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ABCDEF s.VGHIJKL
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l – lâchen
lâchen – laden
laden – Lahrein
lahs – lampartisch
lampe – lanclëbic
lanclîbe – lancwat
lancwiric – lant|âht|acker
lantâhte – lantgemeine
lantgenôʒ – lantleite
lantliut – lantreister
lantrihtære – lantsidel
lantsidel – lanttwingære
lanturliuge – lantwîn
lantwîp – larrûn
larventier – lasterkleit
lasterkôsen – lasterwunde
lastkarre – Latrisëte
latrôn – læʒic (?)
læʒlich – lëbendic
lëbendigen – lebezelte
lëbezuht – 3lecken
lëcken – lëder|gerwe
lëderhosære – lëdic|sagunge
lëdic|vrî – lëgerhort
lëgerhuobe – lêhengëlt
lêhenguot – lêhensrëhten
lêhensteidinc – leidebërnde
1leiden – leienphrüende
leienrëht – leissup
leist – leiterboum
leiteren – leitstap
leitstërne – lemmelîn
lemnisse – lenderieren
lenderl – lenke
lenken – lêrchenmunt
lêre – lërnkint
lërnknabe – lësemeister
lësen – lettener
letter – levîte
lëwe – lëwinne
leyô – lîch
lîch – lîchphenninc
lîchreste – 1liden
2liden – lîdunge
lie – liegære
liegærinne – liehticheit
liehtkerze – liehtvaʒ
liehtvlüʒʒic – liepsuochende
liep|swinderinne – lîhenisse
lîhkouf – lîhtsüeʒe
lîhtunge – 2lîm (?)
limbel – lindelîche
1linden – lînhose
linie – lînsoc
linster – lîpgedinge
lîpgedingede – lippenlappen
lippe|swër – listen
lîsten – 2lit
lit- – litze
litze – liut-
liutærinne – liutsælde
liutsælic – löbelach
lobelich – loc
loch – lodewërc
lœdingære – lônærinne
lônbære – lônen

   lenge - lenzen    


lenge Adj. ‘lang’ (vgl. lanc ) 1 räuml.
2 zeitl.
   1 räuml.: lengiu swert, ze mâzze breit, / sleht, ze beiden eggen ganz SM:Go 1: 2,4    2 zeitl.: der winter was lenge SM:Go 2a: 1,2; mach uns di wile kurz, diu ist so lenge! JTit 2145,3; daz mir dort [in der Hölle] ze leide solde werden, / daz irlite ich ungerne, / daz wurde lihte ze lenge SüklV 358; si bâten daz er [Isaak] dâ wâre zehen tage fristmâle. / daz dûhte in ze lenge Gen 1016; Wh 324,14. – von gesprochener und geschriebener Sprache: diu rede würde gar ze lenge LvRegFr 4936; die [Hörer] dunke ouch niht ze lenge / des mæres anegenge Flore (P) 357; Aneg 2237

MWB 3,3 1058,57; Bearbeiterin: Wemhöner

lenge stF. auch swF. ( Ottok 26832; BdN 43,23. 102,3. 102,4; KvMSph 19,17. 25,7 ); auch lange ( UvZLanz (K) 7552 ). ‘Länge’ 1 räuml.
1.1 allg.
1.2 vom Körper und seinen Teilen (s.a. kürze 2 )
1.3 zur Bezeichnung einer bestimmten räumlichen Ausdehnung (mit Präp. ane, in, ûf und Maßangabe)
1.4 in die/  nach der ~ ‘der Länge nach, längs’
1.5 in adv. Wendungen
1.5.1 die/  mîn ~
1.5.2 die ~ in Verbindung mit die breite ‘weit und breit’
1.5.3 die verre und die ~ ‘aus allen Richtungen’ ?
1.6 zur Bezeichnung des aufrecht stehenden Kreuzbalkens
1.7 ‘Entfernung’
1.8 ‘Linie, Gerade’
2 zeitl. ‘Dauer, Länge (eines Zeitraums)’
2.1 allg.
2.2 überwiegend in der adv. Wendung die ~ ‘auf Dauer, dauerhaft’
3 von gesprochenen und geschriebenen Texten (vgl. lengen 3 )
   1 räuml.    1.1 allg.: nie wart geschriben uf zedele diu lenge siner lande ob und under, / tagweide vierzic an der wit gemezzen JTit 6255,2; dhein hort kund niht bezzer sîn / wan der selb tisch was. / sîn leng ich geschriben las: / er was drîer ellen lanc EnikWchr 26566; [die Holzpfähle] sullen auch [...] haben ir rehte lenge WüP 80,6; Pass I/II (HSW) 4428; des mantels lenge UvZLanz (K) 5940. – in Verbindung mit anderen Maßbegriffen (z.B. breite stF. , hœhe , tiefe stF. ): div wîte des huses gestet in uiere mazzen: an der breite, an der lenge, an der hohe, an der tieffe Spec 135,26; von allin deme daz da lipheit anegevallin mac, alse groize, lenge, licht und swer Parad 35,13; daz puch saget uns ze dute / von der hohe unte von der wite / unte von der lenge unte von der breite [des himmlischen Jerusalem] HimmlJer 51; Mechth 7: 57,3; Frl 1:17,28. 5:13,5. – in der Beschreibung der unermesslichen Größe Gottes (vgl. Eph 3,18): ir súllent sin gefundiert in der minne, das ir múgent begriffen mit allen heiligen weles si die hoͤhi, die breiti und die tieffi und lengi gotz Tauler 174,25. 238,33 u.ö.; Spec 135,34    1.2 vom Körper und seinen Teilen (s.a. kürze 2): er [ Esealt ] was gewahsen alsô hôch, / daz er verre langer schein / danne türne dehein; / und was im doch dar zuo gereit / ze der lange grôz behendicheit UvZLanz (K) 7552. 7574; zv rechter lenge, zv fuge smal, / als ein maget wesen sal Herb 609. 2921; HvNstAp 10981; Walth 26,33; der ruck hât seinen anvanch an dem hals und strecket sein leng unz an die mistporten BdN 24,9; hat ez [das Kinn] denne der lenge vil, / schelklichen sin ez teuten wil Physiogn 269. – phras. vom Verstand, etwa i.S.v. ‘Frauenverstand reicht selten weit’ (vgl. TPMA 3,373; Friedrich, PhrasWB, S. 267f.): ez het wol gescheiden / Kriemhilt Hagenen von in drîn, / niwan daz lützel wîbes sin / die lenge vür die spannen gât KlageB 1911    1.3 zur Bezeichnung einer bestimmten räumlichen Ausdehnung (mit Präp. ane, in, ûf und Maßangabe): einer guoten mîle / an der lenge het diu schar Ottok 96002; an den alten bvochen [...] da liset man das vnser herre Ihesus Cristus was [...] an lengi mitteler maze Lentulusbrief (W) 574; BdN 284,34; Parz 669,15; drizec maze was ez [das Stiftszelt] hoh / [...] uirzec maze in lenge VMos 57,19; ein húltczin krúz, daz waz in der lengi als eins mannes spang [d.i. spanne ] Seuse 41,6; eynen iungen kirsboum den spalde in di lenge eyner spannen Pelzb 126,35; vnde [der Fischgrund] hatt hyn uff dy lenge drittehalbe hundert vnde funfzehen meszegerten UrkCorp (WMU) 222AB,34,26    1.4 in die/  nach der ~ ‘der Länge nach, längs’ so sal man yn [den jungen Kirschbaum] spaldin in die lenge von obin nydir bis an dy wurczeln Pelzb 127,2; nym beyde stocke vnd spalde si in di lenge mittin enczwey ebd. 131,6 u.ö. ain ieglich [Tierkreis-] zaichen hat dreizzig grad an der lengen [ in longitudine ] KvMSph 24,28; [der Donner klingt] auch oft sam der ain leinein tuoch nâch der leng rizze BdN 92,36; spalt ez [die Haselrute] nâch der leng ebd. 334,17. 244,30 u.ö.; swer herr was in eim lande, / [...] / was er dann kurz oder lanc gestalt, / dâ wart daz bilde manicvalt / reht nâch im gegozzen, / nâch sîner leng geflozzen EnikWchr 20964; ein dunstlich bilde, / halp maget, halp man, geteilet nach der lenge Frl 3:9,2    1.5 in adv. Wendungen    1.5.1 die/  mîn ~ : – ‘der Länge nach’ sie viel mit der rîchen wât / ûf daz gras die lenge HvFreibTr 4611; als er [Erzengel Gabriel] zu mir disse wort / gesprach, ich viel getwenge / uf die erde min lenge. / idoch rurte er mich an / irhebende Daniel 6122. – ‘entlang’ eine wolgebante strâze / vert man vil baz die lenge, / dan daz man die enge / durch rûhe dorne dringe RvEBarl 5383    1.5.2 die ~ in Verbindung mit die breite ‘weit und breit’ die lenge und ouch die breite / treit iwer prîs die krône Parz 654,12; dû sælden anegenge, / diu gotheit in dîn herze dranc, / dar an uns allen wol gelanc: / des hâstû danc / die breite und ouch die lenge LobGesMar 31,14. – mit Poss.-Pron., übertr. wohl i.S.v. ‘überall, in jeder Hinsicht’ ir [der ungnädigen Angebeteten] nit mich chopelt / in sorgen bant so strenge, / daz myr myn breit, min lenge / freude ist alle worden kurtz Minneb 4662    1.5.3 die verre und die ~ ‘aus allen Richtungen’?: ûwer ros ist sô getân, / swenne irz rûret mit den sporen, / ez loufet allen den bevoren, / die û zû sprengen / die verre und ouch die lenge En 8672    1.6 zur Bezeichnung des aufrecht stehenden Kreuzbalkens: diu lenge des hiligen chruͤtzes da der leip unsers herren aller an gestrechet was PrOberalt 5,6; wir suͤln unsern leip gar chruͤtzen an diu lenge des hiligen chruͤtzes ebd. 6,12. 4,33 u.ö. – bezogen auf die Geste des Bekreuzigens (oder als adv. Wendung zu 1.5.1?): Wolfram ein kriuze für sich reiz. / [...] / er streich für sich die lenge und ouch die breite Wartb (H) 371:20,6    1.7 ‘Entfernung’ daz schif mag als verre in daz mere treten, daz aines menschen auge unden pei dem mastpaum daz zil an dem ufer oder an dem gestat niht gesehen mag, und die augen oben in der hoͤhen des mastpaumes sehen daz selb zil wol. und schoͤlt doch daz unter aug daz zil paz sehen danne daz ober, daruͤmb, daz sein lenge kuͤrtzer ist zu dem zil, als uns offenbar ist KvMSph 15,21. 29,15    1.8 ‘Linie, Gerade’ du scholt auch wizzen, wie daz sei, daz ain iegleich kraiz an dem himel gepruͤft werd als ain smaleu leng [ linea ] , die kain praiten hat KvMSph 24,22; in dez [Kreises] mittel ist ain puncte, davon alle lengen gefuͤrt an dem umbkraizze geleich lank sint ebd. 7,3. 7,4. 57,24. – zur Verwendung als mathematisch-astronomischer Terminus bei Konrad von Megenberg vgl. differenziert Deschler, Astron. Term. und KvMSph , Glr.    2 zeitl. ‘Dauer, Länge (eines Zeitraums)’    2.1 allg.: die lengen des tages hat zwelf stund KvMSph 52,29; in dere tage lenge Himmelr 2,18; di lenge der zit Parad 87,15; mînen hêrren lebens lenge vlôch Parz 105,13; JTit 506,4. 1588,1; SM:Go 2: 1,2. – formelhaft in Urkundentexten: das man hoher herren gesezte [...] von des cites lengi iht vergesse UrkCorp (WMU) 2596,9; div dink, div [...] von der lengj der czit vs der lúthe gehuknusze kument ebd. 2822AB,22    2.2 überwiegend in der adv. Wendung die ~ ‘auf Dauer, dauerhaft’ die lenge kunne / frô nieman gesîn / âne spîse, pfaffen noch leien! SM:UvB 1: 1,11; ê daz ich die lenge alsô / mit sorgen lebt, ich sturbe gerner MF:Reinm 33: 2,5. 5: 4,8; Ottok 14322. diser bote kluoc / sich die lenge niht [nicht lange] ensûmte, / die stat ze Wienen er rûmte Ottok 66905    3 von gesprochenen und geschriebenen Texten (vgl. lengen 3): noch ist dirre sache gnuͦg, / di wol hetten guͦden fuͦg / [...], / daz man si mochte schriben, / di wir nu lazen bliben, / daz wir bi disen ziden / lenge also vermiden Elis 8788; diz buch daz ist lancstundic; / swa die rede [der Vorlage] selb vundic / ist und der sin mazen scharf, / [...] / daz wil ich lichtlich ubervarn / und wil zu tiefer rede sparn / den sin, daz ich volbrenge / daz buch an siner lenge HeslApk 14592

MWB 3,3 1059,6; Bearbeiterin: Wemhöner

lengede stF. auch lang-. wmd. ‘Länge’ (s.a. Schiller/  Lübben 2,664): Karlle reit do in dat lant / ind mit mench stoltz wygant / de wyde ind ouch de lengede Karlmeinet 315,52; der lilien stam he is ouch lanc. an der langede vernom eine duget, die heizet lanc mudicheit Lilie 5,14

MWB 3,3 1061,23; Bearbeiterin: Wemhöner

lengeleht, lengeloht Adj., Adv. auch lenk-, -ot. 1 adj. ‘länglich’
2 adv. ‘der Länge nach, längs’
   1 adj. ‘länglich’ des paums fruht haizt ze latein dactylus und haiz wir si ze däutsch dateln, dar umb, daz diu fruht lenklot ist, wan dactylon haizt in kriechisch lank BdN 337,21; die [diese Quitten] sint sinbel und niht lengloht sam die êrsten ebd. 319,35; der paum tregt lenklocht öpfel ebd. 313,3 u.ö.    2 adv. ‘der Länge nach, längs’ snit ein birn lengeleht vnd strauwe sie drunder BvgSp 91; nym eyne wise wydine stange [...] vnd stich mit eyme starkin messir di stange in di lenge, vnde mache di lochir lengelecht also vil als du wilt Pelzb 124,13

MWB 3,3 1061,29; Bearbeiterin: Wemhöner

lengen swV. s.a. langen swV. 1 räuml.
1.1 intr.
1.1.1 ‘reichen, sich ausdehnen/  erstrecken’
1.2 tr.
1.2.1 ‘etw. ausdehnen, verlängern’
1.2.2 ‘jmdn./etw. (von jmdm./etw.) fernhalten, jmdm. etw. vorenthalten’
1.2.3 wohl ‘nach etw. greifen’ (vgl. langen swV. 4 )
1.2.4 den britel ~ ‘die Zügel schießen lassen’
1.3 refl.
1.3.1 ‘sich verlängern, in die Länge ziehen’
1.3.2 ‘sich ausbreiten’
1.3.3 ‘sich von etw./jmdm. abwenden, entfernen’ mit präp. Erg. ( abe, von ) oder Pron.-Adv.
2 zeitl.
2.1 intr.
2.1.1 ‘länger werden’
2.1.2 ‘zögern’
2.2 tr.
2.2.1 ‘etw. (Frist, Zustand, Handlung) verlängern’
2.2.2 ‘etw. (Termin, Handlung) verschieben, aufschieben’
2.2.2.1 subst. in der Wendung âne/  sunder ~ ‘ohne Aufschub, unverzüglich’
2.3 refl.
2.3.1 ‘sich verlängern, in die Länge ziehen’
2.3.2 ‘sich verzögern’
3 von gesprochener, geschriebener Sprache
3.1 ëʒ/ daʒ mære/ diu rede u.ä. ‘(künstlich) in die Länge ziehen’
3.2 unpersönl./mit sachl. Subj. und Akk.d.P. ‘jmdn. langweilen’
   1 räuml.    1.1 intr.    1.1.1 ‘reichen, sich ausdehnen/  erstrecken’ einiv wivͤste hovestat [...], div [...] von der mivli lenget vntz an die lantstraze UrkCorp (WMU) 364,12. – Part.Prät. ‘ausgedehnt’ vor sinem tor ein witer hof gelenget / lit wol in solcher maze, daz man ein ors da von rabin ersprenget [dass man einem feurigen Pferd dort hätte die Sporen geben können] JTit 6235,3    1.2 tr.    1.2.1 ‘etw. ausdehnen, verlängern’ Valdean sah das Galahotes lút entschumpffiert waren, und kam yn zu hilff mit synem banir, andersytt kam der konig Agwiseaus von Schottenlant mit synem banir zuslagende. die zwen konig lengeten den strit [Kampflinie] sere an beiden siten Lanc 271,19. – bildl.: der kemerer wart do lengen / den wec, wand er ungerne quam Pass I/II (HSW) 14474    1.2.2 ‘jmdn./etw. (von jmdm./etw.) fernhalten, jmdm. etw. vorenthalten’ schouwe, / ob si noch an den sachen / ein ende wolle machen / und daz liecht her brengen. / wil si ez aber lengen, / so nim daz liecht mit gewalt Pass I/II (HSW) 12932; du lengote uon mir den friwent unde den næsten [interl. zu elongasti a me ] PsM 87,19; nieht enlenge die hilfe din [interl. zu ne elongaueris auxilum tuum ] ze der schermunge min ebd. 21,20; StrKD 88,32    1.2.3 wohl ‘nach etw. greifen’ (vgl. langen swV. 4): da der ritter hort das er fechten must, er reit hinwenig furter und lenget syn glene, also det der ander Lanc 221,27    1.2.4 den britel ~ ‘die Zügel schießen lassen’ man sal si [die minne ] bit [l. mit ] deme breidele [Zügel] der bescheidenheide duengen [l. twengen ] , / dat si die gerunge nit in muͦge uzer deme reiten [l. rehten ] wege brengen, / dat vile lihte geschit, wilt man ire den breidel lengen Lilie 61,10    1.3 refl.    1.3.1 ‘sich verlängern, in die Länge ziehen’ – bildl./übertr.: biwilen wart sich lengen / sin wec, daz er uzen bleib / die nacht, als in sin not treib Pass III 305,74; sin [Gottes] hoͤhe, dú ist dir ze hoh, / sin wite ze breit, sin grunt ze tief, sin lenge sich dir lenget Marner (W) 1:2,8    1.3.2 ‘sich ausbreiten’ diz mere wart sich lengen / in der stat uber al Pass I/II (HSW) 4990; wie gerne ich mich flizze / eins lobes, daz hat so hoch ein name, daz ich sin nicht vergizze! / ez höhet, lenget, breitet sich, sin nennen niendert lirket [stottert] Frl 5:13,12    1.3.3 ‘sich von etw./jmdm. abwenden, entfernen’ mit präp. Erg. (abe, von) oder Pron.-Adv.: der bischof vor den oven trat, / idoch er drabe [ dâr abe ] lengete, / daz er sich icht versengete Pass I/II (HSW) 17857; dirre mensche hat / einen got, der ist im gut. / du salt twingen sinen mut, / daz er sich von im lenge / und sin opfer brenge / der sunnen got ebd. 29339; subst.: swere sich durch got hat begeben / in ein gehorsames leben / und doch wil ie die vrunte besehen, / da mac niht gutes von geschehen, / sich enwolle ie drunder mengen / ein vor zeichen [ verziehen ] und ein lengen / abe der vollenkumenheit / die man von stetem herzen treit Vät 1834. – Part.Prät. ‘entfernt’ von dannen abr gelenget / sten jene gar besenget, / under den ougen gar verbrant, / so alrest wirt én bekant / wen si hi gecrucet han! TvKulm 4967    2 zeitl.    2.1 intr.    2.1.1 ‘länger werden’ sin athem begunde wiedder komen und lengen Lanc 453,3    2.1.2 ‘zögern’ wen iz ist kein kinde spil / vechten wider des tuvels sil, / ouch sich czu Gote hengen / an underscheit, nicht lengen, / und ouch ander an den weg / wisen und den richte steg / si berndes heiles leren TvKulm 3134; ez wart dô niht gelenget, / der marhgrâve reit hin nâch Wh 202,16. 198,22    2.2 tr.    2.2.1 ‘etw. (Frist, Zustand, Handlung) verlängern’ sîn andâht mag ein ieclîch man / nâch sînem willen leiten, / smalen oder breiten, / kürzen oder lengen Tr 17047; Cristus wil hie din leben / lengen in siner holde Daniel 6819; wer den stain tregt, den kreftigt er und lengt im daz leben BdN 445,32. 456,31; SchwSp 11b; Mechth 6: 21,26; Pass I/II (HSW) 13815. 2087; ir martere lengen Pass III 29,20; do wolde ouch got nicht lengen / der drier iuncvrowen not ebd. 34,18; lengen sînen pîn RvEBarl 15807; niemant kan sinen tac [seine Lebensdauer] / ober kumen noch gelengen HeslApk 3865; ich enwil lengen niht daz zil Rennew 33521; du [Gott] daz zit, also du wil, churzes unde lenges Himmelr 1,20    2.2.2 ‘etw. (Termin, Handlung) verschieben, aufschieben’ dô diu zît herzuo nâht, / ûf die der kunic het gedâht / die hôchzît volfüeren, / do begunde in ein siechtum rüeren – / [...] / dâvon wart diu hôchzît / unz ûf den summer gelenget Ottok 9330; im was zuo der verte gâch / unz ez aber naht wart. / des muoste er lengen sîn vart / unz an den dritten morgen StrDan 1028; do wolde ouch nicht me lengen / Augustinus ire vart Pass III 446,20; Wernh D 2222; daz wir [...] den tach [...] haben gelenget vnt auf schoben von dem mæntach nach sand Væîtes tag vntz an sand Kylians tag UrkCorp (WMU) 818,4. 1693,33 u.ö.; di kunege in minneclicher gir / hohes opper gebent ir, / daz si mit nihte enlengent Elis 10289; subst.: daz lengen uns niht anders vrumt / wan daz ez uns ze schaden kumt RvEAlex 6811    2.2.2.1 subst. in der Wendung âne/  sunder ~ ‘ohne Aufschub, unverzüglich’ da von an allez lengen / irkoren hat eyn hengen / mine sele durch dy not Hiob 2533; Pass I/II (HSW) 11655; nu laze wir die rede sin / und biten unsern herren got / [...] / daz er uns sunder lengen / wolle schiere brengen / zu dem ewigen vride Pass III 319,21; Pass I/II (HSW) 36668    2.3 refl.    2.3.1 ‘sich verlängern, in die Länge ziehen’ entritet er dir, so lenget sich din suchen sere Lanc 418,36; mîn jagen wil sich lengen, / wan hie ist wildes wunder. / [...] / ich spüre ez alles slîchen her dar under Hadam 73,1. 222,5 u.ö.; lenge sich daz fiuer [Fieber] . so gip dem siechen wazzer SalArz 72,26; so nemach nieman gesagen die not, diu ist in den tagen [des Jüngsten Gerichts] , / uber swen got des verhenget, daz sich sin leben dar gelenget AvaJG 16,6; als vil die [Breiten-] kraizze neher sint dem winderischem widerkerer [südlicher Wendekreis] , als vil kuͤrtzzent sich die windertag, und lengent sich die neht KvMSph 42,8. 41,29. 41,30    2.3.2 ‘sich verzögern’ er [hl. Bartholomäus] wart crucewis geslagen / an ein holtz durch sulche not, / daz sich lengete sin tot Pass I/II (HSW) 32366; Troiæren was diu nôt beschert / [...] / daz man ir stat schœn unde vîn / mit kraft zerstœren solte. / dâ von ir heil sich wolte / dô sûmen unde lengen KvWTroj 37077    3 von gesprochener, geschriebener Sprache    3.1 ëʒ/ daʒ mære/ diu rede u.ä. ~ ‘(künstlich) in die Länge ziehen’ ‘lieber frunt’, sprach sie, ‘lengent mir nit das ir mir wol kurczen mögent [...] !’ Lanc 288,7; ir namn ich wol genennen kan, / wan daz ichz niht wil lengen Parz 277,9; Tr 6565. 9244; Herb 97. 8999; sô wære doch gelenget / diu vil wunderlîche geschiht KvWEngelh 6224; diz mær ich niht lengen wil Rennew 7900. 12703; waz touc daz mære gelenget? UvZLanz 3424; der salme [Psalm] ist mir ze swære / und lengete doch daz mære, / solde ich in rehte endecken KvHeimHinv 632; die rede wil ich niht lengen, / wan daz wære ze nihte guot Eracl 1642; HvNstAp 19940; waz tochte di rede gelenget Brun 3653. 266 u.ö.; Wernh D 2033; ich enmuste den riem [Vers] lengen HeslApk 1450; mit Gen.d.S.: ich wil der mær niht lengen me Rennew 32256    3.2 unpersönl./mit sachl. Subj. und Akk.d.P. ‘jmdn. langweilen’ hie [in der Erzählung] wirt von wirde ruͤmen / erst aventuͤr ersprenget [ausgebreitet] , / ob ez iuch niht enlenget WhvÖst 13208

MWB 3,3 1061,41; Bearbeiterin: Wemhöner

lengeneren, lengenern swV. ‘sich länger (an einem Ort) aufhalten, länger bleiben’ ‘in truwen’, sprach sie, ‘ir mögent nicht fechten, ir sint dann zu erst genesen; ich soll wol frist gewinnen biß das ir genesen sint.’ ‘frauw’, sprach er, ‘ich han anderswo me zu schaffen.’ ‘ir múßent uch lengenern durch mynen willen und durch den uwern.’ Lanc 147,23 (Interpunktion nach Steinhoff, Lanc.; vgl. ebd., Anm.z.St.)

MWB 3,3 1064,1; Bearbeiterin: Wemhöner

lengeren, lengern swV. 1 ‘etw. verlängern’
1.1 räuml.
1.2 zeitl.
2 ‘etw. (Zeitpunkt, Ereignis) hinauszögern, verschieben’
   1 ‘etw. verlängern’    1.1 räuml.: Maria nate irme kinde Jhesu einen rok mit also gevoͤger nat, wenne im der rok wurde kurz und enge, das si in moͤhte witern und lengern Mechth 5: 23,149    1.2 zeitl.: do erbarmote iz got unde lengirote îme sin lêbin vûnfezehen iâre Spec 44,17; fumfzehn jar wil ich im geben / und so vil lengern im sein leben HvBurg 2224. 2222; PrSchw 1,82; Facetus 119; Martina 23,16; daz sie vns die zil [Frist] liehtern vnd lengern, ob si wellen UrkCorp (WMU) 547,1; dc wir den vride [...] gelengert hant fur vns vnde fur alle vnser helfere vnserme herren dem bischof ebd. N12,25. N64,3. – flekt. Inf.: daz si den gewalt heigen [sich das Recht vorbehalten] , das selbe cil celeͥngeronne zwei iar olde drú nach ir bescheidenheit UrkCorp (WMU) 506,18    2 ‘etw. (Zeitpunkt, Ereignis) hinauszögern, verschieben’ ir schœne lengert mir den tôt KLD: HvM 4:1,7

MWB 3,3 1064,10; Bearbeiterin: Wemhöner

lengerunge stF. auch lengerum ( RbRupr 306 ). 1 ‘Aufschub, Verzögerung’ (vgl. DRW 8,712)
2 ‘Verlängerung (von Fristen, Verträgen u.ä.)’
   1 ‘Aufschub, Verzögerung’ (vgl. DRW 8,712): swer den andern anspricht umb gelt, chumpt dann ener ze antwurt und spricht: ich pin dez geltz irr und waiz nicht recht, waz ich im gelten sol und beger einer raittung [Rechnung] , so sol man im auf daz naechst recht tach geben und sol auch bereden, daz er diu raittung durch chain lengerung nicht verziech StRMünch 313,7; sol auch iederman einen ait swern, daz er durch chain lengerum ding wan durch rechts rechten willen RbRupr 306    2 ‘Verlängerung (von Fristen, Verträgen u.ä.)’ und haben uns vͦch mit geswornen eiden verbunden, ein andern ze ratenne und ze helfenne uf das vorgenande zil nach den besigelten brieven, die die stette nu jungest vor dirre lengerunge ein andern geben habent UrkBern 5,669 (a. 1329); Ezechias der kv̓nk erwarb gesvntheit sines libes mit sinen trehenen, vnd lengervnge sines lebennes fv̓nfzehen iar [vgl. ego adiciam super dies tuos quindecim annos Is 38,5] VitasPatr 253,2

MWB 3,3 1064,29; Bearbeiterin: Wemhöner

lengevegære stM. ‘Latrinenreiniger’ (vgl. AWB 5,806): fugizlo: cloacarius, lengeuekere GlHvB (GE) 422

MWB 3,3 1064,50; Bearbeiterin: Wemhöner

lengunge stF. ‘Aufschub, Verzögerung’ auch sol dehainer auz dem rat durch lengvnge oder durch savmvnge der vrtail, der an si gedinget wirt, dehain gabe nemen UrkCorp (WMU) 2345,22

MWB 3,3 1064,53; Bearbeiterin: Wemhöner

lenimunt (?) stM. Ansatz unklar; wohl zu mlat. linteamen ‘Leintuch’ (vgl. Pfeiffer, WildM. S. 229; MLLM s.v.). ‘Leintuch’ wat hilpet den man di grozzi richeit, / als in der dot der nider sleit? / mit ime inwrit [l. inwërtes?] he ninit me / wan ein hemide vuiz [l. wîz ] alse der sne / vnde einin lenimunt unde eine [Hs. in einir ] bruch WildM 3,303

MWB 3,3 1064,57; Bearbeiterin: Wemhöner

lenke Adj. ‘biegsam, schmiegsam’, hier übertr. (vgl. FrlWB, S. 210; s.a. gelenke Adj. ): daz tut in vil lenke / den vinden Frl 5:85,5; ja wart doch nieman lenker ebd. 5:89,12

MWB 3,3 1065,1; Bearbeiterin: Wemhöner

lenke stF. ‘Geschick, Wendigkeit’ stete des nicht dem tubel icht [gestatte dem Teufel davon nichts] , / daz her mich bescrenke, / went her so vil der sunden spil / vughet [bewerkstelligt, fügt] mit siner lenke Wizlav (BK) 2:6,10

MWB 3,3 1065,5; Bearbeiterin: Wemhöner

lenke stswF. lanke

MWB 3,3 1065,10;

lenke swF. ‘Verlauf’ ich bit uch nu gedenken / vil wol des troumes lenken / vorne an biz zu ende Daniel 920

MWB 3,3 1065,11; Bearbeiterin: Wemhöner

lenken swV. auch lingken [trincken :] ( FrSchw 6242 ), Prät. auch lancte [clancte :] ( WhvÖst 17582 ). 1 ‘jmdn./etw. (wohin) lenken, führen, leiten’ (häufig mit (Pron.-)Adv. oder präp. Erg.)
1.1 von Personen
1.2 von Konkreta
1.3 von (gesprochener) Sprache
1.4 von Abstrakta ( sin/  muot )
1.5 unpers.
1.6 übertr. ‘etw. in die Wege leiten’ (?; anders FWB 9,967 z.St. ‘etw. überlegen, erwägen, gedanklich hin und her wenden’ )
2 ‘sich/  etw. (wohin) wenden, richten’ (mit direktionalem Adv. oder präp. Erg.)
3 ‘sich/  etw. biegen, beugen’ (mit fakultativer präp. Erg.)
3.1 allg.
3.2 übertr. ‘sich jmdm./etw. beugen, fügen’ (mit Dat. oder Präp.-Obj.)
3.3 Part.-Adj. ‘gebogen, gewunden, gefaltet’
4 ‘etw. anbringen’ (mit präp. Erg.)
   1 ‘jmdn./etw. (wohin) lenken, führen, leiten’ (häufig mit (Pron.-)Adv. oder präp. Erg.)    1.1 von Personen: daz sich der bâbst liez lenken / ze solhen untriwen / mit guot Ottok 3158. 54562. 54563; si fürwâr wol westen, / die wîl daz lant wære / rehter herren lære, / sô liez sich niemen lenken [beherrschen] ebd. 1387; sin wunder was groz und groz, / daz sin herze alumme sloz / und in sus wart lenken Pass I/II (HSW) 41471    1.2 von Konkreta: er [Gott] wol kan / alle ding [...], swî er wil, / lenkin NvJer 22234; die schœne maget Blanschemanîs / ir blanken arme criuzewîs / vaste über einander schrenkete, / gein herzen sie die lenkete / und dructe sie ûf ir brustel HvFreibTr 712; also wil ich, herre, in deinem namen / [...] / mein schifflin nider lenken, / denne do ez treibet der segel wint MvHeilGr 150    1.3 von (gesprochener) Sprache: so wil ich die wile gan / hin uz fuͤr die tuͤr stan, / bizir iuch bedenket: / wie ir mir denne lenket / die rede, dar nach riht ich mich WhvÖst 9034. – die Zunge als Subjekt: iedoch sol unverdrozzen / min zunge lenken wilde sage WhvÖst 129; nicht wort [...] daz man sprichet mit lefsen, / [...] / noch daz zunge mac gelenken, / noch daz herze mac gedenken HeslApk 625; subst.: mit aller zunge lenken / kan nimmer munt volbringen, / noch herze volliclîchen volledenken, / waz guoter dinge man mit harren endet Hadam 555,2    1.4 von Abstrakta (sin/  muot): des sunis wîsheit lenke / mîne cranken sinne, / daz ich vornumft gewinne NvJer 70; dô wurdin abir denkin / dî brûdre unde lenkin / darûf ire sinne, / als dî gotis minne / sî wîste ebd. 15822; wo ich min sin hin lenck MinneR 298 29; ez sol niht lenken / deheiner slahte guot [Subj.] / eins so rîchen kuniges muot Ottok 7469. sînen ganc/ sîne vart ~ : dar uber wolder sinen ganc / zu huse wider lenken Pass I/II (HSW) 16003; er [...] begonde lenkin / sîne vart allumme NvJer 16308    1.5 unpers.: den rossen ward gelencket, / unnd iedes sper gesencket FrSchw 6253    1.6 übertr. ‘etw. in die Wege leiten’ (?; anders FWB 9,967 z.St. ‘etw. überlegen, erwägen, gedanklich hin und her wenden’): der zauberer wol erkannt / das sein zaubry was ertrant [gebrochen] / [...]: / ain annders begund er lingken FrSchw 6242    2 ‘sich/  etw. (wohin) wenden, richten’ (mit direktionalem Adv. oder präp. Erg.): dâvon [von guter Zurede] begunde ir werden warm / daz kreftelôse herze / und entliez sich ir smerze. / dâvon begunde sich ir muot / tempern unde lenken LvRegSyon 1591. – mit ane, (wâ) hin, zuo: die tobenden wazzeres unden, / sturmwetter unde wint / alle wider mich nu sint, / wand ich mich an in lenke Pass III 199,67; daz herze an got sie lenken Pass I/II (HSW) 10486; daz du [...] minem herzen nach jagest, / wa sich daz hin lenke ebd. 20677; wa hin sin gemute sich lenket Physiogn 121; daz sult ir bedenken / und iwern haz lenken / ze guot und zuo barmunge Ottok 4834; man siht an ir henden / mit vil hurticlîcher ger / iriu wînes volliu sper [iron. für Becher] / gên dem munde senken / und sich zer tjoste lenken, / diu in nicht harte vellet Helbl 13,100    3 ‘sich/  etw. biegen, beugen’ (mit fakultativer präp. Erg.)    3.1 allg.: daz waren blech begozzen / von golde, etewa beslozzen, / daz si sich lenchen mohten Serv 499; die [sieben Hörner] man sach uf dem lamme lenken [vgl. Apc 5,6] Frl 1:13,32. – häufig vom Körper und seinen Teilen: diu knie vor im lenken Ottok 14808; wer sich lenket als ein stock [stocksteif dasteht] , / des dienst kan ich gepruven niht Jüngl 120; eine chruchen [Krücke] fraissam, / daruber muͦst er sich lênchen Wernh A 1697; die vuze sie begunden / an dem cruce lenken / und uber einander schrenken Pass I/II (HSW) 6481; sin arme und sin hende, / [...] / die wurden da gelenket / und umb di sul geschrenket ebd. 5961; WhvÖst 17335    3.2 übertr. ‘sich jmdm./etw. beugen, fügen’ (mit Dat. oder Präp.-Obj.): vnserem râte solt dv dich lênchen Wernh A 1408; sî inmûstin lenkin / sich undir des geloubin joch NvJer 4814; er hete sich gelenket / und geschepfet nâch ir site KvWTroj 16430; nû enweiz ich leider wie / ich gedanc gelerne, / dâvon sich mîn muot gerne / in den willen lenke, / daz ich an in gedenke, / alsô daz ich im bî / in geistlîcher beschöude sî LvRegSyon 1956    3.3 Part.-Adj. ‘gebogen, gewunden, gefaltet’ sine [des Vogels] reinen swankeln sytten [ sîten ] / waren meisterlich gelenket Minneb 5179; diu selbe riche banier zier / was von drien stucken, / [...] / daz ober und daz under / stuͤcke was geroͤtet / [...] / daz drittail wiz begarwe / da durch was schon geblenket, / ain larikant [ein strahlend weißer Stoff] gelenket WhvÖst 16550; und menig merwunder fin / das ist von gold gelenket drin [hineingewoben (in das Gewand)] / da nidenan bi dem orte EckenlE2 94,2; daz hemde stuont gelenket / nâch einem fremden schrôte [Schnitt] KvWEngelh 3078; HvNstAp 15100. – übertr.: sit vrouwen pris solch wirde / treit in lobes girde / gepartiret und geschrenket, gelenket Frl 3:33,3    4 ‘etw. anbringen’ (mit präp. Erg.): ir gesinde rief si do / unde hiez daz hus benken [Bänke darin aufstellen] , / ir ummehenge lenken / her unde dar an di want Pass I/II (HSW) 3106

MWB 3,3 1065,14; Bearbeiterin: Wemhöner

lennelîn stN. lœnelîn

MWB 3,3 1066,56;

lent stF. 2lende

MWB 3,3 1066,57;

lentboum stM. dem Mastixstrauch ähnliches Gewächs (vgl. Marzell 3,794): lentiscus haizt ain lendpaum. des paums stam ist sänft und waich [...], dar umb hât er den namen ze latein lentiscus, wan wir haizen allez daz lentum ze latein, daz dâ piegleich ist und waich BdN 328,21. 328,20

MWB 3,3 1066,58; Bearbeiterin: Wemhöner

lentimunt stM. lenimunt

MWB 3,3 1066,64;

lenze, langeʒ swM. vereinzelt stM. ( HvHürnh Reg. 37; PsM 73,17 ); auch lantze ( UrkCorp 1546,36 ), langiz ( GenM 71,1 ); vgl. EWA 5,1015-18 s.v. langez, lenz. ‘Frühling’ ver: lenzo SummHeinr 2:70,61; das ander vierde teil des iares heiset lenze Macer Prosavorr. 14; MNat 6,23; wohl verschrieben: in dem lazen oder in dem sumer SalArz 66,19; duo der langez chom duo fuor er [Jakob] ze Bethlehem Gen 1675; GenM 71,1; den sumer unde den langezzen [interl. zu estatem et uer ] du gebildetes PsWindb 73,17; si [Nachtigall] singet neur in dem lenzen, daz ist in der zeit von sant Peters tag, als er auf den stuol gesetzt wart [Kathedra Petri, 22. Februar] , unz an sant Urbans tag [25. Mai] BdN 221,1. 397,17 u.ö.; UrkCorp (WMU) 516,21 u.ö.; in den lenczen sint [Krankheiten] licht vnde cortz OvBaierl 67,47; SalArz 18,55; man vastet zu dirre zît in deme lenzin, daz ist umme di grôzen plagen di dâ geschâhen zu dirre zît HvFritzlHl 102,30; Renner 23661; Köditz 31,31. – phras. (vgl. TPMA 3,344): man vindet sumelîche [Frauen] / die alsô wankel sîn gemuot, / als in dem lenzen daz weter tuot UvEtzAlex 15620

MWB 3,3 1067,1; Bearbeiterin: Wemhöner

lenzelich Adj. ‘dem Frühling zugehörig, Frühlings-’ (hier bezogen auf die Tag- und Nachtgleiche): zuo merzen so ist der lenzeliche equinoccium. equinoccium daz ist, so diu naht unde der tac gelich lanc sint MNat 6,26

MWB 3,3 1067,25; Bearbeiterin: Wemhöner

lenzelîn stN. wohl Dimin. zu lanze , ‘kleine Lanze’, nur als Bestandteil von Personennamen (vgl. WMU 3,2589 mit zahlreichen weiteren Belegen; Nölle-Hornkamp, Handwerkerbez., S. 266): mit sant mînem vndern pergmaister Chvnraten dem Læntzlîn UrkCorp (WMU) N470,20; Lenzelin, der vrowen tohterman von Strazburg ebd. N150,35

MWB 3,3 1067,30; Bearbeiterin: Wemhöner

lenzemânôt stM. ‘März’ (vgl. AWB 5,817f. s.v. lenzen-, lenzinmânôd u. lenzimânôd mit weiteren mhd. Glossenbelegen): Martius propter Martem romane gentis auctorem, id est merze vel lenzimanot [Laa. lenzemanoth, lencemanoth ] SummHeinr 1:104,1117

MWB 3,3 1067,37; Bearbeiterin: Wemhöner

lenzen swV. 1 ‘es dem Frühling gleichtun, wie der Frühling glänzen’ (vgl. FrlWB 210)
2 ‘Frühling werden’
   1 ‘es dem Frühling gleichtun, wie der Frühling glänzen’ (vgl. FrlWB 210): er [Jesus] schin, ich [Maria] glast, wir liuchten und erglenzen, / merzen, meien, lenzen Frl 1:19,25    2 ‘Frühling werden’ swenn der winder lenzet Frl 5:87,4. – subst. und übertr. i.S.v. ‘Aufblühen’, hierher oder zu lenze swM. (vgl. Anm.z.St. u. Glr.)?: wie dez sumers lentzen / sin varbe habe gehangen / an ire snee wisse wangen Minneb 3448

MWB 3,3 1067,43; Bearbeiterin: Wemhöner