a – abebrëchære, âbrëchære abe brëchen, âbrechen – abe drumen abe|ein – abe ertwingen abe ervëhten – abegezogen abegezogenheit – abe houwen abehouwunge – abelæge abe lantscheiden – abe lœsen abelœsunge – âbentganc âbenthan – âbentsunnenschîn âbenttanz – aber|æhter abe rechenen, abe rechen – aber|schâch abe rücken – abe schieʒen abeschiht – abeslac abe slahen – abe stîgen abestôn – abetragære abe tragen – abe vâhen abe tragen stV. abe trennen swV. abe trëten stV. abe trîben stV. abe triefen stV. abe triegen stV. abe trinken stV. abe|trinne, abetrunne stF. abetrit stM. abe|troc stM. abe trôren swV. abe trossen swV. abe troufen swV. abetrülle swM. abetrünnære stM. abetrunne stF. abetrünne Adj. abetrünne swM. abetrünnec Adj. abetrünnecheit stF. abetrünnede stF. abe tuon V. abe twahen stV. abe twingen stV. abe vâhen stV. abeval – abe wahsen abe wæjen – abe weschen abeweschunge – abe ziehen abeziehunge – âbrëchære âbrëchen – achter-, ahter- achwent – ackervruht ackerwërc – adellich, adellîche(n) adelmuoter – âderslahen âderstôʒ – affensmalz affenspil – afterbier afterblunder – aftermuoder aftermûre – afterwort afterzal – agleister agleistervar – ahselrote ahselspange – ahtehalp, ahtodehalp ahten – âhui ahzec – alamande alanc – alde aldê – algorismus alheit – allergotesheiligentac allerhalbe – allersamen, allersam, allersamet allersêlentac – allwent Alman, Almân – alp alpha – al|tagelich altære, altâre, alter – alters|eine alterstat – altmæʒec altmüede – alwaltecheit alwaltende – ambahtære ambahte – âmehte âmehtec – ametiste âmezûber – amt âmügel – anderheit anderleie – andorn andouge – ane bereiten ane bërn – anebot ane botwarn – ane draben ane dræhen – ane errâten ane ersëhen – anegedenken anegedenklich – anegeslaht anegeslöufe – anegrîfunge ane grînen – aneheftec ane heften – aneinander ane jagen – ane komen ane koufen – aneleitrëht aneleitunge – 2ane merken anemerkunge – ane phîfen ane phlanzen – anerüeftec ane rüeren – aneschouwede aneschouwelich – anesidel, anesedel ane sîfern – ane sniudeln ane snöuwen – ane springen anespruch – ane strîten ane stroufen – ane trëten ane trîben – anevëhtigunge anevëhtlich – anevluʒ ane vordern – ane weigen aneweigunge – anewîsunge ane wonen – angelisch angeln – angestnôt angestsam – ankesmër anlamin – antlæʒec antlâʒen – antsmër anttac – antwîch antwürkæreknëht – apfelrîs apfelrôt – ar âr – arc|haft arche – ardell ardîse(n) – armbendec armbouc – armiure armlëder – arnebote arnen – art art – arzâtîen, arzedîen arzâtîn – âsblâsende ascalamus – â|schildes aschlouch – aspentier aspindê, aspindei – astronomierre astronomus – atrament atte, ette – avelen âventiurære – â|witzec â|witzen – âʒ|zît
|
abe tragen
stV.
1
‘etw. heruntertragen’
2
‘etw. forttragen, fortnehmen, entfernen’
3
‘etw. fernhalten’
4 intr., ‘ein Ziel verfehlen, danebengehen’
1
‘etw. heruntertragen’
da schifften sy auß an di habe / und trugen iren kauff abe HvNstAp
15533;
hais schir ab tragen [von der Waage] / das chorn, die phenning und den wein HvBurg
6380
2
‘etw. forttragen, fortnehmen, entfernen’
uon scaze vn̄ uan golde / [...] des lac da ein vil michil magen. / der kuninc heiz iz abe tragen. / vnde beval iz sime kamerare Roth
417;
trôst seite im minne, zwîvel haz. [...] sus swebeten sîne sinne / in einer ungewissen habe: / trôst truog in an und zwîvel abe Tr
892;
vater mîn, wilt dû, sô / abtrage von mir des tôdes kelch JvFrst
3409.
3476;
si solten geben, ê dem lobe der kalc [die Schminke] würde abe getragen Walth
28,30
3
‘etw. fernhalten’
bedecke die czu vugunge [Pfropfstelle] mit miste odir mit leyme, das das wassir abe trage Pelzb
120,27
4
intr., ‘ein Ziel verfehlen, danebengehen’
der ritter [...] maset [zielte] mit beiden henden im off das heubt den schlag; und der slag trug abe und kam sim roß so schwinde off den halß das im der halß ab fuͦre Lanc
350,6
MWB 1 70,16; Bearbeiter: Plate
abe trennen
swV.
‘(Besitz) abtrennen, rauben’
sus nam er widir in den roub, / den sî hattin abe getrant NvJer
8367
MWB 1 70,37; Bearbeiter: Plate
abe trëten
stV.
intr. (tr. nur 5)
1 absol. ‘weggehen, weichen’ ; übertr. 2 mit Dat.d.P. (vereinzelt Gen.); 3 mit Gen.d.S. (in einigen Fällen ist auch Auffassung als Dat. möglich): ‘etw. aufgeben, von etw. ablassen, sich einer Sache enthalten’
4 mit Dat.d.P. und Gen.d.S. 5 mit Akk.d.S.: ‘etw. durch Treten entfernen’
1
absol. ‘weggehen, weichen’; übertr.:
daz diese nue lere uf steich / vnde man der alden gesweic / die vaste weich vnde abe trat PassI/II
228,62.
– mit Lokaladv. ‘von einem Ort weggehen, einen Ort verlassen’
wir sin wider geerbet / an unse alden wonestat, / da her Adam abe trat HeslApk
10022;
die sunne tut zwei wunder: / sie get uf und sie get under / und kumt wider an die stat / dar sie zum ersten abe trat ebd.
14712.
– mit Richtungsangabe an, gegen: ‘an, in Richtung auf einen Ort weggehen’
Nodam [...] der vinc dô dise sache an / ûzlesinde wol sechzic man, / und mit den hin abe trat [beiseite trat] / vorholnlîch an eine stat NvJer
19242;
nv quam er in die straze / vil ebene vf die selbe stat / da der wech abe trat [abzweigte] / gegen der herberge PassI/II
47,6
2
mit Dat.d.P. (vereinzelt Gen.);
mit persönl. Subj.: ‘von jmdm. abfallen, jmdm. abtrünnig werden, jmdn. verlassen’
den er rât ê gab, / daz si den brûdrin trâtin ab / und den touf vorsmêtin, / den sî intpfangin hêtin NvJer
8310;
do man in [Jesus] legete in daz grab / [...] do sie sin alle traten abe HeslApk
14725.
– mit sachl. Subj.:
Danyel, der da was hie / ein knecht gotis, der ie / ewic leben an im hat, / dem din [Daniels] sin nie ab getrat / an betende vil lieblich Daniel
5416;
hiemite gienc im sprechen abe. / die ougen er verkarte, [...] iamerlich als im gebot / die not, darinne er lac ouch tot, / wand im sin leben abetrat Pass III
213,89;
hierher?:
die stîge sint mir abe getreten, / die mich dâ leiten hin an dich MF:Reinm
31: 4,7
3
mit Gen.d.S. (in einigen Fällen ist auch Auffassung als Dat. möglich): ‘etw. aufgeben, von etw. ablassen, sich einer Sache enthalten’
do got die nuwen e gab / und die lute musten ab / treten der alt gewonten site HeslApk
8266.
8584;
brûder Jurjes was [...] meister an des meisters stat. / des amtes er nicht abe trat / biz daz meister Werner [...] nam / die meisterschaft an sîne gewalt LivlChr
6324;
und trat der bete niht ab, / unz er [...] die schult vorgab HeslNic
1365;
ein kunec sal eide abetreten / [...] weistu nicht daz missestet / daz ein kunic zu eiden get? Secret
1199
4
mit Dat.d.P. und Gen.d.S.:
wolt ir mir des treten abe [darin nicht Folge leisten] / ich ezze alleine ez vurbaz / von deme ich e ein teil ouch az PassI/II
276,16;
er vlêhete sêre unde bat, / der bete er im nicht abe trat [in Bezug auf diese Bitte gab er ihm keine Ruhe]
LivlChr
5772
5
mit Akk.d.S.: ‘etw. durch Treten entfernen’
einem schiltkneht wer [im Gedränge] liht ein spor / hie ze hofe abe getretten TürlArabel
*A268,23.
– übertr.:
des [Willehalms] selde iamerrich / tschvmpfentvͥr het ab getretten TürlArabel
*A199,9
MWB 1 70,40; Bearbeiter: Plate
abe trîben
stV.
1
‘hinabtreiben’
2
‘forttreiben, vertreiben’
3
‘etw. (Krankheit) austreiben, heilen’
4 von Rechtsverhältnissen: ‘aufheben, anfechten’
1
‘hinabtreiben’
seind nu der [aufsteigende] dunst warm ist an im selber, sô widerstêt im der kalt luft und treibt in snell und gæhlingen her wider ab BdN
77,6;
Tauler
44,28
2
‘forttreiben, vertreiben’
Thelogon [...] trat zv der porten baz / vnde stiez vnde dranc, / daz der torwart her vur spranc / vnde wolde in abe triben Herb
18346;
unde sol der schultheisse [...] hueten des kornes unde der snittere, ob ieman da si, der das korn nut muge gesniden noch gebinden, das er in abe tribe WeistGr
1,670
(a. 1320);
die boten [...] wolden nemen so hinabe / das heilictum Laurencii / [...] / do quam ein widerkraft vil starc / und began sie abetriben, / wand alda wolde bliben / Laurencius bi Stephano Pass III
51,33;
wenne di marctzit vergeht oder waz man [an Vieh] abetribet von dem marcte, so mugen di vleischower koufen ane vare StRFreiberg
246,8
3
‘etw. (Krankheit) austreiben, heilen’
aber do die werlt wart gewar / das Crist die maselsucht ab / und alle suche gar vortreib HeslApk
7674
4
von Rechtsverhältnissen: ‘aufheben, anfechten’
wir haben ouch das verlobt, dc disen eit vnd dise sicherheit nieman abe triben noch werben sol von dem babeste noch von geistlicheme noch von weltlicheme gerihte UrkCorp
N17,29;
daz der kavf ab getriben mochte werden oder anders bechrenchet ebd.
3314,17
MWB 1 71,31; Bearbeiter: Plate
abe triefen
stV.
‘herabtropfen’
nu mag ein man wol nemen war, / wi uzer hude slufet / der sweiz unde abe drufet Elis
10396
MWB 1 71,59; Bearbeiter: Tao
abe triegen
stV.
‘jmdm. etw. durch Betrug abgewinnen’
daz sebynde gebot ist daz: daz du nymande sullist stelyn adir beroubyn adir abetrigen syn gut EvBerl
149,30
MWB 1 71,62; Bearbeiter: Tao
abe trinken
stV.
‘jmdm. etw. wegtrinken’
ê denne mir der mîn gelt abe trünke, / ich trünke ê daz mir diu zunge hünke Renner
10217
MWB 1 72,1; Bearbeiter: Tao
abe|trinne, abetrunne
stF.
‘Abfall, Lossagung’
in dem anbeginne / der andrin abetrinne NvJer
15012;
brûdir Conrât [...] daz lant [...] gar betrûbit vant / von der abetrinne / des volkis ebd.
20700;
dâmit er [Gott] ûz der âchte / der aldin abetrunne / irlôste menschlîch kunne ebd.
21958
MWB 1 72,4; Bearbeiter: Tao
abetrit
stM.
– in der Wendung âne ~
‘ohne Widerruf’
biz daz versigelt und verschriben / wart nach haidnischem sit / daz stætlich an abtrit / solt sin Aglye / kuͤnc Walwans amye WhvÖst
2190;
der mir wolte staben / den ait, ich swuͤr an abtrit / daz ich slief und wachet nit ebd.
1135.
–
~ gewinnen
‘dahinschwinden’
[...] mir sint laz / wurden alle die gelit; / gar min craft hat abetrit / gewunnen vor den blicken / uz diner ougen ricken [Fesseln]
Daniel
6684
MWB 1 72,10; Bearbeiter: Tao
abe|troc
stM. ,
abe|getroc,
â|getroc
stN.
‘teuflisches Blendwerk’
knab, an iu lît wunders vil, / daz ir der natûre zil / alsô fruo brechet, / daz ir gêt und sprechet / als ob ir hêtet grâwen loc: / ir sît ez lîht ein abetroc [La. agetroc
]
Georg
3214;
dô sprach daz kindel wol getân / ‘her, ich bin niht ein abetroc [La. niht abegetroc
]
[...]’ ebd.
3219
MWB 1 72,20; Bearbeiter: Tao
abe trôren
swV.
‘abwerfen’
der rîffe iz [Obst] nefrôret, der wint iz ab netrôret, / diu hitze iz nedarret, nehein snê im newirret Gen
238
MWB 1 72,27; Bearbeiter: Tao
abe trossen
swV.
‘abladen’
dî kost, / dî sî dâ hatten abgetrôst [sic!]
NvJer
24457
(vgl. Johansson, NvJer.)
MWB 1 72,30; Bearbeiter: Tao
abe troufen
swV.
‘herabträufeln’
wenn daz honig zehant abtreuft in tropfen weis, daz ist sô guot niht sam daz zæh ist BdN
293,6
MWB 1 72,33; Bearbeiter: Tao
abetrülle
swM.
‘der Abtrünnige’
die [...] geloubic sint, / man frowen oder kint, / machet er mit marter grôz / aller marterære genôz, / oder abtrüllen, daz siu die helle ervüllen Antichr
569
MWB 1 72,36; Bearbeiter: Tao
abetrünnære
stM.
‘Abtrünniger’
der jungelinc [...] muoz mit rehte münch sîn unz an sînen tôt, oder er muoz gotes abetrünner sîn von êwen ze êwen SpdtL
104,14
MWB 1 72,40; Bearbeiter: Tao
abetrunne
stF.
→ abe|trinne
MWB 1 72,44;
abetrünne
Adj.
auch abturni.
1
‘treulos, abtrünnig, abgefallen’
2
‘flüchtig’
1
‘treulos, abtrünnig, abgefallen’
die engel abtrünnen Serv
287;
DvASchr
385,35;
die aptrunnen Israhele / verlurn lip unde sele, / daz si sich von ir herren zugen / und ir chnie dem apgot bugen StrKD
37,35;
vil lîeber schrîbære, / schrîp den selben nascher [Ehebrecher] an / für einen abtrünnen man Helbl
2,1006.
– präd. mit werden/sîn:
wîn und wîp machent unwîsen man / der got lîchte wirt abtrunne Priesterl
140;
daz in kurzer stunt / maniger abetrunn was worden / an kristenlichem orden Ottok
45231;
ich bin got ungenæme / und kriste widerzæme, / ich bin abtrünne gewesen LBarl
14308
2
‘flüchtig’
wirt die [der Mann, der den Bürgen gestellt hat] abturni, daz he sienin burgin nicht inloisit [nicht auslöst] , so sal di burgi also vili mi scultheizin leisti, alsi he geloibit heit Mühlh
99,17.
99,7;
StRNördl
8,20
MWB 1 72,45; Bearbeiter: Tao
abetrünne
swM.
abentrünne
Teichn , hierher?
–
‘der Abtrünnige, Abgefallene’
ich was ein abetrünne LBarl
8405.
10034
u.ö.;
Messya wær daz vil leit, / wuͤrde ich ein aptruͤnne Rennew
15953.
16172
u.ö.;
man sold in [
êbrechære
] drumbe swachen / als einen abtrünnen Helbl
2,987;
der ûz gevarn wære / dâ ze Lilenvelde [aus d. Kloster Lilienfeld] , / er [...] ist ein abtrünne ebd.
2,932;
ein abentrunn Teichn
259,69.
393,107.
– mit Gen.- oder Präp.-Attr.:
nu fliuh ich ábtrúnne der heiligun glóubo unde áller rehter wérchunge ci demo uile miltin barme der dîner álemahtigûn irbármide BambGlB
141,14;
manec gotes abtrunne, die gotes uerloͮgenent unde dem Antichristo uolgent Spec
145,21;
er sî ein abtrünne sîner ê Helbl
2,964;
des bischolfs abtrunne [Nom. Pl., die vom Bischof abgefallenen]
Ottok
37723;
ein aptrunne von der ewigen wunne StrKD
107,97;
[der Ketzer gleicht] eim abentruͤnn / ab dem glauben christenleich Teichn
564,3470
MWB 1 72,63; Bearbeiter: Tao
abetrünnec
Adj.
‘treulos, abtrünnig, abgefallen’
Lucifer / ein eingil abitrunnigir SuTheol
54;
wan wer gote begeben phligt / und uf di hantgetat sich wigt / [...], / der ist abtrungec algereyt Hiob
11830;
RvEBarl
14310;
Daniel
1363;
Cranc
Ez 2,3;
WernhMl
13362;
daz er [Ordensbruder] wil abtrvnnich werdin [
ut egrediatur de monasterio
]
BrEng
58;
win macht ouh di wisen abtrvnnec BrAsb
40.
– präd. mit einer Dat.- oder Präp.-Ergänzung:
daz ich im [Christus] aptrünnic ie / was RvEBarl
13897;
abtrunnic [...] / si wir dime gebote / worden Daniel
6270;
Mügeln
379,17;
wan sú vorten, daz si uss ire úpigen geselschaft abdrúnnig wurde Seuse
138,12;
dekein brvͦder, der aptrunnig ist von irem orden UrkCorp (WMU)
1651A,22;
HvNstGZ
5151.
– subst. :
nu fliuho ih abtrunnigiu dero heiligen glouba [...] ze demo filo milten barmi dero dinero almahtigen irbamidi WessobrGlBI
141,14;
dekein brûder sol dikeinen cristenen menschen heizen verrêtere oder abtrunnigen von dem gelouben StatDtOrd
59,7
MWB 1 73,19; Bearbeiter: Tao
abetrünnecheit
stF.
‘Abfall, Treulosigkeit’
wan di [Könige] der werlde alles leit / tun und di gerechtekeit / nicht halden [...], / set, daz heyzet abtrunnekeit / von kunclichen wirden gemeit Hiob
12857
(Auslegung zu 12852: „ir sit abtrunnege man”, vgl. Iob 34,18)
MWB 1 73,40; Bearbeiter: Tao
abetrünnede
stF.
‘Abfall (vom Glauben)’
ich habe gisúndôt in trâgheite, in sûmigheite, [...] in ábtrunnide BambGlB
144,35
MWB 1 73,46; Bearbeiter: Tao
abe tuon
V.
1 mit Akk.-Obj. (und Dat.-Obj.) 1.1
‘etw. (von einer Stelle) wegnehmen, wegtun; etw. (von etw.) abmachen, loslösen’
1.1.1 ohne Dat.-Obj. 1.1.2 mit Dat.-Obj. 1.2
‘was man an/bei sich hat (Kleidung, Rüstung u.ä.) von sich tun, ablegen; (mit Dat.d.P.:) jmdm. etw. abnehmen’
1.2.1 ohne Dat.-Obj. 1.2.2 mit Dat.d.P. 1.3
‘(Bauwerke) abbrechen, abreißen’
1.4
‘einen Betrag (von einer Summe) abziehen’
1.5
‘etw. beseitigen, beenden, tilgen’ , in unterschiedlichen Bezügen 1.6 rechtsspr. 1.7
‘einen Menschen, ein Tier beseitigen, töten’
2 mit Akk.d.P. und Gen.d.S., ‘jmdn. einer Sache berauben’
3 refl. mit einem Gen.-Obj. 3.1 mit Gen.d.S. 3.1.1
‘etw. ablegen’ (vgl. oben unter 1.2 ) 3.1.2
‘auf etw. verzichten, etw. aufgeben, sich entäußern / entsagen’
3.1.3
‘von etw. (Tun, Handeln) ablassen, mit etw. aufhören’
3.1.4
‘sich von etw. (Sünde, Untugend) befreien’
3.1.5 rechtsspr.: ‘einen Kaufvertrag rückgängig machen’
3.2 mit Gen.d.P., ‘auf jmdn. verzichten, sich von jmdm. trennen, sich von jmdm. absondern’
1
mit Akk.-Obj. (und Dat.-Obj.)
1.1
‘etw. (von einer Stelle) wegnehmen, wegtun; etw. (von etw.) abmachen, loslösen’
1.1.1
ohne Dat.-Obj.:
als man di phanne abe welle tun so sal man daz puluer drin sen. vnde sere vnder ein ander ruren SalArz
116,36;
tue ab den kelich und das puech [...]! HvBurg
6371;
der ritter det syn hant ab [vom Zaum]
Lanc
151,37
u.ö.;
man dete die dielen hinder uch abe allesampt [...] und die bruck was furbas nit gedielt ebd.
502,14;
sô tuo diu pant ab, sô schiezent schœn rôsen auz BdN
346,6
1.1.2
mit Dat.-Obj.:
nim einen stoc visch [...], tuͦ im die hut abe BvgSp
20.
38.
– jmdm. daz houbet vom halse ~
, ‘jmdm. den Kopf abschlagen’ (vgl. auch unten unter 1.7):
Ottok
4636
1.2
‘was man an/bei sich hat (Kleidung, Rüstung u.ä.) von sich tun, ablegen; (mit Dat.d.P.:) jmdm. etw. abnehmen’
1.2.1
ohne Dat.-Obj.:
er det synen helm abe Lanc
98,24
u.ö.;
[er] det syn kuͦgeln [Kapuze] ab und grußt sie ebd.
42,33;
ir ysenhút und ander ir wapen ~
ebd.
445,2;
den manikel ~
ebd.
572,22;
zum aller mynnesten saltu abedun / und nyderlegen dinen groben stab grune Pilgerf
5478.
– bildl.:
swer wil komen ze mir, der sol sîn selbes ûzgân und verzîhen und [...] sol abelegen und abetuon allez, daz criuze und leit ist Eckh
5: 45,16;
wan ein ieglîcher ist daz aller vlîzigest abe ze tuonne, daz im allermeist wider ist ebd.
5: 238,1;
daz man abetuo, daz schedelich sî, und daz wir zuobüezen, des uns gebrichet ebd.
2:139,1
1.2.2
mit Dat.d.P.:
die jungfrau dete im den helm abe und halff im das er entwapent wart Lanc
610,9.
528,28.
470,5.
– übertr., ‘etw. von jmdm. nehmen, jmdn. von etw. befreien; jmdm. etw. entziehen’
ich [...] lide [...] gar groze bekorunge di nimant uberwinden mag, got wolle si ime danne abe tuͦn HlReg
10,29;
ich wil uch den zorn [der Königin] ab thun Lanc
455,2;
ein stein ist edeler, als er ein wesen hât, dan got und sîn gotheit âne wesen, ob man im wesen möhte abetuon Eckh
1:134,10
1.3
‘(Bauwerke) abbrechen, abreißen’
wir geloben ouch getruliche, daz wir die neuwe porte solen abe duͦn vnd niemer me wider gemachen UrkCorp
904,16;
wir sulen ouch abe dun slechtis vnd zubrechen dy zvo buͦrge, dy wir zu Dredorf gemachet hatten ebd.
1200,4
1.4
‘einen Betrag (von einer Summe) abziehen’
[wir] sulen im ouch des selben silbers zwei hundert mark ab tun an [für] hern Hailmanne von dem Han UrkCorp
2435,1
1.5
‘etw. beseitigen, beenden, tilgen’, in unterschiedlichen Bezügen:
wanne tu wir alle hindernusse ab, davon die augen gehindert werden moͤhten, als nebel ist und ander duͤnst KvMSph
15,25;
Eckh
2:202,10;
das er allen den zauber breche der in der burg ist und yn abthú Lanc
211,19
u.ö.;
die [
missedait
] sollen sin nydergelait / durch busse und abe gedaen Pilgerf
2413;
abzetvn min smachwort vnder den menschen [Lc 1,25]
EvAug
123,28
1.6
rechtsspr.:
–
‘jmdn. absetzen, entlassen’
jst ovch, daz der bvrchmann einer den drin missvellet, den svln die selben drie ab tvn vnd svͤln einen andern an des selben stat setzen UrkCorp
174,28;
den amtman sol der herre abe tvͦn vnde vnser keiner sol den nimmerme zv amtmanne genemen ebd.
2070,18.
–
‘etw. beendigen, abstellen, unterbinden’
UrkCorp (WMU)
N125,18.
55,37.
–
‘etw. aufheben, abschaffen’
UrkCorp (WMU)
N14,31.
N362,17
u.ö.
–
‘gerichtliche Ansprüche abwehren; Ansprüche erhebende Person abwehren’
UrkCorp (WMU)
N295,34.
2709,23.
N531,7.
–
‘(jmdm.) einen Schaden ersetzen, wieder gutmachen’
man sol im sînen schaden abe tuon SpdtL
126,4;
StRAugsb
104,18;
vnze ich inen den schaden abe getvͦn UrkCorp
701,18.
2600,12;
weitere Belege s. WMU 1, 31f.
1.7
‘einen Menschen, ein Tier beseitigen, töten’
das si das [neugeborene Kind] balde tetin abe / und si ez heinliche sluͤgin RvEWchr
8525;
daz he iz [schädliches Tier] von dem wege brenge oder abetu StRFreiberg
259,6
2
mit Akk.d.P. und Gen.d.S., ‘jmdn. einer Sache berauben’
daz lant ze Troppouwe, / des het er niulich ab getân / sînen bruoder herzog Niclân / mit gewalt und âne reht Ottok
81493.
–
‘jmdn. eines Amtes entheben’
des [
gewaltes
] wærn si lîhte worden / von dem bâbest ab getân, / het er dheinen arcwân / gegen in gewunnen Ottok
46427
3
refl. mit einem Gen.-Obj.
3.1
mit Gen.d.S.
3.1.1
‘etw. ablegen’ (vgl. oben unter 1.2):
der wâppen teter sich dô abe Parz
92,14
3.1.2
‘auf etw. verzichten, etw. aufgeben, sich entäußern / entsagen’
alsus tet er sich abe / aller sîner vordern habe AHeinr
257;
RvEBarl
5339.
sich des guotes ~
StrKD
103,83;
RvEBarl
14972;
durch die vorhte des todes ne wolte si sich niht der chiusche abe tuͦn Konr
12,26;
ewartechlicher werdecheit / tet Moyses sich gein in abe: / dez namen, des amptis, al der habe, / das den ewartin was benant, / geloupeter sich alda zehant RvEWchr
12792;
so er ware biht tuͦ, / so tuͦ sich denne ganzlich abe / der gnade, die diu werlt habe StrKD
103,179;
si [Mutter] tet sich abe / ir vreude, dô si mich verlôs Wig
11332.
–
sich der werlde, werltlicher dinge, der werlt dinge ~
:
er tet sich der werlde abe / durh got und aller sîner habe LvRegFr
591;
PrOberalt
38,8;
SHort
4699;
verhüllend für ‘sterben’:
sus tet si sich der werlte abe / mit herzenlîchem sêre. / den lîp, guot und êre / verlôs si umb ir gesellen tôt Wig
10032
3.1.3
‘von etw. (Tun, Handeln) ablassen, mit etw. aufhören’
daz ir iuch der rede abe tuot StrAmis
2389;
Märt
11760;
wer mac grôzer sîn, / der dâ sitzet unde rast / oder der dâ dînet vast? / ist iz nicht der sô rût / und sich des dînstes abetût? [ [Lc 22,27
]
JvFrst
3054;
dar umbe schuͤln wir uns dez gebetes nicht ab tuͦn PrOberalt
103,14;
wan daz er durch sîn êre / den strît niht mohte lân, / er hêt sichs gerne abe getân Wig
3511.
–
sô tuo ouch under wîlen schîn / ob er noch rîters muot habe, / unde entuo sich des niht abe / ern sî der rîterschefte bî / diu im ze suochenne sî Iw
2856;
GTroj
23415
3.1.4
‘sich von etw. (Sünde, Untugend) befreien’
ob wir uns der suͤnten wellen ab tun und uns becheren PrOberalt
65,36.
116,33;
PrGeorg
13,34;
ob wir uns dez nidez und ander bosheit ab tuͦn PrOberalt
168,35;
wer der hochvart sich abtuͤt Teichn
456,8.
456,15
3.1.5
rechtsspr.: ‘einen Kaufvertrag rückgängig machen’
waer aber daz, daz iem der chouf nicht geuiel vnd sich des vil leicht ab taete, so sol ich iem daz selbe silber ouf di naehsten Liehtmezze gantzleich wider gelten UrkCorp
3509,44
3.2
mit Gen.d.P., ‘auf jmdn. verzichten, sich von jmdm. trennen, sich von jmdm. absondern’
swelch râtgebe zwô zungen trage, / [...] des tuo dich abe und volge mir! RvEAlex
1436;
hie mit wuͦchs der werde knabe / und wart der kint sich tuͦn abe / und altersaine dike gan WernhMl
5316;
[mit swaz-Satz statt Gen.d.P.:] sô tuot iuch abe [...], / swaz ir swaches gesindes hât, / daz zuo den unêren phlît LvRegSyon
3823.
–
‘sich von jmdm. lossagen’
were oͮch, das uns schade beschehe von ir lúten, das súlen si vns heizen bessern, ald si súlen sich der selben abe tuͦn UrkCorp
1681,19
MWB 1 73,49; Bearbeiter: Tao
abe twahen
stV.
‘etw. abwaschen, fortspülen’
nuͦ muͦstent sie pigment ab zwahen Krone
22072;
selhen bû [...] / den der schûr und der hagel sleht / und der wâc abe tweht AHeinr
792.
– übertr. ‘etw. (Sünde, Schuld) abwaschen, tilgen’
der man alte daz gemeilte, der niwe daz abetwuͦch [
Adam uetus quod polluit adam nouus hoc abluit
]
PsM
H 35,7.
H 102,4;
keusche und minne / setzet in ewer sinne. / [...] des houffen [der Sünden] ist dehein wiz so vil / ern werde gar ze tragen / und der sunden mal abgetwagen ErzIII
90,90;
daz heilege kriuze [...], / daz [...] uns die sünde abe twuoc StrKarl
696
MWB 1 75,63; Bearbeiter: Tao
abe twingen
stV.
‘jmdm. etw. mit Gewalt wegnehmen; jmdn. zu etw. zwingen’, mit Dat.d.P. und Akk.d.S.:
in gelob der herr mein, / was der man ze recht hab, / das er im das nicht ab / [...] / mit seinem gewalt twing Hawich
4183;
mir tuot endeclîchen wê, / daz den winder niemen des erwenden mac, / er entwinge uns abe / beide bluomen unde klê Neidh
WL 2:1,3;
swer in [Frauen] daz abe twinget KvWTroj
22097;
Part. Präs.:
abzvingende an mile gant si oh zvo [
angariati miliario vadunt duo, zu einer Meile genötigt, gehen sie zwei]
BrZw
7.
–
‘etw. von jmdm. abwenden’, mit Gen.d.P. und Akk.d.S.:
swer minnecliche minne / mit minneclichem liebe habe, / der sol sich des niht sûmen, sô der tac ûf gê, / ern twinge sîne sinne / sîns herzecliches liebes abe, / dur daz sîn künfteclichiu vreude werde als ê: / so mac diu vriuntschaft wernde wol belîben SM:UvS
12: 1,4
MWB 1 76,12; Bearbeiter: Tao
abe vâhen
stV.
1
‘jmdn./etw. (jmdm.) wegfangen’ , mit Akk.-Obj. und Dat.-Obj. (meist). 2
‘(Hunde) einfangen’ (oder ‘loslassen’ ? vgl. BMZ 3:203b,11ff. und Lexer 1,7)
1
‘jmdn./etw. (jmdm.) wegfangen’, mit Akk.-Obj. und Dat.-Obj. (meist).
– mit Akk.d.P.:
do [...] Paris [...] vnser volc vns abe ving / vnde vns manigen ersluc Herb
12184.
5322.
7360
u.ö.;
da stritten wir so lang biß mir myner ritter dry wurden abe gefangen Lanc
380,2.
380,3;
GrRud
Fb 37;
UvZLanz
3139;
Parz
31,21.
382,25;
Wh
458,23;
RvEWh
2584;
RvEWchr
34122;
UrkCorp (WMU)
21AB,39.
– mit Akk.d.S.:
wir haben in alle ir êre / alhie abe gevangen. / ir êre ist zergangen Mai
126,1.
118,13
2
‘(Hunde) einfangen’ (oder ‘loslassen’? vgl. BMZ 3:203b,11ff. und Lexer 1,7):
hie ist vil wildes, fâh ab, fâh ab dîn hunde! Hadam_(Sch)
411,5
MWB 1 76,30; Bearbeiter: Tao |