lastermâl
stN.
1
‘Schandfleck, (Zeichen der) Schande’ (s.a.
lastermâse
u. -meil ) 2
‘Fehler, Sünde’
1
‘Schandfleck, (Zeichen der) Schande’ (s.a.
lastermâse
u. -meil):
sint zwô guote / frowen wol gemuote, / si ist diu vierde; / sint ir tûsent, si
ist ir eine, / der nie laster mâl an schein, / das ist rîch zimierde Rumelant
(R)
13:3,16;
czwischen czwene mörder hart / an daz crucz genegelt er wart / im czu eime
laster mohl TvKulm
4511;
die frowen selbe hânt sich in / diu lastermâl geworfen Reinfr
16885;
Boppe
1:4,8;
WhvÖst
13912.
– etw., das Schande verursacht:
nu wil ich dulten sînen haz / und wil iuch herren lêren daz / wie man den
lôser vinden mac: / in sînem munde swebt ein strâl [Pfeil, hier
bildl. für die Zunge] / mit geluptem
[vergiftetem] lastermâl; / der schuz ist giftrîch
und ir slac KLD: Alex
2:2,11
2
‘Fehler, Sünde’
[er] wanderte willeclich / in iren lastermalen
[
in maculis eius ambulat Iob
18,8] , sich, / also daz er ging wandern / von eyner sunde zu der
andern Hiob
7272.
4287;
sechse sint der lastermol / di versniden sal der stol: / ougen di hoe vligen,
/ und czungen di jo ligen, / und hende di verterben / unschuldic blut und sterben, /
und di vuze di gar snel / sint czu bösen dingen hel TvKulm
2751.
2766
MWB 3,3 907,10; Bearbeiter: Richter
lastermære
stN.
‘schändliches Gerede’
sînen lantvürsten clageter daz, / wie er beswæret wære / mit
disem lastermære Tr
15328
MWB 3,3 907,33; Bearbeiter: Richter
lastermâse
swF.
‘(Zeichen der) Schande’ (s.a.
lastermâl
u. -meil):
lastermasen er nie gewan, / er ist an allen enden / gar ane valsch unde ane
meil FvSonnenburg
60,9;
ouch wart der herre tugenthaft / mit lastermâsen nie bezigen
Reinfr
12519;
kuͤnge, fuͤrsten, graven wert, / dienstherren, dienstman,
kainr gert / wuͤrken laster masen werch WhvÖst
17781;
an den gebruͤdern baiden / ist laster mase verwischet: / ir
hohes lob erfrischet / swaches lob, und wær ez ful ebd.
18613;
KvWTroj
34280
MWB 3,3 907,36; Bearbeiter: Richter
lastermeil
stN.
‘(Zeichen der) Schande’ (s.a.
lastermâl
und -mâse):
ein historje [...] / von einem ritter hôchgemuot, /
der nie lastermeil gewan KvWPart
231;
schame ist allir dinge togunt, / schame hat an allir ere
teil, / schame kan decken lastermeil Brun
2686
MWB 3,3 907,47; Bearbeiter: Richter
lastermunt
stM.
‘Lästermund, Schandmaul’
sin [Judas’] laster muͤndes vach /
riet nieman lutzel gudes HvNstGZ
2462
MWB 3,3 907,53; Bearbeiter: Richter
lasternôt
stF.
‘schmachvolle, bedrängende Lage; große Schande’
laydes was er alles vol / und schamte sich der laster not. /
er wolt im selber tuen den dot HvNstAp
8660
MWB 3,3 907,56; Bearbeiter: Richter
lasterpîn
stM.
‘Schmerz, Leiden aufgrund von Schande’
vrouwe, lât mir den lasterpîn, / ich sol in billîchen haben. ich wolde lebende
sîn begraben UvTürhTr
1808
MWB 3,3 907,60; Bearbeiter: Richter
lasterrüege
M.
sprechender Name für einen moralisierenden Dichter:
ich weiz noch zwên ungefüeg, / den Argenhaz, den Lasterrüeg. / und der
Êrenknolle, / wînes der volle! Helbl
2,1372.
– Lit.: G. Wolf, Die Kunst zu lehren, Frankfurt a.M. 1985, S.
100f.
MWB 3,3 908,1; Bearbeiter: Richter
lastersac
stM.
Schimpfwort für eine Person, die voller Schande ist (vgl.
lastervaʒ
):
du [
wyp mit geteilter
mynne
] bist der schanden laster sak Minneb
4016;
der lip spricht: [...] minen lip
ich selber minnen wil; / was mag dem bessers gesin, / denn guͦtú mursel und starker
win? / antwurt der ewigen wisheit: o du boͤser lastersack, / din lon ist boͤs und
ungesmack Seuse
399,2
MWB 3,3 908,7; Bearbeiter: Richter
lasterschame
stF.
‘Schmach, Schande’
si sollent [...] / iren namen laessen
vinden / altzyt aen laster schame, / so wert gecroent ir werde name MinneR
481
695
MWB 3,3 908,15; Bearbeiter: Richter
lastersnallen
stN.
‘schändliches Reden’
der tugentlose da bi / hebt uf sin laster snallen / und sin
gufter schallen / mit worten tugentlosen WhvÖst
97
MWB 3,3 908,19; Bearbeiter: Richter
lasterspoten
stN.
oder Pl. zu -spot stM.?
‘schändliches Reden, Spotten, Verhöhnen’
in laster spoten vielen sie [die Peiniger
Jesu] / zu der erden uf ir knie HvNstGZ
3023
MWB 3,3 908,22; Bearbeiter: Richter
lasterstat
stF.
‘Ort der Schande’
si vûrten in in smêher heit / als einen dîb gebunden, / sam
einen den man vunden / het an bôser, snôder tât, / zû des krûzes lasterstat
JvFrst
8008
MWB 3,3 908,26; Bearbeiter: Richter
lasterunge, lesterunge
stF.
1
‘Tadel, Widerrede’ (zur Übersetzung von lat.
vituperatio und redargutio ) 2
‘Entehrung, Lästerung, Schande’
1
‘Tadel, Widerrede’ (zur Übersetzung von lat.
vituperatio und redargutio):
wande ih horte die lasterunge, schelte [Doppelglossierung zu
vituperationem
] maniger ensamit wonenter in der
umbeuerte PsWindb
30,14;
worden bin ich als ein man nieht horenter unde nieht habenter in munde sinem
die lastrunge [interl. zu redargutiones
]
PsM
37,15
2
‘Entehrung, Lästerung, Schande’
secht an die lestrung groß, / dabey jamer und not, / ouch den scharpffen tot /
gern sy uns hetten tan FrSchw
3160;
von leiden [vom Erdulden (der)]
lesterunge Vät
Überschrift vor 13331
MWB 3,3 908,30; Bearbeiter: Richter
lastervar
Adj.
‘schändlich, nach Schande aussehend’
[die Kämpfenden] werten sich vor lastervarwen malen, / di
zageheit in sturme kan uf strichen [aufzeichnen]
JTit
4150,2;
ez wirt daz end laster var, / wie gar reich der anfanch waer
Teichn
250,68
MWB 3,3 908,43; Bearbeiter: Richter
lastervaʒ
stN.
Schimpfwort für eine Person, die voller Schande ist (vgl.
lastersac
):
Elyphas wil beweren daz / daz Job sy gar eyn laster vaz
Hiob
5906;
jud’, du rehtez lastervaz Regenb
3:353b
MWB 3,3 908,49; Bearbeiter: Richter
lastervuore
stF.
‘schändlicher Lebenswandel’
Paris [...] der nitt won laster füre
pfligtt / und aller tugend sich bewigtt GTroj
11607;
solche lastervuore HvBer
203
MWB 3,3 908,53; Bearbeiter: Richter
lasterwëc
stM.
‘schändlicher, schmachbringender Weg’
den laster wec wiltu varen, / den bose lute tugende
wan [leer, frei von Tugenden] / getreten wildeclichen
han Hiob
9020
MWB 3,3 908,57; Bearbeiter: Richter
laster-, lesterwort
stN.
‘Schimpfwort, Verleumdung’
contumelia: lasterwort EvAlem
38 (Mc 12,4);
et exprobraverint: und úch lasterwort sprechent ebd.
44 (Lc 6,22);
opprobrium: lasterwort ebd.
57 (Lc 1,25);
do Agrippa vernumen / die lesterwort hete alhie, / vil na ez
im zu herzen gie Pass I/II (HSW)
38307;
Hiob
1504
MWB 3,3 908,61; Bearbeiter: Richter
lasterwunde
swstF.
Verletzungen der Ehre durch schändliches Verhalten (bildl.):
nu han ich an truwen liuten gnaden trost irvunden, / die mir helfen baz, denne
mir die ungetruwen gunden, / die von laster wunden stinken also ein as unrein
Rumelant (K)
6:3,13;
kein bezzer latewêrje nie gemachet wart, / dann ich iuch lêre und künde,
sinneclîcher art, / gesunt ze lasters [Hs.
laster
] wunden und ze schanden süchten KLD:
SvT
1:2,3
MWB 3,3 909,4; Bearbeiter: Richter
lastkarre
swM. , lastkarrech
stM.
Karren für Lastentransport, hier als Maßeinheit (Menge, die einer
Karrenladung entspricht?):
waz wardelen [Bündel, Ballen] obenan harabe kumet
in schiffen, do sol men in von deme lostkarche nemen zehen schillinge
UrkRhStädteb
95
(a. 1322);
auch von brenholz, kolen, heuwe, stroh und vische, von dem karren sol man
nemen, von jedem pherde dri schilling haller, vnd waz oben her abe kumet in
schiffen, da sol man ir von dem lastkarren nemen zehen schillinge haller ebd.
154
(a. 1339)
MWB 3,3 909,13; Bearbeiter: Richter
lastschif
stN.
‘Lastschiff’
daz holtz sol 3 tage sten an furkauf under derselben buͤzze,
aber ein lastschif mit koln sol 8 tage sten WüP
25,7.
72,9
MWB 3,3 909,24; Bearbeiter: Richter
laststein
stM.
Das auslautende t von last wird oft verschliffen (las-/
laz-stein), s.a.
lâgestein
.
‘schwerer Stein’ (als Wurfwaffe):
den helm her nicht ûf bant. / dô wart er geworfin ze hant / mit einem
laststeine / daz man den held reine / trûg dannen vor tôd Eilh (L)
8619;
man mohte wol gelîchen / die lassteine kaltem snê / den si vil dicke sâhen ê /
von winden undr einander gân: / alsô dicke wurden lân / die schüzze nider ûf sie
Bit
1595;
si sâhen ab der mûre werfen mit manigem lassteine Kudr
1454,4.
790,4;
ein wip liez ein laz stein / im uf sin houbit vallen: / do
viel er vor in allin, / wan im der stein das hirne brah RvEWchr
19307;
En
6938
MWB 3,3 909,27; Bearbeiter: Richter
lastvart
stF.
‘Lastentransport’
wir willen oug, dat die selue vrouwe alre iairlichs eine lastvart haue in dem
lande ze Wiede, so wanne si wilt UrkCorp (WMU)
255,4
=
623,13
=
602,45
MWB 3,3 909,40; Bearbeiter: Richter
lastwagen
stM.
‘Lastenwagen’, Karren zum Transport von Lasten:
ein lastwagen mit ruhen hvͤten der treit zwainzik vnd driv hvndert hvte oder
mer / der git ze zolle sæhzehen phenninge. jst aber minnr druffe danne ein last, so
git man ie von dem hvnderte funf phenninge UrkCorp
548A,26;
swaz lastwagen sint, di vͤber di prvk gent, hervͤber oder hinvͤber gent, geit
man ie von dem rozze IIIIor Oͤtinger phenning UrbBayS
4,50.
– in unklarer Verwendung:
swer trvchens [Trockenes, Trockengut] fvͤret
lastwægen oder wolle, tvͦch oder swaz er trvchens fvͤret, der geit von den silen II.
phenning UrbBayS
4,64
MWB 3,3 909,44; Bearbeiter: Richter |