l – lâchen lâchen – laden laden – Lahrein lahs – lampartisch lampe – lanclëbic lanclîbe – lancwat lancwiric – lant|âht|acker lantâhte – lantgemeine lantgenôʒ – lantleite lantliut – lantreister lantrihtære – lantsidel lantsidel – lanttwingære lanturliuge – lantwîn lantwîp – larrûn larventier – lasterkleit lasterkôsen – lasterwunde lastkarre – Latrisëte latrôn – læʒic (?) læʒlich – lëbendic lëbendigen – lebezelte lëbezuht – 3lecken lëcken – lëder|gerwe lëderhosære – lëdic|sagunge lëdic|vrî – lëgerhort lëgerhuobe – lêhengëlt lêhenguot – lêhensrëhten lêhensteidinc – leidebërnde 1leiden – leienphrüende leienrëht – leissup leist – leiterboum leiteren – leitstap leitstërne – lemmelîn lemnisse – lenderieren lenderl – lenke lenken – lêrchenmunt lêre – lërnkint lërnknabe – lësemeister lësen – lettener letter – levîte lëwe – lëwinne leyô – lîch lîch – lîchphenninc lîchreste – 1liden 2liden – lîdunge lie – liegære liegærinne – liehticheit liehtkerze – liehtvaʒ liehtvlüʒʒic – liepsuochende liep|swinderinne – lîhenisse lîhkouf – lîhtsüeʒe lîhtunge – 2lîm (?) limbel – lindelîche 1linden – lînhose linie – lînsoc linster – lîpgedinge lîpgedingede – lippenlappen lippe|swër – listen lîsten – 2lit lit- – litze litze – liut- liutærinne – liutsælde liutsælic – löbelach lobelich – loc loch – lodewërc lœdingære – lônærinne lônbære – lônen
|
lantwer
stF.
1
‘Verteidigung eines Landes oder Gebietes’ (vgl.
lantwerunge
) 2
‘Landwehr’ (als Verteidigungsanlage, vgl. DRW 8,691f. mit zahlr. nd.
Belegen; zur Sache vgl. 2 HRG 3,616ff.)
1
‘Verteidigung eines Landes oder Gebietes’ (vgl.
lantwerunge
):
von Wenden was zû Rîge komen / zûr lantwer, als ich hân vernomen, / ein brûder
und wol hundert man LivlChr
9220;
NvJer
20206.
21145;
wie hete her Gunthêr daz erdâht / daz im ze lantwer wurden brâht / alsô werde
geste? Bit
12692;
sie leiten sich ze lantwer / gar mit kreftigem her UvEtzAlex
23875;
Iw
2168;
Tr
1676;
Ottok
22287;
wenne ouch wir oder vnsere erben oder vnsere nachkumen in die stat komen, hof
ze habenne oder ze lantwer ze ligenne oder anders UrkCorp (WMU)
3570,40;
wer in dem gericht tzu Luternbach sitzet, dass der myme hern von Fulde sal
folgen tzu syner lantwere, wen er es bedarf WeistGr
3,362
(a. 1341);
MGHConst
8:273,34
(a. 1347).
– bildl.:
daz mohten wol vier engil sin / [...] / die dirre
megde pflagen / zelantwer bi ir lagen / gein dez gotis vienden / vil sere
schrienden Martina
57,96.
– übergehend zu ‘Verteidiger eines Landes’
ich füer sô kreftigez her, / Troyære lantwer / unt jene
die si besâzen / müesen rûmen mir die strâzen Parz
768,2
2
‘Landwehr’ (als Verteidigungsanlage, vgl. DRW 8,691f. mit zahlr. nd.
Belegen; zur Sache vgl. 2HRG 3,616ff.):
fossatas et fortalitia vulgariter dicta landtwehren RegErzbKöln
4,275
(a. 1320).
– bildl.:
dâfür [für den Verlust des
Sommers] süln wir jârlang den âten [d.i.
âtem
] / einer starken lantwer berâten [
‘Schutzwall aus Wein und Speise’, vgl. Anm.z.St.] , /
mit wîne und mit spîse für swachen luft: / dâvon wirt ouch trûren geletzet
SM:UvB
5: 1,9
MWB 3,3 894,17; Bearbeiter: Diehl
lantwërc
stN.
unklar, ob eine Fellart oder eine auf dem Land hergestellte (daher gröbere) Art
Tuch (vgl. DWB 6,151):
des gastis thusint smashin [feines Lammfell] ,
grutshin [Fell vom grutsch, Hamster] ,
lantwerk, hasinbalge, vnde sin glich, ein lot UrkBresl
112
(a. 1327)
MWB 3,3 894,48; Bearbeiter: Diehl
lantwëre
stF.
‘Landeswährung’ (vgl. DRW 8,685 mit späteren Belegen):
das si uns sal geben von deme selben hove alle jargelich drie schillinge
lantwere DRW
8,685
(ThürGQ; a. 1304);
mit späteren Belegen
MWB 3,3 894,54; Bearbeiter: Diehl
lantwerunge
stF.
‘Verteidigung eines Landes’ (vgl.
lantwer
1):
vortme sal auch iglicher der vier herren oder herschefte dem andern zu stuͦnt
lantwerunge helfen duͦn und yme sin guͦt helfen beschuden mit cleiner oder mit
grozer macht MGHConst
8:682,47
(a. 1348)
MWB 3,3 894,59; Bearbeiter: Diehl
lantwîn
stM.
‘Landwein’, in der jeweiligen Gegend gewachsener Wein (eher von niederer
Qualität), auch weniger guter Importwein (vgl. Alanne, Weinbau, S. 158; Sprandel,
Weinsorten, S. 45–47):
daz sey Nechkerwein, lantwein, osterwein, payrisch wein oder
anderlay wein, swie der haizzt, ân waelsch wein StRMünch
364,3;
swenne er [der Abt von Engelberg] inritet, so
[...] sol man im vnd sim gúsinde
[...] geben [...] guͦten
Elseser vnd enhein lantwin WeistGr
1,1
(Ende 13. Jh.);
ouch ensal lantwin [
vinum rurale
] mit
andirme wine nymand entsemetlichin habe in eime huse odir kelre
StRMühlh
49;
UrkCorp (WMU)
N115,13
u.ö.;
UrkZeitz
68
(a. 1322);
StRBrünn
381
MWB 3,3 895,1; Bearbeiter: Diehl
lantwîp
stN.
‘einheimische Frau, Frau vom Land’ (vgl.
lantvrouwe
):
ê lebetet ir âne êre, / der habet ir nû mêre / dan dehein iuwer lantwîp
Er
6494;
Jacobes tohter Dina [...], / giench
after gouwe dei lantwîb [vgl. mulieres regionis illius Gen
34,1] scowen Gen
1596;
DvASchr
312,18.
– mit der Herkunft aus dem gleichen Land:
do ez [das Kind Moses] wart von ir
[der Tochter des Pharao] irkorn / ze kinde und si sihs
underwant, / si besante sa zehant / dar ein lantwip [
hebraeam
mulierem Ex 2,7] , dú solte / ez sorgin
RvEWchr
8970
MWB 3,3 895,15; Bearbeiter: Diehl
lantwîse
stF.
‘Landessitte, -brauch’
Kamille diu rîche / und der frouwen iegelîche, / die mit ir dare wâren komen,
/ die heten alle genomen / sîdîne rîsen [Schleier] , /
nâch ir lantwîsen / umbe den helm gewunden En
8822;
rittr und frouwen truogn gewant, / niht gesniten in eime
lant; / wîbe gebende, nider, hôch, / als ez nâch ir lantwîse zôch
Parz
776,14
MWB 3,3 895,26; Bearbeiter: Diehl
lantwort
stN.
‘Landessprache’ (vgl.
lantsprâche
):
do der marhgrâve in prîsûne / gevangen lac dâ ze Arâbî, /
chaldeis und côatî / lernet er dâ ze sprechen. / done wold ouch niht zebrechen / der
knappe sîniu lantwort Wh
192,11
MWB 3,3 895,34; Bearbeiter: Diehl
lantwurz
stF.
‘Alant(-wurzel)’ (vgl. Marzell, 2,1912ff.):
enula: lantwurz GlAnzfKdVz
8:96,169
MWB 3,3 895,39; Bearbeiter: Diehl
lantzal
stF.
Berechnungsbasis für die Zahlung des Grundzinses (unklar, ob auf zinspflichtige
Einwohner oder Grundstücke bezogen; vgl. DRW 8,698 und
manzal
):
du̍ lantzal ze Urbeiz under Bilstein giltet 2 quart. siliginis und 2 quart.
avene und 12 sester bonen ze cinse UrbHabsb
1:20,16.
1:20,13.
1:35,21
MWB 3,3 895,41; Bearbeiter: Diehl
lantzehenlinc
stM.
landesübliches Zehntmaß für Getreide:
aber so sol man dem voit [Vogt] sein fvͦter laisten
in einem gemainem lant zehenlinge [vgl. in einem gemeinem
zehenling 1100B,35] vnd den mezzen, als man pfligt des
dienstes wern hin ze hof UrkCorp (WMU)
1100A,36
MWB 3,3 895,48; Bearbeiter: Diehl
lanze
swF.
auch lancie (
Karlmeinet
348,44
).
Stangenwaffe zum Stechen, ‘(Reiter-)Lanze, Spieß’ (vgl. 2HRG
3,638-642 und Bumke, Höf. Kultur, S. 221; s.a.
gêr
,
spër
und
spieʒ
):
mit einer lanzen kêrte er in an / und stach in krefticlîchen dar nider
Wigam (B)
3246;
der muotes rîche junge / schihte vil sarjande /
[...] / mit lanzen und mit gêren RvEAlex
7159;
biz daz er die lanzen sîn / mit der tjost vertête
Kreuzf
3466;
dô dich [Christus] Longinus tôtet
/ mit sîner scharfen lanzen Ottok
49911;
Wh
372,13;
er vuͦrt ouch eine lanzen groz roͤrine JTit
1317,3;
im fuort bî einen swæren schaft / ein cleiner knappe niht ze grôz: / gestalter
scherphe die lanze gnôz UvEtzAlex
5668.
5771;
KvWTroj
28307.
– synonym zu spër:
daz sper nam er in die hant / und stach also den heilant /
durch die siten in die brost. / da er vollendet die jost, / do zoch er die lantzen
groz. / ein ronse nach der lantzen floz HvNstGZ
2977;
KvWLd
1,119;
ir sper ze rehte sie sancten, / sunder feil die tjost geschach. / ietweder
aldâ sîn lanzen brach UvEtzAlex
13650.
– synonym zu gabilôt:
der jâmers rîch, an fröiden cranc / eines gabilôtes swanc / tet ûf Clitum mit
swacher craft, / daz die lanze kûme behaft UvEtzAlex
13562.
– als Wurfwaffe:
sy schissent mit den lantzen; / mit sper und mit gobelot /
tuent sy manigen den dot HvNstAp
3013.
– bildl.:
der sünde lust, des jamers lanz’ / hat uns verseret MarGr 9
1,9;
Wh
105,2;
Ottok
21855;
seht, ob die niht billichen / des jâmers lanze ruorte?
ebd.
58899;
[Amphlise] ist rêgîn de Franze: / die rüeret dîner minnen
lanze [d.h. sie ist von der minne getroffen]
Parz
76,14;
TürlArabel
*A 77,9;
Neidh
WL 23:9,6;
Reinfr
10792.
11054.
– hier ‘Achse’ (vgl. Röll, plapla, S.
403):
der stern ist vier und drie, die daz firmamente wider vahen, / daz an dem
zirkel [La. den lantzen
] trennelt
[wirbelt, rotiert] gelich dem steine, / der uf der
muͤle loufet JTit
2801,3
MWB 3,3 895,54; Bearbeiter: Richter
lanze
swM.
→
lenze
MWB 3,3 896,28;
lanzenkrach (?)
stM.
unklar, ob Syntagma oder Kompositum.
‘Krachen der Lanzen’
nu hulfen im gemaches di marnær vil gehiure. / swert clanc und lanzen
chraches, von geschoz, von slingen vil quatschiure, / der wart sin luter vel nu vech
geverwet / mit swerz und ouch mit roͤte und wunden clein, wie wol er was geserwet
JTit
2773,2
MWB 3,3 896,29; Bearbeiter: Richter
1lap
stN.
zu ahd. labôn (EWA 5,947–949), s.a.
1labe
stF.
1
‘Wasser zum Abwaschen, Spülwasser’
2
‘Labung, Erfrischung’ (auch übertr.)
1
‘Wasser zum Abwaschen, Spülwasser’
die köche die daz vleisch dâ suten, / swaz die von wazzer und von labe /
gespuolten manger schüzzel abe, / daz wart ûf in gegozzen KvWAlex
687;
begozzen ist er und getwagen / vil harte dicke mit dem labe / daz vil manger
schüzzel abe / wart gespüelet hie ze hûs ebd.
1215
2
‘Labung, Erfrischung’ (auch übertr.):
daz sie allen siechen mohten lab / erbieten
EvStPaul
2753;
wer von dem waszer lab / zu dranke enphahet, anderweit / wirt
aber ym der durst bereit ebd.
11418
u.ö.;
mit trôst und senfteclîcher [Hs.
senfteclichem
] labe Reinfr
15144;
sin bluot rein unde wæhe / si uns ein eweclichez lap
KvWGS
1611.
1533;
von der werdekait ain lab / in sinem hertzen do lag
WhvÖst
8086.
15636.
17326;
NeunMänner
A:9,10
MWB 3,3 896,36; Bearbeiter: Richter
2lap
stN.
‘Lab, Gerinnungsmittel’ (vgl. AWB 5,563, s.a.
2labe
stF.,
leben
swV.,
1liberen
swV.):
coagulum: lap Gl
3:553,22
MWB 3,3 896,53; Bearbeiter: Richter
1lappe, lape
swFM.
auch laben (
Minneb
2943
), leppe (
Lucid
87,12;
UrkCorp
3394,27
).
1
‘herunterhängender Stoffteil, Zipfel, Lappen’
2 als Bestandteil von Personennamen (vgl. Nölle-Hornkamp,
Handwerkerbez., S. 475f.; im WMU 3,2588 dagegen zu
2lappe
, lape swM. ‘einfältiger
Mensch’ gestellt) 3 eine Pflanze, wohl ‘Große Klette’ (vgl. Marzell 1,374-383)
1
‘herunterhängender Stoffteil, Zipfel, Lappen’
ez sol ouch ir deheine [keine vroͧwe oder
jungvroͧwe
] deheinen lappen an ermeln lenger dragen denne
einre elen lang von dem ellenbogen SpeyrerP
59;
Minneb
2943;
ir súllent arbeiten lumpen und lappen [bildl.
i.S.v. ‘einfache Dinge verrichten’
] in gotminnender
meinsamkeit Seuse
487,13.
– als Teil der priesterlichen Kleidung:
die leppen bezeichent die lerer. daz men den leppin
heftit úber den nac, daz betútet, daz vnser lerer, der helige Crist, uon
himele com Lucid
87,12.
87,15;
hât er briesterlîchen moͮt, / sô ist er rihtâre goͮt. / daz er die lappen
treit, / daz sol iv werden geseit Messgebr
201.
203.
212
2
als Bestandteil von Personennamen (vgl. Nölle-Hornkamp,
Handwerkerbez., S. 475f.; im WMU 3,2588 dagegen zu
2lappe
, lape swM. ‘einfältiger
Mensch’ gestellt):
her Borchart Lappe UrkCorp (WMU)
1206,27;
bruͦder Lape ebd.
201,1;
her Henrich der Lepp UrkCorp
3394,27
3
eine Pflanze, wohl ‘Große Klette’ (vgl. Marzell
1,374-383):
personatia: lappa Gl
3:586,34(App.)
MWB 3,3 896,56; Bearbeiter: Richter
2lappe, lape
swM.
‘einfältige Person’ (vgl.
1lappe
, lape swFM. 2):
die törpel und die lappen / sprungent also vast Bauernh
464.
–
‘Scherge, Handlanger’
die tievillichin lapin / hatte si erlemmet Martina
1112,110.
155,95;
dez tievils lapen ebd.
153,15
MWB 3,3 897,15; Bearbeiter: Richter
lappen
swV.
‘etw. flicken’
hie kunde schoin [Schuhe] machen ind knappen
[schlechte, drückende Schuhe (?), vgl.
2knappe
] , / hie konde sy solen ind
lappen HagenChr (G)
3802
MWB 3,3 897,20; Bearbeiter: Richter
laqricia
F.
→ lakeritze
MWB 3,3 897,24;
laquariz
F.
→ lakeritze
MWB 3,3 897,25;
laquiricia
F.
→ lakeritze
MWB 3,3 897,26;
larche
F.
‘Lärche’ (s.a.
lerchboum
):
cipresse, kasse, mandel, mirre, zeder, larke, / prisilia, triasandel und
aspinde, dar uz Noe di arke / worcht JTit
301,1
MWB 3,3 897,27; Bearbeiter: Richter
lære
Adj.
‘leer, ohne Inhalt, ohne die erwartbare Ausstattung; (einer Sache) ledig, frei
(von etw.)’
1 ohne Gen. 1.1 von Hohlkörpern u.ä. 1.2 von Gebieten, Orten o.ä. 1.3 von Gegenständen (Schiff, Bett, Sitzplatz o.ä.) 1.4
‘frei, unbelastet, befreit’ (meist in Verbindung mit lëdic ,
vgl. unten 2.2 , s. ausführlich WMU 2,1091f.) 1.4.1 bezogen auf Besitztümer 1.4.2 bezogen auf Personen 1.5
‘gehaltlos, ohne Wahrheitsgehalt, bedeutungslos ’
1.6
‘ohne Ertrag, mit leeren Händen’
1.7 übertr. ‘erfolglos, wirkungslos, vergeblich’
2 mit Gen. ‘einer Sache ledig, frei von etw., ohne etw.’
2.1 allg. (von Hohlkörpern, Gebieten, Gegenständen, Personen; vgl. ähnl. unter 1 ) 2.2
‘frei, unbelastet, befreit’ (vgl. oben 1.4 ) 2.3
‘frei, losgelöst’
2.4 oft mit Abstrakta 3 mit präp. Erg.
1
ohne Gen.
1.1
von Hohlkörpern u.ä.:
di cisternin wurdin leri: / des chomin di luiti / in eini
vil starchi noti LobSal
62;
ein tieffir charchære, / der stuont alle wile lære
Hochz
169;
min malhe [Beutel] ist worden
laere Tannh
14,47;
PrOberalt
172,16;
RvEBarl
12778.
12952;
RvEWchr
1828;
EnikWchr
27140;
ain lær airschaln, auz der ir toter und allez ir weiz
datz ainem klainen löchlein gezogen sei BdN
83,33.
– von Hand/ Händen:
sîn volliu hant wart lære [weil er den
verstochenen Speer aus der Hand legte]
Wh
389,27;
chum ich den mit leren handen [ohne etwas
zu bringen] , / so wold ich liber hinne bliben Erz
III
56,108;
daz sî mit lêrin hendin / nicht inwoldin kumin heim
NvJer
19709;
der man gienc mit lerer hant [ohne
Habseligkeiten] , / wand ungelucke im nicht enlie
Pass I/II (HSW)
39288.
– von Organen u.ä. des menschlichen Körpers oder diesem selbst:
er wolde niht ir læren magn / überkrüpfe lâzen tragn
Parz
201,13;
muoz aber der mensch auz gên, der schol vor ezzen und
trinken, daz der luft den leib iht lærn begreif BdN
96,12;
vindet der ezzeich den magen vol, sô entsleuzt er
in, vint er in aber lær, sô besleuzt er in und zeucht in zesamen ebd.
353,2;
[Brunnenkresse] ist an der kraft haiz und trucken
und derret die faulen fäuht in lærem leib ebd.
410,9;
subst.:
ezzic [...] vert schire
durch di adirn di lit. vnde twingit di leren. vnde losit di uollin
SalArz
21,41;
BdN
112,16
1.2
von Gebieten, Orten o.ä.:
sine helede sint alle erslagen, / Yspania stat elliu lare
Rol
7337.
162;
RvEWchr
2834;
dennoch waz diu stat lære diu die heidenschaft erfuͤllen
schol PrOberalt
123,15;
dhein winkel [bei Hof] was sô
lære, / si wurden alle herren vol Ottok
13040;
ir tuot uns hiute [durch exzessives
Jagen] lære den berc und ouch den walt NibB
940,3.
–
die riche die stunden lere [waren (nach
dem Tod des Kaisers) herrenlos]
TrSilv
33
=
Kchr
7806
1.3
von Gegenständen (Schiff, Bett, Sitzplatz o.ä.):
swer vindet ein schif eine / ergraben in eime steine / und
daz schif gar lære / âne marnære: / daz ist ze allen dingen guot / und gît
gelücke und hôhen muot Volmar
913;
swenne daz si, daz der selben drier bette ains lere stande, daz man in daz
enbiete, daz si dar an legen, swen si wellen UrkCorp (WMU)
2056,46;
sin stul stunt lare AvaLJ
201,1.
– von Satteln bzw. Pferden, deren Reiter herabgestoßen wurden:
Brandenburc der reine / und ouch der Mîssenære / vil
rosse machten lære, / wan si dâ wurfen mangen abe KvWTurn
1022;
er begunde justieren / und machte satel lære
UvZLanz
3113;
NibB
792,2;
Wh
420,24
1.4
‘frei, unbelastet, befreit’ (meist in Verbindung mit lëdic,
vgl. unten 2.2, s. ausführlich WMU 2,1091f.)
1.4.1
bezogen auf Besitztümer:
vnt also, daz es nach sinem tode ledeclîch vnt lere hoͤren sol an die
kilchvn ze Vilingen UrkCorp (WMU)
3362,33;
vnd swanne der vor genande her Vͦlrich Sumbri stirbet, so ist dem
spitale das hus ledich vnd laͤre ebd.
708,39;
dar nách ist v́ns dú selben kylche mit allen ręhten, mit allen
nv́tzen vnd mit aller zuͦgehoͤrde von ime vnd von sinen erben ledig vnd
leͣre áne alle widerrede UrkFürstenb
2,77
(a. 1322)
1.4.2
bezogen auf Personen:
daz die vorgeseiten, der schvltheize, der rat vnd alle die gemeinde
von Berne, vmbe ellv́ die gelt, vmbe ellv́ dv́ phender
[...] svllen sin von menlichem vri, lidig vnd
lere nv vnd iemer UrkCorp (WMU)
1984,29
1.5
‘gehaltlos, ohne Wahrheitsgehalt, bedeutungslos ’
swas er [der Prophet Samuel]
tet wissagende irkant, / des beleip an der geschiht / ein wort lêre und gelogin
niht: / got irfulte zallir stunt / swas wissagende sprah sin munt
RvEWchr
22124;
noch dan vindit di fornuft daz si lere ist und vil me
bekennen mac Parad
34,16;
also mac di fornuft alle dinc begrifin und blibit doch
lere ebd.
34,20
1.6
‘ohne Ertrag, mit leeren Händen’
ir vogelære / komt mir fruo niht lære! / vâhet mir zwei
hundert gîr grôz, / raben vil und ir genôz EnikWchr
18056;
si [die bösen Weingärtner] begriffen en
[den Knecht des Herrn] und slûgin en und lîzen en
lêre EvBeh
Mc 12,3
1.7
übertr. ‘erfolglos, wirkungslos, vergeblich’
darnâch sî [...] sich wantin /
zum Colmin vor dî vestin / und dî âne restin / sturmetin mit allir macht / einin
tag und eine nacht, / daz îdoch was lêre, / want sich dî burgêre / menlîch ir
dirwertin NvJer
14741;
ûf daz nicht lêre / sô gar dî reise wêre ebd.
19536
2
mit Gen. ‘einer Sache ledig, frei von etw., ohne etw.’
2.1
allg. (von Hohlkörpern, Gebieten, Gegenständen, Personen; vgl. ähnl. unter 1):
[Malfer trug etwas Schweres mit solcher Leichtigkeit]
/ als ein wip treit einen kruͦg / der gar ist wazzers lære Rennew
32061;
Wh
190,10;
diu heide ist bluomen lære KLD: GvN
33: 1,2;
Iw
661;
diu ros liufen an den wegen / irre und herren lære
UvZLanz
3363;
michel wunder in des nam / wie er dar komen wære /
gewandes alsô lære [ohne Kleider]
Wig
5799.
–
man hœret dâ niwan wê! wê! / schrîen die langen naht;
/ des tages ist ez âne braht / und alles schalles lære Wig
4312
2.2
‘frei, unbelastet, befreit’ (vgl. oben 1.4):
vnd wenne ich enbin, so sol alles min guͦt in dem brugholz vnd der zins,
der da von gat, sin lidig vnd lere des vorgenanten gotzhuses UrkCorp
(WMU)
2375,5;
er [...] wolt ir alles das ledig
laßen und lere des er michel bezugunge off sie hett gehabt und darumb er sie
besprochen hett Lanc
149,28
2.3
‘frei, losgelöst’
dû solt wizzen: lære sîn aller crêatûre ist gotes vol
sîn, und vol sîn aller crêatûre ist gotes lære sîn Eckh
5: 413,3
2.4
oft mit Abstrakta:
sol got hân lêrære, / sô ist er selbe lære / gotlîcher
wîsheit RvEBarl
13020;
êren lære UvZLanz
429;
meien zît uns komen wil / aller sorgen lære
KvWLd
29,16;
SM:JvR
1: 2,10;
er ist bôsheit und untriu lær EnikWchr
10510;
Wig
11604;
si ist gar wandels lære SM:Had
30: 1,11;
ich kiuse ouch herren êren vol und schanden lære
KLD: Kzl
3: 4,6;
EnikFb
890;
daz lêrt iuch herzen swære / und macht uns freuden lære
Parz
556,24
u.ö.;
freuden wart dâ maniger lære, / der den jâmer het gesehen
Ottok
9173;
EnikWchr
8147;
KLD:UvL
6: 3,11
3
mit präp. Erg.:
– mit ane:
daz er were / an sulcher tugende lere Pass III
54,74.
– mit von:
der fürste Blœdelîn / der hiez dâ lære machen vil manic
leitschrîn / von silber und von golde, daz wart dâ hin gegeben
NibB
1373,2;
der rieme [...] was ninder lære /
von gesteine noch von golde Wig
325;
[die Bienen] machent die obersten drei
zeil [der Wabe] lær von honich BdN
289,11.
– mit vor:
in die kemenâten sân / gienc diu küngîn unt die zwêne
man: / vor den andern bleip si lære [andere kamen nicht
hinein]
Parz
423,3
MWB 3,3 897,31; Bearbeiter: Richter
lære
stF.
‘Leere’
daz [Ohnmacht] irget uon grozer
vulle. oder uon grozer lere [im Körper]
SalArz
46,16;
groze lere geschit uon ummezlicher treibe. vnde uon
ummezlicher speie. vnde uon dem blute daz da vluzit durch di nase. vnde uon
ummezigeme sveize ebd.
46,24.
47,2.
47,5
MWB 3,3 899,37; Bearbeiter: Richter |