArz
17,39.
18,47;
nu began des tievils rat / daran gedenchin das das wip / vil
lihtir gemuͦtin lip / ze gehin dingin hete RvEWchr
352.
15690;
KvHelmsd
2559;
Frl
13:48,4;
UrkCorp (WMU)
1142AB,32;
Barth
149,12
2
‘vielleicht, möglicherweise, eventuell’
[der Fürst] bat mit allem vlize do, / ob er da lichte
sturbe, / daz man [...] legete sinen lichamen / bi sante
Stephanum alda Pass III
47,51;
UrkCorp (WMU)
93,6;
waz, ob ir iuch vil lîhte baz bedenket noch? SM:
UvS
36: 4,6;
alsô tuon wir noch hiute in der werlte, als uns got in ein
arbeit lât komen, lîhte an vriunden die wir verliesen, oder daz uns der lîp von
siechtuom abe gât, sô ruofen wir got an BuchdKg
12,7;
StRAugsb
94,4;
ReinFu
K,1766;
BdN
109,32.
– mit höherer Wahrscheinlichkeit, bis hin zur Gewissheit ‘vermutlich,
sicherlich’
lîde ich durch got, wærlîche, sô wirt mir lîhte trôst und
vröude allez mîn lîden Eckh
5: 52,2;
ir hercz ist villicht fast edel, das hat man dick
gesehen Lanc
245,31;
ez tuot ein leit nâch liebe wê; / sô tuot ouch lîhte ein
liep nâch leide wol MF:Reinm
12: 4,2;
der [Angebeteten] mac ich
vergezzen niemer mê. / daz tuot mir nû vil lîhte wê ebd.
24: 4,6;
Iw
7016;
HeslApk
6780
3
‘ein wenig, in geringem Maße’
wenn er [
der
sneck
] kreucht, sô strecket er diu hörner; aber wie leicht man in
anrüert, sô zeucht er diu hörner ein BdN
303,4;
auch ist der wein leiht zæh gewesen ebd.
94,14;
swem wê ist umbe die brust, daz merch dâ bei. er swizet gern
umbe die brust [...] und ist lîht grüene under den ougen
Barth
157,11;
KvHeimHinv
564
4
‘gerne, lieber’?:
were aber, daz einer des [Aussage unter
Eid] nicht tuͦn wolte dar umme, daz er lichte nicht hete gesworn,
der sal die stat rumen in achte tagen also lange, biz er gesweret die warheit ze
sagene WüP
7h,7
MWB 3,3 1157,60; Bearbeiter: Richter
lîhte
stF.
1
‘Leichtheit, Leichtigkeit’
2
‘Unbeschwertheit, leichtes Gemüt’
1
‘Leichtheit, Leichtigkeit’
durch die lîhte in [den kostbaren
Stein] dünne sneit / swer in zeime tische maz Parz
233,22;
des steines geslehte, / sîne lîhte und sîne swâre
SAlex
7205;
Parad
35,13.
– in verderbter Stelle; hierher:
ez mac vil [Obj.] lichte
[Subj.] dez windes, / der vedern wet
Frl
7:19,9
2
‘Unbeschwertheit, leichtes Gemüt’
hab auch lieb die peicht, / sy schaffet deinem herczen
leicht, / sy ringert dir deinen sweͣren mut HvBurg
2996.
– übergehend zu ‘Leichtsinn’
swer von sînes muotes lîhte / sich in sünde stoezet, / der hât die sêle
enbloezet LvRegFr
4183;
das er sich an die lihte lie, / das was yme geschehen nye
Krone
26298
MWB 3,3 1158,37; Bearbeiter: Richter
1lîhte
Adj.
‘glatt, geglättet’
er [Gott] sprach ze dem herren Noe. fac tibi archam
de lignis leuigatis [Gn 6,14] . er sprach. mache dir ain
arche von lihtem holze PrSchw (St)
1,73
MWB 3,3 1158,51; Bearbeiter: Richter
2lîhte
Adj.
1
‘leicht, von geringem Gewicht’
1.1 allg. 1.2 von Kleidern ‘dünn, bequem’
1.3 von Nahrung ‘dünn, leichtverdaulich’ (?) 1.4 übertr. ‘geringfügig, unbedeutend’
2
‘unbelastet, unbeschwert’
3
‘behende, leichtfüßig’
4
‘mühelos, einfach, angenehm’
5
‘leichtfertig, lasterhaft’
1
‘leicht, von geringem Gewicht’
1.1
allg.:
o minne, du machest grosse burdin lichte, und kleinú
súnde dunket dich swere Mechth
5: 30,8;
dîn lant ist erlœset, / als der sîn schif
erœset [ausschöpft] : / ez ist vil deste lîhter
Parz
213,13;
vindit man abir die phenninge zv licht odir zv swarz oder zu hart, daz sal
man richten mit deme rechte, daz da vore gescribin ist UrkCorp
(WMU)
1161AB,44,40;
BdN
74,5.
373,10
1.2
von Kleidern ‘dünn, bequem’
ôwê, manger schœne, / die vil schœne wîb / dike ê giengen
schowen / ûf heide und in owen, / manig zarter lîb / in lîchtem kleide!
SM:Had
38: 1,7;
er sol also lichtú kleider tragen, als er nu traget;
mere bi siner hut sol er sich kleiden mit hertem gewande wider die manige
suͤssekeit, die er in siner hut enpfangen hat Mechth
6: 2,21
1.3
von Nahrung ‘dünn, leichtverdaulich’ (?):
jst auer [...] dat he noch in
groter kranheyt ys, so sal man eme lychte spyse geben, alz czegen
flez [Ziegenfleisch] gesoden ader weche egere vnde
gude supene von wyne vnde von egeren OvBaierl
30,3;
zwei gerihte der lîhsten, die man gibet an den convent
StatDtOrd
81,20.
– hier von Wein ‘von minderer Qualität’
er was sam der ezzich sûr, / gar lîchter wîn und
nicht tûr JvFrst
8544.
8549
1.4
übertr. ‘geringfügig, unbedeutend’
umbe die schult, die ein brûder hat getân, sie sî lîhte,
swêre, swêrer oder allerswêrest StatDtOrd
78,26.
79,1;
waenet si daz, daz ich den muot / von ir gescheide umbe
alse lîhten zorn? MF:Reinm
21: 5,2;
sô sul wir êre unde leben / umb sô lîhte sache niht geben
Wig
2260;
David von vorhten sere irschrag / das Oza da virdorbin
lag / von alse lihten dingin [vom Berühren der
Bundeslade]
RvEWchr
27999;
ir habt niht eines mannes muot, / ir sît noch lîhter
danne ein wîp EnikFb
3561;
LvRegSyon
3455;
PrBerth
1:568,2;
NibB
866,4.
– hierher oder zu 1.1?:
ir tæt tumplîche, gult ir daz [bezahltet
ihr den teuren, guten Stoff] , / ir koufet an dem lîhten
baz Eracl
3396.
– von niedrigem sozialen Stand:
dô diende man als es wol gezam / ir unde ir gesten, / den lîhten und
den besten En
884;
wan ich doch lîhtes künnes bin AHeinr
1170;
Kudr
656,3;
dô giengen lîht unde frum / alle für Virgilium
EnikWchr
23989;
er sî hôch oder lîht ebd.
26070
2
‘unbelastet, unbeschwert’
han ich mynen helm verlorn, ich bin als viel deste lichter,
und ist mir deste kúler, mir was doch zu heiß Lanc
388,29;
wan dat si [diejenigen, die die von Gott
auferlegte Bürde tragen] iͤmer duͥ lichter würden, / swiͤ vil mere
würd diͤ bürden MarlbRh
101,31.
–
lîhter wërden mit Dat.d.P. ‘gesundheitlich besser
gehen’
swelch gesunder sich mit [erg.
diptam
] berouchet, im wirt deste lichter
Macer
72,7;
ez waz ein gut ackerman, der dicke sich wart. so ime icht lichtere wart,
so waz er zu allen ziten in dem ackere eder an der arbeit HlReg
37,17
3
‘behende, leichtfüßig’
daz [körperliche Aktivität vor dem
Essen] machet den lip rosch [munter,
frisch] unde liht, unde erhitzit den magen wol ze dowenne
MNat
7,31.
– übertr.:
geistliche freude [...] machit
den menschin licht zu allin gudin dingin und irhebit un pobin sich selbin
Parad
62,20
4
‘mühelos, einfach, angenehm’
die siner taugen niht mohten gevahen noch erfuͤllen, den hat
er senfteriu und lichteriu gebot gegeben PrOberalt
67,9;
tugende machent unmügelîchiu dinc mügelich und ouch lîht und
süeze Eckh
5: 59,13.
5: 39,12;
dâ fur wil ich dir zeigen ein vil lîht erzenîe, diu endarf dir
umbe daz niht versmâhen Barth
153,10.
153,28;
RvEWh
4405;
Tr
11261;
Wig
3637.
–
mit lîhtem dinge/ mit lîhten dingen
‘mit Leichtigkeit, auf angenehme Weise’
mit lîhtem dinge / möht ich niht gesagen daz, / wie rehte
rîterlîch er saz UvZLanz
5166;
si gelônet mir mit lîhten dingen wol MF:
Reinm
10: 5,6;
SM:Gl
1: 8,9;
Rôme unde Laterân / solden sie betwingen / (daz geschæh
mit lîhten dingen) Eracl
4670
5
‘leichtfertig, lasterhaft’
wer an der nasen langeu naslöcher hât und dünneu, der ist
gæch und ain tôr und leiht BdN
45,27;
ein man wirt schanden riche, / dem also ist gemuot der lip, / daz er alsam ein
lichtez wip / manig valscher liebe phliget UvLFrb
1772;
er dûht die andern lîhte, / den man dâ niht sach sorgen / ûf
den tac morgen Ottok
58540;
kain lichtes noch kain uppig wort / ist von ir munde nie
gehoͤrt WernhMl
1081;
WüP
7i,16;
Wernh
A 4246;
Lanc
517,25.
–
~
zuo etw. ‘geneigt zu, empfänglich/ offen für etw.’
her [der Teufel] machet in
[den Menschen] lichte / und geringe zu den
sunden, / biz sie dran werden vunden HeslApk
13390
MWB 3,3 1158,55; Bearbeiter: Richter
lîhtebære
Adj.
‘leicht, ohne Anstrengung’
swie gar ein wildez wunder / diu selbe sache wære, / si was
doch lihtebære / ze tuonne siner [Christi] magencraft
KvWGS
1706
MWB 3,3 1160,19; Bearbeiter: Richter
lîhtegërne
stF.
‘(Verlangen nach) Leichtsinn, Leichtfertigkeit’
swer [...] ze sînen iârn chumt, chan er des heiligen
glouben niht unde wil in durh sine lihtegerne niht lernen, wirt der also funden, der
ist verlorn BenedGlB
357,22
MWB 3,3 1160,23; Bearbeiter: Richter
lîhtelich
Adj. , -lîche
Adv.
adv. auch -lîchen.
‘leicht, einfach, auf einfache Art und Weise’
der sarc wart dar uf [auf den
Wagen] getragen / mit lichtlicher arbeit Pass I/II
(HSW)
25365;
so werdent die bewegung, von den die creature beweget
werdent, den creaturen naturiliche unde liehtlich [
connaturales et
faciles
]
ThvASu
212,26;
NvJer
7769.
– meist adv.:
ich wil lichtlich und slecht / den text, mag ich, uz legen
recht Hiob
495;
for der zit muystin alle lude zu der helle, aber nu gnugit gode
lichtliche, wan mit eyme reinen herzin ist ez gnuc Parad
1,4;
zu allir vrist / menschlîch sin geneigit ist / lîchtlîch hin
zu missetât NvJer
6989;
Pelzb
136,26;
Tauler
81,31;
MarcoPolo
21,16
MWB 3,3 1160,28; Bearbeiter: Richter
lîhten
swV.
1
‘leichter, erträglicher machen, erleichtern’
2
‘leichter werden, Linderung erhalten’
1
‘leichter, erträglicher machen, erleichtern’
Gote lichte alle uwer swere Elis
2529;
du kanst wol lichten schweren mütt GTroj
7520;
KLD: WvBreis
3:2,9;
umme diese schulde [...] verlûset
ein brûder sin crûce [...], biz daz ime der oberste unde
die brûdere gelîhten sîne bûze StatDtOrd
82,39;
der huoste [Husten] mant uns daz wir bîhten / und
die sêle von sünden lîhten Renner
23800;
lichte mir min bander [Fesseln] !
Minneb
2027;
HeslApk
8192.
–
uon ê diner lerest du in. daz du gelihtest im uon tagen ubelen
[interl. zu ut mitiges ei a diebus
malis
] unz gegraben werde dem suntære div grube
PsM
93,13.
–
‘(Sünden, Schuld) erlassen’
deme menschen wirt gelihtit, / der hie [im
Jordan] genczliche bihtit PrHess
13,171;
der sünden furt gesîhtet [seicht gemacht] / und
antlæzlich gelîhtet / wirt von ir gnâden vollen / den die mit sünden sint
bewollen, / von der maget wol getân [Maria]
UvEtzWh
3156.
– mit Akk.d.P. ‘jmdm. das Gewissen erleichtern’
so [wenn er krank im Bett liegt]
sendet er vil harte / nach dem ewarte, / daz er in gelihte, / unze er getuo sine
bihte Hochz
634
2
‘leichter werden, Linderung erhalten’
wer der helle uber wesen / welle und an der sele gnesen, /
der sol gerne bihten / und an der sele lihten HvNstGZ
6589;
hilf uns unser sünde bîhten / lûterlîchen unde lîhten / von gedanken worten
werken: / dû maht uns ze guote sterken MarGr 18
596
MWB 3,3 1160,42; Bearbeiter: Richter
lîhteren, lîhtern
swV.
1
‘leichter, erträglicher machen, erleichtern, lindern’
2
‘von einer Last befreien’
3
‘leichter werden’
1
‘leichter, erträglicher machen, erleichtern, lindern’
daz waltrint hât die art, ist, daz man im gar ain swær pürd
wider seinen willen auflegt, [...] mag man ez niht leiht
auf pringen, wie vast man ez sleht, man leihter im dann die pürd, dâ mit ez beswært
was BdN
123,22;
biz daz ime die bûze [...] ein teil
gelîhteret werde oder gar abegenumen werde StatDtOrd
88,12;
daz sie vns die zil [Zahlungstermine] liehtern vnd
lengern UrkCorp (WMU)
547,1;
gelîhter unsern hôhen pîn RvEGer
2101;
din kreftiges widerstan den súnden sol mir daz gemuͤte
lichteren; din andehtiges herz sol alles min ser senften Seuse
216,1;
GTroj
54;
SM:Gl
1: 12,35
2
‘von einer Last befreien’
so lang reyt er [ein Ritter] biß
ers [das Kind Lancelot] fand, das es allererst off syn
pfert was geseßen, wann es [das Pferd] als vil was
gelichtert das es des reches nit entrug Lanc
38,27;
daz herze ist ze herte daz [...] nit gelihtret wirt
von den kúnftigen dingen oder froͤden PrGeorg
56,24.
– wohl hierher:
alse die guͦten mit micheler snelheit sint
gelihteret [
sunt alleviati
] , also
werdent die úbelin mit micheler trakeit beswert Lucid
159,14
3
‘leichter werden’
von dem smakke der kriuter guot, / lîhtert mir mîn swærer muot
Nachtigall
136.
– refl.:
gâ [rasch] leihtert sich mein ungemach; / mir
ist, wie ich erwachet sei / von sweren trawmen Syon
286
MWB 3,3 1161,7; Bearbeiter: Richter
lîhterunge
stF.
‘Erleichterung, Minderung’
sie liezen ledec ûf dem wege / die soumer stân und ûz ir
phlege, / und was in ze vlühte gâch. / [...] / sie wurfen
al gelîche ir habe / durch lîhterunge von in abe RvEAlex
7970;
daz wir dur vnser nôt vnd lihterunge vnsers geltis
[Geldschuld] den hof ze Gelterchingen
[...] geben haben vnd verkoͮffet UrkCorp
(WMU)
977,35
MWB 3,3 1161,34; Bearbeiter: Richter
lîhtgemuot
Adj.
‘leichtsinnig’, hier subst.:
dem lîht gemuoten dem ist iemer wol / mit lîhten dingen, als ez sol
Walth
96,13
MWB 3,3 1161,42; Bearbeiter: Richter
lîhtgemuotic
Adj.
‘leichtsinnig, sorglos’
swenne daz wachin [die
Schlaflosigkeit] ist uon der svarcen colera. so
[...] gewinnet der man sorgin. angest. vnde gedanken.
so daz wachin ist uon deme gesalcenen fleuma so wirt man trege. vnde licht gemutic
[La. (Hs. C) leiht gemvtich
]
SalArz
32,46
MWB 3,3 1161,45; Bearbeiter: Richter
lîhticheit
stF.
1
‘Leichtigkeit’
2
‘Kleinigkeit, Geringfügiges’
3
‘Leichtfertigkeit, Leichtsinn’
1
‘Leichtigkeit’
wem träumt, daz er flieg, daz bedäut überig trücken an im und
behendikait und leihtikait seins pluots und anderr seinr fäuhten BdN
53,24.
–
und [der Brief] sal gewurt
[gebracht] werdin von den sachwalden adir von
irin sichirn boten bis zu Lubech, sundir vorsprechin adir ouch allirhande
teydingisluyte durch lichtigkeit [um den Aufwand gering zu
halten] , der vare und ouch de zerunge UrkPreuss
3,66
(a. 1343)
2
‘Kleinigkeit, Geringfügiges’
vil selten man si [Maria] lachen
sach, / [...]. / kainer lichtekait si lachot nút
WernhMl
1099
3
‘Leichtfertigkeit, Leichtsinn’
so kumt die lihtekeit mines gemuͤtes und verwiset mir mine
unstetekeit Mechth
7: 6,8;
es [
contempliren
] mahet uns gesichtich,
leschet an uns ubermuͦt, hôhfart und leihtichait, behaltet uns in diemut und sezzet
uns in gocz vorcht MvHeilFr
48;
so des menschen munt lobet unsern herren [...], ist
die wile sin herce mit lihtekeite und mit itelkeite begriffen, so wirt sin gebet
Gote ein gespotte HlReg
15,1;
BrAdm
6;
MF:Veld
8:1
MWB 3,3 1161,52; Bearbeiter: Richter
lîhticlîche
Adv.
auch -lîchen.
1
‘leicht, einfach, ohne Anstrengung’
2
‘bereitwillig, unbeschwert, leichten Herzens’
3
‘leichtfertig, leichtsinnig’
1
‘leicht, einfach, ohne Anstrengung’
die búrde soltu lichtecliche tragen Tauler
27,25;
RvEWchr
20945;
nicht wol [La.
lichteclich
] underscheiden / konde ein ieglich mensche
sie [die Brüder Jesus und Jakob]
Pass I/II (HSW)
29570;
man spricht auch, ob diu frawe irn âtem halt in der gepurt,
daz si dester leihticleicher geper BdN
42,12.
129,32;
die ripp sint dem pauch zuo gesellt zuo ainr huot und zuo ainr
sicherheit, daz er iht leichticleich versêrt werd ebd.
31,33.
27,30.
–
‘leicht gerüstet, mit wenig Gepäck’
sie [Ritter] wæren muotes rîche
/ und vüern doch lîhteclîche: / sie vuorten niuwan schilte – / nihtes sie
bevilte – / und phîl in ir handen RvEAlex
5154.
18647
2
‘bereitwillig, unbeschwert, leichten Herzens’
der mensche [...] sol ainvalticliche vnde
demuͦticliche gehorsam sin vnde lihtecliche tuͦn, daz man in haizit PrGeorg
(Sch)
20,166;
es ist ain loblich tugent / swer in alter ald in jugent / die
armuͦt lihteclichen treit SHort
5179;
nu ist ein vrâge, war umme di jungen vrowen und di mertelêre alsô
lîchteclîchen ire lîchamen gêben zu tôdene HvFritzlHl
157,17;
pei dem visch [der
merspinne
] verstêt man die läut, die leihticleich ir
ôren naigent zuo pœsem sagen von dem næhsten BdN
246,21
3
‘leichtfertig, leichtsinnig’
ouch ensol man niht lîhticlîchen, als man ze dem sacramente
wil gân, daz [das Beichten] übergân Eckh
5: 275,7;
wilt du aber lichtiglichen dar zuͦ
[Zank] gebaren, als etlich toͤrin tuͦn, die da mit
reitzlichen wincken vergifften, so bist du tod Seuse
483,18;
BdN
246,26;
HvFritzlHl
36,2
MWB 3,3 1162,10; Bearbeiter: Richter
lîhtigen
swV.
‘etw. leichter machen, mindern’
ach, Iesu, [...] lihtege mir mines herzen pin
PassSpM
289
MWB 3,3 1162,42; Bearbeiter: Richter
lîhtmüete
stF.
‘Leichtsinn’
swenne der biscof durch sin lihtmuote sine cristenhait versuͦmet mit sime
gerihte oder mit dem gots wort, [...] da hat er allez sins
herren ampt vil ubel an gehaldet Konr (Sch)
140,20
MWB 3,3 1162,45; Bearbeiter: Richter
lîhtmüetic
Adj.
‘leichtsinnig’
di swære sint und træge sint und lîhtmuotich, di suln wizzen, daz in durft ist
guoter warnunge, daz si ringen muot gewinnen und willigez herze in daz dînest ir
schepfers PrStPaul
66,18;
von söllichs muͦtwillens und unordenlichen lebens wegen das
sich in vergangen zeyten oft und dicke hie zuͦ Augspurg zwischen lichtmütigen
eelüten wider das gepott des allmächtigen gotes [...]
gefüget hant StRAugsb
259,19
MWB 3,3 1162,50; Bearbeiter: Richter
lîhtmüeticheit
stF.
‘Leichtsinn, Leichtfertigkeit’
ouch bringent sú [
die neigunge der
sinnelicher krefte
] in bewegunge liebes und leides,
froͤude und trurikeit, begerunge und vorhte, sorgveltikeit und lihtmuͤtikeit
Tauler
10,23
MWB 3,3 1162,60; Bearbeiter: Richter
lîhtsam
Adj., Adv.
1
‘einfach, umstandslos’
2
‘gering’
1
‘einfach, umstandslos’
so etwer newlich ze der bekerd chomen wil dem sol niht
leichtsam [
facilis
] der ein
gank [der Eintritt] verlihen werden
BrAlt
58;
ez machet ime sîn arbeit / senfte und harte lîhtsam
Tr
3875;
StatDtOrd
71,20;
PrGeorg (Sch)
24,17
2
‘gering’
er hât vil manegen man geschant / durch harte lîhtsamiu dinc
UvZLanz
737
MWB 3,3 1163,1; Bearbeiter: Richter
lîhtsenfte
Adj.
‘sanftmütig, nachsichtig, weichherzig’
er was ain licht senffter man vnd tedt den lüten guͤtlich
Kuchim
34,16;
einer [als Kandidat für den Thron] dunket uns niht
guot, / der ist ze lîhtsenfte gemuot; / etlîcher ist ze karc; / genuoge dunkent uns
niht starc / an hêrschaft und an rîcheit; / [...]: / alsus
ist uns niemen guot RvEGer
5462.
–
‘nachlässig, unachtsam’
daz sie [Geistliche] lîhtsemfte [Hs.
lihtsemft
] sint worden an gotes dienste und
ungedultic BMZ
2,2:51b,4
(aus theol.-myst. Textsammlung in cgm 100, f. 144v)
MWB 3,3 1163,9; Bearbeiter: Richter
lîhtsenfte
stF.
‘Weichherzigkeit, Nachsicht’
durch die selben geschiht [um Alexanders Freude
nicht zu trüben] / wold ers im lîhter sagen niht. / doch ist diu
lîhtsenfte niht guot, / diu lîhte grôzen schaden tuot RvEAlex
18993;
dén [Eli und seinen Nachkommen]
wurde ewarten ampt benomen / und sinin viendin gegebin, / durh das er sinir kinde
lebin / und ir súntlich unfuͦg / durh groze liht sempfte virtruͦg [vgl.
I Sm 2 und 3]
RvEWchr
22088
MWB 3,3 1163,20; Bearbeiter: Richter
lîhtsenfticheit
stF.
‘Nachsicht, Laschheit’
alle die sünde, die sie [geistliche und weltliche
Richter] vertragent und ir niht wernt und alsô hin lâzent gên
durch miete [...] oder durch lîhtsenftekeit,
[...], die varnt [...] hin zer
helle PrBerth
1:217,22
MWB 3,3 1163,30; Bearbeiter: Richter
lîhtsüeʒe
a
→
liehtsüeʒe
MWB 3,3 1163,35; |