l – lâchen lâchen – laden laden – Lahrein lahs – lampartisch lampe – lanclëbic lanclîbe – lancwat lancwiric – lant|âht|acker lantâhte – lantgemeine lantgenôʒ – lantleite lantliut – lantreister lantrihtære – lantsidel lantsidel – lanttwingære lanturliuge – lantwîn lantwîp – larrûn larventier – lasterkleit larventier stN. lasche swM. lasemânôt stM. lâsiuren swV. lasstein stM. last stM. lastadie swF. lasten swV. laster stN. lasterære stM. lasterbalc stM. lasterbære Adj. lasterbæric Adj. lasterbart stM. lasterbërc stM lasterbërnde Part.-Adj. lasterbier stN. lasterblëch stN. lasterbürde swF. lasteren swV. lastergief stM. lasterhuot stM. lastericlich (?) Adj., Adv. lasterkêr stM. lasterkleit stN. lasterkôsen – lasterwunde lastkarre – Latrisëte latrôn – læʒic (?) læʒlich – lëbendic lëbendigen – lebezelte lëbezuht – 3lecken lëcken – lëder|gerwe lëderhosære – lëdic|sagunge lëdic|vrî – lëgerhort lëgerhuobe – lêhengëlt lêhenguot – lêhensrëhten lêhensteidinc – leidebërnde 1leiden – leienphrüende leienrëht – leissup leist – leiterboum leiteren – leitstap leitstërne – lemmelîn lemnisse – lenderieren lenderl – lenke lenken – lêrchenmunt lêre – lërnkint lërnknabe – lësemeister lësen – lettener letter – levîte lëwe – lëwinne leyô – lîch lîch – lîchphenninc lîchreste – 1liden 2liden – lîdunge lie – liegære liegærinne – liehticheit liehtkerze – liehtvaʒ liehtvlüʒʒic – liepsuochende liep|swinderinne – lîhenisse lîhkouf – lîhtsüeʒe lîhtunge – 2lîm (?) limbel – lindelîche 1linden – lînhose linie – lînsoc linster – lîpgedinge lîpgedingede – lippenlappen lippe|swër – listen lîsten – 2lit lit- – litze litze – liut- liutærinne – liutsælde liutsælic – löbelach lobelich – loc loch – lodewërc lœdingære – lônærinne lônbære – lônen
|
larventier
stN.
‘schrecklich anzusehende Kreatur’ als Umschreibung des Teufels:
auch ist so ungehewr / daz larventier, der helle wirt, / der
ir gesicht nicht verpirt, / wan si in sehen an underpint, / das alle pein ist ein
wint / gemessen an den großen schrikch / den in gepirt sein anplikch
Vät
41191
MWB 3,3 900,56; Bearbeiter: Richter
lasche
swM.
‘Fetzen, Streifen, Lappen’
von den [Feinden] er vreislîch wart
zuhakt, / zuschrôtin und zuhouwin, / daz man mochte schouwin / im hengin von dem
lîbe blôz / manchin vleischis laschin grôz NvJer
14580.
– wohl hierher, bildl. für den Teufel:
rich in [scharre/ kratze ihn (den Menschen)] uz der
asche, / daz én der swarcze lasche / und der grimmecliche ber / noch siner
gyczlichen [gierigen] ger / én immer me icht nöete / und
én zu jungest töete! TvKulm
530
MWB 3,3 900,62; Bearbeiter: Richter
lasemânôt
stM.
→
losmânôt
MWB 3,3 901,8;
lâsiuren, lâsûren
swV.
‘etw. mit lâsûr versehen’ (vgl. Heinzle, Wh.
z.St.), hier Part.-Adj.:
diu künegîn mit ir blanken hant / gelâsûrten
dictam [Diptam, eine Heilpflanze] / al blâ mit vînæger
nam, / [...] / ob der pfîle dâ [im
Körper] wære beliben, / dâ mit er wurde her ûz getriben
Wh
99,23
MWB 3,3 901,9; Bearbeiter: Richter
lasstein
stM.
→
laststein
MWB 3,3 901,15;
last
stM.
md. auch stF. (z.B.
Athis
E 18;
Daniel
4673;
Herb
3749;
MarcoPolo
69,24.
74,11;
MarlbRh
101,10;
HeslApk
4050;
Rittertreue
840
).
1
‘(Trag-)Last, Gewicht’
1.1 allg. 1.2 als unbestimmte Maßeinheit (z.B. Fassungsvermögen) oder bestimmte Größe (s. DRW 8,731f. mit weiteren Belegen) 1.3
‘Wucht’
2
‘Belastung, Bedrückendes, Bürde’
3
‘Fülle, Reichtum, Menge’
4 semantisch abgeschwächt
1
‘(Trag-)Last, Gewicht’
1.1
allg.:
wie swærer last sich neiget zer erden zenter KLD:
Kzl
2: 11,1;
des goldes einen uil michelin last Rol
1942;
[diese Leute] sint stark also das ir eyne gerynge
[leicht] truge eyne last di unsir lute iiij nicht
tragin mochtin und noch also vil MarcoPolo
69,24;
RvEGer
2453;
Parz
602,21.
– das ungeborene Kind im Mutterleib:
vrouwen last Frl
3:29,4.
5:105,15.
– von einer massigen, schweren Kreatur:
er stiez in [den Riesen
Urgan] obene hin ze tal, / daz der ungehiure last / an dem
velse aller zebrast Tr
16173.
– Gott als leichteste last des Herzens (übergehend zu 2):
min herze [...] entfiͤnc den
heimelichsten gast, / it ümbeviͤnc diͤ lichtste last MarlbRh
101,10
1.2
als unbestimmte Maßeinheit (z.B. Fassungsvermögen) oder bestimmte Größe (s.
DRW 8,731f. mit weiteren Belegen):
ein lastwagen mit ruhen hvͤten, der treit zwainzik vnd driv hvndert hvte
oder mer, der git ze zolle sæhzehen phenninge. jst aber minnr druffe danne ein
last, so git man ie von dem hvnderte funf phenninge UrkCorp (WMU)
548ABC,29,46;
pro pondere lane quod last dicitur UrkKölnSchr
1,84
(a. 1163-1167);
er gap im silbers eine last / als ez ein starker soumer truoc
Rittertreue
840.
– bildl.:
sie mag mir verdringen / grüenen klê, blúomen glast, vogelsingen /
und die heide, diu hât loubes mê dan tûsent last KLD: KvL
6:1,7;
vünde ich stæte vriunt unt vast, / den wold’ ich ze lone singen /
lobes me den tusent last Damen
2,3
1.3
‘Wucht’
daz im sîn [was ihm vom zerbrochenen Schwert]
in der hant beleip, / dâ mite warf er den er dâ treip / ûf sîne brust sô vaste /
daz jener von dem laste / vil nâch gestrûchet was / und gevallen ûf daz gras
Er
9267
2
‘Belastung, Bedrückendes, Bürde’
ez ist ein ungedulteger gast / eim armen wirte ein müelich last
Freid
131,6;
dîn [Frau Minne] last ist mir kûme
tragebære SM:Te
8: 1,11;
lîdest dû aber umbe got und got aleine, daz lîden entuot dir niht wê und ist
dir ouch niht swære, wan got treit den last Eckh
1:37,3;
Mechth
3: 2,30;
geist unde vater âne last / beliben durch des sunes pîn
KvWLd
1,73;
diu vil reine kiuscheit, / die ein schœnez wîp unsanfte
treit, / was ouch ir ein swærer last Eracl
2021;
wandez hete der schanden last / sînen rücke überladen
Iw
2636;
sus truogen si des jâmers last Wig
11576;
des todes last WernhMl
9522;
AHeinr
68;
ir kiusche truoc der êren last Wig
8264;
der hôhe künic, [...] / der
küniclîcher tugende last / dâ vor allen künigen truoc HvFreibTr
2506;
mich drucket sere din susser last Minneb
1453;
Mechth
4: 4,4;
MF:Wolfr
5: 2,10;
Tit
99,1;
RvEWh
4355;
Kudr
627,2;
KvHelmsd
2179;
SM:KvL
6: 2,8.
20: 4,2;
SM:Gl
3: 9,11;
Erz III
6,334;
WhvÖst
8016.
– in einer Beschimpfung:
phuch dich, du mordes last / und du falscher kuphers
glast! Minneb
4001
3
‘Fülle, Reichtum, Menge’
des sond wir billich minnen dich, / Gott vatter, herr von himelrich, / und
loben diner gnaden last, / wan du uns vor geminnet hast KvHelmsd
1957;
mitt richer rede laste / enpfiengen sy den werden
GTroj
4882;
der sælden last Wig
10511;
von dem vreudebernden last RvEBarl
754.
– hierher? :
altte mitt den jungen / zü dem ringe sprungen / ze fröden
dem gaste, / der da mitt heres laste / waz dar komen one schaden
GTroj
4892;
er wart gemachet bloz / siner richen wirde groz, /
entsetzende [l. entsitzende?] was die
last [
depositus est de solio regni sui et gloria eius ablata
est Dn 5,20]
Daniel
4673
(vgl. Anm.z.St.: ‘entgleitend war die Fülle der Macht’?)
4
semantisch abgeschwächt:
da [im Himmel] ie der sun was
eweklich, / so das sin doch da nie gebrast, / wie das er kam uf erde last
WernhMl
11790;
und bat Artûsen sînen gast, / daz er nicht vîntlîchen last /
gein im dar umb entrüege HvFreibTr
2978
MWB 3,3 901,16; Bearbeiter: Richter
lastadie
swF.
Liege- bzw. Verladeplatz für Schiffe (vgl. Schiller/ Lübben 2,631):
[man soll einen Platz bereiten] zcu eyner lastadien, uf
di sullen si keyn gebude seczin UrkPreuss
3,76
(a. 1347)
MWB 3,3 902,31; Bearbeiter: Richter
lasten
swV.
→
lesten
MWB 3,3 902,35;
laster
stN.
selten stM. (
Lanc
538,13
);
auch laister (
DRW
8,737
(Schauberg,Z.; a. 1331)
).
1
‘Schande, Schmach, Schmähung, Kränkung, Spott’ (vgl.
hœne
stF.) 1.1 allg. 1.2 in Wendungen 1.3 in paarigen Ausdrücken, häufig mit leit/ schade/ schande (s.a. Friedrich, PhrasWB, S. 262f. und WMU 2,1092) 2
‘Vergehen, schändliches Verhalten’
2.1 allg. 2.2
‘Sünde’ (nur Spec ) 3
‘Makel, Fehler’
1
‘Schande, Schmach, Schmähung, Kränkung, Spott’ (vgl.
hœne
stF.)
1.1
allg.:
der schade beswert mir niht den mvt / halp so vil, so daz
laster tvt ReinFu
K,1412;
mir wære ein laster hie geschehn Parz
785,10;
rechent myns amises laster Lanc
365,35;
Wig
10079;
daz man laster unde spot / mêre vürhtet danne got
Tr
12711;
sie v́ muozin wandiln / swaz sie v́ lastirs habint irbotin
Athis
C 165;
Spec
109,35;
gehanset [gehänselt] / mit
spotte, laster, schmachait WernhMl
8849;
nu schuͤln wir unser zaichen, den hiligen gelauben,
sprechen dem almæchtigen got ze eren, dem tiufel ze laster
PrOberalt
86,31;
hat ir gehort gotes laster [
audistis
blasphemiam Mc 14,64] , wez bedunket uch?
EvBerl
57,19;
vnd dem er semlich rede zuͦ gesprochen hat [dem er
unterstellt hat, er sei ein tieb oder boeswiht oder
ketzer
] drü phunt für sin laister DRW
8,737
(Schauberg,Z.; a. 1331);
OberBairLdr
56;
SpdtL
111,7;
StRAugsb
110,20;
Gen
2739;
VAlex
578.
1026;
HvNstGZ
6863;
Eckh
5: 412,2;
UvZLanz
6775;
Herb
8227;
Iw
757.
7570;
Rol
2154.
2206.
– in einer Verfluchung:
so in daz laster wurge! GTroj
11396
1.2
in Wendungen:
–
~ sprëchen (meist mit Dat.d.P.) ‘jmdn. schmähen,
beschimpfen’
so geratent si im laster sprechen / und beginnent in
alle schelten StrKD
161,368;
man sal û dar umbe sprechen / laster unde scande /
wîten after lande SAlex
3730;
man sprech im dick laster Lanc
27,27;
der konig besah die jungfrawen lang, die yn zum
ersten so sere gelobt hett und darnach so größlich sin laster sprach ebd.
491,19
u.ö.
–
~ (-s) tuon (meist mit Dat.d.P.) ‘Schande bringen, Schmach
zufügen’
ditz laster ist getân / benamen ûf ir êre
Wig
9857;
du weist wol daz in mîn [
in
mîme? Lachmann im App.] lant / dir manec laster
ist getân Parz
220,15.
89,25;
daz er ir lasters hât getân Iw
3132.
7838;
er tet in lasters genuoc EnikWchr
24319;
Lanc
465,13.
538,13;
RvEWchr
4787;
Erz III
150,160.
– jmdm. etw. ze ~ tuon
‘Schande bringen, Schmach zufügen’
dû hâst mir sô vil ce lastire getân, ich newil dich
nicht lâzin lebin PrMd (J)
353,23;
daz ist dir ze laster getân Kchr
14501;
ich wæn manz iu ze laster tuo Parz
294,22.
218,6
1.3
in paarigen Ausdrücken, häufig mit leit/ schade/ schande (s.a.
Friedrich, PhrasWB, S. 262f. und WMU 2,1092):
mir nâhte laster unde leit Iw
693.
1007;
Tr
6015
u.ö.;
UvZLanz
7243;
dar vmbe liezen sie die clage / vnde swigitin lasteris
vnde schaden Roth
1773;
schaden unde laster Eracl
4806;
Parz
102,14;
NibB
649,1;
Rol
3803;
RvEBarl
8016;
SpdtL
190,18;
mich dunkt, ichn überwinde niht / daz laster unt tie
schande Iw
5527;
Lanc
239,10
u.ö.;
VMos
30,15;
Herb
2686;
HvNstAp
13352;
PrOberalt
73,4.
– mit anderen Subst:
ich lîde laster unde nôt Iw
4460.
5165;
minú goͤtlichen oren wurden spottes und lasters
erfúllet Seuse
207,29;
laster und unêre UvZLanz
6014;
laster unde schamen ebd.
6926;
RvEBarl
7585;
KvWLd
31,65;
ReinFu
K,1376;
Mechth
6: 26,12
2
‘Vergehen, schändliches Verhalten’
2.1
allg.:
wen sie hie [auf Erden] zuͦ
aller slahte lazster bereit warent, von rehte sint si dort gebunden mit aller
slahte helle banden Lucid
129,18;
waz sol ein ritter, der sîn tag mit laster hie verzert?
SM:Ga
1: 1,8;
der hête ain scône tohter, / di geviel in ain laster
Kchr
15563;
si han eynen kunig, des lastirs unde des roubis eyn kumpan
MarcoPolo
9,3;
daz mir sin schade vnd min laster lait ist UrkCorp (WMU)
2223,4;
UvZLanz
40
2.2
‘Sünde’ (nur Spec ):
dehain laster ist wirser denne der nit
Spec
35,35;
hoͮpthafte sunte unde anderiv lastir ebd.
54,22.
–
siben
~ :
alrerst sint uns suntaren uur gesezzet siben laster
hoͮbthafter sunden, da wir uns uone behoͮten sculen: der zorn, der nît, div
ubermoͮt, unrehtiv uroͮde, div erge, div gierscheit, div hoͮrgelust, div
untriwe Spec
149,14;
wider den siben lasteren sint uns gesezzet siben
gebete ebd.
149,17
u.ö.
3
‘Makel, Fehler’
div laster elliv heilte der himelisch arzât
Spec
8,5;
ich prîs in swâ er rehte tuot, / und verswîge sîn laster: daz
ist guot Iw
2494;
wer si [Rinde der Kapernpflanze]
seudet mit wein, sô ist si guot für des milzes
laster [Gebrechen] und für der lebern hertikait
BdN
366,3;
Rol
5963;
Lucid
140,1;
Mechth
6: 1,158.
–
âne
~ :
Laban hête zwô tohter, diu eine was âne laster
Gen
1286
u.ö.;
Moyses svester / dev was ane laster VMos
47,4
MWB 3,3 902,36; Bearbeiter: Richter
lasterære
stM.
‘Schmäher, Verleumder’
dy laster der lastrere sein gefallen auf mich [
opprobria
exprobrantium ceciderunt super me Ps 68,10]
PsMb
33(Glossar);
tu volges nach in sprunge / der lesterere zunge
Hiob
5894;
gelovbe mir der mere / sù heissent lesterere / die mit den roecken sich lant
sehen / was in von liebe si beschehen / das sol ovch gar verswigen sin
SechsFarben I
106.
–
gote(s)
~
‘Gotteslästerer’
du bist ein scheltære, / der gote lasterære LBarl
10018;
er wer ouch ein glisener / und da by gotes lester
Hiob
1550;
ein trugener / und [...] gotes
lesterer ebd.
1566.
6450
MWB 3,3 903,60; Bearbeiter: Richter
lasterbalc
stM.
ein Schimpfwort, ‘lasterhafter, unmoralischer Mensch’
ir sit ein slic, ein slunthart unde ein ougenschalc. / mit phawen schriten
gebaret ir, ir tugendeloser lasterbalc Meissner
20:2,16;
jud’, du rehter lasterbalk Regenb
3:353b;
der unschemige lastirbalc Köditz
18,24;
NvJer
5974.
– als sprechender Name:
Lasterbalk, duͤ macht wol swigen OsterSpI
674;
Gebûrnvînt und Galgenswengel, / Lasterbalc und Rüdenbengel, / Güsehals und
Füllensac Renner
1682;
dû heizest nâch den tiuveln unde bist halt nâch in genennet. dû heizest
Lasterbalc: sô heizet dîn geselle Schandolf. sô heizet der Hagedorn, sô heizet der
Hellefiwer, sô heizet der Hagelstein PrBerth
1:156,1.
– übertr. ‘Lasterhaftigkeit’
man solt ir [der loter
] etlich uf der
hurde braten, / der in ir laster bælge recht erkande / und uberlast ir schanden
JTit
632,3;
alsus was sines lebenes pris / der werlde gar ein laster
balc Pass I/II (HSW)
38789
MWB 3,3 904,8; Bearbeiter: Richter
lasterbære
Adj.
1
‘schmachbringend, schändlich’
2
‘verdorben, schadhaft’
1
‘schmachbringend, schändlich’
dâ würde rede von genuoc, / diu mir lasterbære / und iu kein
êre wære Tr
14091;
ist dir der lasterbær tôt liep, / ich heiz dich hâhen als
ein diep EnikWchr
22999;
diu schande lasterbære KvWTroj
23518;
lasterbær und schemelich Ottok
45672;
PrBerth
1:156,3;
Iw
2600;
Hiob
8027.
– subst.:
er hât dich unze her behuot; / des habe ouch vürbaz zuoversiht: / sô enkan
dir niemer niht / lasterbæres widervarn Flore (P)
5707;
Pylatus, der lasterber TvKulm
4313;
gnuoge milte wæren, / ob die lasterbæren / niht ze spotte
bræhten si mit schalle KvWLd
31,43;
HvNstAp
4521.
8599
2
‘verdorben, schadhaft’
der gaiz milch ist gar süez, aber zehant und si gerint, sô
ist si gar lasterpær BdN
127,26
MWB 3,3 904,27; Bearbeiter: Richter
lasterbæric
Adj.
‘tadelnswert, fehlerhaft’ (zur Übers. von lat. vitiosus):
jst aber daz er vbir vluzzit [l. -ic
]
oder lasterberic [...] wirt fundin BrHoh
61.
65
MWB 3,3 904,42; Bearbeiter: Richter
lasterbart
stM.
ein Schimpfwort:
waz hant ir mir gelogen, ir alter laster bart, / der by tusent joren nie me
erhebet wart? RosengD (LKN)
691
MWB 3,3 904,46; Bearbeiter: Richter
lasterbërc
stM
fingiertes Toponym als sprechender Name zur Charakterisierung der zugeordneten
Personen (vgl.
gouchesberc
[Nachtr.]):
bœsiu wort und bœsiu werc / habent die von Lasterberc, / süeziu wort und
süeziu werc / habent die von Sêldenberc Renner
22184
MWB 3,3 904,49; Bearbeiter: Richter
lasterbërnde
Part.-Adj.
‘schändlich’
disú werendú ding wil ich ellú liden und wil sú got fúr
min lasterberend súnd opfren Seuse
73,6
MWB 3,3 904,55; Bearbeiter: Richter
lasterbier
stN.
‘Schandbier’ (zur Deutung vgl. Anm.z.St.):
daz lasterbier im selben tugende briuwet. / daz bier sich selben niezen muoz.
/ zehant diu schande ir breiten vuoz / setzet Litschauer
1:6,5
MWB 3,3 904,58; Bearbeiter: Richter
lasterblëch
stN.
‘Schandblech’
ein lasterblech daz heizet un [die Vorsilbe
un-
] , / daz durch tiutschiu lant nu gêt / und vorn an
manigen worten stêt, / der lop ez nidert unde swachet / und ez gar ze nihte machet
Renner
9200;
alein nu klebe diz lasterblech / an manigen worten als warmez bech ebd.
9226
MWB 3,3 904,63; Bearbeiter: Richter
lasterbürde
swF.
aufgrund von Schande oder Vergehen auferlegte Belastung:
sy [die Gottlosen, Ungerechten]
dachten ir laster burden / also blyben [dass ihre laster
burden ausbleiben würden] und nicht wurden / gepyneget
von gote hy Hiob
9043
MWB 3,3 905,6; Bearbeiter: Richter
lasteren, lesteren
swV.
auch leistern (
Lilie
71,197
).
1 tr. ‘an der Ehre kränken, in Schmach bringen’
1.1
‘jmdn. schmähen, beschimpfen, entehren’
1.2
‘etw. schelten, tadeln, kritisieren,
schlechtreden’
1.3
‘etw. (eine Stadt) schänden, bezwingen’ (?) 2 intr. ‘schändlich verfahren mit/ an jmdm.’
3 Part.-Adj. in der Verbindung gelastert hûs , mit
laster versehenes Haus, ‘Bordell’
1
tr. ‘an der Ehre kränken, in Schmach bringen’
1.1
‘jmdn. schmähen, beschimpfen, entehren’
betet vor dy dy uch lasteren
[
benedicite maledicentibus vobis Lc
6,28]
EvBerl
126,16;
swer mir mîner êren gan, / der sol mir râten niht daz ich / flühtic rît,
dâ von man mich / lastert und unêret PleierMel
5475;
ist aver, daz der ein swert [...] zeucht oder wil
etzswen lastern oder laidigen, der selb [...] beleibt
dem richter ein pfunt pfenning schuldig; aver gen dem den er lastern oder
laidigen wolt, sol er sich mit seinem aid bereden StRWienerNeust
32;
UrkCorp (WMU)
93,12;
ich wil uch rechen an dem ders uch gethan hat, ist es ein
solch man das ich yn mit eren dot slagen mag, so das ich mich selb da mit nicht
lester Lanc
127,9;
swig, du lesterst got Tauler
293,4;
Eckh
2:540,60;
EvBeh
Mc 15,32.
– mit präp. Erg.:
ez ist ein spot und ein mein, / daz si als guote
knehte / wider ritter rehte [dass sie so gute Kerle gegen das
ritterliche Recht] / gelestert und gehœnet hânt
UvZLanz
6473
1.2
‘etw. schelten, tadeln, kritisieren,
schlechtreden’
dô si etlîche gesâhin ûz sînen jungeren mit gemeinen henden, daz ist mit
ungetwaginen [ungewaschenen] , brôt ezzin, si
lesterten iz EvBeh
Mc 7,2;
ein ding lester ich an dir: das du so treg bist zu rechen
einen den meysten schaden der dir ye geschah sitther das du geborn wúrt
Lanc
47,24;
welch man getruwe ist der sol synem herren alles das wol
lastern das wiedder sin ere ist ebd.
532,11;
LBarl
9510;
ArnoltSieb
59,9
1.3
‘etw. (eine Stadt) schänden, bezwingen’ (?):
das uns der konig so groß hilff dete das diße stat mit
gnaden bliebe und mit eren, wann sie nye gelestert wart noch gebrochen
Lanc
378,20
2
intr. ‘schändlich verfahren mit/ an jmdm.’
do si wurdent des in ain / daz si Heroden schanten, / si hoh
botten santen / dem kunig von Arete, / daz er gelestert het / an siner tohter
SHort
3264
3
Part.-Adj. in der Verbindung gelastert hûs, mit
laster versehenes Haus, ‘Bordell’
drie schone tochtere hete er da, / die wold er durch sin arm leben / in ein
gelastert hus geben. / da solden si mit unvlat / gewinnen gut, daz was sin rat, /
des er von armut queme Pass III
8,6
MWB 3,3 905,12; Bearbeiter: Richter
lastergief
stM.
‘schändlicher, lasterhafter Tor’
seht, do so der laster gief [Lucifer] / viel in daz
abgrunde tief, / uz ichlichem kore hoch / hin zu grunde er ie czoch / mit im den
zenden engel TvKulm
181
MWB 3,3 905,57; Bearbeiter: Richter
lasterhuot
stM.
Kopfbedeckung, die als Zeichen der Schande verwendet wird (vgl. SchweizId 2,1788
mit jüngeren Belegen):
undankbæri wirt niemer guot, / si treit ûf ir den lasterhuot
Boner
47,124
MWB 3,3 905,62; Bearbeiter: Richter
lastericlich (?)
Adj., Adv.
→
lasterlich
MWB 3,3 906,3;
lasterkêr
stM.
Hinwendung zu dem, was Schande bringt:
gewalt bî grôzem guote, liut bürge und dâ bî lant, / lîp kraft
schœn unde kleider, / swer der genuht iht hât, / in des verschamten muote / man
lasterkêr ie vant KLD: Kzl
1: 2,6
MWB 3,3 906,4; Bearbeiter: Richter
lasterkleit
stN.
‘Kleidung der Schande’ (übertr.):
diu gîtikeit [...] stichet als ein nâdel / durch al
des menschen sælikeit. / sî ist ein sunder lasterkleit, / swâ sî die hôhen fürsten
tragent, / od die nâch dheinen êren jagent HvBer
6341
MWB 3,3 906,9; Bearbeiter: Richter |