l – lâchen lâchen – laden laden – Lahrein lahs – lampartisch lampe – lanclëbic lanclîbe – lancwat lancwiric – lant|âht|acker lantâhte – lantgemeine lantgenôʒ – lantleite lantliut – lantreister lantrihtære – lantsidel lantsidel – lanttwingære lanturliuge – lantwîn lantwîp – larrûn larventier – lasterkleit lasterkôsen – lasterwunde lastkarre – Latrisëte latrôn – læʒic (?) læʒlich – lëbendic lëbendigen – lebezelte lëbezuht – 3lecken lëcken – lëder|gerwe lëderhosære – lëdic|sagunge lëdic|vrî – lëgerhort lëgerhuobe – lêhengëlt lêhenguot – lêhensrëhten lêhensteidinc – leidebërnde 1leiden – leienphrüende leienrëht – leissup leist – leiterboum leiteren – leitstap leitstërne – lemmelîn lemnisse – lenderieren lenderl – lenke lenken – lêrchenmunt lêre – lërnkint lërnknabe – lësemeister lësen – lettener letter – levîte lëwe – lëwinne leyô – lîch lîch – lîchphenninc lîchreste – 1liden 2liden – lîdunge lie – liegære liegærinne – liehticheit liehtkerze – liehtvaʒ liehtvlüʒʒic – liepsuochende liep|swinderinne – lîhenisse lîhkouf – lîhtsüeʒe lîhtunge – 2lîm (?) limbel – lindelîche 1linden – lînhose linie – lînsoc linster – lîpgedinge lîpgedingede – lippenlappen lîpgedingede stN. lîpgedingen swV. lîpgedultic Adj. lîpgeræte stN. lîpgeziuc stN. lîphabede stF. lîphaft Adj. lîphafte stF. lîphaften swV. lîphaftic Adj. lîphafticheit stF. lîphafticlîche Adv. lîphaftigen swV. lîpheit stF. lîpkorn stN. lîplich Adj. lîplîcheit stF. lîplöchel stN. lîplôs Adj. lîpnar stF. lîpnaric Adj. lîpnarunge stF. lipparêâ Subst. lippe swF. lippenlappen swV. lippe|swër – listen lîsten – 2lit lit- – litze litze – liut- liutærinne – liutsælde liutsælic – löbelach lobelich – loc loch – lodewërc lœdingære – lônærinne lônbære – lônen
|
lîpgedingede
stN.
Bez. für ein lebenslanges Nutzungsrecht an i. d. R. für das Auskommen notwendigen
Gütern sowie Bez. für diese Güter selbst, ‘Leibgedinge’ (vgl. DRW 8,1076 und
bes. z. Sache 2HRG 3,800-803 s.v. Leibzucht; s. ferner
lîpgedinge
):
der wingart [...], den ich han ze ainem libgedingede
von den erberen herrun abbet Eberhart vnd der samenunge des closters Zviwltvͦn
UrkCorp (WMU)
2450,27;
dhe vrowe van Zassen, dher junghen hertzoghen muͦder, dhe scal in dheme vor
benomenden tollen twe hundert march an lip ghedingede behalden ebd.
2438,1;
DRW
8,1076
(ZGO.; a. 1256)
MWB 3,3 1188,40; Bearbeiter: Luxner
lîpgedingen
swV.
‘jmdn. mit einem →
lîpgedinge
ausstatten’
wer auer, daz vnser ainer ain hausfraun hiet vnd die gemargngabt hiet vnd
geleipgedingt UrkCorp (WMU)
N514,29
MWB 3,3 1188,53; Bearbeiter: Luxner
lîpgedultic
Adj.
‘sich leiblichen Begierden hingebend’, hier subst.:
daz Finees in [Gott] rach / an den
lib geduldigen [vgl. Nm 25,6-13]
HeslApk
2931
MWB 3,3 1188,57; Bearbeiter: Luxner
lîpgeræte
stN.
was zum Leben notwendig ist, ‘Lebens-, Nahrungsmittel’ (s. a.
lîpnar
und
lîprât
), hier übertr.:
si truogen verborgen / innerthalp der wæte / daz beste
lîpgeræte, / daz man zer werlde gehaben kan. / [...] / daz
was diu reine triuwe; / diu gebalsemete minne, / diu lîbe unde sinne / als
inneclîche sanfte tuot, / diu herze vuoret unde muot: / diu was ir bestiu lîpnar
Tr
16826
MWB 3,3 1188,61; Bearbeiter: Luxner
lîpgeziuc
stN.
Bez. für ein lebenslanges Nutzungsrecht an i. d. R. für das Auskommen notwendigen
Gütern sowie Bez. für diese Güter selbst, ‘Leibgedinge’ (vgl. DRW 8,1090f.
und bes. z. Sache 2HRG 3,800-803 s. v. Leibzucht; vgl.
lîpdinc
,
lîpgedinge
sowie
lîpzuht
), hier im Rahmen der Witwenversorgung:
lipgeczuk mak den vrowen nymant gebrechin, wedir na geborn noch erbe noch
nymant, uf den daz gut irstirbit, si en vorwirke is selbir, alzo daz sie obizboume
us houwe adir lute von dem gute vortribe, di czu dem gute geborn sint, adir czu
welicher weis si ir lipgeczuk us von irre were
[Besitzrecht] lesit RbNeumarkt
134;
SSp (W)
3:38,4
MWB 3,3 1189,5; Bearbeiter: Luxner
lîphabede
stF.
hier lîfhovede.
‘Leben, Leiblichkeit’
dat is wider muͦde van wereltlichen schanden, ove van dode
[Absterben] irer lifhovede, ove van ires selves
sucheden Lilie
3,33
MWB 3,3 1189,19; Bearbeiter: Luxner
lîphaft
Adj.
auch liep- (
HvNstAp
7084
) und lieb- (
Vät
1490
).
1
‘lebendig, lebend’
2
‘körperlich, einen (vergänglichen) Körper habend’ , im relig. Sinne auch
‘vergänglich, weltlich’
3
‘leibhaftig, persönlich’
1
‘lebendig, lebend’
die storben und irstunden san / und vuren
[...] / uf in den himel al liphaft
HeslApk
19989;
daz Enoch und Helyas der wise / vor aller diet durch wunder liphaft behalten
sint in paradise JTit
83,4;
so liebhaft sie vunden / Antonium, den Gotes degen
Vät
1490;
MarHimmelf
1503;
Pass I/II (HSW)
26320.
–
‘vital, voller Lebenskraft’
si gewunnen von ir [
der
wurtzen
] hohe kraft, / das sy wurden liephaft
HvNstAp
7084;
daz ich lîphaft und gesunt / belîben sol ûf erden
KvWTroj
20582;
Vät
1502.
16387
2
‘körperlich, einen (vergänglichen) Körper habend’, im relig. Sinne auch
‘vergänglich, weltlich’
dâ von [vom Kontakt mit der Zeit/ Vergänglichkeit]
wirt si [die Seele] wandelhaftic und geneiget ûf
lîphaftiu dinc Eckh
2:134,4;
alle crêatûren, die lîphaft sint ebd.
2:567,6.
–
‘stofflich, gegenständlich, materiell’
swâ ez [
daz lieht
] sich ûf giuzet,
daz beroubet ez zît und stat und aller lîphafter bilde
[Vorstellungen] und alles des, daz vremde ist
Eckh
2:347,3;
das der liphafte himel vnd dv̍ svnne vnd och die sternen, das die als
wenung hant ze tvͦnde mit der zit, nicht want das si echt rvͦrent die zit ebd.
2:456,4
3
‘leibhaftig, persönlich’
Got ist so chuone, daz der unchustige tievel / vernemen noch ergrunden mach
dei gotes tougen liphaft MillPhys
35,2;
des muoz man wol der megde jehen / [...], / die Got
lîphaft ze himel nam RvZw
Leich 70;
als nimt der priester Gotes brot / unde sin liphafte blut
HeslApk
13137.
12218;
LBarl
12006
MWB 3,3 1189,23; Bearbeiter: Luxner
lîphafte
stF.
‘Menschwerdung, Inkarnation’
daz er [das Einhorn] luzzil ist unde guot, daz
meinet diu diumuot / siner [Christi] liphafte
MillPhys
34,2;
JPhys
3,24.
3,27
MWB 3,3 1189,54; Bearbeiter: Luxner
lîphaften
swV.
auch ge-.
‘mit Leben, Vitalität ausstatten, lebendig machen’
glicher wis also got den geist / der vil edelen sele inguzet
/ und in vlizende inschuzet, / also liphaftet di sele den lib [
sic
anima inflat corpori
]
Brun
7264;
in den selben namin bit ich tich / daz tu gelibhaftos mich
Paulus
43
MWB 3,3 1189,58; Bearbeiter: Luxner
lîphaftic
Adj.
1
‘lebendig, mit Leben ausgestattet; lebensfähig’ in Bezug auf die weltliche,
körperliche Existenz (eng verknüpft mit 2 ) 2
‘einen (vergänglichen) Körper habend, körperlich’ , im relig. Sinne auch
‘vergänglich, weltlich’ (nicht immer deutlich zu trennen von 1 ) 3
‘leibhaftig, persönlich’
1
‘lebendig, mit Leben ausgestattet; lebensfähig’ in Bezug auf die weltliche,
körperliche Existenz (eng verknüpft mit 2):
in den stunden was diu sælig zît, daz der sun sant Marîen,
[...], in dirre werlt was lîbhaftiger
PrStPaul
121,28;
sô werden die lên den herren ledig, ab ez kint bewîset wirt und gesehn alsô
grôz, daz ez lîbhaftig mochte wesen SSp (W)
1:33;
wanne der mane zu nimit, so sint alle creature liphaftiger
und creftiger di danne werdin inphangin, dan alse he abe nimit Parad
86,3.
129,23;
KvMSph
12,12;
Hiob
15332.
– subst.:
helementa heizen vir ding, / ane der hulfe nicht mag
werden / geborn liphaftigez uf erden Brun
7064.
– auch ‘Leben spendend, belebend’
ich bit dich herre durch ditze wihez und liphaftigez
[
vivificum
] unde erwirdigez tovgen
und durch die micheln craft dines heiligen lichnamen und dines heren bluͦtes
LambGeb
A,3.
B,4
2
‘einen (vergänglichen) Körper habend, körperlich’, im relig. Sinne auch
‘vergänglich, weltlich’ (nicht immer deutlich zu trennen von 1):
daz ist reinicheit des herzen, daz gesundert ist und gescheiden von allen
lîphaftigen dingen Eckh
1:359,3
u. ö.;
daz di creaturen liphaftic sin und vallin uf ein forderpnisse
und uf eine fordrossinheit Parad
40,15.
84,13;
ThvASu
236,26.
– von Unbelebtem ‘stofflich, gegenständlich, materiell; fest’
diu stimm ist ain behender luft, geslagen oder geprochen
zwischen zwain herten leibhaftigen dingen BdN
15,26
u. ö.;
wan ez [was durch Augen und Ohren der Seele zugebracht
wird] ist verwunden mit varwe und mit dône und mit lîphaftigen
dingen Eckh
2:192,4.
2:347,3(La.);
KvMSph
26,17.
–
‘körperlich hervorgebracht’
ob der mensche kranc oder alt ist, daz he liphaftiger
werke nicht formac, so halde he sich an di innewendigin geistlichin werc, di
edilir und grozir sin for gode dan di uzwendigen werc Parad
41,17
3
‘leibhaftig, persönlich’
das wir [...] von im unser hertzogtum, furstentum,
herschaft und land entphahen und im hulden und leibhaftig sweren
MGHConst
8:673,16
(a. 1348);
wie er [Christus] sich lîphaftic birget in ein brôt
Boppe
1:11,16;
Daniel
5990.
– im Zusammenhang mit
1gewer
meist in der Wendung
~
(gewalt unde) gewer:
vnd seze wir die selben herren von Thennibach in liphaftige gewer des
selben gvͤtes UrkCorp (WMU)
1341,22;
vnd han die selben herren gesezet in liphaftigen gewalt vnd gewer des
selben gvͤtes ebd.
870,39.
1678,1
MWB 3,3 1190,1; Bearbeiter: Luxner
lîphafticheit
stF.
‘Körperlichkeit, Gegenständlichkeit’
ouch meinet daz wort, sô man sprichet mensche, etwaz, daz
über natûre ist, über zît ist und über allez daz, daz ze der zît ist geneiget oder
nâch zît smacket, und daz selbe spriche ich ouch von stat und von lîphafticheit
Eckh
5: 116,1;
swer âne allerleie gedenke, allerleie lîphafticheit und bilde
inne bekennet, daz kein ûzerlich sehen îngetragen enhât, der weiz, daz ez wâr ist
ebd.
5: 60,19
MWB 3,3 1190,50; Bearbeiter: Luxner
lîphafticlîche
Adv.
‘auf körperliche Weise’
ze dem ûzerlîchen menschen hœret allez, daz der sêle
anehaftende ist, begriffen und vermischet mit dem vleische, und hât ein gemeine werk
mit einem und in einem ieglîchen gelide lîphafticlîche als daz ouge, daz ôre, diu
zunge, diu hant und des glîche Eckh
5: 109,14
MWB 3,3 1190,60; Bearbeiter: Luxner
lîphaftigen
swV.
auch ge-.
‘(wieder) beleben, mit Leben ausstatten, lebendig machen’ (i. d. R. als
Übers. für lat. vivificare):
der herro totiget unde libhaftiget [interl. zu mortificat et
vivificat
]
WindbCant
123.
122;
ih gloube in den heiligen geist / der gelibhaftegit aller meist
Glaub
1659;
PsWindb
142,11
u. ö.
– hierher oder i. S. v. ‘am Leben halten’ (vgl. Leipold, Verbabl., S.
227):
obe ih gen in mitten dere note. mue [=müeje] du
libhaftigest mih [interl. zu si ambulauero in medio tribulationis
uiuificabis me!
]
PsWindb
137,7
MWB 3,3 1191,3; Bearbeiter: Luxner
lîpheit
stF.
‘Leiblichkeit, Körperlichkeit, Materialität’
kunst und wisheit ist ein luter liecht
bekentnisse [geistige Erkenntnis] daz
gezogin [abgelöst] ist von lipheit und von allin deme
daz da lipheit anegevallin [betreffen] mac, alse groize,
lenge, licht und swer, daz ein aneval ist lipheit [ [z. St. vgl.
Seppänen, Parad., S. 120f.]
Parad
35,12
MWB 3,3 1191,14; Bearbeiter: Luxner
lîpkorn
stN.
Getreidepfründe eines Domherren, s. DRW 8,1098 (Schannat, Worm. I; a. 1246) (ohne
Belegzitat)
MWB 3,3 1191,21; Bearbeiter: Luxner
lîplich
Adj. , -lîche
Adv.
adv. auch -lîchen.
1 den menschl. Körper bzw. die körperliche Existenz betreffend
‘körperlich, physisch’ (häufig im Ggs. zu
geistlich
2 ) 2 Verwandtschafts- bzw. Erbschaftsverhältnisse betreffend ‘leiblich,
blutsverwandt’
3 Unbelebtes betreffend ‘materiell, dinglich; weltlich,
vergänglich’
4
‘leibhaftig, persönlich’
1
den menschl. Körper bzw. die körperliche Existenz betreffend
‘körperlich, physisch’ (häufig im Ggs. zu
geistlich
2):
do gesciet sin heiligiu sele von dem liplichen
sere [Schmerz]
AvaLJ
155,7;
alse muͦzen die alte lute grawen uon der keltin, als in die
lipliche hizze engat Lucid
64,10;
daz wir im [Christus] geistlîchen
süln nâchvolgen und niht lîplîchen Eckh
5: 253,9
u. ö.;
da er gekrencket ward an leiplichenn
krefftenn [
virtutum corporalium
] und
nicht mer geübenn machtt tägliche arbait HvHürnh
1,3;
BdN
363,5
u. ö.;
– die Gestalt, das Aussehen betreffend:
das du seist ain leiblich mann [
virum
substantialem
] , an zesehenn schöner angesichtt, wol
getzieret HvHürnh
70,2;
der lust, den wir gehaben möhten an dem lîplîchen bilde
Kristî Eckh
5: 432,4.
–
~ geist
‘Lebensgeist’
ê die leipleichen gaist gefürwet werdent und gerainigt in
dem slâf von den selben dünsten BdN
183,7.
– bei Leibesstrafen:
ist er aber vngestvmic so vndirlige er der liblichin rache
[
vindictae corporali
]
BrHoh
23.
– bei Eidesleistung mittels Schwurfinger (vgl. DRW 8,1101f.
sowie z. Sache 2HRG 1,1249 s.v. Eid):
daz all amptleut [...] in dem pistumb vnd gepiet
zw Trint schuldig sint leiplich zw sweren zu dem heiligen ewangelij ze helffen
mit leib vnd mit gut dem pischoff zw Trint StatTrient
114;
vffen minen eit, den ich liplich dar vmbe getân hân UrkCorp
(WMU)
2021,33.
478,39;
DRW
8,1101
(Haltaus; a. 1334).
– von Nahrung, für den menschl. Körper bestimmt (oder zu 3):
der lip bedarf des liplichen ezzens, div sele des
gaistlichen Spec
36,12;
Lucid
15,3;
BdN
200,8
2
Verwandtschafts- bzw. Erbschaftsverhältnisse betreffend ‘leiblich,
blutsverwandt’
von grossem lidenne, daz ime zuͦ viel von siner liplichen
swoͤster [Überschrift]
Seuse
70,17;
mîn lîplîcher vater ist niht eigenlîche mîn vater sunder an einem kleinen
stückelîn sîner natûre Eckh
1:110,2;
wer auch daz ich ane liplich erben verschiede UrkWürzb
40,109
(a. 1337);
UrkBrixen
440
(a. 1328)
3
Unbelebtes betreffend ‘materiell, dinglich; weltlich,
vergänglich’
von natur hin ze tal / daz liplich wasser über all / vlúset
und sinket SHort
8672;
verstentlichv̍ gesicht vnd ofnung beschiht nu̍t mit liplichen dingen noch mit
bilden [
non per corporales res nec per
similes
]
RvBib
133,23;
sô daz lîplîche viur enbrennet daz holz Eckh
5: 31,7;
daz allez guot, joch alle crêatûren, gegen gote ist minner
dan ein bône gegen aller dirre lîplîchen werlt ebd.
5: 59,1.
5: 266,1.
– zur äußeren, also weltlichen bzw. materiellen Welt
gehörig:
nu bestat diz lustlich leben dirre welt
[...] in der zuofliezunge dez liplichen
guotes [
in affluentia exteriorum
bonorum
] , ez si richtuom oder ez si ere
ThvASu
166,11
4
‘leibhaftig, persönlich’
den sie hete beuangen / lipliche mit ir oͮgen, / der huͦb sih
wider ze den toͮgen Wernh
D 639;
daz wir waren liplich gegenwartich an der sazzunge UrkCorp
(WMU)
N736,27;
he saz liflich in dinem live, / ei allersenftest aller wive!
MarlbRh
68,7.
116,24;
SHort
2334;
StatTrient
176.
– im Zsh. mit
1gewer
meist in der Wendung
~
gewer (unde gewalt) zur Bezeichnung von Besitz- und
Verfügungsgewalt:
vnd han och sv in lipliche gewer des selben gvͤtes gesezet UrkCorp
(WMU)
607,33;
vnde han ich die selben froͤwen in lipliche gewer vnde gewalt des selben
gvͦtes gesezet ebd.
1124,40.
2604,35;
unt gaben ime gewalt uf den hof von ime selben ze varende unt die gewer
lipliche ze besitzende unde an sich ze ziehende an des spittals stat
UrkBasel
3:91,41
(a. 1294);
UrkFreiburg
2:10,16
(a. 1284)
MWB 3,3 1191,24; Bearbeiter: Luxner
lîplîcheit
stF.
den Zustand der vergänglichen, diesseitigen Existenz, des Körpers bezeichnend,
‘Körperlichkeit’
da in dem einvaltigen úberweslichen grunde ist der gereht
mensch nút der lipliche mensch, wan es ist kein liplichkeit in der gotheit
Seuse
157,25;
die edelsten crêatûren daz sint die engel und sint zemâle vernünftic und
enhânt niht lîplicheit an in Eckh
1:65,9.
1:403,2;
Eckh (Pf)
636,10.
– im Kontext von manicvalticheit und zît bzw.
zîtlichkeit:
driu dinc sint, diu uns hindernt, daz wir niht enhœren daz êwige wort. daz
êrste ist lîplicheit, daz ander manicvalticheit, daz dritte ist zîtlicheit
Eckh
1:193,2;
ez kumet von gîticheit der sêle, daz si vil wil begrîfen und hân, und grîfet
an die zît und die lîplicheit und die manicvalticheit und verliuset dâ mite daz
selbe, daz si hât ebd.
1:178,9.
1:178,6.
3:261,1
MWB 3,3 1192,32; Bearbeiter: Luxner
lîplöchel
stN.
hier leip-.
‘Pore’
daz öl verschoppet [verstopft] diu
leiplöchel, diu an dem menschen swaizlöchel haizent und ze latein pori
BdN
282,34.
314,22
MWB 3,3 1192,49; Bearbeiter: Luxner
lîplôs, lîbelôs
Adj.
1
‘leblos, tot’
2
‘traurig, verzweifelt, des Lebens überdrüssig’ (vgl.
1
‘leblos, tot’
des aptes und der bruoder der valschheit ist sô grôz: / swer in bræhte diu
mære, daz ich wære lîplôs, / des vröuten sie sich alle und gæben im rîchen solt
RosengD
597,2.
– jmdn./sich
~ tuon/ machen
‘töten’
dâ si die grôzen boume kôs, / dâ wolde si sich lîbe lôs / an einem aste
haben getân Frauentrost
258;
swer einen menschen lîplôs machet Renner
15336;
swenne jeman libelos wirt getan in deme banne ze Colmer,
[...], so sol man die gloken stürmen
UrkEls
2,56
(a. 1293);
daz ich dich tæte lîplôs Wh
217,25;
Mechth
3: 21,9;
PrBerth
1:147,38;
UrkEssl
464
(a. 1350).
–
~ wërden
‘sterben; getötet werden’
dy geschicht, die nuwelich zu Erforte an unsirn iuden gescheen ist, die
gemenilichen daselbis vorgangin und libeloz worden sint UrkErf
2,257
(a. 1349);
da der Has von Boheim leibloͤz wart RegisterLudw
18;
sô [...] etewenne liute drinne verbrinnent unde
lîbelôs werdent PrBerth
1:449,14;
Mechth
7: 28,14;
EnikWchr
14489.
A I,17
2
‘traurig, verzweifelt, des Lebens überdrüssig’ (vgl.
Er
5324
mit Konj. Lachmann lîplôse
→
liebelôs
1):
nû gie ein stîc (der was smal) / nâhe bî einem sê ze tal. / den ergreif der
lîplôse man [Gregorius] / und gevolgete im dan / unz er
ein hiuselîn gesach Greg
2773
MWB 3,3 1192,53; Bearbeiter: Luxner
lîpnar
stF.
auch -nare bzw. -nær (
UrkBrixen
547
), lîfnar (
Crane
1513
).
was zum Leben nötig ist (s.a.
lîpnarunge
und
lîprât
)
1
‘Lebensmittel, Nahrung, Speise’
2
‘(Lebens-)Unterhalt, Auskommen’
1
‘Lebensmittel, Nahrung, Speise’
brinc disen imbîz balde hin / ze Babilône dâ Daniêl lît /
gevangen und im niemen gît / deheiner slahte lîpnar KvHeimHinv
339;
der andere gotis holde / was in den walde / vnd worhte sine
lipnare / da her sich mite solde neren Ägidius
91;
den vremedin gestin / war die aller besten / liph nare vore
getragen Roth
1335;
swaz der lipnar die man da hie nennet in dise stat kumt, ez
sin huͤnr, aier, chaese, milhsmaltz unde ruͤbe unde obez unde oel, daz unuzgeslagen
ist unde allez wiltpraete StRAugsb
131,2;
UvLFrd
587,3;
Tr
12070;
Gen
1260;
RvEBarl
9486.
– wohl hierher (anders DRW 8,1106):
so ist etwa sitte, daz man bvrgraven hat. der sol rihten
[...] vber allen den chovf [die
Ware] , der lipnar heizet SchwSp
5b;
vgl.:
über allen kouf daz lîpnare heizet, daz man izet oder trinket
SchwSp (W)
4,4.
–
êwicliche ~
für den Leib Christi, die Hostie:
daz her [Christus] mit uns
blibe gar / in der ewiclichen lib nar HeslApk
3102
2
‘(Lebens-)Unterhalt, Auskommen’
sanctus Petrus was ein armir vischâre, muͦse sine lîpnare
werbin mit sinen handin unde mit andirme liste Spec
85,24;
als ein frawe vmb iͤr guͦt vnd vmb ir rehtev leibnaer gewer sein sol
UrkBrixen
547
(a. 1332);
daz vnser lieber vriunt her Cvnrat Eseler [...] vnde
vor Alheit, sin vrowe, [...] jr tohter Jvten
[...] zv stivre ir lipnar vnde irs gewandes
[...] haben gekavfet ein gvͦt zv Silbach UrkCorp
(WMU)
1773,37;
NvJer
5705;
Eracl
597;
Tr
8212.
– als →
lîpgedinge
:
vnd ire kint sulen ir [der Witwe] geben ire
lipnare, die wile sie ane man wesen wil UrkCorp (WMU)
51,27
MWB 3,3 1193,15; Bearbeiter: Luxner
lîpnaric
Adj.
‘nahrhaft’, hier subst.:
so enkan vor wazzer noch vor win / libnarigers nicht gewesen
HeslApk
3193
MWB 3,3 1193,50; Bearbeiter: Luxner
lîpnarunge
stF.
‘Nahrung, Speise’
man sal sie [die wiederholt zu spät zum gemeinsamen Mahl
kommt] sunderen von der gemeinden der susteren da sie ir
libnarunge alleine nemen [
reficiat solus
] vnde
irs wines sal man ir ir deil abe zien BrEb
43;
daz tegeliche brot ist die lipnarvnge, dorch daz flehit ir gode, daz er ivch
ane svnde virlihe die lipnarvnge, ane die mensliche brodikeit niet gewerin mac
Vateruns (K)
75,4;
z’im [dem Kind] kam vil balde /
geloufen eine hinde, / diu sich zuo dem kinde / hâte und liez ez sûgen sâ / von ir
diu lîpnarunge dâ KvWTroj
41698.
535;
KvWSchwanr
796;
PrBerth
2:41,3
MWB 3,3 1193,53; Bearbeiter: Luxner
lipparêâ
Subst.
von afrz. liparée/ liparea bzw. lat. liparea.
ein Edelstein (s. Suolahti 1,148 und Lecouteux, Pierres, S. 169):
ouch stuont her unde dâ / turkoyse unt lipparêâ, / crisolte,
rubîne, / [...] / berillus unt topazîus Parz
791,24
MWB 3,3 1194,1; Bearbeiter: Luxner
lippe
swF.
md.
‘Lippe’ (vgl.
lëfs
):
mich berichte ein hobisch kint, / warzu di lippen gut sint. /
di lippen sint also ich wene / ein ture sloz vor di zene Brun
2948.
244.
2759;
[die Männer des Landes] sint vet und
[...] ane bart, ane alleyne uf der obirstin lippin do
han si eczliche gran MarcoPolo
19,15;
OvBaierl
102,1.
– im Pl. (nach bibelsprachl. Vorbild) auch i.S.v. ‘Mund’ (als Ort
sprachlicher Äußerungen):
von den lyppen syner gebot [l. von den
geboten syner lippen
] / ich wanderte nicht
besyten [
a mandatis labiorum eius non recessi Iob
23,12]
Hiob
9458;
in den geboten syner lyppen ebd.
9436;
entsliezende die lippen Daniel
6679;
PsMb
33(Glossar)
MWB 3,3 1194,6; Bearbeiter: Hansen
lippenlappen
swV.
‘plappern, faseln’
so betuten auch die hunde / brufer [d. i.
prüever
] ,
claffer [Schwätzer] , die uz irem muͤnde / manig rede
lippen lappen Minneb
559
MWB 3,3 1194,20; Bearbeiter: Luxner |