Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
  Ansicht: Standard Gliederung    |     Zusatzinformationen   Links      |     Portion: Artikel pro Seite

jâ – jagesite
jagespieʒ – jâmerbrôt
jâmerbürde – jâmerrede
jâmerrëgen – jâmersuht
jâmertac – jardîn
jârdinc – jârmarket
jærmerlich – jegede
jegelich – jëner, -iu, -eʒ
jënerhalp, ënerhalp – jiuch
jiuchære – ju
jû – judenbrâtære
judenbrücke – judenrâtman
judenrëht – jugentheit
jugentlich – jungede
      jugentlich Adj.
      jugentvar Adj.
      jumente swF.
      junc Adj.
      juncbrunne swM.
      junc|hêrre swM.
      junc|hêrrelîn stN.
      junc|hêrrinne stF.
      junc|knëht stM.
      junclich Adj.
      juncman stM.
      juncmeister stM.
      junctûre stF.
      juncvrischinc stM.
      juncvrouwe swF.
      juncvröuwelich Adj.
      juncvröuwelicheit stF.
      juncvröuwelîn stN.
      juncvrouwenantlitze stN.
      juncvrouwenhöubetlîn stN.
      junczëhende swstM.
      jungalte swM.
      junge swM.
      junge swN.
      jungede stN.
jungelinc – jungen
jungent

   jugentlich - jungede    


jugentlich Adj. ‘jugendlich, jung’ daz er in sîner blüenden jugent / mit jugentlîcher hêrren tugent / wider sîn selbes sælden streit Tr 296; ein bruͦder in der predier orden der was so sere beswert mit einem guͦten ambachte in der gehorsami, [...], das im entgieng sin jugentlichú maht und verlor sine menlichen kraft Mechth 4: 26,3. ~ zît ‘Jugendzeit’ gewonheit si ouch hade / von ir jugentlichen zit, / [...], / daz si mit flize was gereit / in grozer demudekeit / wa der priester messe sanc Elis 2763

MWB 3,1 91,28; Bearbeiter: Luxner

jugentvar Adj. hier jogunt-. ‘jugendlich, jung’ di joguntvar wip laze ich bliben, / der zal kunde nimant wol beschriben Brun 180; daz im [Amor] di ougen vorsperret sint, / bezeichent daz gene sint vorblint, / di do volgen siner sla, / si sint joguntvar adir gra ebd. A 5,16 u. ö.

MWB 3,1 91,38; Bearbeiter: Luxner

jumente swF. auch ioment (Loheng 5476); aus afrz. jument (vgl. Vorderstemann, Fremdwörter, S. 125f.). ‘Stute’ daz was Margot von Pozzidant, / den man gezimieret vant / eine jumenten rîten, / dar ûf er wolde strîten, / mit îser kovertiur verdact Wh 395,7; der selb ain jumenten rait, / diu was so kostlich beclait WhvÖst 17861; Loheng 5476

MWB 3,1 91,44; Bearbeiter: Luxner

junc Adj. 1 noch nicht er- bzw. ausgewachsen ‘jung’
1.1 von Menschen
1.2 von Tieren
1.3 von Pflanzen, Haaren u. a.; auch ‘frisch, neu’
1.4 in Wendungen
1.4.1 häufig in Kollokation mit alt (vgl. Friedrich, PhrasWB, S. 238f.)
1.4.2 in Sprichwörtern (vgl. TPMA 6,372-385)
2 im Superl. zur Bez. einer zeitlichen Abfolge ‘letzte(r/  s)’ (s. auch jungeste Adv.)
2.1 allg.
2.2 spez. in Ausdrücken für das Ende der Zeit, wobei sich zwischen allg. ‘das Jüngste Gericht, der letzte Tag (der Menschheit)’ und individualisierendem ‘Ende des Lebens, Tod’ unterscheiden lässt
2.2.1 subst. (mit Präp. ane )
2.2.2 dër ~ tac
2.2.3 dër/  diu/  daʒ ~ zît
2.2.4 in weiteren Verbindungen daʒ ~ ende, gerihte, urteile, zil; diu ~ hinevart, stunde, vrist u. ä.
2.3 vereinzelt adv. im präp. Ausdruck zuo dëm ~
   1 noch nicht er- bzw. ausgewachsen ‘jung’    1.1 von Menschen: also ist den jungen luͤten: so si junch sint, so dunchent si wertlicheu dinch schoͤn und wunnechlich; so si alt werdent, so dorret iz in alles daz in ê suͤzze waz PrOberalt 68,34; Rüedelîn, du bist ein junger blappenblap! SM:UvS 22: 7,1; die brûdere, die sô alt oder sô iunc oder sô cranc sint StatDtOrd 70,31; die iunge koninginne Roth 4018; VAlex 590; Herb 15112; BdN 75,32; Wig 1818. dâ was daz junge her von Lîz / komn an die von Lirivoyn Parz 378,12. – bezogen auf die Jugendzeit: in sînen besten zîten, bî sînen jungen tagen / man mohte michel wunder von Sîvride sagen NibB 22,1. 1796,1; alsô daz er got clain gedienet hât in seinen jungen tagen BdN 279,20; wol ir werden, süezzen, jungen jâren! SM:KvL 12: 5,9; KLD:UvL 3: 1,6; Wh 13,25. – meton.: hie dachte er, daz er sinen nefen / furraten wolte, daz iunge leben Herb 208; Wh 293,22. 69,10; des hilfet in dîn junger tôt ebd. 64,24; sîn jungez herze was sô grôz Parz 384,24; Wh 93,30; Wig 2947; got ûz ir jungen munde sprach Parz 396,19. – in Datierungen bezogen auf das Fest Mariä Geburt (8. September): an dem abende vnserre frowen dages der jvngern UrkCorp (WMU) N235,19 u. ö. – subst. (vgl. auch junge swM. sowie junger ): rîcher got, wie wir nâch êren dô rungen! / dô rieten die alten und tâten die jungen Walth 85,30; daz sich die jungen des nicht schamen PrOberalt 28,31; dâ zuo diu junger sprach / ‘swester, disen ungemach / den sol dir got verbieten. / [...] ’ Iw 5639 u. ö.; Mechth 5: 24,48; NibB 414,1; Herb 15251; UvZLanz 8836. – als Bestandteil von Personennamen: sant Dyonisius des jungere den wunderte wie er also unmossen sere vor in allen zuͦ neme Tauler 190,10; Hug Manesse der jvnge UrkCorp (WMU) 863,4. 612,16    1.2 von Tieren: daz ivnge eselli, da niemen vf gesezzen was, bezaichent die haiden Spec 47,7; al senfte was ouch diu künegîn, / reht als ein jungez genselîn / an dem angriffe linde Wh 100,12; man vint rennen [Lab] in der jungen tier magen, diu noch saugent und dar zuo idruckent BdN 116,3 u. ö.; MNat 7,21; SalArz 17,6    1.3 von Pflanzen, Haaren u. a.; auch ‘frisch, neu’ nym in dem merczin eyne iunge buche, di do si eynis beynis dicke Pelzb 121,30 u. ö.; dar nach gip im nachtschaten saf. vnde coriandri saf vnde borraginis saf. vnde iungir reben saf SalArz 55,13; waz ist daz liehte, daz lûzet hervür / ûz dem jungen, grüenen gras SM:UvB 3: 1,2; BdN 416,16; Rennewart. / dem was besenget sîn junger bart Wh 311,16. 270,30; unde wehset daz junge hâr doch vast Barth 149,21; wenn si [die Hirsche] ir hörner habent geworfen und in jungeu hörner her wider wahsent BdN 130,10; wohl hierher: swelch man hât ein stükke scharlachnes [Tuch] , der scol iz verschozzen [versteuern] vor sechs mark; ein geverwet tûch vor vier mark; ein iunk ypersch [aus Ypern] , [...] vor zwû mark UrkZeitz 20 (a. 1322). – übertr. ‘schwach, gering’ dem pfärde was der rücke junc: / wær drûf ergangen dâ sîn sprunc, / im wære der rücke gar zevarn Parz 531,1; ir [der Rheinländer] tugent ist kranc, ir milte ist junc WernhSpr (Z) 50,3    1.4 in Wendungen    1.4.1 häufig in Kollokation mit alt (vgl. Friedrich, PhrasWB, S. 238f.): junc unde alt, junge unde alte, die jungen mit/  zuo den alten u. ä. ‘viele; alle, jede(r)’ sô hôrten junge und alte dâ / die tiuvel lûte schrîen sâ RvEBarl 13627; fröit iuch, jung und alt SM:Ro 7: 1,1; junge und alte im drungen nâch Parz 150,30; si begunden alle gâhen, / die alten zuo den jungen. / ze dem tor si ûz drungen UvZLanz 1401; ReinFu K,1610; KvWLd 2,117. junc noch alt, junge noch alte ‘keine(r), niemand’ ich neweiz in mîner gewalt neweder junge noh alt / der dir sî gelîch Gen 2068; ez sleich nie leo junc noch alt / unvorhtlîcher durch keinen walt HvBer 4244; ez wart niemen vride geben, / jungen noch den alden Dietr 9384. ër/  siu wære/  sî junc oder alt i.S.v. ‘wer auch immer er/  sie sei’ daz er wol ist gekrœnet / von vrôn Sælden gewalt, / er sî junc oder alt, / der sie dâ schouwen getar StrDan 542. 5248; er si gra, ivnc oder alt ReinFu K,999; er sî jung oder alt, arm oder rîch, edel oder unedel PrBerth 1,66,9; ir sit iunc oder alt / ir sit prode oder balt VMos 65,18; Hochz 429    1.4.2 in Sprichwörtern (vgl. TPMA 6,372-385): von dem spricht der gemain spruch: junger engel, alter tiefel BdN 231,28; trage junges har, grawen sinne Erz III 36,277; ez blüt ouch dicke ein junger sin durch grisez har Frl 5:23,7    2 im Superl. zur Bez. einer zeitlichen Abfolge ‘letzte(r/  s)’ (s. auch jungeste Adv.)    2.1 allg.: daz was ir jungestiu ger / daz ich iu daz bræhte / und man dâ bî gedæhte / muoterlîcher triuwe / und senlîcher riuwe Wig 11358; swer auch ein wein veil hat nach der iungesten winglocken, der git 60 d. zuͦ bezzerunge WüP 35,5; do sprach der iunger: waz betútet die iungeste collecta? Lucid 102,22; vnd sv́ln der selben ivngesten [neuesten] viervntzweinzig [Ratsmitglieder] ehtv́we [acht] sin von den edeln vnd ehtv́we von den koͮflv́ten vnd ehtv́we von den antwerklv́ten UrkCorp (WMU) 1797A,46; Himmelr 7,6; Eckh 5: 416,9. – subst.: ‘ich bin’, sprichet got, ‘der êrste und der jungeste’ Eckh 5: 115,1; ieslîch frouwe ir dienest tuot, / ê die jungsten, nu die êrsten Parz 240,15; Lucid 101,19; PrOberalt 49,40. – die Bez. ~ bruoder/  predigære für die Mitglieder eines Mönchsordens des Dritten bzw. Letzten Zeitalters nach der Lehre Joachims v. Fiore bei Mechth (vgl. LexMA 5,485-487): von den jungesten bruͦdern [Überschrift; vgl. Anm.z.St.] Mechth 6: 21,2; von Enoch und Elyas pine und von den jungesten prediern [Überschrift] ebd. 6: 15,1 u. ö.    2.2 spez. in Ausdrücken für das Ende der Zeit, wobei sich zwischen allg. ‘das Jüngste Gericht, der letzte Tag (der Menschheit)’ und individualisierendem ‘Ende des Lebens, Tod’ unterscheiden lässt    2.2.1 subst. (mit Präp. ane): den [Hort] hiezen mîne herren senken in den Rîn, / dâ muoz er wærlîche unz an daz jungeste sîn NibB 1742,4; wir sculen unsir houbet, den heiligen Christ, bescermen zediu, daz er uns an dem jungist / mit gesundem houbet bescerme unde daz wir ze der ewigen genze geladet werden MillPhys 91,1; alse der brutegoum cumet mit einer menie siner riter, so er sine brut enphahit vnde si mit gesange fúr leitet, alse duͦt man mit den rehten an ir iungesten Lucid 123,5    2.2.2 dër ~ tac: von dem êrst erschinenen tage / unz an des jungesten tages schîn / muoz Tesereiz geprîset sîn Wh 347,17; so chumt der jungiste tach also sciere so ein braslach [Wimpernschlag] AvaJG 17,8; Vät 15139; HvNstAp 3173; Roth 2257. wirne komen niemir hinne, / iz ist unser iungister tac Rol 6039; als ein diep begrîffet dih der jungiste tac Erinn 789; iz ist ouch hiute dîn jungister tach Kchr 13062; WälGa 8326; En 12898    2.2.3 dër/  diu/  daʒ ~ zît: daz wir uon ime in dem iungisten zîte mit gesunteme houbite. zuͦ ewiger genzi geladet werden JPhys 11,42; der hêrre lebet ienoch / unze an daz iungiste zît VMos 12,2; Warnung 207; AvaA 1,1; RvEBarl 3299; im Plural: daz unser hêrre got, der ein houbet ist der ecclesien, nû bî diesen iungesten cîten ouch hûtere solde haben StatDtOrd 25,3; Martina 203,20. daz ir her komen sît, / daz ist iuwer jungestiu zît Iw 1158; daz wart ir jungestiu zît StrKarl 5590; daz man sîn bîhte tuon sol / an sînem jungisten zît WälGa 8345; Konr 11,78    2.2.4 in weiteren Verbindungen daʒ ~ ende, gerihte, urteile, zil; diu ~ hinevart, stunde, vrist u. ä.: so wirt uns gesendet an dem jungisten ende / Elyas unde Enoch AvaA 7,1; nv han ich iv gemachen kvnt / die zit die iungsten stunt / wie der welte frovde welzit Martina 211,64; sô got an dem jungesten zil / an daz gerihte komen wil RvEBarl 3643; ê dir nû chomt dîn jungiste vrist, / sô mûstû vil offte rûffen ‘wê! [...]’ Erinn 504; Litan 562; Spec 113,1 daz si des ruwen nit behilt / umme ir missewende / biz an ir jungest ende! Elis 8986; du ne maht si niht irlose, / mit den du wirdist funden / in ir iungisten stunden Glaub 2563; daz ander geteilit ist / dez och an der iungsten frist / ein ieglich mensch enpfindit Martina 202,108; daz ist ir jungestez zil, / daran man sie wil toten Vät 5312; Litan 797; Erinn 482    2.3 vereinzelt adv. im präp. Ausdruck zuo dëm ~ : – ‘zuletzt, schließlich’ scamonea di vurbet [reinigt] des ersten di coleram. dar nach daz fleuma. zu dem iungesten di melancoliam SalArz 85,41. – ‘zumindest, wenigstens’ zim iungistin doh daz wir geuolgen. daz nih unzi zir sathi wir trinken. sunder mazclicher [ saltim vel hoc consentiamus, ut non usque ad satietatem bibamus, sed parcius ] BrZw 40

MWB 3,1 91,51; Bearbeiter: Luxner

juncbrunne swM. ‘verjüngende/  heilende Quelle, Jungbrunnen’ secht, das ist mein pester hort, / den ir vor ewr secht dort. / es ist ain jungk prunne: / der mane noch di sunne / peschain nie so grossen solt HvNstAp 12951; si fuorte in [...], / für einen berc, dâ westes einen juncbrunnen stân: / der was einhalp kalt und anderhalbe warm WolfdB 336,2; WolfdD 557,2; JTit 4530,4. – übertr. für Maria: si ist der lebendig junch prunnen / der die alten wider pracht Teichn 114,44

MWB 3,1 94,33; Bearbeiter: Luxner

junc|hêrre, -hërre swM. auch jun(c)ker (Lanc 39,10 u. ö.), juͦngk- (Lanc 21,23). 1 i. d. R. Bez. für einen jungen Mann höherer Stellung ‘junger Edelmann, Adeliger’ , auch ‘Knappe’ (genauere Differenzierungen von Stand und Funktion problematisch; vgl. DRW 6,614-617)
2 Bez. für einen jungen Ordensmann
   1 i. d. R. Bez. für einen jungen Mann höherer Stellung ‘junger Edelmann, Adeliger’, auch ‘Knappe’ (genauere Differenzierungen von Stand und Funktion problematisch; vgl. DRW 6,614-617): si horten di phaht [das Recht] leren / die edelin iuncherren / unde schermen mit den schilten Rol 662; daz man den juncherren hôch / als unerbermeclichen sluoc KvWHvK 102; sîn kint, der junkherre, / gên sînem vater verre / mit vrœlîchem muote gie RvEBarl 8147; der knapp sah wol das das kint [im Alter von 10 Jahren] ein edelman was, und antwurt im alsus: lieber juncker, das uch got ere Lanc 36,35; wand auch Hainrich von Sigenhaim dannoch jvncherre was vnd nicht aygens ynsigels het UrkCorp (WMU) 2413,14; Parz 343,17; SAlex 5616; Wig 1438; MarcoPolo 30,14. ich wil dir junge altherren zeigen / und alte jungherren geben für eigen Walth 80,25. – ‘junger Dienstherr’ er chot sîn hêrre hête in dare gesant umb einen michelen ârant, / sîneme junchêrren umb ein wîb diu guot wâre und êrlîch Gen 993; er [Joseph] troste sich vil harte / sines iunkherren: / er liez im niht gewerren Wernh A 4421; der getriuwe marschalc dan Rûal / und sîn junchêrre Tristan / die griffen ir gescheffede an Tr 4501. – als Titel: ein acker vf der werben nebent juncherren Hetzele UrkCorp (WMU) 3244A,23. 61,17. – als Anrede für Christus bzw. Gott: juncherre wîs, du wære grîs: / nu zieret dich ein brûner vahs KvWLd 1,17    2 Bez. für einen jungen Ordensmann: dar vmb geb wir der vorgenant Christein an all wider red ein halb herren pfrvent gentzleich, alz man sei geit einem junchherren vnsers ordens UrkEnns 6,99 (a. 1333); vnd schol der oblaymaister [Verwalter der Abgaben] an den zwain jartegen einem igleichen herren geben ein semel, [...], vnd ein stauf weins dezselben weingarten vnd als vil den junchherren vnd den pruͤdern UrkKlostern 1,281 (a. 1340)

MWB 3,1 94,43; Bearbeiter: Luxner

junc|hêrrelîn, -hërrelîn stN. Dimin. zu junchêrre . ‘Edelknabe, Knappe’ das ir herre solte sin / das edel juncherrelin / Willehelm der guͦte RvEWh 3234; zu den nam er sehs juncherrelin, / edeliu kint von hoher art WhvÖst 224; juncherrelîn, / durch rehte minne beite ein lützel mîn KLD:WvM 2:1,7; Parz 430,26 u. ö.; Wh 174,9

MWB 3,1 95,19; Bearbeiter: Luxner

junc|hêrrinne stF. hier -in. ‘Ehefrau eines (jungen) niederen Adligen’ item du jungherrin und R.K. git von 1 schup. vroschwiles IIII sol. DRW 6,608 (Geschfrd. der 5 Orte; a. 1331)

MWB 3,1 95,26; Bearbeiter: Luxner

junc|knëht stM. ‘Bäckergeselle’ ob ein jungknecht ein meister werden wiel, den solten die meister versuchen, ob er sein handtwerch konne vollkömlichen oder nicht DRW 6,609 (StArchBresl.; a. 1326 kopial)

MWB 3,1 95,30; Bearbeiter: Luxner

junclich Adj. ‘jung, jugendlich’ swâ man die engele mâlet, daz man sie eht anders niht enmâlet wan als ein kint von fünf jâren, als junclich PrBerth 1:389,16; swer in [ den brunnen ] trinket drî stunt, / der ist alwegen gesunt, / [...] / und ist immer junclîch, / starc und ouch tugentlîch Wigam (B) 1620; wil dû dîn antluze aver junchlich machen unde schône, sô nim eine henne [...] Barth 134,16; HvNstAp 13244; Lanc 19,27; daz ez [Nieswurz] den leip verändert auz seiner schickung in ain pezzer gestalt und in ain junkleich schickung BdN 399,30; in mîner âbentzît [Lebensabend] ich bin / unt trage doch jungen liuten gar junclîchen morgen schîn RvZw 180,2. – von Haar: swaz junclich was unde val / daz brach sîn êlich wîp dan Bîspel (Pf) 37,34. – die Zeit der Jugend: mit hoffart wart er wol beladen / in sinen iuncklichen tagen / stalt er nach weltlicher er RitteruT 12; Tit 125,2. – von jugendlichem Verhalten: ouch weiz mîn trehten daz, / daz si vil wunderen schône was, / wande izne wêre von junchlicher ubermût / niwan von ir tugeden vil gût JJud 1155; Bîspel (Pf) 37,27

MWB 3,1 95,35; Bearbeiter: Luxner

juncman stM. z. T. unklar, ob Syntagma. ‘junger Mann, Jüngling’ Vestian, / der was ein edele juncman SAlex 327; da er di magt da verlie, / ain ander jungkman gegen im gie HvNstAp 15743; junc man, wie hâstu sô getân, / daz du dîne herren hâst verlân? StrKarl 5373; Renner 11615; KarlGalie 9904 u. ö.

MWB 3,1 95,58; Bearbeiter: Luxner

juncmeister stM. wohl eine Art (Hilfs-)Lehrer (evtl. Übers. von lat. magister puerorum; vgl. Maurer/  Rupp 1,478): gruszent mir ewern jungmaister, meinen lieben schuler und früind HvNördlBrf 4,83. – hier unklar, ob nicht eher junger/  jüngster Meister einer Zunft (vgl. DWB 4,2,2398): von ivncmaister ain halp pfvnt UrbBayÄ 1287,b

MWB 3,1 96,1; Bearbeiter: Luxner

junctûre stF. von lat. iunctura. ‘Verbindung, Verknüpfung’ (hier bezogen auf die Nähte an einem wâpenkleit): doch was ein underscheide / zwischen den weggen [keilförmige Stoffstücke] und der nât. / ûz golde ein bendel wol gedrât / was der junctûre decke, / der underschiet die wecke / mit sînem glanzen schîne KvWTroj 3821

MWB 3,1 96,8; Bearbeiter: Luxner

juncvrischinc stM. ‘Jungtier’ (als Abgabe): item de agnis altfrischinge LI, ivnchfrischinge XXVII UrbNAlteich 305; quecumque huba servit cum avena. illa solvit VI modios avene; altfrisching quilibet valet XII denarios ad vronchost; junchfrischinch autem valet VI denarios ad vronchost ebd. 292 u. ö.

MWB 3,1 96,15; Bearbeiter: Luxner

juncvrouwe swF. auch junffer (UrkFriedb 108); selten st. (EnikWchr 9754 ; Ottok 63716 ; WolfdD (J) 6:36,4 ; Seuse 406,10). 1 von Personen, i. d. R. junge, adelige und unverheiratete Frau
1.1 die (hohe) gesellschaftliche Stellung betreffend
1.1.1 ‘junge Herrin, Dame’
1.1.2 ‘Edelfräulein, Hofdame; Dienerin, Magd’
1.2 das junge Alter betreffend ‘junge Frau, Mädchen’
1.3 die sexuelle Unberührtheit betreffend (auch vom Mann) ‘Jungfrau’ (vgl. auch 1.4 )
1.4 für einen reinen, unberührten Menschen bzw. dessen Seele (v. a. in der Mystik; vgl. Hernández, Eigentum, S. 73-76; Egerding, Metaphorik 2,180-183)
2 das Tierkreiszeichen ‘Jungfrau’
3 in Eigennamen
4 unklar, ob Pranger (vgl. Anm.z.St.), Schandmantel oder Folterinstrument (vgl. DRW 6,602) in der Wendung in die ~ spannen
   1 von Personen, i. d. R. junge, adelige und unverheiratete Frau    1.1 die (hohe) gesellschaftliche Stellung betreffend    1.1.1 ‘junge Herrin, Dame’ ein juncvrouwe, heizt Lûnete Iw 5885; nu sage der ivnurouwin din / min dienist ob sie is gerochit Roth 2010; dô daz getwerc den rîter sach, / ze sîner juncvrouwen ez dô sprach Wig 1889; Parz 810,12; Tr 10440. – auch als Verheiratete: wir juncherre Johannes genant von Mezzen vnde vnsir eliche vrowe iuncfrou Agnes von Hohenuels UrkHess (B) 2,662 (a. 1306). – als Schwangere: nû vuorte dirre wîse man / sîne juncvrouwen [die mit Gregorius schwangere Mutter] dan / in sîn hûs Greg 658. – als Anrede: nein süeziu juncvrouwe, nein! Tr 10154; juncvrouwe, nu sagt mir mê Wig 3842    1.1.2 ‘Edelfräulein, Hofdame; Dienerin, Magd’ mîner muoter juncfrouwen / ir vingerlîn an snüeren tragnt Parz 123,28; Elena [...] / vnde ir ivncfrouwen Herb 2603; nu begunder umbe schouwen / und sach vil juncvrouwen, / die ir gesindes wâren Iw 5200; Angnes der froͧwen junchfroͧwe von Wise UrkBasel 3:77,37 (a. 1293); UrkCorp (WMU) 59,38; MarcoPolo 30,15; Wh 278,24. – übertr.: die gedenke sint vndertenig der vernunft als ein ivngfroͮwe ir froͮwen RvBib 55,11    1.2 das junge Alter betreffend ‘junge Frau, Mädchen’ welche iuncvrowe loufet uz ires vaters brote mit einem manne hinwec, oder welche iuncvrowe sich verlobit wider ires vater wille StRFreiberg 57,6; als juncvrouwen unde kint / gelustic unde gelengic sint Tr 10067; ez wære wîp oder man, / juncvrouwe oder ander maget Wh 231,9; diu prüstel [...] schüllent an den juncfrawen klain sein und tapfer BdN 25,5; SchwSp 149a; EvBerl 106,17. vf zwein phileren / mochte man schowen / zwo iuncfrowen / geworht von steine Herb 9277. welheu junkfraw daz wazzer trinkt, ist si noch magt [sexuell unberührt] sô geschicht ir nihts, ist si aber niht maget, sô beprunzt si sich zehant BdN 447,27    1.3 die sexuelle Unberührtheit betreffend (auch vom Mann) ‘Jungfrau’ (vgl. auch 1.4): sô væht man ez [das Einhorn] mit ainer käuschen juncfrawen BdN 161,24 u. ö.; war umme hete he [Christus] in [Johannes] leber dan einen anderen? [...] umme sîne jungfrowelîchen reinekeit, wan he ein juncvrowe was; wan der maitum treit di krône uber alle tugende HvFritzlHl 37,37 u. ö.; sît ich [Partonopier] iuch niht enrüere / unde als ein juncfrouwe lige KvWPart 1487; Eckh 1:24,5 Herb 2520. pei dem tier [ dër merjuncvrouwen ] verstên ich die valschen juncfrawen, die mit gepänd als juncfrawen gênt und sich juncfrawen haizent und sprechent, si haben gar gevast, und ezzent doch flaisch haimleich an dem freitag: dâ sint si gar girig nâch BdN 241,12. – für die Jungfrau Maria: dô sante Marîe, / diu edele unt din frîe, / diu maget [La.: juncvrouwe ] unberuoret, / ze dem templo wart gefuoret Wernh 1345; vnde ere der hochgelobetin junckfrawe sancte Marie, der gebererin gotis UrkCorp (WMU) 222A,32; Tauler 11,9. – für Klosterfrauen: ein latinischer brief, wie die junffern zum Trone [ein Kloster] die gemeyn von Friedberg im ban gehabt UrkFriedb 108 (a. 1328); daz si [...] sullen geben [...] deme conuente zv Lippoldesberge den heiligen jvngfrowen [...] dit korngelt UrkCorp (WMU) N651,10    1.4 für einen reinen, unberührten Menschen bzw. dessen Seele (v. a. in der Mystik; vgl. Hernández, Eigentum, S. 73-76; Egerding, Metaphorik 2,180-183): juncvrouwe ist alsô vil gesprochen als ein mensche, der von allen vremden bilden ledic ist, alsô ledic, als er was, dô er niht enwas Eckh 1:24,8 dise vruht und dise geburt [Obj.] machet disiu juncvrouwe [Subj.] , diu ein wîp ist, geborn [der Mensch bzw. seine Seele ist nicht nur reine, unberührte juncvrouwe, sondern auch wîp in dem Sinne, dass er bzw. sie das von Gott Empfangene ‘zum Ertrag’, also zur vruht, bringt] ebd. 1:30,6 u. ö.; o minnendú sele, [...] du bist ein menlich man an dinem strite, du bist ein wolgezieret juncfroͮwe in dem palast vor dinem herren Mechth 2: 19,7 u. ö.; alsus sol dise juncfroͮwe in abgescheidenheit sin, alle ir sitten, ir sinne, ir gelas, alles inwert, so bringet sú vil frúhte und grosse fruht, gotte selber, gottes sun, gottes wort Tauler 11,18; Will 4,1. – für die Töchter von Jerusalem bzw. Zion (übertr. für die christl. Gemeinde bzw. die Kirche; vgl. Is 1,8): ích besuéren íuuích iúnkfróuuon ze Hierusalem Will 134,1; gêt ûz ír iúncfróuvon. ír da búiuuet in Syon ebd. 53,1. 85,1; kumt, juncvroun van Syon, / kumet, der genoz ich bon! MarlbRh 34,16    2 das Tierkreiszeichen ‘Jungfrau’ daz sehste zaichen haizzt deu juncfraue, daruͤmb, daz deu sunne ist danne unperhaft KvMSph 23,22 u. ö.    3 in Eigennamen: – als Flurbez.: vnsern weingarten ze Minnepach, der div Juncvrawe haizet UrkCorp (WMU) N441,27. – in einem Hofnamen (als Teil eines Personennamens): Dudo zer juncfrowen hove UrkCorp (WMU) 1729,43    4 unklar, ob Pranger (vgl. Anm.z.St.), Schandmantel oder Folterinstrument (vgl. DRW 6,602) in der Wendung in die ~ spannen: sal man in dy juncvrow spannen DRW 6,602 (ZWestpreuß.; um 1300)

MWB 3,1 96,22; Bearbeiter: Luxner

juncvröuwelich Adj. ‘keusch, unberührt, jungfräulich’ in juncfrouwelicher mugent [Kraft, Vermögen] / nach godes suze follebraht / wus innerlich ir andacht / unde ir geistlichen side Elis 1100; die nidersten krefte der sêle, als verre sie hânt berüeret zît oder stat, als vil hânt sie verlorn ir juncvröuwelîche reinicheit Eckh 1:275,9; das ir [...] der junckfroulicher himelscher orgelkunigin [d. i. Mechthild v. Magdeburg, vgl. Anm.z.St.] , [...] auch VII Paternoster und Ave Maria mit VII venien sprechint HvNördlBrf 43,128; Seuse 29,11. si [die Seele] ist ein us glenzender rubin in eime jungvroͤwlichen vúrspan Seuse 252,25. – ‘zu einer juncvrouwe gehörend’ zwei jungfroͤwliche oͮgen súllen sich nit vil umb luͦgen Seuse 481,6. ~ huote phlëgen ‘die Jungfräulichkeit bewahren’ wande he [Johannes] hi uf erden / juncfrouwelicher hude plac Elis 829. – mit Bezug zur Nonnenweihe (im Zusammenhang mit der Braut-Christi-Vorstellung; vgl. Egerding, Metaphorik 2,184): disen [...] jungfrowelichen uszog der usserwelten gottes gemaheln von der valschen welt in ein himelsches leben Seuse 410,12. 361,1

MWB 3,1 97,63; Bearbeiter: Luxner

juncvröuwelicheit stF. ‘Jungfräulichkeit, Unberührtheit’ hier übertr. i.S.v. ‘Empfänglichkeit (der Seele für Gott)’ (vgl. Egerding, Metaphorik 2,181f.): dâ enist im [dem Menschen] sîn juncvröuwelicheit ze nihte nütze, wan er niht ein wîp enist zuo der juncvröuwelicheit mit ganzer vruhtbærkeit. dar an lît der schade [der Mensch bzw. seine Seele soll nicht nur reine, empfängliche juncvrouwe sein, sondern auch das von Gott Empfangene als ein vruhtbæreʒ wîp ‘zum Ertrag bringen’ (vgl. folgenden Beleg)] Eckh 1:28,3; vil guoter gâben werdent enpfangen in der juncvröuwelicheit und enwerdent niht wider îngeborn in der wîplîchen vruhtbærkeit mit dankbærem lobe in got ebd. 1:27,10. 1:28,2

MWB 3,1 98,21; Bearbeiter: Luxner

juncvröuwelîn stN. Dimin. zu juncvrouwe . 1 von Personen, i. d. R. junge, adelige und unverheiratete Frau bzw. Mädchen
1.1 das junge Alter betreffend ‘junge Dame, Frau, Mädchen’
1.2 ‘Edelfräulein, Hofdame, Zofe; Dienerin, Magd’
2 das Tierkreiszeichen ‘Jungfrau’
   1 von Personen, i. d. R. junge, adelige und unverheiratete Frau bzw. Mädchen    1.1 das junge Alter betreffend ‘junge Dame, Frau, Mädchen’ nu was das junvroͮwelin / nih wan siben jar alt RvEWh 3770; von dir wirt diu hûsfrouwe dîn [Anna] / enpfâhende ein juncfröuwelîn [Maria] WvRh 654; dô sprach ein hobisch juncfrauwelîn Eilh (L) 2343; ein edel juncvrowelîn, / daz niht schœner mohte gesîn Mai 5,25; Tr 13578; Kreuzf 330. do stunden elf kurcze juncfrouwelin [Zwerginnen] , / dy waren schone und wol getan LaurinA (L) 922. er [ein Stern] gab sunder liechten schin, / und stuͦnd als ain junkfroͤwelin / die ain kint an ir arme truͦg WernhMl 2956    1.2 ‘Edelfräulein, Hofdame, Zofe; Dienerin, Magd’ zwei guldîniu kerzstal / truogen diu juncvröwelîn UvZLanz 889; nun was dâ nieman inne / âne die küniginne / wan cleiniu [junge] juncvrouwelîn Tr 11669; vor der slâfenden herzogîn / wâren vil juncfrouwelîn / in der kemenâten UvEtzWh 2460; Wh 296,16; Parz 815,25    2 das Tierkreiszeichen ‘Jungfrau’ die ordnung und die zal der himelzaichen die sint also: wider, ohs, zwinlein, krebs, leo, juncfreulein, wag, schorp, schuͤtzlein, stainpok, krug, vischlein KvMSph 23,3

MWB 3,1 98,36; Bearbeiter: Luxner

juncvrouwenantlitze stN. Gesicht eines Mädchens bzw. einer jungen Frau: Beda spricht, daz diu selb slang [aus dem Paradies] ain junkfrawenantlütz hab gehabt [vgl. LThK 9,154 ] BdN 270,26

MWB 3,1 98,61; Bearbeiter: Luxner

juncvrouwenhöubetlîn stN. hier juncvrou-. (kleiner) Kopf einer jungen Dame oder eines jungen Mädchens (hier als Schmuck an einer Fibel): ein vürspan truoc sie oben, / dâ von was zuo loben, / daz was golt von Arâbîn. / zwei juncvrouhöubtelîn / wâren beidenthalben dar an erhaben, / zwischen den war ergraben / mit loube ein rebelîn [vgl. Anm.z.St.] Wigam (B) 4510

MWB 3,1 99,1; Bearbeiter: Luxner

junczëhende swstM. auch jungi-. Zehnt von Jungtieren (als Abgabe): daz ich einen dritteil der zehenden [...] kornzehenden, hoͤzehenden und jungzehenden, mit allen dingen so dar zuͦ hoͤrent, han UrkBern 5,269 (a. 1322); in [...] decimis minutis seu nascentium, dictis vulgariter jungizenhenden ebd. 6,417 (a. 1338)

MWB 3,1 99,9; Bearbeiter: Luxner

jungalte swM. als Bez. für Christus, der als Mensch jung und als Gott alt ist (vgl. Bez. als primus et novissimus Apc 1,17 und 2,8): da der jungalte zwischen saz / gegerwet [gekleidet] , als er sich vermaz / in wizem kleide sunder haz Frl 1:7,5

MWB 3,1 99,16; Bearbeiter: Luxner

junge swM. subst. Mask. Sg. von → junc . ‘Junge, Jüngling, junger Mann’ do uant si den iungen / sten bi eineme brunnen VMos 21,6; der junge, der den arn truoc, / der vaht âne liste UvZLanz 2036; die vierzehen jungen, / des küneges süne von Nûbîant, / ir neve Sînagûn dô vant / vil nâch umbe gekêret Wh 432,4; NibB 42,3; Daniel 7777. – als Bestandteil von Personennamen: I <1/2> acker zvͦ Bebelins mate; I zweiteil nebent deme Jv́ngen UrkCorp (WMU) N90,11; Tilman zvm Jungen ebd. 1729,38

MWB 3,1 99,21; Bearbeiter: Luxner

junge swN. ‘(Tier-)Junges, Jungtier’ dâr [ Enêas ] diu sú [Sau] mit trîzig iungin vant Anno 23,14; in [den Pelikan] twinget sîner triwe gelust / daz er bîzet durch sîn selbes brust, / unt lætz bluot den jungen in den munt Parz 482,17; ain türteltaub mit zwain jungen pringt genâd BdN 472,2; Tauler 426,38; JPhys 23,7 u. ö.

MWB 3,1 99,31; Bearbeiter: Luxner

jungede stN. meist -id(e) (zu den Suffixvarianten -ide und -îde (zu späterem -eit) vgl. Etymol.Wb.  d.Ahd. 5,13f.). 1 ‘(Tier-)Junges, Jungtier’
2 ‘Jugend’ (als menschl. Alter)
   1 ‘(Tier-)Junges, Jungtier’ do wart / [...] / von Jacobe dem guͦtin / das vihe virlistet gar also / das ez ze sinin ziten do / ze gelúcke dem reinin man / dechein jungede gewan / wand das vech und blecket was RvEWchr 6395. 6385; da vindet ir ain eselinne gebvnden vnde ir ivngide Spec 46,30; so er [der Vogel] sin jungide gebirt / unde daz boslich wirt Hochz 821; swer den satz veber vert vnd an satz auftuot als manig iungeit er schenchet, der get dem rihter LXXII pfenning UrbBayJ 470; daz unser herre auf diu eslinn und auf ir jungid saz PrOberalt 76,34; GenM 64,12. – im Gleichnis: wir sulen [wie das Reh] unseriu iungide ziehen unde sougen TrudHL 112,24    2 ‘Jugend’ (als menschl. Alter): adolescentia ist ein alter des mennisken. inzuisken dere chindiske. unde dere stercheren iungede. daz ist so dem chnappen der bart aller erist beginnit springen. unde dere magede die bruste wohsen beginnent PsWindb 118,9(Randgl.)

MWB 3,1 99,38; Bearbeiter: Luxner