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ABCDEF s.VG
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g – gabiʒ?
      g Subst.
      Adj.
      stF.
      Subst.
      gābe stF.
      gębe Adj.
      gabele F.
      gabeleht Adj.
      gābelī stN.
      gębelich Adj.
      gāben swV.
      gābephant Adj.
      gābephant stN.
      gāber stM.
      gāberīche Adj.
      gębic Adj.
      gębiclīche Adv.
      gabilōt stN.
      gabilūn stSubst.
      gabiʒ? Subst.
gāch – gademstat
gademvrouwe – gāhe
gęhe – galazīā
galban – 1galle
2galle – galsterīe
galsterlich – gamanje
gamānje – gampelher
gampelsite – ganeist(e)
ganeistelīn – ganteren
ganz – gęre
gargarismus – gart
gart – gartgabele
garthagen – gasse
gast – gastmeisterin
gastnusse – gęʒe
gaʒʒe – gebant
gebār – gebeinet
gebeitic – gebėręrin
gebėrc – gebietęre
gebietęrin – gebiuge
gebiunde, gebünde, gebunt – gebogen
geborc – gebraste
gebręte – gebrėsthaftic
gebrėstic – gebrūchic
gebrūchlich – gebünde
gebünde – geburgeze
gebūric – gebūschirre
gebütel – gedęhtnisse
gedalsch – gedense
gederbe – gedinchof
gedinclich – gedon
gedon – gedröulich
gedröuwe – gedwāse
ge|ehte – gegate
gegatrom – gegen hėllen
gegenherte – gegenrede
gegenreise – gegentraht
gegen trėten – gegenwertige
gegenwort – gegihte
gegiric – geharnascht
geharre – geheiligunge
geheim – gehende
gehenge – gehimelze
gehirne – gehœric
gehœrlich – gehüge
gehügede – gehuobet
gehuof – geilic|heit
geillīche – geiselstreich
geiselunge – geisticlich
geistīn – geiʒeweide
geiʒgalle – geiʒwolle
gejac – gekleide
geklūder – gelęge
gelaister – gelegede
gelegelich – geleitesman
geleitgėlt – gėlfe
gėlfen – gelīcherin
gelīcherte – gelīchsame
gelīchsamen – gelide
gelidemāʒe – gelinc
gelinc – gelle
gelle – gelœte
geloub- – geloupheit
gelouplich – gėlte
gėltel – gelübe
gelübede – gelüppic
gelüpschafte – gėlwelot
gėlwen – gemahellich
gemahelschaft – gemęʒicheit
gemęʒiclich – gemeinder
gemeine – gemeinmüeticlich
gemeinsagunge – gemelīche
gemelīcheit – gemietede
gemietunge – 2gemüete, gemuote
gemüetic – gemuotheit
gźmuoticheit – genāden
genādenarm – genādezīt
genędic – genant
1genantlich – genemede
genende – genės
genesche – genibelet
genīc (genīge ?) – genistbęrlich
geniste – genōʒsam
genōʒsame – gensīn
gensischen – genuht
genuhten – genuocsamede (?)
genuocsamen – Geon
georset – gequėl
gequide – 1gerat
2gerat – gerede
gerede – gerėhtmachen
gerėhtmachunge – gereiʒe
gereiʒede – gerigel
gerigelingen – gerihticlīche
gerihtinsigel – geristic
geristlich – gėrne
gerner – gėrste
gėrstegrūʒ – 2gertelīn
gerten – gerūmiclich
gerummel, gerumpel – geruowic
geruowicheit – gesagede, gesegede
gesalzene – geschaffenheit
geschaffenwėsen – gescheftnisse
gescheftvrouwe – geschepfnisse
geschepfunge – geschihtic
geschihticlich – geschręje (?)
geschrāt – geschulteret
geschuoch – geselbede
gesźlen – geselliclīcheit
geselligen – gesigel
gesigen – gesinne
gesinnen – gesiuniclich
gesiuse – gesloufe
gesloufic – gesnęren
gesnarren – 1gespenge
2gespenge – gespīwe
gespiz – gespreide
1gesprenge – gestalt
gestalt – gestelle
gestellet – gesticke
gestickelet – gestopfel
gestœʒe – gestriuʒe
gestriuʒunge – gestüplach
gestüpnisse – gesuoch
gesuochęre – geswenke
geswenze – geswindicheit
geswindiclīche – getęnede
getęper – getelse
getemere – getougen
getougen – getregede|gülte
1getrehte – getriuwenisse
getriuwewirdic – getult
getumele – getwancnisse
getwancsal – gėtzen
getzsal – gevęhic
geval – gevęrlich

   g - gabiʒ?    


g Subst. ‘der Buchstabe g’ a. bezachinet gvvalt. [...] g. mannes ual. oder wibes val oder reine muͦt Buchst 3

Adj. gāch Adj.

stF. gęhe stF.

Subst. Vogellaut: daz di nachtigal di chra / nicht vertreibt dur iͤr ga Teichn 439,62

gābe stF.    1 was gegeben wird    1.1 ‘Gabe, Zuwendung, Geschenk’, sō nim doch etwaz von mir / durch got ze einer gābe dir: / kleine zerunge [Proviant] unde gewant RvEBarl 7294; iwers hźren [Darius’] brief mir [Alexander] niuht gevellet, / wande er zer gebe [dem mit dem Brief übersandten Geschenk] niene gehillet [nicht passt] . / diu gābe diu ist lobelīch [...] VAlex 1107. 635; drin ende gewinnet er [der Antichrist] die armen mennesscen, sumeliche mit uorhte, sumeliche mit grozzer gabe, sumeliche mit sinen wnderen, div er uor den luten toͮt Spec 144,16; si [Kriemhild] bringet ez mit gābe noch unz ūf den tac, / dā’z vil wol geriuwen die küenen Burgonden mac NibB 1130,3; "swaz ieslīchem sī gelegen, / dā wil ich sīnes willen phlegen / mit gābe, mit lźhen, mit eigen." / [...] etslīche nāmen sīnen solt; / etslīche wāren im sus sō holt / daz si die hervart swuoren Wh 184,13; wer erbet nu ir milte? / Erich uz Denemarkenlant, / den gabe nie bevilte! Tannh 6,53; ellende und arme ritterschaft / mit rīchen gāben er beriet KvWTurn 23. 1154; der commendūr von der spīse sal den brūderen niht senden kost oder spīse alse zu einer gābe [ nomine donativi, als wenn es ein Geschenk wäre] . wirt im aber prīsant gegeben, den mac er vurbaz teilen als ein ander brūder StatDtOrd 116,16. – ~ begehren, erwarten, erhoffen (von jmdm.), in Erwartung von ~ Dienste leisten: ein gābe der ich von iu ger Iw 4541; die dā gābe gerten, die schieden vrœlīchen dan NibB 687,4; sie dorften niht der gābe gern RvEBarl 11339; swaz hie varndes volkes sī, / die warten alle gābe an mich Parz 785,13; die gābe ouch an in suochten, / den gap er als in tohte Wig 1251; iuwer gābe ist allen den bereit / die ir von iu geruochent ebd. 1777; si dienten nāch der gābe, die man dā rīche vant NibB 38,3. – ~ überreichen, übersenden, gewähren, verteilen: mit guotem willen reicht er / der vrouwen sīne gābe dō Wig 310; KvWLd 32,178; waz wie wā wenne und wem si gābe biutet KLD:Kzl 16: 17,10; er teilte grōze gābe Parz 53,19; der künec mich gābe werte ebd. 153,28; der kunic sante ime dō ein guldīn crūce unt ein andere kuniclīche gābe PrMd(J) 346,23. – ~ entgegennehmen, empfangen: frou Bźne ūz Gāwāns hende nam / d’źrsten gābe ūz sīme rīchen krām Parz 663,16; NibB 310,2; Tr 8885; got selb enpfienc mit sīner hant / die ersten gābe ane muoter brust / von in [den Heiligen Drei Königen] Wh 307,13. 139,27; Parz 150,27. 270,5; Wig 297. 3239. – sprichwörtl.: diu gābe ist zweier gāben wert, / der schiere gīt, ź man ir gert Freid 112,1; swer schiere gīt, darnāch so man sīn gert, / alse ich die wīsen hœre jehen, / diu gābe ist meneger gābe wert SM:UvS 3: 3,7; milte gābe fröuwet den / der dā nint und der dā gīt. / betwungen gābe haz und nīt / stiftet an dem gźnden / und ouch an dem nźnden, / wan sī ist unmilteclīch Reinfr 26646 (vgl. TPMA 4,178-235 mit weiteren mhd. gābe-Belegen für diese und andere Sprichwörter, s. Nr. 10, 60, 79, 244, 367, 398, 506, 577f., 651, 667, 719, 721, 825).    1.2 um zu bestechen: swer durch liebe oder durch leide oder durch gābe oder durch vriuntschaft oder durch vīntschaft iht anders rihtet danne alse ditz buoch saget, daz ist wider got SpdtL 80,12; diu ferborgen gabe diu erleschet dez rihterez zorn [ Prv 21,14 ] PrSchw 1,61; die werltleichen läut, die ir pfarrer und ir predigęr mit gāben überwindent, daz si si iht gerüegen und si ir pōshait lāzen treiben BdN 133,23; von den [bestechlichen Richtern] spricht Isaias, si machent den ungerehten gereht umb gāb ebd. 188,29; in falschem wandel gotes recht durch gabe nicht verkere Mügeln 39,17    1.3 als Opfergabe: verlāz dā dīne gābe vor deme altere StatDtOrd 49,8; ob dv opferst din gab zv dem altare EvAug 8,18. 15,11    1.4 Gabe(n) Gottes, des Heiligen Geistes: die sibin gābe des heiligin geistis TrudHL 5,31; PrOberalt 112,24. MarlbRh 9,17; alle die geistlichen dinc, die in der cristenheite sint, die sint alle gaben dez heiligen geistes Lucid 74,16; [Gottes Liebe] ist ein kuninginne / allir geistlicher gabe, / dan abe comet salde vnde gnade, / fride vnde ebenhellunge, / milde vnde irbarmunge, / zuht vnde reinicheit, / gehorsam vnde geduldicheit Litan 1305; so der arm suntęr von der gab des almęchtigen gotes von sinen suͤnten erstet PrOberalt 22,28; des wart ir gābe niuwe / ze himel mit endelōser gebe Parz 116,20    1.5 ein geistliches Amt, die damit verbundene Pfründe, dafür bestimmte Person (meist gotes ~ , geistliche ~ ): die andere houbetsunde waz simonia, do Symon der zouberrer die gotis gabe wolte koͮfen Lucid 73,9; daz man gotes gabe iht koufe oder verkoufe, / daz wart uns verboten bī der toufe Walth 33,5; wie vil er gvlte haben svl von geistlicher gabe da sol man an sin edelcheit sehen vnd an sin erbercheit SchwSp 8b. wź der verfluochten hirten, si sint mietnemer. wenne die ir miet und ir gāb enpfangen habent, kümpt ain wolf under diu schāf, sō vliehent si [...], die ir pfrüent nement ān fruhtpęreu werk BdN 197,16. daz wir [...] welen vnd geben svlen mit gveter gewizzen vnd dem selben pischolf geantwrten vnd benennen ze geistleicher gab ein abtessinn oder ein maistrinn der selben samnvng UrkCorp(WMU) 1861,7    1.6 übertragenes Eigentum (verschiedener Art, ausführlich DRW 3,1124-1126): der die hōhesten stat in der ecclesien hat [...] [soll] bestźtigen mit antlāze unde mit prīvilźgien, swaz in geistlicher gābe von gūten lūten gegeben wirt StatDtOrd 23,26. – besonders im ehelichen Güterrecht: svenni abir dir man stierbit, son sol diz wib nit virlierin ir gabi vn̄ ier reht an den vorgiseiten dingin UrkCorp(WMU) 221,22; von dem teile [der Mitgift] daz der frouwe gegeben wirt, darff sy nymande keine schult gelden, unde zu der gabe gibit man der frouwen eynen vormunden RbMagdeb 281,5. 273,17 u.ö.; die gabe, die deme manne oder der vrowen gegebben wirt vor gerichte in gehegetime dinge StRGörlitz 456    1.7 ‘Abgabe’ daz man überall in dem land und in den steten durch des rechten willen gab und miet geit, und nimpt StRMünch(A) 106; der herre geweiret oh mit rehte wol daz er weder sine gabe noh sinen dienst nimt SchwSp 208b    2 als Nomen actionis, ‘das Geben’    2.1 ‘Schenken’ von friuntlīcher gābe muget ir hœren sagen NibB 1706,2; Philippe, [...] dir ist nicht kunt, / wie man mit gābe erwirbet prīs und źre Walth 19,22; gift suochet alle wege daz ir an den dingen, aber gābe ist frī unde blōz und alzemāle lōs alles warumbe Eckh(Pf) 131,24; welch mensch darinne [Sternzeichen der Jungfrau] wirt geborn, / gar gütig ist sin mut, / durch got es gerne gabe tut Mügeln 307,6. 28,13    2.2 rechtl. ‘(Verzicht und) Übertragung (von Eigentum, Rechten)’ dś gābe der herschefte von Pfirrete, alse graue Thiebalt vn̄ sin vatter [...] dē gotshuse von Basile lidicliche v̂f gaben vn̄ wider enpfingen ze lehene UrkCorp(WMU) N154D,36. 1641,23. 2345,42; das wir [...] vestenen vn̄ steten alle die gabe, die vnser vatter oder dekein vnser vorderon hent getan deme gotteshuse ze Tennibach ebd. 52,32. alle gnade, gabe und gift, die inen śnser vorfaren [...] getan habent StRSchlettst 47; daz disiv gab, di [...] her Levtolt von Chvͤnring getan hat dem chloster vnd den swestern datz Minnebach [...], ist geschehen mit vnserm gvtem willen UrkCorp(WMU) 1104B,31; do diuselbe gab also geschach UrkBrixen(R) 242 (a. 1313); vn̄ wart div gabe vn̄ das opher vollebrath mit gelerthen worten UrkCorp(WMU) 1624,29; vmbe sogetan verzeihen vnd gabe ebd. 2843,39; vnd daz diu vor genant gab vnd verzeichnuͤzze staͤt sei ebd. 2854,43; swilche gābe der man siht, oder swilch urteil her vinden hōrt, en widerredet ers zu hant nicht, dar nāh en mac ers nicht widerreden SSp(W) 2:6,4. 1:34,2. uf daz unsir gabe [Verleihung der niederen Gerichtsbarkeit] veste, ebik und unzurbrochin blibe UrkPreuss 3,31 (a. 1339)    2.3 ‘Stiftung’ dc disiv selbe gabe vn̄ diz almvosin von allirmęnigilichim vnzirbrochin [...] bilibin mvͦesce UrkCorp(WMU) 135,18; disev gab vn̄ das selgeręt ist geschehen, do von Christez geburt waren [...] ebd. 308,12    2.4 ‘Verkauf, Übergabe des verkauften Guts’ swer eigen oder varende habe verkouft, des sal her gewere sīn die wīle daz her lebt. [...] jener en mag dār nicht an sprechen, deme ez gegebn ist, den eine gābe [der, dem es übergeben wurde, kann über nichts anderes als über die Übergabe aussagen, d.h.: der Käufer kann sich gegen Ansprüche Dritter nur auf den Kaufvertrag berufen, nicht auf eine gerichtliche Auflassung] SSp(W) 3:83,3; verkoͮffung, oder gabe, oder besitzunge UrkBern 5,814 (a. 1331)    2.5 ‘Ergebung in die Unfreiheit’ swelch erbe zesinen tagen nit chomen was dem schadet och div gabe niht die der vater getan hat SchwSp 15b; beheldet in aber der herre wend an sīnen tōd, her nimet sīn erbe nāh sīme tōde und sīne kindere, ab sie nāch ime gehōren, die her nāh der gābe gewan SSp(W) 3:32,8

gębe Adj. auch gźbe.    1 ‘angenehm, erfreulich, gut, akzeptiert’ sīne knappen nāmn dō goume / daz ein linde und ölboume / unden bī der mūre stuont. / daz dūhte si ein gęber fuont [als Platz im Schatten] Parz 352,30; ähnl. PleierMel 386. genuoge guote [La. gębe ] lźre gebent, / die selbe unnützelīche lebent Freid 71,9. ir [Hirten] azzyt dy milch und cleidit uch mit der wolle, unde das do gebe was [ quod crassum erat, die fetten Tiere] , daz tot ir Cranc Ez 34,3. guetlich ist ir guete, / si ist gestalt wipliche, / gębe an ir persone, / durchlieht unde klar Rumelant 2,370b; (ironisch von Kundrīe:) gevar als eines affen hūt / truoc hende diz gębe trūt Parz 314,6. rouben, brennen, übel rāten, / daz ist nū ein gęber sitte SM:UvS 10: 2,6    2 besonders von Münzen und Münzmetall ‘gültig, echt, vollwertig, hochwertig’    2.1 allein: hundirth phunth geiber heller UrkCorp(WMU) 1373,46; siben vnd fvnfzich phunt phenning Wienner gęber munz ebd. 2418B,14; swer einen gęben phenninc versprichet [als falsch erklärt] , der sīn reht gar hāt [obwohl er vollgültig ist] , der ist dem geriht schuldic vierzec schillinge der selben phenninge SchwSp(W) 343,18. so vil des Herodes io / wolde geben Cleopatre / alle iar, daz also vorste, / gebes silbers drihundert phunt HistAE 5751; waer aber daz daz silber so gaebe waere, daz der muͤnzmaister unde die husgenozze sin niht trueten geniezzen StRAugsb 16,14. – übertr. (und mit Bedeutung 1 ‘angenehm, erfreulich’ spielend): ich wil mich ouch des wol versehen, / daz ez ź selten sī geschehen, / daz ie sō schœne messinc [= Brangäne] / vür guldīniu teidinc [= Isolde] / ze bettegelte würde gegeben. / deiswār ich saztes wol mīn leben, / daz sīt Ādāmes tagen / als edel valsch nie wart geslagen / noch nie sō gębiu trügeheit / an mannes sīten wart geleit Tr 12613    2.2 in Paarformeln, vor allem mit genge, gibe und guot (vgl. WMU 1,545 und DRW 3,1128 mit weiteren Belegen und Formeln): aht vnce Strazburgere geng vnd gebere pfenninge UrkCorp(WMU) 274,30; fśnve vnd zwainzig phunt phenninge der mśnze, die ze S. genge vnd gebe ist WeistGr 4,503 (a. 1321); zwa marck gelts, ais ghenge ind geyfe is zu Kollen UrkGerKöln 392 (a. 1349). phenning, die danne gib vnd geb sint UrkCorp(WMU) 1584,20; UrkObAltaich 164 (a.1320); 10 schilling Münicher pfenning [...] oder der münss, dew dann in dem land gib vnd gaeb sind UrkIndersd 73 (a. 1340). vierzic marc silbers guͦtes vnd gebes UrkCorp(WMU) N784,2; do sprach sente Iohannes zvz in: nv get zvn goltsmidin vnd versuͦchit daz golt vnd daz goltgesteine ob iz guͦt vnd gebe si PrLpz(L) 78,29; [...] vmb fünfzehen schilling der langen guter vnd gaeber phenning [...] UrkIndersd 68 (a. 1334); [...] vmb aͤhtuͤ vnd drizig phund phenning guͦter vnd gaͤber haller [...] UrkHohenz 1,149 (a. 1337)    3 gębez phant ‘liebe Geisel’ (aus der Sicht der Geiselsteller) bzw. ‘wertvolle Geisel’ (aus der Sicht der Geiselnehmer), vgl. auch gābephant Adj.; wohl Prägung Wolframs, denn Er 1052 in anderer Bedeutung ist unsichere Konjektur; im BMZ sind die Belege aus Kreuzf und ErnstD fälschlich als Kompositum gābephant, gebephant ‘Lösegeld, das der Gefangene gibt’ gedeutet. – da ist Mōrholt von Yrlant: / der brichet ab uns gębiu phant Parz 67,20; in [Halzebier] dūhte an ir gebęren, / daz si ze māge węren / von art dem marchgrāven benant, / und daz er hete gębiu pfant / vür Arābeln die künegīn Wh 47,12. 373,12. 458,25; noch gźbe phant / hźten die cristen, der lantgrāve / an manigem heidene rīch, / die selbe mohten lōsen sich Kreuzf 6329; selber quam er kūm von dan, / er het doch hinder im verlān / an gefangen gābepfant [l. mit der Hs. gebe pfant ] , / dō er rūmte daz lant ErnstD 939. 879; in der Wendung gębiu phant lāʒen übertr. für die auf der Flucht zurückgelassenen Gefallenen: swelhe quāmen heim, die liezen gaebiu pfant / den kristen hie Loheng 2759; nāch dem si kristen sint genant, / der muoz uns vürwār hie lāzen gaebiu pfant [...] ebd. 5052

gabele F. ‘Gabel’, zwei- oder mehrzinkiges Gerät    1 in der Landwirtschaft zum Heben und Wenden, ‘Heu-, Mistgabel’ do er [...] die gabeln dar in [ins Heu] sluͦc Albert 1518; nu giengen si zestunde / mit gabelen und mit rechen / und begunden nāher brechen / daz unkrūt und den mist Greg 3727; unz da er einen gebourn vant. / der het ein gabeln in der hant / und suberte sin heu da StrKD 50,4; ovch ist denne des kelneres reht, was dv gabele leibet [dem Wirtschaftsverwalter gehört dann all das, was nach der Einfuhr der Ernte auf den Feldern übrigbleibt] UrkCorp(WMU) N816,10. – als Maß: dar vmbe sol min vrowe ime gen zvei vierteil roken vnd einen hvͤffen howes [...] eder dv bodemlege [den Boden bedeckende Lage] einre gabelen dief iegeliches hvͤffen UrkCorp(WMU) N818,36    2 als Bauernwaffe: ob er [der būman ] [...] vīentscaft trage, / sō wer sich mit der gabelen Kchr 14813; dō kom des dorfes schar / mit vil manger fremden wer, / mit zuberstangen, spiez und gabel Neidh WL 32:7e,3    3 als Marterinstrument: so zugen si inen bitterliche die hut abe und wurfent si in einen siedenden kessel alzehant; darin stiessen si si mit fśrigen gablen Mechth 5: 14,11; HlReg 38,24; PassIII 123,49. 233,35    4 sprichwörtl.: trīp die natūr mit einer gabeln / von dir daz si beginne zabeln, / si loufet doch sān zuo dir hin wider, / swenne du die gabeln legest nider [Hor.ep. 1,10,24] Renner 4561 (vgl. TPMA 8,429)

gabeleht Adj. ‘gabelförmig, gegabelt’ dā sol man im ein seil an den fuoz legen, einen rinc soltū machen an dem seile unde solt im den rinc an den fuoz legen mit einem gäbelehtem holze PrBerth 1:119,21; die zwislegen [La. gabelechten ] este auf den paumen BdN 199,21

gābelī stN. Dimin. zu gābe stF. ‘kleines Geschenk’ weder von uriunden [...] noh von iemen [...] brieue [...] oder kainiv gabiliv [ munuscula ] nemen oder gen ane [ āne ] gibot des vaters BrZw 54

gębelich Adj. ‘gültig, vollwertig’ vmbe sibenzehen marg vn̄ ein halbe loͤtiges [das volle vorgeschriebene Gewicht habend] vn̄ gebeliches silbers UrkCorp(WMU) N559,13

gāben swV.    1 ‘jmdm. eine Gabe überreichen, ein Geschenk machen’ ainer gab ain bettbrett, / der ander hiesz ain swingen / im von haimen bringen / und gobet och der brüt Bauernh 383; Bussard 1014; do nuͦ Julianus kam [...] zuͦ der stat Cesarea, do kam ime engegen sant Basilie, vnd brohte ime drś girstine brot vnd gobet ime die ElsLA 169,11; du hast alhie verschuldet wol / daz ich [Herodes] dir [der Tochter der Herodias] fśrbas gaben sol / den [Johannes den Täufer] du hast begert an mich SHort 2994. – ‘als Schenkung übereignen’ ware och das, das si das gvͦt dicheim gottishvse wolte gebin, dem gabe sis in dem selben rethe, alse si ims verlvwen het UrkCorp(WMU) 752,37. – von Gott: [ ut, quique [...] psallimus, ] donis beatis muneret: mit gaben sęligen er vns gabe PsM H 1,4; got wil nach den werchen gaben Teichn 421,146; und wie in got [...] gabet hat Tauler 160,13    2 ‘jmdn. (einen Geistlichen) dotieren’ maniger gicht, der phaffen ler / sey nicht anders denn nach gab. / der ist nicht ein weiser chnab. / geit man in des leibez genist, / so geben seu daz ewig ist. / [...] war umb solt er singen und lesen, / predigen, peichten, arbait haben, / wolt man sew dar umb nicht gaben? Teichn 168,62

gābephant Adj. ‘verpflichtet, mit seiner Person (als Geisel) zu haften’ (zu gębez phant mit Umdeutung von gębe?; vgl. gębe unter 3.): wir haben auch in nach altem vnd gemeinem reht div genad getan, daz wir nieman deheinen gewalt geben svln weder vber ir leib noch vber guͦt, noch daz si gabpfant noch pfantmezzig [zur Stellung eines Pfandes verpflichtet] sein svͤllen fvͤr dehein unser gelt, daz wir gelten sulen, ez sei in dem lande oder auz dem lande UrkWittelsb 2,205 (a. 1312)

gābephant stN. (BMZ) → gębe Adj. unter 3.

gāber stM. ‘Stifter’ [...] so mogent die forgenanten gabere iederman fur sich ordenliche personen [...] an die furgenante vicarien setzen unde antwurten [...] UrkFrankf(B) 515 (a. 1332)

gāberīche Adj. ‘gabenreich, freigebig’ der reiche kunig von Spangen lant / hett ein gabreiche hant HvNstAp 6024

gębic Adj. auch gźbic. von Münzen: ‘gültig’, wie gębe meist in Paarformeln: zwelf pfennig der gewonlichen Wienner mvntz, dev dann gebich ist UrkCorp(WMU) 2544,35; einen shillinch phennige, di daz Nvͦrnberch gengich vnd gebich sint ebd. 2887,20; vmb fvͤnfzehen pfvnt Regenspurger pfennig, die danne gib vnd gębich sin ebd. 3197,35; drey schilling Wienner mvnz, di zo den selben taegen gibich vnd gaebich sind UrkHohenf 393 (a. 1338)

gębiclīche Adv. ‘unanstößig, gut’ swer iu guote lźre gebe / und selbe iht gębeclīche lebe, / dā [an der Lehre] nemet ir guot bilde bī / und enruochet, wie dem andern sī Freid 71,4

gabilōt stN. gobelot HvNstAp 3014. – aus afrz. javelot, gavelot (Suolahti 1,88). – ‘Wurfspeer’, bei der Jagd und im Kampf, gewöhnlich von nichtritterlichen Personen verwendet (s. Dalby, Mediaeval Hunt 54a; Yeandle, Comm. zu Parz 120,2): er lernte den gabilōtes swanc, / dā mit er mangen hirz erschōz Parz 120,2; dō greif der knappe męre / zuo sīme kochęre: / vil scharphiu gabylōt er vant ebd. 139,11; durchz ouge in [Ither] sneit dez gabylōt ebd. 155,9. 120,16 u.ö.; UvEtzAlex 13513. 9697 u.ö. ich enreiche dir kein gabylōt: / diu ritterschaft dir daz verbōt Parz 157,19; dā stuont ouch manec koufman / mit hāschen und mit gabilōt ebd. 183,17; gabilōt und atigźr / truogen die sarjande Wig 10674; sie [ der vuozgenger schar ] heten [...] / hacken unde kiulen, / dā mit sie vromten biulen; / sie heten ouch scharphe gabilōt UvEtzAlex 2463; Kudr 356,3; JTit 4578,2. 6192,4

gabilūn stSubst. aus afrz. cameleon (Suolahti 1,89). ein wunderbares, drachenartiges Tier (s.a. → gampilūn ): daz [wilde Tier] wolde in verslinden. / daz sluog er mit dem swerte [...]. / einem gabilūne was ez anelīch. / er begunde ez schinden; dō wart er krefte rīch Kudr 101,1; er worte [= vuorte ] an sime schilde / ein tier, samt [l. sam ] iz spilde, / vz deme golde erlich, / eime capelune gelich Roth 4943

gabiʒ? Subst. Neidh(S) 2,112 c43:3,8 (Stelle unverständlich, vgl. Anm. z.St.)