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ABCDEF s.VGHIJKL
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l – lâchen
lâchen – laden
laden – Lahrein
lahs – lampartisch
lampe – lanclëbic
lanclîbe – lancwat
lancwiric – lant|âht|acker
lantâhte – lantgemeine
lantgenôʒ – lantleite
lantliut – lantreister
lantrihtære – lantsidel
lantsidel – lanttwingære
lanturliuge – lantwîn
lantwîp – larrûn
larventier – lasterkleit
lasterkôsen – lasterwunde
lastkarre – Latrisëte
latrôn – læʒic (?)
læʒlich – lëbendic
lëbendigen – lebezelte
lëbezuht – 3lecken
lëcken – lëder|gerwe
lëderhosære – lëdic|sagunge
lëdic|vrî – lëgerhort
lëgerhuobe – lêhengëlt
lêhenguot – lêhensrëhten
lêhensteidinc – leidebërnde
1leiden – leienphrüende
leienrëht – leissup
leist – leiterboum
leiteren – leitstap
leitstërne – lemmelîn
lemnisse – lenderieren
lenderl – lenke
lenken – lêrchenmunt
lêre – lërnkint
lërnknabe – lësemeister
lësen – lettener
letter – levîte
lëwe – lëwinne
leyô – lîch
lîch – lîchphenninc
lîchreste – 1liden
2liden – lîdunge
lie – liegære
liegærinne – liehticheit
liehtkerze – liehtvaʒ
liehtvlüʒʒic – liepsuochende
liep|swinderinne – lîhenisse
lîhkouf – lîhtsüeʒe
lîhtunge – 2lîm (?)
limbel – lindelîche
1linden – lînhose
linie – lînsoc
linster – lîpgedinge
lîpgedingede – lippenlappen
lippe|swër – listen
lîsten – 2lit
lit- – litze
litze – liut-
liutærinne – liutsælde
liutsælic – löbelach
lobelich – loc
loch – lodewërc
lœdingære – lônærinne
lônbære – lônen

   lindenrîs - 1lînîn    


lindenrîs stN. ‘Lindenzweig’ daz wizzet, helde mære, / vil guote sturmære / sint die helde ûz Beheimlant. / dem si niht rehte sint bekant, / der warte an jeniu linden rîs, / dar under si versuochent prîs Bit 10005

MWB 3,3 1174,42; Bearbeiter: Richter

linderen swV. 2linden

MWB 3,3 1174,47;

lindicheit stF. ‘Weichlichkeit, Nachgiebigkeit, Schwäche’ dv solt och sagen [beichten] von zarten, vnd ze linden geberden, da bi man merken mag des herzen lindeckeit vnd krancheit Bihteb 47; daz ander [Merkmal der tragheit ] ist lindecheit des libis, vnd des herzen, vnd des geistes ebd. 68

MWB 3,3 1174,48; Bearbeiter: Richter

lindiclîche Adv. ‘sanft’ (s.a. lindelîche ): dez [Dornes] natur ist also herte, swie lindeklich man in an grifet, so stichet er doch da wider PrGeorg 316,12; sprichet dir ieman herteklich zuͦ, dez antwúrt du lindeklich zuͦ ebd. 280,1

MWB 3,3 1174,54; Bearbeiter: Richter

lindîn Adj. ‘von der Linde’ den [Bogen] sennwete er gar vaste / mit lindenem paste HvNstAp 6752. – ‘aus Lindenholz’ des swertes site was so getan, / swa erz hin sluͦc, / daz iz durch den stal wuͦt, / sam er ware lintin Rol 4145; StrKarl (S) 5069; Briczlab sagete den sinen: / daz wirt wol schinen, / daz wir nit chinvorhen pogin [Bogen vom Holz der Kienföhre] haben / noch lindin swert tragin Dalimil (B) 45,14

MWB 3,3 1174,59; Bearbeiter: Richter

lindlîche Adv. lindelîche

MWB 3,3 1175,4;

lindlockunge (?) stF. oder -locken stN.? ‘Schmeichelei’ [der Abt] sol auch wizzen wie gar ein mülich vnd ein hoch dinch er enphangen hat ze richten die sel vnd dienen vil läut site vnd einen mit lintlockunn einen mit straff einen mit schündung [ alium quidem blandimentis, alium vero increpationibus, alium suasionibus ] vnd nach eines ieglichen wielichin oder verstandenheit BrAlt 2

MWB 3,3 1175,5; Bearbeiter: Richter

lindmüetic Adj. ‘sanftmütig’ do mit [mit genade und götlichem friden ] erliucht er die sele vnt machet das herce lindmuetige vnd smeltzende als das wachse von der heissen sunnen fliusset PrWack 64,29

MWB 3,3 1175,13; Bearbeiter: Richter

line stF. 1 ‘Geländer (an einem Fenster oder Balkon), Fenster’ (vgl. lëne )
2 ‘Tragestange’ an einer Bahre? (vgl. Anm. z. St.
   1 ‘Geländer (an einem Fenster oder Balkon), Fenster’ (vgl. lëne ): dâ wart ich enpfangen wol. / die line dâ wâren vrowen vol, / die alle wol enpfiengen mich UvLFrd 182,10; dô gieng ich [...] / gein einer line hin nâher stân. / dâ für sô was ein tepich guot / gehangen, als man ofte tuot / für line, dâ man wil windes niht / noch lieht: für diu ez geschiht. / vor der line der tepich hie, / dar in vil kleine iht windes gie ebd. 331,14; sâ dô ich die bet gesprach, / ein juncfrowe ûz der lin her sach. / dô sî uns sach dô sunder stên / und unser wâren niwan zwên, / dô tet si wider zuo die lin / und gie sâ zuo ir vrowen hin ebd. 331,30 u.ö.; do neigt sich Hildebrant / durch die line unde sprach, / do der den boten chomen sach Dietr 4660. 4690; owe, er karrende tur! / er kirret wider unde fur / als [...] ein blenkende [sich hin und her bewegende] lin Jüngl 919    2 ‘Tragestange’ an einer Bahre? (vgl. Anm. z. St. En (Fm) 216,30, s.a. lînboumîn ): nu vernemet von der bâren. / die lin boumîn [ ‘aus Holz’; Hs. linboumin, La. lintbovme u.a.] wâren / und von helfenbeine En 7984

MWB 3,3 1175,18; Bearbeiter: Richter

lîne swstF. 1 ‘Seil, Leine’
2 ‘Messschnur’ (zum Vermessen von Grundbesitz, vgl. DRW 8,1176f. u. MNW 4,655)
3 ‘Waldstück, Waldanteil’ (?)
   1 ‘Seil, Leine’ zebrochen sint die maste / unde diu rûder vaste, / die lînen und diu ankerseil En 501; Pass I/II (HSW) 36252; die niht mohten gehaben / ab der mûr deheine / leiter noch leine, / die vielen sus hin nider Ottok 57850; do wurden sy grisgrainen / sam dy hunt an einer lainen Hawich 2652; ‘nû brenget eine lînen, / daz wir Lengewînen / uns machen wol zû mâzen.’ / [...] / Lengewîn wart gebunden LivlChr 2869. 2916; Pass III 660,81; Virg 256,8. – bildl.: wan alleyne er als eyn bly / tyf indiz ebgrunde sy / geczogen mit der sunden lyne Hiob 10113    2 ‘Messschnur’ (zum Vermessen von Grundbesitz, vgl. DRW 8,1176f. u. MNW 4,655): die vursprochgene muͦre is as lang as die lyne, die in disme schrine leyt DRW 8,1177 (KölnSchrB.; a. 1349). 8,1176 (Planitz,UrkKölnRG.; um 1170)    3 ‘Waldstück, Waldanteil’ (?): also vil alse der burgreue holzis darf zu buene vnde zu burne, das sal he howen in des riches vorsten in der line vnde in deme kamervorste vnde in deme tirgarten UrkCorp (WMU) 1168,32

MWB 3,3 1175,40; Bearbeiter: Richter

linebërge swstF. 1 ‘Bank mit Lehne/  Stütze, Ruhebank’
2 ‘Geländer, Brüstung’
   1 ‘Bank mit Lehne/  Stütze, Ruhebank’ díu líneberga ze démo díske. díu íst gúldîn Will 52,18; der de mûode íst. dér lêinet síh gérno an dîe líneberga ebd. 52,23. 52,3; diu guldîne lineberge daz ist diu heilige uernunst dâ sich got ubere gelainet hât zuͦ sîner gemahelen daz ist diu heilige cristinhait TrudHL 42,30 u.ö.; reclinatorium: leneberga SummHeinr 2:83,110; fulcrum: liniberga ebd. 2:309,03.10    2 ‘Geländer, Brüstung’ [er] síhet ûz den uénstron. unte uuártet ûz uón den línebergon Will 37,2. 37,8; TrudHL 31,32. 32,6; diu burch gworht ist von lebentigen steinen, / da sich die muoden an die linebergen suln leinen Himmelr 8,8

MWB 3,3 1175,61; Bearbeiter: Richter

linen swV. lënen

MWB 3,3 1176,11;

lînen swV. ‘jmdn. anseilen’, hier übertr. ‘jmdn. an sich binden’ mit gabe er an sich linde / manigen vrechen sarrjant WhvÖst 5958

MWB 3,3 1176,12; Bearbeiter: Richter

lînephat stM. ‘Leinpfad, Treidelpfad’ (zur Sache vgl. DRW 8,1183f. und 2HRG 3,827-829): in ripa que linpat uocatur UrkNiederrh 1,334 (a. 1180)

MWB 3,3 1176,15; Bearbeiter: Richter

lîngadem stN. ‘Verkaufsstätte für Leinware’ de illis, qui stant under den lingademen et vendunt linea vestimenta preparata WeistErf 111 (1. H. 14. Jh.)

MWB 3,3 1176,18; Bearbeiter: Richter

linge Adj. linc

MWB 3,3 1176,21;

linge stF. ‘Gelingen, Erfolg, Glück’ alsus was übel bî guote, / bî linge schade, bî liebe leit Tr 5097; gelückes unde linge / an manlîchem dinge / und âventiure erwarber vil ebd. 18455 u.ö.; Irot von Roisabinse, der sprangte ouch an dem ringe. / ich wene, uz einem vlinse moht man sanfter howen prises linge / danne ab im und den, di er da fuͦrte JTit 2094,2. 1820,2; Parz 177,6. 489,17

MWB 3,3 1176,22; Bearbeiter: Richter

lingen stV. (IIIa) unpersönl. mit Dat.d.P. 1 ‘vorankommen’
2 ‘Erfolg haben, vonstattengehen, geraten’ (s. gelingen )
   1 ‘vorankommen’ in dûhte im lünge ze fuoze baz, / im wâren diu bein unmâzen lanc StrDan 3156; ze füss lang im des weges wol GTroj 2307. – ~ lâʒen ‘sich beeilen’ wol ûf und lât iu lingen: / der tac ist komen KLD: UvW 29:2,5; Irmendrût, belîp / nicht lange! [...]lâz lingen dir! Boner 48,34; sy lïssend in do lingen. / ze walde mitt schalle / kertten sy do alle GTroj 2448. 6964. 21378    2 ‘Erfolg haben, vonstattengehen, geraten’ (s. gelingen ): allez daz, des er began, / dâ lang im allerdickest an Tr 5078

MWB 3,3 1176,30; Bearbeiter: Richter

lîngewant stN. ‘Kleidung aus Leinen’ swenne ain frowe oder man ain tohter hin ze manne gibt, der schol man me niht geben leingewandes denne ain rockelein und ain mursnitz [dünnes Kleid] und hemde, swievil man wil NüP 150; were es dir denn nit ungemach, / so weltt ich sydin [seidenartige] linegewant [Hs. linegewatt ] / in allen geben von miner hand GTroj 3805

MWB 3,3 1176,41; Bearbeiter: Richter

lînhose swF. ‘Beinkleid aus Leinen, Leinenhose’ die selben gotes knehte / die truogen an ir schenkelen / lînhosen Tr 2642

MWB 3,3 1176,49; Bearbeiter: Richter

linie swF. stF. ( Rumelant (K) 1:5,9 ), auch linee, linige. 1 ‘Linie, Strich’
2 ‘Abstammungslinie’
   1 ‘Linie, Strich’ alz er [ der ainen zirkel macht ] den ersten punt geseczt, bestet der also, so wirt dy linie guet Eckh 3:414,17; ein punctel einer linien anegenge ist, unde ist doch niht ein linige MNat 4,11. 4,15; Rumelant (K) 1:5,2. 1:5,9. – übertr.: her umbe ist daz aleine ein gereht mensche, der alliu geschaffeniu dinc vernihtet hât und an einer glîchen linien âne allez ûzluogen in daz êwige wort gerihtet stât Eckh 1:273,2; ir sünd wissen, das ich der linien vnsers herren Ihesu Christi niemer ab ston wil! Katrei 346,7. 346,2; wizze daz Got mit nichte / under grebet das gerichte! / daz were gar unmugelich / daz der solde vergezzen sich / der da ist mit sicherheit / dy lynege [Richtschnur] der gerechtekeit Hiob 2654    2 ‘Abstammungslinie’ entsprozen von Eleasar / sint dize phaffen [Stammväter der Israeliten] alle gar, / di in dizer lineen sten / und vort also nider gen / unz hin zu Cristi zukunft HistAE 1047; Jesus Cristus der heilant, / der von Marien wart geborn, / [...], / di an kuniclicher vrucht / von Davites linien vloz Pass I/II (HSW) 407. 32890

MWB 3,3 1176,52; Bearbeiter: Richter

linienstrich stM. ‘Richtschnur, Orientierungslinie’ sie [die meister ] duchte ouch ie nutze wesen, / daz ieglich mensche uz solde lesen / zu siner liebe ez beste, / und hiengen daran veste, / daz were ein recht linienstrich Pass III 673,35

MWB 3,3 1177,11; Bearbeiter: Richter

liniere Subst. auch linger. ‘Lineal’ ja ist er [Heinrich I. von Niederbayern] gote unde al der werlde an tugenden gar gereht, / ane valsch unde ane wanc alsam ein liniere sleht FvSonnenburg 45,6; linea: linger VocOpt 23.024

MWB 3,3 1177,16; Bearbeiter: Richter

liniieren swV. ‘mit Linien versehen’ (hier als Part.Prät., von Fellzeichnung): do sint ouch vil giraffin di sint gar schone an czu seen, si han lange helse [...] und di corperige gelynygirt wys und rot MarcoPolo 70,19

MWB 3,3 1177,21; Bearbeiter: Richter

1lînîn Adj. auch lînen ( StatDtOrd 39,14; Elis 3207; HeslApk 10975 ). ‘leinen, aus Leinen’ (s.a. lînînerîn ): er gienc dâ snidære nâten / wît unt blanc lînîn gewant Wh 196,7; er het ein swartz linin gewant, / ander cleider waren im vremde Erz III 81,62; linin, wúllin, sidin cleit SHort 6656; in einem leinînen tuoch Barth 138,11; StatDtOrd 38,20; BdN 440,17; EvAug 246,4

MWB 3,3 1177,26; Bearbeiter: Richter