l – lâchen lâchen – laden laden – Lahrein lahs – lampartisch lampe – lanclëbic lanclîbe – lancwat lancwiric – lant|âht|acker lantâhte – lantgemeine lantgenôʒ – lantleite lantliut – lantreister lantrihtære – lantsidel lantsidel – lanttwingære lanturliuge – lantwîn lantwîp – larrûn larventier – lasterkleit lasterkôsen – lasterwunde lastkarre – Latrisëte latrôn – læʒic (?) læʒlich – lëbendic lëbendigen – lebezelte lëbezuht – 3lecken lëcken – lëder|gerwe lëderhosære – lëdic|sagunge lëdic|vrî – lëgerhort lëgerhuobe – lêhengëlt lêhenguot – lêhensrëhten lêhensteidinc – leidebërnde 1leiden – leienphrüende leienrëht – leissup leist – leiterboum leiteren – leitstap leitstërne – lemmelîn lemnisse – lenderieren lenderl – lenke lenken – lêrchenmunt lêre – lërnkint lërnknabe – lësemeister lësen – lettener letter – levîte lëwe – lëwinne leyô – lîch lîch – lîchphenninc lîchreste – 1liden 2liden – lîdunge lie – liegære liegærinne – liehticheit liehtkerze – liehtvaʒ liehtvlüʒʒic – liepsuochende liep|swinderinne – lîhenisse lîhkouf – lîhtsüeʒe lîhtunge – 2lîm (?) limbel – lindelîche 1linden – lînhose linie – lînsoc linster – lîpgedinge lîpgedingede – lippenlappen lippe|swër – listen lîsten – 2lit lit- – litze litze – liut- liutærinne – liutsælde liutsælic – löbelach lobelich – loc loch – lodewërc lœdingære – lônærinne lônbære – lônen
|
lancseim
Adj.
‘lange dauernd, langsam’
maniger hande siechtuom kümet von der frâzheit, oder der gæhe tôt oder der
lancseime tôt PrBerth
1:433,25
MWB 3,3 853,58; Bearbeiter: Tao
lancseime, -seine
Adv.
md. auch lancsême
HvFreibTr
1684;
Pass III
368,32.
1
‘mit geringer Geschwindigkeit, lange Zeit in Anspruch nehmend,
langsam’
2
‘nicht sofort, erst nach langer Zeit, spät’
1
‘mit geringer Geschwindigkeit, lange Zeit in Anspruch nehmend,
langsam’
nu zogete ouch her Tristant, / [...]
lancsême [La. lancsam
] unde seine / und was
sich umbe sehende, / wartende unde spehende HvFreibTr
1684;
diu küniginne [...] kam durch daz
gevilde / zuo dirre clûsen wilde / kûm unde gar lancseime KvWTroj
5917;
sô gêt der ander [Weg zum Himmelreich] verre hin
umbe unde lancseime PrBerth
1:170,27;
er strafte si vil sere, / daz si so lancseim triben daz [die
Marter]
Pass III
123,37;
der ahte [...] badet langseime [:
heime
] , / [...] daruͤm bat
er niht rasche KgvOdenw (S)
4,20;
man sol ein Pater noster oder ein Ave Maria also vlizikliche und also
langseime sprechen als ob man nimmer niht anders mer solte gebeten
HlReg
17,10;
sin gebet, / daz er lancsam [Laa.
lancseim, lancsein
] ouch tet / an reines
herzen stetekeit Pass I/II (HSW)
38954;
Pass III
158,68.
368,32;
vil lancseim wart volant / ir gebet und ir tagezit
Vät
14454;
BrHoh
43;
BrMün
43;
diu schœne diu begunde alsô / lancseime sprechen wider in
KvWTroj
21503;
als ein juncfrouwe reine / al dîniu wort lancseime ziuch!
ebd.
15053.
– mit dem Nebensinn ‘sorgfältig’
der kersen saf vnde daz honic sut mit ein ander, biz daz
ez dicke werde, vnde tu daz lancseim SalArz
94,52.
94,11;
alsô prât in [den Aal] schôn
und lanksaim, sô wirt er ain herrenezzen BdN
245,3.
– selten litotetisch für ‘gar nicht’ (vgl.
seine
Adv.):
ir tribent maniger hande / wunnespil dâ heime, / des
mügent ir lancseime / iuch leider nû gevröuwen hie KvWTroj
20936;
dâ von möht ich [Helena]
iu [Paris] widerstân / kûm unde gar lancseime
ebd.
22853
2
‘nicht sofort, erst nach langer Zeit, spät’
daz ich in sô lancseime / hân erkant, daz ist mir zorn
UvZLanz
2690;
swie lancseim gotes gerichte komt, sin zorn doch swinde erkreischet
Frl
5:44,19;
daz ichz [die Verdeutschung des Bibelbuches ‘Ester’]
so lancseim erhebe Hester
32
MWB 3,3 853,61; Bearbeiter: Tao
lancsîten
Adj.
‘eine schlanke Taille habend’, von einer Frau:
lank syten, swankel sam ein rise [=
rîs
] / trit die mynnenclich suße
Minneb
3244
MWB 3,3 854,38; Bearbeiter: Tao
lancsîtic
Adj.
‘schlank’
die [Jungen der Katze] sint schœne und wol getân, /
lancsîtic, wîz und hêrlîch Schrätel
331
MWB 3,3 854,41; Bearbeiter: Tao
lancslâfen
stN.
‘langes Schlafen’
ir ratet unkewsch, langslaffen, trakchait, / geittikait,
rauben, frashait, / liegen, triegen und spil HvBurg
6267
MWB 3,3 854,44; Bearbeiter: Tao
lancstæte
Adj.
‘lange fest, beständig; beharrlich’
ir scult uil dicche denken vmbe dise werlt, wie churz si ist,
wie ungewis si ist unde wie lancstæ̂te daz ist, daz da nimmer zergêt
Spec
95,5;
boese und guote gescheiden ie wâren. / der site müeze ouch lancstaete sîn!
MF:BvS
1:2,5.
–
div lenge [des Kreuzes] bezeichent,
daz wir lancstæte sculen sin mit goͮten werchen Spec
104,12
MWB 3,3 854,47; Bearbeiter: Tao
lancstundic
Adj.
‘umfangreich’
diz buch daz ist lancstundic HeslApk
14585
MWB 3,3 854,55; Bearbeiter: Tao
lancsuht
stF.
→
lantsuht
2
MWB 3,3 854,57;
lancveʒʒel
stM.
längerer Riemen, mit dem der Beizvogel an seiner Stange und beim Tragen auf der
Faust festgehalten wird (vgl. Schultz, Höf. Leben 1, 476 und Dalby, Mediaeval Hunt,
S. 269.):
lancvezzel alsô wol getân / wart nie an vederspil gesehen Bit
13186
(vgl.
7046
);
daz kleit stuont im [dem terzel
] ze
prîse wol: / lancvezzel, würfel und hoselîn / daz wâren diu kleit sîn Bîspel
(Pf)
14,9;
do er sô nâhen dar zuo quam, / den lancvezzel er im abe nam / und warf daz
terzel aldar ebd.
14,38
MWB 3,3 854,58; Bearbeiter: Tao
lancwat
stMN.
‘Durchgangs-, Grenzweg’, als Flurbezeichnunge:
daz wir [...] haben verkoͮfet den holzwec von dem
lancwate vnz an lon [
lô, lôch
‘Gebüsch, Gehölz’
] allen den, so [sofern sie,
welche] aker hatton ziehenden an den selben wec UrkCorp
(WMU)
671,35
MWB 3,3 855,4; Bearbeiter: Tao
lancwiric
Adj.
‘lange dauernd’
der fuͤrst gehert / swigende lange saz, / biz er in sin so
gar gemaz / ir lang wirig triwe WhvÖst
13067;
dâ von bit ich dir got ze geben / gesundez lancwerigez leben
HvBer
6247;
von minen kindlichen tagen, in den du min jung natur mit
sweren, langwirigen siechtagen krúzgetest Seuse
56,17.
109,2;
do der lidende diener disen langwirigen kampf mit tiefer
betrahtung hinderdahte ebd.
90,8.
152,16
MWB 3,3 855,10; Bearbeiter: Tao
lancwise
stF.
‘lange, große Wiese’, in einer Liegenschaftsbeschreibung:
vúnf îuchart akkirs, der aîn morgen lit bi dem froͮnbruͦgil, aîner bi der
smalwîse, ainer bi der langwîse UrkCorp
2239,1
MWB 3,3 855,19; Bearbeiter: Tao
lanczorn
stM.
‘alter Hass, Groll’
rancor: langczorn VocAbstr (H)
R 12
MWB 3,3 855,23; Bearbeiter: Tao
1lande
F.
Ansatz unsicher, der Beleg gehört viell. zu →
lant
stN. (vgl. auch DRW 8,317 s.v. Land I 2
b).
–
‘Anlegeplatz, Ufer’ (s.a. →
2lende
):
also, daz si an dem vruar [= urvar
] ze
Nevnburch an baiden landen [der Donau] dehain tail
[Fährgeld] geben vnd daz si haben gæntzlich daz reht,
daz da an dem vruar habent ander vnser purgær in dem lande UrkCorp
(WMU)
2918,23
MWB 3,3 855,25; Bearbeiter: Tao
2lande
swstF.
nur Lanc ; zu afrz. lande, s. Steinhoff, Lanc., S. 800
und S. 937.
–
‘waldige Gegend, Heideland; Lichtung’
wann ich der land von Sieben Wegen einen monat gehuͦt hett
Lanc
360,36.
361,6;
alle die ritter [...] die uber die
landen ritten ebd.
361,2;
off die rechten straßen die zu der landen von Carefois geet
ebd.
366,19;
er hett die landen von Carefoß nie so lang gesucht ebd.
368,34.
361,27.
369,4.
400,26.
–
also reit er biß er off ein schon landen kam
Lanc
421,9
MWB 3,3 855,33; Bearbeiter: Tao
landegelîch
stN.
‘jedes Land’
mîn veter [...] enbôt ûz mit manegen
scharn / in aller lendegelich, / swelch ritter wolte prîsen sich / mit sterke oder
mit manheit / [...], / daz der her kæme / und sîn âventiure
næme UvZLanz
1719.
– sprichwörtl. (vgl. Friedrich, PhrasWB, S. 118 s.v.
biderbe):
frumis mannis selide [Pl. von selde
‘Wohnsitz’
] / di sint in lande gelîch [„ein
tüchtiger Mann ist überall zu Hause” (Anm.z.St.)]
SAlex
2676;
aller fromer knehte / armuot ist einnehte, / ir huofe [=
huobe
] sint in lendeglich EbvErf
413
MWB 3,3 855,43; Bearbeiter: Tao
landelôs
Adj.
→
lantlôs
MWB 3,3 855,54;
lander
stN.
vgl. Matzel, Wortschatz, S. 186; s.a. →
gelender
.
1
‘Stangenzaun, Geländer’
2
‘Land’
1
‘Stangenzaun, Geländer’
Wendelmuot, / wergot! ruof uns Künzen durch diu lander! Neidh
WL 2:5,10;
Fridel Geynpechk [...] sol ein haimsuchung hintz
maister H. dem arczt, daz er in durch einen lanter in seinem paumgartten erstochen
wolt haben UrkRegensb
752
(ca. 1325–1350)
2
‘Land’
in Egypte lander [: ander
] / niuwe göte
sint bekomen, / die ünsern göten hant benomen / ir gewalt und alsô gar vertriben
WvRh
4641
(vgl.
in Egypte lande [Dat.Sg.]
ebd.
4651
)
MWB 3,3 855,55; Bearbeiter: Tao
landes-
s.a.
lant-
MWB 3,3 856,1;
landesbrëste
swM.
unklar, ob Syntagma oder Kompositum.
– wirtschaftliche Notlage eines Landes oder Landstrichs durch Missernte oder
Krieg (vgl.
landesnôt
,
lantgebrëchte
,
lantgebrëste
,
lantschade
):
das mir mein herr apt Vlreich von Aspach [...] hat
lossen das guͤt datz Ort ze paumansrecht mit der beschaiden, das ich all iar davon
dien sol æin halbs phvnt Passawer pfenning [...], is sein
dann ob lontzprest, sawer oder pisses [= bîsëʒ
Misswuchs] , oder lontzvrlevg saum, so sol er [der
Abt] mich bedenchen nach genaden UrkAsb
145
(a. 1335)
MWB 3,3 856,2; Bearbeiter: Tao
landesdiep
stM.
unklar, ob Syntagma oder Kompositum.
–
‘Landesfeind, Landschädiger’
Waczkonem vf Boreyum er sant, / vf den andir lanczdib zcu hant, / der czu
Libicz saz Dalimil (B)
57,42
MWB 3,3 856,14; Bearbeiter: Tao
landesnôt
stF.
unklar, ob Syntagma oder Kompositum.
– wirtschaftliche Notlage eines Landes oder Landstrichs durch Missernte oder
Krieg (vgl. →
landesbrëste
,
lantgebrëchte
,
lantgebrëste
,
lantschade
):
daz man im [
Hiltprant
] vnd siner
[...] hausfrowen div gvͦlt von den selben guten alle
iar gebn schol [...], an [
âne
‘außer’
] swa der gvͦlt abe gêt von schowr oder von pisez
[= bîsëʒ
‘Misswuchs’
] vnd von landesnôt, den schaden schol her
Hiltprant eîn tragn UrkCorp (WMU)
2969AB,23;
swas von pisez von shoͮre von landes noͤt von gemaeinem gepreste oder von
prante an den guͤten widerfuͤre, den schaden sulent si paeide erben geleiche
UrkBrixen
1,127
(a. 1308);
ez waer von schaur oder von pisaezze oder von landes noͤt, darumb sol man die
guͤlt niht erlazzen noch ringern UrkEichst
2,211
(a. 1326)
MWB 3,3 856,18; Bearbeiter: Tao
landesphlegære
stM.
unklar, ob Syntagma oder Kompositum.
‘Landpfleger, landesherrlicher Verwalter’
daz ich von mines lieben herren bevelhvng, [...], vnd
ouch bevelhvng graven Albrehten, des landes pflegæres von Oesterich, mich an genomen
han den schermen [sw. Akk. Sg.] bediv wazzers vnd landes
vnd der strazze UrkCorp (WMU)
521,40
MWB 3,3 856,35; Bearbeiter: Tao
landesverrætære
stM.
unklar, ob Syntagma oder Kompositum.
‘Landesverräter’
patricida: vattertoͤder, lantzverrater VocOpt
30.038;
parioda [= verlesenes par(r)icida?] :
vattertoͤder, lantzverrater ebd.
30.039
MWB 3,3 856,43; Bearbeiter: Tao
lange
Adv.
Komp. und Sup. mit oder ohne Umlaut;
von →
lanc
in adv. Gebrauch mit zeitl. Bedeutung nicht immer zu
unterscheiden.
1
‘lange, lange Zeit’
1.1 allg. 1.2 in Verbindung mit (al)sô / als(e) als Korrelat zu folgendem
Nebensatz 1.2.1
(al)sô ~ (...), daz
‘so lange (...), dass’
1.2.2
(al)sô ~ (...), unz (daz)/biz/ hintz/ wante
‘so lange (...), bis’
1.2.3
alsô / alse ~ (...), (al)sô / als
‘so lange (...), wie’
1.3 in Verbindung mit sô, als, unz / biz (daz) als Subjunktion:
‘solange’ (s.a.
lanc
2.6 ) 1.4 Komp. in Verbindung mit der mehrteiligen Subjunktion (sô) ie langer/
lenger (...), sô ie : ‘je länger (...), desto ...’
1.5
lange sîn/ wesen
1.5.1
‘lange bei jmdm., wo bleiben; lange vorhanden sein’ , meist mit Negation und im Komp. 1.5.2
‘lange fortbleiben, weg sein’ (vgl. Friedrich, PhrasWB, S. 260 mit weiteren Belegen) 1.6
~ wërnde
‘lange dauernd, immerwährend’ , 2
‘schon lange, seit langer Zeit, vor langer Zeit’
1
‘lange, lange Zeit’
1.1
allg.:
dô ich gnuoc lange dâ gesaz Iw
773;
Parz
29,19;
doch wertez niht vil lange: / der mortsame slange / der
kam schiere dar an Tr
9037;
unser lant, dâ ist wunne vil. / lange müeze ich leben dar inne!
Walth
57,14;
trîbet si [Brangäne] diz
bettespil / iht ze lange und iht ze vil, /
ich [Isolde] vürhtez ir sô wol behage, / daz si
vil lîhte dâ betage Tr
12624;
verstärkt durch Verdoppelung:
daz er die herzen sere / lange und lange muͦz chlagen Rab
61,2;
unser eltesten meister einen, der die wârheit ie vant lange und lange vor
gotes geburt, [...] den dûhte
[...]
Eckh
2:189,7;
dar nach vil lange vnd lange do sprach ich diz wise an, ich heiti ir niht
vf gegeben UrkCorp (WMU)
2326,33;
für ‘immer’
wær’ ich [Gunther] ze Burgonden
mit dem lebene mîn, / si [Brünhild] müeste hie vil
lange vrî vor mîner minne sîn NibB
442,4;
mir [auf mich (den tödlich verwundeten
Siegfried)] müezen warten lange mîn vater und mîne man ebd.
997,3;
sölte ich nu sagen daz wêr ze lenge, / swaz genâden und sêlde bîhte brenge
Renner
20619;
warumbe sold ichz lange sagen [Umschweife
machen] ? Ottok
833.
– Komp.:
er enlac niht langer dâ Er
6613;
niht lenger man daz lie, / sich huoben gên der bürge manec man unde
wîp NibA
556,2
(vgl.
langer NibB
601,2
);
Baldewin nit langer beite, / zu der verte er sich
bereite / kuͤncliche und vil shone Rennew
20893;
jô hât si tugende, der ich volge unz an daz zil, /
niht langer wan die wîle ich lebe [negative Umschreibung für
‘solange ich lebe’]
MF:Reinm
8: 5,5
ähnl.
2: 2,2.
– Superl.:
swâ diu minne in der jugent begriffen wirt, diu wert aller langest
Tit
48,2;
wiste ich wie ez aller langest / wol verholn möhte sîn Flore
(P)
5940;
sô truoc er aller langest [sehr lange] /
trûren unde sende klage KvWEngelh
1944;
so er vol langest [lange genug] manich iar
gebeitet daz er [der Baum] berehaft werde
PrLpz (L)
126,28.
126,30;
ich kume wider schiere / uber drî tage oder viere, / ze langest
[spätestens] in sehs tagen En
5971;
daz si dâ langer beliben, / ir vorsche unde ir vrâge
triben / zem minnesten [La. lengesten
‘längstens, höchstens’ s. Tr
(M)
] doch zwêne tage Tr
9697
1.2
in Verbindung mit (al)sô / als(e) als Korrelat zu folgendem
Nebensatz
1.2.1
(al)sô ~ (...), daz
‘so lange (...), dass’
sô lange wert’ diu stille, daz sîn Etzeln verdrôz
NibB
2227,4;
lât mich alsô lange leben, / daz ich iu antwürte müge
geben Tr
12795;
vnd die aigenschaft vnd die rehte, wir [...]
also lange gehaben hant, daz nîeman nv́t anders gedenken mag UrkCorp
(WMU)
N135,19.
949,8
1.2.2
(al)sô ~ (...), unz (daz)/biz/ hintz/ wante
‘so lange (...), bis’
daz sî daz alsô lange treip / unz in der bühsen niht
beleip Iw
3479;
Brangænen si bâten / alse lange und alsô vil, / biz
si si brâhten ûf daz zil Tr
12455.
17892;
inde suͦlen vns helpin inde bestain wieder die stad zuͦ vͦnseme rehte
also lange, bis die buͦrgere die suͦne halden UrkCorp (WMU)
75,29;
daz er div guet vnd ir nutz vnd ir dinst inn hab alz lang, hintz daz
er gar gewert werd hundert phvnt Pazzawer ebd.
2584,19;
bêide die clegere vnd iene vf deme man claget, die mvͦzen wol
gespreche haben [...] also lange, wante sie der
vronebote wider in lade ebd.
606,10.
1895,43
1.2.3
alsô / alse ~ (...), (al)sô / als
‘so lange (...), wie’
also lango so wir hie lebin, / got habit uns
selbwala [freien Willen] gegibin
MemMori
143;
wir wellens gerne bîten / als lange als er gebiutet
UvZLanz
8209;
se beheldet och zuͦ irme dinste alse lange, also se leuit, Henriche de
vohit van Haghenberg, Conzen van Briseke [...]
UrkCorp (WMU)
59,33;
swanne vns vnser herre von Salzburch den herzogen antwurt nach vnser
vorderunge in den viͤr wochen, den sul wir als lange in inne haben, als er
in inne gehabt hat ebd.
1603B,5.
99,25
1.3
in Verbindung mit sô, als, unz / biz (daz) als Subjunktion:
‘solange’ (s.a. →
lanc
2.6):
so láng ér so stárkîu díng dúrch mîh lêit,
[...] wîe íh dánne scúle zuîuelan dehêiner
sláhto árbêit dúrh sînen wíllon lîdan Will
79,8;
wir wellen ovch vnd gebitten, daz vber ein closter oder vber ein gotshus
nit dan ein vogit ist, als lange der lantfride wert UrkCorp (WMU)
879W,11.
–
unz (auch biz daz) ... langest:
der tage sint zewene, ein tach des mennischn, der
ander gôtis. der tach der mennischen wêrt also lange, unz si langest lebint
Spec
42,19;
er sprach, er muose entwîchen / durch des lîbes
angest, / unz er mahte langest / die marter ûf schalten, / diu sîniu lit
behalten Wernh
3268;
wolte got [...], / daz wir
wærn in dem paradys, / so lebten wir gar ane angest. / biz daz wir leben
langest, / so tun wir nit wan sorgen Rennew
20922
1.4
Komp. in Verbindung mit der mehrteiligen Subjunktion (sô) ie langer/
lenger (...), sô ie: ‘je länger (...), desto ...’
ir scheiden tuot von hertzen wê, / viel wê, ie langer sô ie mê
UvLFrd
511,26;
daz ich si minne von herzen ie langer ie mêre KLD:
UvL
12: 1,2;
wie si hieze, des frâgt ich. / [...] si seite ‘sô
ie lenger, sô / ie lieber.’ got ir lône, / alsô hât si mir genennet sich
KLD: VdK
1:2,9.
1:3,7;
ie langer er [der Vogel]
vlúget, ie er wunnenklicher swebet Mechth
7: 61,5;
sô daz tier ie grœzer ist, sô ez ie lenger geschickt wirt
in der muoter leib BdN
165,33;
diu [Blätter der Päonie] sint
gar rôt, wenn si her für lauzent des êrsten, und dar nâch werdent si ie lenger
ie grüener ebd.
414,28
1.5
lange sîn/ wesen
1.5.1
‘lange bei jmdm., wo bleiben; lange vorhanden sein’, meist mit
Negation und im Komp.:
solte er lange [Laa. lenger,
langer s. Tr (M)
] bî mir wesen, /
sôn kunder niemer genesen Tr
18577.
14561;
ichn tar niht langer bî iu wesen Iw
1254.
5955;
Parz
10,16;
sô sol ich hie niht langer sîn PleierMel
794;
sendet ir wider ir vingerlîn: / daz ensol niht langer
sîn / an einer ungetriuwen hant Iw
3194.
–
diu gemeinde under uns drîn / diun mac niht
langer gesîn Tr
16608;
nû wil aber der kleinen vogel singen
[...] hie niht langer sîn KLD:
VdK
1:1,3
1.5.2
‘lange fortbleiben, weg sein’ (vgl. Friedrich, PhrasWB, S. 260 mit
weiteren Belegen):
sone sît et niht ze lange,
[...] wir sîn iuwer helfe vil billîchen vrô
NibB
481,1;
ich solde zürnen, hulfe ez iet, / daz dû als lange wære MF:
Eist
14:3,2;
swie lange ich was, sô tet si doch daz ie MF:
Reinm
6a: 2,5;
du kanst ze lange sîn KLD: OvB
9:4;
daz er ze lange wolde sîn Wig
1075;
Georg
3704;
VirgH
139,3;
PrGeorg (Sch)
2,177;
im Komp.:
sî wære verlorn, / wær er iht langer gewesen
Iw
5177;
irn ruocht, wolt ich noch lenger sîn
Parz
402,30;
juncfrouwen nu niht langer sint ebd.
808,28
1.6
~ wërnde
‘lange dauernd, immerwährend’,
als Adj.-Attr.:
daz wirt ein langer [La. lange
]
wernder strît Walth
44,25;
wér hầt gelêret / die lieben frouwen mîn / daz ir güete
mêret mir lange wernden pîn? KLD: GvN
20: 3,20.
48: 4,5.
SM:KvL
6: 5,5;
SM:JvW
4: 2,4;
SM:Te
2: 2,8;
daz in der wandelweren zeit langewerentev [für lange Zeit
gültige, langfristige] dinch iht mvgen bechrenchet werden vnd
von gehvgenusse niht entweichen, so ist des duerft, daz si bewaret werden mit
der vestigung gezeug vnd guͦeter brief UrkCorp (WMU)
N 620,28 = 640,18 = N 672,7;
er was den frouwen alsô holt
[...], / daz er in sînen jâren / mit lange wernder
stæte / in sô gedienet hæte, / daz alliu sældenhaften wîp / sînen wünneclichen
lîp / lobten unde prîsten KvWWelt
39;
mit lange wernder stætekeit KvWEngelh
722;
sô sol man stegen / nâch langer [La. lange
C] wernden êren Walth
105,11;
an disen drin dingen leit aller wunne volchommenheit: an
lvstlicher schoͤnheit, an voller genvhsam, an langewernder sicherheit. vnd div
ziment alle dinem [Gottes] riche wol, wan an div mach
nindert volliv vrevde sin DvAPatern
108
(vgl.
ez wurde ein langer wernder hort, / swer got nu dienen kunde MF:
Rugge
Leich 2,3;
wie mac mir baz gelingen / an langer, wernder sælecheit WernhSpr
(Z)
75,5
)
– adv.:
lieb, ich weiz dîns lobes mê / (vil lange wernd ez dir
bestê!) / daz hât dîn lîb und ouch dîn muot SM:Te
13: 3,2
2
‘schon lange, seit langer Zeit, vor langer Zeit’
Gunther unde Gêrnôt die sint mir lange bekant
NibB
56,4;
sît ir iht lange komn? Parz
554,23;
al eine und sîn si lange tôt, / ir süezer name der lebet
iedoch Tr
222;
mîn vater der sî lange erslagen ebd.
4368;
und wære zwâre lange zît [schon lange, längst an
der Zeit] , / daz si der grôzen swacheit / mit wîge hæten widerseit
ebd.
6288;
daz der bâbst trüege unreht den stab / und solt sich vor hân langest
[schon längst] gein im genicket Loheng
4510.
– mit (al)her in Kontakt- oder Fernstellung:
wie ir sô habet verkêret die vrœlîchen sit, / der ir mit
uns nu lange habt alher gepflegen NibB
154,3;
ich hân lange / vil anclîch und vil ange / mîne
marschandîse / in armeclîcher wîse / durch dînen willen her getriben
Tr
4353;
[Morolt] ist von muote und ouch von craft /
zernestlîcher ritterschaft / ein lange her bewæret man ebd.
6177;
daz si an vnser stat mit minne oder mit rechte zervuͤren vnd zerbrechen
scholten den chriech, der lange her gewert hat zwischen vnsern getrivwen
dieneren UrkCorp (WMU)
597,4,17;
sun, ich hân lange her vernomen, / [...]
Winsb
41,1.
–
~ sîn/ wesen
‘lange her sein’
die seiten ime ouch mære, / wenne und wie langes wære, /
dazs einen knaben hæten gesehen Tr
3810
MWB 3,3 856,48; Bearbeiter: Tao |