l – lâchen lâchen – laden laden – Lahrein lahs – lampartisch lampe – lanclëbic lanclîbe – lancwat lancwiric – lant|âht|acker lantâhte – lantgemeine lantgenôʒ – lantleite lantliut – lantreister lantrihtære – lantsidel lantsidel – lanttwingære lanturliuge – lantwîn lantwîp – larrûn larventier – lasterkleit lasterkôsen – lasterwunde lastkarre – Latrisëte latrôn – læʒic (?) læʒlich – lëbendic lëbendigen – lebezelte lëbezuht – 3lecken lëcken – lëder|gerwe lëderhosære – lëdic|sagunge lëdic|vrî – lëgerhort lëgerhuobe – lêhengëlt lêhenguot – lêhensrëhten lêhensteidinc – leidebërnde 1leiden – leienphrüende leienrëht – leissup leist – leiterboum leiteren – leitstap leitstërne – lemmelîn lemnisse – lenderieren lenderl – lenke lenken – lêrchenmunt lêre – lërnkint lërnknabe – lësemeister lësen – lettener letter – levîte lëwe – lëwinne leyô – lîch lîch – lîchphenninc lîchreste – 1liden 2liden – lîdunge lie – liegære liegærinne – liehticheit liehtkerze – liehtvaʒ liehtvlüʒʒic – liepsuochende liep|swinderinne – lîhenisse lîhkouf – lîhtsüeʒe lîhtunge – 2lîm (?) limbel – lindelîche 1linden – lînhose linie – lînsoc linster – lîpgedinge lîpgedingede – lippenlappen lippe|swër – listen lîsten – 2lit lit- – litze litze – liut- liutærinne – liutsælde liutsælic – löbelach lobelich – loc loch – lodewërc lœdingære – lônærinne lônbære – lônen
|
listwürkære
stM.
‘geschickter Handwerker, Künstler’
Vulkân / der wîsé, der mære, / der guote listwürkære Tr (BG)
4932;
duo hiez der kunic mære / sîne listwurchære / giezen ain sûl
êrîn Kchr
5532;
daz rîche besaz duo Nervâ, / der wart ain kunic mære. / zu im
kom ain listwurchære [Perilaos]
ebd.
5686.
5697.
5730;
Spec
133,35.
– übertr.:
ane disin dingin megit ir wol merchin, wie chreftic der
listwrchare ist, der iz alliz so schiere uerwandelot hat [d. i. der
Heilige Geist]
Spec
76,9.
–
oberster ~
für Gott als ‘Schöpfer’
saligiv mvter von der gabe des oberst listwurchær [
supernus
artifex
] die werlt mit hande bevahent des bvches vnder
arche bespart ist PsM
H 83,4
MWB 3,3 1204,60; Bearbeiter: Luxner
listwürke
swM.
‘geschickter Handwerker, Künstler’
Elam der kúnig riche / von Tire santim do zehant /
werchmeister wis irchant, / smide und listwúrchin vil RvEWchr
27737;
ûz dem geslehte von Câin / kam Lâmech und Jôbal / und der
listwürke Tôbal [vgl. Gn 4,22 malleator et
faber
]
RvEAlex
17042;
alsô mahte ez [das Trojanische
Pferd] Epius / der listwürke schiere KvWTroj
47991;
listwrchen [
artifices
] ob si im chloster
sint BrAdm
57;
RvEBarl
13016;
PsM
H 101,4
MWB 3,3 1205,10; Bearbeiter: Luxner
listwürkel
stM.
‘geschickter Handwerker, Künstler’
ist [...] daz
listwurchle [
artifices
] sint in dim
chlostre BrEng
57
MWB 3,3 1205,20; Bearbeiter: Luxner
1lit
stN.
auch lied
(
Herb
5593.
17442
), let
(
OvBaierl
11,6
);
Pl. auch lit, lid(d)e und lider
(unklar, ob Pl. die lide u.ä. auf mask. Genus hinweist, vgl.
aber
BMZ 1,977b,18ff.),
s. a.
gelit
.
1
‘Körperglied, -teil’ , i. d. R. des Menschen und meist nicht deutlich
erkennbar, auf welche Körperteile genau Bezug genommen wird; kann sich sowohl auf
die Gliedmaßen bzw. Extremitäten als auch die inneren Organe oder Sinnesorgane
beziehen; im Pl. kann auch der gesamte Körper gemeint sein 1.1 allg. 1.2 im rechtl. Kontext 1.3 in der Wendung von kindes ~
‘von Kindes Beinen’
2 bildl. und übertr. 2.1 die Christen als Glieder der Leibs Christi 2.2 in Anschluss an 2.1 dann auch ‘Anhänger, Angehöriger,
Mitglied’
2.3 in der Bezeichnung von Verwandten bzw. Verwandtschaftsgraden (vgl. ausführlich
SpdtL
84,5-85,5 ) 3 bei Pflanzen wohl ‘Stängel, Sprossachse’
4
‘(Bestand-)Teil, Einzelteil’
1
‘Körperglied, -teil’, i. d. R. des Menschen und meist nicht deutlich
erkennbar, auf welche Körperteile genau Bezug genommen wird; kann sich sowohl auf
die Gliedmaßen bzw. Extremitäten als auch die inneren Organe oder Sinnesorgane
beziehen; im Pl. kann auch der gesamte Körper gemeint sein
1.1
allg.:
dei lider duvͦch [wusch] der
heilant an sinen iungern Spec
52,20;
er truoc harnasch ob al den liden Wh
317,17;
cynocephalos, die habent hundeshaupt und scharpf krumm
negel an den lidern [an Händen und Füßen]
BdN
490,7;
swas gesuchtes in den liden wandert Macer
4,13;
daz houbit ist daz hoeste. vnde daz beste vnder allin
liden di der lip hat SalArz
26,30;
daz holz aloe [...] creftitigit
alle inner lit ebd.
22,22
u. ö.;
KvWHvK
731;
Tr
12780;
Barth
138,33;
Gen
193;
ich gæbe ê doch zewâre / durch bœser liute vâre / ein mîn
lit [Finger] von mîner hant Tr
14743;
vmbe eine wunde so slehet man ap die hant vnd vmbe einen tothslach den
hals, of die wunde ist nagels tief vnd liedes
[Fingergliedes] lanc UrkCorp (WMU)
51,17.
– in Umschreibungen für das Geschlechtsteil:
diu schemelîchen lit, / dâ man hie begêt mit / huorlîche unsûberkeit
Tund
905;
diu süenebæren lide Parz
193,12.
112,27.
– übertr.:
mîner vrouwen êre / diust an allen liden lam Neidh
WL 28:5,2.
– im Gleichnis:
div schal [der Nuss]
bezeichent div lider unsers herren Spec
13,31.
– umschreibend:
von dem herzogen Gotfride, / der von getriuwes herzen
lide / was unser beider friunt erkant KvWSchwanr
460;
in des halses lide SpdtL
84,7.
– bei Tieren:
sô sol er nimer brôtes ezen, wan sô lanch sô eines
huones lit ist Barth
154,1.
154,27;
mit zwis golde undir sceidin / an lidin unde an
uedirin [war der Adler auf dem Schild]
Athis
B 33;
Tr
2945.
3050.
3179.
– vereinzelt auch ‘Gelenk’
im tuot diu zeswiu hant vil wê: / sîn dûme ist im ûz dem lide sîn
UvLFrd
487,17
1.2
im rechtl. Kontext:
wirt ein man wunt in ein lit, unde wirt im daz vergolten
vor gerihte SSpAug
205,4;
swer ẃnt wirt vnde doch daz lebin behaltit, aber er wirt eines lides
vngewaltig, der an dirre getâht schuldig ist, der hat die hant verlôrn
UrkCorp (WMU)
1653,20.
– im Rahmen des Talionsprinzips:
wirt aber di wunde lemik und wirt daran begriffen, so
gehoeret niht derzu wan lid wider lid als an dem buche
stat [vgl. Art. XLIX § 2]
StRAugsb
236,28;
UrkCorp (WMU)
475A,31
1.3
in der Wendung von kindes ~
‘von Kindes Beinen’
diu hovewîse ist herte / den die ir von kindes lit / habent niht gevolget
mit Helmbr
245
2
bildl. und übertr.
2.1
die Christen als Glieder der Leibs Christi:
der heilige Krist ist unsir hoͮbet, wir birn siniv lider
Spec
52,19.
54,2.
118,26;
wan wir ein geist vnd ein lip svln sin in vnserm herren
Ihesv Cristo, der vnser hovpt ist vnd wir christen siniv lider
DvAPatern
194;
PrOberalt
147,35
2.2
in Anschluss an 2.1 dann auch ‘Anhänger, Angehöriger,
Mitglied’
– Gottes, Christi, der Christenheit:
daz si mitten under in sâhen / in menschlîcher persône
/ unsern herren, der si schône / gruozte und trôste sîne lide
KvHeimHinv
469;
so bezaichent daz wazzer die hiligen tauffe in der
die menschen erreint sint, daz si got gezæm sint, das si siniu lit sint
PrOberalt
79,31;
HeslApk
10810.
– des Teufels:
so der tiufel unde siniu lit / also gare werdent
verniht Vateruns
91;
wels sint sine [des
Teufels] lider? Lucid
130,5;
von des tiufels liden PrOberalt
114,10;
KvHeimHinv
288;
HeslApk
2701.
– einer Gemeinschaft, eines Ordens:
wen der meister von Nîflande ist ein der grôsten
lider unsers ordens StatDtOrd
91,22
2.3
in der Bezeichnung von Verwandten bzw. Verwandtschaftsgraden (vgl. ausführlich
SpdtL
84,5-85,5):
nu merket auch wâ diu sippe beginne unde wâ si ende neme.
in dem haubte ist bescheiden man unde wîp [...]. in des
halses lide diu kint [...] ungezweiter brüeder kint diu
stânt an dem lide der schultern SpdtL
84,7;
er was von vrîen liden komen KlageB
1393;
RbGörlitz
123
3
bei Pflanzen wohl ‘Stängel, Sprossachse’
nim einen halm unde brenne die wercen mit des halms lide
Barth
149,14.
149,26;
nichein man en mûz die sât treten durch jagn noch durch heczen, sint der zcît
daz daz korn lide hât SSp (W)
2:61,5
4
‘(Bestand-)Teil, Einzelteil’
der mich zv einzeln liden / al zv sniten hete
Herb
13344;
nu bin ich an der künste liden / so meisterliche niht bereit
KvWGS
10;
nû ‘stant in der porte’. swer dâ stât, des lide sint geordent
Eckh
1:313,1.
– Glied einer Kette:
si kniete vor ir herren da / und kuste siner boien
[Ketten] lit Pass III
462,47.
–
des gelouben ~
:
sin einvaldige lere, / die uf des gelouben lit / wendet iren rechten trit
Pass III
473,63;
daz er [...] den lobelichen trit / zu mir in des
gelouben lit / mit rechten witzen kere ebd.
632,76.
– in der Wendung über diu ~ gân wohl i. S. v. ‘etwas kann
nicht im Einzelnen, genau gewusst werden’ (vgl. Anm. und
Glr.z.St.):
alleine ez gienge uber die lit Pass I/II
(HSW)
4399
MWB 3,3 1205,23; Bearbeiter: Luxner
2lit
stN.
auch liet ( Lanc ).
‘Deckel’
von der kafftzen [Gefäß; hier der Gral] nam sie das
litt / vnd stalte es vf die tauel dar Krone
29426;
aller missewende vrî / was der napf und daz lit Flore (P)
1579;
mit sînen handen nam er abe / sâ daz lit von dem grabe LBarl
16518;
Lanc
213,31;
UrkCorp (WMU)
51,31.
–
‘Augenlid’
[er] weinte daz die lider / wurden von zeren gevar / mit
sinen oug epfeln clar / sam ein vleisch von blute rot Daniel
3856
MWB 3,3 1206,63; Bearbeiter: Luxner
lit-
s.a. lide-
MWB 3,3 1207,9;
lît
stNM.
‘Obstwein, Most’ (vgl. Schultz, Höf. Leben 1,403 und 2RGA
21,523-526):
des enmoht er nv ditz leit / auz dem kopf [Becher]
niht getrinchen Krone
1941.
1950.
7331;
hie ist semele unde lît Kchr
11615;
er hiz daz luit zu gan, / vullin eini cisternam / meddis undi
winis, / dis allir bezzistin lidis LobSal
70;
Hochz
317.
– im Gleichnis:
selbe er in schinket / den allirbezisten lit / daz ist der ewige lib
[das ewige Leben] , / des iemer enbizze / njeman ne
mac wizzen Glaub
3104
MWB 3,3 1207,10; Bearbeiter: Luxner
lîte
swF.
‘(Ab-)Hang, Halde, Leite’ (vgl. WMU 2,1146; DRW 8,1205f. s.v.
3Leite):
ich mocht an manger stat nit ritten. / ich erbaitzt do an den liten / und nam
min pferit an min hant / und zoch ez durch dez staines want MinneR
476
12;
ein Bêheim wert, / Otacker, der des rîches erbe noch sol wîten, / ob ers gert,
/ sîn wirt eben berc unt tal unt alle lîten Sigeher
18,14;
so wold er mit Pompeio / kumen und wider ienen io / menlich zu velde striten /
uf bergen und in liten HistAE
5548;
tal unde liten, / daz was allez vol Rab
473,1;
do der herre Noę uirstuͦnt / daz dev archa gestuͦnt / do sande
er an di liten [gemeint wohl die bereits hervorscheinenden Berge; vgl.
Gn 8,5] / ein uogel der heizet rappe VMos
13,4;
Dietr
8460;
ErnstB
886;
Krone
19897;
den túrn vnder Reysperch [...] mit samt dem
weíngarten, der do vnder leit, vnd den zwain leiten neben des weíngartens, der
aínev get vͤntz an den weg, div ander vͤntz an daz ceilach UrkCorp
(WMU)
2204,29;
UrkHeil
2,207
(a. 1349);
were oͮch, daz die vroner [...] aneinander iht
hettend zuͦ sprechende von dirre berge wegen, da svͤllent sie reht vmbe nemmen vor
vns oder vnsern voͤgeten vf der leiti vf den selben bergen vnd niene ansderswa
UrkFreiburgGr
12,371
(a. 1322),
vgl. Anm.z.St.; s.a. bergm.
leite
stswF. 1.2.
– hier wohl i. S. v. ‘Tal’ (vgl. Glr.z.St.):
sin wec im in den ziten / geburte in einer liten / da ein michel wazzer vloz
[vgl. gebürn 2
]
Pass III
184,49.
– für den Weg über eine lîte (vgl. Glr.z.St.):
hievon er balde neigete / sich durch den pusch besiten, / wand er die rechten
liten / nicht entorste wandern Pass III
347,28.
– umschreibend für die Hüfte:
und was der roc dâ mite / dâ engegene, dâ die sîten / sinkent
ûf ir lîten, / gefranzet unde genget Tr
10904.
– übertr. des gelückes ~
:
die viende [...] / die er
[Gott] in den geziten / von des geluckes liten /
genzlich warf besiten / in den sumpf vil witen Pass III
393,79
MWB 3,3 1207,20; Bearbeiter: Luxner
lîteigenstiure
stF.
Steuer aus der Produktion oder dem Ausschank von (Obst-)Wein,
‘(Obst-)Weinsteuer’
die wineigen [Weingüter] suln geben ze meien
sibenzehen vnze heller ze lideigensture UrkCorp (WMU)
29,1
MWB 3,3 1207,58; Bearbeiter: Luxner
lîtgëbære
stM.
‘Wirt, Schankwirt’
daz der vorgenant probst, [...], ewicleichen an dem
alten markcht haben mag und auch sol durch recht ainen leitgeber,
[...] der im seinen wein schenkchet, oder andern wein
den im der probst erlawt ze schenken UrkBaumb
232
(a. 1342);
StRMeran
429
MWB 3,3 1207,63; Bearbeiter: Luxner
lîtgëbe
swM.
auch leutkob (
StRPrag
154
), leikebe (
RbrfKlag
222
).
‘Wirt, Schankwirt’
tabernarius: litgebe Gl
3:357,18;
er geit dem leitgeben dicke viere / zu dem wine oder zu dem biere
Jüngl
509;
und der leitgeb, der trinckgelt behaben wil, der schol ein getreuer man sein,
der sich wohl behalten hab und dem man pilleich schol geleuben
StRBrünn
393.
360;
Macc
8643;
RbrfKlag
222;
StRAugsb
7,38
u. ö.;
StRMünch
192,2
u. ö.
MWB 3,3 1208,6; Bearbeiter: Luxner
lîtgëbe
swF.
‘Wirtin, Schankwirtin’
nu sult ir merchen da bi, / waz den beiden vil glich si /
––dem gaste und der litgeben StrKD
136,109;
ein gast chom zeinem [La.
zeiner
] litgeben ebd.
136,1.
– hier wohl irrtümlich Fem. (vgl. Anm.z.St.):
do gie er zu einer litgeben StrKD
53,37
MWB 3,3 1208,15; Bearbeiter: Luxner
lîtgëbehûs
stN.
‘Wirtshaus, Schenke’
kumpt [der Gast] des andern tages,
[...] hinwider in daz selbe leitgebhûs unde giltet dem
leitgeber sîn gelt mit pfennigen oder pfanten StRMeran
429
MWB 3,3 1208,21; Bearbeiter: Luxner
lîtgëbinne
stF.
auch leikebinn ( RbRupr ).
‘Wirtin, Schankwirtin’
vil süeziu lîtgebinne, / ir sult füllen uns den maser [Becher aus
Maserholz] ! Helmbr
1002;
gebt her [den Wein] ! daz ir sælic sît, / liebiu
lîtgebinne! Helbl
1,349.
1,337;
alle di leykeben, di in der stat sint gesezzen, oder leikebinn, di sullen
allen ir gantzeu mazz haben nâch der âmer mazze, di der stat gesworen habent
RbRupr
152;
StrKD
136,28.
136,131
MWB 3,3 1208,25; Bearbeiter: Luxner
lîthiusære
stM.
‘Wirt, Schankwirt’
qui dicuntur portatores vini vel leithauser UrkBabenb
2:41,25
(a. 1221-30);
pist du ein êprecher oder ein leythawser DRW
8,1216
(Schmeller²; 13. Jh.);
StRBrünn
354
MWB 3,3 1208,34; Bearbeiter: Luxner
lîthûs
stN.
‘Wirtshaus, Schenke’
welch edel kneht daz leithus minnet / und der bosen hulde da gewinnet, / der
hat dar umb der werden haz Jüngl
453;
jch sol weder spiln noch in dehain leithaus gen UrkCorp (WMU)
2363,3;
von der taberna daz quitt. vonme lithus ein halp fvder winis
UrbBayÄ
667,d;
swer den trinken wil in dem leithûse StRMeran
428;
BuchdRügen
779;
Dalimil (B)
44,23;
Helbl
1,309;
StiftZwettl
673;
Erz III
36,31.
– spez. Gasthaus, in das man sich zum Einlager begibt (s. 2HRG
1,1298f.):
so hant si [die Gläubiger] gewalt der bürgen zwene
ze nemen [...] und sulen sich die antwurten hie ze Augspurg
in ein lithus und sullen laisten in rehter geselschaffte und sulen nimmer auskomen,
untz ich in verrihte, darumme sie gemant haben UrkAugsb
1,74
(a. 1285);
vnd svͤlen die nach der manvnge inre viertzehen tagen in der stat ze Werde in
ain lithvs varn vnd suͤlen laisten ane geværde in rehter giselscheffte
UrkCorp (WMU)
2946,2.
806,22
MWB 3,3 1208,39; Bearbeiter: Luxner
lîthûsgên
stN.
subst. Inf.
‘Wirtshausbesuch’
leithaus gen ist manger slahte Jüngl
475
MWB 3,3 1208,59; Bearbeiter: Luxner
lîtkouf
stM.
auch lî-, lei-, lein- (
Brun
6226
) und
liet-
(
UrkDiessen
84
).
zur Sicherung der Vertragserfüllung zu erbringende Handlung bei Vertragsabschluss,
‘Leitkauf’ (zur Sache vgl. 2HRG 3,836f.).
1 vom Käufer an den Verkäufer über den Kaufbetrag hinausgehende Zahlungsleistung in Form von Geld oder Naturalien 2 der Gelöbnistrunk, der von allen Parteien und Zeugen bei Vertragsabschluss getrunken wird
1
vom Käufer an den Verkäufer über den Kaufbetrag hinausgehende Zahlungsleistung in
Form von Geld oder Naturalien:
hat mir min vorgnanter herr dar vmb geben zwai hundert pfunt vnd vier pfunt
Pazzawer pfenning vnd ein halbes fuder wines ze leichovf UrkEnns
4,443
(a. 1303);
dem conuent daselben ze chavfen han gegeben mein drittail der vogtai auf dem
hof ze Engelwoltzstorf, [...], vmb siben phvnt Regenspvrger
phenning vnd vmb den leitchaͤvf, der mir auch gevallen ist UrkStVeit
42
(a. 1323);
daz pfert er im ze lîtkouf bôt EnikWchr
25948;
UrkHeil
2,199
(a. 1346);
StiftZwettl
448;
UrkDiessen
84
(a. 1262-75).
– für den gesamten mit einem lîtkouf abgeschlossenen
Kauf:
wir wellen ouch, daz dehein burger durch leichouf noch durch deheinen
bosen list mit deheinem gast choufen noch verchoufen sulle, da den vorgenanten
choufluten ir reht mit zebrochen werde DRW
8,1220
(Tomaschek,Wien; a. 1312)
2
der Gelöbnistrunk, der von allen Parteien und Zeugen bei Vertragsabschluss
getrunken wird:
swelcher chauf mit leichauff gestaett wirt, der sol chraft
haben StRMünch
318,24;
swelch man sinen koufschatz wil bezugen nach der stat recht, der muz haben
sine likouflute, di den licouf getrunken haben StRFreiberg
95,25;
StRAugsb
204,7;
StRNordh
1,39.
– übertr.:
ich gebe mich in din [Satans]
geleite / und vorzie mich der drivaldekeite / und dar zu der kristenlichen
toufe. / ditz was ir zweier leinkoufe Brun
6226
MWB 3,3 1208,61; Bearbeiter: Luxner
lîtkoufære
stM.
Unterkäufer/-händler, dessen Zeugnis in Kaufsachen ungültig ist (vgl. DRW 8,1221
und Schmeller, BWB 1,1537):
wir setzen auch, daz dhain gast gen einem purger, noch dhain purger auf einen
gast icht muͤg erzeugen mit den, die da haizzent leitchaufer, er hab denn mit den
selben ander erber gezeugen UrkBabenb
2:293,2
(a. 1244).
2:299,5
(a. 1244).
1:117,37
(a. 1192)
MWB 3,3 1209,32; Bearbeiter: Luxner
lîtkoufliute
stM. (Pl.)
Zeugen, die bei einem Kauf herangezogen werden und dem →
lîtkouf
2 beiwohnen:
swelch man sinen koufschatz wil bezugen nach der stat recht, der muz haben
sine likouflute, di den licouf getrunken haben StRFreiberg
95,25;
testes honestos, dictos in wlgari leykaufleut SchöffIglau
85.
151;
StRPrag
47
MWB 3,3 1209,40; Bearbeiter: Luxner
lîtkoufman
stM.
Zeuge, der bei einem Kauf herangezogen wird und dem →
lîtkouf
2 beiwohnt:
her wert seyn leyp und seyn gut pas, danne man yn ichtes vberczugen mog, mit
eynem leytkawfman oder mit eynem totpetman oder mit eynem heyratman oder mit eynem
ratman SchöffIglau
63
MWB 3,3 1209,47; Bearbeiter: Luxner
litlôn
stMN.
auch lide-.
an eine in abhängigem Arbeitsverhältnis stehende Person ausgezahlter Lohn,
‘Dienst-, Arbeits-, Gesindelohn’ (z. Sache und Wortherkunft vgl.
2HRG 3,979-981, DRW 8,1298-1303 sowie DWB 6,994):
blibet ein man lon schuldic sime gemietten boten, iz si knecht oder mait, unde
wil im des nicht gelden, daz heizet lidelon, wil der bote daz vorderen unde
behalden, so muz he klagen also StRFreiberg
256,21;
wer czu chlagen hat auf den andern um hofczins und um lidlon oder um
trinckgelt StRBrünn
393;
StRBern
1/2:98,21
MWB 3,3 1209,53; Bearbeiter: Luxner
litnagel
stM.
‘Fingernagel’
onichina in kriechisch haizet lidnagel [La.
glidnagel
]
BdN
454,7
MWB 3,3 1210,1; Bearbeiter: Luxner
lit|scherten
swV.
‘jmdn. an den Gliedern verletzen, verstümmeln’ (vgl.
lideschart
und
lideschertic
):
ist daz ainer den andern wunt, und daz er gesunt wiert an den wunden und nicht
glischert wiert StRBrünn
346.
– als Part.-Adj. in gelitscherte wunde
‘eine durch Verstümmelung hervorgerufene Wunde’ (anders FWB 6,755 s.v.
geliedschert):
von gelitschert wunden. ist daz ainer dem andern ein vinger abslecht oder wunt
oder waz gelicze [Glieder] er vorwunt, daz glitschert
wunten haist StRBrünn
345
MWB 3,3 1210,3; Bearbeiter: Luxner
lit|schertwunde
swstF.
Wunde, die mit Verstümmelung, dem Verlust von Körperteilen einhergeht:
ist daz ainer den andern wunt, und daz er gesunt wiert an den wunden und nicht
glischert wiert [
si quis aliquem vulneraverit ita, quod vulneratus
convalescat sine detrimento membrorum, id est
lidtschertwunden
]
StRBrünn
346
MWB 3,3 1210,14; Bearbeiter: Luxner |