l – lâchen lâchen – laden laden – Lahrein lahs – lampartisch lampe – lanclëbic lanclîbe – lancwat lancwiric – lant|âht|acker lantâhte – lantgemeine lantgenôʒ – lantleite lantliut – lantreister lantrihtære – lantsidel lantsidel – lanttwingære lanturliuge – lantwîn lantwîp – larrûn larventier – lasterkleit lasterkôsen – lasterwunde lastkarre – Latrisëte latrôn – læʒic (?) læʒlich – lëbendic lëbendigen – lebezelte lëbezuht – 3lecken lëcken – lëder|gerwe lëderhosære – lëdic|sagunge lëdic|vrî – lëgerhort lëgerhuobe – lêhengëlt lêhenguot – lêhensrëhten lêhensteidinc – leidebërnde 1leiden – leienphrüende leienrëht – leissup leist – leiterboum leiteren – leitstap leitstërne – lemmelîn lemnisse – lenderieren lenderl – lenke lenken – lêrchenmunt lêre – lërnkint lërnknabe – lësemeister lësen – lettener letter – levîte lëwe – lëwinne leyô – lîch lîch – lîchphenninc lîchreste – 1liden 2liden – lîdunge lie – liegære liegærinne – liehticheit liehtkerze – liehtvaʒ liehtvlüʒʒic – liepsuochende liep|swinderinne – lîhenisse lîhkouf – lîhtsüeʒe lîhtunge – 2lîm (?) limbel – lindelîche 1linden – lînhose linie – lînsoc linster – lîpgedinge lîpgedingede – lippenlappen lippe|swër – listen lîsten – 2lit lit- – litze litze – liut- liutærinne – liutsælde liutsælic – löbelach lobelich – loc loch – lodewërc lœdingære – lônærinne lônbære – lônen
|
loberîs
stN.
‘Ehrenkranz’
wir, die die bluomen helfen lesen, / mit den daz selbe
loberîs / undervlohten ist in bluomen wîs, / wir wellen wizzen, wes er ger
Tr
4647;
nu wil er, daz ir sterbet / an küniclichen êren, / wan er iuch heim hin kêren
/ heizet sunder allen prîs. / er wil daz iuwer loberîs / in vil swache wirde kume
KvWPart
4206
(vgl.
die Berteneise ir lobes rîs / wænent nu hôch gestôzen hân Parz
221,26
)
MWB 3,3 1237,32; Bearbeiter: Diehl
lobes-
s.a. lobe-
MWB 3,3 1237,41;
lobesælic
Adj.
‘hoch gelobt’
Ênêas der Troiân / der lobesâlige man En
12221;
daz ist si lobesælic wîp, / der immer dienen sol mîn lîp UvLFrd
570,23;
daz si reine lobesælic wîp und si vil guote / mîne stæte liebe erkennen kan
KLD: Rub
16:2,7
MWB 3,3 1237,42; Bearbeiter: Diehl
lobesam
Adj., Adv.
auch -san.
‘lobenswert, hervorragend’ (von vorzüglicher, idealer Art und Weise)
1 Adj. (z.T. präd.) 1.1 von Personen 1.2 von Tieren 1.3 von Verhaltensweisen, Vorgängen und Sachen 2 Adv.
1
Adj. (z.T. präd.)
1.1
von Personen:
ime ouh ze helfen quam / Daclym ein rîter lobesam
SAlex
1762;
NibB
379,4;
Wernh
1254;
hie solde ich ir swester Elenam / loben, eine frouwen
lobesam Herb
2932;
wol ír! si ist ein wip in hôhem prîse, / lobesam / unde ist aller
wandelunge vrî Neidh
WL 6:2,2;
SM:Had
52: 8,6.
–
heilge Maria, ich loven dich! / lofsame, minsame, minne
mich! MarlbRh
1,10;
einen got vil lobesamen / geloube ich, einen in drin
namen RvEBarl
1981
1.2
von Tieren:
daz ors vrech unde lobesam KvWTroj
4064;
Roth
3501;
manig valk lobesam Minneb
5224
1.3
von Verhaltensweisen, Vorgängen und Sachen:
ein tugentlich herzoge. / des leben was so lobesam
Rol
1015;
Albert
11;
ir ende was got vnde louesam Roth
4882;
daz opfer was bezæichenlich, / lobesam vnd w̌nneklich
Wernh
D 4652;
eya minne, du bist wunnenklich und zuͦ allen werken
lobesan Mechth
5: 4,6;
ine vernam / nie der vogele singen / sô lobesam. / wol dir, sumerwünne
Neidh
SL 13:2,3;
PrüllS
8,2;
der helt ûf in sô vaste blou / mit vrecher hende lobesam
KvWTroj
37301;
swenne er si [die Tongefäße]
hete gebrant, / swelhez er danne ganz vant, / daz uber guldet er zehant / und
machet ez also lobesam, / daz ez sinem hus wol gezam StrKD
151,9.
–
‘(Gott) wohlgefällig’
sprich mit zuhten, habe die scham, / daz ist Got
lobesam / und ist vor den leuten ere Erz III
36,366;
ein bischolf dô predigt, / wie genæm und wie lobsam
/ vor got wær diu gehôrsam Ottok
28530;
wir went dir diz ze lobe und ze eren tuͦn, und la ez dir
[Gott] lobsam sin PrGeorg
337,10
2
Adv.:
Thymotêus / was sîn heileclicher name. / lieplîch unde lobesame / enthielt in
dô Silvester KvWSilv
168;
ei wie kunde dringen / sîn frouwe borten an der ram, / diu sô rehte lobesam /
gezierte sîniu wâpenkleit! KvWEngelh
2866;
von hûsêre [dem guten Ruf] wirde
fliuzet lobesam KvWLd
19,38;
do sie gesan ein wibesnam / so erlich und so lobesam / und so
lieplichen sitzen / mit keiserlichen witzen / uf dem arme Jesu Cristi Pass
I/II (HSW)
12010
MWB 3,3 1237,47; Bearbeiter: Diehl
lobesanc
stMN.
‘Lobgesang’ (vgl. das seltenere
lopgesanc
):
zwelf turne, / die sint erfullet mit lobesanges scalle
Himmelr
3,18;
her was ouch der êrste der iz in ie gekundigete. dar umme sal man diseme kinde
singen funf lobesenge HvFritzlHl
80,23;
David / [...] mit lobelichir art /
das lobesang gesungen wart RvEWchr
24682;
ir lobesanc was nit clein, / mit dem si got ertent: / sin
lop si dicke mertent / mit manger hande seiten spil ebd.
35530;
deß sag wir euch grossen danckh / und singen ew unseren
lobesanckh HvNstAp
2839;
ir núwes lob sú jachen / mit suͤssen lobesange
WernhMl
14469;
dar umb geleicht man unser frawen zuo dem paum in ainem
lobsang, daz hebt sich an: salve mater salvatoris BdN
332,21;
NvJer
3512
MWB 3,3 1238,27; Bearbeiter: Diehl
lobesbëseme (?)
swM.
‘Besen des Lobes’ (unklar, ob Kompositum oder Syntagma [so FrlWB, S.
219f.]):
kere ir phat mit süzer worte lobes besem Frl
3:4,6
MWB 3,3 1238,42; Bearbeiter: Diehl
lobesingære
stM.
‘Preisender, Lobsänger’
gæb er frîschallæren [Schwätzern] , / und valschen
lobsingæren, / daz wær nâch des tiuvels rât Helbl
7,804
MWB 3,3 1238,45; Bearbeiter: Diehl
lobesingen
stV.
‘ein Lob(lied) singen’
her rûfte zuͦ samene sîne jungeren und in Ephesô lobesingende Christum durch
maniger zeichen irvarunge EvBeh
179;
subst.:
och was ir [der Cherubim]
lobesingen / das man es hort erklingen / mit suͤssen stimmen wunneklich
WernhMl
14475.
– wohl Zusammenrückung:
ô mildir got, gehilf uns dar, / dâ wir
[...] dir lob singin immer mê! NvJer
26686
MWB 3,3 1238,48; Bearbeiter: Diehl
lobesmære
stN.
‘Lobrede’
vil wit man horte wandern / des guten mannes mere, / wie vollenkumen er were,
/ wie tugenthaft, wie minnesam. / diz lobesmere do vernam / von im genuger harte wit
Pass III
220,16
MWB 3,3 1238,56; Bearbeiter: Diehl
lobesprëchende
Part.-Adj.
→
1lop
2.1
MWB 3,3 1238,61;
lobesschal
stM.
‘weitreichender Ruhm’ (unklar, ob Syntagma oder Kompositum):
swig! behagete dir, das da ein ritter
[...] versumete sines herren ere und verlúre den
richen solt und den edeln lobes schal, den beide, der herre und der ritter, in dem
lande behaben sol? Mechth
3: 18,7
MWB 3,3 1238,62; Bearbeiter: Diehl
lobeswërt
Adj.
→
1lop
1.1 und lopwërt
MWB 3,3 1239,4;
lobetanz
stM.
‘Ehrentanz, Tanz zu Ehren einer Person’ (zur Sache vgl. Harding, Dancing
Terms, S. 138-144):
daz die hôchzit wurde ganz, / sâ hûp sich ein lobedanz Erlös
4442;
swenne die edelen gerihte sint geschehen, da Jhesus Christus
selber dienen wil, so sihet man da den allerhoͤhesten lobetanz Mechth
7: 37,17.
1: 44,38.
1: 44,30
MWB 3,3 1239,5; Bearbeiter: Diehl
lobunge
stF.
‘Lob’
lobunge sin wonet in die werlte dere werlte [interl. zu
laudatio eius manet in saeculum saeculi
]
PsWindb
110,10;
der salme gote unserem si ein frolih unde zierlih lobunge ebd.
146,1
MWB 3,3 1239,12; Bearbeiter: Diehl
loc
stM.
Pl. locke, löcke.
1
‘Haarlocke, -strähne’
2 bezogen auf das gesamte Haupthaar 3 bezogen auf den Bart 4 bei Tieren 5 phras. 5.1 in der Wendung grawe ~
5.2 zur Bezeichnung von etw. Kleinem
1
‘Haarlocke, -strähne’
fideles meos qui adherent mihi also dîe lóccha démo hôibete
Will
77,14;
reide löcke tragents unde mündel rôt KLD: GvN
32: 1,6;
Tannh
1,108;
Wig
877;
darusz [der Stirn] ein lock hares reit
[ragt]
Krone
19665;
abir ich sage uch: ir sullit alczu male nicht swern noch by
dem hemele [...] noch by dem houbete, wen du inmacht eynen
locken [
unum capillum Mt 5,36] wedir swarcz
noch wiz gemachen EvBerl
122,12;
noch sol ouch ir deheyne [der verheirateten Frauen]
ire zoͤphe oder har hinden abe lassen hangen, oder vornan verlessenlichen
[nachlässig] gebunden loͤcke machen oder ouch hinden
abe harsnuͤre lassen hangen in deheine wise SpeyrerP
59;
wer sich erhube von der stat, / [...] / der wurde
schameliche / der locke unde ouch der hare / gestummelt uffenbare
Elis
7647;
WolfdD
1213,3
2
bezogen auf das gesamte Haupthaar:
die halsberge wizze / hiwen sie mit flizze / durch den helm
vnz an den loc Herb
9023;
wol gewunden was sin loc, / gele vare crusp har ebd.
18293;
si begonde mit iren trênen zuͦ begîzene sîne fuͦze und zuͦ wischene mit den
lockin ires houbites EvBeh
Lc 7,38.
– als Ausweis heidnischer Herkunft und Sitten:
wan si mid irem lock / hettin heidnisze sittin, / dy si nicht virmittin
Dalimil (B)
9,28.
3,4
3
bezogen auf den Bart:
enem ziuhe ich den loc / mit der zangen ûz dem barte Helmbr
1246;
ir sît ez doch der mir den bart / âne scharsach hât geschorn,
/ und iuwer grimmeclicher zorn / vil hâres in beroubet hât, / daz er noch âne locke
stât KvWHvK
696
4
bei Tieren:
ains kembels tier ruhen loͤk / daz warent sin roͤk
SHort
2387.
–
‘Mähne’ (vgl.
lëwenloc
):
strûb unde rôt was ime sîn hâr, /
[...], / und was ime ze mâzen dicke / und crisp als
eines wilden lewen locke SAlex
154
5
phras.
5.1
in der Wendung grawe ~
:
er zohte vz sime hare / do manichen schonen grawen loc
Herb
15457.
–
‘graue Haare machen/ bekommen’
sîn vil lôsez lunzen / machet mir noch grâwen loc Neidh
WL 22:4,6;
daz macht iu lop und mir di locke grise JTit
3065,4;
den ungefugen schaden sein, / da von im gra wird sein
lock HvNstAp
2938.
– zur Bezeichnung von hohem Alter:
daz hâst dû mir verkêret, / die grâwen löcke entêret,
/ die mit vil grôzen êren gar / sint von alter missevar
RvEBarl
8192;
Rol
1253;
KvWGS
1536;
mich pat mîn muoter nemen rât / ze dem der grâwe
locke hât Parz
162,30;
und in bestricket mit ir clage / untz in die grawen
locken [bis ins Alter]
Pass I/II (HSW)
32777
5.2
zur Bezeichnung von etw. Kleinem:
daz niemant eines lockes sol / von mannen noch von wibe /
darben an sime libe HeslApk
18090.
19968
MWB 3,3 1239,17; Bearbeiter: Diehl
loch
stN.
auch lach ([:nach]
HvNstAp
19224
); Pl. überw. löcher, auch loch.
‘Loch’
1 Vertiefung in etw. 1.1 im Fels, in der Erde 1.1.1 allgem. 1.1.2 als Behausung, Höhle, Versteck 1.1.3 höhlenartige Gänge 1.2 Gefängnis 1.3 Hölle 1.4 menschliche Körperöffnung 1.5 Einzelnes 2 Öffnung 2.1 durch Steine, Wände 2.2 durch Kleidung, Rüstung 2.3 Einzelnes 2.4 bildl. 3 unklar sîn ~ halten
‘seine Position halten’ ? (vgl. Glr.z.St. latet hic )
1
Vertiefung in etw.
1.1
im Fels, in der Erde
1.1.1
allgem.:
daz si [die Taube] in den
holn stainen oder in den lochern ir nest machet Spec
37,14;
do wiste er ein loch / vf eime holen steine
Herb
17893;
daz nieman jn des andern vels graben sol diekein loch, da von die
burge ze schaden kummen mv́gent UrkCorp (WMU)
3200,20;
du lostest Danyelen, / der den lewen was gegeben, / di
vil lange waren hungerige gelegen / in einem loche
[Grube]
SüklV
709
1.1.2
als Behausung, Höhle, Versteck:
der trache so er sine [des
Panthers] stimme gihorit. so birgit er sich in sinme loche
JPhys
2,12;
MarcoPolo
33,23;
er segent sich und ging in das loch und trug syn
schwert albloß in syner hant Lanc
212,26;
si gruben im dannoch / in den perg ain weytes loch, /
dar inn der ausserwelte degen / herbergte fur den regen
HvNstAp
6718.
– mit ze:
da si [die Ameise] den
weizze uindet. so uert si ûf den halm. unt nimet daz chorn. unt tregit
iz zeloche JPhys
17,34;
sô vluhen dise ûz dem hûs / und sluffen ze loche sam diu mûs
Er
6655;
swaz sir friunden ab gestilt, / daz si ze loche
tücket, / daz wirt herwider ûz von in gehelset und gedrücket
KvWLd
32,116.
–
min hus wirt geheizzen ein hus der betvnge. aber
ir habet ez gemachet ein loch der mordere [
speluncam
latronum Mc 11,17]
EvAug
50,3
1.1.3
höhlenartige Gänge:
tuerhes durch die erde gant loͤcher, die heissent
dracones. dar in rinnent die wasser Lucid
17,15.
41,7;
Reinhart nam des gvten war, / zv einem andern loche er
vz spranc ReinFu
K,1173;
da es finster was, sie reit zu eim loch yne das
dieff under der erden ging Lanc
463,29.
– als Bergwerk:
[der Berechtigte kann] vber ain jar ain loch
graben in dem vorgescriben berg, swa er wil vnd im wol geualt, also dc
er ie sin loch graben sol zwainzig clafter von den andren lochern
UrkGraub
5:200,2
(a. 1338)
u.ö.
1.2
Gefängnis:
wirt he [ein der Stadt Verwiesener] binnen
wichbilde bigriffen vnd in daz loch geleget, der sal da inne legen also lange,
alse der rath zu rathe wirt StRNordh
1,68
1.3
Hölle:
ewr spot vellet ew nach / zu Satan in der helle lach
HvNstAp
19224.
– wohl hierher (?):
den frowen den naic er [der nach sexuellen
Ausschweifungen todesbereite Jovinus] , / er kêrte uber den
hof: / enphie in daz loch. / niemen iu gesagen nekan, / war iemer mêr bekom
ros oder man Kchr
1206
1.4
menschliche Körperöffnung:
er [Gott] tet an dem antlutze
siben locher nutze Gen
119;
man sal im bestrichen den rucke. vnde di rore. vnde daz
nider loch. vnde di hoden mit nachtschaten saffe SalArz
61,46;
cancer ist ein geswer, da vil locher in get unde siget
unde heilet ungerne Macer
51,6;
wand du al zit würdes vunden / in den lochen der vünef
wunden MarlbRh
85,6;
de foraminibus. dri lochere synt an deme munde
OvBaierl
9,1
1.5
Einzelnes:
mache eyn loch mit eyme
nebiger [Bohrer] in eynen boum
Pelzb
122,31;
das ich wene man súlle kume zwene rechter guͦter oͤphele
under disen kúnnen finden, si ensint ie wurmstichig; wie si doch gar schoͤne
uswendig schinent, ie in dem grunde vint man locher Tauler
185,7
2
Öffnung
2.1
durch Steine, Wände:
so suͦchet si [die
Schlange] denne ein engiz loch an eineme steine. unte sliufet da
durch JPhys
11,20;
si gêt zuͦ einer wente. diu ostert ist gecherit. und
suͦchet ein loch ingegen dem sunnen ebd.
12,6;
nu begunde er suochen unde spehen, / unz daz er durch die want / ein loch
gânde vant, / und ersach si durch die schrunden / nacket und gebunden
AHeinr
1230;
dône vant er loch noch tür / dâ er kæme hin vür
Iw
6741;
daz bluot allenthalben durch diu löcher vlôz
NibB
2078,2;
die heiden bî der naht, / daz man darumbe niht enweste,
/ von Cipper des kunigs veste / heten durchbrochen / mit drin wîten lochen
Ottok
50604
2.2
durch Kleidung, Rüstung:
sô suoche ich, vinde ich iender dâ / loch an verlegener wæte. / gewinnen
müeze ich nimmer vriunt, / ern sî die lenge stæte MF:Sperv
MF:Anm. S. 363;
[bei der tjost
] durch beidiu collir wart
gebort / vil wîtiu loch mit speres ort UvLFrd
277,16;
der kunde machen manig loch / durch die shilte, da sie
striten Rennew
27572
u.ö.;
als siu den mantel an genam, / al umbe er ir reht bekam, / wan ein michel
loch gie dar în UvZLanz (K)
6021;
doch sît ich niht wînes tranc, / des ist mê danne ein woche: / des gürt
ich drîer loche / an der gürtel mîn hin hinder Helmbr
1120.
–
er dorft im keines gürtens wonen / doch eines loches
nâher baz [beim Sattelgurt] , / swer zwêne tage
drûffe saz Parz
161,15
2.3
Einzelnes:
dû tâte deme wazzer gilîch daz in deme vazze nieht
inthabit sich, / daz ûz rinnit swâz loch findet Gen
2723
2.4
bildl.:
mir hat der markis ein loch / durch pris, durch vræude
gebrochen Rennew
20320;
kein man noch nie kein loch / durch minen hohen pris
gebrach ebd.
27434
3
unklar sîn ~ halten
‘seine Position halten’? (vgl. Glr.z.St. latet hic):
dar um bezeiget und benant / wirt gotes lîchnam bî dem
hoc [in der Formel hoc est corpus meum, vgl. Ferber
35,20-27] / der hir under hilt sîn loc / nâch dem spruch ‘daz ist
mîn lîchnam’ JvFrst
1916
MWB 3,3 1240,7; Bearbeiter: Diehl
lôch
stMN.
→
lô
MWB 3,3 1241,47;
löchærinne
stF.
‘Löchrige, Gelöcherte’
corona regis haizet künigskrôn. daz ist ain kraut daz hât
vil pleter auf ainem stengel, [...] und sint alle
durchlöchert mit vil löchlein, dar umb haizent si auch ze latein perforata, daz
spricht diu löchærinn BdN
392,2
MWB 3,3 1241,48; Bearbeiter: Diehl
löchelîn, löchel
stN.
Dimin. zu loch, ‘Löchlein’
ein lieht, daz gap vil liehten schîn / durch ein engez
löchelîn RvEBarl
5540;
die weil daz wazzer get vnden in daz schef datz den chleinen
loͤchlin PrBerthKl
2,62;
KvWGS
1482;
PrSchw (St)
3,160;
Seuse
535,2;
der kæs ist kalt und vol löchel, dâ von zeuht er die
hitzigen dünst in sich BdN
352,6
u.ö.
–
‘Pore’
pori sunt lochilin Gl
3:662,23;
daz öl verschoppet diu leiplöchel, diu an dem menschen
swaizlöchel haizent und ze latein pori: sô öffent der ezzeich diu selben löchel an
dem scorpen BdN
283,1
MWB 3,3 1241,54; Bearbeiter: Diehl
lochen
swV.
1 tr. ‘durchlöchern, -bohren’ (nur Part.; vgl.
löcheren
) 2 refl. ‘sich (zu einem Loch) öffnen’
1
tr. ‘durchlöchern, -bohren’ (nur Part.; vgl.
löcheren
):
ob dem brunne stât ein / harte zierlîcher stein, / undersatzt
mit vieren / marmelînen tieren: / der ist gelöchert [La.
gelochet
] vaste Iw
585;
mense, que sunt forate, quod dicitur gelochet WeistErf
46
(1. H. 14. Jh.)
2
refl. ‘sich (zu einem Loch) öffnen’
dâ der helm unt diu barbier / sich locheten ob dem härsnier,
/ durchz ouge in sneit dez gabylôt [Wurfspeer] , / unt
durch den nac, sô daz er tôt / viel Parz
155,8
MWB 3,3 1242,1; Bearbeiter: Diehl
lochereht
Adj.
‘löcherig’
so losét sih alliu íre [der
Natter] hût ábo. so suôhchét siu einen lócheróhten stein. unde
slîuffét dâr duréh unde strêifet dîe hûd ábo ÄPhys
11,14;
das die muren so gerissen was und locherechte von den wurffen
Lanc
9,18;
si [die Taube] nistet och gerne in ainem staine der
loͤcherot ist PrSchw
1,31.
1,32;
den wirten, die mit gevaͤrden lânt / ir barn lochrecht Ammenh
16120;
des wart von speres brüchen / dâ löcherehte manic schilt
KvWTroj
32665;
durch daz rîlîche netze breit, / daz löcherehte dûhte ebd.
32561;
und was ein siche in deme spitâle, der hate einen swern, der enwolde ime nicht
ûz gên und was doch locherechte HvFritzlHl
245,16;
Lucid
42,11;
Pelzb
128,18
MWB 3,3 1242,11; Bearbeiter: Diehl
locherehtic
Adj.
‘löchrig’
nu kemen dise unreinen wúrme und slúffen us den wurmessigen
oͤphelen und essent das edel guͦt krut und machent es locherechtig
Tauler
184,32
MWB 3,3 1242,26; Bearbeiter: Diehl
löcheren, löchern
swV.
1 tr. ‘durchlöchern, -bohren’ (nur Part.; vgl.
lochen
) 2 refl. ‘sich (zu einem Loch) öffnen’
1
tr. ‘durchlöchern, -bohren’ (nur Part.; vgl.
lochen
):
ob dem brunne stât ein / harte zierlîcher stein, / undersatzt
mit vieren / marmelînen tieren: / der ist gelöchert vaste Iw
585;
ich chom gegangen eine / zu einem holen steine, / dar uz vloz
ein brunne kalt. / [...]. / ez douht mich ein michel wunder
/ was do gelochert het den stein Erz III
112,7;
ir beider helme riche gelochert wart mit isen / der gleve hurticliche
JTit
4549,1.
1697,1
2
refl. ‘sich (zu einem Loch) öffnen’
dâ der helm unt diu barbier / sich locheten [La.
löcherten
] ob dem härsnier, / durchz ouge in sneit
dez gabylôt [Wurfspieß] , / unt durch den nac, sô daz er
tôt / viel Parz
155,8
MWB 3,3 1242,30; Bearbeiter: Diehl
locherîn
Adj.
‘löcherig’ (in der Beschreibung einer Gießkanne):
gutturinum: luchringiesuas, luchrin giessuas VocOpt
10.111
MWB 3,3 1242,44; Bearbeiter: Diehl
lochgrabe
swM.
als Flurname (unklar, ob zu loch stN. oder lô, lôch
stMN.):
nebint dem loch graben ein júch UrkCorp (WMU)
2941,11
MWB 3,3 1242,47; Bearbeiter: Diehl |