l – lâchen lâchen – laden laden – Lahrein lahs – lampartisch lahs stswM. lahsvörhen stF. lahter stN. lahterbære Adj. lahterlîch Adv. lakeritze swstF. lakritzenpulver stN. lakritzenzahersaf stN. lallen swV. lam Adj. lamberîe swM. lambesbûch stM. lambeswîs Adv. lambra Subst. lâmel stF. lamen swV. lamentierlich Adj. lamia stMN. lâmina F. lamp stN. lampade F., stMN. Lamparte swM. Lampartenlant stN. Lamparter stM. lampartisch Adj. lampe – lanclëbic lanclîbe – lancwat lancwiric – lant|âht|acker lantâhte – lantgemeine lantgenôʒ – lantleite lantliut – lantreister lantrihtære – lantsidel lantsidel – lanttwingære lanturliuge – lantwîn lantwîp – larrûn larventier – lasterkleit lasterkôsen – lasterwunde lastkarre – Latrisëte latrôn – læʒic (?) læʒlich – lëbendic lëbendigen – lebezelte lëbezuht – 3lecken lëcken – lëder|gerwe lëderhosære – lëdic|sagunge lëdic|vrî – lëgerhort lëgerhuobe – lêhengëlt lêhenguot – lêhensrëhten lêhensteidinc – leidebërnde 1leiden – leienphrüende leienrëht – leissup leist – leiterboum leiteren – leitstap leitstërne – lemmelîn lemnisse – lenderieren lenderl – lenke lenken – lêrchenmunt lêre – lërnkint lërnknabe – lësemeister lësen – lettener letter – levîte lëwe – lëwinne leyô – lîch lîch – lîchphenninc lîchreste – 1liden 2liden – lîdunge lie – liegære liegærinne – liehticheit liehtkerze – liehtvaʒ liehtvlüʒʒic – liepsuochende liep|swinderinne – lîhenisse lîhkouf – lîhtsüeʒe lîhtunge – 2lîm (?) limbel – lindelîche 1linden – lînhose linie – lînsoc linster – lîpgedinge lîpgedingede – lippenlappen lippe|swër – listen lîsten – 2lit lit- – litze litze – liut- liutærinne – liutsælde liutsælic – löbelach lobelich – loc loch – lodewërc lœdingære – lônærinne lônbære – lônen
|
lahs
stswM.
‘Lachs’
esox: lahs [La. lahse
]
SummHeinr
1:156,592.
2:63,175.
2:282,202;
weitere Glossenbelege des 12. bis 14. Jh.s s. AWB 5,596;
der see trug güt vische: / [...]
salmen und lamperden, / hechten und pabeden, / [...]
vorhen, goras und äschen, / roten visch und lachsen, / sturen
[...]
HvNstAp
18048;
diz ist ein guͦt spise von eime lahs
BvgSp
19;
also mahtu auch machen morchen von hecheden vnd von lehsen
ebd.
23
MWB 3,2 833,26; Bearbeiter: Tao
lahsvörhen
stF.
‘Lachsforelle’
guter visch sint da vil, / hechten, salmen ane zil, / lax
vörchen, sturen, rut visch HvNstAp
8888
(vgl. Anm.z.St.)
MWB 3,2 833,35; Bearbeiter: Tao
lahter
stN.
‘Lachen, Gelächter’
1 in gutem Sinne 2 in schlechtem Sinne 3 in christl. Wertung 4 als Wirkung einer Giftpflanze
1
in gutem Sinne:
der trôst mich ie ze lahter twanc HartmKlage (G)
1719;
hie wart ein michel lahter van Tr
3371;
und begunden hier under / vil schimpfen unde lachen / und
michel lahter machen / von sîner verte in Îrlant ebd.
8240
2
in schlechtem Sinne:
der ne wolde niht spoten, / ime was daz lahter niht lib
VMos
14,10
(vgl. Gn 9,20ff.);
worden bir wir [...] ze lahter unde ze spote
[interl. zu: facti sumus [...]
subsannatio et illusio
]
PsM
78,4;
niht in goukel noch in schimpfe sol man toufen, alsô wenne ein kint ze
priesters handen niht komen mac und ez junge liute touften in gespötte und in
lachter PrBerth
1:298,11;
da [in der Hölle] der wirt lachit, /
da [l. daz?] alle frovde swachit / vnd da
enbleckit sine zene. / nach dem lahter ich niht sene Martina
71,106
3
in christl. Wertung:
alle bvͤbenie vnd ietel wort vnd darvon man ze lather
braht wirt, daz weren wir SpitEich
25,6;
vppigu wort dv lahtre sich gevuͦgen vnde
glîchen [
verba vana aut risui apta
] dv
solt nvt redon. noh insolt nvt minnon vil lachen. vnde lv̂tpers lahtir solt
mîdin [
risum multum aut excussum non
amare
]
BrEng
4.
6
u.ö.;
BrZw
7;
schimpf und lachter si [Maria]
vermaid / gar erlich und alle uppekait WernhMl
1105;
nv hoͤret, wie ez ein ende nimt, / daz iv nu zelahter wol gezimt
Warnung
1912;
dv zwelfte [Sünde] ist vnmezig lachter
Bihteb
34
4
als Wirkung einer Giftpflanze:
ein krût ouh in dem lande wirt / das sin vruht also gebirt: /
swer sin selbis so virgizzit / das ers dekeinest [jemals]
izzit, / der wirt zehant so gemmelich / das er ze tode lachet sih / und in dem
lachter stirbit sa RvEWchr
2990
MWB 3,2 833,38; Bearbeiter: Tao
lahterbære
Adj.
‘zum Lachen reizend’
v̈ppigew wort vnd lächterberiv [
verba vana
aut risui apta
] nicht reden, vil lachters oder auzgeschüttes
lachter niht minnen BrAlt
4
MWB 3,2 834,7; Bearbeiter: Tao
lahterlîch
Adv.
s.a.
lehterlich
.
‘mit Lachen’
guldin ring und fingerlin / sach ich an handen schowen / baydi man und frowen /
und dar zu reden lachterlich MinneR 439
521
MWB 3,2 834,11; Bearbeiter: Tao
lakeritze, lekritze
swstF.
auch lackericie, lacaricie, laqricia, laquiricia, laquariz,
lekwaritze;
aus mlat. liquiricia, liquiritia, laquiricia (Pfeifer, EtymWB, S.
761).
–
‘Süßholz’ (Glycyrrhiza glabra L., vgl. Marzell 2,724ff.; s.a. →
süeʒholz
stN.):
dar nach mache ein pulver von lackeritze
SalArz
43,46;
vnde gip im zu trinkene wazzer, da gerste vnde lackeritze
inne gesotin si ebd.
44,5;
liquiritia heizet laqricia unde ist heizer nature unde
vuchter Macer
89,1;
laquiricia ebd.
17,23;
die lekwaritze [Akk.]
Barth (H)
479;
lacaricien twe lot OvBaierl
124,7.
91,22;
daz himelprôt [...], daz wirt oft
gevelscht mit honig, oft mit lekritzen, diu gepulvert ist BdN
91,1;
das [damit] der wyn, der do suwir
ist odir bittir, smecke suze, so gebin si [Betrüger] yn
lackericie odir nusse odir aldin kese wol gesalczen czu essin Pelzb
137,25;
brenget auch ein gast unbeslagin gwt in seckin alse seife unde alune unde
komil unde lakericze UrkBresl
114
(a. 1327);
laquariz StRPrag
62
MWB 3,2 834,15; Bearbeiter: Tao
lakritzenpulver
stN.
‘zu Pulver zermahlenes Süßholz’
wer den pulver nimt und venichlrinden und zukker und weizen
mâgen und arabischen zaher und lekritzenpulver und zestœzt die wol mit
enander BdN
376,8
MWB 3,2 834,35; Bearbeiter: Tao
lakritzenzahersaf
stN.
‘Süßholzsaft’
für die dürren der prust mache diapapaveron, daz ist ain
electuari gemacht auz mâgensâmen und auz lakritzenzahersaf, daz man süezholz haizt,
und von arabischem zaher [...] und von tragant
BdN
414,16
MWB 3,2 834,40; Bearbeiter: Tao
lallen, lellen
swV.
‘undeutlich sprechen, lallen’
wenne daz houbet von dem buche schit. / an der scheidunge /
lellete die zvnge Herb
7552;
sô manige gezzent und getrinkent, / daz si mit den vingern winkent / und mit
der zungen lallent / und einhalp hin vallent Renner
9669;
nu tuot daz trinken im sô wol, / von dem diu zunge lît gequollen / in dem
munde und ist geswollen, / daz si sich niht geregen mac: / sus lellet er biz an den
tac ebd.
10560;
slotern, smetern, snarren, kallen, / snappen, klaffen, lellen, snallen /
heizet man hofelichez tihten, / der ez gerne wil vernihten ebd.
16232.
–
sô gêt er [
der nîder
] snarren durch den
tac / von jenem hin ze disem her / und lallet [La.
chlaffet
] wie diser lebe und der / und wie ungetriuwe
jener sî, / und er ist niht selber wandels frî Renner
14394
MWB 3,2 834,45; Bearbeiter: Tao
lam
Adj.
alem. lan (
SM:Ga
1: 1,4;
Cäc
498
).
‘lahm, gelähmt, verkrüppelt; schwach’
1 eigentl. 1.1 ohne weitere Bestimmung 1.1.1 bezogen auf Personen; attr. 1.1.2 bezogen auf Tiere 1.1.3 bezogen auf Körperglieder, -teile 1.2 mit Präp. oder Gen. 2 übertr. 2.1 ohne weitere Bestimmung 2.2 mit Präp. ( an , vereinzelt ze ) 2.3 mit Gen.
1
eigentl.
1.1
ohne weitere Bestimmung
1.1.1
bezogen auf Personen; attr.:
da uant her einen lamen man, / ce samene gewahsan: /
deme waren die bein crump / vn̄ sine arme ungesunt
Ägidius
1472;
Titurel [der an Fußgicht leidet, vgl.
501,26f.]
[...], / der alte betterise lam Parz
813,16;
[der Gott Vulkan] was lam RvEBarl
10063
(vgl.
ebd.
10060
s.u. 1.2);
lame lûte suln ouch antwerten und clagen âne vormunden, ez sî, daz die
clage zu kamphe gê SSp (W)
1:48,2;
SpdtL
139,4;
lamen man und miselsîchen man [...] den en
mûz man nicht zu künge kiesen SSp (W)
3:54,3;
SchwSp (W)
102,14;
von einer lamen juncfrouwen. / [...] di was
vorkrummet an den bein Köditz
70,25.
– (halb-)präd.:
manigen er des gewerte, / swelcher im zv quam, /
daz er bleip tot oder lam Herb
5037;
er sluc [...] dem pherde
an den schenkel, / dem ritter durch daz bein. / er gemachte in zwein, /
daz sie bi der erden / lam mvsten werden ebd.
9066;
swaer den andern wundet unde wirt er lam von der
wunden StRAugsb
115,11.
115,26;
swelhen er ane quam, / den machte er tot oder lam
Herb
8864;
maniger, der gesunder glider / hin zuo geriten
kam, / der wart dâ gemacht lam / von manigem hertem stôz, / sô gar wart
der gedranc grôz Ottok
73328;
daz swert [...], / dâ mit er gevellet het
tôt unde lam Loheng
5642;
ez ist dir gvet zv dem leben inzegan hinkend oder
lamer [
bonum tibi est ad vitam ingredi debilem vel
clodum Mt 18,8] , dann zwen hende oder zwen
füzz habenten gesant in daz hellisch fivr EvAug
42,6;
crank odir lam EvBeh
Mt 18,8.
– subst.:
du [Gott] fromes gerecht
vnde krumb, / vnde witzic vnde tumb, / vnde gesunt vnde lam
Litan
73;
[scherzhaft, iron.] du springst sô daz dir die
lamen / möhten niht gevolgen Wh
148,24;
er [Jesus] hât den lamen schône ir lider
/ gesunt gemachet unde sleht KvWSilv
4888;
di blinden sehin, di lamen wanderen EvBeh
Mt 11,5;
EvBerl
2,10;
EvAug
22,20.
36,19
(Mt 15,30);
do gyngen czu ym dy blynden unde lamen, dy machte
her gesunt EvBerl
22,9
(Mt 21,14);
Eckh
1:339,1.
1:352,4;
Tauler
353,24;
WernhMl
7282
1.1.2
bezogen auf Tiere:
ez [Pferd] was niht lam, /
ergurret mager noch ze cranc UvZLanz
1454;
den lewen macht er dô lam, / daz er des slages
verzagete ebd.
1974;
blîbet aber ein vihe tôt oder lam von eines mannes schulden SSp
(W)
3:48,3
1.1.3
bezogen auf Körperglieder, -teile:
sol got haben ein lamez bein
[...] ? RvEBarl
10067;
alse etlich mensche, der hat ein lame hant oder ein
dürrü hant ThvASu
222,8;
strak und dúrre wart ir arn / und och ir hant
vil balde lam WernhMl
2679;
din zunge diu wirt lam FvSonnenburg
37,10
1.2
mit Präp. oder Gen.:
– bezogen auf Körperglieder:
er was an einem beine lam RvEBarl
10060;
an ieglîchem beine / wünsch ich in lam, die man dâ nennet spotten
Hadam
306,4;
er muͤste iemer mere wesin / ze gende an
beidin fuͤzen lam: / den schaden er andem valle nam
RvEWchr
27581;
Köditz
79,21;
an handen, an füezen werd er lam, / an armen, an beinen
alsam EnikWchr
115.
– bezogen auf andere Körperteile bzw. den ganzen Körper:
her [Apoplektiker] wert
tohant an eyner syden tot vnde lam OvBaierl
88,7;
in den lendin lam SalArz
24,50;
[
Cundrîe
] in dem munde niht diu lame
Parz
312,28;
ze redenne hilfet kunst noch list, / swer lam an der zungen ist
Freid
126,18;
unz her an dise zit / bin an dem lip sit /
lam [wie gelähmt, schwach] und ungesunt
gewesen RvEWh
13535.
– vereinzelt bezogen auf das Augenlicht, mit Gen.:
seines gesichtz ward er lam [schwach] , /
unnd kund nichtz mer gesechen FrSchw
250
2
übertr.
2.1
ohne weitere Bestimmung:
mîn tôtiu vreude, niht diu lame, / ime herzen ist
verswunden Wh
455,18;
o ich unselig lammer hunt, ich
húlze [hinke] oͮch mit dir
Mechth
4: 1,7;
diu selbe hôchzît was lam / bî [im Vergleich
mit] der Lemberslindes Helmbr
1480;
so daz der eit ist worden lam MarLegPass
22,309;
da von ir viende lob vil lamer [Komp.] / wart
Martina
50,14;
swes werc sin lam Meissner
4:5,13;
sin leben, daz nu ist vil lame [vernichtet]
Pass III
87,84;
bewart ouch uch [...] / vor der
girekeite stam, / di manige tugent machet lam Pass I/II (HSW)
28956;
ir vröude diu was worden lam RuprvWü
651;
ir hôchgemüete daz wart lam: / si zurnt und wart vil gar unfrô
UvLFrd
418,18;
nu bist du in den schanden lam [gemeint: die Schande lähmt
dich (FrlWB, S.203)]
Frl
11:9,14;
ewer triwe was ie gegen im lam GvJudenb
1677
2.2
mit Präp. (an, vereinzelt ze):
an êren lam / ist gar ir nam SM:Gl
1: 5,8;
sîn vreude was an kreften lam Wh
112,20;
mîner vrouwen êre / diust an allen liden lam / unde strûchet sêre
Neidh
WL 28:5,2;
dem kargen ist manic mensche gram, / üm daz sîn hant an milte ist lam
Renner
8220;
an hôhem muote lam Parz
237,8;
wan du [Maria] were ein
volgemachet mensche von gotte in aller vroͤwelicher nature und an aller
megtlicher schoͤpffenisse, und du were nit lam [behindert
(Vollmann-Profe, Mechth., S. 167)] an diner nature, das machet
din alte lange kúscheit vor gotte edel und túre
Mechth
3: 4,8;
ach sunder, an der selen lam! HvNstGZ
6658;
hin, übermut, an selden lam Frl
5:41,17;
daz machet dich an selden lam Wartb (H)
407:2,8;
an tugenden was er lam Renner
1365;
Vät
4074;
an den zühten niender lam KLD: VdK
2:3,7;
ouch was der herre Bertram / zaller bosheit lam / und zaller vrumekeite
snel RuprvWü
61.
– oft an vröuden ~
:
diu [
vrouwe
] was
dâ vor an freuden lam Parz
125,14.
505,10;
von sime tode wurden lam / an vræuden hoch
gemuͦtiu wip Rennew
30534.
13334;
Minneb
1863;
RvEWh
10430;
LivlChr
1208;
wol dir, wîp [...]; / wan dîn güete
[wenn deine Güte nicht wäre] ,
[...] minne diust an fröiden schiere lam
KLD: KvK
4:3,4;
des ist min pris an vræuden lam
Rennew
30690;
des ist min muͦt an vræuden lam ebd.
35260
2.3
mit Gen.:
der bâbst was worden gewaltes lam [verlustig,
beraubt]
Loheng
7482;
ein herze frumes muotes lam Helbl
2,432;
der wonne / wer reynem wijbe verbonne, / [...]
den tüt got salden lam Krone
26411;
daz dî cristinheit / wêre wurdin sigis lam / und ir sêlin
allintsam, / der lîchame lêgin tôt NvJer
11239;
mich irbarmet, / daz ir lib ist uzwendich riche / unde inerthalb arm unde
lam / der tugent Rumelant (K)
7:4,7
MWB 3,2 834,62; Bearbeiter: Tao
lamberîe
swM.
aus afrz. lampereie, lamproie (vgl. Tobler/ Lommatzsch 5,116 und
Suolahti 1,142);
s.a. →
lamprîde
.
– ein Fisch, ‘Lamprete, Neunauge’
eins lamberyen [La. lambarien
] oder eins
stvrn / möht ir leihter genuog ezzen Krone
2136
(vgl. Anm.z.St.)
MWB 3,2 836,62; Bearbeiter: Tao
lambesbûch
stM.
s.a. →
lemberbûch
.
‘Bauch vom Lamm’
daz ich [...] verchauft hon
[...] dem erbern herren apt
[...] meins rechten aigens zwen vleischtische,
[...] do man ierleich van dient van iegleichen
anderthalb viertail vnslids an sand Cholmans tag, vnd von igleichen einen lampspauch
an dem osterobent UrkAltenb
167
(a. 1324);
daz ich [...] han gekaufte ein hofstat vnde ein hvse
[...], das allerierklich giltet oͣchtzige
pheninge Babenberger, zwai hvͦner vnde einen lambesbovch UrkCorp
(WMU)
1602,22;
zvͦ den vberigen oͣchte pheninge [...]
von dem lambesbovch vnde den zwain hvͦnern, di er in nimet ebd.
1602,27;
ez suͤllen die flaeschhaeckel einen kalbspauch geben
umb 20 dn, [...] ein lampspauch umb 10 dn, mit haubt und
mit all StRMünch
439,1
MWB 3,2 837,4; Bearbeiter: Tao
lambeswîs
Adv.
s.a. →
lamp
stN.
‘in der Weise eines Lammes’
der got der sich lammeswis bot / sunder irarnete schult / in
den tot mit gedult HeslApk
10120
MWB 3,2 837,20; Bearbeiter: Tao
lambra
Subst.
vgl. DMLB 2,1884; zur Sache vgl. Lecouteux, Pierres, S. 160 und 255f.
– eine Bernsteinart:
succinus ist ain stain, den haizent die Kriechen electron
[...] und haizt gemaincleich lambra
[
vocatur eciam vulgariter lambra
]
BdN
463,6
MWB 3,2 837,24; Bearbeiter: Tao
lâmel, lammel
stF.
die Quantität des Stammvokals ist unsicher; zu lat. lāmella
‘Blättchen’ (EWA 5,1004ff.).
‘Klinge’
des hôhen, starken, grôzen wunderaeres kraft, / [...]
des sezzel ist der himel dort / und hie diu erde sîner vüeze schamel, /
[...] / und in dem munde sîn ein viuric
lâmel [vgl. et de ore ispius procedit gladius acutus Apc
19,15]
Boppe
1:10,14;
wie getar denne der vol drücken / [...], / dem diu
lamel und daz hefte / wichent swenne er snîden sol? Renner
3926;
de lamel stach hey in de scheyde KarlGalie
13176;
vulgo etiam lamina lammile cultelli dicitur Gl
3:382,51;
lamina: lamel, lammel VocOpt
10.080;
gladiolus [...] haizet aigenleichen
nâch der latein swertlinch oder swertelkraut, dar umb, daz ez gestalt ist sam ain
swertes kling [La. lammel
]
BdN
403,33
MWB 3,2 837,30; Bearbeiter: Tao
lamen
swV.
‘lam sein od. werden’, bildl.:
von Tessâlje kam / ein grôziu schar diu benam / den
Untœtigen [(den "unsterblichen Zehntausend" der Perser) l.
Untœdigen, vgl. Rez. E. Schröder, AfdA
49 (1930), S.
20] gar ir namn. / des namen wort muost an in
lamn / wan ir dô sô vil erstarp / daz der name an in verdarp RvEAlex
7294;
man sach ir êre nicht an einer zêen lamen Kelin
3:7,13;
sin eren samen [Sammeln] / die schande lamen / tut
Frl
5:8,16
MWB 3,2 837,46; Bearbeiter: Tao
lamentierlich
Adj.
zu afrz. lamenter
‘wehklagen, beklagen’.
–
‘beklagenswert’
ouch was geworht anderswa [auf dem Wandteppich] , /
wie Troye zefüeret lak, / vnd der lamentierlich slach, / der an Dydon ergieng, / do
si Eneam enphieng Krone
529
MWB 3,2 837,56; Bearbeiter: Tao
lamia, lami
stMN.
ein Tier:
von dem lami. lamia ist ain tier grôzez und gar scharpf
BdN
145,30;
wenn der mensch gewundet ist mit den zenden des lamis, sô
wirt er niht gesunt von dem piz ebd.
146,4
MWB 3,2 837,62; Bearbeiter: Tao
lâmina
F.
‘(Metall-)Plättchen’
er screip alda / an einir guldin lamina / Tetragramaton, den
namen / gotis RvEWchr
10627
MWB 3,2 838,3; Bearbeiter: Tao
lamp, lam
stN.
Nom. Sg. vereinzelt
lamme Walth
5,9;
Pl. lember, lemmer, Gen. vereinzelt lambe
WernhMl
12256
(vgl. 2
5Mhd. Gr. § M 14).
‘Lamm’
1 als Bezeichnung für junges Schaf 1.1 allg. 1.2 in Vergleichen und Metaphern mit Bezug auf Unschuld, Sanfmut, Duldsamkeit, Wehrlosigkeit usw. (vgl. Friedrich, PhrasWB, S. 259) 1.3 in Wendungen und Sprichw. dem Wolf oder Löwen gegenübergestellt (vgl. Friedrich, PhrasWB, S. 476f. und TPMA 13,168ff.) 2 als Opfertier, Pessach-Lamm 3 Sinnbild für Jesus Christus, ‘Agnus Dei’
4
daz kiusche ~
, Pflanzenname ‘Keuschlamm,
Mönchspfeffer’
1
als Bezeichnung für junges Schaf
1.1
allg.:
der junger brûder [Abel] huote
der lember Gen
599
(vgl. Gn 4,2);
von zæ̂hen alten schâfen einen phenninch, von zwainzik lembern
[entrichtet man als Zollabgabe] einen phenninch;
ein wagen mit lembern [
git
] einen
phenninch UrkCorp (WMU)
548ABC,30,29,45.
801,43;
an sant Waltpurgen tage ist verdienet der lember zehende
SpdtL
214,2;
nim eines lammes galle mit honige gemengit, gip deme
sichen zu nutzene SalArz
34,57;
der stein dar an ein man stât / und eines lambes houbet
hât Volmar
800;
bildl. für die Christen:
[Jesus zu Petrus: ] so waid miniv lember
EvAug
275,3
(Io 21,15)
1.2
in Vergleichen und Metaphern mit Bezug auf Unschuld, Sanfmut,
Duldsamkeit, Wehrlosigkeit usw. (vgl. Friedrich, PhrasWB, S. 259):
dem lamme ist gar / gelîch gevar / der megde schar Walth
5,4;
als ein lewo saz her [Anno] vur din vuristin, /
als ein lamb gîn her untir diurftigin Anno
35,6;
di ê waren sam der lewe ergramt, / di wurden senfte sam
daz lámp Rol
4008;
[der] ê sam ein lewe bram – / der wart nû
stille als ein lam NvJer
8495;
also laid er och gedulteklich, / und als ain lamp nie
sinen munt / getet er uf ze kainer stunt WernhMl
10215;
ez wirt ein ungelîcher kamp / als umben lewen und umbez lamp
En
11330;
wir belibint mit ainander / als hirteloͤsú
lamber / under wolffen iemer me, / die úns tuͦnt allenthalben we
WernhMl
13564;
in lammes wîs ( →
lambeswîs
Adv.):
daz her [Jesus] in lammes wis
vortruc, / swaz ungemaches im geschach HeslApk
8418.
–
hie wellnt ein ander vâren / die mit kiusche lember
wâren / und lewen an der vrecheit Parz
737,20;
da er wirt ein grimmig bere und ein bruͤmende
loͤwe bi sinen heimlichosten genossen, da er ein lamp an der
sanftmuͤtekeit und ein tube an den tugenden solte sin
Mechth
5: 11,19;
Gawein was vil vnerschraht, / wan eins lewen muot verdaht / an im eins
lambes vel Krone
7123;
er sî mit lammes vellen / ûz gerant gein ritters vellen
Renner
21681;
vür sines lewen munde wil ich sin ein lam. / ich teil im, daz ich im
zu rechte swige Wartb (H)
398:2,9
1.3
in Wendungen und Sprichw. dem Wolf oder Löwen gegenübergestellt
(vgl. Friedrich, PhrasWB, S. 476f. und TPMA 13,168ff.):
– die Unverbesserlichkeit des Wolfes:
ez ist verlorn / swaz man dem wolf gesagen mac / pâter noster durch
den tac, / wan er spricht doch anders niht / niwan: ‘lamp’
WälGa
14716;
ir tuot alsam der wolf, / der sprichet ‘lamp,’, swaz ieman
tuot Georg
4175;
dem wolfe tet er vil gelîch, / der blicket zuo dem
lambe hin, / sô man ze schuole setzet in / und man diu buoch in lêren sol
KvWTroj
14883
(vgl.
FabelCorp
37,150;
WolfSchule
81
).
– der Wolf als Richter:
swâ der wolf gerihtes pflege, / dâ gên diu lember von dem wege
Freid
137,15.
– vom Wolf zum Schaf werden:
Paulus, der bî niuwer zît / von des ræzen wolfes gît
/ lambes milte enphangen hât KvHeimHinv
313;
do bechert in [Saulus] unser herre von sime
irretuome von sinen genaden also, daz der vint unde der wolf zaime vil
guoten friunt unde zaime vil senften lambe wart Konr (Sch)
197,13.
– Wolfszahn im Maul eines Lammes:
er ist geborn, / bî dem in lambes munde wahsen wolfes zende. / sînen
zorn / müezen künige fürhten Sigeher
15,12
2
als Opfertier, Pessach-Lamm:
Abel [...] ein lam zopphere brâhte
Gen
615;
ir nemet des lambes bluͦt, / ir strîchet iz iewederhalp der ture / unde
oben an daz uberture / in den selben hûsen, / dâ ir inne welt muͦsen
Exod
2482
(Ex 12,7);
des ôsterlîchen lambes bluͦt ebd.
2541;
daz osterliche lâmp Spec
72,19.
72,26;
ein kriuze mit drîen orten [T-Kreuz, vgl.
Heinzle, Wh., S. 1068f.] , / geschaffen sô der
buochstap / den got den Israhêlen gap / mit dem lambe bluote / ze schrîben durh die
huote / an bîstal und an übertür Wh
406,23
3
Sinnbild für Jesus Christus, ‘Agnus Dei’
– ohne Attr.:
den gotes sun er [Johannes] sten
sah, / er sprach: "ecce agnus dei [Io 1,36] "
[...], / daz er daz lamp wære, daz der werlte
sunde næme AvaLJ
49,7;
daz lamp daz muoste reren / darinne sin unschuldec bluot
KvWGS
1398;
daz lamp, daz unser sünde treit LobGesMar
70,2;
Pass I/II (HSW)
18340;
die megede volgent dem lambe nâch, swar ez gât [Apc
14,4]
Eckh
1:188,1;
den man noch mâlet für daz lamp, / und ouchz kriuze in
sîne klân, / den erbarme daz Parz
105,22.
– mit Attr.:
gotes lamme was dîn wamme, / ein palas reine, dâ er eine lac beslozzen
inne Walth
4,39;
gotes lam HvNstGZ
2453.
3080;
daz lamb gotes HeslApk
20710;
EvAug
210,16.
211,2;
daz wâre lâmp Spec
72,28;
er [Johannes] sach des wâren
lambes boten / in sînen tougen umbe varn Wig
10280;
wir slahten, ôsterlichez lamp, dich ûf den frônen tischen,
/ dâ ze brôte mischen / dîn heilec lîb beginnet sich KvWLd
32,28;
daz himelische lamp PrOberalt
26,35.
122,1;
dat reine lamp MarlbRh
22,39
4
daz kiusche ~
, Pflanzenname ‘Keuschlamm,
Mönchspfeffer’
(nach mlat. agnus castus, wobei agnus (gleichlautend mit
agnus
‘Lamm’) den gr. Namen der Pflanze, ἄγνος, wiedergibt, der mit
gr. ἁγνός ‘keusch’ in Verbindung gebracht wurde, vgl.
Marzell 4,1209f., DWB 5,655 s.v. keuschlamm, MlatWB 1,396 s.v. 2.
agnus):
von dem käuschen lamp. agnus castus haizt daz käusch lamp.
daz ist ain paum BdN
311,13
MWB 3,2 838,6; Bearbeiter: Tao
lampade
F., stMN.
auch lat. flektiert; aus gr.-lat. lampada (Pfeifer, EtymWB, S.
762).
‘Lampe’
diu lampade was ein jachant, / sie ne was niht glas En
8354.
9527.
8350;
ein lampadem sie dâ hiengen ebd.
9514;
vns ist des oleys gebrochen, / vnse lampades sint vns
vorloschen [
lampades nostrae extinguuntur Mt
25,8]
ThürJungfrSp
A 144;
sú vúrchtent, daz inen oleis in dem lampad
gebreste Seuse
283,8.
– Bedeutung unklar, bildl. ‘äußerer Schein’?:
pfî, îtelmecherinne, [...] swie dû maget sîst an dem
fleische, dîner sêle wirt niemer rât, [...]. sie sint meide
an den [l. der?] lampâden, aber an der sêle
sint sie niht meide PrBerth
1:337,35
MWB 3,2 839,50; Bearbeiter: Tao
Lamparte, Lancparte
swM.
auch Lom-.
1
‘Langobarde, Lombarde’
2 im Dat. Pl. mit Präp. in, ûz, von, ze als Ländername
‘Lombardei’
1
‘Langobarde, Lombarde’
darnach chom ein Lancparte / ze Mastriehte Serv
3129;
dô sprach der Lamparte OrtnAW
20,1.
363,2.
413,2.
403,3;
zeimal wart ein der cristen, /
[...] gevangen von Lamparten Pass I/II
(HSW)
39571;
den Lomparten wart bekant / daz mit veintschaft in ir lant / künich Karl wêr
geriten KarlSchott
363;
vnd den zol, den min herre [...] nam vnd noh siniv
kint nement ze Claͤvenne von den Lamparten, des ensol der bisschof div kint
niht enirren, si nement in, swa si wellent von den Lamparten UrkCorp
(WMU)
688,23,24.
– Gen. in Verbindung mit künic, lant, teilweise
zum Kompos. übergehend :
swaz volkes het [...] der Lamparten künic
Loheng
4395;
in der Lamparten lant OrtnAW
494,1;
WolfdA (K)
504,2;
in Lamparten lant Ortn
539,1;
Loheng
6370;
die künigîn von Lampartenlant ebd.
6339
2
im Dat. Pl. mit Präp. in, ûz, von, ze als Ländername
‘Lombardei’
der tierl ist vil in Lamparten und überal in Italia
BdN
283,32.
151,3.
184,19;
hin ze den Lancparten [La. ce
L.
]
Kchr
17056;
ze Lancparten ebd.
13848.
13882;
ze Lankparten in daz lant En
8383;
Serv
3178;
Albert
696;
Eracl
1343;
sie bliben zv Lamparten Herb
17385;
WälGa
10471;
ûz Pülle und ûz Lamparten KvWTroj
23992;
von Lamparten der künic Ortnît OrtnAW
16,1;
die von Lamparten Loheng
6328.
– ohne Präp.:
Lancparten ich mit dir reuacht, / Pulle machete ich cinshaft
Rol
6835;
ze aller iungest lit Lamparten Lucid
33,6;
Lambarten glüet in ketzerheit WernhSpr (Z)
35,4;
Lamparten, Criechen, Ungerlant / diu ergâben sich dem rîche
RvZw
147,4;
Bêheim, Ungern und Lamparten / houwent niht mit tiutscher barten
Renner
22277;
Lamparten daz lant sie raumten KarlSchott
823
MWB 3,2 839,63; Bearbeiter: Tao
Lampartenlant
stN.
→ Lamparte swM.
MWB 3,2 840,35;
Lamparter
stM.
wie → Lamparte swM.:
dô fuor harte frœlîchen der Lamparter und sîn her OrtnC
228,1;
als balde der Lampartære dem Riuzen dô entweich ebd.
325,1;
[...] und manige ander hôhe lêrer / wâren Kriechen, Walhen,
Lamparter, / den tiutschiu sprâche was unbekant Renner
24541;
do legetin dy Lambortir / den herczog in ein kerker Dalimil (B)
60,74.
60,80.
61,49.
– von Lombarden, die in dt. Städten leben und wohl Handel- und Geldgeschäfte
treiben (vgl. DRW 3,1401f., 2HRG 3,1038f.):
wir [Graf Johann] behalten vns vnd vnseren erben
paffen, schuler, edellute, Kawertine, Lamperter vnd juden, obe wir sie wurden
behaltende, also wir sie vor der frieheit hatten [d.h. diese
Personengruppen stehen nicht unter der Gerichtsbarkeit des Stadtgerichts,
sondern unter dem besonderen Schutz des Grafen]
WeistGr
2,7
(a. 1321);
ever in sal man de Lambardar, der dat huys is [...]
ze Kolne, in bescirmenisse der steede ir lijf inde ir goit neit nemyn, si in havin
der steede gnoich gedain alrejairlijs van anderhalf hundert marken renten Kolz
pagamentz UrkKöln (St)
1:4,10
(vor 1321?)
MWB 3,2 840,36; Bearbeiter: Tao
lampartisch
Adj.
‘lombardisch’
als ein lampartischer vane / schein sîn segel in daz lant Craun
738;
die lampartisch künegîn Loheng
6390;
der lampartische künic ebd.
6634;
di milen worin genge / nach lampartischir lenge PfzdHech
348,10
(vgl. welschiu mîle:
Ammenh
18116;
walhischiu mâz:
HvBer
9502
);
in lampartischer zungen HvFreibTr
6844
MWB 3,2 840,59; Bearbeiter: Tao |