l – lâchen lâchen – laden laden – Lahrein lahs – lampartisch lampe – lanclëbic lanclîbe – lancwat lancwiric – lant|âht|acker lantâhte – lantgemeine lantgenôʒ – lantleite lantliut – lantreister lantrihtære – lantsidel lantsidel – lanttwingære lanturliuge – lantwîn lantwîp – larrûn larventier – lasterkleit lasterkôsen – lasterwunde lastkarre – Latrisëte latrôn – læʒic (?) læʒlich – lëbendic lëbendigen – lebezelte lëbezuht – 3lecken lëcken – lëder|gerwe lëderhosære – lëdic|sagunge lëdic|vrî – lëgerhort lëgerhuobe – lêhengëlt lêhenguot – lêhensrëhten lêhensteidinc – leidebërnde 1leiden – leienphrüende leienrëht – leissup leist – leiterboum leiteren – leitstap leitstërne – lemmelîn lemnisse – lenderieren lenderl – lenke lenken – lêrchenmunt lêre – lërnkint lërnknabe – lësemeister lësen – lettener letter – levîte lëwe – lëwinne leyô – lîch lîch – lîchphenninc lîchreste – 1liden 2liden – lîdunge lie – liegære liegærinne – liehticheit liehtkerze – liehtvaʒ liehtvlüʒʒic – liepsuochende liep|swinderinne – lîhenisse lîhkouf – lîhtsüeʒe lîhtunge – 2lîm (?) limbel – lindelîche 1linden – lînhose linie – lînsoc linster – lîpgedinge lîpgedingede – lippenlappen lippe|swër – listen lîsten – 2lit lit- – litze litze – liut- liutærinne – liutsælde liutsælic – löbelach lobelich – loc loch – lodewërc lœdingære – lônærinne lônbære – lônen
|
lenzestiure
stF.
hier langiz-.
eine im Frühjahr zu entrichtende Abgabe:
2 lehen datz [
dâ ze
] Zaboge gebent
[...] langizstiure und chuchinstiure als man gedingen
mach UrbSonnenb
4
MWB 3,3 1067,52; Bearbeiterin: Wemhöner
leo
M.
→
lëwe
MWB 3,3 1067,56;
leocaffe
swM.
ein sagenhaftes Tier, dessen Asche Löwen tötet:
von dem leocaffen [Überschrift] .
leocophana ist ain klain tier, [...]. wenne man daz gevæht,
sô prent man ez zuo pulver [...]. ist danne, daz die lewen
des pulvers iht rüerent, sô sterbent si BdN
148,31;
ein tier ist wunderlîcher art, genennet leozephenâ KLD:
Kzl
16: 3,2
MWB 3,3 1067,57; Bearbeiterin: Wemhöner
leolîn
stN.
→
lëwelîn
MWB 3,3 1067,64;
leozephenâ
Subst.
→
leocaffe
MWB 3,3 1068,1;
leppelîn
stN.
hier laepplin.
Dimin. zu
1lappe
swFM., ‘kleiner Lappen,
Läppchen’
er sol auch geben einen huot mit lauter vehm [hellem
Pelzbesatz] , mit laepplin oder swi in der hertzog tragen wil
UrbBayJ
527
MWB 3,3 1068,2; Bearbeiterin: Wemhöner
leppenhunt (?)
stM.
eine Art Jagdhund (zur Hasenjagd? vgl. Anm.z.St.):
vur eynen [gestohlenen oder totgeschlagenen] leppen
hunt sol man gelten eynen also gutten und sechs schilling dortzu
KlKsr
4,25
MWB 3,3 1068,7; Bearbeiterin: Wemhöner
lêr
stN.
‘Richtmaß, Modell’ (s.a.
lêre
4):
ouch daz rote Cristes blut / gestrout in dem wege vrut /
[...] / daz si sich icht verirren / di in dem wege
wandern / [...]. / der sich verirret sere / dan von dem
weges lere, / [...] / der muz under hunen
[Riesen] won TvKulm
5298
MWB 3,3 1068,12; Bearbeiterin: Wemhöner
lêr-
→
lêre
-
MWB 3,3 1068,18;
lêrære
stM.
jmd., der anderen Wissen vermittelt, ‘Lehrer, Gelehrter; Autorität, Garant für
als gesichert geltendes Wissen’ (vgl.
meister
)
1 überwiegend in religiösem Kontext zur Bezeichnung für jmdn., der andere im Glauben
und in der richtigen Lebensführung unterrichtet 1.1 christlich-jüdisch, häufig zur Bezeichnung von Heiligen, Aposteln, Kirchenlehrern, aber auch allg. von Predigern 1.2 heidnisch 2 weltlich, ‘Lehrer’
1
überwiegend in religiösem Kontext zur Bezeichnung für jmdn., der andere im Glauben
und in der richtigen Lebensführung unterrichtet
1.1
christlich-jüdisch, häufig zur Bezeichnung von Heiligen, Aposteln,
Kirchenlehrern, aber auch allg. von Predigern:
sinen luͤten den gab er [Gott]
lerær ze allen ziten, von angeng ze aller erst die hiligen patriarche, dar nach
gab er in die si die hiligen e lerten, da nach gab er in die wissagen, da nach
die zwelfboten und noch hiutentag so ladent die hiligen lerær meins træchtins
luͤte zuͦ dem himelrich PrOberalt
70,40;
die hiligen poten und ander hilige lerær
[übers. lat. apostoli sive successores
eorum
]
ebd.
103,22.
121,36
u.ö.;
uber daz liset man in dem ewangelio von unserem hêrren
Jhêsu Christo [...], daz er die lêrere hôrte
[
audivisse doctores vgl. Lc
2,46] unde vrâgete StatDtOrd
96,17;
also sol dise welt uberwunden werden mit gotis worten,
die die lerer [
praedicatores
] sprechint
Lucid
85,13;
tapfere lerer unde bichter Tauler
132,17;
Dyonisius der lêrer WvRh
135;
der lieb sant Thomas [von
Aquin] , der lerer Seuse
180,17;
manec ander lêraere [
doctores V. 29]
/ hant von der mägde werdecheit / vil geschriben WvRh
144;
PsM
H 76,4.
H 95,7.
– zur Bezeichnung und Anrede von Gott, Christus und hl. Geist:
gote nâchgân und im volgen, daz ist êwicheit. die
gebe uns der lêrære der wârheit und der minnære der kiuscheit
Eckh
5: 274,6;
der vil reine Krist, / der got ie was und iemer ist,
/ ir [der Christen] lebennes lêrære
RvEBarl
10879;
swâ der heilige geist lêrer ist, / dâ lernet man vil in kurzer frist
Renner
13557;
Lucid
87,13.
2,11;
minsame Jhesu, getruͥe leidere / aller warheit geware
lerere MarlbRh
133,14.
2,4
u.ö.
– in Wendungen zur Bekräftigung des Dargestellten:
sam die lêrer sagent BdN
60,32.
349,5;
als Augustînus und ander lêrer schreibent ebd.
204,4;
als uns die hôhen lêrer künden / beidiu hier und anderswâ
Renner
13984.
22078
u.ö.
1.2
heidnisch:
daz sprichet ein heidenischer lêrære: ‘der mensche ist ein tier, daz von
natûre sanftmüetic ist’ Eckh
3:296,9;
und sprach zu im
[Hippokrates] sein junger: ‘löblicher
lerär [
doctor
] ,
[...].’ HvHürnh
27,17.
21,3;
sie [die Ägypter] wâren gotes
künste vrî. / ir lêrer, ir philosophî / wolten hôher künste phlegen
RvEBarl
10586
2
weltlich, ‘Lehrer’
meister Andres, der kinden lerer von Senhein UrkCorp (WMU)
2729,39;
Heinrich der lerær ebd.
1911,9;
den vil sussen / Appolonium, meinen lerer
HvNstAp
2142
(im Harfenspiel, vgl. ebd. 1912ff.);
von grôzen sinnen, die er
[Josaphat] truoc, / lêrt in sîner witze hort /
vürbringen sinnerîchiu wort, / mit den sîn wîslîchiu kraft / sîner lêrer
meisterschaft / von ir sinnen jagete RvEBarl
960.
– Lit.: M. Boeters, Lehrer. Eine wortgeschichtliche Untersuchung,
Diss. Hamburg 1962
MWB 3,3 1068,19; Bearbeiterin: Wemhöner
lêrærinne
stF.
‘Lehrerin’
catagitta, doctrix: lerarin SummHeinr
2:9,187.
– bildl.:
aller sprâche lêrerîn / ist kriechisch Renner
22327.
– Lit.: M. Boeters, Lehrerin - Ursprung und Frühgeschichte eines
unbeachteten Wortes, in: PBB (H) 79 (1957), S. 380-390
MWB 3,3 1069,14; Bearbeiterin: Wemhöner
lërc, lirc
Adj.
‘auf der linken Seite befindlich, linke(r/ s)’ (s.a.
lërz
,
linc
,
lürc
,
lürz
)
1 bezogen auf Körperteile, insbes. die Hand 2 in Anlehnung an Mt 25,31ff. (zur Linken Gottes stehen die
Verdammten) 2.1 in der Wendung zuo der lërken (hant)
‘zur linken Hand/ Seite, zur Linken’
2.2 mit den lërken sind die Verdammten bezeichnet
1
bezogen auf Körperteile, insbes. die Hand:
div zeswe vnd div lirke / hende sint mir erfrorn Martina
73,26;
mit der lirken fiuste UvZLanz (K)
1928;
dauon treit men den hantfan [liturgisches
Gewandstück, ‘Manipel’
] an dem lirken arme, daz wir fúrthen
[l. fürhten
] vnseres herren rache
Lucid
88,1.
– subst.:
der meister sprach: die zesuwe betútet den ewigin lip, die
lirke daz gegenwurtige lebin Lucid
87,22;
zuo der barmung werken / an zeswen und an
lerken [nach allen Seiten] / was er gereht und behende
Ottok
20965;
Frl
5:34,11
2
in Anlehnung an Mt 25,31ff. (zur Linken Gottes stehen die
Verdammten)
2.1
in der Wendung zuo der lërken (hant)
‘zur linken Hand/ Seite, zur Linken’
da [beim Jüngsten Gericht]
sezzet men die rehten zuͦ der zesewen alse die scaf vnde die v́belen zuͦ der
lirken hant alse die cikin Lucid
138,20.
138,22.
– subst.:
dyse beyde, / [...] / der
eine zu der zesewen din, / der ander zu der lirken, sin / sitzende in dime
riche EvStPaul
506.
2075
u.ö.;
Lucid
138,24
2.2
mit den lërken sind die Verdammten
bezeichnet:
Messias uns bereite / [...] / daz wir in richtes
stunden / nicht komen zu den lerken Frl
12:3,16
MWB 3,3 1069,20; Bearbeiterin: Wemhöner
lerchboum
stM.
‘Lärche’ (weitere mhd. Belege vgl. AWB 5,840; s.a.
larche
):
terebintum: lerchboͮm, lerchboum Gl
3:42,34
MWB 3,3 1069,45; Bearbeiterin: Wemhöner
lêrche, lërche
swF.
auch lewercke (
KarlGalie
7296
); lêriche (
HundesNot
3
); lereche (
Rumelant (K)
4:18,5
); lerke (
SM:UvB
1: 1,8
).
eine Vogelart, ‘Lerche’
alauda haizt ain lerch und ist als vil gesprochen als ain
lobvogel BdN
171,13;
diu lerch meldet den tag des morgens fruo, sô der morgenrôt
næhent ebd.
171,18;
ich gie eines morgens fruo / an daz velt [...]. / daz
was zen stunden, / dô sich ûf wunden / die lerchen mit gesange Helbl
8,15;
si furtin Iaromirum vf den berg / czu einer linden, do da sang ein lerche
Dalimil (B)
36,28;
Parz
378,7;
ain lerch, dú hât die nature: swenne si singen wil, so flúget si uf engegen
der sunnen, und so si der sunnen ie naͤher ist, so ir stimme ie suͤsser ist. also
geschiht der rainnen sele PrGeorg
326,35.
– häufig bes. im Minnesang als Künderin des Frühlings sowie
allg. als Bestandteil des locus amoenus:
schône singet lerche uber heide. / ich lobe dich, meie, dîner
kraft SM:Go
1: 1,6;
touwic gras, gel brûne bluomen schœne / diu vil liebe kunft des meien bringet,
/ sô diu lerche lüftet ir gedœne KLD: KvK
1:1,3;
SM:KvL
19: 1,11;
KvWLd
7,12;
KLD: UvW
Leich 4,8;
da stunden edle pewmelein: / muscat und nagelein, /
cardamomum und muscat pluet / trugen da di pewmel gut. / di lerche und di nachtegail
/ hetten da vil sussen schal HvNstAp
12937;
KvWTroj
10032;
SHort
185.
– als Bestandteil eines Ortsnamens:
daz gvͦt, daz er von v́ns hatte vffen lerchvn velde vnder Hahberch
UrkCorp (WMU)
443,13.
254,11.
– phras., bezogen auf Stärke und Schwäche (vgl. Friedrich, PhrasWB, S.
268):
schande wenket von ir sêre, / sam vor valken lerche tuot
KLD: BvH
2: 1,4;
daz in ein wîp betwingen mac, der wol zu strîte eines landes kemphe wære! / ir
lerche sî ein valke hô! hœret wunder, daz sint vremde mære! Fegfeuer
1:14,8
MWB 3,3 1069,48; Bearbeiterin: Wemhöner
lêrchenmunt
stM.
‘Lerchenmund’, hier als Kosewort:
min nachtigaln snebelin, / min lerchen munt, min ziselin, /
leg mir driakkers [des Theriaks, eines Heilmittels] trost
zu stund / in miner wunden sichen munt! Minneb
1494
MWB 3,3 1070,21; Bearbeiterin: Wemhöner
lêre
stF.
1
‘Lehre, Unterweisung’
1.1 auf die Tätigkeit der Unterweisung bezogen ‘Erziehung, Belehrung, Rat’
(insb. in relig. Kontext nicht immer von 1.2 zu trennen) 1.2 von den vermittelten Inhalten (teils offen zu 1.1 ) 1.2.1 bezogen auf ein gesamtes Lehrsystem als Summe einzelner Lehren/ Regeln, häufig mit Gen. oder attr. Adj. 1.2.2 bezogen auf einzelnes/ einzelne Lehr- und Glaubenssätze ‘Lehre,
Wahrheit’ , insb. in Sachtexten auch ‘Regel, Lehrsatz’
1.3
‘Empfehlung, Ermahnung, Rat’ (häufig in Verbindung mit dem Verb
volgen ) 1.4 im Sprichwort (vgl. differenziert mit zahlreichen mhd. Belegen TPMA
7,324-334), z.B. 2 bezogen auf das Ergebnis der Unterweisung, als Eigenschaft von Personen
‘Gelehrsamkeit, Wissen, Können’
3
‘Vorbild, Beispiel’
4 von Dingen ‘Modell, Maß’ (s.a.
lêr
)
1
‘Lehre, Unterweisung’
1.1
auf die Tätigkeit der Unterweisung bezogen ‘Erziehung, Belehrung, Rat’
(insb. in relig. Kontext nicht immer von 1.2 zu
trennen):
bischofe, êwarten, levîten, / die zuo den selben zîten /
lêre und gerihtes phlâgen KvHeimUrst
471;
uz dem vischære der nie von menschen lere puchstab
gelerent, auz dem machet er einen edeln predigær PrOberalt
113,20;
sît gie diu junge künigîn / alle zît ze sîner lêre
Tr
7963.
1202;
daz er ir phlæge / mit lêre und mit huot
Ottok
15579;
der phaffen lêre und gebot / behielt er mit stætikeit
ebd.
19318;
die lêre
[
erudicione
] des heiligen geistes
StatDtOrd
96,13;
same tuont die bridigâre an ire lêre: / si geheizzent
deme liute daz si werden gotes trûte Gen
2817;
nun han ich dich die ee geleret
[...] und han zuversicht das si dir werdenn süll
[...] ain lere an allenn dinngen ze deiner richtung
aller der zeit deines lebens HvHürnh
5,11;
so gienc er [Jesus] alleine vf
den berk vns ze einer lere, das wir daz herce in die geistlichen hoͤhe rihten,
so wir betten wellen DvAStaff
35;
er meint dar inne [in dem
Buch] ein gemein lere geben, da beidú, er und ellú menschen,
mugen an vinden, ein ieklicher daz, daz in an gehoͤret Seuse
197,28
1.2
von den vermittelten Inhalten (teils offen zu 1.1)
1.2.1
bezogen auf ein gesamtes Lehrsystem als Summe einzelner Lehren/ Regeln,
häufig mit Gen. oder attr. Adj.:
diu lere des heiligen gelauben, die si
[Apostel] gelert habent Konr
19,91;
die
[
seligen
] sint von ir [der
Märtyrer] lere paidiu der pilde vnd auch der worte
geuestenot ebd.
20,17;
BdN
187,31.
214,28;
offenbarunge der geistlichen
lere [
spiritualis doctrinae
manifestationem
]
ThvASu
60,26;
alse man sprichet in dem buoche ‘von der cristenlicher
lere’ [
de ecclesiasticis dogmatibus
]
ebd.
46,24;
nach der lere der philosophen ebd.
186,18;
von div, mîne uil lieben, sculen wir merchen die
lere, die uns so grozze lerare gelert habent Spec
124,24.
124,22;
ir hoͤrtet die heiligen lere uz minem munde, ir sacht
diu zaichen die ich tet PrOberalt
99,30;
diu tief der goͤtlichen lere die diu menige niht mag
gevahen wan die durnæchtigen ebd.
69,13;
hie get vz die lere von der kocherie
BvgSp
96;
dise guot ler hat ein end TannhHofz
265.
– metonymisch für entsprechende Schriften:
diß hailsam
lere [
documentum
] , die ich
here in gewonhait gepraht dir aus zelegen HvHürnh
3,13;
daz ander buͤchli ist ein gemeinú lere, und sait
von betrahtung unsers herren marter Seuse
3,19.
–
irriu/ valschiu u.ä.
~
‘Irrlehre’
der glǒbige man nescol irre lere nieht suchen
JPhys
22,6;
daz [verunreinigte
Wasser] bezeichenet ze ware / di irreclichen lere / di
di ubelen livte lerent VMos
38,10;
sô valsche lêre er vor treit, / daz er grôzen
schaden machet KvHeimUrst
526
1.2.2
bezogen auf einzelnes/ einzelne Lehr- und Glaubenssätze ‘Lehre,
Wahrheit’, insb. in Sachtexten auch ‘Regel, Lehrsatz’
dis ist die epistole die man liset von der wuchen,
und schribet si der aller minneklicheste fúrste, min herre S. Paulus, und
ist vol edels sins und leren Tauler
259,13;
Eckh
5: 39,1;
daz sint die hailigen lêr der götleichen geschrift
BdN
211,23
(vgl. ebd. 104,2– 106,34);
darvmme leret
he [Hippokrates] in amforismis kortlych vyl
guder lere, der ich eyn teyl an dussenne wel vz leghen
OvBaierl
67,5;
ez ist ain lere in der kunst, die man geometriam oder
erdenmezzerinne haizzet, deu sprichet also: [...]
KvMSph
19,13.
19,20;
abir eyn andir lere. ab di pfirskin begunnen abe
vallin, so sal man des boumis wurczil spaldin mit eyner aks
Pelzb
124,32.
119,34.
141,1;
merkent dise lere! / swaz fliuget, fliuzzet oder
lebt, / in wage, uf erden, swa es swebt, / ez nert got, swaz sich an in lat
WhvÖst
19370.
– übergehend zu ‘Gebot, Gesetz’
gescriben waren dar ane zehen gebot / daz was div
alte lêre VMos
80,27;
zu diner
[Karls] herschephte / habent si gesendet ir
chint, / want si gerne gehorsam sint / aller gotlichen lere
Rol
2871;
ez ist ein gelübede und ein götlîchiu lêre, wie
dem menschen allez sîn lîden, alliu sîniu werk, allez sîn leben
wünniclich und vrœlich wirt, und ist ein lôn mê dan ein gebot
Eckh
5: 46,1;
sie iach, sie wolt ez williclîchen lîden, / daz sie mich sîn
vrâgete niht. braehe aber sie die lêre, / [...]
ich müest von ir Loheng
7087
1.3
‘Empfehlung, Ermahnung, Rat’ (häufig in Verbindung mit dem Verb
volgen):
lêre hilfe unde rât / biut im, swâ er sîn dürftec sî
LvRegSyon
1995;
ir râtes unde ir lêre / gevolgete sî mêre / dan aller ir
vrouwen Iw
1793.
4876;
nû râtet wie wir sicher wesen / vor gerihte umbe sînen
[Jesu] tôt. / dâ ist uns wîser lêre nôt
KvHeimUrst
128;
ein wiser man der hiez sin liebez kint also gebaren, / er
sprach: so du ze hove sist, so tuo nach miner lere Tannh
12,42;
NibB
2116,2;
GrRud
#g+d#g-b 6;
du retest mir min ere: / ia wil ich dinir lere / uil
gerne uolgen Rol
2170.
532;
manic wîser rât und guote lêre / wurden dô von in
gegeben Ottok
46530.
–
krankiu/ valschiu ~
‘schlechter, falscher Rat’
ob er drinne [im
Spiegel] erkennen müge, / daz sîn râtgeb im niht tüge, / sô
versmâhe er sîne cranken lêre KvWLd
18,40;
untriuwe mit ir valschen lêre SM:JvR
1: 17,13.
– übergehend zu ‘Anweisung, Befehl’
an alle die kunig er
[Sultan] gerte, /
[...] / daz si [...]
zuo im kæmen / und vor sînem tôde næmen / wîsunge und ouch lêre, / dâvon der
heidenschaft êre / wurd gebezzert Ottok
46673;
do gebot vnser herre got dem heiligen man Noe, das er
worhte ein arche [...]. do div arche geworht wart
[...] nach des gotes lere, do brast dar nach
der regen cze tal Konr
1,34
1.4
im Sprichwort (vgl. differenziert mit zahlreichen mhd. Belegen TPMA
7,324-334), z.B.
‘Lehre und Leben sollen übereinstimmen’
der wol tuot und wol lêret, / dem ist ouch ze volgenne
guot. / swer aber selbe niht entuot / daz er den andern lêret, / deste min
sich ieman chêret / an dehein sîn lêre, / want sîn lêre ist âne êre
KvHeimHinv
105;
swer tuot daz er leret / dez lere vnd rat ist geerit
Martina
17,109
2
bezogen auf das Ergebnis der Unterweisung, als Eigenschaft von Personen
‘Gelehrsamkeit, Wissen, Können’
Jôsêben und Nychodêmum, / zwêne hôhe werde man / – dâ vant man
volleclîchen an / zuht, rât und ganze lêre KvHeimUrst
641;
Neptolomus was so wol gelart, / daz nie dehin paffe wart /
von bezzerre lere Herb
3077;
er was [...] manicfaltic an der lere,
/ kvnstic an dem sinne, / redelich an dem gwinne ebd.
154.
821;
den roc, den der bischof an treit, der bezeichent die tiefen
lere [
ratio (vgl. Hamm, Lucid., S.
335)] , die der bischof haben sol vor andern lúten
Lucid
90,4.
–
‘höfisches Benehmen, Erziehung’
daz er [Tristan] sô höfsche
lêre / und alsô guote liste, / [...] / alsô verhelen
kunde Tr
3580
3
‘Vorbild, Beispiel’
wir hân des lêre unde bilde von den
apostelen [
exemplum traditur ab
apostolis
] , daz daz heilsam ist, daz man gerne rât sûchet
StatDtOrd
96,3;
wann die ferfarn getät [die Taten der
Vorfahren] gebent dir gewiß
lere [
documentum
] in den künftigen
HvHürnh
21,8;
obe alle meister tot werent und alle buͦch verbrant werent,
so vindent wir an sime [Jesu] heilige lebende iemer lere
genuͦg Tauler
81,20;
VMos
41,20.
– von Personen:
uz Sahsenlant herzoge Albreht, / der was der fürsten lere
Tannh
6,119;
er was [...] / der ritterschefte
ein lêre Tr
257;
Iw
4;
daz man einen sôgetânen meister wele,
[...] des leben sînen undertânen sî ein spigel unde
eine lêre [
imitabilem subiectis preferat vite
formam
]
StatDtOrd
92,20
4
von Dingen ‘Modell, Maß’ (s.a.
lêr
):
nu cham ein man von der stet / unt frumt ein spanbet. / sîn lêre er im her fur
zôch: / weder ze nider noch ze hôch, / ze wît noch ze enge KvFuss
2567
MWB 3,3 1070,26; Bearbeiterin: Wemhöner
lêredirne
stF.
‘Lehrmädchen’
swer webaermaister oder maisterinne ist, der sol haben, ob er
wil, einen lernchneht und ein lerdierne und niht mer StRMünch
275,6
MWB 3,3 1072,51; Bearbeiterin: Wemhöner
lêrejunger
stM.
‘Jünger’
er [Jesus] sprach: ‘dar an erkennent alle
[...], daz ir mîne lêrjunger sît
[
quia mei discipuli estis Io 13,35] ,
ob ir minne zuo einander habet, als ich iuch geminnet hân’ DvASchr
326,20
MWB 3,3 1072,55; Bearbeiterin: Wemhöner
lêrekint
stN.
‘Lehrling, Schüler’
wie man lerkint slahen
sol [Überschrift]
StRAugsb
7,27;
sleht ein man sin lere kint. mit rvͦten. oder mit der hant ane blvͦt rvͥnsen.
da tvͦt er wider nieman an SchwSp
88b;
iz ist gescriben in den prophêten: si werden alle gotis lêrekindere
[
docibiles
]
EvBeh
Io 6,45;
daz der mensche dez himelriches [
himelischen ?
(Anm.z.St. )] vater kint ist und unsers herren Ihesu Cristi ler
kint [...], der von im gelernt hat, sine viende minnen
PrBerth (K)
106;
EvBerl
100,26;
EvAug
226,23
MWB 3,3 1072,60; Bearbeiterin: Wemhöner
lêreknabe
swM.
1
‘Lehrling, Schüler’ (s.a.
lërnknabe
) 2 junger Mann, der an einem Hof dient (vgl.
knabe
2.4 )
1
‘Lehrling, Schüler’ (s.a.
lërnknabe
):
Salern, Padouwe, Orlêns, Pârîs / wurden nie von mir beschouwet, / daz einem
hôhen meister zouwet / baz denne einem armen lêre knaben; / wer wil daz vür ein
wunder haben? Renner
13953
2
junger Mann, der an einem Hof dient (vgl.
knabe
2.4):
der kvnic hiez singen gan / hern Brvnen, sinen kaplan, / vnd
ander sine lereknaben ReinFu
K,1487
MWB 3,3 1073,7; Bearbeiterin: Wemhöner
lêreknappe
swM.
junger Adeliger in der Funktion eines Knappen (vgl.
1knappe
2):
so ein frumer ritter ein lereknappen bi der hant also
geweffenten in den ring stritberlicher uͤbung des ersten in fuͤret, so weget er sin
hoͮbt und sprichet zuͦ im: neina, zier helt, nu tuͦ húte als ein frumer man und
gebar kechlich und strit frilich! Seuse
459,11
MWB 3,3 1073,16; Bearbeiterin: Wemhöner
lêreknëht
stM.
‘Handwerkslehrling, Lehrjunge’
eynen lerknecht, den eyn man eyn hantwerck lert, den mag her wol mit eynem
pesem [...] slahen und czuchtigen mesleych
SchöffIglau
94;
ein iegelich lonkneht an gerwerantwerg sol ahte pfenninge und ein lerkneht
sehse geben dem burggraven zuͦ sante Martins naht UrkStraßb
4,2:204,33
(Mitte d. 14. Jh.s).
4,2:214,22
(Mitte d. 14. Jh.s);
ez sol auch kain maister kainen lerkneht haben, er sei denn ains purgers sun
hie in der stat NüP
132;
ein isleicher maister sol niur einen lerchneht haben
StRMünch
223,26.
224,27
u.ö.
MWB 3,3 1073,23; Bearbeiterin: Wemhöner
lêremeister
stM.
‘Lehrer, Lehrmeister’ (vgl. DRW 8,1033f. mit weiteren späteren
Belegen):
Gumpert der lermeister UrkFrankfJud
396
(a. 1343);
Rechelin, lermeistern de Hanouwe ebd.
420
(a. 1347).
390
(a. 1343).
– bildl.:
minne ist ein sloz der sinne, dâ mite man guotiu werc besliezen sol. / sist
lêremeister reiner site, / si wont den kiuschen liuten unt der stæte gerne mite
RvZw
32,4
MWB 3,3 1073,35; Bearbeiterin: Wemhöner
lêremeisterinne
stF.
‘Lehrerin, Lehrmeisterin’
lermeisterin de Han. [d.i. Hanau]
UrkFrankfJud
420
(a. 1347);
si [Wäscherin] sprach: ‘frou, nû
sît frô, / ich hân mit mînem sinne / ein lêrmeisterinne [den als Frau
verkleideten Achilles] / funden nâch dem willen dîn, / diu niht
baz gelêrt möht sîn. [...] heiz sie versuochen / an den
kriechischen buochen, / der ist si gelêret wol. / aller künst ist si vol, / der ein
frou kunnen wil; / der kunst hât si ân mâzen vil.’ EnikWchr
14664.
15190
MWB 3,3 1073,43; Bearbeiterin: Wemhöner
lêremeisterschaft
stF.
‘Lehre’
swer minnen kan werdikait / der volg ir werder lermaisterschaft / er wirt an
tugenden berhaft MinneR 301
183
MWB 3,3 1073,53; Bearbeiterin: Wemhöner |