knödel
stN.
Dimin. zu knode, ‘kleiner Knoten’
dar umb verhüllet diu nâtûr diu fruhttragerlein, daz sint die
frühtigen knödel [Fruchtknoten] auf den paumen, mit
pletern BdN
93,16
MWB 3,1 403,20; Bearbeiterin: Wemhöner
knoden
swV.
‘(ver-)knüpfen’
knoden, stricken: nectere GlAnzfKdVz
7:301,326
MWB 3,1 403,24; Bearbeiterin: Wemhöner
knodoht
Adj.
‘knotig’
daz ander [
kraut
] wehset an wäzzerigen steten [...] und hât
ain knodot wurz BdN
404,6;
der mertrack hât ainen knodohten swanz ebd.
235,2;
[der Skorpion] hât an seim knodochten zagel ain scharf
spitz, diu ist voller vergift ebd.
282,10
u.ö.
MWB 3,1 403,26; Bearbeiterin: Wemhöner
knögerlîn
stN.
‘kleine (Blatt-)Knospe’
man nimt die probsen [Knospen]
oder diu knögerlein [
tubera
] , diu ze laub sölten sein worden, und seudet die in ungesalzenr
putern BdN
339,34
MWB 3,1 403,32; Bearbeiterin: Wemhöner
knolle
swM.
1
‘Klumpen, Ballen’
2 bildl. und übertr. 2.1
‘Last’
2.2 von Personen ‘einfacher, ungebildeter Mensch’
2.3 in der Verbindung knollen gewinnen wohl ‘zornig, grob
werden’ (vgl. Komm. z.St.) 3 als (sprechender) Bestandteil von Personennamen
1
‘Klumpen, Ballen’
er nam bech unde vaiztez vlaichs unde hâr unde sôt dc under ainander unde
machot dc ze knollon PrSchw
2,109;
ab den schâfen schar si woll / des wart ein michel knoll
EnikWchr
1436.
1504;
der bâbst enruochet wer beschirt, / daz im der wollen ein knolle wirt
Renner
9024.
– von Metall, das in dieser Form aufbewahrt wird (vgl.
silberknolle
):
nâch blî der künic sante; / zuo einem knollen man ez
rante EnikWchr
19168.
24469;
ez lit manic guldin knolle / dort in jenen shrinen
Rennew
12030;
Parz
17,23;
JTit
6234,2
u.ö.
2
bildl. und übertr.
2.1
‘Last’
swer nu sîner sêle wölle frumen, / der lege vür sich der sünden knollen, /
von dem sîn herze was zeswollen Renner
19455;
PrBerth
1:67,27;
nach minne sin gerunge was siner jugende ein berk mezer
[berggleicher] knolle, / daz er si mit kuͤsche
muͦst verdecken, / swie dick im liechte ougen und munde rot di minne kunde
erwecken JTit
265,2
2.2
von Personen ‘einfacher, ungebildeter Mensch’
die knollen, / di propheten und David Brun
7001
2.3
in der Verbindung knollen gewinnen wohl ‘zornig, grob
werden’ (vgl. Komm. z.St.):
singe ich mînen höveschen sanc, sô klagent siz Stollen. / dêswâr ich
gewinne ouch lîhte knollen, / sît sî die schalkheit wellen, ich gemache in
vollen kragen Walth
32,12
3
als (sprechender) Bestandteil von Personennamen:
daz die Knollen zvͤ Gansheim lehen von mir habnt UrkCorp (WMU)
234,30.
– hierher oder zu 2.2 (?):
Conrat Knoll und sin wib Bauernh
105
MWB 3,1 403,36; Bearbeiterin: Wemhöner
knöllelîn
stN.
hier -lî.
Dimin. zu knolle, ‘Klümpchen’
do er wol hat getrunken des himelschen trankes, do bleib im
neiswas in dem munde als ein vil kleines weiches knoͤlleli, daz was wiss, als daz
himelbrot geschafen was Seuse
50,13
MWB 3,1 404,3; Bearbeiterin: Wemhöner
knolloht
Adj.
‘verklumpt, klumpig’
ist daz pluet chnolloht dar inne beliben als di aribaizze
[Erbse] oder grôzzer sô ist der siechtuem dâ
Barth (H)
488;
alsus gewan er ein jemerlich
geliger [Nachtlager] , wan daz hert
erwisstro [Erbsenstroh] lag im knolloht under dem
hoͮpt Seuse
45,6
MWB 3,1 404,8; Bearbeiterin: Wemhöner
knôpen
swV.
wmd. hier prät. knochte (vgl. Anm.z.St.; MNDWB 2,601).
‘(etw.) festbinden, (ver-)knoten’
vaste he [
Ruͦhart
] ne [seinen falschen Bart] ouch knochte /
beneden sime kinne MorantGalie
3126
MWB 3,1 404,14; Bearbeiterin: Wemhöner
knopf
stM.
allg. Bez. für verschiedene rundlich verdickte bzw. kugelförmige Strukturen und
Gebilde (vgl. EWA 5,650f.; s.a.
knode
,
knouf
).
1
‘festgezogene Schlinge, Knoten’ (vgl.
knode
2 ) 2 als abschließendes Element ‘Knauf’ (vgl.
knouf
) 2.1 am Schwert 2.2 an einer Turmspitze 2.3 am Zeltdach 2.4 auf einer Säule 3 an Geißeln ‘Kugel’ (vgl.
knode
2.1.1 ) 4 als Behältnis zur Aufbewahrung von kostbaren Gegenständen ‘Kapsel’
5 an Kleidung ‘Zierknopf’ (vgl.
knöpfelîn
) 6 zur Bezeichnung einer markanten Bodenerhebung (vgl.
knobel
) 7
‘Darmwind’
1
‘festgezogene Schlinge, Knoten’ (vgl.
knode
2):
nim einen niwen riemen hirzînen [...]
unde bint im [dem Fallsüchtigen] den umbe den hals
[...] unde sprich: ‘in dem namen des vater unde des
sunes unde des heiligen geistes sô binde ich hie den siehtuom dises menschen in
disem chnophe’ unde nim den riemen unde chnuphe dar an einen chnoden
Barth
151,12;
wan als diu jüdinne einen knopf gestricket an ein lînlachen unde henket daz an
ir bette PrBerth
1:323,14;
an iegelîches knophes [der netzartig gewirkten
Pferdedecke] stat / was ein rubîn ûf gesat Er
7724;
Konr
21,26.
– bildl.:
der selb chnopf bediutet den heiligen Christe
Konr
21,27;
er [Johannes] hôrt wie wart
verstricket ein knopf in die drîvaltikeit KLD:Kzl
2: 17,2;
KvWLd
1,9.
– übertr. ‘Verbindung’
minne ist ein knopf vnd ein bant [
connexio et vingulum
] , mit dem ellu̍ ding werdent zvͦ einander gebu̍nden
RvBib
89,20;
SchweizId
3,748
(LBerom; a. 1326);
ir [Medea] flehtent unde
strickent / alle witze in einen knopf [vereint alle
Künste]
KvWTroj
10387
2
als abschließendes Element ‘Knauf’ (vgl.
knouf
):
2.1
am Schwert:
des schwerttes knopffe er nider lie / zer erden und den
spitz enbor GTroj
19758;
er fuorte umbe ein guot swert, / diu scheide diu was
silberîn, / gehilze und knopf guldîn Eracl
5000;
NibB
1783,2;
ûf dînem knopfe ich des swer / die wîle ich swert tragen
wil Wig
6517;
swer aber den andern wundet mit des swertes knopfe oder mit des messers
hefte UrkCorp (WMU)
N238AB,3,40,41;
SM:Go
1: 3,8;
Lanc
446,33
u.ö.
2.2
an einer Turmspitze:
die türne stuonden alle dâ / mit blîe wol bedecket / und
wâren drûf gestecket / knöpf überguldet schône KvWTroj
17405;
ez was ein turn sinewel / sô hôch, vest und starc. /
[...] / ein dach darûf was gestrect / von schinteln
vest und dicke, / ouch sach man dâ ze blicke / funf knoph und als vil bogen
Ottok
30428;
conus: knopf, knof SummHeinr
1:267,262.
2:10,231.
– hier ‘Kuppel’? (vgl. Anm.z.St.):
der turn ist âne dach, / dâ er gedecket solte sîn / in einen knopf
guldîn / gewelbet rehte sinwel Flore (P)
4202.
4204.
4213
2.3
am Zeltdach:
sîn gezelt was rîche / gezieret küneclîche / hôch sinewel
als ein toph, / mit einem kristallînen knoph / waz ez bedaht
RvEAlex
5364;
daz der knoph [der pavelûne
] wesen solde, / daz was ein wol geworht ar Er
8915;
UvZLanz
4778;
WhvÖst
15462
2.4
auf einer Säule:
auff der sewl sach man stecken / acht knöpfe herleich, /
mit golde und mit gestaine reich HvNstAp
12002
3
an Geißeln ‘Kugel’ (vgl.
knode
2.1.1):
helm unde ringe er [Alberich] an
dem lîbe truoc / unt eine geisel swære von golde an sîner hant
[...] siben knöpfe swære die hiengen vor dar an
NibB
495,1;
daz die riemin [der Geißeln] solden
sin / daz warin ketenen iserin / groze knopfe hingen dar an Roth
692;
ein stap ist scorpîô genant / als uns diu wârheit tuot
erkant, / dâ sint an gehangen / mit liderînen strangen / grôze knöphe blîjîn
RvEAlex
16213;
die geiselriemen wâren grôz, / mit grôzen knopfen vor gebunden
Philipp
6838.
– hierher oder zu 1 als etw. Eingeknotetes (?):
swa die knoͤphe der gaislen hin giengent, da zuktent sú im daz flaisch
von dem ruggen PrGeorg
29,27
4
als Behältnis zur Aufbewahrung von kostbaren Gegenständen ‘Kapsel’
ain ciborje und ain liechter knopf / auff vier fussen was
gemacht: / di was mit turlein pedacht. / dar inne lag der reiche stain, / der durch
die turlein auß schain HvNstAp
13616;
daz netze was sinewel, / in einen knopf wol gemaht, / der was
ein stein von vremder slaht UvZLanz
8523
5
an Kleidung ‘Zierknopf’ (vgl.
knöpfelîn
):
von berlen vil wîze / knöpfe wârn geworht daran
Wig
2542.
– hierher oder zu 1 (?):
er truoc ein kriechisch hüetelîn / ûf sînem grâwen kopfe;
/ mit einem spæhen knopfe / ein twehel was dar ümbe / in wunderlicher krümbe /
geworfen und gestricket KvWTroj
4542
6
zur Bezeichnung einer markanten Bodenerhebung (vgl.
knobel
):
daz seilbe eigen gat an an demme Hattmere steine unt gat
[...] zuͦ berge unz demme knopphe zuͦ Lutterbach, von
demme knopphe zuͦ berge unz in die Schinersbach WeistGr
1,760
(a. 1310)
7
‘Darmwind’
[ein Mönch tröstet einen Ertrinkenden:] des inwere nieth
got er were ime wazzer also genedich also uf der erden. ez were rethe umbe eine
ertrunchene sele. sam da ein wib in eime baide [Bade]
sezze der ein knop entfuͦre als der uzer dem paite pluͦrert. also pluͦrert des
mensen sele uzer dem wazzer DreiMärlein
75rb,6
MWB 3,1 404,19; Bearbeiterin: Wemhöner
knopfelære
stM.
‘Henker, Aufknüpfer’
nü müssen wir raisen [auf Kriegszug gehen] so / das
niena kalb how noch stro / belib vmb allez Feltkilch / dich but der knopfler zwilch
[doppelt]
SpottgedLudw (A)
108
(vgl. Komm.z.St., S. 90)
MWB 3,1 405,48; Bearbeiterin: Wemhöner
knöpfelîn, knöpfel
stN.
Dimin. zu knopf, ‘(kleiner) Zierknopf’ an Kleidung:
ez sol auch weder man noch frauw niht mer tragen kainerlay gespenge noch ringe
noch knoͤpflin an dhainem ermel niht verrer danne biz an den ellenpogen
NüP
141.
150;
smareit und rubîn, / daz wâren dran [an dem
kasagân
] diu knepfelîn Wh
406,16;
sinwel arâbsch ein borte / oben drûf gehôrte, / mitten dran
ein knöpfelîn, / ein durchliuhtic rubîn Parz
231,13;
sîn buosem was al umbe / bestreut mit knöpfelînen, / diu sach man verre
schînen Helmbr
199;
diu knöpfel wâren silberwîz ebd.
187
u.ö.;
WolfdB
777,3;
KvWPart
12487;
Neidh
WL 30:8,8
MWB 3,1 405,53; Bearbeiterin: Wemhöner
knopfeloht
Adj.
‘knotig, knollig’ (?):
di wurzen, der vil an ein ander hanget unde sint alle cnhopelot
UrkFalk
165
(a. 1180-1195)
MWB 3,1 406,1; Bearbeiterin: Wemhöner
knopfen
swV.
‘knospen, sprießen’
waz mit saff vor waz durchsaft, / daz dar uz solten blute
[Blüten] knoppfen, / daz waz nu [nach
Einbruch des Winters] behenket mit tropfen, / mit yse lank
gezapfet Minneb
4313
MWB 3,1 406,4; Bearbeiterin: Wemhöner
knorpelbein
stN.
‘Knorpel’
sine [des Elefanten] knorpelbeyne
lech [morsch] / sint als yserine blech [
cartilago illius quasi lamminae ferreae Iob 40,13]
Hiob
14803
MWB 3,1 406,9; Bearbeiterin: Wemhöner
knorre
swM.
auch knurre (
Wig
5073;
DvASchr
319,32
).
allg. Bez. für verschiedene (organische) rundlich-verdickte Strukturen (zur
Etymologie vgl. DWB 5,1487; s.a.
knode
)
1 als Stück für sich 1.1
‘Baumstumpf’
1.2 übertr. ‘kurzer, dicker Mensch’
2 an Gegenständen, Körpern u.ä. 2.1 an Steinen ‘Unebenheit’
2.2 an Holz ‘knotige Verwachsung, Astknorre’
2.3 am Körper von Mensch und Tier ‘(hervorstehender) Knochen’
1
als Stück für sich
1.1
‘Baumstumpf’
der sonnen baum muͦz dorren / und werden zu eime knorren
HvNstGZ
1850
1.2
übertr. ‘kurzer, dicker Mensch’
so sind die kurtzen und die grozzen / ze knoren gebosszen MinneR 52
(L)
90
2
an Gegenständen, Körpern u.ä.
2.1
an Steinen ‘Unebenheit’
als der stein nimmer eben gelît, die wîle er knurren hât unde bühele, sie
werden ê her abe gebillet [abgeschlagen] , alsô
gewinnet daz herze nimmer rehte ruowe, ê daz die knurren der übermüete gar abe
gebillet werden DvASchr
319,32
2.2
an Holz ‘knotige Verwachsung, Astknorre’
ez [das Tannenholz] ist eben
und hât niht vil knorren BdN
314,4
2.3
am Körper von Mensch und Tier ‘(hervorstehender) Knochen’
unser knorren [
ossa Ez 37,11] / abe gesniten dorren
HeslApk
18277;
einem siht man die schultern storren / als bockes hörner und rindes
knorren Renner
364.
–
‘Knorpel, Verknöcherung’
[er betete so viel,] daz ime knorrin warin
gewahsehin an den kniwen. vnde di warin verhartit alse eime olbenden
[Kamel] . daz quam von den knievallin daz er
uffe den steinen det PrMd
16;
gebrochen bein, knor, biulen unde schrimpfen / wirt dick gewegen
ringe, / ein schoenez hâr gît mangem mêr gelimpfen Hadam
161,5;
sîn [des Drachen] drozze
gar von knurren was, / als ein steinbockes horn Wig
5073;
vertibulę sunt summę ossium partes, a vertendo nodis crassioribus
conglobatę [La. cnorre (vgl. Bd.
3,96)]
SummHeinr
1:131,215
MWB 3,1 406,13; Bearbeiterin: Wemhöner
knorreht, -oht
Adj.
‘verwachsen, knotig’
ist auch der grozzen zehen gelit, / knorrecht und slimpfes an
gewit [schräg ohne Erweiterung] / da vorne gen dem
balle, / derst torpellich [l. dörperlich
] mitalle Physiogn
390;
der puchspaum hât gar knorrot wurzeln BdN
317,2.
337,27
u.ö.;
einer ist wanneht als ein troc / der ander knorroht als ein stoc
Renner
356
MWB 3,1 406,47; Bearbeiterin: Wemhöner
knorz
stM.
‘Knoten, Knorren’, hier übertr. ‘kleiner, gedrungener Mensch’ (vgl.
knorre
):
die kurczen und die grozzen / daz sint knorzen oder bozzen MinneR
52
90
MWB 3,1 406,55; Bearbeiterin: Wemhöner
knospe
swF.
‘Knospe’
di knospin heysin in latin gemma Pelzb
121,7;
wen di bletir alle ab geuallin sint vnde di knuspin noch nicht
sint vs gesprossin vs deme wynstocke ebd.
131,29.
121,21
u.ö.
MWB 3,1 406,59; Bearbeiterin: Wemhöner
knospel
stN.
Dimin. zu knospe, ‘kleine Knospe’
di vremde rinde di sal han knvspil eynis odir czwey odir dry
Pelzb
121,3.
121,6
MWB 3,1 406,63; Bearbeiterin: Wemhöner
knotære
stM.
jmd., der einen geknoteten Strick trägt, ‘Franziskaner’ (vgl. DWB
5,1510):
unde von Ragnîte / begriffin ouch dî dite / ein brûdirlîn,
ein knottir, / daz was genant der Ottir NvJer
26064
MWB 3,1 407,1; Bearbeiterin: Wemhöner
knote
swM.
→
knode
MWB 3,1 407,5;
knouf
stM.
1 als rundliches abschließendes (Zier-)Element an Gegenständen und Gebäuden
‘Knauf’
2
‘Knoten’
2.1 botanisch 2.2 künstl. i.S. einer festgezogenen Schlinge
1
als rundliches abschließendes (Zier-)Element an Gegenständen und Gebäuden
‘Knauf’
– am Schwert:
den wurm er in daz houbet sluc, / so daz iz
[das Schwert] gar
besouf [versank] / von dem orte biz an den knouf
Herb
1110;
sie slugen vnd stizzen / [...] /
mit des swertes knoufe ebd.
5411.
11918;
Lanc
350,16.
– am Dach von Türmen und Zelten:
da was schon gesetzett auff / auff yeden turne ain gulden
knauff HvNstAp
11085;
in dem wane sie bliben, / sie solden in [den
Turm zu Babel] uf triben / untz in des himels schiben, / den
sin knouf solde erreichen Pass I/II (HSW)
10641;
Wartb (H)
427:12,9;
auff dem gezelde stund ain knuff HvNstAp
3956.
– an einer Kopfbedeckung:
sein haubt trüg ain reyches klaid, /
[...] / es was inderhalb ain krone, / ain infell
[Bischofsmütze] dar in getriben auff. / auff dem
spitze was ain knauf, / der was ain liechter rubein HvNstAp
18193
2
‘Knoten’
2.1
botanisch:
das man das rys [Pfropfreis] snyt
von syme stamme benedin deme knoufe [...] in der lenge
czweyger neyle eynis vingers Pelzb
120,17
2.2
künstl. i.S. einer festgezogenen Schlinge:
– hier übertr. ‘Fessel’
dîns sinnes lôf / sturze mich in minnenknôf [Hs.
dines sinnes loyph./ sturtze mich in minnen knoyph
]
Wizlav
L12,46
MWB 3,1 407,6; Bearbeiterin: Wemhöner
knoufel
stN.
Dimin. zu knouf, hier ‘(kleiner) Zierknopf’ (vgl.
knöpfelîn
):
ir ermeln ane prise, / ane knoufeln, ane twanc, / ir cleider eben, nit zu
lanc, / mezlich [war] alles ir gewant Elis
1991
MWB 3,1 407,32; Bearbeiterin: Wemhöner
knübel
stM.
nur Pl.
‘Fingerknöchel’
an den [Händen] sint forne finf
fingere mit horne. / daz horn sint die negele, fur die gânt die chunebele
Gen
134;
swenn ich mit ir gemelîchen wil, / sô sleht sî mir slege vil / ûf hende und ûf
die knübele BFrau
149;
Hiob
8938.
13540.
– auch pars pro toto für die Finger oder die ganze Hand:
ich hoere von sümlichen sagen / [...]
/ daz si ezzen ungetwagen; / den selben müezen erlamen die knübel!
TannhHofz
144;
er vazzete in sine knubele / die wurfele Pass III
536,78;
mit vast getwungen knubelen / sin swert beclemmet halden
HeslApk
4900.
– in einer Bekräftigungsformel:
sam mir alle mîne knubele, / diz ist uns nuzze unde ist uns guͦt
Kröllwitz
4037
MWB 3,1 407,36; Bearbeiterin: Wemhöner
knubelen
swV.
‘jmdn. unterjochen, unterdrücken’
[Dionysius] wart gar swer dem lande. / diz volk wart er
so knubelen / daz man in den ubelen / Dyonisium benante Hiob
6141
MWB 3,1 407,51; Bearbeiterin: Wemhöner |