l – lâchen lâchen – laden laden – Lahrein lahs – lampartisch lampe – lanclëbic lanclîbe – lancwat lancwiric – lant|âht|acker lantâhte – lantgemeine lantgenôʒ – lantleite lantliut – lantreister lantrihtære – lantsidel lantsidel – lanttwingære lanturliuge – lantwîn lantwîp – larrûn larventier – lasterkleit lasterkôsen – lasterwunde lastkarre – Latrisëte latrôn – læʒic (?) læʒlich – lëbendic lëbendigen – lebezelte lëbezuht – 3lecken lëcken – lëder|gerwe lëderhosære – lëdic|sagunge lëdic|vrî – lëgerhort lëgerhuobe – lêhengëlt lêhenguot – lêhensrëhten lêhensteidinc – leidebërnde 1leiden – leienphrüende leienrëht – leissup leist – leiterboum leiteren – leitstap leitstërne – lemmelîn lemnisse – lenderieren lenderl – lenke lenken – lêrchenmunt lêre – lërnkint lërnknabe – lësemeister lësen – lettener letter – levîte lëwe – lëwinne leyô – lîch lîch – lîchphenninc lîchreste – 1liden 2liden – lîdunge lie – liegære liegærinne – liehticheit liehtkerze – liehtvaʒ liehtvlüʒʒic – liepsuochende liep|swinderinne – lîhenisse lîhkouf – lîhtsüeʒe lîhtunge – 2lîm (?) limbel – lindelîche 1linden – lînhose linie – lînsoc linster – lîpgedinge lîpgedingede – lippenlappen lippe|swër – listen lîsten – 2lit lit- – litze litze – liut- liutærinne – liutsælde liutsælic – löbelach lobelich – loc loch – lodewërc lœdingære – lônærinne lônbære – lônen
|
lantvride, landesvride
swM.
‘Landfrieden, Rechtssatzung zur landesweiten
Friedenssicherung’ (bezogen auf den königlichen Reichslandfrieden wie auch
in einzelnen Regionen des Reichs; vgl. mit zahlreichen weiteren Belegen WMU 1089f.
und DRW 8,383–387, zur Sache vgl. auch 2HRG 3,483–505):
gein Elsâz ûf der keiser vuor, / den lantvrid man umbe und umbe gemeinlîch
swuor Loheng
3322;
der lantfride wart irnuͤwet mit der fúrsten vnd der lantherren vnd der stete
geswornen eiden [...] vf deme houe zv Spire UrkCorp
(WMU)
1401,38;
vnd welln vnd gebieten auch, daz di bischoͤlf, di zvͦ dem lande ze Baiern
gehoͤrnt [...], auch sweren disen lantzfrid
[
lantfrid
475A,25
] bis ze den winahten, di nv chompt,
von danne vber driv iar ebd.
475B,25.
1961,8;
UrkEnns
3,580
(a. 1277);
zu urkunde und festir stedikeit alr dir vorscribin dinge hahin wir unsir
lantfridiz ingesigil an dism brieb MGHConst
6,1:541,36
(a. 1329);
StRAugsb
254,12;
wir fliehen niht inz waltgezelch [Gebüsch,
Unterholz] ; / der lantfrid ist sô guot / daz uns niemen niht
entuot Helbl
13,169;
ouch hiez er [Kg. Heinrich
VII.] fride schrîen / al der diet gemeine, / si wærn grôz oder kleine:
/ swelher fürbaz / vîntschaft oder haz / an dem andern ræche / und den lantfride
bræche, / den er geboten het, / gen dem er sâ zestet / urteil frâgen wolde, / wie
man hinz im rihten solde Ottok
95937;
hiez der künec hêre / gebieten unz in Elladâ / den lantvride
von Persîâ RvEAlex
15196;
RvEWh
14987;
Will
18,3.
– bezogen auf den zeitlichen wie räumlichen Geltungsbereich
bzw. den konstituierenden Verbund:
es ensol auch niemant weder auf wasser noch auf land dhain maut nemen in einem
rechten gesworen landfride, wann wo man ze recht mauten sol, es sei dann, daz im es
der landesherre erlaub UrkÖsterrErbl
68,24
(a. 1278?, kopial);
alle herrn, di in disem lantfrid sint UrkWittelsb
2,369
(a. 1340);
ditz geschah in einem lantvride, / den hatte geboten bi der
wide [bei Todesstrafe] / ein lewe
ReinFu
K,1239.
– bezogen auf die Gerichtsbarkeit zur Durchsetzung des
Landfriedens:
vnd ergat diu pfandunge weder an geistlihz geriht noch weltlihz noh an dekenen
landez fride UrkCorp (WMU)
2558,7.
1083,22;
swas auch vor dem lantfrid erclagt wirt, das wulle wir an vnser hoffgericht
bestetigen UrkWürzb
41,415
(a. 1349)
MWB 3,3 892,52; Bearbeiter: Diehl
lantvridebrief
stM.
‘Landfriedensurkunde’
daz wir den frid und die buͤnde, die unser genædiger herre chayser Ludewig von
Rome gebotten und gesetzet haut mit den herrun und mit den steten, als der
lantfridbrief seit, haben gesworen MGHConst
6,1:730,29
(a. 1330)
u.ö.;
swen man uͤberzewgen mach mit siben zewgen,
[...], daz er schuldich ist, dez beredung und seiner
helffer entschuldigung sol man nicht nemen nach dem lantfridbrief
StRMünch
388,9;
nach dez lantfridbriefs sage StRAugsb
254,12
MWB 3,3 893,35; Bearbeiter: Diehl
lantvrid|ingesigel
stN.
→
lantvride
MWB 3,3 893,46;
lantvrouwe, landesvrouwe
swF.
‘in einem bestimmten Land beheimatete Dame, Herrin’ (meist
auf adelige Frauen bezogen, vgl.
lantmaget
,
lantwîp
oder
sît über lant ein frouwe saz Parz
824,2
):
des küneges mâge und dienestman / die vuoren ze hove alle dan / mit den
lantvrouwen / die niuwen genâde schouwen Er
9764;
in der stat uf dem palas / des landes kúneginne was / mit
den lanvroͮwen gar RvEWh
14681;
RvEAlex
17804;
ir sît sô rehte schœne, ir möhtet krône tragen. / ob ez iu wol möhte von erbe
her behagen, / ir soltet landes frouwen sîn mit grôzer êre Kudr
1222,3;
als úns dú aventúre sagt, / der lanz vroͮwen unmuͤzekait /
was uf dem palas ze ende komen RvEWh
7178
MWB 3,3 893,47; Bearbeiter: Diehl
lantvürste, landesvürste
swM.
‘Landesfürst, Landesherr’ (vgl.
lanthërre
und mit zahlreichen jüngeren Belegen DRW
8,391ff.):
der des vorgenanten gotshous vogt ist von den landsfursten wegen
UrkEnns
6,122
(a. 1334);
waer aber, das mein eriben yͤm oder sein erben nicht leichen
[(das Lehen) verleihen] wolten vnd vertzugen in das,
so sol vnd mag in ein lantzfuerst ze Oͤster[reich] leichen UrkCorp
(WMU)
288,31;
iz sol ein dienstman ze reht / haben sin und witze, / daz er mit êren sitze /
an des lantfürsten rât / der daz lant ze lêhen hât / von des rîches herren
Helbl
8,121.
– in literarischen Texten meist bezogen auf bedeutende
landsässige Adelige (vgl.
lanthërre
2 und 2Okken, Tr. S. 35f.):
nu Marke an daz concîlje gesaz, / sînen lantvürsten clageter
daz, / wie er beswæret wære / mit disem lastermære Tr
15326;
dû solt her besenden / die lantvürsten, dêst mîn rât, / an
den diz künecrîche stât RvEAlex
15171.
11533;
RvEWh
14352.
15296
MWB 3,3 893,61; Bearbeiter: Diehl
lantwer
stF.
1
‘Verteidigung eines Landes oder Gebietes’ (vgl.
lantwerunge
) 2
‘Landwehr’ (als Verteidigungsanlage, vgl. DRW 8,691f. mit zahlr. nd.
Belegen; zur Sache vgl. 2 HRG 3,616ff.)
1
‘Verteidigung eines Landes oder Gebietes’ (vgl.
lantwerunge
):
von Wenden was zû Rîge komen / zûr lantwer, als ich hân vernomen, / ein brûder
und wol hundert man LivlChr
9220;
NvJer
20206.
21145;
wie hete her Gunthêr daz erdâht / daz im ze lantwer wurden brâht / alsô werde
geste? Bit
12692;
sie leiten sich ze lantwer / gar mit kreftigem her UvEtzAlex
23875;
Iw
2168;
Tr
1676;
Ottok
22287;
wenne ouch wir oder vnsere erben oder vnsere nachkumen in die stat komen, hof
ze habenne oder ze lantwer ze ligenne oder anders UrkCorp (WMU)
3570,40;
wer in dem gericht tzu Luternbach sitzet, dass der myme hern von Fulde sal
folgen tzu syner lantwere, wen er es bedarf WeistGr
3,362
(a. 1341);
MGHConst
8:273,34
(a. 1347).
– bildl.:
daz mohten wol vier engil sin / [...] / die dirre
megde pflagen / zelantwer bi ir lagen / gein dez gotis vienden / vil sere
schrienden Martina
57,96.
– übergehend zu ‘Verteidiger eines Landes’
ich füer sô kreftigez her, / Troyære lantwer / unt jene
die si besâzen / müesen rûmen mir die strâzen Parz
768,2
2
‘Landwehr’ (als Verteidigungsanlage, vgl. DRW 8,691f. mit zahlr. nd.
Belegen; zur Sache vgl. 2HRG 3,616ff.):
fossatas et fortalitia vulgariter dicta landtwehren RegErzbKöln
4,275
(a. 1320).
– bildl.:
dâfür [für den Verlust des
Sommers] süln wir jârlang den âten [d.i.
âtem
] / einer starken lantwer berâten [
‘Schutzwall aus Wein und Speise’, vgl. Anm.z.St.] , /
mit wîne und mit spîse für swachen luft: / dâvon wirt ouch trûren geletzet
SM:UvB
5: 1,9
MWB 3,3 894,17; Bearbeiter: Diehl
lantwërc
stN.
unklar, ob eine Fellart oder eine auf dem Land hergestellte (daher gröbere) Art
Tuch (vgl. DWB 6,151):
des gastis thusint smashin [feines Lammfell] ,
grutshin [Fell vom grutsch, Hamster] ,
lantwerk, hasinbalge, vnde sin glich, ein lot UrkBresl
112
(a. 1327)
MWB 3,3 894,48; Bearbeiter: Diehl
lantwëre
stF.
‘Landeswährung’ (vgl. DRW 8,685 mit späteren Belegen):
das si uns sal geben von deme selben hove alle jargelich drie schillinge
lantwere DRW
8,685
(ThürGQ; a. 1304);
mit späteren Belegen
MWB 3,3 894,54; Bearbeiter: Diehl
lantwerunge
stF.
‘Verteidigung eines Landes’ (vgl.
lantwer
1):
vortme sal auch iglicher der vier herren oder herschefte dem andern zu stuͦnt
lantwerunge helfen duͦn und yme sin guͦt helfen beschuden mit cleiner oder mit
grozer macht MGHConst
8:682,47
(a. 1348)
MWB 3,3 894,59; Bearbeiter: Diehl
lantwîn
stM.
‘Landwein’, in der jeweiligen Gegend gewachsener Wein (eher von niederer
Qualität), auch weniger guter Importwein (vgl. Alanne, Weinbau, S. 158; Sprandel,
Weinsorten, S. 45–47):
daz sey Nechkerwein, lantwein, osterwein, payrisch wein oder
anderlay wein, swie der haizzt, ân waelsch wein StRMünch
364,3;
swenne er [der Abt von Engelberg] inritet, so
[...] sol man im vnd sim gúsinde
[...] geben [...] guͦten
Elseser vnd enhein lantwin WeistGr
1,1
(Ende 13. Jh.);
ouch ensal lantwin [
vinum rurale
] mit
andirme wine nymand entsemetlichin habe in eime huse odir kelre
StRMühlh
49;
UrkCorp (WMU)
N115,13
u.ö.;
UrkZeitz
68
(a. 1322);
StRBrünn
381
MWB 3,3 895,1; Bearbeiter: Diehl
lantwîp
stN.
‘einheimische Frau, Frau vom Land’ (vgl.
lantvrouwe
):
ê lebetet ir âne êre, / der habet ir nû mêre / dan dehein iuwer lantwîp
Er
6494;
Jacobes tohter Dina [...], / giench
after gouwe dei lantwîb [vgl. mulieres regionis illius Gen
34,1] scowen Gen
1596;
DvASchr
312,18.
– mit der Herkunft aus dem gleichen Land:
do ez [das Kind Moses] wart von ir
[der Tochter des Pharao] irkorn / ze kinde und si sihs
underwant, / si besante sa zehant / dar ein lantwip [
hebraeam
mulierem Ex 2,7] , dú solte / ez sorgin
RvEWchr
8970
MWB 3,3 895,15; Bearbeiter: Diehl
lantwîse
stF.
‘Landessitte, -brauch’
Kamille diu rîche / und der frouwen iegelîche, / die mit ir dare wâren komen,
/ die heten alle genomen / sîdîne rîsen [Schleier] , /
nâch ir lantwîsen / umbe den helm gewunden En
8822;
rittr und frouwen truogn gewant, / niht gesniten in eime
lant; / wîbe gebende, nider, hôch, / als ez nâch ir lantwîse zôch
Parz
776,14
MWB 3,3 895,26; Bearbeiter: Diehl
lantwort
stN.
‘Landessprache’ (vgl.
lantsprâche
):
do der marhgrâve in prîsûne / gevangen lac dâ ze Arâbî, /
chaldeis und côatî / lernet er dâ ze sprechen. / done wold ouch niht zebrechen / der
knappe sîniu lantwort Wh
192,11
MWB 3,3 895,34; Bearbeiter: Diehl
lantwurz
stF.
‘Alant(-wurzel)’ (vgl. Marzell, 2,1912ff.):
enula: lantwurz GlAnzfKdVz
8:96,169
MWB 3,3 895,39; Bearbeiter: Diehl
lantzal
stF.
Berechnungsbasis für die Zahlung des Grundzinses (unklar, ob auf zinspflichtige
Einwohner oder Grundstücke bezogen; vgl. DRW 8,698 und
manzal
):
du̍ lantzal ze Urbeiz under Bilstein giltet 2 quart. siliginis und 2 quart.
avene und 12 sester bonen ze cinse UrbHabsb
1:20,16.
1:20,13.
1:35,21
MWB 3,3 895,41; Bearbeiter: Diehl
lantzehenlinc
stM.
landesübliches Zehntmaß für Getreide:
aber so sol man dem voit [Vogt] sein fvͦter laisten
in einem gemainem lant zehenlinge [vgl. in einem gemeinem
zehenling 1100B,35] vnd den mezzen, als man pfligt des
dienstes wern hin ze hof UrkCorp (WMU)
1100A,36
MWB 3,3 895,48; Bearbeiter: Diehl
lanze
swF.
auch lancie (
Karlmeinet
348,44
).
Stangenwaffe zum Stechen, ‘(Reiter-)Lanze, Spieß’ (vgl. 2HRG
3,638-642 und Bumke, Höf. Kultur, S. 221; s.a.
gêr
,
spër
und
spieʒ
):
mit einer lanzen kêrte er in an / und stach in krefticlîchen dar nider
Wigam (B)
3246;
der muotes rîche junge / schihte vil sarjande /
[...] / mit lanzen und mit gêren RvEAlex
7159;
biz daz er die lanzen sîn / mit der tjost vertête
Kreuzf
3466;
dô dich [Christus] Longinus tôtet
/ mit sîner scharfen lanzen Ottok
49911;
Wh
372,13;
er vuͦrt ouch eine lanzen groz roͤrine JTit
1317,3;
im fuort bî einen swæren schaft / ein cleiner knappe niht ze grôz: / gestalter
scherphe die lanze gnôz UvEtzAlex
5668.
5771;
KvWTroj
28307.
– synonym zu spër:
daz sper nam er in die hant / und stach also den heilant /
durch die siten in die brost. / da er vollendet die jost, / do zoch er die lantzen
groz. / ein ronse nach der lantzen floz HvNstGZ
2977;
KvWLd
1,119;
ir sper ze rehte sie sancten, / sunder feil die tjost geschach. / ietweder
aldâ sîn lanzen brach UvEtzAlex
13650.
– synonym zu gabilôt:
der jâmers rîch, an fröiden cranc / eines gabilôtes swanc / tet ûf Clitum mit
swacher craft, / daz die lanze kûme behaft UvEtzAlex
13562.
– als Wurfwaffe:
sy schissent mit den lantzen; / mit sper und mit gobelot /
tuent sy manigen den dot HvNstAp
3013.
– bildl.:
der sünde lust, des jamers lanz’ / hat uns verseret MarGr 9
1,9;
Wh
105,2;
Ottok
21855;
seht, ob die niht billichen / des jâmers lanze ruorte?
ebd.
58899;
[Amphlise] ist rêgîn de Franze: / die rüeret dîner minnen
lanze [d.h. sie ist von der minne getroffen]
Parz
76,14;
TürlArabel
*A 77,9;
Neidh
WL 23:9,6;
Reinfr
10792.
11054.
– hier ‘Achse’ (vgl. Röll, plapla, S.
403):
der stern ist vier und drie, die daz firmamente wider vahen, / daz an dem
zirkel [La. den lantzen
] trennelt
[wirbelt, rotiert] gelich dem steine, / der uf der
muͤle loufet JTit
2801,3
MWB 3,3 895,54; Bearbeiter: Richter
lanze
swM.
→
lenze
MWB 3,3 896,28;
lanzenkrach (?)
stM.
unklar, ob Syntagma oder Kompositum.
‘Krachen der Lanzen’
nu hulfen im gemaches di marnær vil gehiure. / swert clanc und lanzen
chraches, von geschoz, von slingen vil quatschiure, / der wart sin luter vel nu vech
geverwet / mit swerz und ouch mit roͤte und wunden clein, wie wol er was geserwet
JTit
2773,2
MWB 3,3 896,29; Bearbeiter: Richter
1lap
stN.
zu ahd. labôn (EWA 5,947–949), s.a.
1labe
stF.
1
‘Wasser zum Abwaschen, Spülwasser’
2
‘Labung, Erfrischung’ (auch übertr.)
1
‘Wasser zum Abwaschen, Spülwasser’
die köche die daz vleisch dâ suten, / swaz die von wazzer und von labe /
gespuolten manger schüzzel abe, / daz wart ûf in gegozzen KvWAlex
687;
begozzen ist er und getwagen / vil harte dicke mit dem labe / daz vil manger
schüzzel abe / wart gespüelet hie ze hûs ebd.
1215
2
‘Labung, Erfrischung’ (auch übertr.):
daz sie allen siechen mohten lab / erbieten
EvStPaul
2753;
wer von dem waszer lab / zu dranke enphahet, anderweit / wirt
aber ym der durst bereit ebd.
11418
u.ö.;
mit trôst und senfteclîcher [Hs.
senfteclichem
] labe Reinfr
15144;
sin bluot rein unde wæhe / si uns ein eweclichez lap
KvWGS
1611.
1533;
von der werdekait ain lab / in sinem hertzen do lag
WhvÖst
8086.
15636.
17326;
NeunMänner
A:9,10
MWB 3,3 896,36; Bearbeiter: Richter
2lap
stN.
‘Lab, Gerinnungsmittel’ (vgl. AWB 5,563, s.a.
2labe
stF.,
leben
swV.,
1liberen
swV.):
coagulum: lap Gl
3:553,22
MWB 3,3 896,53; Bearbeiter: Richter
1lappe, lape
swFM.
auch laben (
Minneb
2943
), leppe (
Lucid
87,12;
UrkCorp
3394,27
).
1
‘herunterhängender Stoffteil, Zipfel, Lappen’
2 als Bestandteil von Personennamen (vgl. Nölle-Hornkamp,
Handwerkerbez., S. 475f.; im WMU 3,2588 dagegen zu
2lappe
, lape swM. ‘einfältiger
Mensch’ gestellt) 3 eine Pflanze, wohl ‘Große Klette’ (vgl. Marzell 1,374-383)
1
‘herunterhängender Stoffteil, Zipfel, Lappen’
ez sol ouch ir deheine [keine vroͧwe oder
jungvroͧwe
] deheinen lappen an ermeln lenger dragen denne
einre elen lang von dem ellenbogen SpeyrerP
59;
Minneb
2943;
ir súllent arbeiten lumpen und lappen [bildl.
i.S.v. ‘einfache Dinge verrichten’
] in gotminnender
meinsamkeit Seuse
487,13.
– als Teil der priesterlichen Kleidung:
die leppen bezeichent die lerer. daz men den leppin
heftit úber den nac, daz betútet, daz vnser lerer, der helige Crist, uon
himele com Lucid
87,12.
87,15;
hât er briesterlîchen moͮt, / sô ist er rihtâre goͮt. / daz er die lappen
treit, / daz sol iv werden geseit Messgebr
201.
203.
212
2
als Bestandteil von Personennamen (vgl. Nölle-Hornkamp,
Handwerkerbez., S. 475f.; im WMU 3,2588 dagegen zu
2lappe
, lape swM. ‘einfältiger
Mensch’ gestellt):
her Borchart Lappe UrkCorp (WMU)
1206,27;
bruͦder Lape ebd.
201,1;
her Henrich der Lepp UrkCorp
3394,27
3
eine Pflanze, wohl ‘Große Klette’ (vgl. Marzell
1,374-383):
personatia: lappa Gl
3:586,34(App.)
MWB 3,3 896,56; Bearbeiter: Richter
2lappe, lape
swM.
‘einfältige Person’ (vgl.
1lappe
, lape swFM. 2):
die törpel und die lappen / sprungent also vast Bauernh
464.
–
‘Scherge, Handlanger’
die tievillichin lapin / hatte si erlemmet Martina
1112,110.
155,95;
dez tievils lapen ebd.
153,15
MWB 3,3 897,15; Bearbeiter: Richter
lappen
swV.
‘etw. flicken’
hie kunde schoin [Schuhe] machen ind knappen
[schlechte, drückende Schuhe (?), vgl.
2knappe
] , / hie konde sy solen ind
lappen HagenChr (G)
3802
MWB 3,3 897,20; Bearbeiter: Richter
laqricia
F.
→ lakeritze
MWB 3,3 897,24; |