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ABCDEF s.VGHIJKL
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jâ – jagesite
jagespieʒ – jâmerbrôt
jâmerbürde – jâmerrede
jâmerrëgen – jâmersuht
jâmertac – jardîn
jârdinc – jârmarket
jærmerlich – jegede
jegelich – jëner, -iu, -eʒ
jënerhalp, ënerhalp – jiuch
jiuchære – ju
jû – judenbrâtære
judenbrücke – judenrâtman
      judenbrücke stF.
      judenbuoch stN.
      judendiet stF.
      judendinc stN.
      judeneit stM.
      judengaʒʒe swF.
      judengerihte stN.
      judengülte stF.
      judenguot stN.
      judenheit stF.
      judenhof stM.
      judenhovestat stF.
      judenhuot stM.
      judenhûs stN.
      judenkint stN.
      judenknëht stM.
      judenlant stN.
      judenmeister stM.
      judenorden stM.
      judenpagament stNM.
      judenphant stN.
      judenphorte swstF.
      judenrât stM.
      judenrâtambet stN.
      judenrâtman stM.
judenrëht – jugentheit
jugentlich – jungede
jungelinc – jungen
jungent

   judenbrücke - judenrâtman    


judenbrücke, -brucke stF. eine bestimmte Brücke im Bereich des Judenviertels (hier als Bestandteil eines Personennamens): herre Friderich an der judenprukke UrkCorp (WMU) 822,12

MWB 3,1 83,28; Bearbeiter: Luxner

judenbuoch stN. 1 ‘Thora’
2 wohl ‘Schuldbuch eines jüdischen Geldverleihers’ (vgl. DRW 6,535); hier im Hinblick auf den Nutzen (vgl. gesuoch 1 ‘Zinsgewinn’ ) übertr. auf ein lesenswertes Buch mit Marienlegenden
   1 ‘Thora’ so mus ain jud nach sainer weisung bestaͤtten mit seinem aid in daz juden puch StRRegensb 41; do fuͤr sullen wir si lazzen gerichten mit ir selbes eins hant in dem juden buͦch als reht ist UrkWürzb 41,69 (a. 1344)    2 wohl ‘Schuldbuch eines jüdischen Geldverleihers’ (vgl. DRW 6,535); hier im Hinblick auf den Nutzen (vgl. gesuoch 1 ‘Zinsgewinn’) übertr. auf ein lesenswertes Buch mit Marienlegenden: ich wil iu tuon ein mære bekant [d. i. die Marienlegende vom einfältigen Priester, der nur die Marienmesse Salve Sancta Parens kennt, vgl. Pass I/II (HSW) 13669-13758 ] , / daz ich an einem buoche vant. / daz ist genant durch den gesuoch / unser frouwen judenbuoch MarGr 18 526 (vgl. H.-J. Ziegeler: Der literarhist. Ort der Mariendichtungen [...], in: ders., Orte der Literatur (Hg. von G. Kapfhammer), Köln 2009, S. 109-132, hier S. 118f.)

MWB 3,1 83,32; Bearbeiter: Luxner

judendiet stF. ‘jüdisches Volk’ sich daz minnicliche antlitz an / dines schepferes Jhesu Krist, / daz also jemirlich gehandilt ist / mit maniches slages widerbit, / daz im gab di valsche judendit Brun 10171; HeslApk 2977

MWB 3,1 83,51; Bearbeiter: Luxner

judendinc stN. Gericht über Juden bzw. Gerichtshoheit über dieselben (vgl. judengerihte ): ez geschach eine czweyunge [...] czwischen den koufluten [...] um di vier benke, do man inne dinget daz lantdink, statdink unde judendink UrkSchlesSt 540 (a. 1336)

MWB 3,1 83,56; Bearbeiter: Luxner

judeneit stM. von Juden abzulegender Eid (bei Rechtsstreitigkeiten mit Nichtjuden; vgl. LexMA 5,789f.): dizze ist ouch ein judeneit DRW 6,537 (Schwsp.(R.); a. 1275/87). – hier Syntagma (?): dit ist der iuden heit den di biscof Cuͦnrat dirre stat gegebin hat ErfJud 13

MWB 3,1 83,62; Bearbeiter: Luxner

judengaʒʒe swF. Gasse im Judenviertel: ein jude und ein kristen [sollen als kieser ] in der judengazzen [sein] WüP 65,5; in der judengasze UrkWetzl 1,589 (a. 1344)

MWB 3,1 84,4; Bearbeiter: Luxner

judengerihte stN. Gericht über Juden bzw. Gerichtshoheit über dieselben (vgl. judendinc ): dafur haben wir in und iren erben [...], in pfanntschaft weis eingeseczt und seczen in auch [...], das juden gericht daselb mit allen eren, herscheften, rechten und nuͤczen UrkRegensb 320 (a. 1329)

MWB 3,1 84,8; Bearbeiter: Luxner

judengülte stF. von Juden zu entrichtende Abgabe: umb die selben tausend march setz wir im und sinen erben ze pfant unser und dez reichs gelt, statstiur, judengult und allen den gelt, den wir und daz rich haben sulen in der stat ze Schletzstat MGHConst 6,1:428,43 (a. 1328)

MWB 3,1 84,14; Bearbeiter: Luxner

judenguot stN. Eigentum oder Besitz von Juden: auch iuden guͦt mit wuͦcher gewunnen, wie man daz sol wider geben RechtssA I6,33; RechtssB I6,33

MWB 3,1 84,20; Bearbeiter: Luxner

judenheit stF. hier iudens-. ‘jüdische Glaubens- und Rechtsgemeinschaft; jüdisches Volk’ (zur Bez. der jüd. Gemeinschaft als synagoga vgl. LexMA 3,1536f. s.v. Ecclesia und Synagoge): synagoga: iudensheit VocOpt 5.053

MWB 3,1 84,24; Bearbeiter: Luxner

judenhof stM. ‘Hof, Wohnhaus in jüdischem Besitz’ in unsirer und des reichs stat den besten iudenhoff uff der besten hofstat von muren odir von holczwerke UrkMühlh 520 (a. 1350); UrkArnsb 412 (a. 1333)

MWB 3,1 84,29; Bearbeiter: Luxner

judenhovestat stF. hier hobe-. ‘Hof-, Hausstätte in jüdischem Besitz’ dyͤ juͤdenschuͦle, juͤdenbad, all juͤdenhuͤsere und juͤdenhobestede zuͤ Friͤdeberg, dyͤ uns von unsern juͤden doselbis virfallen sin UrkFriedb 185 (a. 1350)

MWB 3,1 84,34; Bearbeiter: Luxner

judenhuot stM. Hut, den Juden als Kennzeichen zu tragen hatten (vgl. Kühnel, Kleidung, S. 125): die juden sullen juden hüete tragen in allen steten dâ si sint. wan dâ mit sint si ûz gezeichnet vor den kristen, daz man si vür juden haben sol SchwSp (W) 214,64; unde der selbe iude [der Fleisch verkauft] sol einen iudenhuͦt ufe haben StRAugsb 57,17. – übertr. als Bez. für jüdische Geschäfte (vgl. DRW 6,548; oder Zweitglied zu hütte ?): citra vicum, qui vocatur judenhut, in quo venduntur carnes rancee [vgl. Anm.z.St.] WeistErf 87 (1. H. 14. Jh.)

MWB 3,1 84,39; Bearbeiter: Luxner

judenhûs stN. Haus, Wohnstätte in jüdischem Besitz: kleider unde bortengewant, / hûsgereht und swaz man vant / in den judenhiusern über al, / daz wart âne twâl / umb phenninge verkouft Ottok 91519; daz man von seinem [des Königs] haize die kelrshelse [gewölbter Kellereingang] und die lauben hat vor den judenheusern abegebrochen NüP 288; UrkFriedb 185 (a. 1350)

MWB 3,1 84,51; Bearbeiter: Luxner

judenkint stN. ‘jüdisches Kind’ dannoch fuort der stark wint / daz vil kleine judenkint [Moses] / gegen einer bürge schôn, / dâ des küniges Pharaôn / frouwe ûf gesezzen was EnikWchr 6378 u. ö.; alsô sint drîer hande liute, die den êwigen tôt lîdent mit drîer leie martel, [...]. des êrsten sint alliu diu kint, diu âne touf ersterbent, jüdenkint unde heidenkint unde ketzerkint PrBerth 1:126,24. 1:299,9. – als Bez. für Menschen jüdischer Abstammung: sîn [Mose] grap weiz dhein judenkint, / unde wart nie funden sint EnikWchr 9309 u. ö.

MWB 3,1 84,59; Bearbeiter: Luxner

judenknëht stM. Gehilfe, Bediensteter eines Juden (evtl. der Gehilfe des Regensburger Judenmeisters (vgl. Matzel, Wortschatz, S. 149); hier nur als Bestandteil von Personennamen): Fridel der juden chneht UrkRegensb 735 (ca. 1325-1350). 737 (ca. 1325-1350)

MWB 3,1 85,7; Bearbeiter: Luxner

judenlant stN. ‘das jüdische Land (Judäa)’ (vgl. Lc 2,4): Maria, werde rainú magt, / din lob ist witnan besagt / und din wirdekait bekant / mit lobe durch alles juden lant WernhMl 1320; bistu der knechtelin ein / die min vater brachte rein / gevangen von juden lant? Daniel 4629

MWB 3,1 85,13; Bearbeiter: Luxner

judenmeister stM. Vorsteher einer jüdischen Gemeinde (vgl. judenbischof und LexMA 5,792): [bei einer Anklage gegen einen Juden] sol der vogt die cristen vragen unde der iudenmeister die iuden StRAugsb 126,33; [die Bürger von Mühlhausen] haben uns verchundigt und gesagt daz sie vor eu von etzlichen iuden beclagt sin umb eyn iudenmeister, den sie sullen verterbet habe wider recht, als die iuden ir clegede vor uch bracht han UrkMühlh 487 (a. 1346); vúr unsern [...] iudenmeisteren und [...] der iuden bischove UrkStraßb 5,2:1027,3 (a. 1339-44)

MWB 3,1 85,19; Bearbeiter: Luxner

judenorden stM. ‘jüdische Ordnung, Gesetz’ gott hat ain andern buͦlen gnomen, / die edeln werde cristenhait. / des hat sÿ [ diu alte ê ] smaͤcht und sendes laid. / ir opfer und ir juden orden / ist vor gott ain ab werff worden KvHelmsd 4701

MWB 3,1 85,31; Bearbeiter: Luxner

judenpagament stNM. jüdisches Zahlungsmittel: daz er in nû uf den zwolften dag, der da nechst vergangen ist, zwelf huͦndert puͦnt heller an judenpagament geluhen sulde haben UrkStraßb 5,2:1027,30 (a. 1339-44)

MWB 3,1 85,36; Bearbeiter: Luxner

judenphant stN. an Juden für ein Darlehen übergebenes Pfand: si [die Kleider] wærn guͦt zu judenpfant TürlArabel *R 212,31

MWB 3,1 85,41; Bearbeiter: Luxner

judenphorte swstF. Tor zum Judenviertel: vort sal Peter, [...], halden die slussele van den judin porzen, inde durline, die sal he des auentz sleissin UrkKöln 1,31 (a. 1341)

MWB 3,1 85,44; Bearbeiter: Luxner

judenrât stM. ‘Rat der Juden’ (als Vorstand der Judengemeinde): daz wir der rat unde die statd hie zwûschent dem vorgenanten zile den vorgenanten iudenrat unde die iudescheite an irme byschofe noch an irme iudenrate zuͦ besetzenne nit irren noch engen soͤllent UrkSpeyer 370,33 (a. 1333) u. ö.; UrkWorms 2:46,24 (a. 1312 kopial)

MWB 3,1 85,48; Bearbeiter: Luxner

judenrâtambet stN. Amt im Judenrat: werez daz dehein judenrat ampt oder juden bistom ledig worden in der zyt UrkWorms 2:46,26 (a. 1312 kopial); DRW 6,558 (Schaab,GJudMainz; a. 1335)

MWB 3,1 85,55; Bearbeiter: Luxner

judenrâtman stM. Mitglied des Judenrats: unser herre der bischof bestediget den gewoͤnlichen eit, den ein juden ratman swern sol UrkWorms 2:46,5 (a. 1312 kopial)

MWB 3,1 85,59; Bearbeiter: Luxner