lantâhte
stF.
Fruchtzins, der sich nach der Fruchtfolge im Rahmen der Dreifelderwirtschaft
richtet (vgl. DRW 8,324 und SchwäbWB 4,946):
omnes agros in Eltrichesdorf, qui nobis seu castro in Gretzingen attinebant et
de quibus hactenus lantaht solvebatur UrkWürtt
10,303
(a. 1295);
usufructus lanthath ebd.
10,551
(a. 1296);
omnes redditus nostros, dictos landacht UrkHerrenalb
5,335
(a. 1303)
MWB 3,3 868,3; Bearbeiter: Diehl
lantambetman
stM.
überw. -amman.
gewählter Vorsteher einer schweizerischen Landesgemeinde (vgl. SchweizId
4,248):
wir, her Arnolt der meier von Silennun, lantamman, vnd die lantlúte
gemeinlich von Vre, vnd wir, her Chvͦnrat ab Jberg, lantamman, vnd die lantlúte
gemeinlich von Swiz in Chostenzer bistom UrkCorp (WMU)
1477,3;
mit dien fromen mannen den lantamptmann und mit dien lantlüten gemeinlich
AbschEidgen
26
(a. 1348);
UrkGraub (M)
2,258
(a. 1319);
UrkEidgenG
4,2:490
(a. 1322)
MWB 3,3 868,12; Bearbeiter: Diehl
lantbanier
stF.
‘Fahne einer Herrschaft, eines Landes’
nu die inneren [Eingeschlossenen]
begunden / ir [der zum Entsatz Kommenden] lantbaniere
erkennen, / ir zeichen [Feldgeschrei] hœren nennen, / si
begunden ir rûm wîten, / ûz an die wîte rîten Tr
5585
MWB 3,3 868,23; Bearbeiter: Diehl
lantbarûn
stM.
auch mit sw. Pl.
hoher landsässiger Adeliger in einem Herrschaftsgebiet, (vgl.
lanthërre
2,
lantvürste
):
künec unde lantbarûne, / al daz concîlje schiet sich sâ
Tr
15532;
hie mite sô wart daz lant besant, / die lantbarûne die mein
ich ebd.
9261;
Marke der hiez an der vrist / den lantbarûnen allen sagen, /
dazs inner ahzehen tagen / alle ze hove kæmen ebd.
12545
u.ö.;
mit maniger hand schalle / von tamburen und busunen / samet
die lant barunen / ze hof schon kamen SHort
2764
MWB 3,3 868,29; Bearbeiter: Diehl
lantberîter
stM.
Bevollmächtigter des Landesherrn in rechtl. Belangen (vgl. DRW 8,339; zur Sache
vgl. 2HRG 3,568f.):
der erber herre her Albrecht von Hesseburg thumherre vnd ertzpriester zu
Wiͤrtzburg, lantbereiter vnsers gnedigen herren hern Albrechts erwelts vnd
bestetigts zu einem byschof zu Wiͤrtzburg UrkWürzb
41,416
(a. 1349),
vgl.
beriether des landes ebd.
41,260
(a. 1346)
MWB 3,3 868,39; Bearbeiter: Diehl
lantbescheidunge
stF.
‘Landeseinteilung’ (vgl.
lantscheide
2,
lantscheidunge
):
daz andere teil [des Landes] wart gegeben / an daz
geistlîche leben / den brûderen von dem dûtschen hûs. /
[...] / des gûtes ist nicht bliben, / die
lantbescheidunge sie [l. sî
] beschriben
[falls die L. nicht schriftlich festgesetzt wurde]
LivlChr
6686
MWB 3,3 868,47; Bearbeiter: Diehl
lantbëte
stF.
allgemeine Abgabe bzw. die Verpflichtung zu ihrer Zahlung (urspr. eine auf Bitten
des (Landes-)Herrn geleistete außerordentliche Abgabe, später eine regelmäßig, meist
jährlich, zu entrichtende Steuer; vgl. differenzierter und mit weiteren Belegen DRW
8,337f.; zur Sache LexMA 1,1779-81 und 2HRG 1,494ff.; s.a.
lantstiure
):
petitiones, que dicuntur landbede DRW
8,337
(AnnNassau; a. 1258);
vnd ist, daz wir eyne gemeyne lantbete bite, dy suln dy gebure geben als ander
vnsir erbern manne lute an geuerde UrkHenneb
2:72,11
(a. 1347);
fur die obgenanten zwei tausent mark lotiges silbers haben sie vns
[...] zephanden gesatzt ire vesten Orlamunden, haus vnd
stat, mit lantbetten, statbeten, zinsen, gulden, [...], vnd
gemeinlichen mit allem dem, daz dar zugehort UrkHohenz
3,220
(a. 1350);
UrkDOHess
2:292,13
(a. 1320);
UrkWürzb
40,92
(a. 1336)
MWB 3,3 868,54; Bearbeiter: Diehl
lantbischof
stM.
hier -bischolf.
Bischof in seiner Rolle als weltl. Landesherr:
daz ev die genad ewer rehter lantpischolf vmsvst [ohne
Gegenleistung] vnd an alle ergervng erpiet
StiftZwettl
40
MWB 3,3 869,8; Bearbeiter: Diehl
lantbote
swM.
‘Gerichtsbote, -diener in ländlichen Bezirken’ (differenzierter und mit
jüngeren Belegen DRW 8,346ff.; vgl.
lantbütel
):
das sol ein yeglicher lantpot sweren, daz er [...]
sol warten seiner anleit [Einsetzung] und doch chein
anleit tun sol, bis im die durch einen gesworn landschreiber verschriben wird
DRW
8,346
(Müller, LGHirschberg; a. 1320)
MWB 3,3 869,12; Bearbeiter: Diehl
lantburc
stF.
‘Burg im Land, Burg des Landesherrn’
Heliachim der wîse, / [...] / der sande brîve manige
/ allenthalben in daz lant danne / ze den lantburgen grôzen, / ze den ir hûsgenôzen
JJud
457
MWB 3,3 869,19; Bearbeiter: Diehl
lantbütel
stM.
‘Gerichtsbote, -diener in ländl. Bezirken’ (vgl.
lantbote
):
es ist geredt und gewilkört, dasz der land bütel des eltern voits von Weida
mag verweglosen [wegen Wegzugs aus der Lehnspflicht
entlassen] in die stad zu allen zeiten im jahr
UrkWeida
115
(a. 1288 kopial);
dehein lantbutel noch dehein statbutel von L. noch von S. an des closters
gerihte zu B. nicht rehtes hat zu gebiten oder ze vordern DRW
8,356
(BambBer/ v.Guttenberg; a. 1315)
MWB 3,3 869,23; Bearbeiter: Diehl
lantcommentiur
stM.
→
lantkommentiur
MWB 3,3 869,33;
lantdiet
stF.
auch stN. ( UvZLanz ), md. dît.
‘Bevölkerung, Bewohner eines Landes’
ez wart nie volc, daz gerner strite, / denn ouch diu selbe
lantdiet KvWTroj
13795;
alle sîne holden / unde alle dise lantdiet Exod
2365;
dô retten ouch die geste, / die boten und daz lantdiet
UvZLanz
8309;
man sach sich übele gehaben / alle sîne lantdiet KvWPart
9691
u.ö.;
vîentlîche nôt, / dî im mit urloige bôt / sîn ummesezne
lantdît [
a compatriotis
] , / dî dô von
dem geloubin schît / und in ungeloubin trat NvJer
12097
MWB 3,3 869,34; Bearbeiter: Diehl
lantdinc
stN.
‘Landding, Landgericht’ (in der Regel dreimal jährlich stattfindende
Gerichtsversammlung unter Vorsitz des Landesherrn; vgl.
lantgedinge
,
lantgerihte
,
lantrihte
,
lanttac
und v.a.
lantteidinc
sowie mit weiteren Belegen DRW
8,361f.):
placitum provinciale, quod dicitur lantdinc UrkMerseb
189
(a. 1238);
gelobe wi den burgern unde der statgemeine zcu Muͦlhusin di gnade,
[...], daz si nimant umme keine schult beclagin schal
vor unsin lantgerichtin, noch vor unsin rychtern, si insin alrerst beclagit in der
stat zcu Muͦlhusin, do schal man deme cleger rechtis helfin nach der stat rechte.
hulfe man do deme clegere nicht rechtis, so scholde he clagin vor unsin lantdingin
UrkMühlh
277
(a. 1310);
ez geschach eine czweyunge undir dem koufhuse czwischen den koufluten, den
nidirsten ein halp unde den obirsten andirt halp, um di vier benke, do man inne
dinget daz lantdink, statdink unde judendink UrkSchlesSt
540
(a. 1336)
MWB 3,3 869,45; Bearbeiter: Diehl
lantenære
stM.
für das Badehaus und die Erhitzung des Wassers verantwortlicher Bediensteter (zu
lat. lanternarius
‘Laternenträger’; vgl. DuCange 5,36a):
man sol zwen landnær [
lantnaerii
] haben,
die den vrowen daz bad machen, vnd die in dienen in dem badhvs vnd das bad reichen
UrkGeisf
438
(13. Jh.).
422.
420.
424
MWB 3,3 870,1; Bearbeiter: Diehl
lantfrîde
F.
→
lamprîde
MWB 3,3 870,8;
lantgarbe
stswF.
1 neben dem Zehnten zu leistende (Natural-)Abgabe (v.a. von neu gerodetem Land; vgl. mit weiteren Belegen DRW 8,397ff.) 2 Recht, die als Einkommen zu erheben 3 mit belasteter Acker
1
neben dem Zehnten zu leistende (Natural-)Abgabe (v.a. von neu gerodetem Land; vgl.
mit weiteren Belegen DRW 8,397ff.):
swaz mit korn stât, es sîgen wisan gewesen von alter oder nit, dâvon sol ich
die lantgarbun gên UrkPrivR
132,22
(a. 1322);
und were dz yemant dehein ried oder acker ufbreche,
[...], da von gibt er lantgarbe UrkBern
7,553
(a. 1350).
– als Einkommen:
alle vnser lantgarbe, die wir [...] haben an
wine, an korne, an zinsen UrkBebenh
14,453
(a. 1298)
2
Recht, die ~ als Einkommen zu erheben:
daz ich han gecoufet drii juchart aggers [...] mit
allem nuzze den got dar uffe git, zehend und langarb immer me
UrkHeiligkreuztal
78,13
(a. 1307)
3
mit ~ belasteter Acker:
da ligent oͧch nu̍we geru̍te und lantgarben; die geltent ze zinse bi dem
meisten eines jares 25 mu̍t vesen [Spreu] , 25 mu̍t
roggen, 50 mu̍t habern UrbHabsb
1:406,16
MWB 3,3 870,9; Bearbeiter: Diehl
lantgebirge
stN.
‘Gebirge’
Hẏberne, das mit reinikeit / niht eitirhafte wúrme treit, /
als ez ist sundirs ûz genant / das sundir lant in Irlant, / in disem lantgebirge lit
RvEWchr
2714
MWB 3,3 870,28; Bearbeiter: Diehl
lantgeböume
stN.
‘Bäume, Baumbestand’
die [Inseln] sint nah alliz wunschis
kraft / zallin zitin berhaft, / da naht und tag und alle frist / das lantgebóme
gruͦnde ist / und der erde bernde fruht RvEWchr
1451
MWB 3,3 870,32; Bearbeiter: Diehl
lantgebrëchte
stF.
wirtschaftliche Notlage eines Landes oder Landstrichs durch Missernte oder Krieg
(vgl.
landesbrëste
,
landesnôt
,
lantgebrëste
):
so sol ich darnach iaͤrgelich, [...] minen vroͮwen
den zins von dem houe gantzlich han gerihtet, mich ierre denne redeliche
lantgebrehte UrkCorp (WMU)
2497,5
MWB 3,3 870,37; Bearbeiter: Diehl
lantgebrëste, landesgebrëste
swM.
auch F. ( UrkGraub (M) ).
wirtschaftliche Notlage eines Landes oder Landstrichs durch
Missernte oder Krieg (vgl.
landesbrëste
,
landesnôt
,
lantgebrëchte
,
lantschade
):
ez ist auch ze wizzen, ob dehain lantgeprest oder pisez
[Missernte] oder herren gewalt in daz lant chome des
got niht welle UrkBrixen
366
(a. 1324);
vnd sol vns desselben zinnses nymmer nicht abgen an von landesgeprest ebd.
586
(a. 1334);
wer och das keine gemain lantgebrest in dem kilchspel ze Genins wurde oder uf
stunde UrkGraub (M)
3,62
(a. 1350)
MWB 3,3 870,44; Bearbeiter: Diehl
lantgebûr
stM.
‘Bauer, Landbewohner’ (vgl. Anm.z. 4:9,3):
sie hetten leides alzuͦ vil, die armen lantgebure Rumelant (K)
4:9,3;
alle kuninge, vursten, herren, ritter, knaben, knechte / in zwen unde
sibenzich sprachen, juden, heiden, kristen, elle, / pfaffen unde leien, lantgebur,
al menschen diet, / nu helfet rechen uns den mort [am dän. Kg. Erich
V., vgl. Komm.z.Str.]
ebd.
6:10,3
MWB 3,3 870,56; Bearbeiter: Diehl
lantgedinge
stN.
‘Landding, Landgericht’ (in der Regel dreimal jährlich stattfindende
Gerichtsversammlung unter Vorsitz des Landesherrn; vgl.
lantdinc
,
lantgerihte
,
lantrihte
,
lanttac
und v.a.
lantteidinc
sowie mit weiteren Belegen DRW
8,361f.):
wenne euer landrichter saß landgerichte yn ewer stadt zu der Zittau, so sassen
ewer schöppen in ewer stadt bey den landleuten, und wenn man urtheil ausgab yn dem
landgedynge, das gab man einen landmanne und einen schöppen DRW
8,405
(DRWArch.; a. 1346)
MWB 3,3 871,1; Bearbeiter: Diehl
lantgeleite
stN.
‘Geleit(recht) auf dem Land’ oder ‘Geleitzug’ (?, vgl. DRW
8,406):
auch haben wir auzgedinget daz lantgeleit, daz wir daz in der stat Kulmnach
nemen sullen zu vnserr veste Plassenberg an hindernusse des egenanten burchgrafen
Johansen UrkHohenz
3,46
(a. 1338).
3,47
(a. 1338)
MWB 3,3 871,12; Bearbeiter: Diehl
lantgemeine
stF.
‘von mehreren Dörfern gemeinsam genutztes Wald- und Weidegebiet’ s. DRW
8,408 (FrkBl. 2/1950,54; a. 1348) (ohne Belegzitat)
MWB 3,3 871,18; Bearbeiter: Diehl |