kurdewænære
stM.
aus afrz. cordouanier (Suolahti 1,139); auch corde-
UrkKölnSchr .
‘Hersteller von Korduanleder; Schuhmacher’
ein kurdiwæner wæhen schuoch / nâch lobelichen sachen / mac
niemer wol gemachen KvWTroj
114;
dis sint aber die antwerck: rintsuter und kurdewener StRStrassb
91,3;
daz die kvrdewenre meistere vn̄ kurdewenre vn̄ die ledergerwere
mittenander mit liebe lebent UrkCorp (WMU)
N159,24;
ir hûz in kurdewenre gassen ebd.
N202,13.
– als Berufsbezeichnung oder Bestandteil eines Personennamens:
Scheller der kurdewenr UrkCorp (WMU)
1126AB,31;
Iohannes cordewenre et uxor eius UrkKölnSchr
1,353
(12. Jh.).
1,246
(12. Jh.)
u.ö.
MWB 3,2 768,54; Bearbeiterin: Herbers
kurdewænæremeister
stM.
‘Korduangerbermeister’
daz die kvrdewenre meistere vn̄ kurdewenre vn̄ die ledergerwere
mittenander mit liebe lebent UrkCorp (WMU)
N159,23
MWB 3,2 769,4; Bearbeiterin: Herbers
kurdewângaʒʒe
swF.
‘Korduangasse’
in der alten kurdewongasse UrkStraßb
7:152,23
(a. 1347)
MWB 3,2 769,8; Bearbeiterin: Herbers
kurdewânhût
stF.
‘Ziegenfell aus Cordoba’
de pelle hircina scilicet korduanhut UrkNiederrh
3,261
(a. 1338)
MWB 3,2 769,10; Bearbeiterin: Herbers
kurdewænîn
Adj.
‘aus Ziegenleder ( →
kurdewân) hergestellt’
die schuͦhe kurdewan [: ane
] , die
hosen pfellorin WolfdD
1390,3
MWB 3,2 769,13; Bearbeiterin: Herbers
kurdewænisch
Adj.
‘aus Ziegenleder ( →
kurdewân) hergestellt’
cordewonische schue WeistGr
1,675
(o. Dat.)
MWB 3,2 769,16; Bearbeiterin: Herbers
kurdual
stNM.
→
kurdewân
MWB 3,2 769,19;
kure
stF.
→
kür
MWB 3,2 769,20;
kure
swM.
‘(amtlich bestellter) Prüfer’
ez suln auch die kuren zu stechen oder zu schnyden swaz bozzet haller für sie
kumet StRRotenb
500;
swer [...] sich der kurn wert der bezzert zehen
schillings haller dem rihter ebd.
500
u.ö.
MWB 3,2 769,21; Bearbeiterin: Herbers
kûre
stF.
aus lat. cura (s. Suolahti 1,139) oder zu →
kür
3
‘Art und Weise, Beschaffenheit’?
‘Pflege’
dar nâch sô kêrt er unde gie / für den alter alzehant / und leite
sînen prîsant / dar ûf den göten z’êren, / daz si geruochten mêren / sîn heil mit
hôher kûre [: figûre
]
KvWTroj
9641;
an im [Junos Apfel] lac hôher künste
flîz / von meisterlicher kûre [: mixtûre
]
ebd.
1401
MWB 3,2 769,26; Bearbeiterin: Herbers
küren
swV.
‘etw./jmdn. aussuchen, (aus)wählen’
do wart maler vil besant, / die im do bilde entwurfen für, / ob er
iender keines kuͤr / daz sinem bilde wær gelich WhvÖst
736;
Gedeon was wol gekort, / daz er solde gesigen vort HistAE
1439;
die meister sprechent, weder bezzer sî: kraft der kriuter oder kraft der worte
oder kraft der steine? man sol sich dar umbe berâten, welhez man kür Eckh
1:306,1
MWB 3,2 769,34; Bearbeiterin: Herbers
kûren
swV.
‘kauern, hocken’
er sprach: ‘lazet jene truren / die uf der werlde kuren /
und niht sich rihten in den himel. [...]’
Vät
7424
MWB 3,2 769,43; Bearbeiterin: Herbers
kurgeselleschaft
stF.
‘Wahlkollegium der Kurfürsten’
der bâbst [...] / wart der
kurgeselleschaft / sô swære an der botschaft, / daz si erschrâken darab. / und doch
wurfen si die hab / durch die vorhte niht hin Ottok
12475
MWB 3,2 769,46; Bearbeiterin: Herbers
kurhërre
swM.
‘Kurfürst, Wahlmann’
niemen weste, wanne / sich die kurherren sider / wolden samnen
hin wider Ottok
12229;
dô begund der bâbest râten / den kurherren gemein ebd.
12087.
12721
u.ö.;
von Almanien dî kurhêrn / [...] weltin
an daz rîche / von Lutzilburc grêven Heinrîche NvJer
25384
MWB 3,2 769,51; Bearbeiterin: Herbers
curîe
stF.
aus afrz. cuiriée (Tobler/ Lommatzsch 2,1137).
‘das Füttern der Jagdhunde mit Teilen der Eingeweide des erlegten Tieres’ (s.
2Okken, Tr. 182f. und Dalby, Mediaeval Hunt 128f.):
als hât diu jegerîe / den selben namen curîe / von
cuire [Haut (eines erlegten Tieres)] vunden unde genomen
Tr
3026;
sus begunde er sînem hêrren sagen / von ende sîniu mære, / wie
vollekomen er wære / an höfscher jegerîe / und wie er die curîe / den hunden vür leite
ebd.
3316.
2962
u.ö.
–
Lit.: Herbert Kolb, Ars venandi im ‘Tristan’, in: Fs. Kurt Ruh zum
65. Geburtstag. Hg. von Dietrich Huschenbett u.a., Tübingen
1979, S. 189-192
MWB 3,2 769,58; Bearbeiterin: Herbers
kürlich
Adj. , kürlîche(n)
Adv.
auch kor-
MarcoPolo .
1
‘ausgewählt, ausgezeichnet, erlesen’
1.1 Adj. (häufig bei Konrad von Würzburg) 1.2 Adv. 2
‘sichtbar, deutlich’ , Adj. (s.a.
kurc
) 3 (durch Schiedsrichter) ‘entschieden’ , Adv.
1
‘ausgewählt, ausgezeichnet, erlesen’
1.1
Adj. (häufig bei Konrad von Würzburg):
ein wîp / diu alsô kürlîchen lîp / hete Wh
257,24.
11,28;
GTroj
2456;
PleierMel
7499;
ez wart in Engellanden / sô kürlich ritter nie geborn
KvWTurn
89;
der künic [...] fuorte den
kürlichen helt / mit im von dannen KvWSchwanr
372;
KvWTroj
10170;
vil manec kürlich degen KvWTurn
266;
sô lûter nie kein feine [Fee] / noch kürlicher
wart gesehen KvWPart
12507;
KvWTroj
2143.
–
ouch was ez [Pferd]
kürlîcher kust [Beschaffenheit]
Tr
6673;
sin [des kastilischen
Pferdes] gebaine wandels bar, / kurlich, hoche und frech, /
an der farwe als ain bech GTroj
3985.
9231;
ouch vuort’ er an sîner hant / geslozzen in zwei wint bant /
zwêne winde kürlîch DietrGlesse
145.
–
der kunig hot do eyn pallas wol groz, das ist bedact mir korlichim
golde allinthalbin MarcoPolo
50,12;
ein swert kurlîch DietrGlesse
655;
KvWPart
5802;
si zogten ûf den sâmen / in zwein kürlichen parten
KvWTurn
717;
sô kürlich werc enwürde nie / geworht ûf al der erden
hie KvWTroj
17623.
–
din kurlich riten JTit
5390,2
1.2
Adv.:
vil minneclîche scheiden sach man an der stunt / die
snellen Burgonden von Rüedegêres man [La. die sah man
chvrlichen stan
]
NibB
1293,3;
des helmes tach kurlich gemaitt / was ain tier
[= tiure
] gefintt [=
gefînet
] rubin GTroj
1022.
–
‘wohlüberlegt’
inde cureliche sprehe ich, dat si [die
Tugend] is ein meister aller guder ge denke inde worde,
inde werke Lilie
2,17;
doch wil ich [...] / kurzliche
[La. kurliche
] ruren
[erwähnen] ir [der
Wunderzeichen] ein deil Elis
10476
2
‘sichtbar, deutlich’, Adj. (s.a. →
kurc
):
ist, das mir der Nêkir kurlichen schâden tuͦt an den wisun, so sol man
mir an dem zînse liben [nachlassen]
UrkBebenh
17,220
(a. 1312)
3
(durch Schiedsrichter) ‘entschieden’, Adv.:
die bruodere süllen enheinen kriec han; werdent sy aber kriegende von dem rate
des tüfels, so soll der krieg kurlich enden SchweizId
2,448
(GFD 4; a. 1314-1321)
MWB 3,2 770,7; Bearbeiterin: Herbers
kürlop
stN.
‘hohes, vorzügliches Lob’
für daz er swert begunde tragen, / daz nie kein kindischer man /
kürlobes mê gewan UvZLanz
6904
MWB 3,2 770,48; Bearbeiterin: Herbers
kurmiete
stF.
rhein.-westfäl. Rechtsausdruck (s. DWB 11,2813); zur Sache s. LexMA 1,2071f. und
2HRG 1,554 s.v. Besthaupt; s.a. MlatWb 2,2138 s.v.
curmeda.
Abgabe an die Herrschaft, in der Regel das beste Stück Vieh:
corimedem id est vorehure [Vormiete]
UrkKölnSchr
2,1:27
(12. Jh.);
si qua in taxatis bonis nomine corimedis UrkNiederrh
1,328
(a. 1178).
1,118
(a. 1051).
2,475
(a. 1285);
UrbPrüm
34,3;
weitere Belege s. DRW 8,170ff. s.v. Kurmede
MWB 3,2 770,51; Bearbeiterin: Herbers
kurnagel
stM.
als Bestandteil eines Personennamens, evtl. für einen Nagelschmied? (s.
Nölle-Hornkamp, Handwerkerbez. S. 300):
her Gotzo kurnagel UrkCorp
N451,27.
N444,37
MWB 3,2 770,61; Bearbeiterin: Herbers
kürne
stF.
auch qui-.
‘Mühle, Mühlstein’
mola: chvrni Gl
3:629,33;
mola a rotunditate, ut mala kurn / kuerna SummHeinr
1:368,373;
scussorium: quirn ebd.
2:480,365.
–
‘Handmühle, Ziehmühle’
dâ laid er arbait genuoc: / den wit
[Brennholz] er dâ vaile truoc, /
[...] die kurne zôh er tägelîche Kchr
1759.
3849;
in der selbin tage zil / fuͦrten si
in [Sampson] gein Gaza / und twungin in das er alda /
muͤste [...] eine kúrne tribin / und in maln
gar ir chorn RvEWchr
21097;
Vät
20843.
– sprichw.:
dennoch [La. dar nâch sô
] melt [
→
maln stV.] mîn kürne [darauf habe ich es
abgesehen]
Neidh (HW)
18,9
MWB 3,2 771,1; Bearbeiterin: Herbers
kürne
stN.
Koll. zu korn stN.
‘Getreide’
swer daz bricht, der gibet ie von dem suͤmer [Getreidemaß,
Scheffel] sehtzic haller, ez sei haber oder corn oder swelherhande
kuͤrn dez ist NüP
119.
120
MWB 3,2 771,14; Bearbeiterin: Herbers
kürnen
swV.
zu →
kürne stF.
‘mahlen, zermalmen’
da vint der han den edeln stein, den er vil cleine kürnet Frl
5:87,6
(s. Anm.z.St. Ettmüller, Frl. S. 306)
MWB 3,2 771,18; Bearbeiterin: Herbers
kurnestein
stM.
auch qui-.
‘Mühlstein’
molaris: churnistain Gl
3:667,14;
ein gebot sprach er [...] / von den zwein quirnsteinen
Pass III
440,56
MWB 3,2 771,22; Bearbeiterin: Herbers
kurnewalisch
Adj.
‘von Cornwall’
von curnewalscher diete Tr
7217.
– mit frz. Suffix:
edeler künic curnewalois Tr
3356
MWB 3,2 771,25; Bearbeiterin: Herbers
kurpen
swV.
Etymol. und Bedeutung unklar.
‘einverleiben’? (kurpeln?) oder ‘einkerkern’?
(kerchen?) (zu den verschiedenen Ansätzen s. F. Bech in: Alemannia 18
(1890), S. 58):
wie dv die tievillichen schar / het gewalteclicher gar / gekvrpit in der helle
sloz Martina
158,23
MWB 3,2 771,28; Bearbeiterin: Herbers |