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ABCDEF s.VGHIJKL
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l – lâchen
lâchen – laden
laden – Lahrein
lahs – lampartisch
lampe – lanclëbic
lanclîbe – lancwat
lancwiric – lant|âht|acker
lantâhte – lantgemeine
lantgenôʒ – lantleite
lantliut – lantreister
lantrihtære – lantsidel
lantsidel – lanttwingære
lanturliuge – lantwîn
lantwîp – larrûn
larventier – lasterkleit
lasterkôsen – lasterwunde
lastkarre – Latrisëte
latrôn – læʒic (?)
læʒlich – lëbendic
lëbendigen – lebezelte
lëbezuht – 3lecken
lëcken – lëder|gerwe
lëderhosære – lëdic|sagunge
lëdic|vrî – lëgerhort
lëgerhuobe – lêhengëlt
lêhenguot – lêhensrëhten
lêhensteidinc – leidebërnde
1leiden – leienphrüende
leienrëht – leissup
leist – leiterboum
leiteren – leitstap
leitstërne – lemmelîn
lemnisse – lenderieren
lenderl – lenke
lenken – lêrchenmunt
lêre – lërnkint
lërnknabe – lësemeister
lësen – lettener
letter – levîte
lëwe – lëwinne
leyô – lîch
lîch – lîchphenninc
lîchreste – 1liden
2liden – lîdunge
lie – liegære
liegærinne – liehticheit
liehtkerze – liehtvaʒ
liehtvlüʒʒic – liepsuochende
liep|swinderinne – lîhenisse
lîhkouf – lîhtsüeʒe
lîhtunge – 2lîm (?)
limbel – lindelîche
1linden – lînhose
linie – lînsoc
linster – lîpgedinge
lîpgedingede – lippenlappen
lippe|swër – listen
lîsten – 2lit
lit- – litze
litze – liut-
liutærinne – liutsælde
liutsælic – löbelach
lobelich – loc
loch – lodewërc
lœdingære – lônærinne
lônbære – lônen

   leppelîn - lêresun    


leppelîn stN. hier laepplin. Dimin. zu 1lappe swFM., ‘kleiner Lappen, Läppchen’ er sol auch geben einen huot mit lauter vehm [hellem Pelzbesatz] , mit laepplin oder swi in der hertzog tragen wil UrbBayJ 527

MWB 3,3 1068,2; Bearbeiterin: Wemhöner

leppenhunt (?) stM. eine Art Jagdhund (zur Hasenjagd? vgl. Anm.z.St.): vur eynen [gestohlenen oder totgeschlagenen] leppen hunt sol man gelten eynen also gutten und sechs schilling dortzu KlKsr 4,25

MWB 3,3 1068,7; Bearbeiterin: Wemhöner

lêr stN. ‘Richtmaß, Modell’ (s.a. lêre 4): ouch daz rote Cristes blut / gestrout in dem wege vrut / [...] / daz si sich icht verirren / di in dem wege wandern / [...]. / der sich verirret sere / dan von dem weges lere, / [...] / der muz under hunen [Riesen] won TvKulm 5298

MWB 3,3 1068,12; Bearbeiterin: Wemhöner

lêr- lêre -

MWB 3,3 1068,18;

lêrære stM. jmd., der anderen Wissen vermittelt, ‘Lehrer, Gelehrter; Autorität, Garant für als gesichert geltendes Wissen’ (vgl. meister ) 1 überwiegend in religiösem Kontext zur Bezeichnung für jmdn., der andere im Glauben und in der richtigen Lebensführung unterrichtet
1.1 christlich-jüdisch, häufig zur Bezeichnung von Heiligen, Aposteln, Kirchenlehrern, aber auch allg. von Predigern
1.2 heidnisch
2 weltlich, ‘Lehrer’
   1 überwiegend in religiösem Kontext zur Bezeichnung für jmdn., der andere im Glauben und in der richtigen Lebensführung unterrichtet    1.1 christlich-jüdisch, häufig zur Bezeichnung von Heiligen, Aposteln, Kirchenlehrern, aber auch allg. von Predigern: sinen luͤten den gab er [Gott] lerær ze allen ziten, von angeng ze aller erst die hiligen patriarche, dar nach gab er in die si die hiligen e lerten, da nach gab er in die wissagen, da nach die zwelfboten und noch hiutentag so ladent die hiligen lerær meins træchtins luͤte zuͦ dem himelrich PrOberalt 70,40; die hiligen poten und ander hilige lerær [übers. lat. apostoli sive successores eorum ] ebd. 103,22. 121,36 u.ö.; uber daz liset man in dem ewangelio von unserem hêrren Jhêsu Christo [...], daz er die lêrere hôrte [ audivisse doctores vgl. Lc 2,46] unde vrâgete StatDtOrd 96,17; also sol dise welt uberwunden werden mit gotis worten, die die lerer [ praedicatores ] sprechint Lucid 85,13; tapfere lerer unde bichter Tauler 132,17; Dyonisius der lêrer WvRh 135; der lieb sant Thomas [von Aquin] , der lerer Seuse 180,17; manec ander lêraere [ doctores V. 29] / hant von der mägde werdecheit / vil geschriben WvRh 144; PsM H 76,4. H 95,7. – zur Bezeichnung und Anrede von Gott, Christus und hl. Geist: gote nâchgân und im volgen, daz ist êwicheit. die gebe uns der lêrære der wârheit und der minnære der kiuscheit Eckh 5: 274,6; der vil reine Krist, / der got ie was und iemer ist, / ir [der Christen] lebennes lêrære RvEBarl 10879; swâ der heilige geist lêrer ist, / dâ lernet man vil in kurzer frist Renner 13557; Lucid 87,13. 2,11; minsame Jhesu, getruͥe leidere / aller warheit geware lerere MarlbRh 133,14. 2,4 u.ö. – in Wendungen zur Bekräftigung des Dargestellten: sam die lêrer sagent BdN 60,32. 349,5; als Augustînus und ander lêrer schreibent ebd. 204,4; als uns die hôhen lêrer künden / beidiu hier und anderswâ Renner 13984. 22078 u.ö.    1.2 heidnisch: daz sprichet ein heidenischer lêrære: ‘der mensche ist ein tier, daz von natûre sanftmüetic ist’ Eckh 3:296,9; und sprach zu im [Hippokrates] sein junger: ‘löblicher lerär [ doctor ] , [...].’ HvHürnh 27,17. 21,3; sie [die Ägypter] wâren gotes künste vrî. / ir lêrer, ir philosophî / wolten hôher künste phlegen RvEBarl 10586    2 weltlich, ‘Lehrer’ meister Andres, der kinden lerer von Senhein UrkCorp (WMU) 2729,39; Heinrich der lerær ebd. 1911,9; den vil sussen / Appolonium, meinen lerer HvNstAp 2142 (im Harfenspiel, vgl. ebd. 1912ff.); von grôzen sinnen, die er [Josaphat] truoc, / lêrt in sîner witze hort / vürbringen sinnerîchiu wort, / mit den sîn wîslîchiu kraft / sîner lêrer meisterschaft / von ir sinnen jagete RvEBarl 960. – Lit.: M. Boeters, Lehrer. Eine wortgeschichtliche Untersuchung, Diss. Hamburg 1962

MWB 3,3 1068,19; Bearbeiterin: Wemhöner

lêrærinne stF. ‘Lehrerin’ catagitta, doctrix: lerarin SummHeinr 2:9,187. – bildl.: aller sprâche lêrerîn / ist kriechisch Renner 22327. – Lit.: M. Boeters, Lehrerin - Ursprung und Frühgeschichte eines unbeachteten Wortes, in: PBB (H) 79 (1957), S. 380-390

MWB 3,3 1069,14; Bearbeiterin: Wemhöner

lërc, lirc Adj. ‘auf der linken Seite befindlich, linke(r/  s)’ (s.a. lërz , linc , lürc , lürz ) 1 bezogen auf Körperteile, insbes. die Hand
2 in Anlehnung an Mt 25,31ff. (zur Linken Gottes stehen die Verdammten)
2.1 in der Wendung zuo der lërken (hant) ‘zur linken Hand/  Seite, zur Linken’
2.2 mit den lërken sind die Verdammten bezeichnet
   1 bezogen auf Körperteile, insbes. die Hand: div zeswe vnd div lirke / hende sint mir erfrorn Martina 73,26; mit der lirken fiuste UvZLanz (K) 1928; dauon treit men den hantfan [liturgisches Gewandstück, ‘Manipel’ ] an dem lirken arme, daz wir fúrthen [l. fürhten ] vnseres herren rache Lucid 88,1. – subst.: der meister sprach: die zesuwe betútet den ewigin lip, die lirke daz gegenwurtige lebin Lucid 87,22; zuo der barmung werken / an zeswen und an lerken [nach allen Seiten] / was er gereht und behende Ottok 20965; Frl 5:34,11    2 in Anlehnung an Mt 25,31ff. (zur Linken Gottes stehen die Verdammten)    2.1 in der Wendung zuo der lërken (hant) ‘zur linken Hand/  Seite, zur Linken’ da [beim Jüngsten Gericht] sezzet men die rehten zuͦ der zesewen alse die scaf vnde die v́belen zuͦ der lirken hant alse die cikin Lucid 138,20. 138,22. – subst.: dyse beyde, / [...] / der eine zu der zesewen din, / der ander zu der lirken, sin / sitzende in dime riche EvStPaul 506. 2075 u.ö.; Lucid 138,24    2.2 mit den lërken sind die Verdammten bezeichnet: Messias uns bereite / [...] / daz wir in richtes stunden / nicht komen zu den lerken Frl 12:3,16

MWB 3,3 1069,20; Bearbeiterin: Wemhöner

lerchboum stM. ‘Lärche’ (weitere mhd. Belege vgl. AWB 5,840; s.a. larche ): terebintum: lerchboͮm, lerchboum Gl 3:42,34

MWB 3,3 1069,45; Bearbeiterin: Wemhöner

lêrche, lërche swF. auch lewercke ( KarlGalie 7296 ); lêriche ( HundesNot 3 ); lereche ( Rumelant (K) 4:18,5 ); lerke ( SM:UvB 1: 1,8 ). eine Vogelart, ‘Lerche’ alauda haizt ain lerch und ist als vil gesprochen als ain lobvogel BdN 171,13; diu lerch meldet den tag des morgens fruo, sô der morgenrôt næhent ebd. 171,18; ich gie eines morgens fruo / an daz velt [...]. / daz was zen stunden, / dô sich ûf wunden / die lerchen mit gesange Helbl 8,15; si furtin Iaromirum vf den berg / czu einer linden, do da sang ein lerche Dalimil (B) 36,28; Parz 378,7; ain lerch, dú hât die nature: swenne si singen wil, so flúget si uf engegen der sunnen, und so si der sunnen ie naͤher ist, so ir stimme ie suͤsser ist. also geschiht der rainnen sele PrGeorg 326,35. – häufig bes. im Minnesang als Künderin des Frühlings sowie allg. als Bestandteil des locus amoenus: schône singet lerche uber heide. / ich lobe dich, meie, dîner kraft SM:Go 1: 1,6; touwic gras, gel brûne bluomen schœne / diu vil liebe kunft des meien bringet, / sô diu lerche lüftet ir gedœne KLD: KvK 1:1,3; SM:KvL 19: 1,11; KvWLd 7,12; KLD: UvW Leich 4,8; da stunden edle pewmelein: / muscat und nagelein, / cardamomum und muscat pluet / trugen da di pewmel gut. / di lerche und di nachtegail / hetten da vil sussen schal HvNstAp 12937; KvWTroj 10032; SHort 185. – als Bestandteil eines Ortsnamens: daz gvͦt, daz er von v́ns hatte vffen lerchvn velde vnder Hahberch UrkCorp (WMU) 443,13. 254,11. – phras., bezogen auf Stärke und Schwäche (vgl. Friedrich, PhrasWB, S. 268): schande wenket von ir sêre, / sam vor valken lerche tuot KLD: BvH 2: 1,4; daz in ein wîp betwingen mac, der wol zu strîte eines landes kemphe wære! / ir lerche sî ein valke hô! hœret wunder, daz sint vremde mære! Fegfeuer 1:14,8

MWB 3,3 1069,48; Bearbeiterin: Wemhöner

lêrchenmunt stM. ‘Lerchenmund’, hier als Kosewort: min nachtigaln snebelin, / min lerchen munt, min ziselin, / leg mir driakkers [des Theriaks, eines Heilmittels] trost zu stund / in miner wunden sichen munt! Minneb 1494

MWB 3,3 1070,21; Bearbeiterin: Wemhöner

lêre stF. 1 ‘Lehre, Unterweisung’
1.1 auf die Tätigkeit der Unterweisung bezogen ‘Erziehung, Belehrung, Rat’ (insb. in relig. Kontext nicht immer von 1.2 zu trennen)
1.2 von den vermittelten Inhalten (teils offen zu 1.1 )
1.2.1 bezogen auf ein gesamtes Lehrsystem als Summe einzelner Lehren/  Regeln, häufig mit Gen. oder attr. Adj.
1.2.2 bezogen auf einzelnes/  einzelne Lehr- und Glaubenssätze ‘Lehre, Wahrheit’ , insb. in Sachtexten auch ‘Regel, Lehrsatz’
1.3 ‘Empfehlung, Ermahnung, Rat’ (häufig in Verbindung mit dem Verb volgen )
1.4 im Sprichwort (vgl. differenziert mit zahlreichen mhd. Belegen TPMA 7,324-334), z.B.
2 bezogen auf das Ergebnis der Unterweisung, als Eigenschaft von Personen ‘Gelehrsamkeit, Wissen, Können’
3 ‘Vorbild, Beispiel’
4 von Dingen ‘Modell, Maß’ (s.a. lêr )
   1 ‘Lehre, Unterweisung’    1.1 auf die Tätigkeit der Unterweisung bezogen ‘Erziehung, Belehrung, Rat’ (insb. in relig. Kontext nicht immer von 1.2 zu trennen): bischofe, êwarten, levîten, / die zuo den selben zîten / lêre und gerihtes phlâgen KvHeimUrst 471; uz dem vischære der nie von menschen lere puchstab gelerent, auz dem machet er einen edeln predigær PrOberalt 113,20; sît gie diu junge künigîn / alle zît ze sîner lêre Tr 7963. 1202; daz er ir phlæge / mit lêre und mit huot Ottok 15579; der phaffen lêre und gebot / behielt er mit stætikeit ebd. 19318; die lêre [ erudicione ] des heiligen geistes StatDtOrd 96,13; same tuont die bridigâre an ire lêre: / si geheizzent deme liute daz si werden gotes trûte Gen 2817; nun han ich dich die ee geleret [...] und han zuversicht das si dir werdenn süll [...] ain lere an allenn dinngen ze deiner richtung aller der zeit deines lebens HvHürnh 5,11; so gienc er [Jesus] alleine vf den berk vns ze einer lere, das wir daz herce in die geistlichen hoͤhe rihten, so wir betten wellen DvAStaff 35; er meint dar inne [in dem Buch] ein gemein lere geben, da beidú, er und ellú menschen, mugen an vinden, ein ieklicher daz, daz in an gehoͤret Seuse 197,28    1.2 von den vermittelten Inhalten (teils offen zu 1.1)    1.2.1 bezogen auf ein gesamtes Lehrsystem als Summe einzelner Lehren/  Regeln, häufig mit Gen. oder attr. Adj.: diu lere des heiligen gelauben, die si [Apostel] gelert habent Konr 19,91; die [ seligen ] sint von ir [der Märtyrer] lere paidiu der pilde vnd auch der worte geuestenot ebd. 20,17; BdN 187,31. 214,28; offenbarunge der geistlichen lere [ spiritualis doctrinae manifestationem ] ThvASu 60,26; alse man sprichet in dem buoche ‘von der cristenlicher lere’ [ de ecclesiasticis dogmatibus ] ebd. 46,24; nach der lere der philosophen ebd. 186,18; von div, mîne uil lieben, sculen wir merchen die lere, die uns so grozze lerare gelert habent Spec 124,24. 124,22; ir hoͤrtet die heiligen lere uz minem munde, ir sacht diu zaichen die ich tet PrOberalt 99,30; diu tief der goͤtlichen lere die diu menige niht mag gevahen wan die durnæchtigen ebd. 69,13; hie get vz die lere von der kocherie BvgSp 96; dise guot ler hat ein end TannhHofz 265. – metonymisch für entsprechende Schriften: diß hailsam lere [ documentum ] , die ich here in gewonhait gepraht dir aus zelegen HvHürnh 3,13; daz ander buͤchli ist ein gemeinú lere, und sait von betrahtung unsers herren marter Seuse 3,19. irriu/  valschiu u.ä. ~ ‘Irrlehre’ der glǒbige man nescol irre lere nieht suchen JPhys 22,6; daz [verunreinigte Wasser] bezeichenet ze ware / di irreclichen lere / di di ubelen livte lerent VMos 38,10; sô valsche lêre er vor treit, / daz er grôzen schaden machet KvHeimUrst 526    1.2.2 bezogen auf einzelnes/  einzelne Lehr- und Glaubenssätze ‘Lehre, Wahrheit’, insb. in Sachtexten auch ‘Regel, Lehrsatz’ dis ist die epistole die man liset von der wuchen, und schribet si der aller minneklicheste fúrste, min herre S. Paulus, und ist vol edels sins und leren Tauler 259,13; Eckh 5: 39,1; daz sint die hailigen lêr der götleichen geschrift BdN 211,23 (vgl. ebd. 104,2–  106,34); darvmme leret he [Hippokrates] in amforismis kortlych vyl guder lere, der ich eyn teyl an dussenne wel vz leghen OvBaierl 67,5; ez ist ain lere in der kunst, die man geometriam oder erdenmezzerinne haizzet, deu sprichet also: [...] KvMSph 19,13. 19,20; abir eyn andir lere. ab di pfirskin begunnen abe vallin, so sal man des boumis wurczil spaldin mit eyner aks Pelzb 124,32. 119,34. 141,1; merkent dise lere! / swaz fliuget, fliuzzet oder lebt, / in wage, uf erden, swa es swebt, / ez nert got, swaz sich an in lat WhvÖst 19370. – übergehend zu ‘Gebot, Gesetz’ gescriben waren dar ane zehen gebot / daz was div alte lêre VMos 80,27; zu diner [Karls] herschephte / habent si gesendet ir chint, / want si gerne gehorsam sint / aller gotlichen lere Rol 2871; ez ist ein gelübede und ein götlîchiu lêre, wie dem menschen allez sîn lîden, alliu sîniu werk, allez sîn leben wünniclich und vrœlich wirt, und ist ein lôn mê dan ein gebot Eckh 5: 46,1; sie iach, sie wolt ez williclîchen lîden, / daz sie mich sîn vrâgete niht. braehe aber sie die lêre, / [...] ich müest von ir Loheng 7087    1.3 ‘Empfehlung, Ermahnung, Rat’ (häufig in Verbindung mit dem Verb volgen): lêre hilfe unde rât / biut im, swâ er sîn dürftec sî LvRegSyon 1995; ir râtes unde ir lêre / gevolgete sî mêre / dan aller ir vrouwen Iw 1793. 4876; nû râtet wie wir sicher wesen / vor gerihte umbe sînen [Jesu] tôt. / dâ ist uns wîser lêre nôt KvHeimUrst 128; ein wiser man der hiez sin liebez kint also gebaren, / er sprach: so du ze hove sist, so tuo nach miner lere Tannh 12,42; NibB 2116,2; GrRud #g+d#g-b 6; du retest mir min ere: / ia wil ich dinir lere / uil gerne uolgen Rol 2170. 532; manic wîser rât und guote lêre / wurden dô von in gegeben Ottok 46530. krankiu/  valschiu ~ ‘schlechter, falscher Rat’ ob er drinne [im Spiegel] erkennen müge, / daz sîn râtgeb im niht tüge, / sô versmâhe er sîne cranken lêre KvWLd 18,40; untriuwe mit ir valschen lêre SM:JvR 1: 17,13. – übergehend zu ‘Anweisung, Befehl’ an alle die kunig er [Sultan] gerte, / [...] / daz si [...] zuo im kæmen / und vor sînem tôde næmen / wîsunge und ouch lêre, / dâvon der heidenschaft êre / wurd gebezzert Ottok 46673; do gebot vnser herre got dem heiligen man Noe, das er worhte ein arche [...]. do div arche geworht wart [...] nach des gotes lere, do brast dar nach der regen cze tal Konr 1,34    1.4 im Sprichwort (vgl. differenziert mit zahlreichen mhd. Belegen TPMA 7,324-334), z.B. ‘Lehre und Leben sollen übereinstimmen’ der wol tuot und wol lêret, / dem ist ouch ze volgenne guot. / swer aber selbe niht entuot / daz er den andern lêret, / deste min sich ieman chêret / an dehein sîn lêre, / want sîn lêre ist âne êre KvHeimHinv 105; swer tuot daz er leret / dez lere vnd rat ist geerit Martina 17,109    2 bezogen auf das Ergebnis der Unterweisung, als Eigenschaft von Personen ‘Gelehrsamkeit, Wissen, Können’ Jôsêben und Nychodêmum, / zwêne hôhe werde man / – dâ vant man volleclîchen an / zuht, rât und ganze lêre KvHeimUrst 641; Neptolomus was so wol gelart, / daz nie dehin paffe wart / von bezzerre lere Herb 3077; er was [...] manicfaltic an der lere, / kvnstic an dem sinne, / redelich an dem gwinne ebd. 154. 821; den roc, den der bischof an treit, der bezeichent die tiefen lere [ ratio (vgl. Hamm, Lucid., S. 335)] , die der bischof haben sol vor andern lúten Lucid 90,4. – ‘höfisches Benehmen, Erziehung’ daz er [Tristan] sô höfsche lêre / und alsô guote liste, / [...] / alsô verhelen kunde Tr 3580    3 ‘Vorbild, Beispiel’ wir hân des lêre unde bilde von den apostelen [ exemplum traditur ab apostolis ] , daz daz heilsam ist, daz man gerne rât sûchet StatDtOrd 96,3; wann die ferfarn getät [die Taten der Vorfahren] gebent dir gewiß lere [ documentum ] in den künftigen HvHürnh 21,8; obe alle meister tot werent und alle buͦch verbrant werent, so vindent wir an sime [Jesu] heilige lebende iemer lere genuͦg Tauler 81,20; VMos 41,20. – von Personen: uz Sahsenlant herzoge Albreht, / der was der fürsten lere Tannh 6,119; er was [...] / der ritterschefte ein lêre Tr 257; Iw 4; daz man einen sôgetânen meister wele, [...] des leben sînen undertânen sî ein spigel unde eine lêre [ imitabilem subiectis preferat vite formam ] StatDtOrd 92,20    4 von Dingen ‘Modell, Maß’ (s.a. lêr ): nu cham ein man von der stet / unt frumt ein spanbet. / sîn lêre er im her fur zôch: / weder ze nider noch ze hôch, / ze wît noch ze enge KvFuss 2567

MWB 3,3 1070,26; Bearbeiterin: Wemhöner

lêredirne stF. ‘Lehrmädchen’ swer webaermaister oder maisterinne ist, der sol haben, ob er wil, einen lernchneht und ein lerdierne und niht mer StRMünch 275,6

MWB 3,3 1072,51; Bearbeiterin: Wemhöner

lêrejunger stM. ‘Jünger’ er [Jesus] sprach: ‘dar an erkennent alle [...], daz ir mîne lêrjunger sît [ quia mei discipuli estis Io 13,35] , ob ir minne zuo einander habet, als ich iuch geminnet hân’ DvASchr 326,20

MWB 3,3 1072,55; Bearbeiterin: Wemhöner

lêrekint stN. ‘Lehrling, Schüler’ wie man lerkint slahen sol [Überschrift] StRAugsb 7,27; sleht ein man sin lere kint. mit rvͦten. oder mit der hant ane blvͦt rvͥnsen. da tvͦt er wider nieman an SchwSp 88b; iz ist gescriben in den prophêten: si werden alle gotis lêrekindere [ docibiles ] EvBeh Io 6,45; daz der mensche dez himelriches [ himelischen ? (Anm.z.St. )] vater kint ist und unsers herren Ihesu Cristi ler kint [...], der von im gelernt hat, sine viende minnen PrBerth (K) 106; EvBerl 100,26; EvAug 226,23

MWB 3,3 1072,60; Bearbeiterin: Wemhöner

lêreknabe swM. 1 ‘Lehrling, Schüler’ (s.a. lërnknabe )
2 junger Mann, der an einem Hof dient (vgl. knabe 2.4 )
   1 ‘Lehrling, Schüler’ (s.a. lërnknabe ): Salern, Padouwe, Orlêns, Pârîs / wurden nie von mir beschouwet, / daz einem hôhen meister zouwet / baz denne einem armen lêre knaben; / wer wil daz vür ein wunder haben? Renner 13953    2 junger Mann, der an einem Hof dient (vgl. knabe 2.4): der kvnic hiez singen gan / hern Brvnen, sinen kaplan, / vnd ander sine lereknaben ReinFu K,1487

MWB 3,3 1073,7; Bearbeiterin: Wemhöner

lêreknappe swM. junger Adeliger in der Funktion eines Knappen (vgl. 1knappe 2): so ein frumer ritter ein lereknappen bi der hant also geweffenten in den ring stritberlicher uͤbung des ersten in fuͤret, so weget er sin hoͮbt und sprichet zuͦ im: neina, zier helt, nu tuͦ húte als ein frumer man und gebar kechlich und strit frilich! Seuse 459,11

MWB 3,3 1073,16; Bearbeiterin: Wemhöner

lêreknëht stM. ‘Handwerkslehrling, Lehrjunge’ eynen lerknecht, den eyn man eyn hantwerck lert, den mag her wol mit eynem pesem [...] slahen und czuchtigen mesleych SchöffIglau 94; ein iegelich lonkneht an gerwerantwerg sol ahte pfenninge und ein lerkneht sehse geben dem burggraven zuͦ sante Martins naht UrkStraßb 4,2:204,33 (Mitte d. 14. Jh.s). 4,2:214,22 (Mitte d. 14. Jh.s); ez sol auch kain maister kainen lerkneht haben, er sei denn ains purgers sun hie in der stat NüP 132; ein isleicher maister sol niur einen lerchneht haben StRMünch 223,26. 224,27 u.ö.

MWB 3,3 1073,23; Bearbeiterin: Wemhöner

lêremeister stM. ‘Lehrer, Lehrmeister’ (vgl. DRW 8,1033f. mit weiteren späteren Belegen): Gumpert der lermeister UrkFrankfJud 396 (a. 1343); Rechelin, lermeistern de Hanouwe ebd. 420 (a. 1347). 390 (a. 1343). – bildl.: minne ist ein sloz der sinne, dâ mite man guotiu werc besliezen sol. / sist lêremeister reiner site, / si wont den kiuschen liuten unt der stæte gerne mite RvZw 32,4

MWB 3,3 1073,35; Bearbeiterin: Wemhöner

lêremeisterinne stF. ‘Lehrerin, Lehrmeisterin’ lermeisterin de Han. [d.i. Hanau] UrkFrankfJud 420 (a. 1347); si [Wäscherin] sprach: ‘frou, nû sît frô, / ich hân mit mînem sinne / ein lêrmeisterinne [den als Frau verkleideten Achilles] / funden nâch dem willen dîn, / diu niht baz gelêrt möht sîn. [...] heiz sie versuochen / an den kriechischen buochen, / der ist si gelêret wol. / aller künst ist si vol, / der ein frou kunnen wil; / der kunst hât si ân mâzen vil.’ EnikWchr 14664. 15190

MWB 3,3 1073,43; Bearbeiterin: Wemhöner

lêremeisterschaft stF. ‘Lehre’ swer minnen kan werdikait / der volg ir werder lermaisterschaft / er wirt an tugenden berhaft MinneR 301 183

MWB 3,3 1073,53; Bearbeiterin: Wemhöner

lêren swV. auch larin ( ÄJud 6 ); insb. md. Prät. auch lârte (z.B. Litan 237; Pelzb 129,12 ); Part.Prät. auch gelârt (z.B. Herb 1294 u.ö.; Pelzb 128,23 ). 1 ‘lehren’
1.1 ‘(jmdn.) unterrichten, unterweisen’ (mit fakultativer Angabe des Lehrinhalts als Akk.d.S., Inf., Obj.-Satz oder mit präp. Erg.)
1.1.1 absol.
1.1.2 mit Akk.d.P
1.1.3 selten mit Dat.d.P.
1.1.4 mit Refl.-Pron. (i.S.v. ‘etw. lernen’ ; s.a. 2 )
1.1.5 subst.
1.1.6 Part.-Adj. gelêret
1.1.6.1 allg. ‘einer Sache kundig’
1.1.6.2 ‘schriftkundig, litterat’ (vgl. zur Sache LexMA 5,2025; s.a. ungelêret )
1.1.6.3 rechtssprachl. in der Wendung mit gelêrten worten ‘vorgesprochen, nach vorgegebenem Wortlaut’ (vgl. mit weiteren mhd. Belegen DRW 3,1578 s.v. gelehrt 3 ; s.a. lërnen 1.6 )
1.1.6.4 subst. gelêrte stswM. ‘Gelehrter’
1.1.7 vielfach im Sprichwort (vgl. differenziert mit zahlreichen mhd. Belegen TPMA 7,324-337 s.v. Lehre ), z.B.
1.2 ‘etw. berichten, jmdn. (von etw.) unterrichten, in Kenntnis setzen’
1.3 ‘jmdn. anweisen, jmdm. etw. raten, befehlen’
1.3.1 Subj. ist eine Person
1.3.2 mit sächl. Subj. (häufig von Abstrakta)
2 md. ‘lernen’ (vgl. mnd. lêren Schiller/  Lübben 2,669)
   1 ‘lehren’    1.1 ‘(jmdn.) unterrichten, unterweisen’ (mit fakultativer Angabe des Lehrinhalts als Akk.d.S., Inf., Obj.-Satz oder mit präp. Erg.)    1.1.1 absol.: si furen uͤber alle diu werlt und lerten und tauften PrOberalt 138,3; daz templum da unser herre in gie und alle tag dar inn lert, daz bezeichent unser hertz und unser gewissen ebd. 146,40; vil wol er [Petrus] da lerte, vil manege er da becherte AvaLJ 209,3. 200,2; und dar umbe ist sîn bekennen mîn [ist Gottes Erkennen mein Erkennen] , als in dem meister ein ist, daz er lêret, und in dem jünger, daz er gelêret wirt Eckh 3:321,1. – in Verbindung mit dem Verb predigen: in worten hel / sie [die Apostel] lerten vnd predigeten / vnd alle siechen ledigeten EvStPaul 7430; daz si da taten, daz waz sein wille, [...] daz si predigen und leren PrOberalt 152,21; sie predigeten und larten, / untz sie daz volc bekarten / an des gelouben straze Pass I/II (HSW) 41245    1.1.2 mit Akk.d.P: dirre schvle ich hie pflegen sol, / ich kan die kint leren wol ReinFu K,894. K,937; der dich [Tristan] dâ hât gelêret, / der sî vor gote gêret Tr 3649. 7715; swa er hine cherte, die tumben er lerte, / die armen er troste, die behaften er loste AvaLJ 86,1. 68,4. 69,5; SuTheol 258; Hochz 495; der êrste meister sîn / der lêrtin [d.i. lêrt in, den jungen Alexander] chriechisch unde latîn VAlex 172. 199; unser herre Christ, / der lêrte sîne holden / wie si si [die Jünger Maria] beruochen solden KvHeimHinv 547; mit flîze si in lêrte / wi er di rede cherte VMos 23,10; sît ir mich so lêret, / daz ich stæteclîche mîner êren pflege SM:UvS 24: 2,1    1.1.3 selten mit Dat.d.P.: jene die mit truwen / den tummen luten leren / und die irrere bekeren HeslApk 22481; si larten ime strîten SAlex 195; swer im daz gerâten hât / oder im hât gelêret, / daz er sich sus entêret Eracl 2793; di dir von goti larin: / daz warin di herrin, / di gutin Israhelin ÄJud 6    1.1.4 mit Refl.-Pron. (i.S.v. ‘etw. lernen’; s.a. 2): wer frumkeit tut, der kan sich leren, / sich selben und den herren eren Jüngl 877; da bi so lere ich mich, / daz nieman sol den vint zu nahen füren / und haben, ob er in selber wil nöten, snüren Frl 8:6,14. 2:6,7; wellent ir gotz bevinden, so lerent úch selber heimlich sin Seuse 488,13; Wh 173,24; Wig 2809; RvEBarl 7214    1.1.5 subst.: swer an des edeln lantgrâven râte sî / [...] / der mane in umb mîn lêren, sô daz ich in spür dâ bî Walth 85,19; daz leren / daz der meister im getut HeslApk 15872. – flekt. Inf. (vgl. Weinhold, Alem. Gr. § 351): wie not wer dis manigen guͦten menschen die in guͦter einvaltikeit ungewarnet uzloͮffent von irme grunde in guͦt schinenden wisen und werken, es si an lerende, an hoͤrende, an redende, an wúrkende Tauler 36,2    1.1.6 Part.-Adj. gelêret    1.1.6.1 allg. ‘einer Sache kundig’ dâ was werder knappen vil, / wol gelêrt ûf seitspil Parz 639,8; ieweder wol gelêrte hant / truoc, der diu strîtes mâl entwarf ebd. 756,4; den stric, den er [der an Isoldes Treue zweifelnde Marke] ir rihtete / und ûf ir schaden tihtete, / dâ vie diu küniginne / den künec ir hêrren inne / mit ir Brangænen lêre. / dâ half Brangæne sêre; / dâ vrumetin beiden samet, daz list / wider list gesetzet ist. / [...] diu gelêrte [listenreiche] küniginne / si stiez sin wider sin Tr 13878. – etw. nach gelêrtem sit(e) tun ‘wie es gelehrt wurde’ duc Orilus de Lâlander / streit nâch sîme gelêrten site Parz 265,5; die helfande volgeten mit / dem her nâch ir gelêrtem sit / gegen den vînden ûf den graben Wig 10983. – etw. gelêret sîn ‘etw. gelernt haben, wissen, etw. kennen’ mir ist diu gotes lêre bî, / wan ich den gewæren Krist / ze gote künde, als er ist: / daz ist dîn sun gelêret. / ich hân in niht verkêret RvEBarl 8075; in [den Trojanern] fride gegeben wart, / als ir itzvnt sit gelart. / waz sol vmbe rede me? Herb 10720; der [Friede] werte, als ich bin gelart / vnde ez Dares hat gesprochen, / vier vnde zwenzic wochen ebd. 12522. 10792. 11067 u.ö.; [Geistliche,] die ir christenlîchen anthäiz [Gelübde] / mit andern gehäizzen habent gemêret, / swie wol si diu buoch sîn gelêret Erinn 190; Rol 5904    1.1.6.2 ‘schriftkundig, litterat’ (vgl. zur Sache LexMA 5,2025; s.a. ungelêret ): hie ist des buches ende. / [...] / ez tichte von Fritslar Herbort, / ein gelarter schulere Herb 18451; ein gelêrter man hiez Otte, / der dise rede tihte Eracl 136; do stund ein jud auf, der waz gelert und waz im diu e chunt PrOberalt 153,24; die gelerten phaffen die verlaitet er [der Teufel] mit werltlichem wistum ebd. 13,36; Elis 3969; BdN 136,20. 264,32; gilêrter vürsten crône / mit ûzerwelter tugent, / mit zuht, mit kunst, mit güete SM:UvS 31: 2,1    1.1.6.3 rechtssprachl. in der Wendung mit gelêrten worten ‘vorgesprochen, nach vorgegebenem Wortlaut’ (vgl. mit weiteren mhd. Belegen DRW 3,1578 s.v. gelehrt 3; s.a. lërnen 1.6): vnd do er daz gvͦt benande, do behapt er mit gelerten worten mit sinen zwain vingern, als da vor ertailt wart UrkCorp (WMU) N320,5; vnd hat daz selbe phvnt geltes dem spitale ovf geben ewechlichen vor vns an dem rate vnd vor gerihte mit gelerten worten ebd. 619,34; darnach sol er ez [der Kläger den Diebstahl des Tiers] uf ienen schieben, in des gewalt er ez funden hat, der sol ez danne widervahen auch mit gelerten worten. diu wort spraechent also StRAugsb 97,34. 98,1. 179,12    1.1.6.4 subst. gelêrte stswM. ‘Gelehrter’ hort, ir wisen, myne wort, / und ir gelarten, horchet mir [ audite sapientes verba mea et eruditi auscultate me Iob 34,2] Hiob 12649; wir mäinen nicht die gelêrten alle sampt Priesterl 552; die gelerten vnt die alten Wernh A 3871; wie ein gelerter von den buͦchen kam und wolte unsern herren versuͦchen Tauler 346,13; India hatt viertzig lant, / di den gelerten sint pekant HvNstAp 10963; Rol 7583; TrSilv 665    1.1.7 vielfach im Sprichwort (vgl. differenziert mit zahlreichen mhd. Belegen TPMA 7,324-337 s.v. Lehre), z.B.: – ‘Durch Lehren lernt man’ sîn selbes sin er mêret, / der wîsheit gerne lêret Freid 78,16; doch lere ich, daz ich gelerne Herb 33. 36. – ‘Die Lehre ist am wirksamsten, wenn sie mit dem Leben des Lehrers übereinstimmt’ der wol tuot und wol lêret, / dem ist ouch ze volgenne guot. / swer aber selbe niht entuot / daz er den andern lêret, / deste min sich ieman chêret / an dehein sîn lêre, / want sîn lêre ist âne êre KvHeimHinv 100. – ‘Wer etwas weiß, ist verpflichtet, das zu lehren’ ist imant der icht gutes kan, / ob her das nimant leret, / sin ungelucke her meret Macer Reimvorr. 5. – ‘Gelegenheit macht Diebe’ (vgl. TPMA 4,364): state lêret diebe steln Eracl 2590; diu state lêret den diep steln Heidin IV 114    1.2 ‘etw. berichten, jmdn. (von etw.) unterrichten, in Kenntnis setzen’ vnz her han ich vch gelart, / wie Troyge zv furt wart Herb 1639; von Veldiche meister Heinrich / hat an sime buche gelart / von Eneas vart, / wa er vnde die sinen hin karten ebd. 17382. 3975. 7665; ein angist uns ouch genant is / in latine: timor utilitatis. / [...] / von desim angest ich uch lere Brun 11210; wo man dat [die Gabe der richtigen Arznei] erkennen sal, dat wyl ich kortlychen leren cuͦ duͤde, alze dy meyster czuͦ latine bescriben OvBaierl 3,21. – in der Wendung alse uns daʒ buoch lêret: so bezaihene wir den selben stain [Saphir] , / da diu burch ist mitte gecieret, / also uns daz buch leret, / der himelischen Jerusalem HimmlJer 169; alse uns daz buͦch leret Rol 16    1.3 ‘jmdn. anweisen, jmdm. etw. raten, befehlen’    1.3.1 Subj. ist eine Person: die boten du cherten, / dar man si lerte, / zu der cristin lande Rol 626. 1517; Kalkas, nv ensume dich niet. / tu, als ich dich leren. / du salt zvn krichen keren / vnde salt ir wissage wesen Herb 3531; mîner zühte meister daz sît ir: / nu gebietet unde lêret Parz 405,7; Artûs [...] / ze Cundrîen mit zühten sprach / "frouwe, rîtt an iwer gemach, / lât iwer pflegn, lêrt selbe wie." ebd. 784,11; bi Rome ist ein man, / deme salt dvͦ werden vndirtan, / [...] / her is geheizen Siluester, / din geistliche uater wirt her: / tvͦ alse her dich lere TrSilv 148; Herb 1294; JvFrst 8710; Lanc 397,7    1.3.2 mit sächl. Subj. (häufig von Abstrakta): nû kam mîn her Îwein dar, / als in der wec lêrte Iw 4371; ir lip spise ler si [die Fiebernden] daz si icht slafen zu der cit so in der rite [das Fieber] zu ge SalArz 23,32; den knappen hunger lêrte / daz er [...] klagte dem wirte hungers nôt Parz 142,19. 166,17; sîn natûre lêret in / an sie kêren sînen sin RvEBarl 11619; diu müede und klagende arbeit / in schiere slâfen lêrten Wh 278,29; gein der montânje er kêrte, / als in diu angest lêrte ebd. 70,14; gedranc si lêrte pîne ebd. 36,30; ganze triuwe und stæten sin / mit liebe si an in kêrte, / als si diu minne lêrte Wig 7748; zehant dô reit der helt / als in lêrte sîn sin ebd. 2055; herze, ich volge dir, sam dû mich lêrest SM: JvW 5: 3,2; diu tjost dâ sterben lêrte [tötete] / Tesereizen Wh 87,27. 412,30; Parz 106,14; Herb 4129; KvWLd 14,32. – (alse jmdn.) diu (un)gewônheit lêrt: daz lêrt in diu gewonheit Iw 4976; ez lêret diu gewonheit / einen zagehaften man / daz er getar unde kan / baz vehten danne ein küener degen / der es ê niht hât gepflegen ebd. 6998. 5329; dar engegen daz tier kêrte, / als ez diu gwonheit lêrte, / dâ der schœne anger lac Wig 4620; in ironischer Brechung: die spîse ungesmæhet azer. / doch lert in ungewonheit, / daz starke trinken überstreit / sîne kiusche zuht Wh 276,11    2 md. ‘lernen’ (vgl. mnd. lêren Schiller/  Lübben 2,669): di schrift spricht offenbere: / discite a me quia mitis sum et humilis corde [Mt 11,29] . / leret von mir daz ist der sin / daz ir demutig sit Brun 5142; dî strîtis ungeûbit wârn / nâch heidenischin urbarn, / bî in strîtin lêrtin, / und dî lêre kêrtin / vurbaz ouch an ire kint NvJer 3072; dy vumfte wise des pfroppin ist sam ich larte in Brabant Pelzb 121,27; das larte ich von eyme rittir, sundir ich han des nicht vorsucht ebd. 122,30. 129,12 u.ö.; hie von nimet man, daz ein ungelêret mensche mit minne und mit begir mac kunst nemen und lêren [La. lernen ] Eckh 1:120,7. 1:241,1

MWB 3,3 1073,56; Bearbeiterin: Wemhöner

lêre|rât stM. ‘Empfehlung, Rat’ doch gap er im durch êre / nâch des wirtes râte [La. lererate ] / sîn guot allez daz er hâte Flore (P) 5167

MWB 3,3 1077,1; Bearbeiterin: Wemhöner

lêrespruch stM. ‘Regel, Grundsatz’ ez ist ain lerespruch [ regula ] in der sternseher kunst, der sprichet also: ‘wie lank oder wie kurtz der tak oder die naht sei, so aufgen sehs zaichen dez tages und sehs des nahtes. [...]’ KvMSph 43,15. 37,7. 39,28; ain gemainer lêrspruch ist, daz elliu mertier herteu augen habent, sam si von pain [Knochen] gemacht sein BdN 114,15

MWB 3,3 1077,4; Bearbeiterin: Wemhöner

lêrestuol stM. ‘Katheder, Pult’ (s.a. lësestuol ): kathedra: lerstuͦl VocOpt 6.013

MWB 3,3 1077,12; Bearbeiterin: Wemhöner

lêresun stM. ‘Lehrling’ dy boumtrager [Sekundant beim Gerichtskampf] sol man gewinnen mit rechte. wirt der gewunnen mit urteilen, der einen gelârt hât, er mac sîme lêrsun mit recht den boum tragen, ob er an sîme rechten unbescholden ist StRZwick 242

MWB 3,3 1077,14; Bearbeiterin: Wemhöner