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ABCDEF s.VGHIJKL
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l – lâchen
lâchen – laden
laden – Lahrein
lahs – lampartisch
lampe – lanclëbic
lanclîbe – lancwat
lancwiric – lant|âht|acker
lantâhte – lantgemeine
lantgenôʒ – lantleite
lantliut – lantreister
lantrihtære – lantsidel
lantsidel – lanttwingære
lanturliuge – lantwîn
lantwîp – larrûn
larventier – lasterkleit
lasterkôsen – lasterwunde
lastkarre – Latrisëte
latrôn – læʒic (?)
læʒlich – lëbendic
lëbendigen – lebezelte
lëbezuht – 3lecken
lëcken – lëder|gerwe
lëderhosære – lëdic|sagunge
lëdic|vrî – lëgerhort
lëgerhuobe – lêhengëlt
lêhenguot – lêhensrëhten
lêhensteidinc – leidebërnde
1leiden – leienphrüende
leienrëht – leissup
leist – leiterboum
leiteren – leitstap
leitstërne – lemmelîn
lemnisse – lenderieren
lenderl – lenke
lenken – lêrchenmunt
lêre – lërnkint
lërnknabe – lësemeister
lësen – lettener
letter – levîte
lëwe – lëwinne
leyô – lîch
lîch – lîchphenninc
lîchreste – 1liden
2liden – lîdunge
lie – liegære
liegærinne – liehticheit
liehtkerze – liehtvaʒ
liehtvlüʒʒic – liepsuochende
liep|swinderinne – lîhenisse
lîhkouf – lîhtsüeʒe
lîhtunge – 2lîm (?)
limbel – lindelîche
1linden – lînhose
linie – lînsoc
linster – lîpgedinge
lîpgedingede – lippenlappen
lippe|swër – listen
lîsten – 2lit
lit- – litze
litze – liut-
liutærinne – liutsælde
liutsælic – löbelach
lobelich – loc
loch – lodewërc
lœdingære – lônærinne
lônbære – lônen

   listwürkære - lit|schertwunde    


listwürkære stM. ‘geschickter Handwerker, Künstler’ Vulkân / der wîsé, der mære, / der guote listwürkære Tr (BG) 4932; duo hiez der kunic mære / sîne listwurchære / giezen ain sûl êrîn Kchr 5532; daz rîche besaz duo Nervâ, / der wart ain kunic mære. / zu im kom ain listwurchære [Perilaos] ebd. 5686. 5697. 5730; Spec 133,35. – übertr.: ane disin dingin megit ir wol merchin, wie chreftic der listwrchare ist, der iz alliz so schiere uerwandelot hat [d. i. der Heilige Geist] Spec 76,9. oberster ~ für Gott als ‘Schöpfer’ saligiv mvter von der gabe des oberst listwurchær [ supernus artifex ] die werlt mit hande bevahent des bvches vnder arche bespart ist PsM H 83,4

MWB 3,3 1204,60; Bearbeiter: Luxner

listwürke swM. ‘geschickter Handwerker, Künstler’ Elam der kúnig riche / von Tire santim do zehant / werchmeister wis irchant, / smide und listwúrchin vil RvEWchr 27737; ûz dem geslehte von Câin / kam Lâmech und Jôbal / und der listwürke Tôbal [vgl. Gn 4,22 malleator et faber ] RvEAlex 17042; alsô mahte ez [das Trojanische Pferd] Epius / der listwürke schiere KvWTroj 47991; listwrchen [ artifices ] ob si im chloster sint BrAdm 57; RvEBarl 13016; PsM H 101,4

MWB 3,3 1205,10; Bearbeiter: Luxner

listwürkel stM. ‘geschickter Handwerker, Künstler’ ist [...] daz listwurchle [ artifices ] sint in dim chlostre BrEng 57

MWB 3,3 1205,20; Bearbeiter: Luxner

1lit stN. auch lied ( Herb 5593. 17442 ), let ( OvBaierl 11,6 ); Pl. auch lit, lid(d)e und lider (unklar, ob Pl. die lide u.ä. auf mask. Genus hinweist, vgl. aber BMZ 1,977b,18ff.), s. a. gelit . 1 ‘Körperglied, -teil’ , i. d. R. des Menschen und meist nicht deutlich erkennbar, auf welche Körperteile genau Bezug genommen wird; kann sich sowohl auf die Gliedmaßen bzw. Extremitäten als auch die inneren Organe oder Sinnesorgane beziehen; im Pl. kann auch der gesamte Körper gemeint sein
1.1 allg.
1.2 im rechtl. Kontext
1.3 in der Wendung von kindes ~ ‘von Kindes Beinen’
2 bildl. und übertr.
2.1 die Christen als Glieder der Leibs Christi
2.2 in Anschluss an 2.1 dann auch ‘Anhänger, Angehöriger, Mitglied’
2.3 in der Bezeichnung von Verwandten bzw. Verwandtschaftsgraden (vgl. ausführlich SpdtL 84,5-85,5 )
3 bei Pflanzen wohl ‘Stängel, Sprossachse’
4 ‘(Bestand-)Teil, Einzelteil’
   1 ‘Körperglied, -teil’, i. d. R. des Menschen und meist nicht deutlich erkennbar, auf welche Körperteile genau Bezug genommen wird; kann sich sowohl auf die Gliedmaßen bzw. Extremitäten als auch die inneren Organe oder Sinnesorgane beziehen; im Pl. kann auch der gesamte Körper gemeint sein    1.1 allg.: dei lider duvͦch [wusch] der heilant an sinen iungern Spec 52,20; er truoc harnasch ob al den liden Wh 317,17; cynocephalos, die habent hundeshaupt und scharpf krumm negel an den lidern [an Händen und Füßen] BdN 490,7; swas gesuchtes in den liden wandert Macer 4,13; daz houbit ist daz hoeste. vnde daz beste vnder allin liden di der lip hat SalArz 26,30; daz holz aloe [...] creftitigit alle inner lit ebd. 22,22 u. ö.; KvWHvK 731; Tr 12780; Barth 138,33; Gen 193; ich gæbe ê doch zewâre / durch bœser liute vâre / ein mîn lit [Finger] von mîner hant Tr 14743; vmbe eine wunde so slehet man ap die hant vnd vmbe einen tothslach den hals, of die wunde ist nagels tief vnd liedes [Fingergliedes] lanc UrkCorp (WMU) 51,17. – in Umschreibungen für das Geschlechtsteil: diu schemelîchen lit, / dâ man hie begêt mit / huorlîche unsûberkeit Tund 905; diu süenebæren lide Parz 193,12. 112,27. – übertr.: mîner vrouwen êre / diust an allen liden lam Neidh WL 28:5,2. – im Gleichnis: div schal [der Nuss] bezeichent div lider unsers herren Spec 13,31. – umschreibend: von dem herzogen Gotfride, / der von getriuwes herzen lide / was unser beider friunt erkant KvWSchwanr 460; in des halses lide SpdtL 84,7. – bei Tieren: sô sol er nimer brôtes ezen, wan sô lanch sô eines huones lit ist Barth 154,1. 154,27; mit zwis golde undir sceidin / an lidin unde an uedirin [war der Adler auf dem Schild] Athis B 33; Tr 2945. 3050. 3179. – vereinzelt auch ‘Gelenk’ im tuot diu zeswiu hant vil wê: / sîn dûme ist im ûz dem lide sîn UvLFrd 487,17    1.2 im rechtl. Kontext: wirt ein man wunt in ein lit, unde wirt im daz vergolten vor gerihte SSpAug 205,4; swer ẃnt wirt vnde doch daz lebin behaltit, aber er wirt eines lides vngewaltig, der an dirre getâht schuldig ist, der hat die hant verlôrn UrkCorp (WMU) 1653,20. – im Rahmen des Talionsprinzips: wirt aber di wunde lemik und wirt daran begriffen, so gehoeret niht derzu wan lid wider lid als an dem buche stat [vgl. Art. XLIX § 2] StRAugsb 236,28; UrkCorp (WMU) 475A,31    1.3 in der Wendung von kindes ~ ‘von Kindes Beinen’ diu hovewîse ist herte / den die ir von kindes lit / habent niht gevolget mit Helmbr 245    2 bildl. und übertr.    2.1 die Christen als Glieder der Leibs Christi: der heilige Krist ist unsir hoͮbet, wir birn siniv lider Spec 52,19. 54,2. 118,26; wan wir ein geist vnd ein lip svln sin in vnserm herren Ihesv Cristo, der vnser hovpt ist vnd wir christen siniv lider DvAPatern 194; PrOberalt 147,35    2.2 in Anschluss an 2.1 dann auch ‘Anhänger, Angehöriger, Mitglied’ – Gottes, Christi, der Christenheit: daz si mitten under in sâhen / in menschlîcher persône / unsern herren, der si schône / gruozte und trôste sîne lide KvHeimHinv 469; so bezaichent daz wazzer die hiligen tauffe in der die menschen erreint sint, daz si got gezæm sint, das si siniu lit sint PrOberalt 79,31; HeslApk 10810. – des Teufels: so der tiufel unde siniu lit / also gare werdent verniht Vateruns 91; wels sint sine [des Teufels] lider? Lucid 130,5; von des tiufels liden PrOberalt 114,10; KvHeimHinv 288; HeslApk 2701. – einer Gemeinschaft, eines Ordens: wen der meister von Nîflande ist ein der grôsten lider unsers ordens StatDtOrd 91,22    2.3 in der Bezeichnung von Verwandten bzw. Verwandtschaftsgraden (vgl. ausführlich SpdtL 84,5-85,5): nu merket auch wâ diu sippe beginne unde wâ si ende neme. in dem haubte ist bescheiden man unde wîp [...]. in des halses lide diu kint [...] ungezweiter brüeder kint diu stânt an dem lide der schultern SpdtL 84,7; er was von vrîen liden komen KlageB 1393; RbGörlitz 123    3 bei Pflanzen wohl ‘Stängel, Sprossachse’ nim einen halm unde brenne die wercen mit des halms lide Barth 149,14. 149,26; nichein man en mûz die sât treten durch jagn noch durch heczen, sint der zcît daz daz korn lide hât SSp (W) 2:61,5    4 ‘(Bestand-)Teil, Einzelteil’ der mich zv einzeln liden / al zv sniten hete Herb 13344; nu bin ich an der künste liden / so meisterliche niht bereit KvWGS 10; nû ‘stant in der porte’. swer dâ stât, des lide sint geordent Eckh 1:313,1. – Glied einer Kette: si kniete vor ir herren da / und kuste siner boien [Ketten] lit Pass III 462,47. des gelouben ~ : sin einvaldige lere, / die uf des gelouben lit / wendet iren rechten trit Pass III 473,63; daz er [...] den lobelichen trit / zu mir in des gelouben lit / mit rechten witzen kere ebd. 632,76. – in der Wendung über diu ~ gân wohl i. S. v. ‘etwas kann nicht im Einzelnen, genau gewusst werden’ (vgl. Anm. und Glr.z.St.): alleine ez gienge uber die lit Pass I/II (HSW) 4399

MWB 3,3 1205,23; Bearbeiter: Luxner

2lit stN. auch liet ( Lanc ). ‘Deckel’ von der kafftzen [Gefäß; hier der Gral] nam sie das litt / vnd stalte es vf die tauel dar Krone 29426; aller missewende vrî / was der napf und daz lit Flore (P) 1579; mit sînen handen nam er abe / sâ daz lit von dem grabe LBarl 16518; Lanc 213,31; UrkCorp (WMU) 51,31. – ‘Augenlid’ [er] weinte daz die lider / wurden von zeren gevar / mit sinen oug epfeln clar / sam ein vleisch von blute rot Daniel 3856

MWB 3,3 1206,63; Bearbeiter: Luxner

lit- s.a. lide-

MWB 3,3 1207,9;

lît stNM. ‘Obstwein, Most’ (vgl. Schultz, Höf. Leben 1,403 und 2RGA 21,523-526): des enmoht er nv ditz leit / auz dem kopf [Becher] niht getrinchen Krone 1941. 1950. 7331; hie ist semele unde lît Kchr 11615; er hiz daz luit zu gan, / vullin eini cisternam / meddis undi winis, / dis allir bezzistin lidis LobSal 70; Hochz 317. – im Gleichnis: selbe er in schinket / den allirbezisten lit / daz ist der ewige lib [das ewige Leben] , / des iemer enbizze / njeman ne mac wizzen Glaub 3104

MWB 3,3 1207,10; Bearbeiter: Luxner

lîte swF. ‘(Ab-)Hang, Halde, Leite’ (vgl. WMU 2,1146; DRW 8,1205f. s.v. 3Leite): ich mocht an manger stat nit ritten. / ich erbaitzt do an den liten / und nam min pferit an min hant / und zoch ez durch dez staines want MinneR 476 12; ein Bêheim wert, / Otacker, der des rîches erbe noch sol wîten, / ob ers gert, / sîn wirt eben berc unt tal unt alle lîten Sigeher 18,14; so wold er mit Pompeio / kumen und wider ienen io / menlich zu velde striten / uf bergen und in liten HistAE 5548; tal unde liten, / daz was allez vol Rab 473,1; do der herre Noę uirstuͦnt / daz dev archa gestuͦnt / do sande er an di liten [gemeint wohl die bereits hervorscheinenden Berge; vgl. Gn 8,5] / ein uogel der heizet rappe VMos 13,4; Dietr 8460; ErnstB 886; Krone 19897; den túrn vnder Reysperch [...] mit samt dem weíngarten, der do vnder leit, vnd den zwain leiten neben des weíngartens, der aínev get vͤntz an den weg, div ander vͤntz an daz ceilach UrkCorp (WMU) 2204,29; UrkHeil 2,207 (a. 1349); were oͮch, daz die vroner [...] aneinander iht hettend zuͦ sprechende von dirre berge wegen, da svͤllent sie reht vmbe nemmen vor vns oder vnsern voͤgeten vf der leiti vf den selben bergen vnd niene ansderswa UrkFreiburgGr 12,371 (a. 1322), vgl. Anm.z.St.; s.a. bergm. leite stswF. 1.2. – hier wohl i. S. v. ‘Tal’ (vgl. Glr.z.St.): sin wec im in den ziten / geburte in einer liten / da ein michel wazzer vloz [vgl. gebürn 2 ] Pass III 184,49. – für den Weg über eine lîte (vgl. Glr.z.St.): hievon er balde neigete / sich durch den pusch besiten, / wand er die rechten liten / nicht entorste wandern Pass III 347,28. – umschreibend für die Hüfte: und was der roc dâ mite / dâ engegene, dâ die sîten / sinkent ûf ir lîten, / gefranzet unde genget Tr 10904. – übertr. des gelückes ~ : die viende [...] / die er [Gott] in den geziten / von des geluckes liten / genzlich warf besiten / in den sumpf vil witen Pass III 393,79

MWB 3,3 1207,20; Bearbeiter: Luxner

lîteigenstiure stF. Steuer aus der Produktion oder dem Ausschank von (Obst-)Wein, ‘(Obst-)Weinsteuer’ die wineigen [Weingüter] suln geben ze meien sibenzehen vnze heller ze lideigensture UrkCorp (WMU) 29,1

MWB 3,3 1207,58; Bearbeiter: Luxner

lîtgëbære stM. ‘Wirt, Schankwirt’ daz der vorgenant probst, [...], ewicleichen an dem alten markcht haben mag und auch sol durch recht ainen leitgeber, [...] der im seinen wein schenkchet, oder andern wein den im der probst erlawt ze schenken UrkBaumb 232 (a. 1342); StRMeran 429

MWB 3,3 1207,63; Bearbeiter: Luxner

lîtgëbe swM. auch leutkob ( StRPrag 154 ), leikebe ( RbrfKlag 222 ). ‘Wirt, Schankwirt’ tabernarius: litgebe Gl 3:357,18; er geit dem leitgeben dicke viere / zu dem wine oder zu dem biere Jüngl 509; und der leitgeb, der trinckgelt behaben wil, der schol ein getreuer man sein, der sich wohl behalten hab und dem man pilleich schol geleuben StRBrünn 393. 360; Macc 8643; RbrfKlag 222; StRAugsb 7,38 u. ö.; StRMünch 192,2 u. ö.

MWB 3,3 1208,6; Bearbeiter: Luxner

lîtgëbe swF. ‘Wirtin, Schankwirtin’ nu sult ir merchen da bi, / waz den beiden vil glich si / ––dem gaste und der litgeben StrKD 136,109; ein gast chom zeinem [La. zeiner ] litgeben ebd. 136,1. – hier wohl irrtümlich Fem. (vgl. Anm.z.St.): do gie er zu einer litgeben StrKD 53,37

MWB 3,3 1208,15; Bearbeiter: Luxner

lîtgëbehûs stN. ‘Wirtshaus, Schenke’ kumpt [der Gast] des andern tages, [...] hinwider in daz selbe leitgebhûs unde giltet dem leitgeber sîn gelt mit pfennigen oder pfanten StRMeran 429

MWB 3,3 1208,21; Bearbeiter: Luxner

lîtgëbinne stF. auch leikebinn ( RbRupr ). ‘Wirtin, Schankwirtin’ vil süeziu lîtgebinne, / ir sult füllen uns den maser [Becher aus Maserholz] ! Helmbr 1002; gebt her [den Wein] ! daz ir sælic sît, / liebiu lîtgebinne! Helbl 1,349. 1,337; alle di leykeben, di in der stat sint gesezzen, oder leikebinn, di sullen allen ir gantzeu mazz haben nâch der âmer mazze, di der stat gesworen habent RbRupr 152; StrKD 136,28. 136,131

MWB 3,3 1208,25; Bearbeiter: Luxner

lîthiusære stM. ‘Wirt, Schankwirt’ qui dicuntur portatores vini vel leithauser UrkBabenb 2:41,25 (a. 1221-30); pist du ein êprecher oder ein leythawser DRW 8,1216 (Schmeller²; 13. Jh.); StRBrünn 354

MWB 3,3 1208,34; Bearbeiter: Luxner

lîthûs stN. ‘Wirtshaus, Schenke’ welch edel kneht daz leithus minnet / und der bosen hulde da gewinnet, / der hat dar umb der werden haz Jüngl 453; jch sol weder spiln noch in dehain leithaus gen UrkCorp (WMU) 2363,3; von der taberna daz quitt. vonme lithus ein halp fvder winis UrbBayÄ 667,d; swer den trinken wil in dem leithûse StRMeran 428; BuchdRügen 779; Dalimil (B) 44,23; Helbl 1,309; StiftZwettl 673; Erz III 36,31. – spez. Gasthaus, in das man sich zum Einlager begibt (s. 2HRG 1,1298f.): so hant si [die Gläubiger] gewalt der bürgen zwene ze nemen [...] und sulen sich die antwurten hie ze Augspurg in ein lithus und sullen laisten in rehter geselschaffte und sulen nimmer auskomen, untz ich in verrihte, darumme sie gemant haben UrkAugsb 1,74 (a. 1285); vnd svͤlen die nach der manvnge inre viertzehen tagen in der stat ze Werde in ain lithvs varn vnd suͤlen laisten ane geværde in rehter giselscheffte UrkCorp (WMU) 2946,2. 806,22

MWB 3,3 1208,39; Bearbeiter: Luxner

lîthûsgên stN. subst. Inf. ‘Wirtshausbesuch’ leithaus gen ist manger slahte Jüngl 475

MWB 3,3 1208,59; Bearbeiter: Luxner

lîtkouf stM. auch lî-, lei-, lein- ( Brun 6226 ) und liet- ( UrkDiessen 84 ). zur Sicherung der Vertragserfüllung zu erbringende Handlung bei Vertragsabschluss, ‘Leitkauf’ (zur Sache vgl. 2HRG 3,836f.). 1 vom Käufer an den Verkäufer über den Kaufbetrag hinausgehende Zahlungsleistung in Form von Geld oder Naturalien
2 der Gelöbnistrunk, der von allen Parteien und Zeugen bei Vertragsabschluss getrunken wird
   1 vom Käufer an den Verkäufer über den Kaufbetrag hinausgehende Zahlungsleistung in Form von Geld oder Naturalien: hat mir min vorgnanter herr dar vmb geben zwai hundert pfunt vnd vier pfunt Pazzawer pfenning vnd ein halbes fuder wines ze leichovf UrkEnns 4,443 (a. 1303); dem conuent daselben ze chavfen han gegeben mein drittail der vogtai auf dem hof ze Engelwoltzstorf, [...], vmb siben phvnt Regenspvrger phenning vnd vmb den leitchaͤvf, der mir auch gevallen ist UrkStVeit 42 (a. 1323); daz pfert er im ze lîtkouf bôt EnikWchr 25948; UrkHeil 2,199 (a. 1346); StiftZwettl 448; UrkDiessen 84 (a. 1262-75). – für den gesamten mit einem lîtkouf abgeschlossenen Kauf: wir wellen ouch, daz dehein burger durch leichouf noch durch deheinen bosen list mit deheinem gast choufen noch verchoufen sulle, da den vorgenanten choufluten ir reht mit zebrochen werde DRW 8,1220 (Tomaschek,Wien; a. 1312)    2 der Gelöbnistrunk, der von allen Parteien und Zeugen bei Vertragsabschluss getrunken wird: swelcher chauf mit leichauff gestaett wirt, der sol chraft haben StRMünch 318,24; swelch man sinen koufschatz wil bezugen nach der stat recht, der muz haben sine likouflute, di den licouf getrunken haben StRFreiberg 95,25; StRAugsb 204,7; StRNordh 1,39. – übertr.: ich gebe mich in din [Satans] geleite / und vorzie mich der drivaldekeite / und dar zu der kristenlichen toufe. / ditz was ir zweier leinkoufe Brun 6226

MWB 3,3 1208,61; Bearbeiter: Luxner

lîtkoufære stM. Unterkäufer/-händler, dessen Zeugnis in Kaufsachen ungültig ist (vgl. DRW 8,1221 und Schmeller, BWB 1,1537): wir setzen auch, daz dhain gast gen einem purger, noch dhain purger auf einen gast icht muͤg erzeugen mit den, die da haizzent leitchaufer, er hab denn mit den selben ander erber gezeugen UrkBabenb 2:293,2 (a. 1244). 2:299,5 (a. 1244). 1:117,37 (a. 1192)

MWB 3,3 1209,32; Bearbeiter: Luxner

lîtkoufliute stM. (Pl.) Zeugen, die bei einem Kauf herangezogen werden und dem → lîtkouf 2 beiwohnen: swelch man sinen koufschatz wil bezugen nach der stat recht, der muz haben sine likouflute, di den licouf getrunken haben StRFreiberg 95,25; testes honestos, dictos in wlgari leykaufleut SchöffIglau 85. 151; StRPrag 47

MWB 3,3 1209,40; Bearbeiter: Luxner

lîtkoufman stM. Zeuge, der bei einem Kauf herangezogen wird und dem → lîtkouf 2 beiwohnt: her wert seyn leyp und seyn gut pas, danne man yn ichtes vberczugen mog, mit eynem leytkawfman oder mit eynem totpetman oder mit eynem heyratman oder mit eynem ratman SchöffIglau 63

MWB 3,3 1209,47; Bearbeiter: Luxner

litlôn stMN. auch lide-. an eine in abhängigem Arbeitsverhältnis stehende Person ausgezahlter Lohn, ‘Dienst-, Arbeits-, Gesindelohn’ (z. Sache und Wortherkunft vgl. 2HRG 3,979-981, DRW 8,1298-1303 sowie DWB 6,994): blibet ein man lon schuldic sime gemietten boten, iz si knecht oder mait, unde wil im des nicht gelden, daz heizet lidelon, wil der bote daz vorderen unde behalden, so muz he klagen also StRFreiberg 256,21; wer czu chlagen hat auf den andern um hofczins und um lidlon oder um trinckgelt StRBrünn 393; StRBern 1/2:98,21

MWB 3,3 1209,53; Bearbeiter: Luxner

litnagel stM. ‘Fingernagel’ onichina in kriechisch haizet lidnagel [La. glidnagel ] BdN 454,7

MWB 3,3 1210,1; Bearbeiter: Luxner

lit|scherten swV. ‘jmdn. an den Gliedern verletzen, verstümmeln’ (vgl. lideschart und lideschertic ): ist daz ainer den andern wunt, und daz er gesunt wiert an den wunden und nicht glischert wiert StRBrünn 346. – als Part.-Adj. in gelitscherte wunde ‘eine durch Verstümmelung hervorgerufene Wunde’ (anders FWB 6,755 s.v. geliedschert): von gelitschert wunden. ist daz ainer dem andern ein vinger abslecht oder wunt oder waz gelicze [Glieder] er vorwunt, daz glitschert wunten haist StRBrünn 345

MWB 3,3 1210,3; Bearbeiter: Luxner

lit|schertwunde swstF. Wunde, die mit Verstümmelung, dem Verlust von Körperteilen einhergeht: ist daz ainer den andern wunt, und daz er gesunt wiert an den wunden und nicht glischert wiert [ si quis aliquem vulneraverit ita, quod vulneratus convalescat sine detrimento membrorum, id est lidtschertwunden ] StRBrünn 346

MWB 3,3 1210,14; Bearbeiter: Luxner