l – lâchen lâchen – laden laden – Lahrein lahs – lampartisch lampe – lanclëbic lanclîbe – lancwat lancwiric – lant|âht|acker lantâhte – lantgemeine lantgenôʒ – lantleite lantliut – lantreister lantrihtære – lantsidel lantsidel – lanttwingære lanturliuge – lantwîn lantwîp – larrûn larventier – lasterkleit lasterkôsen – lasterwunde lastkarre – Latrisëte latrôn – læʒic (?) læʒlich – lëbendic lëbendigen – lebezelte lëbezuht – 3lecken lëcken – lëder|gerwe lëderhosære – lëdic|sagunge lëdic|vrî – lëgerhort lëgerhuobe – lêhengëlt lêhenguot – lêhensrëhten lêhensteidinc – leidebërnde 1leiden – leienphrüende leienrëht – leissup leist – leiterboum leiteren – leitstap leitstërne – lemmelîn lemnisse – lenderieren lenderl – lenke lenken – lêrchenmunt lêre – lërnkint lërnknabe – lësemeister lësen – lettener letter – levîte lëwe – lëwinne leyô – lîch lîch – lîchphenninc lîchreste – 1liden 2liden – lîdunge lie – liegære liegærinne – liehticheit liehtkerze – liehtvaʒ liehtvlüʒʒic – liepsuochende liep|swinderinne – lîhenisse lîhkouf – lîhtsüeʒe lîhtunge – 2lîm (?) limbel – lindelîche 1linden – lînhose linie – lînsoc linster – lîpgedinge lîpgedingede – lippenlappen lippe|swër – listen lîsten – 2lit lit- – litze litze – liut- liutærinne – liutsælde liutsælic – löbelach lobelich – loc loch – lodewërc lœdingære – lônærinne lônbære – lônen
|
leidunge
stF.
‘Leiden’
dise zaichen der ordenunge des wolgeschaffen augenn und
ungeschaffenn augen werdennt wechant pei achtt dinngen: von der werüerunge,
[...] von der farbe, von der
michele [
quantitate
] , von den leidungen
die daraus gent [
ab eis passionibus que ab eo
exeunt
]
HvHürnh
46,4;
swenne he [der Minnekranke] sich
uortufet mit gedanken. so uortribet he beide des libes werc vnde der sele. wande der
lip uolget der sele in ir getat. vnde di sele deme libe an siner leidunge
SalArz
34,4
MWB 3,3 1010,60; Bearbeiterin: Baumgarte
leie
stF. (Gen.) , -lei(e)
Suffix
aus afrz. lei, loi, vgl. Suolahti 1,145, Kluge, S. 566 s.v.
-lei, Kolb, leie; nur im Gen. Sg. und Pl. belegt in
den Formen lei(e), leige,
auch leije (
SM:Tr
6: 1,3;
SM:Wi
3: 1,12;
SM:St
3: 1,2.
10: 1,7
); Gen. Pl. vereinzelt -en (vgl. 1.3); i.d.R. mit
vorangestelltem Numerale oder Pronomen (demonstr. [relat.], interr., indef.); Rel.-Satz
einleitende Pron. greifen i.d.R. nicht leie auf, sondern dessen Bezugswort;
es lässt sich in bestimmten syntaktischen Umgebungen ein subst. Gebrauch (1) und ein Gebrauch als Suffix (2)
nachweisen, wenn sich auch der größte Teil der Belege weder formal noch semantisch
zuordnen lässt (3); in seltenen Fällen kommt es auch zu
inkongruenter Syntax (im Folgenden gekennzeichnet).
1 subst. ‘Art, Sorte’
1.1 im attr. Gen. mit best. Artikel und schwacher Flexion der vorausgehenden Begleiter (Numeralia, Pronomina) 1.2 im part. Gen. als Subj. oder Obj. 1.3 vereinzelt bei starker Flexion der vorausgehenden Begleiter
(hier maniger , vgl. 3.2.7 ) und (sw. ?) Gen. Pl.
auf -en (vgl. 2
5 Mhd. Gr. § M 18, Anm. 7; Mhd. Gr. (KSW) 2 § S 59 Anm. 1) 2 Suffix zur Bildung von Adj. (und Adv., vgl. 2.3 ) 2.1 bei einem unflektierten Basiswort (i.d.R. Numeralia größer als
drei; auch indef. waz und ander (zum Nhd. hin dann
zunehmend obligtorisch st. Gen. der Basis, auch ungrammatische Parallelbildung,
vgl. wazerlei Lexer 3,707 mit frnhd. Belegen, waserlei DWB
13,2289f.); i.d.R. attr., vorangest. 2.1.1
vierleie
‘viererlei, von vier verschiedenen Arten’
2.1.2
vünfleie , auch vünferleie
‘fünferlei, von fünf verschiedenen Arten’
2.1.3
sechsleie
‘sechserlei, von sechs verschiedenen Arten’
2.1.4
sibenleie , auch sibenerleie
‘siebenerlei, von sieben verschiedenen Arten’
2.1.5
zehenley
‘zehnerlei, von zehn verschiedenen Arten’
2.1.6
wazleie
‘welcherlei, welcher Art’
2.1.7
anderleie
‘anderer, einer zweiten Art’ (vgl. aber flexivloses ander im Gen. Sg. Fem. und Pl. vgl. Mhd. Gr. (KSW) 2 § P 382) 2.2 bei Kongruenz mit dem Dat. des Subst. 2.3 vereinzelt adv. 3 bei st. Gen. der vorausgehenden Begleiter/ Basis (für Num. von eins
bis drei wohl obligatorisch) weder formal noch semantisch erkennbar, ob Subst. oder
Suffix; i.d.R. attr. dem Bezugswort vorangestellt ( manigerleie bei
Herb häufiger in Postposition), seltener präd. 3.1 mit Numeralia von eins bis drei 3.1.1
einer(-) leie 3.1.2
zweier(-) leie
‘zweierlei, zweier Art’
3.1.3
drîer(-) leie
‘dreierlei, dreier Art’
3.1.4
vünfer(-) leie
2.1.2
3.1.5
sibener(-) leie
2.1.4
3.2 mit Pronomina 3.2.1
aller(-) leie
‘jeder Art’
3.2.2
beider(-) leie
‘beiderlei, beider Art’
3.2.3
deheiner(-) leie
‘keinerlei, keiner Art’
3.2.4
der(-) leie
‘derlei, solcher Art’
3.2.5
einiger(-) leie
‘irgendein, irgendeine Art’
3.2.6
keiner(-) leie
‘keinerlei, keiner Art’
3.2.7
maniger(-) leie
‘vielerlei; verschiedener Art’
3.2.8
neheiner(-) leie
‘keinerlei, keine Art’
3.2.9
swëlcher(-) leie
‘welcher Art (auch immer)’
3.2.10
wëlcher(-) leie
‘welcherlei, welcher Art’
1
subst. ‘Art, Sorte’
1.1
im attr. Gen. mit best. Artikel und schwacher Flexion der
vorausgehenden Begleiter (Numeralia, Pronomina):
ein blâ tûch derselben leye vor eine mark UrkZeitz
1,23
(a. 1322);
syrenen trug der milte / Appolonius an dem schilte, / der
selben lay ain rundel [Wappenschild am Helm]
HvNstAp
12292;
nu vant ich ain puoch ze latein der selben lai
BdN
485,36;
der drittenlai zend sint hawer ebd.
14,5;
der andern lai swefel haizt erleschter swefel ebd.
480,34.
374,33.
432,1.
455,5
u.ö.
1.2
im part. Gen. als Subj. oder Obj.:
ainer lai paum wachsent in dem land gegen der sunnen
aufganch BdN
312,24.
339,28;
der dritten lai ist weizlot ebd.
356,32;
ainr lai wechst hœher wan der andern lai ebd.
316,32;
ez ist auch ainer andern lai des krautes, daz ist guot
und smeckt wol ebd.
421,27.
356,27;
(syntaktisch unklar [zu ander vgl. 2.1.7]:
ez ist auch ainer ander lai swammen ebd.
402,1.
269,22;
noch ist ain dritten lai der stain ebd.
441,23.
325,25.
339,28;
auch der êrsten lei ... der
ander:
ez ist dreier lai wein. der êrsten lai ist wäzrig
und dünn, der ander erdisch und dick ebd.
351,32
).
– als Obj.:
von golden ain reiches klaid / ward der frauwen an
gelaid. / der selben lay legt an sich / Appolonius HvNstAp
5981
1.3
vereinzelt bei starker Flexion der vorausgehenden Begleiter
(hier maniger, vgl. 3.2.7) und (sw. ?) Gen. Pl.
auf -en (vgl. 2
5Mhd. Gr. § M 18, Anm. 7; Mhd.
Gr. (KSW) 2 § S 59 Anm. 1):
schône dringent dur daz gras / bluomen manger leijen
SM:St
3: 1,2.
10: 1,7
(vgl. den ebenfalls im Alem. belegten -en Gen. Pl. in
maniger handen
→
hant
13);
[Bibellesen schadet] sunderlichen doch den leien
[Ungelehrten] / die niht kunnen mancherleien /
schrift hin unde here lenken Macc
14360
2
Suffix zur Bildung von Adj. (und Adv., vgl. 2.3)
2.1
bei einem unflektierten Basiswort (i.d.R. Numeralia größer als
drei; auch indef. waz und ander (zum Nhd. hin dann
zunehmend obligtorisch st. Gen. der Basis, auch ungrammatische Parallelbildung,
vgl. wazerlei Lexer 3,707 mit frnhd. Belegen, waserlei DWB
13,2289f.); i.d.R. attr., vorangest.
2.1.1
vierleie
‘viererlei, von vier verschiedenen Arten’
bi den sint bezeichent vierlai dinch
PrBerthKl
2,41.
6,18
u.ö.;
von vierleie nutz Mechth
5: 2,1.
5: Reg. 4;
ez sint vierlai sneken BdN
258,26.
31,15;
2.1.2
vünfleie, auch vünferleie
‘fünferlei, von fünf verschiedenen Arten’
an im [dem Körper] sint
uolbracht vunfleie sinne SalArz
26,31;
von fúnfleie craft der minne Mechth
4: 28,1.
5: 34,1.
5: Reg. 49.
–
von fúnferleie craft der minne
Mechth
4: Reg. 45
2.1.3
sechsleie
‘sechserlei, von sechs verschiedenen Arten’
von sehsleie craft gottes gabe Mechth
6: Reg. 22;
von sehsleie kinden únsers herren gottes ebd.
5: 24,1.
5: Reg. 32
2.1.4
sibenleie, auch sibenerleie
‘siebenerlei, von sieben verschiedenen Arten’
von sibenleie schoͤni der minnenden sele
Mechth
5: 4,2.
5: Reg. 8.
–
bî dem worte mac man nemen siben lêre und
sibenerleie trôste Eckh
5: 49,20.
– vereinzelt präd.:
wan daz
[
gesmeid
] ist sibenlai: golt
silber gunderfai [natürlich vorkommende Legierung aus
Silber, Gold (und Kupfer)] kupfer zin plei und eisen
BdN
474,4
2.1.5
zehenley
‘zehnerlei, von zehn verschiedenen Arten’
wie der almehtige got die heilige kristenheit geordent hât mit zehen
leie liuten PrBerth
1:141,26
2.1.6
wazleie
‘welcherlei, welcher Art’
waz leige werkes si began, / da was got ie gefuget in
Elis
776;
vmme waz leye sache daz were UrkCorp (WMU)
1200,28
2.1.7
anderleie
‘anderer, einer zweiten Art’ (vgl. aber flexivloses ander
im Gen. Sg. Fem. und Pl. vgl. Mhd. Gr. (KSW) 2 § P 382):
ze däutsch ain wälhisch nuz
[...], dar umb, daz man ir ain underschaid hab
[...] von ander lai nuzzen BdN
333,33;
ze vnderstenne raûp vnt prant vnd anderlaie schaden UrkCorp
(WMU)
1038,34;
→
anderleie
indekl.
Indef.-Pron.
2.2
bei Kongruenz mit dem Dat. des Subst.:
von zweierleien armen lúten, die minnenklich und pinlich
arm sint Mechth
3: Reg. 31
(vgl. aber häufigeres -leie
3.1.2
ebd.
3: 19,1
u.ö.
);
die trinken, ezzen und spil / hir leren und unvuren / mit
siben leien huren HeslApk
3730
(oder Dat. mit sw. Gen. von huore
?)
2.3
vereinzelt adv.:
zwey augen zweyerleye getan, / als ich wol zwirunt gesehen
han, / braun einz, daz ander gra gestalt Physiogn
189;
[sie sandten Botschaften nach Rom und Sparta] und in
andre stete alsam, / die man einerleie vernam Macc
5666
3
bei st. Gen. der vorausgehenden Begleiter/ Basis (für Num. von eins
bis drei wohl obligatorisch) weder formal noch semantisch erkennbar, ob Subst. oder
Suffix; i.d.R. attr. dem Bezugswort vorangestellt (manigerleie bei
Herb häufiger in Postposition), seltener präd.
3.1
mit Numeralia von eins bis drei
3.1.1
einer(-) leie:
–
‘einer gewissen, bestimmten Art’
ez sin etliche als einer laie ophel, di wahsent in
dem vervlvchten lande, di sint vzen schone, vnd
[...] ein vnflat innen
PrBerthKl
4,32;
BdN
269,21
u.ö.;
HvHürnh
1,7.
–
‘ein und derselben Art, identisch’
sparwær. daz ist ain edel vogel und ist klainr an
der grœz und an der sterch denne der greiffalk,
[...], und habent doch paid ainrlai varb
BdN
207,28;
DvASchr
369,4;
(vgl. syntaktisch unklar:
der zaher [...] ist
dreier lai. daz ainr lai ist weiz BdN
369,10
);
→
einerleie
Adj., Adv., Pron.
(?)
3.1.2
zweier(-) leie
‘zweierlei, zweier Art’
wachin ist zveierleie. einez ist naturlich. daz ander
unnaturlich SalArz
23,39;
ez ist zweierleie wizzen in disem lebene des êwigen
lebens Eckh
5: 240,2;
ich habe zwoͤigerleige lúte arm gesehen
Mechth
3: 19,2;
von zweierleie armen lúten ebd.
3: 19,1.
5: Reg. 4;
Mühlh
148,24;
PrOberalt
142,22.
148,34;
BdN
203,16
u.ö.
– präd.:
adamas ist ain edel stain, der ist zwairlai
BdN
432,34
u.ö.;
der aufgank und der underval der himelzaichen ist
zwaierlay KvMSph
36,25;
diu riuwe ist zweierleie: diu ein ist zîtlich
oder sinnelich, diu ander ist götlich Eckh
5: 236,2
3.1.3
drîer(-) leie
‘dreierlei, dreier Art’
do sach ich di drierleyge kirsin vf eyme boume wachsin
Pelzb
127,28.
119,23;
drîerleie betrüepnisse ist, daz den menschen rüeret und
drenget in disem ellende Eckh
5: 8,4;
das úns got gegeben hat drierleige gabe an der waren
wisheit Mechth
4: 3,9.
4: 22,29.
3: 1,109.
5: Reg. 2.
6: 8,31.
– nachgestellt:
in der jungesten zit soltu haben minne, gerunge,
vorhte, rúwe drierleie Mechth
6: 6,2.
6: Reg. 12
3.1.4
vünfer(-) leie
→
2.1.2
3.1.5
sibener(-) leie
→
2.1.4
3.2
mit Pronomina
3.2.1
aller(-) leie
‘jeder Art’
so sal he den magen vurben
[...] vnde sal miden allerleie vische vnde
uleisch da sich fleuma uon meret SalArz
42,39
(vgl. syntaktisch unklar:
nu well wir von der aller lai würmen hie sagen
BdN
287,22
);
→
allerleie
Adj.,
Pron.
3.2.2
beider(-) leie
‘beiderlei, beider Art’
wizz, daz die paiderlai maulper pœs pluot machent
BdN
330,31
3.2.3
deheiner(-) leie
‘keinerlei, keiner Art’
wiedder uwern willen wil ich dheynerley ding thun
Lanc
107,18.
120,31.
160,24
3.2.4
der(-) leie
‘derlei, solcher Art’
nu begonde salben / di edele unde di frie [das
Kind] / mit der leie arzetie, / daz iz drade wart gesunt
Elis
7414;
dar umb macht man lägel auz derlai holz
BdN
332,31.
337,8
u.ö.
3.2.5
einiger(-) leie
‘irgendein, irgendeine Art’
das wyddir wir noch vnsir erben [...]
eynigerleye dinst noch gerechtickeit dar uff zcu setzene haben
UrkCorp (WMU)
222AB,22,13
3.2.6
keiner(-) leie
‘keinerlei, keiner Art’
ir lib, ir sel und ouch ir muͦt / die hat Got selber insiner pflicht,
/ das sÿ moͤcht betruben nicht / kainer laÿe sunde schaden
KvHelmsd
259;
sus lebt er ein mânôt, / daz in keiner leie slahte nôt / von vreuden
gescheiden mahte Wigam (B)
1217;
daz keinerleye unfuͤr darinne geschehe
WüP
62,5.
32,3;
BdN
262,34.
277,32;
HeslApk
21702.
20553;
Daniel
3789
3.2.7
maniger(-) leie
‘vielerlei; verschiedener Art’
si sahen lewen striten und mangerleie wundersam getwirge
[Zwerge]
JTit
6109,2;
in manger leie ahte / hân ich dich gelêret Wigam (B)
394;
UrkCorp (WMU)
548ABC,10,11,35;
Ägidius
931;
Herb
16694;
Tauler
50,27;
KLD:Kzl
12: 1,2.
– nachgestellt:
fröide gît / ouch der meije mangerleije SM:
Wi
3: 1,12;
wurze maniger leige Herb
14346;
meist von klage u.ä.:
daz geschrei / vnde klage maniger leie
Herb
2776.
10198
u.ö.
– präd.:
vngesmackiz wazzerer ist manchirleie. einiz ist
gesalcin. einiz svebelic. daz dritte pechic.
[...]
SalArz
19,54
u.ö.;
→
manic
3.2.8
neheiner(-) leie
‘keinerlei, keine Art’
nicheinirleigi sache Mühlh
106,1
3.2.9
swëlcher(-) leie
‘welcher Art (auch immer)’
swelher leie sünde ez dâ ist PrBerth
1:212,36;
"herre Krist von himele, / [...] swer in
dînem namen mich êre / mit swelher leie guote, / dem hilf ûz sîner nôte
MargAntioch II
639;
Mühlh
180,26.
170,18;
UrkCorp (WMU)
982,35.
331,8
3.2.10
wëlcher(-) leie
‘welcherlei, welcher Art’
welicher leie dienste die nidern den obern schuldic und undertænic
sint PrBerth
1:141,27;
sin kaufmanschaft, welherleie die were
WüP
79,5;
BvgSp
56
MWB 3,3 1011,7; Bearbeiterin: Baumgarte
leie
stswF.
vgl. DWB 6,681f.
1
‘Fels’ (as. leia , vgl. Kluge, S. 566 s.v. Lei ; weiterer Beleg stF., Lexer 1,1868 a. 1361) 2
‘Schiefer’ (vgl. Glr.z.St.; weitere, jüngere Belege vgl. FWB 9,861f. s.v.
2leie ; s.a.
leiendeckære
)
1
‘Fels’ (as. leia, vgl. Kluge, S. 566 s.v. Lei;
weiterer Beleg stF., Lexer 1,1868 a. 1361):
die stat und die burg warn hoch gelegen off einer selbwahsen
leyen [auf einem natürlichen Felsen] ; einhalb under
der leyen lieff die rivire schön und breit, und anderhalb lag der walt groß und
schön Lanc
486,11;
der weg was sere eistlich und ging zwuschen zweyn leyen
hien, die groß und hoh waren ebd.
620,29;
er stach yn so sere das er uß dem satel fure uff jhen harten
leyen ebd.
621,30;
da kert Galahot das pfert umb und reit die leie
wiedder [zurück]
ebd.
487,35
u.ö.
– wohl nicht hierher (anders, trotz stM. noch Lexer und DWB i.S.v. ‘Weg’),
sondern Schreibermissverständnis aus c’Elegie (elsäss. Ort Eligium,
heute Ehl, vgl. Glr.z.St.):
dannin santir drî heilige man, / ci predigene den Vrankan: / Eucharium
unti Valêrium, / der dritti geinti [d.i.
geendete
] ûffin leige Anno
32,8
2
‘Schiefer’ (vgl. Glr.z.St.; weitere, jüngere Belege vgl. FWB 9,861f. s.v.
2leie; s.a.
leiendeckære
):
it. de domo follonum tegenda pro schindelen, leuen, funibus, cannalibus,
doerde [
dorrede ?] , clavis et aliis multis
necessariis 18 m. 3 s. StRechAachen
149,21
MWB 3,3 1014,9; Bearbeiterin: Baumgarte
leie
swM.
auch leige (:aige, vgl. z.B.
VRechte
522
); aus lat. laicus; häufiger mit attr. tump.
1
Person, die nicht dem Klerus angehört (vgl. z.B. LThK 6,589-597, bes. 591;
LexMA 5,1616f.; Borgolte, Die mittelalterliche Kiche, bes. S. 33f.)
‘Laie’
1.1 allg., Person ohne kirchliches Amt mit vom Kleriker verschiedenen Rechten und Pflichten 1.2 spez. als Anrede an das männliche Publikum im Minnesang (meist mit einem höfischen Epitheton; oft neben einer Anrede des weiblichen Publikums) 2 Person, die ungelehrt ist 2.1 bezogen auf theologische Fragen 2.2 bezogen auf weltliches Wissen
1
Person, die nicht dem Klerus angehört (vgl. z.B. LThK 6,589-597, bes. 591;
LexMA 5,1616f.; Borgolte, Die mittelalterliche Kiche, bes. S. 33f.)
‘Laie’
1.1
allg., Person ohne kirchliches Amt mit vom Kleriker verschiedenen Rechten und
Pflichten:
auz dem gelauben tretent etleich ketzer, die sich in
laien weis ân all weih an nement peiht ze hœren und ze vergeben den läuten ir
sünd BdN
217,11;
Spec
25,6;
ein infel [Bischofshut/
Tiara] unde ein krône die pflegent nû der kristenheit / mit ir
gerihten schône. / [...]. / ir pfaffen unde ir leien, /
wâ vindent ir ein sicherheit / vor den gerihten zweien? KLD: Kzl
2: 7,15;
Walth
9,25;
dirre dinge [dass der
phaffenvürste seinen (Blut-)Richter vom König genehmigen
lassen muss] bedarf ein leie [ein Fürst, der kein
Kleriker ist] niht der gerihte enphæhet von dem künige
SpdtL
164,13
u.ö.;
iz ist reht, daz der leie / eine chonen
aige [eine Ehefrau hat]
VRechte
407
u.ö.;
Mechth
4: 10,2;
SM:We
1: 1,1;
das sint zwei leben: der rehten leyen leben vnd der
geistlichen lvͤite leben Konr
18,29
u.ö.;
diu cristenheit gelepte nie sô gar nâch wâne. / die sî dâ lêren solten,
die sint guoter sinne âne. / es wær ze vil, und tæt ein tumber leie daz
Walth
33,33;
VRechte
431;
Spec
139,3;
RvEBarl
13575.
– auch bezogen auf die Dichotomie von gelehrten, geweihten Brüdern und
Laienbrüdern im Kloster:
sô die brûdere zu ezzene kument, sô sulen die pfaffen
den gewonlichen segen unde die leigen ein pater noster unde ein ave Maria
sprechen StatDtOrd
40,18.
34,27.
35,11;
wan da ain orden ist vnd da phaphen vnd laien ain
gehorsaim tvent, daz wer vnpilliech, wer div bvͤz vngeliech
SpitEich
24,5.
–
leien unde phaffen (und Varianten) zur Umschreibung für ‘alle
Menschen, jedermann’
dô schiet / sich diu riuwige diet. / leien unde
pfaffen / die vuoren ir dinc schaffen Iw
1595;
der kayser lat die läwt klaffen, / paide layen und
pfaffen, / und wais er doch das sein darinn KvMSph
3,25;
er sei laye oder pfaffe PrOberalt
71,28
u.ö.;
vor phaffen, noch vor leien StrKD
48,43
u.ö.;
UrkCorp (WMU)
475AB,31,35
u.ö.;
Eracl
2818;
SM:UvB
1: 1,13;
BdN
300,32
u.ö.;
JJud
762;
manic mensch, daz ez vernam, / quam von andern landen dar, / phaffen,
leien manigiu schar LvRegFr
4900.
2328.
– zusammen mit ähnlich umfassenden paarigen Ausdrücken:
ez si frauwe oder man, rich oder arm, pfaffe oder
leye, wie sie genant sin, geistlich oder werltlich WüP
97,3;
ez si pfaffe oder leye, herre oder kneht, frawe oder
magt, rich oder arm ebd.
98,2;
edele unedele, arme und rîche, / leien unde phaffen
LvRegFr
1593
1.2
spez. als Anrede an das männliche Publikum im Minnesang (meist mit einem
höfischen Epitheton; oft neben einer Anrede des weiblichen Publikums):
ir vil wunnenclîchen wîp, ir wolgemuoten leien, wünschet
daz mîs herzen trût mich von den senelîchen sorgen scheide KLD:
GvN
7: 3,1;
megde leigen, wir sun reigen nû den sumer lanc ebd.
46: 2,4;
wol ûf, ir hübschen leien! / wir suln die fröide heien, /
vil frœlîch tanzen reien ebd.
14: 1,12;
êregernden stolzen leien, fröit iuch gen dem süezen meien,
/ gen der fröidebernden zît. / hiure siht man megde reien. / dar sult ir iuch
frœlich zweien KLD: Kzl
9: 2,1
u.ö.;
sît undertænig minne, werden leigen SM:WvT
4: 1,5;
SM:KvL
12: 1,1.
7: 1,6;
Tannh
7,2;
SM:Wi
4: 2,9
2
Person, die ungelehrt ist
2.1
bezogen auf theologische Fragen:
der meister sprach: uon gote geturre wir nith ze uerre
gereden, wan die leigen kemint lithe in einen grozen zuiuel, so sie ze tiefe
rede vernement, der sie sich verstan nith enmúgen Lucid
5,2;
wie stat ez vnbe die leigen, die sich der grozen
bezeichenunge niht verstan encúnnent noch enmugent? ebd.
76,9;
swaz ich leien ie gesach, / sô vernam ich nie sô wîsen
niht. / kunnet ir der buoche iht? StrAmis
1350
2.2
bezogen auf weltliches Wissen:
der môn [Mond] hât in im swarz
flecken, und sprechent die laien, ez sitz ain man mit ainer dornpürd in dem
mônen BdN
65,22.
74,24.
17,2
u.ö.;
daz wizzent wênig laien ebd.
183,17;
daz ander zaichen ist, daz die stern pei der himelspitzen,
di manik lay den wagen haizzet, uͤmbwaltzen und daz wir sie nimmer verlisen
KvMSph
11,27;
in den bûchen hân ih gelesen, / daz ouh sîn vater solde
wesen / ein gwaldiger got. / daz ist der leien spot, / di des niht ne wizzen, /
waz man tût mit listen SAlex
2987.
– in (Selbst-)Aussagen über Wolfram von Eschenbach:
doch ich ein leie wære, / der wâren buoche mære /
kund ich lesen unde schrîben Parz
462,11;
waz her Wolfram ie gesprach / daz ist von guotem sinne geschehen. /
des müezen wir im alle jehen, / leien munt gesprach nie baz
UvEtzAlex
127;
man saget von dem von Eschenbach / und git im pris, daz laien munt nie
baz gesprach Wartb (H)
358:4,9;
Wig
6346.
– Lit.: G. Steer, Zum Begriff ‘Laie’ in deutscher Dichtung
und Prosa des Mittelalters, in: L. Grenzmann/ K. Stackmann (Hgg.),
Literatur und Laienbildung im Spätmittelalter und in der
Reformationszeit, Stuttgart 1984, S. 764ff.; R. Imbach, Laien
in der Philosophie des Mittelalters, Amsterdam 1989
MWB 3,3 1014,33; Bearbeiterin: Baumgarte
leiebære
Adj.
‘laienhaft’ (vgl. Anm.z.St.), ironisch:
die gar gelerten leieberen pfaffen, / die singent, des mich wunder hat, / ob
sie daz wollen grunden, / wie al der helle winkel sint geschaffen / unde wie daz
himelrich al stat Rumelant (K)
3:3,1
MWB 3,3 1016,10; Bearbeiterin: Baumgarte
leiekast
Subst.
Bed. unklar (Nölle-Hornkamp, Handwerkerbez., S. 615 versucht Anbindung an
leie stswF., ‘Fels, Schiefer’ oder an lîmen und
kaste
als Zweitglied); Bestandteil eines
Personennamens:
der alt Laikast UrkCorp
349,34;
Vlrich Laykast ebd.
349,35
MWB 3,3 1016,16; Bearbeiterin: Baumgarte
leieliute
stSubst.
hier leige- (Sg. leigeman
Ssp , vgl. DRW 8,311 s.v. Laimann [nd.]; leienman, vgl.
RechtssC 53,59 Hs. a. 1454).
‘Laien’ (vgl.
leie
stM.):
nu vernemet ir wol ze gediute, / tumpen leige liute. / ir maget vile wol
verstanten, / dunchet iz iuch nieht enplanten [glaubt nicht, dass es
Euch nichts angeht] . / swanne der man vihtet, / sin waffen uf
rihtet, / so cheret der mansleche / deme swerte daz ein ecke / uber sin selbes
houbit, / so wirt diu sele ertoubit ArnoltSieb
38,2
MWB 3,3 1016,22; Bearbeiterin: Baumgarte
leienbrôt
stN.
‘gewöhnliches, nicht geweihtes Brot’ (vgl. AWB 5,765 s.v.
leigenbrôt; s.a.
liutbrôt
):
panes laicos: liutprot, leginproth, [...], lainprot
Gl
1:402,63
MWB 3,3 1016,32; Bearbeiterin: Baumgarte
leienbruoder
stM.
auch lai-, leige(n)-.
Ordensbruder ohne geistliche Weihen, ‘Laienbruder’
darumme setze wir, daz ein iegelich brûder phaffe eime
iegelicheme brûdere sînes ordenes, [...], daz ambeht der
tôten begê, [...], unde ein iegelich leigenbrûder sol
sprechen hundert pater noster vur sînes conventes brûder sêle
StatDtOrd
37,6;
ime [dem zur Buße fastenden brûder
phaffe
] sal ouch genûgen mit der spîse, die man pfliget
zu gebene den leige brûderen, sô sie bûzent ebd.
88,24.
35,5;
undir disen gelitten [(Mit)gliedern]
/ sint pfaffin ouch enmitten, / dî eine werde stat dâ hânt / und sullin sîn gemant,
/ daz sî [...] manen sundir sparn / dî leigenbrûdre, daz sî
sich / vlîzin zu haldne vesticlîch / dî regle und den ordin NvJer
861
(=
StatDtOrd
26,7
).
23306;
die laibrvder svlen dinen in dem spital vnd in den hoͤfen
SpitEich
4,7;
ze einem rehten zins [...] iegelichem mvnch, der
priester oder dyaggen ist, ein maz, vnd iegelichem schvͤler, der mvnch ist, vnd
iegelichem laybrvͤder ein halbe maz des pesten Neker wins UrkCorp
(WMU)
2614,37;
vor brvͦder Abrehte, der leigebrvͦder meister ebd.
271,22;
bruͦder Berchtolt der ledergerwer, leiebruͦder von Wettingen ebd.
1903,19;
Mechth
7: 49,1
MWB 3,3 1016,36; Bearbeiterin: Baumgarte
leiendeckære
stM.
‘Dachdecker’ (zu
leie
stswF., vgl. DRW 8,1161 s.v. Leiendecker
mit Belegen ab 1300)
MWB 3,3 1016,61; Bearbeiterin: Baumgarte
leiengerihte
stN.
das überlieferte deutsche Recht im Unterschied zum römischen oder kanonischen
Recht (vgl. DRW 8,307; vgl.
leienrëht
), ‘Laienrecht’
der kinde vnd der frowen phleger die heizent etwa ein voget, etwa ein phlegær,
etwa sicher boten, etwa vormvnt, etwa behalter, die svln alle getriwe livte sin. in
der shrift da sint si gesvndert an ir rehte, aber in leigen gerihte da haben wir
einz als daz ander SchwSp
29a
MWB 3,3 1017,1; Bearbeiterin: Baumgarte
leienhërre
swM.
‘weltlicher Herrscher’ (vgl.
leienvürste
,
leiiclich
):
[die Richter der geistlichen Herren] sullen den ban von
dem künige enphâhen. unde tuon si des niht, sô werdent si an allen den schuldic, dâ
si über rihtent. des bedurfen die leien herren niht. daz ist dâ von, daz si selben
urteil gebent über den tôtslac SchwSp (W)
96,32;
ebenso
SpdtL
198,5
MWB 3,3 1017,10; Bearbeiterin: Baumgarte
leienkurvürste
swM.
‘weltlicher Kurfürst’ (vgl.
leienvürste
):
vnd goben dis vrtail die leigen kurfursten vnd ander des riches holden vnd
getrouwen ze Nurenber in dem gepoten houe UrkCorp (WMU)
3110,34
MWB 3,3 1017,18; Bearbeiterin: Baumgarte
leienphaffe
swM.
auch leige-.
‘Weltgeistlicher; Geistlicher, der keinem Orden angehört’ (vgl. DRW
8,308):
[bei Rechtsgeschäften sind Laien als Zeugen Ordensangehörigen
(begeben liuten) vorzuziehen,] wern ez aber
laigephaffen, di suͤlen ienem sines rehten helfen vor dem vogt oder vor dem
burgraven, swes geriht ez danne ist, und swan ez an den ait gat, den suͤlen si tun
vor irre maisterschafft nach pfaefflihem reht StRAugsb
179,2;
tuomhêrren, nunnen unde leienphaffen / unt al die orden, die Got hât
geschaffen, / die lebent, des diu ê erziuget: / swer der ê ze rehte phligt, / der
hât hie unt dort gesigt; / swerz widerredet, des volget niht: er liuget!
RvZw
225,7
MWB 3,3 1017,23; Bearbeiterin: Baumgarte
leienphrüende
stF.
einem Laien gewährte kirchliche Pfründe (vgl.
phrüende
3; DRW 8,308 mit weiteren späteren Belegen; 2HRG
3,403-406):
daz nieman gedenk, daz dhein unser vorfar [...],
kuͤnig oder keiser, dhein layͤnpfruͤnt in dem vorgenanten chloster ze Buͦchow ie
verlihen oder gegeben haben, dann ze einem mal einem arzat durch lieb, der waz auch
seshaft bei in und verdient die pfruͤnd MGHConst
6,2:3:477,25
(a. 1335)
MWB 3,3 1017,37; Bearbeiterin: Baumgarte
leienrëht
stN.
das überlieferte deutsche Recht im Unterschied zum römischen oder kanonischen
Recht (vgl. DRW 8,309 und
leiengerihte
), ‘Laienrecht’
hie sullen wir sprechen, wer ze rehte phleger müge sîn oder
niht der kinde und der vrauwen. etwâ heizet er phleger, etwâ sicherære, etwâ voget,
etwâ vormunt, etwâ behalter; die sullen alle getriuwe liute sîn. in der schrift sô
sint si gesundert an ir reht, aver vor leien reht sô haben wir einez alse daz ander
SpdtL
126,11;
ebenso
SchwSp (W)
52,8
MWB 3,3 1017,46; Bearbeiterin: Baumgarte
leienswëster
F.
auch lei-, leige-.
weibliches Mitglied einer Ordensgemeinschaft, die nicht zur Nonne geweiht ist
(vgl. DRW 8,309), ‘Laienschwester’
daz wir swester Adelhait, vnser leige swester von Alphach, geben alliv iar
XVIII sv̂merv [Scheffel] roken UrkCorp
(WMU)
2881,4;
sie waz einz nahts vor irm pette an irm gebet: da kom sie von ir selber. do
ging ein leienswester, die waz ir gastmeisterin, dreie stund zu ir und sprach, daz
sie her abe ging zu den gesten. da versan sie sich niht in dise werlt von gotlichen
gnaden. da ging die leiswester hin und sprach von der priolin
EbnerChrist
19,13.
5,36.
6,8
MWB 3,3 1017,57; Bearbeiterin: Baumgarte
leienvürste
swM.
auch lei-, leige(n)- (
HagenChr (G)
618;
SchwSp
48b
), lêg- (
EnikWchr
27939
).
‘weltlicher Herrscher’ (vgl. DRW 8,306):
ain lai fuͦrste mag nicht aim andern lai fursten hof gepieten ob er daz selbe
reht hat daz er hof gepieten muͦg [ vor ein königliches Hofgericht
laden ]
SchwSpK
4,3:145;
den romischen chvnech svlen chiesen drei pfaffen fursten vnd vier lai fursten
ebd.
4,3:137;
wir geben die wal drin erzebischoven unde vier leienvürsten
PKchr
179,19;
Loheng
1970;
HagenChr (G)
618;
der chvnec hebet den ersten hershilt. die bischofe vnd die abbet. vnd die
abtissen. die da fvrsten sint. die hebent den andern hershilt. die leien fvrsten den
dritten. die vrien herren den vierden SchwSp
7a.
68b.
48b;
SpdtL
83,17.
231,4;
man sach ie leienfürsten streben / in stürmen und in striten bi dem riche
neben / und ouch ir swert / beschirmen sunder wan. / her künig, ir sult die
leienfürsten richen, / in rechter not die pfaffen von iu wichen Frl
8:13,11;
Ottok
13643.
28433;
ir sult besenden / in dem rîche in allen enden / die edeln fursten alle /
[...], / daz sie komen gar ze hove, / leienfursten,
bischove, / unde sitzet zuo geriht / unde erteilet dise geschiht, / wie ûch die
fursten lêren EbvErf
1408;
Rumelant (K)
2:13,10;
Helbl
8,1102;
Hawich
4707.
4692
MWB 3,3 1018,6; Bearbeiterin: Baumgarte
leienwînzehende
stM.
‘einem weltlichen Herren zustehender Weinzehnt’
daz ich [A., ain ritter,] han verichen
und vergich offenlich an diesem brief [...] dem
[...] abt und dem convent von Salmanswiler
[...] ainz glichen tails und ainer rechter gemaind
[Gemeinschaft] an dem laigen winzehenden
[...] ze Marchdorf, daz wir den selben winzehenden mit
anander hinanfuͥr [...] niessen sont
UrkSalem
2,570
(a. 1300)
MWB 3,3 1018,32; Bearbeiterin: Baumgarte
leienzëhende
swM.
einem weltlichen Herren zustehender Zehnt (vgl. WMU 2,1118; DRW 8,310):
davon han wir zu lehen die burg Franckenburg, [...]
und daz tal und die lüte darunder, und zu Kestenholtz den leyhen zehenden und den
kirchensatz und was zu Franckenburg höret von alter her UrkEls
2,157
(a. 1336);
alles, das ich an dem dorfe ze Emeringen hête mit dem kirchen sazze der
kirchen ze Emeringen, mit akkern, mit wisen, mit holze, mit velde vnd mit dem laîen
zehenden, den ich och da hête UrkCorp (WMU)
2912,20.
1569,33;
min herre hat gelihen A.v.G. den layenzehend ze K.
[...], den man nemt den gemeinen layenzehenden
DRW
8,310
(WürtVjh; a. 1344);
UrkRapp
477,5
(a. 1350);
UrkZürich
11,245
(a. 1330)
MWB 3,3 1018,41; Bearbeiterin: Baumgarte
leige
stM. , leige-
→
leie
stM., →
leien-
MWB 3,3 1018,56;
leiht (?)
Adj.
Bed. unklar (Anm.z.St. verweist auf
wëterleich
und
wëterleichen
, vgl. dazu SchweizId 3,1011; Findebuch
‘zuckend, grell aufleuchtend?’):
do wrden donre groze / mit manegem grozen doze / kleckende
und schellende, / chrachende und hellende / mit schininden blicken, / leihtin unde
dikkin [flüchtig aufflackernde (?) und dicht
gedrängte]
RvEWchr
11561
MWB 3,3 1018,57; Bearbeiterin: Baumgarte
leiiclich
Adj.
‘im Laienstand, weltlich’ (vgl.
leienhërre
;
leienvürste
):
[lässt der geistliche Herr seine Blutrichter nicht vom König
bestätigen,] er vnde alle sine rihter werdent an allen den
schuldig vor gotte, vber die si rihtent, so si der livte bluͦt vz giezzent. die
leigeclichen herren bedurfen dez nvͥt, daz die rihter den ban enphahen von dem
kvͥnige. daz ist da von, daz der leige selbe vrteil git SchwSp
58a
MWB 3,3 1019,1; Bearbeiterin: Baumgarte
leilich
Adj.
‘laienhaft, ungelehrt’
ich kann nicht vil da von gesagen. / daz saltu, bite ich, mir vertragen. / so
groz ist dirre kunste hort / daz en versmahn leiliche wort Secret
1824
MWB 3,3 1019,10; Bearbeiterin: Baumgarte
leim
stM. , leime
swM.
auch lein [:stein] (z.B.
RvEBarl
12801
); die semantische Abgrenzung zu den (teil-?)synonymen Wörtern
dahe
swF. und
lette
swM. ist unklar; häufiger mit
zæhe
‘zäh’ und
bern
, berjen
‘(zur Entwässerung und Verdichtung) schlagen, treten; kneten’.
1
‘Lehm(boden), Ton(erde)’
1.1 allg. 1.2 als Werkstoff 1.2.1 als formbare Masse (die anschließend getrocknet oder gebrannt werden kann) 1.2.2 als Material zum Abdichten 1.2.3 als Mittel, um Wein zu klären 1.3 in Vergleichen 2
‘Schlamm, Morast’ (vgl.
hor
,
lette
swM. 2 ) 3 gebrannter Lehm als Bestandteil von Wundauflagen 4 Haut, die sich beim Gähren auf dem Most bildet (nicht identisch mit
dem leim , mit dem man den Wein klärt, vgl. 1.2.3 )
1
‘Lehm(boden), Ton(erde)’
1.1
allg.:
in dichtim ertriche vnde vuchtim vnd vettim do wachsin si
[die Kastanien] kvme; in toppir
ertriche [Töpfererde, Ton] odir in leyme do
wachsin si nymmer Pelzb
128,21;
jtem ein halb acker an deme leimen bi Wetzel UrkCorp (WMU)
N410,28;
swer den Rin mit leime wil verswellen, / der hat min, swie tumbe ich si,
ze helfe niht Marner (W)
2:2,3;
gelustet si [der Schwangeren]
[...] leimes oder kole. so gip ir gelunte
[geröstete] bonen SalArz
65,40;
JTit
6297,4
1.2
als Werkstoff
1.2.1
als formbare Masse (die anschließend getrocknet oder
gebrannt werden kann):
ûz hin ûf daz velt sî [die Kinder] kâmen /
dâ leim [
zu 1.1
] und erde
gegraben was. / daz kint Jêsus dâ nider saz, / mit sîner hant zesamen er
perte / den weichen leim und ouch die erde [und knetete
Vögel]
Philipp
4119;
WernhMl
5249;
als wir sehen an den waichen vazzen, diu die hafner
[Töpfer] von tahen
[Ton] oder laime machent BdN
69,12;
ist er [die Götzenfigur]
holz oder lein / oder ein kreftelôser stein / sunder nutz
RvEBarl
12801;
RvEWchr
5036.
– als Material zum Herstellen von Ziegeln:
do hiez der kúnig das nieman me / dannen hin in
gebe do / deweder hoi, paelle [Spreu ?] unde
stro, / das si in den lein do tetin / den si ze ziegel knetin
RvEWchr
9732;
der uon adele was geborn, / der muͦse berien daz hore, / die
hêrlîchen chnehte / den laim und den letten [durch Schlagen
und Treten den Lehm zur Ziegelherstellung verdichten]
Exod
130.
– oft im Rahmen der Schöpfungsgeschichte bei der
Erschaffung des Menschen (vgl. formavit igitur Dominus Deus hominem
de limo terrae Gn 2,7):
got der den eristen man / uz læime gebildet hat
Wernh
D 2063;
Gen
268.
114
u.ö.;
EnikWchr
503;
Martina
119,12;
MinneR 30
671,7;
mit attr. brœde:
dô geschuof got von himele / nâch sîn selbes bilede / unsern vater
Adâmen / [...] / ûz einem brœden leime
Aneg
1078;
SüklV
797;
SuTheol
68;
Erinn
483.
– auch als einer von mehreren Werkstoffen:
ûz hertem leime tet er gebeine, / ûz brôder erde
hiez er daz fleisk werden, / ûz letten deme zâhen machôt er die
âdare [d.s. Muskeln, Sehnen, Adern]
Gen
195;
got [...] / der worhte den
mennischen einen / uzzen von aht teilen: / von dem leime gab er ime daz
fleisch, / der tou becechenit den sweiz [...]
VEzzo
41
1.2.2
als Material zum Abdichten:
vermach den haven [Topf,
Krug] oben mit leime, daz der tamph ninder ouz nemeg
Barth
149,3.
– beim Fachwerk:
swer auch pauwen wil, der sol mit ziegeln oder mit laime bauwen,
er sol auch mit ziegel decken NüP
132;
dar umb sint diu
pain [Knochen] des kranken flaisches
aufhaltung [des schwachen Fleisches
Stabilisierung] , recht als die pfæl in ainer klänten
want [einem mit Lehm aufgefüllten Fachwerk (vgl.
klënen
2)] den laim aufhaltent
BdN
22,10
(vgl. 1.3); auch zum
Nestbau:
ein swalwe klent von leime / ein hiuselîn Neidh
SL 26:7,3.
– beim Pfropfen und Versorgen von Schnitten am
Baum:
dor no bedecke die czu vugunge mit miste odir mit
leyme, das das wassir abe trage Pelzb
120,27.
125,8.
131,26
1.2.3
als Mittel, um Wein zu klären:
leym, noch der gerunge dem wyne ingegossin, reynit den
wyn vnde macht den wyn clar vnd czuhit di hevin in den grunt. jst abir, das
der leym gebrant ist, so ist her bessir, wen her den suze. so macht her ouch
den wyn wol smeckinde Pelzb
140,18.
140,20
1.3
in Vergleichen:
zæch sam der leim BdN
477,25;
wan limus ist ain zæh erdreich sam laim ebd.
302,34;
[die Augen kleben] im zu samene bi der nacht. daz uz
den ougin rinent ist als ein leime SalArz
35,35.
di tyevelynne kunde / gifft werffen auff der nasen, / das
der anger und di wasen / mit al wurden uber dent [überzogen,
bedeckt] , / als [als ob] der leym
ward geklaint HvNstAp
9030
(vgl. 1.2.2)
– für blasse, fahle Haut:
ouch was diu jæmerlîche schar / elliu nâch aschen
var, / oder alse valwer leim Parz
184,3;
im hâte manic übel tac / geselwet sîne varwe gar: /
er was swarz, niht wîz gevar. / sîn varwe gar verwandelt schein / als ein
varlôser lein. / er was mager und harte bleich RvEBarl
15326.
– für etwas Wertloses, vielleicht zu 2 i.S.v. ‘Dreck’
reht als ez wære leim, / golt und silber er bôt, /
swer im ze diser nôt / diensthaft wolde wesen Ottok
27691
2
‘Schlamm, Morast’ (vgl.
hor
,
lette
swM. 2):
der Ihesus ist genant, / der spey vf die erden, so zu hant /
mahte einen leymen er da weich [
fecit lutum ex sputo Io
9,6]
EvStPaul
12604;
bestechet bin ich in læime tiefem [interl. zu infixus sum in
limo profundi
]
PsM
68,3;
wan unser herre der vindet suͤmelich suͤnder stechende in dem laime
PrSchw
1,51;
ê mich begriffe sünden leim / kam ich leider niht zuo dir. / vrouwe, wis
genædic mir, / Marîâ MarGr 18
299,28
3
gebrannter Lehm als Bestandteil von Wundauflagen:
nehelphe daz niht, sô nim verbrunnen leim unde zetrîb den mit
starchem ezich unde lege den uber die wunden Barth
141,11.
141,4.
141,13;
Ipocr
34;
mul [male] verbrunnen leim unde
temper den mit wîzem des aies unde lege daz phlaster uber die geswulst
Barth
143,3
4
Haut, die sich beim Gähren auf dem Most bildet (nicht identisch mit
dem leim, mit dem man den Wein klärt, vgl. 1.2.3):
[die Trennung des Mostes als Beispiel für die Trennung der vier
Körpersäfte in der Humorallehre:] eniz ist also di erde. daz ander
ist der geist. daz dritte alse der leime, daz ist hut uf dem moste geist. daz uirde
ist der reine win SalArz
2,1.
2,10
MWB 3,3 1019,14; Bearbeiterin: Baumgarte |