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ABCDEF s.VGHIJKL
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l – lâchen
lâchen – laden
laden – Lahrein
lahs – lampartisch
lampe – lanclëbic
lanclîbe – lancwat
lancwiric – lant|âht|acker
lantâhte – lantgemeine
lantgenôʒ – lantleite
lantliut – lantreister
lantrihtære – lantsidel
lantsidel – lanttwingære
lanturliuge – lantwîn
lantwîp – larrûn
larventier – lasterkleit
lasterkôsen – lasterwunde
lastkarre – Latrisëte
latrôn – læʒic (?)
læʒlich – lëbendic
lëbendigen – lebezelte
lëbezuht – 3lecken
lëcken – lëder|gerwe
lëderhosære – lëdic|sagunge
lëdic|vrî – lëgerhort
lëgerhuobe – lêhengëlt
lêhenguot – lêhensrëhten
lêhensteidinc – leidebërnde
1leiden – leienphrüende
leienrëht – leissup
leist – leiterboum
leiteren – leitstap
leitstërne – lemmelîn
lemnisse – lenderieren
lenderl – lenke
lenken – lêrchenmunt
lêre – lërnkint
lërnknabe – lësemeister
lësen – lettener
letter – levîte
lëwe – lëwinne
leyô – lîch
lîch – lîchphenninc
lîchreste – 1liden
2liden – lîdunge
lie – liegære
liegærinne – liehticheit
liehtkerze – liehtvaʒ
liehtvlüʒʒic – liepsuochende
liep|swinderinne – lîhenisse
lîhkouf – lîhtsüeʒe
lîhtunge – 2lîm (?)
limbel – lindelîche
1linden – lînhose
linie – lînsoc
linster – lîpgedinge
lîpgedingede – lippenlappen
lippe|swër – listen
lîsten – 2lit
lit- – litze
litze – liut-
liutærinne – liutsælde
liutsælic – löbelach
lobelich – loc
loch – lodewërc
lœdingære – lônærinne
lônbære – lônen

   liuhtene - 2liuten    


liuhtene stF. ‘Licht, Leuchten, Strahlen’ des [Christi] luchtene sulche craft truc / daz sie den tuveln wider sluc HeslApk 3487

MWB 3,3 1215,34; Bearbeiter: Luxner

liuhtenunge stF. ‘Licht, Leuchten, Strahlen’, hier i. S. v. ‘Erscheinung’ als Micheas dar quit: / ‘und zu der vesperzit / ein luchtenunge schinet / die nimmer mer vorswinet.’ HeslApk 18337

MWB 3,3 1215,37; Bearbeiter: Luxner

liuhtevaʒ stN. Lichtgefäß, ‘Leuchte, Lampe; Lichtquelle’ (vgl. auch liehtvaʒ ) 1 allg.
2 i. d. R. übertr. auf besonders hervorragende Personen oder Sachverhalte
   1 allg.: swenne das lieht schone in dem lúhtevas ist entbrant, so ist des lúhtevasses zierde schone bekant Mechth 7: 27,12. – bildl.: der diep hanget mit sinen fuͤssen uf und ist in der helle ein lúchtevas; die unseligen sehent doch nit deste bas Mechth 3: 21,45    2 i. d. R. übertr. auf besonders hervorragende Personen oder Sachverhalte: den armen was er milde / und ein stab der kranken, / die er liez nindert wanken / wand er in gute lere ie maz. / sus was er gar ein luchtevaz / allen guten gemein, / den er mit ganzer truwe erschein Pass III 368,26. 303,31; Apollonius was sin name, / dem lande gar ein luhtevaz Vät 6173; so ist denne sin gewissede betruͤbet, das ein lúhtevas ist des heligen geistes, wan die gewissede lúhtet nit ane des heligen geistes lieht Mechth 7: 27,10. 7: 27,14. 7: 27,15; Erz III 41,276; HeslApk 20917. 22256. 22313. – für Maria: vrouwe min, / miner hoffenunge ein schin, / miner selden ein luchte vaz Pass I/II (HSW) 11799 u. ö.

MWB 3,3 1215,41; Bearbeiter: Luxner

liuhtic Adj. ‘hell, leuchtend, strahlend’ diu wîse und diu klâre / mangem herzen was ze vâre [eine Gefährdung] , / daz twanc ir liuhtic glesten UvEtzWh 4339; div lucerna dines lichnams ist din avge. ob din avg ainvaltik wirt. din gantzer lichname wirt lühtik [ totum corpus tuum lucidum erit Mt 6,22] . ob aber din avge ein schalck wirt. din gantzer lichname wirt ein vinsternüsse EvAug 12,6. 163,19; EvAlem 52 (Mt 6,22); wo sie [die Minnedame] by tusent frawen sitzt, / ez sy luchteg oder tymber [dunkel] , / so get vor uz von ir ein schimber, / als ob die sunne dar uff breche Minneb 4793. 3369. durch daz man manheit billich zelt / liuhtiger an dem armen sîn / und haben lobes rîchern schîn, / dann an dem von der edeln art, / der sich billîch zuo tugent schart HvBer 10633

MWB 3,3 1215,62; Bearbeiter: Luxner

liuhticheit stF. ‘Helligkeit, Glanz, Schein’ an sich selben mag sie [die Seele] nicht klâr sîn, sundern sie ist lûter und er [ihre] lûchtikeit wirt erlûchtet von unsers hern klârheit, alsô die sonne erlûchtet die tûfe [Abgrund] Eckh (S) 24,36. – ‘Erleuchtung’ sît mîn ougen hant gesehen / daz grôze heil [...], / daz du zeinr erliuhtecheit [La. ze einer lüchtekeit ] / allen liuten hâst bereit [ quod parasti gentibus ad illuminandum (V. 2120)] WvRh 4090

MWB 3,3 1216,14; Bearbeiter: Luxner

liuhticlîchen Adv. ‘leuchtend, funkelnd, glänzend’ und luchticlichen git er [ ir munt ] glitzen / reht sam ein uber heller blitzen Minneb 3411

MWB 3,3 1216,23; Bearbeiter: Luxner

liuhtnisse stNF. ‘Glanz, Helligkeit’ die engele dar kamen / mit einem [La. einer ] luhtnisse also groz, / daz ez durch unse ougen schoz HeslNic 2361. 2849; von irre suzen einvaldikeit / ir luchtnisse sulchen schin treit / daz sie luchten in dem vinstern / zur zeswen und zur linstern / hende HeslApk 21986; wie ir menschlich licham ist getempert und geformet in die edel lúhtnisse der sele únser froͮwen Mechth 2: 3,33. 3: 1,137

MWB 3,3 1216,26; Bearbeiter: Luxner

liuhtunge stF. auch liet- ( PrWack 10,43 ). ‘Licht, Glanz, Helligkeit’ ze gelicher wis als die klare sunne schinet, so verblendet si alle die lúchtunge der sternen Tauler 378,22; ob ich volgite der lere und geordinit were zu der luchtunge der engle. ich were allir seligist ob ich gesamenit worde Parad 46,28; daz sint di nivwen osteren. die wir begen suln. daz uns god fvorite vzir deme abgrvnde des ewigin todis. indie lietvnge. vnde indie wihtum der himelesgvn Ierusalem PrWack 10,43; Pass III 422,96. so kumt die luterinne, / die sunne rehter minne, / die brenget vreude vollenkumen. / wirt ez ir niht undernumen / von des nebels zwivelunge, / so wirt die luhtunge / suze unde lobesam Vät 15364

MWB 3,3 1216,35; Bearbeiter: Luxner

liumhaftic Adj. auch lui-. ‘angesehen, geachtet’ dára nâch uuérdent sîe lûimháftig gûoter uuércho. únte ist der lûimunt álso sûoze. sámo odor nardi Will 69,12; da mít máchot ír sîe lîumhaftig stâtegero túgede ebd. 72,9

MWB 3,3 1216,50; Bearbeiter: Luxner

liumunden swV. hier Part.Prät. ‘diffamieren, in schlechten Ruf bringen, herabwürdigen’ (s.a. verliumunden ): das er sich zaig götlich allain an der scheinung und an den wercken sei ain übeltuer, so wirt er von got verbarffenn [ reprobabitur ‘verworfen’ ] und verschmähet von den leütenn, und wirt sein getät geleüntet [ infamabitur eius factum ] und sein reich geminnert, und wirt sein getzird mangelnt der eren HvHürnh 9,8

MWB 3,3 1216,55; Bearbeiter: Luxner

liumunt stM. große Formenvarianz: lu(i)- ( Will ; StatDtOrd ); lvmed Martina 117,20; lie- ( Konr 7,13 ), liumet ( KvWTroj ; WvRh 8000 ), verkürzt liumt, leumt ( PrOberalt 85,1; Krone 1048; WvRh 7860; PrSchw 1,21 ), leunt, liunt ( HvHürnh ; EvAug ; Ottok ; PrHoff 73,14; UrkWittelsb 1,147 (a. 1255)), lúmde, lúnde ( Seuse ); swM. (z.B. PrBerthKl 5,58; HvHürnh ; EvAug 32,19; Seuse ; PrSchw 1,21 ). 1 die gesellschaftliche Stellung betreffend ‘Ruf, Ansehen, Leumund’
1.1 allg.
1.2 positiv als guoter ~
1.3 negativ als bœser ~
2 was erzählt, berichtet wird
2.1 über etw. oder jmdn., i. d. R. negativ konnotiert ‘Gerücht, (üble) Nachrede, Verleumdung’
2.2 spez. als Bez. für die vierte Gliederungsstufe eines Textes im WälGa (vgl. Palmer, Kapitel, S. 69)
   1 die gesellschaftliche Stellung betreffend ‘Ruf, Ansehen, Leumund’    1.1 allg.: vnd allez, daz ivren livmvͤnt vnd ivre ere mag geminneren vnd geswechen, daz verpieten wir SpitEich 40,11; sô man gemerket, in welher ahte unde welhes lûmundes sî der brûder, der gerûget ist StatDtOrd 79,21. 83,30; dv solt gedultich sin gein dinem næhsten, swenne er dir nimt daz dv hast, swenne er dir dinen livmden swechet PrBerthKl 5,58; StRAugsb 111,9; WüP 46,1 u. ö. – auch ‘Ruhm’ in dem zit do hort Herodes ein fürste über vir lant den livnten von Ihesu EvAug 32,19; sus tet dirre liumet in [Jesus] bekant / allen gebürten [Geschöpfen] dur diu lant WvRh 8000; und wart sein [Alexanders] leünt [ fama sua ] gepraitt über alles ertreich HvHürnh 1,8    1.2 positiv als guoter ~ : darumme daz sî an ir gûten lûmunde oder an anderen ir dingen iht schadehaft mugen werden StatDtOrd 50,20. 79,2; pei der fledermaus verstên ich die valschen nâchreder, die den läuten in der vinster, daz ist haimleichen, ir êr abpeizent und verderbent in daz antlütz irs guoten leumundes und irs löbleichen namens BdN 227,16; als chumet uon den guten werchen der guͦt leunt PrHoff 73,14; wann wer pegeret den gueten leunten [ bonam famam ] , der wirt namhafft und erlich HvHürnh 6,2. 6,5; PrOberalt 85,1; SpitEich 42,25; VMos 83,21. do begvnde sich vaste breiten der svͦze liemvnt von siner heilicheit Konr 7,13    1.3 negativ als bœser ~ : wirte unde die stete, die bôses lûmundes sint, sulen sie vermîden StatDtOrd 50,16. 82,5    2 was erzählt, berichtet wird    2.1 über etw. oder jmdn., i. d. R. negativ konnotiert ‘Gerücht, (üble) Nachrede, Verleumdung’ ez sî wâr oder gelogen, / swaz in den liument wirt gezogen, / der inziht [Anschuldigung] dâ heizet, / der quicket unde reizet / ie zer ergeren hant Tr 15400; daz ez sîne vriunt und sîne man / vernemen unde hœren, / ob er hie mite zestœren / disen liument unde dise lüge / mit unser aller râte müge ebd. 15463. 15406. 15394. – zur schnellen Verbreitung von (falschen) Gerüchten: nu flouc dirre liumt gelîche / über al daz künecrîche, / dâ von älliu diu diet / in ze lobenne geriet WvRh 7860; KvWTroj 24714    2.2 spez. als Bez. für die vierte Gliederungsstufe eines Textes im WälGa (vgl. Palmer, Kapitel, S. 69): etlich teil hat zehen capitel, etlichz mer, etlich minner unde ein ieglich capitel hat sinen liunt, etlichz vil, etlichz lutzel WälGa Vorr. 403; spreche ich in vier liument ebd. Vorr. 410; da sprich ich an sehs liuͦmten ebd. Vorr. 408. – nicht hierher, sondern zu → lûmen gehört lûmen HeslApk 1354. 3716 (vgl. Glr.z.St.; anders Lexer, Nachtr. 302)

MWB 3,3 1217,1; Bearbeiter: Luxner

liumunthaft Adj. hier lûment-. ‘angesehen, geachtet’ alsô sint die diemuͦtigen die werdint lûmenthaft guͦter werche unde ist der lûment alsô suͦze same der stanch nardi unde wahsent siu uon ainir tugent in die anderen als sich diu bletter breitent TrudHL 60,29

MWB 3,3 1217,63; Bearbeiter: Luxner

liuschel (?) stN. wohl zu → lûʒ bzw. → 1lûʒen ; hier laischel. ‘Hinterhalt’ hüet iuch, vil lieber herre mîn! / ditz dinc ist wan ein laischel [l. liuschel, vgl. Anm.z.St.] . / hüet iuch oder ir werdet snel / von sînen handen getœt, dâst wâr. / habt iuwer huot mit sinnen gar! EnikFb 611

MWB 3,3 1218,5; Bearbeiter: Luxner

liut stMN. , liute stSubst. (Pl.) md. oft lût, lûte; Pl. auch luͦt ( Rol 603. 1725; Hochz 307; Eilh M,3582; Konr 11,81; UrkCorp 62,26; vgl. auch 3luot ), læut ( PrOberalt ), loͤut ( PrOberalt 17,6. 32,5 ); selten schwach (z.B. RvEWh 126. 15646; SHort 1242. 1158 ), im Neutr. selten auch liute ( Konr 15,59 ). i.d.R. bezogen auf eine Gruppe von Menschen, wobei genauer unterschieden werden kann, ob diese Gruppe als Zusammensetzung einzelner Individuen oder als kollektive Größe aufgefasst wird (vgl. Ehrismann, Volk, S. 60-72) 1 Gebrauch als Individuativum
1.1 selten im Sg., ‘Mensch’
1.2 i.d.R. im Plural, ‘Leute, Menschen’
1.2.1 allg. und nicht näher spezifiziert
1.2.2 im Sprichwort (vgl. Friedrich, PhrasWB, S. 279f.)
1.2.3 in Verbindung mit einem Attribut näher spezifiziert als einer best. Gruppe zugehörig
1.2.3.1 relig.-kulturell einem best. Volk bzw. einer best. Volksgruppe zugehörig
1.2.3.2 gesellschaftl. einer best. sozialen Schicht oder Gruppe zugehörig
1.2.4 einer best. (Herrscher-)Person oder Institution zu- bzw. untergeordnet (s.a. eigenliut )
1.2.4.1 in relig. Kontext
1.2.4.2 in gesellschaftl.-hierarchischem Kontext auch ‘Gefolgs-, Dienstleute, Vasallen; Lehnsleute, Leibeigene’ (im krieger. Kontext auch auf das bewaffnete Gefolge bezogen)
1.2.4.3 in familiär-verwandtschaftl. Kontext
2 Gebrauch als Kollektivum (häufiger stN., seltener stM.)
2.1 allg. ‘Menschheit, Menschengeschlecht’
2.2 nicht näher spezifiziert einen Personenkreis bezeichnend, ‘Gruppe (von Leuten), (Menschen-)Menge’
2.3 (mehr oder weniger deutlich) spezifiziert bezogen auf eine Gruppe von Menschen, die hinsichtlich ihrer historischen, sozialen, kulturellen bzw. politischen Zusammengehörigkeit bestimmt ist, ‘Volk, Bevölkerung’
2.3.1 allg.
2.3.2 im relig. Kontext
2.3.3 in gesellschaftl.-hierarchischem Kontext auch ‘Gefolgs-, Dienstleute, Vasallen; Lehnsleute, Leibeigene’ (im krieger. Kontext auch auf das bewaffnete Gefolge bezogen)
2.3.4 in familiär-verwandtschaftl. Kontext, auch ‘Familie, Verwandtschaft’
   1 Gebrauch als Individuativum    1.1 selten im Sg., ‘Mensch’ er wil daz ieweder liut werde sîn trût Gen 2764; ich bin ein wurm und niht ein liut LvRegFr 3040    1.2 i.d.R. im Plural, ‘Leute, Menschen’    1.2.1 allg. und nicht näher spezifiziert: jn dez kúnegez ziten wurden die lúte [ genus humanum ] in drú geteilet. von Sem kamen die frigen. von Iafet camen die ritere. von Kam camen die eigin lúte Lucid 17,3; sorge ist unwert, dâ die liute sint vrô MF: Mor 13: 2,7; ein stein heizet dîamant, / der ist niht vil liuten bekant Volmar 290; und her sprach zuͦ en: kuͦmit nâch mir, und ich mache ûch werden fischêre der lûte [ piscatores hominum ] EvBeh Mt 4,19; daz niht aleine hundert, sunder alle liute, als verre sie liute und menschen sint, werdent im unglîche lieber dan im nû natiurlîche sîn vater, muoter oder bruoder liep sint Eckh 5: 24,10; JPhys 9,21; MF:Reinm 27: 4,3; MarlbRh 14,31; MNat 6,12. – in der Anrede: vil gvͦten livte! Spec 5,20; mine uil libin lúte Rol 260; nu guoten liute, tuot sô wol / und saget mir, wâ welt ir hin? Tr 2720; Wig 5361; HimmlJer 144; Mechth 3: 1,38. alle der liute vasenaht für den ersten Fastensonntag: an dem svnnendage ze naht vor alle der lúte vasenaht UrkCorp (WMU) 1851,32    1.2.2 im Sprichwort (vgl. Friedrich, PhrasWB, S. 279f.): – i. S. v. ‘es (nicht) allen recht machen können’ swer den liuten allen / welle wol gevallen, / armen unde rîchen / muoz er sich gelîchen, / den übelen unde den guoten, / den tôren unde den fruoten; / wil er der aller hulde hân, / sô muoz er selten müezec gân Freid 133,5; daz recht nîman gelêren kan, / daz den lûten allen / kunne wol gevallen SSp (W) Reimvorr. 123; nieman den lûten allen / zu danke lebete noch en sprach, / man wil ouch mich verschallen ebd. Reimvorr. 54; vgl. auch: in [den wîsen man ] dûhte der niht wol gemuot, / der aller der liut willen tuot UvZLanz (K) 6. – auch sprichwörtl. (?): swâ guoten liuten wol geschiht, / daz gefüeget sich wol alsô UvZLanz (K) 1600; man sol zu recht guͦt lúte senden da man hohe sach wil enden Lanc 147,31    1.2.3 in Verbindung mit einem Attribut näher spezifiziert als einer best. Gruppe zugehörig    1.2.3.1 relig.-kulturell einem best. Volk bzw. einer best. Volksgruppe zugehörig: vnde saget den krischennischen [griechischen] luten, / daz ich in enputen, / daz sie hinnen keren Herb 397; diu liute von Kriechen sint swach / an herzen unde an were Eracl 4442; dise súnde ist nit von cristanen lúten ufkomen Mechth 7: 47,7; so sint einu liute da bi, / haizent Arimaspi HimmlJer 231; mit den sint bezaichent die hebreischen læut PrOberalt 48,12. 151,11; BdN 283,12; Spec 69,7    1.2.3.2 gesellschaftl. einer best. sozialen Schicht oder Gruppe zugehörig: biderbe/êrhafte/  guote ~ u.ä. für unbescholtene, rechtsfähige Personen (die auch als Zeugen fungieren können): und her ime sîne kost gelde nâh gûter lûte kure SSp (W) 2,29; vnd svln die bvrger iegesliches tors slivzel bevelhen bîderben livten UrkCorp (WMU) 33A,2; Ot der Sneider, Leutwein von Teusendorf vnd ander guͦt vnd getriwe leut ebd. 3411,14; den ersamen lûten, den burgern vnd dem rathe von Zûrich ebd. 2209,17 u.ö. edele ~ auch ‘Edelleute, Adlige’ wir edele lude, Otte, der greue van Gelren, Diederich, der greue van Clieve UrkCorp (WMU) 75,32. 71,7. 3127,34. eigene ~ ‘Leibeigene’ (s.a. eigen Adj. 1.2.1): alle die eigene liute die zv der chirchen gehoͤrent UrkCorp 2050,8; daz einkein herre erben sol siner eigener luͦte eigen UrkCorp (WMU) 3290,30. 494,25. geistliche ~ für Geistlichkeit und Ordensleute (s.a. geistlich 2.2.2): disiu dinch uernement geistliche lîute wole JPhys 17,29; als es wol gecimet geistlichen lûten StatDtOrd 44,24; das hindert geistliche lúte allermeist an rehter vollekomenheit Mechth 5: 33,3; Tauler 127,12; VMos 35,25; PrOberalt 171,35. gërnde/  var(e)nde ~ für das fahrende Volk oder Wandersänger (zur Sache vgl. LexMA 4,231; s.a. Friedrich, PhrasWB, S. 279 sowie gërnde Part.-Adj. 2): vil varnder liute man dâ sach Mai 88,25; swen gerende liute gerne suochen, der ist êren rîche Unverzagt 3:8,1; zu der bruloch so quamen do dar / varender lude manche schar KarlGalie 13523; eralden [ heralden Spielleute] und gernde leút / dez fursten mild al da erfreẃt Suchenw 4,139; dy varenden lewte geleiche / machte man alle reiche HvNstAp 4054. 6011. 18416; RvEGer 5074; WälGa 3791. guote ~ spez. als Bez. für das städt. Patriziat in Köln: nu hore dan wat myn konynck dede / zo Coelne in deser hilger steyde / umb der vil gueder lude beide HagenChr (G) 218 u. ö.; vort die gude luͦde, die uzzir irme ampte wordin gedan inde vmbedingit sint, die sulin wiedir in ir ampt kuͦmin UrkCorp (WMU) 62,44; spez. für ‘Aussätzige, Leprose’ (vgl. DWB 4,1,6,1292f.): alles daz reht daz sie haten an der nvͥwen mvͦlen die da gelegen ist vf der wisen [...] bi den gvͦten lvͥten vor der stat ze Halle UrkCorp 2539,40; her Cvͦnrat Hv́bischman vnd die bruͦder phleger des hvses der guͦten lûte [des Gutleuthauses] der siechen bi Friburg an dem velde UrkCorp (WMU) 1648,13. N103,24    1.2.4 einer best. (Herrscher-)Person oder Institution zu- bzw. untergeordnet (s.a. eigenliut )    1.2.4.1 in relig. Kontext: hilf [Maria] dinen armen luden, / die dig van allen landen / widene ane ruofent MarldA 262; er sprichet, daz er in dem wone, der sinen willen toͮ, unde er sî unser got unde wir sin sîne lûte Spec 135,22    1.2.4.2 in gesellschaftl.-hierarchischem Kontext auch ‘Gefolgs-, Dienstleute, Vasallen; Lehnsleute, Leibeigene’ (im krieger. Kontext auch auf das bewaffnete Gefolge bezogen): sî mugen ouch lûte, wîp unde man, knehte unde dirnen, zu êwelicheme rehte besizzen StatDtOrd 30,15; ‘hatt er vil lúte?’ ‘er hatt wol hundert tusent man zu roß.’ Lanc 235,27; besendet iuwer liute / morgen unde hiute Iw 2149; vnd sulen ouch vnser reiter vnd vnser beste levte zwelfe [ 1603A,21: militares homines nostri ] [...] im sweren UrkCorp (WMU) 1603B,16 u.ö.; ich wil gerne dingen / mit allen minin luͦten Rol 603; Ägidius 805; Hochz 157; PrOberalt 169,35; HagenChr (G) 231. – formelhaft mit guot bezogen auf die Gesamtheit des Besitzes und Herrschaftsgebietes (vgl. Friedrich, PhrasWB, S. 279): ich was herre über ditze lant / unde stuont gar in mîner hant / beidiu liute unde guot Wig 4678; liute und guot, swaz heizet mîn, / daz kêr ich iu gein diens siten Parz 362,2; nu fuoren si zuo unde samneten allez ir geslähte und alle ir liute und allez ir guot unde fuoren gegen Egipten BuchdKg 26,14; KvWTroj 19179; Krone 7916. – formelhaft mit lant auf das gesamte Land mit seinen Bewohnern, das gesamte Herrschaftsgebiet bezogen (vgl. Friedrich, PhrasWB, S. 279): si gap mir liute unde lant Parz 90,24; sô daz ich mîne liute / und mîniu lant behalte KvWSchwanr 866; umbe ewelichen vride uͦns lanz inde vnsir luͦde UrkCorp 62,26; lant und lute warent uch under than SalMor 416,3; Herb 3946; Iw 7715    1.2.4.3 in familiär-verwandtschaftl. Kontext: Dan scol gibieten ouch sînen lûten / sam ander sîn chunne mit lutzeler wunne Gen 2840; ich mache von dînem geslähte alse vil liute dar inne die unzalhaft sint BuchdKg 27,2    2 Gebrauch als Kollektivum (häufiger stN., seltener stM.)    2.1 allg. ‘Menschheit, Menschengeschlecht’ der tûvel hete daz lût betrogin PrMd (J) 340,12; diz lût wêre dar an glîch, / iz wêre alliz sterblîch SAlex 4858; er was rîch unde gewaltic, / dô was daz liut einvaltic, / daz twanc er in sîn gebot RvEBarl 9952; ÄJud 3. got hat liut und lant [Menschen und Welt] / von manigem wunder gemaht, / mit sîner tougen bedaht UvZLanz (K) 7906    2.2 nicht näher spezifiziert einen Personenkreis bezeichnend, ‘Gruppe (von Leuten), (Menschen-)Menge’ von des liutes schalle daz gebirge allez erdôz NibB 961,4; daz liut allesament kam, / ritter und vrouwen UvZLanz (K) 2164; des mers vluot der ünde / mac sô manige niht getragen, / als liute drumbe wart erslagen Wh 8,14; also, daz wir, noch vnsers luͥtes nieman, noch enheiner vnser erben siv dar an vvͥrbaz me beswaͤren vnd geirren svln UrkCorp (WMU) 159,22; sich hof der lut ouer den doz / dar wart der scal harde groz Roth 2987 (vgl. Roth (V), Anm.z.St.); Ägidius 1319; Lucid 94,11    2.3 (mehr oder weniger deutlich) spezifiziert bezogen auf eine Gruppe von Menschen, die hinsichtlich ihrer historischen, sozialen, kulturellen bzw. politischen Zusammengehörigkeit bestimmt ist, ‘Volk, Bevölkerung’    2.3.1 allg.: der pabeste, der gebot oͮch mit rate des sendes vnd mit verhanchnusse des romischen liutes Konr 15,56; got hat dich irhoret, / daz lút wirdit bekeret Rol 58; er [Alexander] irslûc des lûtes [von Tyrus] de menige SAlex 1299; si wurten swarz unt egelîch, den ist nehein liut gelîch Gen 656; VMos 77,2; PrMd (J) 341,32; Kchr 10403. – im Pl. wohl hierher i. S. v. ‘Völker’ (aber auch Zuordnung zu 1 möglich): bi Salmonis zitin / was sulich vridi undir din lutin, / swelich enti dir man wolti varin, / niheinis urlougis wart man giwari LobSal 240; und wan ich gerne hæte erkant / unkunde liute und vremediu lant Tr 3116    2.3.2 im relig. Kontext: daz ist daz juͤdisch liut PrOberalt 68,13; von deme wirt geborn der ze hirte ist irchorn / uber al den liut der gote scolte wesen liup Gen 2945; daz heidiniski lîut daz uone suntin inuinstere was JPhys 7,7; daz daz israheliske liut da verlorn was! AvaLJ 71,4; Spec 131,21; VMos 32,1. der selb chnopf [Verbindung am Leuchter] bediutet den heiligen Christe, der diu zwai liute, die iuden vnd die heiden, gesament hat in einem gelouben Konr 21,28. Bâlââmes sternen schîn / erschein an der gebürte sîn, / daz mensch wart in Jerûsalêm, / der herzoge kam von Betlehêm, / der von der sünde arbeiten / sîn liut solte leiten, / als Michêas im gehiez RvEBarl 2624; der gewaltige got zu in sprah / min livt hat gesundet / si habent garnet den tot VMos 53,2; mines trehteins læut PrOberalt 12,38 u.ö.; Spec 66,27. 140,8    2.3.3 in gesellschaftl.-hierarchischem Kontext auch ‘Gefolgs-, Dienstleute, Vasallen; Lehnsleute, Leibeigene’ (im krieger. Kontext auch auf das bewaffnete Gefolge bezogen): sô nim dû mîn liut unde var / hin heim ze Parmenîe wider Tr 7468; do huͦben sich gewisse / der kuninc vnd der bischof / zvͦ den uorste uil drate / sam grozeme lute Ägidius 464; wir geben ire scaz unte vihe, eigines unte liutes vile Gen 1613; do si do fuoren an die vart / unde der liut gesamenet wart Hochz 268; her heiz daz luth unde die riesin ingan Roth 805; ê er [der König] sinem lîvte bvͦzze unde riwe satzte Spec 63,13; Wh 335,1; Rol 3737. – formelhaft mit guot bezogen auf die Gesamtheit des Besitzes und des Herrschaftsgebietes (vgl. Friedrich, PhrasWB, S. 279): darnâch reit er wider in sîn lant Sennaar unde fuorte mit im liut unde guot BuchdKg 61,8; sô wirt liut unde guot verbrant / und swaz iu, herre, an hœret KvWTroj 19014. – formelhaft mit lant auf das gesamte Land mit seinen Bewohnern, das gesamte Herrschaftsgebiet bezogen (vgl. Friedrich, PhrasWB, S. 279 und lant 6.4 mit weiteren Belegen): scolt ich in toten mit miner hant, / ich gabe liut unde lant Rol 2580; er bevalch sîn liut und sîn lant Tr 465; und enpfalh im gar in sîn hant / beidiu liut und lant UvZLanz (K) 1246; Iw 2889; Wig 9437; erweitert: er nam im luͤt, guot und lant Ammenh 7222    2.3.4 in familiär-verwandtschaftl. Kontext, auch ‘Familie, Verwandtschaft’ got geruoche dich geseginen und lâzza dich sô gemeginen [zahlreiche Nachkommen bekommen] , / daz dû mit liutes chrefte chomest zuo dînem erberehte Gen 1235; daz er [Herakles] durch tobenden unvuoc / sîn liut und sîn kint ersluoc RvEBarl 10146

MWB 3,3 1218,11; Bearbeiter: Luxner

liut- s.a. lût-

MWB 3,3 1222,1;

liutærinne stF. ‘Glöcknerin’ item ainer leütärin 4 fell UrbSonnenb 120

MWB 3,3 1222,2; Bearbeiter: Luxner

liutbære Adj. ‘öffentlich’ (für weitere Belege und Ableitungen vgl. AWB 5,1221; s.a. lûtbære ): publicus: lvetparer SummHeinr 2:427,01.87

MWB 3,3 1222,4; Bearbeiter: Luxner

liutbrehe Adj. lûtbrehe

MWB 3,3 1222,7;

liutbrôt stN. ‘gewöhnliches, nicht geweihtes Brot’ (vgl. AWB 5,1222; s.a. leienbrôt ): panes laicos: liutprot, leginproth, [...], lainprot Gl 1:402,63

MWB 3,3 1222,8; Bearbeiter: Luxner

liute stF. vgl. ahd. [h]lûtî stF.; vgl. lût stM., lûte stF. ‘Ton, Laut’ ich wil mit hôhen liuten schallen Walth 63,26. – auch ‘Lärm, Getöse’ sein [des Felsstroms] rvns in der leute stuont [verursachte ständigen Lärm] Krone 7983; si sagt im, waz die leute, / die si horten, bedeute, / so starch vnd so grimme ebd. 7990

MWB 3,3 1222,11; Bearbeiter: Luxner

liutehe stN. hier -ech. ‘Menschenmenge’ ez zürnet unde grînet daz arme liutech, sô im einiger halm an dem wege lît, unde grînet unde fluochet unde schiltet unde wüetet, sam ez mit dem tiuvel behaft sî PrBerth 1:101,9

MWB 3,3 1222,18; Bearbeiter: Luxner

liutel stM. ‘Glöckner’ darumb hat er buͤrgen gesatzzet Conr[at] und Heinr[ich] di eisenhuter, den coler, den smit und den levtel NüP 192

MWB 3,3 1222,23; Bearbeiter: Luxner

liutel stN. (Pl.) Dimin. zu liut , ‘kleine, kleingewachsene Menschen’ ez sint auch klaineu läutel, die wonent auf ainem perg in India, die haizent Pigmêi, diu sint zwaier daumellen lanch und streitent mit den kränichen BdN 490,35. 491,1

MWB 3,3 1222,26; Bearbeiter: Luxner

1liuten swV. auch ge- ( UrkCorp 248B,10 ); Prät. auch lût(t)e, loute ( Serv 3208 ); durch graphemische Mehrdeutigkeiten sind, bes. in md. Texten, Belege nicht immer eindeutig 1liuten 1 (von ahd. [h]lûten) oder → lûten (von ahd. [h]lûtôn) zuzuordnen (vgl. AWB 5,1439-1442. 1446f.). 1 intr. ‘einen Ton, Klang, Laut von sich geben’
1.1 von Glocken ‘läuten’
1.2 ‘(er-)klingen, (er-)tönen’
1.3 ‘sich anhören, lauten, klingen’
2 tr.
2.1 ‘etw. läuten, zum Läuten, Klingen bringen’ (i.d.R. von Glocken)
2.2 ‘einläuten’
2.3 ‘etw. verkünden, (aus-)rufen’
2.4 wohl auch ‘jmdn. (durch Läuten?) rufen’ (vgl. FrlWB, S. 216)
   1 intr. ‘einen Ton, Klang, Laut von sich geben’    1.1 von Glocken ‘läuten’ vil glocken hôrte man dâ liuten Ottok 18439; da hort der konig ein glocken lúten zu eim closter Lanc 537,22    1.2 ‘(er-)klingen, (er-)tönen’ swer in [den Stein] rehte erkennen sol, / der slahe dar ûf lîse: / sô liut er in der wîse / alsô hô und alsô helle / rehte als ez sî ein schelle Volmar 502; ouh lûtte an der stunden / daz hêrlîche tier [ein Automat] / mit der stimmen alsein pantier SAlex 6024. – von Instrumenten (auch mit indir. Obj.): do luitin simo [ si imo ] zisamini / mid trumbin joch mid cymbilin, / mid phigilin undi swegilbeinin, / mid rottin undi mid lyrin, / mid phiffin undi mit sambuce [Pauken] ÄJud 25; die orgellen lútent hoch Tauler 292,14    1.3 ‘sich anhören, lauten, klingen’ ie ze siben stunden koment die heligen engel zuͦ dem lichamen mit lobelichem sange, der lutet alsus: helig, luter, einvaltig, wise, gotte von herzen liep Mechth 4: 23,10; aber es lutet groblichen und machet doch verstentlich Tauler 294,1; ez liutet tôrlîche und ist doch wâr Eckh 1:50,1. – zu liuten i.S.v. ‘bedeuten’ bei Tauler ( 164,33. 166,19. 167,2) s. Corin, TextkrV, S. 31f. und vgl. Eckh 2:239,1. 2:569,5    2 tr.    2.1 ‘etw. läuten, zum Läuten, Klingen bringen’ (i.d.R. von Glocken): zv der kirchen lief er vnd nam / die gloksnvr in die hant / vnd lvte die glokgen, die er vant ReinFu K,1572; daz men ze hochgeziten vil gloken lutet Lucid 86,2; da sal min eini glockin zu luiti Mühlh 151,15; man liutet den singôz [eine kleine Glocke] EnikWchr 26043; ir sît wol wert, daz wir die gloggen gên iu [für euch] liuten Walth 28,14; StatDtOrd 95,32; StRAugsb 50,10; HvNstAp 16873; KvWEngelh 3291; WüP 7c,12. – mit Refl.-Pron.: dâ liutt sich vil helle / in dem palast ein schelle EnikWchr 21053; sich begunden über al / die glocken selbe liuten Greg 3757. – mit Aussparung des dir. Objekts: warunbe lúte wir niht in den drien dagen? Lucid 109,18. 109,20; nâch siten kristenlîchen man vil liuten began NibB 1850,4; do lief er hin vil schiere, / da er die gloksnure vant, / und begunde liuten zehant / ze sturm wol mit schalle StrKD 70,38; diu pfafhæit loute unde sanch Serv 3208; NvJer 12627; mit präp. Erg., zu einer best. Zeit bzw. einem best. Anlass läuten (als Aufforderung zu einer bestimmten [liturgischen] Handlung): nu man zer mettînstunde / liuten begunde Tr 15140; sô man hînt metten liute ErnstD 5305; lvtin ze gottis dienste BrEng 47; RvEWh 14783; StRFreiberg 246,3; vgl. auch: man lûte dâ zem münster nâch gewoneheit NibB 1005,1; daz die vurginantin burgar sulen an sunnentage, der nu kumet, als die phaffen in komen sulint, luten uf den hof zuͦ Spire UrkCorp (WMU) 680,5. mit geliuteten glocken ‘unter Glockengeläut’ do zoch brvͦder Heinr. das selbe gvͦt [...] in des klosters gewalt mit gelvten glogen nach des landes sitte UrkCorp (WMU) 341,11. – subst. ‘Glockenläuten’ waz sol diz liuten diuten? UvTürhTr 3481; daz mir daz liuten [des singôʒ, einer kleinen Glocke] werd bekant EnikWchr 26035; das ir da [die Messe] singent oder heizent singen, doch mit beslozzenen tvrn vnd ane lv́ten UrkCorp (WMU) 93,38. 1797A,6. – bildl.: dez hungers helle gloggen / in sin ore liutent Martina 131,21    2.2 ‘einläuten’ an sant Evlalien tach, des samztages, so man læt daz vrævden gesanch alleluia UrkCorp (WMU) 345,8; als man none geludet hett Lanc 593,19; dâ sal der capellere die gecît zu rehter cît heizen lûten StatDtOrd 117,28    2.3 ‘etw. verkünden, (aus-)rufen’ dar nach lutet der priester mit der stimme: ‘nobis.’ Lucid 100,13. 80,10; ich hoͤre ein stimme, die lutet ein teil von minne Mechth 1: 44,11. 3: 24,24; swenne man die chuntschafft bringen und lütten will UrkLudw 211 (a. 1344); HeslApk 9416    2.4 wohl auch ‘jmdn. (durch Läuten?) rufen’ (vgl. FrlWB, S. 216): sit daz mich lut [La. leuͤt ] / kunst uf bescheidenheit Frl 8:8,6

MWB 3,3 1222,31; Bearbeiter: Luxner

2liuten swV. ‘mit liut versehen’, hier als Part.-Adj. ‘bevölkert’ die liute sint gelandet [mit Land versehen] wol, / diu lant niht wol geliutet RvZw 215,2. – ‘ mit Gefolge ausgestattet’ da von haist er ein herr groz / daz im volgt ein grozzew schar. / daz pringt auch der phenning dar: / so er ie mer zu geben hat, / so er ye paz gelauͤtet stat Teichn 417,38

MWB 3,3 1223,52; Bearbeiter: Luxner