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ABCDEF s.VGHIJKL
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l – lâchen
lâchen – laden
laden – Lahrein
lahs – lampartisch
lampe – lanclëbic
lanclîbe – lancwat
lancwiric – lant|âht|acker
lantâhte – lantgemeine
lantgenôʒ – lantleite
lantliut – lantreister
lantrihtære – lantsidel
lantsidel – lanttwingære
lanturliuge – lantwîn
lantwîp – larrûn
larventier – lasterkleit
lasterkôsen – lasterwunde
lastkarre – Latrisëte
latrôn – læʒic (?)
læʒlich – lëbendic
lëbendigen – lebezelte
lëbezuht – 3lecken
lëcken – lëder|gerwe
lëderhosære – lëdic|sagunge
lëdic|vrî – lëgerhort
lëgerhuobe – lêhengëlt
lêhenguot – lêhensrëhten
lêhensteidinc – leidebërnde
1leiden – leienphrüende
leienrëht – leissup
leist – leiterboum
leiteren – leitstap
leitstërne – lemmelîn
lemnisse – lenderieren
lenderl – lenke
lenken – lêrchenmunt
lêre – lërnkint
lërnknabe – lësemeister
lësen – lettener
letter – levîte
lëwe – lëwinne
leyô – lîch
lîch – lîchphenninc
lîchreste – 1liden
2liden – lîdunge
lie – liegære
liegærinne – liehticheit
liehtkerze – liehtvaʒ
liehtvlüʒʒic – liepsuochende
liep|swinderinne – lîhenisse
lîhkouf – lîhtsüeʒe
lîhtunge – 2lîm (?)
limbel – lindelîche
1linden – lînhose
linie – lînsoc
linster – lîpgedinge
lîpgedingede – lippenlappen
lippe|swër – listen
lîsten – 2lit
lit- – litze
litze – liut-
liutærinne – liutsælde
      liutærinne stF.
      liutbære Adj.
      liutbrehe Adj.
      liutbrôt stN.
      liute stF.
      liutehe stN.
      liutel stM.
      liutel stN. (Pl.)
      1liuten swV.
      2liuten swV.
      liutenære stM.
      liutere stF.
      liuteren swV.
      liuterunge stF.
      liuteschiehe swM.
      liutestërbe swM.
      liute|stërbôte stN.
      liutkirche swF.
      liutkraft stF.
      liutlôn stN.
      liutlôs Adj.
      liutmærunge stF.
      liutpriester stM.
      liutpriesterambet stN.
      liutsælde stF.
liutsælic – löbelach
lobelich – loc
loch – lodewërc
lœdingære – lônærinne
lônbære – lônen

   liutærinne - liutsælde    


liutærinne stF. ‘Glöcknerin’ item ainer leütärin 4 fell UrbSonnenb 120

MWB 3,3 1222,2; Bearbeiter: Luxner

liutbære Adj. ‘öffentlich’ (für weitere Belege und Ableitungen vgl. AWB 5,1221; s.a. lûtbære ): publicus: lvetparer SummHeinr 2:427,01.87

MWB 3,3 1222,4; Bearbeiter: Luxner

liutbrehe Adj. lûtbrehe

MWB 3,3 1222,7;

liutbrôt stN. ‘gewöhnliches, nicht geweihtes Brot’ (vgl. AWB 5,1222; s.a. leienbrôt ): panes laicos: liutprot, leginproth, [...], lainprot Gl 1:402,63

MWB 3,3 1222,8; Bearbeiter: Luxner

liute stF. vgl. ahd. [h]lûtî stF.; vgl. lût stM., lûte stF. ‘Ton, Laut’ ich wil mit hôhen liuten schallen Walth 63,26. – auch ‘Lärm, Getöse’ sein [des Felsstroms] rvns in der leute stuont [verursachte ständigen Lärm] Krone 7983; si sagt im, waz die leute, / die si horten, bedeute, / so starch vnd so grimme ebd. 7990

MWB 3,3 1222,11; Bearbeiter: Luxner

liutehe stN. hier -ech. ‘Menschenmenge’ ez zürnet unde grînet daz arme liutech, sô im einiger halm an dem wege lît, unde grînet unde fluochet unde schiltet unde wüetet, sam ez mit dem tiuvel behaft sî PrBerth 1:101,9

MWB 3,3 1222,18; Bearbeiter: Luxner

liutel stM. ‘Glöckner’ darumb hat er buͤrgen gesatzzet Conr[at] und Heinr[ich] di eisenhuter, den coler, den smit und den levtel NüP 192

MWB 3,3 1222,23; Bearbeiter: Luxner

liutel stN. (Pl.) Dimin. zu liut , ‘kleine, kleingewachsene Menschen’ ez sint auch klaineu läutel, die wonent auf ainem perg in India, die haizent Pigmêi, diu sint zwaier daumellen lanch und streitent mit den kränichen BdN 490,35. 491,1

MWB 3,3 1222,26; Bearbeiter: Luxner

1liuten swV. auch ge- ( UrkCorp 248B,10 ); Prät. auch lût(t)e, loute ( Serv 3208 ); durch graphemische Mehrdeutigkeiten sind, bes. in md. Texten, Belege nicht immer eindeutig 1liuten 1 (von ahd. [h]lûten) oder → lûten (von ahd. [h]lûtôn) zuzuordnen (vgl. AWB 5,1439-1442. 1446f.). 1 intr. ‘einen Ton, Klang, Laut von sich geben’
1.1 von Glocken ‘läuten’
1.2 ‘(er-)klingen, (er-)tönen’
1.3 ‘sich anhören, lauten, klingen’
2 tr.
2.1 ‘etw. läuten, zum Läuten, Klingen bringen’ (i.d.R. von Glocken)
2.2 ‘einläuten’
2.3 ‘etw. verkünden, (aus-)rufen’
2.4 wohl auch ‘jmdn. (durch Läuten?) rufen’ (vgl. FrlWB, S. 216)
   1 intr. ‘einen Ton, Klang, Laut von sich geben’    1.1 von Glocken ‘läuten’ vil glocken hôrte man dâ liuten Ottok 18439; da hort der konig ein glocken lúten zu eim closter Lanc 537,22    1.2 ‘(er-)klingen, (er-)tönen’ swer in [den Stein] rehte erkennen sol, / der slahe dar ûf lîse: / sô liut er in der wîse / alsô hô und alsô helle / rehte als ez sî ein schelle Volmar 502; ouh lûtte an der stunden / daz hêrlîche tier [ein Automat] / mit der stimmen alsein pantier SAlex 6024. – von Instrumenten (auch mit indir. Obj.): do luitin simo [ si imo ] zisamini / mid trumbin joch mid cymbilin, / mid phigilin undi swegilbeinin, / mid rottin undi mid lyrin, / mid phiffin undi mit sambuce [Pauken] ÄJud 25; die orgellen lútent hoch Tauler 292,14    1.3 ‘sich anhören, lauten, klingen’ ie ze siben stunden koment die heligen engel zuͦ dem lichamen mit lobelichem sange, der lutet alsus: helig, luter, einvaltig, wise, gotte von herzen liep Mechth 4: 23,10; aber es lutet groblichen und machet doch verstentlich Tauler 294,1; ez liutet tôrlîche und ist doch wâr Eckh 1:50,1. – zu liuten i.S.v. ‘bedeuten’ bei Tauler ( 164,33. 166,19. 167,2) s. Corin, TextkrV, S. 31f. und vgl. Eckh 2:239,1. 2:569,5    2 tr.    2.1 ‘etw. läuten, zum Läuten, Klingen bringen’ (i.d.R. von Glocken): zv der kirchen lief er vnd nam / die gloksnvr in die hant / vnd lvte die glokgen, die er vant ReinFu K,1572; daz men ze hochgeziten vil gloken lutet Lucid 86,2; da sal min eini glockin zu luiti Mühlh 151,15; man liutet den singôz [eine kleine Glocke] EnikWchr 26043; ir sît wol wert, daz wir die gloggen gên iu [für euch] liuten Walth 28,14; StatDtOrd 95,32; StRAugsb 50,10; HvNstAp 16873; KvWEngelh 3291; WüP 7c,12. – mit Refl.-Pron.: dâ liutt sich vil helle / in dem palast ein schelle EnikWchr 21053; sich begunden über al / die glocken selbe liuten Greg 3757. – mit Aussparung des dir. Objekts: warunbe lúte wir niht in den drien dagen? Lucid 109,18. 109,20; nâch siten kristenlîchen man vil liuten began NibB 1850,4; do lief er hin vil schiere, / da er die gloksnure vant, / und begunde liuten zehant / ze sturm wol mit schalle StrKD 70,38; diu pfafhæit loute unde sanch Serv 3208; NvJer 12627; mit präp. Erg., zu einer best. Zeit bzw. einem best. Anlass läuten (als Aufforderung zu einer bestimmten [liturgischen] Handlung): nu man zer mettînstunde / liuten begunde Tr 15140; sô man hînt metten liute ErnstD 5305; lvtin ze gottis dienste BrEng 47; RvEWh 14783; StRFreiberg 246,3; vgl. auch: man lûte dâ zem münster nâch gewoneheit NibB 1005,1; daz die vurginantin burgar sulen an sunnentage, der nu kumet, als die phaffen in komen sulint, luten uf den hof zuͦ Spire UrkCorp (WMU) 680,5. mit geliuteten glocken ‘unter Glockengeläut’ do zoch brvͦder Heinr. das selbe gvͦt [...] in des klosters gewalt mit gelvten glogen nach des landes sitte UrkCorp (WMU) 341,11. – subst. ‘Glockenläuten’ waz sol diz liuten diuten? UvTürhTr 3481; daz mir daz liuten [des singôʒ, einer kleinen Glocke] werd bekant EnikWchr 26035; das ir da [die Messe] singent oder heizent singen, doch mit beslozzenen tvrn vnd ane lv́ten UrkCorp (WMU) 93,38. 1797A,6. – bildl.: dez hungers helle gloggen / in sin ore liutent Martina 131,21    2.2 ‘einläuten’ an sant Evlalien tach, des samztages, so man læt daz vrævden gesanch alleluia UrkCorp (WMU) 345,8; als man none geludet hett Lanc 593,19; dâ sal der capellere die gecît zu rehter cît heizen lûten StatDtOrd 117,28    2.3 ‘etw. verkünden, (aus-)rufen’ dar nach lutet der priester mit der stimme: ‘nobis.’ Lucid 100,13. 80,10; ich hoͤre ein stimme, die lutet ein teil von minne Mechth 1: 44,11. 3: 24,24; swenne man die chuntschafft bringen und lütten will UrkLudw 211 (a. 1344); HeslApk 9416    2.4 wohl auch ‘jmdn. (durch Läuten?) rufen’ (vgl. FrlWB, S. 216): sit daz mich lut [La. leuͤt ] / kunst uf bescheidenheit Frl 8:8,6

MWB 3,3 1222,31; Bearbeiter: Luxner

2liuten swV. ‘mit liut versehen’, hier als Part.-Adj. ‘bevölkert’ die liute sint gelandet [mit Land versehen] wol, / diu lant niht wol geliutet RvZw 215,2. – ‘ mit Gefolge ausgestattet’ da von haist er ein herr groz / daz im volgt ein grozzew schar. / daz pringt auch der phenning dar: / so er ie mer zu geben hat, / so er ye paz gelauͤtet stat Teichn 417,38

MWB 3,3 1223,52; Bearbeiter: Luxner

liutenære stM. ‘Glöckner’ vnnd sünndt dissz die amptleüth: ein marschalckh, ein schultheisz, ein schaffner, ein köller, ein cammerer, ein koch, [...], ein stadler, ein hengeisen [Aufseher über Maß und Gewicht] vnd ein leüttner WeistGr 4,190 (a. 1339)

MWB 3,3 1223,59; Bearbeiter: Luxner

liutere, lûtere stF. vgl. AWB 5,1449 s.v. [h]lûtt(a)rî. 1 ‘Klarheit, Ungetrübtheit, Durchsichtigkeit’
2 ‘Reinheit, Unvermischtheit’
2.1 eigentl.
2.2 übertr. auf Sündenfreiheit, Unschuld, Aufrichtigkeit u.ä.
3 ‘Helligkeit, Glanz’
   1 ‘Klarheit, Ungetrübtheit, Durchsichtigkeit’ von noͤten wart gehilwet [vernebelt] dem lufte sin klare luͤter, / diu erde clein gemilwet [die Erde zerstäubt] JTit 4153,1; die zaichenn dez gueten wassers sind rinnge, lauttre, weisse unnd guet waß [ levitas, claritas, albedo, bonus odor ] HvHürnh 51,7; Rennew 21307. 21037; div livter merchet man an der lampen. div ein livter [Adj.] glaz ist PrLeys 22,34    2 ‘Reinheit, Unvermischtheit’    2.1 eigentl.: daz allez golt vorturet / an der luttere HeslApk 6975    2.2 übertr. auf Sündenfreiheit, Unschuld, Aufrichtigkeit u.ä.: swâ liep gein liebe erhüebe / lûter âne trüebe Parz 533,26; dú unbetruͦbde lutri der ganzen gothait PrGeorg 62,15. 56,6. 80,7; in luthiri des herzin [ in puritate cordis ] BrZw 20; BrEng 20; mit aller demvͦti vnde der luthiri andahit [ cum omni humilitate et puritatis devotione ] BrZw 20; BrEng 20; die vollen / luttere siner unschuldikeit HeslApk 1981. 10884; waz dem menschen an lútri des gebettes abe gat Seuse 505,18; die dar genennet wurden mit der schrifte, / di warn also bekennet, daz ir deheinez ot nimmer mein [Falschheit] gestifte. / und die man in der luter nicht bekande, / der nam da wart verborgen, daz si zem gral mit schrifte nieman nande JTit 520,3    3 ‘Helligkeit, Glanz’ ein schilt [...] was der niuwan silberwîz, / durch daz er einbære / helm unde ringen wære. / er was aber gebrûnieret, / mit lûtere gezieret / reht alse ein niuwe spiegelglas Tr 6612; wen die luttre der gotheit / schein durch daz vleischinne cleit HeslApk 10669

MWB 3,3 1224,1; Bearbeiterin: Baumgarte

liuteren, lûteren swV. auch liutern, lûtern und ge-. 1 tr.
1.1 ‘etw. läutern, reinigen’
1.1.1 allg.
1.1.2 übertr.
1.2 ‘etw. entfernen (zum Zweck der Reinigung)’
1.3 ‘etw. erhellen, klar machen’
2 intr. ‘lauter, rein, hell, klar werden’
   1 tr.    1.1 ‘etw. läutern, reinigen’    1.1.1 allg.: man läutert den balsem mit ezzeichwaschen BdN 360,24 u.ö.; honige daz wol gelutert si SalArz 39,18; und sol ez [das Korn] dennoch gefeget und gelutert sin, als voͤr gerett ist WüP 75,10; min fuͤsse [...] hand ich geweschen, daz ist gelu̍ttru̍d [ purificavi ] RvBib 129,3. – von den Augen (auch i.S.v. 1.3): wiruͦch getempert mit dez eiez wissen unde an di ougen gestrichen, lutert si Macer 87,3; triure und üppeclîchiu clage / deist mîn und aller vrouwen site; / hie reine wir diu herze mite / und liutern diu ougen Tr 14961. – bes. von Metallen (auch im Vergleich): dem golde ich iuch gelîche, / daz man liutert in der gluot Parz 614,13. 37,6; alse daz gelutterete golt inder esse Litan 642. 248; man mag ein kopfer also dicke / lutern an dem heizen vure Brun 974; dv has biwart vns got im wure [Feuer] vns has dv gilutirt alsam wirt gilutirt daz silber BrZw 7; Frl 5:46,11; KLD:Kzl 16: 4,1; Rol 7755; KLD:UvL 14: 4,2; Tr 12941. 13073. – ohne Obj.: golt hât die art, daz ez kreftigt und läutert oder rainigt BdN 474,27. – refl.: ob er [der Kranke] aue gnesen scol. so cheret sich der uogel [ karadrîus ] zuͦ deme manne unt tuͦt sinen snabel uber des mannes munt. unt nimit des mannes unchraft an sich. sa uert er ûf zuͦ der sunnen. unte liuterit sich dâ JPhys 26,11    1.1.2 übertr.: emzig vͤbung der betrachtunge an ewigen dingen lutert das gemvͤt RvBib 49,8; wiltu niv komen zvo des herzen reinikeit, so mvostiu es mit livter vnd mit gancer bihte wol gelivtern vnd gereinen Bihteb 5; der Îsôt under ougen siht, / dem liutertz herze unde muot Tr 8291. 4703; Parz 614,14; Tauler 129,28 u.ö.; Himmelr 5,30; Rol 5135; KvWLd 32,144. – mit Akk.d.P.: wolde got unde were ich is wert / daz mich uûr oder swert / geluͦterete an deme libe Rol 1067; an dem svnnentage habent alle die sele genade, die cze der helle niht gaht sint, da si ewichlich verlorn sint, svnder die da geluteret schulen werden mit dem viwer Konr 1,58. – mit präp. Erg. ~ von zur Bezeichnung des zu Entfernenden (s. a. 1.2): daz er dur dine wirdi und dur dine undirchunft mine sele und minin lichamin gireine und gilutere uon allir unreinicheit MuriGeb 554; der pine mag nieman enberen, wan si lútert den menschen ie von stunde ze stunde von sinen manigvaltigen súnden Mechth 5: 2,15; Konr 23,51; PrEngelb 214,18. – refl.: unde ist er danne sunden vol in sinen mittel jaren: / eriner var [wie Eisenerz (in einem größeren Vergleich)] . / so er sich selber lutert nicht, her wil vuͦrharten zwaren / in sunden gar Rumelant (K) 4:2,7    1.2 ‘etw. entfernen (zum Zweck der Reinigung)’ die sunde were da mite / geluttert daz der zu ir greif, / Got, der an sunden nie besleif HeslApk 3265; sich uf, du hohez adel und rechter eren kefs: / des wandels trefs [Unkraut] / uz dinen witzen liuter, / wenn der selden kliuter [Verlockungen der sælde ] / sich widemen dir mit ritterschaft Frl 5:25,3; dauon wir raten disen tagen der uastun aller lutirkait daz leben sin halten alle gilich vnde di sumsuli ander zihte disen tagen hailigen luterne [ neglegentias aliorum temporum his diebus sanctis diluere ] BrZw 49; Eckh 1:331,7 [ diluere ] – refl.: zo lutirt is [ daʒ vël, ‘Star, Augenerkrankung’ ] sich Albrant 3,48    1.3 ‘etw. erhellen, klar machen’ dirre mislîche schîn / sô geebent und sô geliutert was / daz er [der Stein] glaste sam ein glas Er 8218; Ericius der held erkouss / zwölff junkfrowen schanden bloss, / der farwe schon gelüttrett waz / alsam der tag, als ich es lass GTroj 23445. – übertr. ‘erläutern, erklären’ (v.a. rechtssprachlich): doh swoz dar an ze chrieg wirt, daz behalten wir vns, daz wir daz levttærn vnd beschaiden UrkCorp (WMU) 3452,14; wart diss [die Ordnung] also gelütert durch die zinslüt im dinkhoff zu Brattellen WeistBa 128 (a. 1333); UrkBern 6,754 (a. 1343); StRMünch 379,1. – hier ‘über jmdn. gerichtlich entscheiden’ (vgl. Glr.; anders DRW 8,793): gescheh aber das, daz der burger sins herren hulde gewenne in dem jare, als hie vor geschriben stat, woͤlt ime der herre des loͮgenne, so sol in der burger des bezúgen; woͤlt aber in der herre lútern nach dem jare, so sol sich der burger entslahen mit dem aide, daz er sins herren hulde gewunnen habe StRVill 8. 20    2 intr. ‘lauter, rein, hell, klar werden’ der scholl [Lehm] was naß und spriczet im in die augen, das sie im in guter wil kum geluterten Lanc 240,28; so lutern unse ougen / (daz ist niekein lougen), / die da bi den jaren / gar vorblindet waren HeslApk 7999; sô daz trüebe danne gevellet / und sich der most ze wîne stellet / und er gelûtert von grunde, / sô daz die gerben ligent drunde LvRegSyon 2656; Ipocr 242. swâ adel tuot adellîche tât, / der adel liutert immer KLD: SvT 1:1,8. – i.S.v. ‘frisch werden’ daz ime lîch unde varwe / wider lûteren begunde Tr 8145

MWB 3,3 1224,33; Bearbeiter: Luxner

liuterunge, lûterunge stF. ‘Läuterung, Reinigung’ im relig. Kontext: ich bitte dich, herre, umb reine lúterunge und geistliche bestandunge Mechth 5: 35,46; so du ruwic mich irvreisches, / lutterunge mines vleisches HeslApk 4810. 11818; daz enist nút me denne eine bereitunge und eine luterunge zuͦ eime bessern diner wercke Tauler 70,11 u.ö. – als Übers. von lat. passio (vgl. aber Glr., das es zu lat. depuratio stellt): da von wedürffenn si ainer lanngen underschiedunge zu ir selbs lautterunge [ ad sui passionem ] , das die grossen dünste davon gesundert werdenn HvHürnh 46,10. – die Reinigung Marias nach der Geburt Jesu (vgl. Lc 2,22 und ferner Lv 12): nachdem derfüllet sint di tage der lütervnge [ dies purgationis Lc 2,22] Marien nach der ee Moisi EvAug 128,16; do si du erfulden der juden luterunge / unde si da getageten AvaLJ 29,1

MWB 3,3 1226,3; Bearbeiter: Luxner

liuteschiehe swM. lt. W. Tauber (vgl. Anm.z.St.) wohl Bez. für jmdn., der mit seinem starren Blick Leute beunruhigt (Zweitglied zu schiehen bzw. schiuhen ; anders A. Wallner ZfdA 72 (1935), S. 264): sust gebart er [der durch unzüchtige Rede auffällt] als die leuteschihen. / er kan die ougen niht wider zihen, / wo er hin beginnet sehen Jüngl 597

MWB 3,3 1226,21; Bearbeiter: Luxner

liutestërbe swM. auch liut-. ‘Massensterben, Seuche’ daz er [David] ] drîer buoze eine næme, [...] daz siben hungerjâr kæmen über alliu sîniu lant, oder daz er drîe mânôde flühtic müeste sîn vor urliuge unde vor sînen starken vîenden, oder daz drîe tage der liutesterbe in sînem lande über al solte sîn [ erit pestilentia in terra tua (II Sm 25,13)] PrBerth 1:9,5; daz drî tage ein grôzer liutsterbe sî in dînem lande ebd. 2:3,29. 2:4,21; nu fuogt sich, als noch dick geschiht / und man gemeiniclîch ouch siht, / daz ein liutsterb kom in daz her / und az daz her mit grôzer zer HvBer 7376. – hierher oder subst. Verb (?): die drî tage liutsterben, die bezeichent die buoze, dâmit man den lîp tœten sol für die sünde PrBerth 2:12,12

MWB 3,3 1226,28; Bearbeiter: Luxner

liute|stërbôte stN. ‘Massensterben, Seuche’ daz bezeichenet bisextum [Schaltjahr] oder lúte sterbote oder slahte oder strit in dem riche Lucid 53,11

MWB 3,3 1226,43; Bearbeiter: Luxner

liutkirche swF. ‘Pfarrkirche’ (vgl. Masser, Gotteshaus, S. 95ff.): we dem vnuersinten man / der siner luͤtkilchen entran / vnd sich froͤmbden herren git Barfüsser 36; liutkirchen, klôster, bistuom / der wart durch gotlîchen ruom / vil gemachet überz lant RvEBarl 13607; das wir v́nser kilchen ze Friburg vnd ze Múlnheim vnd ze Baden, die drige lútkilchen, gesezzet vnd ze koͮfe gegeben haben UrkCorp (WMU) 1083,45. 2353,15. 2130,41; OberrhChr 43,36; Ammenh 17487

MWB 3,3 1226,46; Bearbeiter: Luxner

liutkraft stF. ‘Menschenmenge’ duͦ der dritte keiser Heinrîch / demi selbin heirrin bival sich, / vnti der godis willo was irgangin, / dar her ci Kolne ward mit lobe intfangin, / duͦ gieng her mit liut crefte Anno 34,9

MWB 3,3 1226,56; Bearbeiter: Luxner

liutlôn stN. ‘Geld, Lohn für das Glockenläuten’ er [der Messner] sol auch der pfarr ir kertzen vordern und einnemen und daz leutlone dem pfleger allez antwuͤrten NüP 197

MWB 3,3 1226,61; Bearbeiter: Luxner

liutlôs Adj. ‘menschenleer’ Lîmors liutlôs beleip. / vliehens gienc in michel nôt, / wan si vorhten den tôt Er 6663

MWB 3,3 1227,1; Bearbeiter: Luxner

liutmærunge stF. lûtmærunge

MWB 3,3 1227,4;

liutpriester stM. häufig mit Ausfall des t bzw. Assimilation an das folgende p auch l(i)u- bzw. l(i)uppr- u.ä. ‘Leutpriester, Pfarrer, Weltgeistlicher’ (zur Sache vgl. LThK 6,862): plebanus: lutpriester VocOpt 36.036; incuratus: besteter lutpriester ebd. 36.039; der ander ubel strazraup ist, der einen bilgerin uf der strazze beraubet, den bilgerin der mit sins liupristers rate unde mit siner bihte unde mit siner buzze uzkomen ist StRAugsb 91,15; mît den Thvzen brvͦdern, die dvͦ ze Berne lupprester waren UrkCorp (WMU) N605,25; jch phaffe Johannes, der luprester ze Burguelt was, tûn kunt UrkHohenz 1,139 (a. 1325). 1,99 (a. 1287); UrkWittelsb 1,466 (a. 1292); SpdtL 118,14

MWB 3,3 1227,5; Bearbeiter: Luxner

liutpriesterambet stN. ‘Amt, Pfründe, Tätigkeit eines Leutpriesters’ (s. DRW 8,1284 (Festg. Heffter; a. 1345) (ohne Belegzitat)

MWB 3,3 1227,20; Bearbeiter: Luxner

liutsælde stF. Eigenschaft, die bei Mitmenschen Wohlwollen, Zuneigung hervorruft, ‘Liebenswürdigkeit, Liebreiz’ ir ougen lûterkeite rîch / wâren von der minne. / liutsælde was dar inne / ze hûse mit gewalt gezogen KvWPart 8664; ir clâren ougen spiegelvar / dâ liutsæld unde minne / versigelt lâgen inne KvWTroj 14687; David / [...] / der selden vil nah wunsche gar, / der lúte lútselde, gebar RvEWchr 24282

MWB 3,3 1227,23; Bearbeiter: Luxner