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ABCDEF s.VGHIJKL
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l – lâchen
lâchen – laden
laden – Lahrein
lahs – lampartisch
lampe – lanclëbic
lanclîbe – lancwat
lancwiric – lant|âht|acker
lantâhte – lantgemeine
lantgenôʒ – lantleite
lantliut – lantreister
lantrihtære – lantsidel
lantsidel – lanttwingære
lanturliuge – lantwîn
lantwîp – larrûn
larventier – lasterkleit
lasterkôsen – lasterwunde
lastkarre – Latrisëte
latrôn – læʒic (?)
læʒlich – lëbendic
lëbendigen – lebezelte
lëbezuht – 3lecken
lëcken – lëder|gerwe
lëderhosære – lëdic|sagunge
lëdic|vrî – lëgerhort
lëgerhuobe – lêhengëlt
lêhenguot – lêhensrëhten
lêhensteidinc – leidebërnde
1leiden – leienphrüende
leienrëht – leissup
leist – leiterboum
leiteren – leitstap
leitstërne – lemmelîn
lemnisse – lenderieren
lenderl – lenke
lenken – lêrchenmunt
lêre – lërnkint
lërnknabe – lësemeister
lësen – lettener
letter – levîte
lëwe – lëwinne
leyô – lîch
lîch – lîchphenninc
lîchreste – 1liden
2liden – lîdunge
lie – liegære
liegærinne – liehticheit
liehtkerze – liehtvaʒ
liehtvlüʒʒic – liepsuochende
liep|swinderinne – lîhenisse
lîhkouf – lîhtsüeʒe
lîhtunge – 2lîm (?)
limbel – lindelîche
1linden – lînhose
linie – lînsoc
linster – lîpgedinge
lîpgedingede – lippenlappen
lippe|swër – listen
lîsten – 2lit
lit- – litze
litze – liut-
liutærinne – liutsælde
liutsælic – löbelach
lobelich – loc
loch – lodewërc
lœdingære – lônærinne
lônbære – lônen

   lancstæte - lanke    


lancstæte Adj. ‘lange fest, beständig; beharrlich’ ir scult uil dicche denken vmbe dise werlt, wie churz si ist, wie ungewis si ist unde wie lancstæ̂te daz ist, daz da nimmer zergêt Spec 95,5; boese und guote gescheiden ie wâren. / der site müeze ouch lancstaete sîn! MF:BvS 1:2,5. div lenge [des Kreuzes] bezeichent, daz wir lancstæte sculen sin mit goͮten werchen Spec 104,12

MWB 3,3 854,47; Bearbeiter: Tao

lancstundic Adj. ‘umfangreich’ diz buch daz ist lancstundic HeslApk 14585

MWB 3,3 854,55; Bearbeiter: Tao

lancsuht stF. lantsuht 2

MWB 3,3 854,57;

lancveʒʒel stM. längerer Riemen, mit dem der Beizvogel an seiner Stange und beim Tragen auf der Faust festgehalten wird (vgl. Schultz, Höf. Leben 1, 476 und Dalby, Mediaeval Hunt, S. 269.): lancvezzel alsô wol getân / wart nie an vederspil gesehen Bit 13186 (vgl. 7046 ); daz kleit stuont im [dem terzel ] ze prîse wol: / lancvezzel, würfel und hoselîn / daz wâren diu kleit sîn Bîspel (Pf) 14,9; do er sô nâhen dar zuo quam, / den lancvezzel er im abe nam / und warf daz terzel aldar ebd. 14,38

MWB 3,3 854,58; Bearbeiter: Tao

lancwat stMN. ‘Durchgangs-, Grenzweg’, als Flurbezeichnunge: daz wir [...] haben verkoͮfet den holzwec von dem lancwate vnz an lon [ lô, lôch ‘Gebüsch, Gehölz’ ] allen den, so [sofern sie, welche] aker hatton ziehenden an den selben wec UrkCorp (WMU) 671,35

MWB 3,3 855,4; Bearbeiter: Tao

lancwiric Adj. ‘lange dauernd’ der fuͤrst gehert / swigende lange saz, / biz er in sin so gar gemaz / ir lang wirig triwe WhvÖst 13067; dâ von bit ich dir got ze geben / gesundez lancwerigez leben HvBer 6247; von minen kindlichen tagen, in den du min jung natur mit sweren, langwirigen siechtagen krúzgetest Seuse 56,17. 109,2; do der lidende diener disen langwirigen kampf mit tiefer betrahtung hinderdahte ebd. 90,8. 152,16

MWB 3,3 855,10; Bearbeiter: Tao

lancwise stF. ‘lange, große Wiese’, in einer Liegenschaftsbeschreibung: vúnf îuchart akkirs, der aîn morgen lit bi dem froͮnbruͦgil, aîner bi der smalwîse, ainer bi der langwîse UrkCorp 2239,1

MWB 3,3 855,19; Bearbeiter: Tao

lanczorn stM. ‘alter Hass, Groll’ rancor: langczorn VocAbstr (H) R 12

MWB 3,3 855,23; Bearbeiter: Tao

1lande F. Ansatz unsicher, der Beleg gehört viell. zu → lant stN. (vgl. auch DRW 8,317 s.v. Land I 2 b). – ‘Anlegeplatz, Ufer’ (s.a. → 2lende ): also, daz si an dem vruar [= urvar ] ze Nevnburch an baiden landen [der Donau] dehain tail [Fährgeld] geben vnd daz si haben gæntzlich daz reht, daz da an dem vruar habent ander vnser purgær in dem lande UrkCorp (WMU) 2918,23

MWB 3,3 855,25; Bearbeiter: Tao

2lande swstF. nur Lanc ; zu afrz. lande, s. Steinhoff, Lanc., S. 800 und S. 937. – ‘waldige Gegend, Heideland; Lichtung’ wann ich der land von Sieben Wegen einen monat gehuͦt hett Lanc 360,36. 361,6; alle die ritter [...] die uber die landen ritten ebd. 361,2; off die rechten straßen die zu der landen von Carefois geet ebd. 366,19; er hett die landen von Carefoß nie so lang gesucht ebd. 368,34. 361,27. 369,4. 400,26. also reit er biß er off ein schon landen kam Lanc 421,9

MWB 3,3 855,33; Bearbeiter: Tao

landegelîch stN. ‘jedes Land’ mîn veter [...] enbôt ûz mit manegen scharn / in aller lendegelich, / swelch ritter wolte prîsen sich / mit sterke oder mit manheit / [...], / daz der her kæme / und sîn âventiure næme UvZLanz 1719. – sprichwörtl. (vgl. Friedrich, PhrasWB, S. 118 s.v. biderbe): frumis mannis selide [Pl. von selde ‘Wohnsitz’ ] / di sint in lande gelîch [„ein tüchtiger Mann ist überall zu Hause” (Anm.z.St.)] SAlex 2676; aller fromer knehte / armuot ist einnehte, / ir huofe [= huobe ] sint in lendeglich EbvErf 413

MWB 3,3 855,43; Bearbeiter: Tao

landelôs Adj. lantlôs

MWB 3,3 855,54;

lander stN. vgl. Matzel, Wortschatz, S. 186; s.a. → gelender . 1 ‘Stangenzaun, Geländer’
2 ‘Land’
   1 ‘Stangenzaun, Geländer’ Wendelmuot, / wergot! ruof uns Künzen durch diu lander! Neidh WL 2:5,10; Fridel Geynpechk [...] sol ein haimsuchung hintz maister H. dem arczt, daz er in durch einen lanter in seinem paumgartten erstochen wolt haben UrkRegensb 752 (ca. 1325–1350)    2 ‘Land’ in Egypte lander [: ander ] / niuwe göte sint bekomen, / die ünsern göten hant benomen / ir gewalt und alsô gar vertriben WvRh 4641 (vgl. in Egypte lande [Dat.Sg.] ebd. 4651 )

MWB 3,3 855,55; Bearbeiter: Tao

landes- s.a. lant-

MWB 3,3 856,1;

landesbrëste swM. unklar, ob Syntagma oder Kompositum. – wirtschaftliche Notlage eines Landes oder Landstrichs durch Missernte oder Krieg (vgl. landesnôt , lantgebrëchte , lantgebrëste , lantschade ): das mir mein herr apt Vlreich von Aspach [...] hat lossen das guͤt datz Ort ze paumansrecht mit der beschaiden, das ich all iar davon dien sol æin halbs phvnt Passawer pfenning [...], is sein dann ob lontzprest, sawer oder pisses [= bîsëʒ Misswuchs] , oder lontzvrlevg saum, so sol er [der Abt] mich bedenchen nach genaden UrkAsb 145 (a. 1335)

MWB 3,3 856,2; Bearbeiter: Tao

landesdiep stM. unklar, ob Syntagma oder Kompositum. – ‘Landesfeind, Landschädiger’ Waczkonem vf Boreyum er sant, / vf den andir lanczdib zcu hant, / der czu Libicz saz Dalimil (B) 57,42

MWB 3,3 856,14; Bearbeiter: Tao

landesnôt stF. unklar, ob Syntagma oder Kompositum. – wirtschaftliche Notlage eines Landes oder Landstrichs durch Missernte oder Krieg (vgl. → landesbrëste , lantgebrëchte , lantgebrëste , lantschade ): daz man im [ Hiltprant ] vnd siner [...] hausfrowen div gvͦlt von den selben guten alle iar gebn schol [...], an [ âne ‘außer’ ] swa der gvͦlt abe gêt von schowr oder von pisez [= bîsëʒ ‘Misswuchs’ ] vnd von landesnôt, den schaden schol her Hiltprant eîn tragn UrkCorp (WMU) 2969AB,23; swas von pisez von shoͮre von landes noͤt von gemaeinem gepreste oder von prante an den guͤten widerfuͤre, den schaden sulent si paeide erben geleiche UrkBrixen 1,127 (a. 1308); ez waer von schaur oder von pisaezze oder von landes noͤt, darumb sol man die guͤlt niht erlazzen noch ringern UrkEichst 2,211 (a. 1326)

MWB 3,3 856,18; Bearbeiter: Tao

landesphlegære stM. unklar, ob Syntagma oder Kompositum. ‘Landpfleger, landesherrlicher Verwalter’ daz ich von mines lieben herren bevelhvng, [...], vnd ouch bevelhvng graven Albrehten, des landes pflegæres von Oesterich, mich an genomen han den schermen [sw. Akk. Sg.] bediv wazzers vnd landes vnd der strazze UrkCorp (WMU) 521,40

MWB 3,3 856,35; Bearbeiter: Tao

landesverrætære stM. unklar, ob Syntagma oder Kompositum. ‘Landesverräter’ patricida: vattertoͤder, lantzverrater VocOpt 30.038; parioda [= verlesenes par(r)icida?] : vattertoͤder, lantzverrater ebd. 30.039

MWB 3,3 856,43; Bearbeiter: Tao

lange Adv. Komp. und Sup. mit oder ohne Umlaut; von → lanc in adv. Gebrauch mit zeitl. Bedeutung nicht immer zu unterscheiden. 1 ‘lange, lange Zeit’
1.1 allg.
1.2 in Verbindung mit (al)sô / als(e) als Korrelat zu folgendem Nebensatz
1.2.1 (al)sô ~ (...), daz ‘so lange (...), dass’
1.2.2 (al)sô ~ (...), unz (daz)/biz/  hintz/  wante ‘so lange (...), bis’
1.2.3 alsô / alse ~ (...), (al)sô / als ‘so lange (...), wie’
1.3 in Verbindung mit sô, als, unz / biz (daz) als Subjunktion: ‘solange’ (s.a. lanc 2.6 )
1.4 Komp. in Verbindung mit der mehrteiligen Subjunktion (sô) ie langer/  lenger (...), sô ie : ‘je länger (...), desto ...’
1.5 lange sîn/  wesen
1.5.1 ‘lange bei jmdm., wo bleiben; lange vorhanden sein’ , meist mit Negation und im Komp.
1.5.2 ‘lange fortbleiben, weg sein’ (vgl. Friedrich, PhrasWB, S. 260 mit weiteren Belegen)
1.6 ~ wërnde ‘lange dauernd, immerwährend’ ,
2 ‘schon lange, seit langer Zeit, vor langer Zeit’
   1 ‘lange, lange Zeit’    1.1 allg.: dô ich gnuoc lange dâ gesaz Iw 773; Parz 29,19; doch wertez niht vil lange: / der mortsame slange / der kam schiere dar an Tr 9037; unser lant, dâ ist wunne vil. / lange müeze ich leben dar inne! Walth 57,14; trîbet si [Brangäne] diz bettespil / iht ze lange und iht ze vil, / ich [Isolde] vürhtez ir sô wol behage, / daz si vil lîhte dâ betage Tr 12624; verstärkt durch Verdoppelung: daz er die herzen sere / lange und lange muͦz chlagen Rab 61,2; unser eltesten meister einen, der die wârheit ie vant lange und lange vor gotes geburt, [...] den dûhte [...] Eckh 2:189,7; dar nach vil lange vnd lange do sprach ich diz wise an, ich heiti ir niht vf gegeben UrkCorp (WMU) 2326,33; für ‘immer’ wær’ ich [Gunther] ze Burgonden mit dem lebene mîn, / si [Brünhild] müeste hie vil lange vrî vor mîner minne sîn NibB 442,4; mir [auf mich (den tödlich verwundeten Siegfried)] müezen warten lange mîn vater und mîne man ebd. 997,3; sölte ich nu sagen daz wêr ze lenge, / swaz genâden und sêlde bîhte brenge Renner 20619; warumbe sold ichz lange sagen [Umschweife machen] ? Ottok 833. – Komp.: er enlac niht langer dâ Er 6613; niht lenger man daz lie, / sich huoben gên der bürge manec man unde wîp NibA 556,2 (vgl. langer NibB 601,2 ); Baldewin nit langer beite, / zu der verte er sich bereite / kuͤncliche und vil shone Rennew 20893; jô hât si tugende, der ich volge unz an daz zil, / niht langer wan die wîle ich lebe [negative Umschreibung für ‘solange ich lebe’] MF:Reinm 8: 5,5 ähnl. 2: 2,2. – Superl.: swâ diu minne in der jugent begriffen wirt, diu wert aller langest Tit 48,2; wiste ich wie ez aller langest / wol verholn möhte sîn Flore (P) 5940; sô truoc er aller langest [sehr lange] / trûren unde sende klage KvWEngelh 1944; so er vol langest [lange genug] manich iar gebeitet daz er [der Baum] berehaft werde PrLpz (L) 126,28. 126,30; ich kume wider schiere / uber drî tage oder viere, / ze langest [spätestens] in sehs tagen En 5971; daz si dâ langer beliben, / ir vorsche unde ir vrâge triben / zem minnesten [La. lengesten ‘längstens, höchstens’ s. Tr (M) ] doch zwêne tage Tr 9697    1.2 in Verbindung mit (al)sô / als(e) als Korrelat zu folgendem Nebensatz    1.2.1 (al)sô ~ (...), daz ‘so lange (...), dass’ sô lange wert’ diu stille, daz sîn Etzeln verdrôz NibB 2227,4; lât mich alsô lange leben, / daz ich iu antwürte müge geben Tr 12795; vnd die aigenschaft vnd die rehte, wir [...] also lange gehaben hant, daz nîeman nv́t anders gedenken mag UrkCorp (WMU) N135,19. 949,8    1.2.2 (al)sô ~ (...), unz (daz)/biz/  hintz/  wante ‘so lange (...), bis’ daz sî daz alsô lange treip / unz in der bühsen niht beleip Iw 3479; Brangænen si bâten / alse lange und alsô vil, / biz si si brâhten ûf daz zil Tr 12455. 17892; inde suͦlen vns helpin inde bestain wieder die stad zuͦ vͦnseme rehte also lange, bis die buͦrgere die suͦne halden UrkCorp (WMU) 75,29; daz er div guet vnd ir nutz vnd ir dinst inn hab alz lang, hintz daz er gar gewert werd hundert phvnt Pazzawer ebd. 2584,19; bêide die clegere vnd iene vf deme man claget, die mvͦzen wol gespreche haben [...] also lange, wante sie der vronebote wider in lade ebd. 606,10. 1895,43    1.2.3 alsô / alse ~ (...), (al)sô / als ‘so lange (...), wie’ also lango so wir hie lebin, / got habit uns selbwala [freien Willen] gegibin MemMori 143; wir wellens gerne bîten / als lange als er gebiutet UvZLanz 8209; se beheldet och zuͦ irme dinste alse lange, also se leuit, Henriche de vohit van Haghenberg, Conzen van Briseke [...] UrkCorp (WMU) 59,33; swanne vns vnser herre von Salzburch den herzogen antwurt nach vnser vorderunge in den viͤr wochen, den sul wir als lange in inne haben, als er in inne gehabt hat ebd. 1603B,5. 99,25    1.3 in Verbindung mit sô, als, unz / biz (daz) als Subjunktion: ‘solange’ (s.a. → lanc 2.6): so láng ér so stárkîu díng dúrch mîh lêit, [...] wîe íh dánne scúle zuîuelan dehêiner sláhto árbêit dúrh sînen wíllon lîdan Will 79,8; wir wellen ovch vnd gebitten, daz vber ein closter oder vber ein gotshus nit dan ein vogit ist, als lange der lantfride wert UrkCorp (WMU) 879W,11. unz (auch biz daz) ... langest: der tage sint zewene, ein tach des mennischn, der ander gôtis. der tach der mennischen wêrt also lange, unz si langest lebint Spec 42,19; er sprach, er muose entwîchen / durch des lîbes angest, / unz er mahte langest / die marter ûf schalten, / diu sîniu lit behalten Wernh 3268; wolte got [...], / daz wir wærn in dem paradys, / so lebten wir gar ane angest. / biz daz wir leben langest, / so tun wir nit wan sorgen Rennew 20922    1.4 Komp. in Verbindung mit der mehrteiligen Subjunktion (sô) ie langer/  lenger (...), sô ie: ‘je länger (...), desto ...’ ir scheiden tuot von hertzen wê, / viel wê, ie langer sô ie mê UvLFrd 511,26; daz ich si minne von herzen ie langer ie mêre KLD: UvL 12: 1,2; wie si hieze, des frâgt ich. / [...] si seite ‘sô ie lenger, sô / ie lieber.’ got ir lône, / alsô hât si mir genennet sich KLD: VdK 1:2,9. 1:3,7; ie langer er [der Vogel] vlúget, ie er wunnenklicher swebet Mechth 7: 61,5; sô daz tier ie grœzer ist, sô ez ie lenger geschickt wirt in der muoter leib BdN 165,33; diu [Blätter der Päonie] sint gar rôt, wenn si her für lauzent des êrsten, und dar nâch werdent si ie lenger ie grüener ebd. 414,28    1.5 lange sîn/  wesen    1.5.1 ‘lange bei jmdm., wo bleiben; lange vorhanden sein’, meist mit Negation und im Komp.: solte er lange [Laa. lenger, langer s. Tr (M) ] bî mir wesen, / sôn kunder niemer genesen Tr 18577. 14561; ichn tar niht langer bî iu wesen Iw 1254. 5955; Parz 10,16; sô sol ich hie niht langer sîn PleierMel 794; sendet ir wider ir vingerlîn: / daz ensol niht langer sîn / an einer ungetriuwen hant Iw 3194. diu gemeinde under uns drîn / diun mac niht langer gesîn Tr 16608; nû wil aber der kleinen vogel singen [...] hie niht langer sîn KLD: VdK 1:1,3    1.5.2 ‘lange fortbleiben, weg sein’ (vgl. Friedrich, PhrasWB, S. 260 mit weiteren Belegen): sone sît et niht ze lange, [...] wir sîn iuwer helfe vil billîchen vrô NibB 481,1; ich solde zürnen, hulfe ez iet, / daz dû als lange wære MF: Eist 14:3,2; swie lange ich was, sô tet si doch daz ie MF: Reinm 6a: 2,5; du kanst ze lange sîn KLD: OvB 9:4; daz er ze lange wolde sîn Wig 1075; Georg 3704; VirgH 139,3; PrGeorg (Sch) 2,177; im Komp.: sî wære verlorn, / wær er iht langer gewesen Iw 5177; irn ruocht, wolt ich noch lenger sîn Parz 402,30; juncfrouwen nu niht langer sint ebd. 808,28    1.6 ~ wërnde ‘lange dauernd, immerwährend’, als Adj.-Attr.: daz wirt ein langer [La. lange ] wernder strît Walth 44,25; wér hầt gelêret / die lieben frouwen mîn / daz ir güete mêret mir lange wernden pîn? KLD: GvN 20: 3,20. 48: 4,5. SM:KvL 6: 5,5; SM:JvW 4: 2,4; SM:Te 2: 2,8; daz in der wandelweren zeit langewerentev [für lange Zeit gültige, langfristige] dinch iht mvgen bechrenchet werden vnd von gehvgenusse niht entweichen, so ist des duerft, daz si bewaret werden mit der vestigung gezeug vnd guͦeter brief UrkCorp (WMU) N 620,28 = 640,18 = N 672,7; er was den frouwen alsô holt [...], / daz er in sînen jâren / mit lange wernder stæte / in sô gedienet hæte, / daz alliu sældenhaften wîp / sînen wünneclichen lîp / lobten unde prîsten KvWWelt 39; mit lange wernder stætekeit KvWEngelh 722; sô sol man stegen / nâch langer [La. lange C] wernden êren Walth 105,11; an disen drin dingen leit aller wunne volchommenheit: an lvstlicher schoͤnheit, an voller genvhsam, an langewernder sicherheit. vnd div ziment alle dinem [Gottes] riche wol, wan an div mach nindert volliv vrevde sin DvAPatern 108 (vgl. ez wurde ein langer wernder hort, / swer got nu dienen kunde MF: Rugge Leich 2,3; wie mac mir baz gelingen / an langer, wernder sælecheit WernhSpr (Z) 75,5 ) – adv.: lieb, ich weiz dîns lobes mê / (vil lange wernd ez dir bestê!) / daz hât dîn lîb und ouch dîn muot SM:Te 13: 3,2    2 ‘schon lange, seit langer Zeit, vor langer Zeit’ Gunther unde Gêrnôt die sint mir lange bekant NibB 56,4; sît ir iht lange komn? Parz 554,23; al eine und sîn si lange tôt, / ir süezer name der lebet iedoch Tr 222; mîn vater der sî lange erslagen ebd. 4368; und wære zwâre lange zît [schon lange, längst an der Zeit] , / daz si der grôzen swacheit / mit wîge hæten widerseit ebd. 6288; daz der bâbst trüege unreht den stab / und solt sich vor hân langest [schon längst] gein im genicket Loheng 4510. – mit (al)her in Kontakt- oder Fernstellung: wie ir sô habet verkêret die vrœlîchen sit, / der ir mit uns nu lange habt alher gepflegen NibB 154,3; ich hân lange / vil anclîch und vil ange / mîne marschandîse / in armeclîcher wîse / durch dînen willen her getriben Tr 4353; [Morolt] ist von muote und ouch von craft / zernestlîcher ritterschaft / ein lange her bewæret man ebd. 6177; daz si an vnser stat mit minne oder mit rechte zervuͤren vnd zerbrechen scholten den chriech, der lange her gewert hat zwischen vnsern getrivwen dieneren UrkCorp (WMU) 597,4,17; sun, ich hân lange her vernomen, / [...] Winsb 41,1. ~ sîn/  wesen ‘lange her sein’ die seiten ime ouch mære, / wenne und wie langes wære, / dazs einen knaben hæten gesehen Tr 3810

MWB 3,3 856,48; Bearbeiter: Tao

lange stF. lenge

MWB 3,3 859,42;

langen Adv. 1 ‘lange Zeit’
2 ‘seit langem’
3 bî ~ ‘endlich, schließlich’ (s.a. belangen Adv.)
   1 ‘lange Zeit’ swer niht langen müge gedrangen, der gê für die tür KLD: UvW Leich 3,116; her Vasolt swaig niht langen EckenlE2 183,8; geschehe dez niht, so solten die burgen [...] in varn ze Mergentheim, swenne si gemant wurden [...], laisten als langen, bis daz wir die Haller geantwurten UrkCorp (WMU) 2529,33    2 ‘seit langem’ uerren vnde nahen / vant man die ime iahen / guͦte vnd miltecheit. / [...] allen luten milte langen / er mohte wol Albert 387 (vgl. Anm.z.St.; oder zu langen swV. 5?)    3 bî ~ ‘endlich, schließlich’ (s.a. → belangen Adv.): sa fur ouch unergetzet / di frouwe heim bilangen Elis 4505; des nach diner gude / min sele unde min gemude / hat iezu bi langen / so werden drost enphangen ebd. 5791; wer hat ouch me bi langen [ umquam ] / heiligen [Subj. der A.c.I.-Konstr.] uffer erden / gelesen iesa werden / begangen sa gereide / mit glicher wirdekeide? ebd. 5670

MWB 3,3 859,43; Bearbeiter: Tao

langen swV. auch lengen Elis 4030. 7955. 9007. 1 ‘lang, länger werden’ , zeitl.
2 ‘sich (von wo bis wo) erstrecken, reichen’ , räuml. und übertr.
3 ‘wohin gelangen’
4 ‘nach etw. greifen, etw. erreichen’ (s.a. gelangen 1 );
5 ‘ (jmdm.) etwas darreichen, hinhalten; jmdm. etw. geben’ , tr.
6 ‘reichen, genügen’
7 ‘von jmdm. etw. verlangen’
8 ‘etw. verlängern’ , nur als adj. gebrauchtes Part.Prät.; nicht eindeutig, ob hierher oder zu lengen
   1 ‘lang, länger werden’, zeitl.: so die wurz enspringet / vnd der vogel singet / vnde langet der tac Herb 13875; diu naht ist kurz, der tac beginnet langen Neidh SL 21:1,2; ez tuot sanfte ein lieplîch umbevâhen zwein gelieben, sît diu naht sô langet KLD: GvN 10: 3,2; KLD: Hawart 4:1,3; MNat 14,33    2 ‘sich (von wo bis wo) erstrecken, reichen’, räuml. und übertr.: daz ez [der Mantel] niht mohte gelangen / wan ein lützel für daz knie UvZLanz 5912; sin [des Baumes] schatwe gunde [wohl = begunde ] langen / vber der wezzerline ganc Herb 2184; oben von dem rande sy / ein laben [= lappe ] von zobel langende Minneb 2943; vnde sol der zewaier muron hoͤhi sin, alse v̂ns aller best kumet, vnd sont aber nv̂t niderre sin, denne zehen schuͦhe langont UrkCorp (WMU) 2209,27; der paum wirt gar hôch und langet über ander paum BdN 314,1; zuͦ uorderst sol er des dorffs recht ouch zil vnd marchen erscheinen, wie weit die langent WeistGr 1,166 (a.1303?); ob ich als vil bettete als alle die welt, und als hoch súnge das es an den himel langete Tauler 254,10. nehein stat ist, weder in der helle, noch vͤf der erde, noch in dem himele, sin [Gottes] genade div ne habe dar gelanget Konr 11,7; [Gott] hât bevangen die welt umbe gar. / sîn kraft mac langen noch verrer dan dar Kolmas 120,25; ez ist sô grôziu einunge gotes mit der sêle, daz ez unglouplich ist, und got der ist sô hôch in im selben, daz dar zuo niht gelangen enmac kein verstantnisse noch begerunge. diu begerunge langet vürbazzer dan allez daz, daz man begrîfen mac mit der verstantnisse Eckh 2:303,4; (mit Inf.:) so lange / biz dir din sinne lange / irkennen den waren got / [...] haben gar alle riche / uf dirre werlde gliche [ donec scias quod dominetur Excelsus in regno hominum Dn 4,29] Daniel 3742 (s.a. Anm.z.St.)    3 ‘wohin gelangen’ damite scule wir langen / an den Abrahames parn ArnoltSieb 7,6; Josêbes kûscheite / diu gap im dar geleite, / daz er mahte langen / dâ diu geburt was ergangen Wernh 4183; in die tieffe allere dinge gruntes; / dar wir gelangen mit fiumf sinnen des libes nemagen Himmelr 5,21; nich nebrennet der sunne die da sint uber tach, / wande er mit glanstes hizze dar [ins Himmelreich] gelangen nemach ebd. 10,2; in disen grunt so enmúgent die krefte nút gelangen bi tusent milen nahe Tauler 331,2; der har in gelangen koͤnde, der fúnde do werlichen got ebd. 331,9    4 ‘nach etw. greifen, etw. erreichen’ (s.a. → gelangen 1); mit Präp.: sôr [= sô er ] nâch den bluomen lange Tr 18070. – mit Akk.-Obj.: diu schif sô nâhen wâren, daz sis mit der hant / mit scheften mohten langen bî in an dem grieze Kudr 859,3    5 ‘ (jmdm.) etwas darreichen, hinhalten; jmdm. etw. geben’, tr.: den schilt langitin sie dare Athis B 23; do hiez er im langen / ein vier eckete stangen Herb 7405; her hiez im bringen [La. ime langen ] sîn gewant En 12753; synen edelen helm gode / dede hey eme ouch langen dar KarlGalie 3479; wer dich gesleht an dinen wangen, / den andern solt du ym dar gelangen [Lc 6,29] EvStPaul 6747; EvPass 247,10. ir habet ez vmbe sus entphangen / vmbe sus sult ir ez langen [ gratis accepistis gratis date Mt 10,8] Albert 767; daz [die Pfründe] muste er alles langen, / besetzen wi er wolde, / alse er ez lihen solde Elis 4030; wi in [den Armen] di lobebere / gabe uzen handen lengete ebd. 7955; daz er daz alles neme, / [...] unde iz den armen lengete ebd. 9007; niemant ist der dir [Gott] gereit / muge zu dienste gesin, / bischof und vursten, mit in / propheten, opfersangen [ ‘Opfergarben’, hier verallgemeinert ‘Opfergaben’ (Anm.z.St.)] , / welcherleie man langen [darbringen] / welde diner wirdekeit, / daz din zorn muge geleit / werden kein uns in gedult [vgl. Dn 3,38f.] Daniel 1390; des muzen sie langen / deme kunge ire kunst [d.h. ihm mit ihren Fähigkeiten dienen, vgl. Dn 1,18ff.] ebd. 440    6 ‘reichen, genügen’ die wort die solden langen / uz gotes munde Erz III 41,14    7 ‘von jmdm. etw. verlangen’ daz wir der stadt zuͦ Frideberg [...] dyekeine / forderunge, ansprache noch keine sache an sie muͦten oder an sie langen oder fordern UrkFriedb 179 (a. 1349)    8 ‘etw. verlängern’, nur als adj. gebrauchtes Part.Prät.; nicht eindeutig, ob hierher oder zu lengen: Heymrich von Naribone / der het gelebet shone / in wol gelangten jaren Rennew 25689; waz tochte di rede gelanget Brun 5308

MWB 3,3 859,62; Bearbeiter: Tao

langes Adv., Präp. auch langens Herb 2236. 1 ‘längst, schon lange’
2 ‘der Länge nach’
3 ‘längs, entlang’
   1 ‘längst, schon lange’ ich [Helenus] han ez [das unermessliche Leid] langens vor gesehen Herb 2236; das solte langes sin geschehen TürlArabel *A 173,3; her jüde, iu hæte der tiuvel langes den hals abe gebrochen wan iuwer engel, der iuwer dâ hüetet PrBerth 1:365,39; mich muͤwt, daz ich nicht langis / qwam, sint sulch schal mir swerde nimt Baldem 42    2 ‘der Länge nach’ [er] viel mit grozer werde / langes an die erde / vur den romischen bischof Pass III 318,6. 181,93; Pass I/II (HSW) 3490. 4858. 14557 u.ö.; Vät 33160; Daniel 870; daz er mit grozer demut / vor dem heiligen licham / langes uf die erden quam Pass III 217,6; die straze er vor sich langes nam [er durchlief] ebd. 243,34; daruf [ ûf die îserînen banc ] er langes wart geleit / Cristoforus ebd. 352,72; mit ungetruwer hanthabe / wart si [...] geslagen [...] / mit besmen und mit riemen, / daz ir die blutstriemen / giengen langes und entwer ebd. 680,28; daz er [...] daz pfert leite / durch die stete breite / die gazzen hin unde her, / beide langes und entwer Hester 1436; bint in [den Stockfisch] langes vnd zwͦ schinen dar vͤber vnd lege in vf einen huͤltzinen rost BvgSp 38    3 ‘längs, entlang’ – Adv.: diz ist der burgfride den wir beneenen vnd machen, der gait ane an der Suzenbach vnd den ban oben langes biz in die Iettenbach UrkCorp (WMU) 904,46. – Präp. mit Akk.: des veirzeinden dages quam der bode weder / alden Ryn langis her neder HagenChr (G) 117

MWB 3,3 861,24; Bearbeiter: Tao

lanke stswF. auch lenke ( Brun ), Dat.Pl. lenken Macc . anatomisch ungenaue Bezeichnung der Hüftregion, des Unterleibs, ‘Hüfte, Lende, Seite’ (vgl. gelenke stN. 1 und 1lende ) 1 beim Menschen
2 bei Tieren ‘Flanke’
   1 beim Menschen: lumbi: lancha vel ilia [im Abschnitt: de homine et ejus membris ] SummHeinr 2:6,104; Isaias: erit iustitia cingulum lumborum eius. / di rechtikeit sol an der krenke [Taille] / ein gortel sin an der lenke Brun 1910; ist das harn griezich unde daz diu flekelîn schînent dâ inne, sô lît der harnstain in den lanchen Barth 130,11; PrüllK 11; ir brîset iuch zen lanken, / stroufet ab die rîsen! Neidh SL 22:4,1. SL14:3,7; ir tures bluot gereret / ir brivstel vnd ir lanke / und ir hut so blanke / wurden gar zerfuoret Martina 186,5. – im Hinblick auf die Geschlechtsorgane (und damit auch als Sitz der Sünde): sâmen die von sînen lanchen chômen Gen 834; lumbi: lancha, lanchen, lumben ob libidinis lasciviam [im Abschnitt: de membris hominis ] SummHeinr 1:132,228; got der srûdlot [prüft] dv herzin vnde die lanchin [ corda et renes ] BrEng 7; so gurte wir die lanche / daz sint die reinen gedanche VMos 42,15; also sculen wir der gotes chunfte warten, daz wir unsere lanchen bedwingen. wie ist daz gemeinet? da sculen wir uns enthaben uon sunteclichen dingen Spec 126,20. 126,18; want lanchen min irfullet sint trugnuͦsse [interl. zu: quoniam lumbi mei impleti sunt illusionibus ] unde nieht ist gesunt in fleiske minem PsM 37,8. – übertr.: so ist ouch in braht / des andren volkes gedenken / uz vil mancher buche lenken [aus ex multorum librorum collatione der Vorlage, was auf lat. latus ‘Seite’ bezogen wurde (vgl. Anm.z.St.)] , / daz ez mit warheit irschine / in der heiligen schrift schrine Macc 236    2 bei Tieren ‘Flanke’ ein hundelîn [Petitcreiu] [...] / sîn varwe was in ein getragen / mit alsô vremedem liste, / daz nieman rehte wiste, / von welher varwe ez wære: / [...] / zen lanken grüener danne clê, / ein sîte rôter danne grân, / diu ander gelwer dan safrân Tr 15826; den brâten, dâ der rucke stiez / über lanken gein dem ende / wol anderhalber hende ebd. 2903; wan daz uns irch [der Bock] an lanken ist verlamet WernhSpr (Z) 10,12. – bes. bei Pferden: [ein Zelter] hâte starke bruste, / ze den lanken ze mâzen smal Flore (P) 2767; das sin roß in die lancken wunt wart Lanc 414,25; von spruͤngen sah man biegen / in des rosses lanken WhvÖst 8097; Greg 1602

MWB 3,3 861,55; Bearbeiter: Diehl