l – lâchen lâchen – laden laden – Lahrein lahs – lampartisch lampe – lanclëbic lanclîbe – lancwat lancwiric – lant|âht|acker lantâhte – lantgemeine lantgenôʒ – lantleite lantliut – lantreister lantrihtære – lantsidel lantsidel – lanttwingære lanturliuge – lantwîn lantwîp – larrûn larventier – lasterkleit lasterkôsen – lasterwunde lastkarre – Latrisëte latrôn – læʒic (?) læʒlich – lëbendic lëbendigen – lebezelte lëbezuht – 3lecken lëcken – lëder|gerwe lëderhosære – lëdic|sagunge lëdic|vrî – lëgerhort lëgerhuobe – lêhengëlt lêhenguot – lêhensrëhten lêhensteidinc – leidebërnde 1leiden – leienphrüende leienrëht – leissup leist – leiterboum leiteren – leitstap leitstërne – lemmelîn lemnisse – lenderieren lenderl – lenke lenken – lêrchenmunt lêre – lërnkint lërnknabe – lësemeister lërnknabe swM. lërnknëht stM. lërnunge stF. lêrunge stF. lërz Adj. lërze stF. lërzen swV. lërzic Adj. lës stN. (?) lës- lësære stM. lësærinne stF. leschærinne stF. leschen swV. lëschen stV. (IV) lëschlich Adj. leschtroc stM. lese F. lësegarbe F. lës|einunge swF. lësekorn stN. lëselich Adj. lëselôn N. lesemânôt stM. lësemeister stM. lësen – lettener letter – levîte lëwe – lëwinne leyô – lîch lîch – lîchphenninc lîchreste – 1liden 2liden – lîdunge lie – liegære liegærinne – liehticheit liehtkerze – liehtvaʒ liehtvlüʒʒic – liepsuochende liep|swinderinne – lîhenisse lîhkouf – lîhtsüeʒe lîhtunge – 2lîm (?) limbel – lindelîche 1linden – lînhose linie – lînsoc linster – lîpgedinge lîpgedingede – lippenlappen lippe|swër – listen lîsten – 2lit lit- – litze litze – liut- liutærinne – liutsælde liutsælic – löbelach lobelich – loc loch – lodewërc lœdingære – lônærinne lônbære – lônen
|
lërnknabe
swM.
‘Lehrling, Schüler’ (s.a.
lêreknabe
):
kúnd ich swas ieman guͦtes kan, / und aller maister maister
schaft, / daz welt ich geben samenthaft / ane mez, wag, ane zal / mit guͦtem willen
úber al / ir [Maria Magdalena] ze selden, eren, lobe. /
nu mag man sprechen daz ich tobe, / sit ich nit so vil kunst habe / sam ain minster
lernknabe SHort
5844
MWB 3,3 1080,6; Bearbeiterin: Wemhöner
lërnknëht
stM.
‘Lehrling, Lehrjunge’ (s.a.
lêreknëht
):
ez sol auch chain schuͦster, der mayster ist, nicht mer
lernchnecht haben dann ainen StRMünch
385,8.
224,24;
dingt ein man einen lernchnecht ze iarn und get er von im in
den selben iaren ân sein urlaub, so ist er dem maister seines lones schuldich ebd.
351,15
u.ö.
MWB 3,3 1080,14; Bearbeiterin: Wemhöner
lërnunge
stF.
1
‘Lernen’ (offen zu 2 ) 2
‘Lehre, Unterweisung, Unterricht’ (s.a.
lêrunge
1 )
1
‘Lernen’ (offen zu 2):
mein schone dochter junge / die hatt ain [l.
an
] lernunge / allen iren fleyß gelait
HvNstAp
1981;
es ist vihelich, daz der mensche deheine ruͦchunge habe vnb
die lernunge [
bestiale est hominem nolle
scire
]
Lucid
77,6;
ir [der lernunwilligen Schüler] sin vert durch der
künste mer: / als künige und keiser âne her / lant und liute hânt betwungen, / als
ist an lernunge [Laa. lerünge; lerungen
] in
gelungen Renner
16522;
ir sult iuwer kinder niht harte twingen zuo lernunge. sô ir seht, daz sie
ungerne lernen, sô sult ir sie dâ von lân PrBerth
1:112,3;
HvHürnh
23,6;
Tr
2093.
– personif.:
div dritte tohtir daz ist lernvnge [La.
lervng
] . dv́ tohtir lernit drier hande bvͦch
PrGeorg (Sch)
37,45.
– auch metonymisch für das Gelernte ‘Wissen, Bildung’
jâ sint nu stunt vür die tac [es ist schon lange
her] / daz die leien wârn gelêrt: / diu lernunge ist nu wordn
unwert. / bî den alten zîten was / daz ein ieglîch kint las: / dô wâren gar diu
edeln kint / gelêrt, des si nu niht ensint WälGa
9196;
Pass III
412,36
2
‘Lehre, Unterweisung, Unterricht’ (s.a.
lêrunge
1):
die sinen [Jesu] fuͦzen nahent /
sine lernunge die entphahent Albert
421;
ez wær mîn rât, ob si wolden, / daz die herren ervarn solden / wer in ir lant
guot sinne hât, / und daz si in gæben rât / und helfe, und daz si sîn / der lernunge
zallen zîten bî: / wan von den wîsen liuten sol / werden diu werlt berihtet wol
WälGa
6608;
ein chint [...], ez si von der stat
geborn oder ez si herin gelazzen ze lernunge oder ze anderm wesen
StRAugsb
109,17;
UrkCorp (WMU)
2345,21;
Philipp
4687.
– zur Übersetzung von lat. disciplina
‘Zucht, strenge Erziehung’ (vgl. AWB 5,848f.):
geuahet oder begriffet die lirnunge [interl. zu
adprehendite disciplinam
]
PsWindb
2,12;
zuht. lirnunge [als Doppelglossierung]
ebd.
118,89
u.ö.
MWB 3,3 1080,21; Bearbeiterin: Wemhöner
lêrunge
stF.
vor allem in geistl. Texten häufig zur Übers. von lat. doctrina (vgl.
MlatWB 3,916f.).
1
‘Lehre, Unterweisung, Unterricht’ (s.a.
lërnunge
2 ) 2
‘Regel, Gebot’ (nur Pl., zur Übers. von lat. instrumenta ; vgl.
MlatWB 4,2078 s.v. instrumentum )
1
‘Lehre, Unterweisung, Unterricht’ (s.a.
lërnunge
2):
do ich zur schule solde gan / und an die lerunge stan, / do spilte ich mit dem
balle Pass III
431,50;
vnde daz ein man ein kint hin lat gan durch lervnge
[...] ze lernen zwei iar SchwSp
111a;
daz sint dy offenbarunge, / dy zu der lute lerunge / got in
der nacht me vluzet in, / vil me wan by des tages schin [vgl. Iob
35,10f. Deus [...] qui docet
nos
]
Hiob
13266;
die ebdisse sal ummer an irre lerunge
[
doctrina
] die gewonheit
[Tradition] des aposteln halden BrEb
2;
personif.:
div dritte tohtir daz ist lernvnge [La.
lervng
] . dv́ tohtir lernit drier hande bvͦch
PrGeorg (Sch)
37,45.
– auch metonymisch für die vermittelten Inhalte:
din [Mariae] heilcheit mach im
lerung geven, / dat gruͤne werd sin dürre leven MarlbRh
118,5;
dises heiligen herren sancte Markes lêrunge sult ir volgen
HvFritzlHl
122,4;
ir [der lernunwilligen Schüler] sin vert durch
der künste mer: / als künige und keiser âne her / lant und liute hânt betwungen,
/ als ist an lernunge [Laa. lerünge;
lerungen
] in gelungen Renner
16522;
EvAug
38,4.
35,9
2
‘Regel, Gebot’ (nur Pl., zur Übers. von lat. instrumenta; vgl.
MlatWB 4,2078 s.v. instrumentum):
weliv sint di lerunge gvͦter werke. zim erstin den herrin got
minnun vzer allem herzin mit aller sele mit aller tugende. danah
[...]
BrZw
4;
gihorsamir munich lerunge der tuginde ebd.
73
MWB 3,3 1080,57; Bearbeiterin: Wemhöner
lërz
Adj.
1
‘auf der linken Seite befindlich, linke(r/ s)’ (s.a.
lërc
,
linc
,
lürz
,
lürc
) 1.1 bezogen auf Körperteile, insbesondere die Hand 1.2 in präp. Wendungen 2
‘link, betrügerisch’ (vgl.
lürzen
)
1
‘auf der linken Seite befindlich, linke(r/ s)’ (s.a.
lërc
,
linc
,
lürz
,
lürc
)
1.1
bezogen auf Körperteile, insbesondere die Hand:
ir lerze blanke hant Brun
8439;
Troylus mit der lerzen hant / sluc
im [Achilles] vf daz rippe bein
Herb
9080.
1084;
UrkCorp (WMU)
51,39;
Pass I/II (HSW)
26048;
HvFreibTr
6598;
nu enpfienc er eine wunden in arm sin den lertzen JTit
6030,1;
mit dem lerzen fuzze Herb
1086;
Macer
17,21;
unseren zitzen lerzen HeslApk
1919;
subst.:
di lerze bezeichent sundir list, / daz vorgenclich ditz
leben ist Brun
8443
1.2
in präp. Wendungen:
–
gegen der lërzen
‘zur linken Seite hin’
horet gerne Gotes wort, /
[...] / haldet dar uweres herzen / oren kegen
der lerzen, / so daz ir iz wol entpfat HeslApk
20676.
–
zuo der/ zer lërzen hant/ sîte
‘linkerhand, auf der linken Seite’
zer lerzen hant der frouwen UvEtzAlex
12639;
Gloramatis der klare [...] /
[...] reit zer lertzen hende
JTit
3700,2.
2393,2;
sie saztin Palatinin, / [...]
/ zuo der lerzin sitin / mit achte hundirt mannin Athis
A* 120;
Bezug nehmend auf Mt 25,33 (zur Linken Gottes stehen die
Verdammten):
o we der jemerlichen rot / zu der lerzen
hant [
a sinistris
] hin von got
Vät
40510.
40618.
–
zuo der/ zer zëswen unde zuo der/ zer lërzen
‘ganz und gar, allenthalben’
der [Halzebier] was al sîner
lide vrümec / und manlîches herzen, / zer zeswen und zer lerzen / gereht, ze
bêden handen Wh
46,8;
zer zeswen und zer lerzen / was im gereht ietweder
hant Ottok
1464;
zuͦ beiden henden swant ir guͦt, der zeswen unde der lerzen
Rumelant (K)
6:8,11
2
‘link, betrügerisch’ (vgl.
lürzen
):
ein ander siv verratent / an libe vnd an guote / siv sint in lercem muote
Martina
127,40
MWB 3,3 1081,23; Bearbeiterin: Wemhöner
lërze
stF.
→
lürze
MWB 3,3 1081,57;
lërzen
swV.
‘lahmen’, hier subst.:
du [Minne] senftest allen smertzen.
/ du slichtest aller kruͤmen lertzen Minneb
1336.
– wohl hierher (zur Form des endungslosen Infinitivs vgl. Ehrismann, Minneb.
S. 297f. sowie Anm.z.St.):
ich weiz: min hertz an [d.i.
âne
] freuden lertz / mus ymmer und auch hinken
Minneb
2378
MWB 3,3 1081,58; Bearbeiterin: Wemhöner
lërzic
Adj.
‘mangelhaft, unzureichend’ (anders Glr.z.St.: ‘linkisch, ungelenk’),
hier subst.:
ey truter geselle zarter [d.i. die Minne] , / an
eren die gehertzig [La. an eren niht die lertzig (vgl.
Anm.z.St.)] / bis gein mir barmhertzig! Minneb
2619
MWB 3,3 1082,1; Bearbeiterin: Wemhöner
lës
stN. (?)
‘festgelegte Zeit für die Traubenlese’ (vgl.
lëseinunge
):
wer es, das einer leszen wolt vszwendig des leszes [l.
leszens?] , den sol der hern knecht zu drien maln
heiszen abgen; dete er das nit, so mochte er in pfenden vor V ß heller
WeistPfalz
237
(Mitte 14. Jh.?)
MWB 3,3 1082,6; Bearbeiterin: Wemhöner
lës-
→
lëse-
MWB 3,3 1082,12;
lësære
stM.
auch loͤser (
VitasPatr
261,8
).
1
‘Leser, Vorleser’ , in monast. Kontext spez. zur Übers. von mlat.
lector (zur Sache vgl. LThK 6,806f.; s.a.
1lëczenære
;
lësærinne
) 2 jmd., der zum Sammeln von Feld- und Waldfrüchten bestellt ist
1
‘Leser, Vorleser’, in monast. Kontext spez. zur Übers. von mlat.
lector (zur Sache vgl. LThK 6,806f.; s.a.
1lëczenære
;
lësærinne
):
lectores: lesere vel psalmistæ SummHeinr
2:8,181;
GlHvB (GE)
203;
her tet ûf di hende und gap ime den brif. dô gap man den brif deme lesêre
HvFritzlHl
163,20.
163,21;
lector: leser VocOpt
36.054;
danach sprichet der leser: jube domine benedicere
Lucid
84,18;
daz kaines murmilunge oder stimme niwan ainigis des lesers da
[während der Tischlesung] werde gihorit
BrZw
38;
des bit ich den lesere, / swen her kumt in diz
mere [die Frauenschelte] , / daz her mit schonen witzen
– / ob dar vrouwen bi sitzen – / [...] ober var den
lumen [diesen Abschnitt überspringe]
HeslApk
3711;
MarlbRh
122,18;
Albert
1206.
– häufig in Apostrophen:
leser dises buoches, vernim HvFreibTr
2644;
leser, ich wil dir sagen mê. / dir tuot vil lîhte daz venjen wê
MarGr 18
821.
791;
heb an, leser, unde sprich Daniel
3388
2
jmd., der zum Sammeln von Feld- und Waldfrüchten bestellt ist:
ein iglich man, der recht in den wald hat, der mag einen leser wol haben in
dem wald WeistGr
6,99
(a. 1294/1365);
vnser meder, hoͥwer, sniter, leser vnd gemeinlich alles dc gesinde, dc vnser
kloster vnd vnserē convent an hoͥret UrkCorp (WMU)
194,33
MWB 3,3 1082,13; Bearbeiterin: Wemhöner
lësærinne
stF.
‘Vorleserin’, hier der Schriftlesung in einem Kloster (zur Sache vgl. LThK
6,806f.; s.a.
lësære
):
do di leserin an hueb, do kom unser herre und unser frauwe und Maria Magdalena
und hueb an der nidersten an in dem rehten kor und ging uf und umb
AdelhLangm
23,18
MWB 3,3 1082,40; Bearbeiterin: Wemhöner
leschærinne
stF.
hier übertr. ‘Tilgerin (der Sünden)’
Maria, helf, daz ich gebuͤze / [...]. / suͤne, suͤne,
suͤnerinne, gotes zorn durch dine guͤte. / lesche, lesche, lescherinne, miner
sundigen lust gib sulch gemuͤte, / helf, daz ich dir zuͦ dienste werde
Meissner
16:1,8
MWB 3,3 1082,46; Bearbeiterin: Wemhöner
leschen
swV.
frmhd. lesken; auch löschen (
Tauler ;
KLD:Kzl
16: 18,5
), losschen (
MinneR 481
760
); Prät. häufig laschte, auch las(s)t, losst
(z.B.
WhvÖst
5000;
KvHelmsd
2456;
vgl. Weinhold, Alem. Gr. § 190).
Kausativum zu →
lëschen
stV.
, ‘etw. (aus)löschen’ (s.a.
erleschen
)
1 eigentl. 1.1 Brennendes, Feuer, Lichtquellen 1.2 Glühendes (Kohle, Metall u.ä.) 1.3
‘etw. (Speisen) mit etw. ablöschen’
2 übertr. 2.1
‘etw. (Durst, Schmerz) löschen, stillen’
2.2
‘etw. (Strahlendes, Glänzendes) eintrüben, verdunkeln’
2.3
‘etw. auslöschen, zunichtemachen’
2.4
‘etw. (Schuld, Sünden) tilgen’
2.5
‘etw. (Krankmachendes) beseitigen, (Begierden) abtöten’
2.6
‘(Tränen) trocknen’
1
eigentl.
1.1
Brennendes, Feuer, Lichtquellen:
der kalk von wazzer enzünt wirt, daz doch ander feur
lescht BdN
443,25;
mîn kint [...] sal [...]
den rouchinden flahs nicht leschin [
linum fumigans non
extinguet
]
EvBeh
Mt 12,20;
damite [Wasser] ir ane verdriezen / mich sult
gar begiezen / und leschet disen heizen brant Pass III
149,35;
Laban laskte daz liht VMos
25,17;
diu lieht diu laschte ir vrouwe Îsôt Tr
12594;
NibB
654,1;
Pass III
214,74;
alle nacht det sie die kerczen leschen
Lanc
468,5.
428,33.
– mit Ersparung des Obj.:
di stat ist von holcze gebuwit und enpurnet dicke, und wen das dy
wechter des turmes seen, so slon si an dy tabele, das irschillit wite, so
kumen di lute unde helfin leschin MarcoPolo
45,20;
du [Gott] wermis vnde kulis,
/ du fuhtes vnde dirres, / [...] / du enzundis vnde
lisches Litan
157.
– bildl.:
lesche mich mit trostes wasser, mynne!
Minneb
1576.
2030;
swa / lieb leschet lust, ez brinnet allez gar Frl
7:40,12;
leschâ lesch, verschamtiu welt! dîn laster riuchet dort / ûz dîner
heime RvZw
253,1;
BdN
483,1;
mit Akk.d.P. (offen zu 2.1):
geleschet nâch der hitze / wart dâ
maneger [mit gutem Wein] , daz sîn witze / niht
gein Salomône wac Wh
448,11.
– phras. (vgl. für weitere Belege TPMA 7,42ff.; s.a. Friedrich,
PhrasWB, S. 268):
maniges wenet eime anderen sin hus loͤschen und
verburnet das sin Tauler
287,25.
261,1;
wer leschen wil und daz in nit enbrennet, /
[...] / daz sol niemanne wunder han, ob es im
missevellet RvZw
306,10
1.2
Glühendes (Kohle, Metall u.ä.):
ein burne under im entspranc / und leschte gar daz isen
Pass I/II (HSW)
29287;
heiz in trinken daz wazzer da di smide ir zangen inne
leschen SalArz
75,48.
– bildl.:
vrauwen sal er sprechen wol / und salen losschen der
schanden kol / mit intreden, woe er hoirt / das man ir lobis tempel stoirt
MinneR 481
760;
das Jhesus diser helle gluͦt / lasst [La.
losst
] und brach mit sinem bluͦt
KvHelmsd
2456;
wie leschet man des zornes glut? Frl
7:36,5;
Gregôrius, bâbes, geistlîcher vater, [...] /
Lambarten glüet in ketzerheit, war umbe leschestû des niht, / sint daz man
der dîner schâf sô vil in ketzervuore siht? WernhSpr (Z)
35,4
1.3
‘etw. (Speisen) mit etw. ablöschen’
mache dy [Zutaten] wirstunt
[viermal] glundink uf kolyn, unde als ofte lessche
se in wyne Albrant
3,2;
galmensteyn de nun stunt
[neunmal] myt wyne geleschet sy
OvBaierl
155,3
2
übertr.
2.1
‘etw. (Durst, Schmerz) löschen, stillen’
wazzer mit wein oder mit ezzeich gemischt lescht den
durst mêr wan eitel wazzer BdN
353,8.
432,24
u.ö.;
der [nachts Durstige] sal den
durst nicht leschin mit kaldem wazzer SalArz
19,46.
13,48
u.ö.;
das er den turst geloͤschen mochte Tauler
137,2;
daz si lesche iren durst / mit der gevangen bluot
Ottok
4996;
Rennewart sprach: ‘heiz uns ein brot / mit einer
supperie [Brühe] netzen /
[...] / Kyburg, liebiu swester min, / leshe unsers
hungers pin!’ Rennew
19056.
– bildl.:
swer under sînen henden / het alsô wæhe sache, /
[...] / der lesche sînes herzen durst / an
liebe zuo den zîten KvWTroj
16576;
ein blic, ein inneclîch gesiht / ûz herzeliebes
ougen, / der leschet âne lougen / hundert tûsent smerzen / des lîbes unde
des herzen Tr
12350
2.2
‘etw. (Strahlendes, Glänzendes) eintrüben, verdunkeln’
Volkêr unde Hagene [...] / die
lascten ime strîte vil maneges helmes schîn / mit vliezendem bluote
NibB
201,2;
diu morgenlîche sunne / sîner werltwunne, /
[...] / dô viel sîn gæher âbent an, /
[...] / und laschte im sînen morgen
Tr
318;
mir sagent manige daz er [Karfunkelstein] / des
vinstern nahtes lieht ber / und daz er alters eine / lesche ander gesteine / swâ
er bî in lît HartmKlage (G)
1506;
bildl.:
daz tumbe herze mîn / laschte den gewæren schîn / der
gotes lêre RvEBarl
13850.
– übergehend zu ‘jmdn./etw. mit seinem Glanz überstrahlen (und
damit verdunkeln)’
daz gestirne fuͤr sich bran / die naht in schoͤnem
glast, / des tages lieht es last / nach der aventuͤr sage
WhvÖst
5000;
ir [der Sonne] liehtes
liehter überlast / leschet alles liehtes glast RvEBarl
9362;
Parz
167,19
2.3
‘etw. auslöschen, zunichtemachen’
nît löschet fride und wecket zorn KLD: Kzl
16: 20,3;
er [Neid] leschet kunst unde sin
Tr
36;
dem wîbe enmac ir minne / nieman ûz ertwingen /
[...] / man leschet minne wol dermite ebd.
17921;
sie bunden uf den rucke / sine hende als einen dieb, /
ez were im leit oder lieb, / sie leschten gar sine guft Pass I/II
(HSW)
24639;
lesche den zorn, kucke den vride, / daz ist der tugent
under schide Erz III
36,275;
daz der mensche sinen vliz / an sine buze kere / und
sinen got mit ere, / daz her den willen leschet, / die sunden abe weschet
HeslApk
7063.
– refl.:
nû kum, tôt, ez ist niht ze fruo; / wan swenne ich gedenke dar an /
swaz ich freuden ie gewan, / die leschent sich begarwe HartmKlage
(G)
295
2.4
‘etw. (Schuld, Sünden) tilgen’
sív [
caritas
]
léskit unte bedémpfet multitudinem peccatorum Will
69,26;
si bette unde vaste, / ir sunde si dô laste, / ir venie
wâren manicvalt Kchr
15477;
der die guldinen bihte da begat, /
[...] / der mach wol lesken sine sunde
Hochz
685;
Mechth
5: 3,10;
Freid
39,6;
diu milte löschet missetât KLD: Kzl
16: 18,5;
Macer
Reimvorr. 19;
boese rede lesche mit reiner Erz III
36,185
2.5
‘etw. (Krankmachendes) beseitigen, (Begierden) abtöten’
crocus lésket ôuh dáz brínnente fîeber
Will
69,25;
gerstenwazzer [...] leschet die
hitz in dem menschen BdN
413,18;
eppe [Sellerie] ist heiz vnde
trucken [...] vnde leschet di uerstopfunge des milces
SalArz
11,53.
15,12
u.ö.;
latich [...] leschet die
hurgelust ebd.
10,56;
ich [...] leske ane mir des fleiskes girde
PrRoth
36
2.6
‘(Tränen) trocknen’
die trehen si dô laste; / dô het er si doch gesehen. / er sprach: ‘waz ist
dir beschehen?’ Niemand
145
MWB 3,3 1082,52; Bearbeiterin: Wemhöner
lëschen
stV. (IV)
auch löschen; s.a.
erlëschen
.
‘erlöschen’
1 eigentl. von Brennendem, Feuer, Lichtquellen ‘aufhören zu brennen, zu
leuchten’
2 übertr. 2.1
‘nachlassen, (ver)schwinden; aufhören’
2.2
‘sterben’ (?)
1
eigentl. von Brennendem, Feuer, Lichtquellen ‘aufhören zu brennen, zu
leuchten’
daz fiur in ze tôd verbrant / und lasch an der selben zît
EnikWchr
22933;
sîn [des Feuers] hitze und sîn
liehter schîn / von wazzer gar erstirbet, / ez lischet und verdirbet
RvEBarl
9534;
owê! sô lischet daz liehtvaz ebd.
3620;
als palde lâschen die chercen von dem grôzen tunst
Barth
156,8;
subst.:
eyn vuͦr daz brant aen lesschen MinneR 496
7.
– im Vergleich:
in ir dienst wart dar brâht / mit golde gezieret manec harnasch, / dar
gegen der sunnen schîn niht lasch, / von tiuren steinen rîchen
UvEtzAlex
12888.
– bildl.:
nime ich viur von einer stat und lege ez an ein ander, sô ist ez doch
geteilet, al ez viur ist: diz mac brinnen und daz mac leschen, oder diz mac
leschen und daz mac brinnen; und her umbe enist ez weder ein noch êwic
Eckh
2:436,6;
so het uns der minnecliche got gegeben grosse helffe und
trost und het uns sinen eingebornen sun gesant, [...]
das wir lassent loͤschen unser vinster lieht in sinem waren wesenlichen lieht
Tauler
49,33
2
übertr.
2.1
‘nachlassen, (ver)schwinden; aufhören’
im erlasch diu kraft unt der muͦt StrKarl (S)
11855;
sô lischet im sîn jâmers nôt Parz
175,15;
ich sprach frowe Minne [...] / do ist din muot
betrochen / mit dorheit also wite / daz men mit eime schite / dich solte wol
zertroeschen / ia minne wiltu loeschen MinneR 210
268.
– von Geräuschen:
dô lasch ouch anderhalp der schal Parz
182,2
2.2
‘sterben’ (?):
die tierlein erherttent [im
Winter] als die stein in dem ertrich unnd in den hölern der
perge, von grossem froste leschent si in der feüchte HvHürnh
40,4
MWB 3,3 1084,45; Bearbeiterin: Wemhöner
lëschlich
Adj.
‘vergänglich’
ir fraude doch zvͦ aller frist / vnstede, wankelmvͦdig ist, / mit gallen
vndermischit. / ir fravde gar verlischit / von drvrekeit, von zorne, / fro hvde,
drvrig morne; / ir fraude ist gar leschlich, / dar in sa hat gemischit sich hvnger,
kvmmer vnde not PrHess
38,155
MWB 3,3 1085,15; Bearbeiterin: Wemhöner
leschtroc
stM.
‘Löschtrog’ zum Ablöschen des heißen Eisens beim Schmieden:
alueolus: loͤschtrog VocOpt
14.027
MWB 3,3 1085,21; Bearbeiterin: Wemhöner
lese
F.
ein (bes. von Frauen getragener) Überwurf (vgl. ahd. lesa AWB
5,850):
supparum, supparium camisia vel lesa, furhendi SummHeinr
2:478,334
u.ö.
MWB 3,3 1085,24; Bearbeiterin: Wemhöner
lësegarbe
F.
eine Ernteabgabe an Geistliche (vgl. zur Sache SchweizId 2,413; s.a.
garbe
):
der kuster lât werden dem sigristen in dem Hofe [Chorherrenstift
St. Leodegar im Hof] die lësgarben, die ein jeglicher ussmann und
burger zue Luceren, der guet in dem Môse hat, von alter gewonheit gën soll
SchweizId
2,413
(Gfrd; a. 1324);
dis lësgarbin soll man gën, so man snydet, von allen gueteren, die in der
parrochie ligend ebd.
2,413
(Gfrd; a. 1324)
MWB 3,3 1085,28; Bearbeiterin: Wemhöner
lës|einunge
swF.
Strafzahlung bei Verstoß gegen die festgelegte Erntezeit (vgl. DRW 8,1234; s.a.
lës
;
einunge
2.5):
vmb die leszeinongen in dem herpst do wiszt dy gemeinde, das die ir sy, vnd
wer es, das einer leszen wolt vszwendig des leszes, den sol der hern knecht zu drien
maln heiszen abgen; dete er das nit, so mochte er in pfenden vor V ß heller
WeistPfalz
237
(Mitte 14. Jh.?)
MWB 3,3 1085,38; Bearbeiterin: Wemhöner
lësekorn
stN.
unklar; nach der Ernte aufgelesenes Korn (vgl. Zingerle, UrbSonnenb., Glr. s.v.
chorn)?:
datz ist der gelt weingelt des goteshaus datz Suͦnenpurch auf Aldein, datze
Pintzan [...]. des ersten auf Aldein geit ze cins 60 phunt
und 30 schill. datze Pintzan von aechern 14 mutt [ein
Hohlmaß] snitchorn und 14 mutt leschorn UrbSonnenb
93
MWB 3,3 1085,46; Bearbeiterin: Wemhöner
lëselich
Adj.
‘(gut) lesbar, deutlich’
so bit ich, herre, daz ir lat / mich legen under aines sarkes
stain, / daz dar uf werde gehawen rain / mit der urkuͤnde buͦchstaben / leselich und
wol erhaben WhvÖst
5272.
– halbprädikativ:
uf der lantzen flog ain ar, / des richait uͤberhoͤhet gar, /
swaz ie man fuͦrte da: / buͦchstaben guldin in der cla / an ainem brief er fuͦrt; /
swa den der wint beruͦrt, / da ward er leslich bekant WhvÖst
14697;
er sach bi sich in den sant / mit ordelichen buchstaben /
dise wort wol uz gegraben, / die er sus leselichen [auf diese Weise
lesbar geworden] las Vät
35669
MWB 3,3 1085,53; Bearbeiterin: Wemhöner
lëselôn
N.
Entlohnung für das Weinlesen, ‘Leselohn’ (s.a.
lëserlôn
):
die wingarten sulen sie [die neuen Eigentümer] uns
buwen ane unsern schaden mit rehtem buwe [...] biz an das
lesen, da sulen wir daz leselon unde daz tragelon ab dem wingarten halbes gen unde
sie halbes UrkEssl
196
(a. 1313)
MWB 3,3 1086,1; Bearbeiterin: Wemhöner
lesemânôt
stM.
‘Dezember’ (vgl.
losmânôt
):
der lesemânde [Kapitelüberschrift]
HvFritzlHl
12,1
MWB 3,3 1086,8; Bearbeiterin: Wemhöner
lësemeister
stM.
auch les-.
1 Inhaber des Lehramts in einem Kloster, zu mlat. lector (zur Sache vgl.
LThK 6,806f.; s.a.
lëcze
2 ,
lësære
) 2 Aufseher bei der Weinlese (vgl. mit weiteren späteren Belegen DRW 8,1234)
1
Inhaber des Lehramts in einem Kloster, zu mlat. lector (zur Sache vgl.
LThK 6,806f.; s.a.
lëcze
2,
lësære
):
hi lerit brudir Johan Franke der lesemeister wi got ruwite an
sinen werkin du he si geschuf Parad
4,19.
4,32.
6,38
u.ö.;
dar umme tet unser herre Jêsus Kristus alse ein getrûwe lesemeister: dô her
von dirre werlde scheiden solde, dô lêrte her uns siben leccien an dem krûze
HvFritzlHl
117,15.
63,23.
100,17;
Bussard
95;
die grossen pfaffen und die lesmeister die tispitierent
[disputieren] weder bekentnisse merre und edeler si
Tauler
196,28;
MvHeilGr
1550;
PrAlbLesem
234;
NüP
167;
MinneR 439
600.
– bildl.:
in der sele closter sol Got únser herre prior sin, beschaidenhait
subprior, [...], minne dú regel, warhait der
lesmaister PrGeorg
339,16.
– in Zeugenlisten:
und geschach der koͧf in der Minre Bruͦder hus in irme capitelhuse, vor
biderben lúten: vor deme lesemeister, vor bruͦder Volmar der da gardian was,
vor bruͦder Albrehte UrkFreiburg
2:143,11
(a. 1292).
1:171,26
(a. 1264);
bruder Berhtolt, der lesmaister [
lector (970A,24)]
UrkCorp (WMU)
970B,12
2
Aufseher bei der Weinlese (vgl. mit weiteren späteren Belegen DRW 8,1234):
so sollen auch die lehner dem leßmaister, wer der ist, für alle mal zwelf
schilling phening geben und iedlichs lehen zwai junge hiener und ain metzen habern
WeistÖ
8:898,12
(a. 1340, kopial)
MWB 3,3 1086,10; Bearbeiterin: Wemhöner |