achwent
Part.Präs.?
zu einem sonst nicht belegten swV. achwen
‘ach rufen, jammern’ (so Lexer)?
sît ich muoz [...] ein achwent allen liuten sîn KvWTroj
41182;
oder ist ein achwênc ( →
ach
Interj.,
wênc
Interj.) zu lesen, ‘ein Bejammernswerter’?
MWB 1 95,1; Bearbeiter: Plate
achzen, echzen
swV.
‘ächzen’
doch wen ich daz du ringest / mit tode, so tustu ehtzen Minneb
5027;
aller herzen wetuͦndes herzleid, aller wunden smerzen, aller siechen ahzen Seuse
91,2
MWB 1 95,6; Bearbeiter: Plate
ackeln
swV.
Bedeutung unklar, zu acken
‘schmerzen’? (so Glossar; zu acken vgl. BWB 1,84 s.v. äcken1
):
sô kumt mir [
frouwe Minne
] zuo gevære / diu Ungebitikeit mit île / unde læt mir niht der wîle ─ / vil tiwer ich daz ackel ─ / daz ich mit mîner vackel / des wîbes herze und des man / stôz mîner tugent fiwer an Ottok
18217
MWB 1 95,10; Bearbeiter: Plate
acker
stM.
1
‘Ackerland’ und ‘Acker’ (ein einzelnes Stück Ackerland), oft nicht voneinander zu unterscheiden 1.1 im Unterschied zu anderen Arten von Kulturland 1.2 abhängig von Mengenangaben 1.3 in Verbindung mit bestimmten Verben 2 als Maßeinheit 2.1 als Längenmaß 2.2 als Flächenmaß 3 als Kampfplatz
1
‘Ackerland’ und ‘Acker’ (ein einzelnes Stück Ackerland), oft nicht voneinander zu unterscheiden
1.1
im Unterschied zu anderen Arten von Kulturland:
daz dorf [...] vnd svaz darzuͥe hort, es sige holz, wise, æker / wasser oder velht UrkCorp
1859B,4;
swaz wir da haben in veld und in holz, in wis vnd in akker ebd.
682,5;
dit gut [...] mit ackere [...] mit wiesen, mit welden, mit weide, mit wazzere ebd.
1508,2;
gisce iz abir uzirtalp dir stat uf enimi ackiri edir in enimi gartin Mühlh
109,7;
lant unde eckere, wîngarten StatDtOrd
30,12;
acker, wisen unde velt / het er ze Kempten KvWHvK
386;
hûs, acker, wîngarte / het sie schiere hin gegeben Eracl
602.
– als (für Ackerbau genutzter) Teil eines veldes:
vnd gat diz velt von der núwen staigen durch den gebuwenen akker [...] hin vnz an den wasserval / da sich die akkere schaident UrkCorp
1127,8;
czwu garbin von itzlichim ackir des gantzin feldis das dor gehort zcu der stad Reichenbach ebd.
222A,3
(vgl. auch 2.2)
1.2
abhängig von Mengenangaben:
in dem selben dorf git man von æime ivhart ackirs æin spec swin UrbBayÄ
746,c
(vgl. ackerjiuchart);
ahttehalben morgen ackers UrkCorp (WMU)
1391,11;
zv siben rindern ackers ebd.
2166,28;
dri juche aggers ebd.
2636,25
1.3
in Verbindung mit bestimmten Verben:
etw. ze ~ machen
‘durch Roden usw. Ackerland gewinnen’
vnd ist auh min gvt wille / daz si mit dem selben holtz / vnd mit den ækchern / datz Obernwalde allen ir frvm schaffen sullen / ze ræuten [...] vnd auh ze akcher machen / vnd ob iz in gevellet wider ze holtz lazzen werden UrkCorp
2218,38.
–
ze ~ gân, varn, ziehen
‘den Acker bearbeiten’ (vgl. ackerganc):
also die guoten gemaren, [zwei Bauern, die zusammen anspannen] / die rehte zachere wellent varen VRechte
441;
swer an dem suntage z’acker gêt, der tuot tœtlîche sünde PrBerth
1:269,30;
ouch sullen die zcyns liͮte [...] alle jar eyn tag zcu ackir zcyhe UrkCorp
N407,2;
übertr.:
der gotes kneht daz mer dô lie, / uf der erden er ze acker gie / er sætez gotes wort her unt dar LvRegFr
2323
2
als Maßeinheit
2.1
als Längenmaß:
ern vüert sî sunder mînen danc / nimmer eines ackers lanc Iw
4646.
5325;
mit manlichir mannis wer / sluͦgin si der heidin sa / in einis akirs lenge da / zwenzig manne RvEWchr
23356;
von ieglichem [Zelt] ans ander was / das wol ains akers lenge swain RvEWh
7303
(Var. ackerlenge, s. dort)
– übertr. auf die Zeit, die für das Abschreiten einer Ackerlänge benötigt wird:
siede denne die selben wirtz [Metwürze] gein eime acker lanc hin vnd wider BvgSp
14
(vgl. das Glossar z.St.)
2.2
als Flächenmaß:
ovch hab ich achtenhalben acker veldes in dem ban zvͦ goggeswilre UrkCorp
N392,34
(u.ö., vgl. WMU)
3
als Kampfplatz:
die kômen her und dar gehurt, / ûf acker und in mangem vurt / dâ Larkant daz wazzer vlôz Wh
58,10;
und swen daz dunk unmugelich, / der enkegen [trete entgegen] hern Uolrich / von Walsê ûf dem acker / und sî dâ gar wacker Ottok
77498.
16255;
die Sarrazîne [...] enwolden fliehen niht. / ir zimierde von steinen lieht / dâ rîhten acker unde furch. / beneben ûz und wider durch / der Cristen banier fûr mit craft Kreuzf
1985
MWB 1 95,17; Bearbeiter: Plate
ackeram, ecker(e)n
stMN.
‘Buchecker, Eichel’; ‘von Bucheckern oder Eicheln besätes Waldstück zur Schweineweidung’
were ouch, daz der walt eicheln truͤge oder ander gewer genant eckern, so soͤllent er eigene swin fri sin [...] ze gende in allem kirspel UrkCorp (WMU)
1047,45;
swaz froͤmder swine in den walt ze Kencingen ze akeram gat ebd.
679,9;
vnd der akeram ze Oteswant [...] ist sin vnze sancte Andreas mes ebd.
679,10;
recht als dy hungerygen swin / [...] wen man sy trybet in / eycheln oder in dis ecker Hiob
11301
MWB 1 96,18; Bearbeiter: Plate
ackerbreites
Adv.
‘so breit wie ein Acker’
ir puneiz alsô schœn ergie, / daz beide dise unde die / wichen [...] vil nâch ackerbreites wît UvLFrd
85,32
MWB 1 96,29; Bearbeiter: Plate
ackerganc
stM.
‘Ackerbau, Feldbestellung’
swer an dem suntage z’acker gêt, der tuot tœtlîche sünde. der tanzet, der tuot daz selbe. der ackerganc ist aber nütze: sô ist daz tanzen nieman nütze. PrBerth
1:269,31;
er gert niht heim [aus dem Kriegsdienst] umb daz snit: / ob sîn herr ein jâr bit, / von im getæt er nimer wank / heim durch sînen ackerganc Helbl
1,897;
Litan
854;
KvWTroj
9758;
Winsb
51,10
MWB 1 96,33; Bearbeiter: Plate
ackergrille
swM.
‘Ackergrille, Zikade’
der gäuch spaichel pringet ackergrillen, die werdent dar auz BdN
179,5
MWB 1 96,42; Bearbeiter: Plate
ackerhöuwe
stN.
‘Heu’
zuschanden sint si wurden, si sint wurden als ein ackerheu [
foenum agri
] , als ein weydegras, als ein dachcrut, daz do dorret e den iz rife Cranc
Jes 37,27
MWB 1 96,45; Bearbeiter: Plate
ackerjiuchart
stN.
‘Joch’ (Feldmaß):
ich wene nit daz din liebes wip [...] gebe umb dich schiere / [...] funf acker jochart [
quinque jugera terrae
]
HvNstVis
141
MWB 1 96,49; Bearbeiter: Plate
ackerknëht
stM.
‘Knecht, der den Acker bestellt’
[einen ins Joch eingespannten Hirsch] enchunde nîe getwingen / die starchen acker chnechte, / daz er zuge rehte StrKD
160,19;
Krone
19603;
Boner
62,84
MWB 1 96,53; Bearbeiter: Plate
ackerlenge
stF.
‘Wegstrecke von der Länge eines Ackers’
von iegshlîchem [Zelt] an daz ander was, / daz wol ein ackerlenge shein RvEWh(Z)
7303
MWB 1 96,58; Bearbeiter: Plate
äckerlîn
stN.
‘kleiner Acker’
jtem ein ackerlin / daz was den Heinburgen / jtem ein eckerlin nebent dem schotten UrkCorp
3487,22,23;
und ein eckerli lit ze Woluenwiller bi der múli UrkFreiburg
3:395,6
(a. 1320)
MWB 1 96,62; Bearbeiter: Plate
ackerman
stM.
Pl. ackerliute.
‘Bauer’
Kaîn was ein accherman Gen
611;
RvEWchr
419;
[Esau] wart jagire und accherman, Jacob wonete in gezelten Gen
1072;
alse der guͦte burne, der einen ackerman erquicket, so in harte durstet Lucid
153,7
(ähnl.
Frl
3:16,2
);
als der acker man die vurch / leitet durch milten acker, / als tut her, ist her wacker, / gotes prediger, swen her sprichet HeslApk
13602;
nu hœret, waz den ackerman / [...] gehœret an. / er sol [...] alsô wesen kneht, / sî daz sîn hêrre sich verzer, / daz er in von dem sînen ner [...] der bûman sol sich in den tôt / bieten für sîns hêrren nôt HvBer
4024.
– ausdrücklich auch für den Obst- und Weinbauern:
der ist ouch ein ackirman / der obizboume proppin kan / und di wingarten / besnidin und ir warten PfzdHech
272,2;
ein mensche phlantzet eine wingarten [...] vnd besazte in mit ackerlüten [...] er sante sin chnehte zv den ackerlüten. daz si enpfingen sin fruhte EvAug
51,20. 52,2
(Mt 21,34. 35)
u.ö.;
ich byn der ware wynstok unde myn vater ist eyn ackirman EvBerl
68,31
(Io 15,1);
ich bin diu ware win rebe und min vater ist ein bu man [La. akker man
]
EvPass
211,12.
– vereinzelt bezogen auf den Bauern als Tierhalter:
swin [...] die mestet wol der akerman SHort
6630.
– als Beiname:
Heinrich, dem man sprichet Acherman UrkCorp (WMU)
N368,3
MWB 1 97,3; Bearbeiter: Plate
ackern
swV.
‘pflügen’
wann dann der pawman arbait vnd akchert auf dem veld vnd pawt Schachzb
123,25;
in dem wasser sind furbar / visch als esel geschaffen gar; / do akchern die frawen mit Seifrit
4927
MWB 1 97,31; Bearbeiter: Plate
ackerrëht
stN.
‘Recht auf den Grundkux (Bergwerksanteil als Entschädigung für den Grundbesitzer)’
was aber von ackerrechte, von erberechte oder von andern dingen, [...] die zcu der urbar nicht gehorent, gevellet UrkFreiberg
2:8,10
(a. 1337)
MWB 1 97,36; Bearbeiter: Plate
ackerrûte
swF.
‘Ackerraute’
wenne diu wisel mit der slangen streiten wil, sô warnet si sich mit ackerrauten, diu den slangen wider ist BdN
152,17
MWB 1 97,42; Bearbeiter: Plate
ackersâme
swM.
‘Saatgut’
sträwten in [Korallenstein als Dünger] die alten läut hie vor mit dem akkersâmen auf die äkker BdN
439,19
MWB 1 97,45; Bearbeiter: Plate
ackerspîse
stF.
‘Speise aus Feldfrüchten’ (?):
so spricht jener, er wol sich nern / acker spiß und rinder praten Teichn
571,21,
vgl.
533,23
(Var.)
MWB 1 97,48; Bearbeiter: Plate
ackerstücke
stN.
‘Stück Ackerland’
vnd der acker ze der Wægenoͮwe, vnd ein ackerstucke lit bi der matten ze toͮben UrkCorp (WMU)
161,24
MWB 1 97,51; Bearbeiter: Plate
ackerteil
stM.
‘Grundkux’ (vgl. ackerrëht):
wir lozen ouch im das kyrchleen uf dem berge, darczu [...] erczmuͦlen und sin ackerteyl UrkFreiberg
2:5,32
(a. 1317)
MWB 1 97,54; Bearbeiter: Plate
ackertier
stN.
‘wild lebendes Tier’ (?)
ain iegleich ackertier, daz säglisch zend hât, daz izzet flaisch BdN
117,11
MWB 1 97,58; Bearbeiter: Plate
ackertrappe
swM.
‘Bauerntölpel’
ûz solhen ackertrappen, / die dâ gehôrent zuo dem phluoc Ottok
26195
MWB 1 97,61; Bearbeiter: Plate
ackervëlt
stN.
‘Ackerstück’
Joseph koft och ain aker velt, / dar er buete, saute [säte] und snaid / mit sinem viche und arbait WernhMl
4284
MWB 1 98,1; Bearbeiter: Plate
ackervruht
stF.
‘Feldfrucht’, übertr.:
als dvͥ werlt nv ist gestalt, / swer ie so dienst mit lone galt, / des akkerfrvht was ‘hab den schaden’ TürlArabel
*A 19,15
MWB 1 98,4; Bearbeiter: Plate |