klagerede
stF.
‘klagende Rede, Klage’
us grobes synnes koͤrn / wil ich mit den slehten rymen, / so
ich sie kan zu sammen lymen, / ein clag rede hie heben an Minneb
4287
MWB 3,1 308,57; Bearbeiter: Hansen
klagerîche
Adj.
‘reich an Klage, klagend’
ist danne mîn sang dur nôt nit klagerîch, / sît ich gegen ir
bin schulden frî? SM:Te
4: 2,11
MWB 3,1 308,61; Bearbeiter: Hansen
klageruof
stM.
‘klagender Ruf, Klage’
da heim in sinem riche erhal sin klagender [La. clage
] ruͦf gar ungevienet JTit
928,4
MWB 3,1 309,1; Bearbeiter: Hansen
klagesam
Adj.
‘beklagenswert, schmerzvoll, traurig’
swie schedelîch diu swære / liute unde lande wære, / diu von
ir hêrren tôde kam, / ezn was doch niht sô clagesam, / sô daz man dise quelende nôt
/ und den erbermeclîchen tôt / an dem vil süezen wîbe sach Tr
1770
MWB 3,1 309,4; Bearbeiter: Hansen
klagesanc
stMN.
auch klagen-.
‘klagender Sang, klagendes Lied’
sîd daz ich nû nit bringen mag / der welte fröidenrîchen sang,
/ dêswâr, so muoz ouch klagesanges sîn geswigen! SM:Te
6: 3,3;
nu horet sagen clagen sanck / van Karlle dem heren KarlGalie
11728;
klagesenge und senge der trûrekeit HvFritzlHl
58,16;
Davit von jamir tihte alda / ein klagelichis klagesang, /
das hat klagindin anevang / und klagelichis ende zil RvEWchr
26891.
26896
MWB 3,1 309,10; Bearbeiter: Hansen
klageschaz
stM.
hier -satz.
Gebühr, die (bei Klageerhebung) an das Gericht zu entrichten ist (vgl. DRW
7,1056f.):
dar nah ist reht, daz der amman kainen chlachsatz sol in nemen, ê daz dem
geriht wirt, der diu chlage hat StRNördl
5,15
MWB 3,1 309,20; Bearbeiter: Hansen
klagesêr
stMN.
‘quälende Wehklage’
ích bín scúldic [...] in wêscreie, in wúoftin, in
únrehter angiste, in trúrigheite, in chlagasêre, und in álles leides unmezze unde
míssetrôste BambGlB
144,28
MWB 3,1 309,25; Bearbeiter: Hansen
klagesingen
stN.
‘Klage bringender Sang’
des wahters klagesingen / mit jâmer in ir [der
Liebenden] herze brach, / dâ von ein misselingen / an lieben
fröiden in geschach KLD:WvBreis
2:2,1
MWB 3,1 309,29; Bearbeiter: Hansen
klagesmërze
swM.
‘Klage bringender Schmerz’
dem uater uaste leidet daz er in het uerteilet: / Esav chlage smerzze stach in
in sin herzze GenM
52,14
MWB 3,1 309,33; Bearbeiter: Hansen
klagespruch
stM.
‘klagende Rede, Klage’
die clagsprúch dez lidenden menschen under dem rosbom
vahent an also: [...] / min grossú clag die lit dar an, /
daz ich muͦss sin ein armer man Seuse
397,9
MWB 3,1 309,37; Bearbeiter: Hansen
klagestat
stF.
‘Ort, an dem (bei einer Beerdigung) geklagt wird’
nymant sal zcu lychen gehen odir an der clage stad sitzen, er dan man vespere
gelutet [
nemo ad aliquod funus in loco querimonie sedebit ante pulsum
vesperarum
]
StRMühlh
133
MWB 3,1 309,41; Bearbeiter: Hansen
klagestimme
stF.
‘klagende, schmerzerfüllte Stimme’
mit ainer klage styme sy rieff: / von Tarsis ir purgere! /
ich clag ew mein schwere / und tu ew meinen jamer kunt HvNstAp
15497;
si fuͦren durch die wilde und liden not und arebeit vil herte. / do liez der
walt ir clage stimm erklengen / zu kunde wol die virre: ein cleiner don kan sich in
walde lengen JTit
5138,3
MWB 3,1 309,46; Bearbeiter: Hansen
klagetwanc
stM.
‘schmerzliches Ungemach’
Therentius sprichit ouch, / daz iz dir zu nichte touc, / daz
du strebis wider clagetwanc. / dune komistis abe, du wirdis cranc
Elmend
A 849
MWB 3,1 309,54; Bearbeiter: Hansen
klagevogel
stM.
‘Kauz, Käuzchen’ (als Bez. für verschiedene Eulenarten):
ulula haizt ain klagvogel, dar umb, sam Isidorus spricht, wan
sô er rüeft oder schreit, sô tuot er sam er wain oder klag, und bedäutt sein stimm
ungelük [vgl. Isidor, Etym. 12,7,38
]
BdN
227,21.
227,20.
MWB 3,1 309,58; Bearbeiter: Hansen
klagevüerære
stM.
Prozessvertreter einer Partei vor Gericht (vgl. DRW 7,1061):
enprist aver der antwurter dem anchlager mit dem rechten, so
sol er fuͤrbaz ledich sein der ansprach von dem, dez chlagfuͤraer dirr gewesen ist
StRMünch
315,25
MWB 3,1 310,1; Bearbeiter: Hansen
klagewandel
stM.
‘von dem unterliegenden Beklagten zu zahlende Gerichtsbuße’ (vgl. DRW 7,1066
mit einem weiteren Beleg des 14. Jhs.):
wehr ambtman ist, dem gehörent an die wandl zu nemen umb zeredtung, umb
schwert zugken, messer zugken, überärn und überzeinen und klagwändl von iedem zwelf
phening WeistÖ
8:899,27
(a. 1340)
MWB 3,1 310,6; Bearbeiter: Hansen
klagewîse
stF.
‘Klagemelodie’
Davit von jamir tihte alda / ein klagelichis klagesang, /
[...], / das grozer klage irzeigte vil / dú in der
klage wise gie RvEWchr
26895
MWB 3,1 310,13; Bearbeiter: Hansen
klagewort
stN.
1
‘Klagerede, Klage’ (im Pl.) 2
‘Klage, Jammer’
1
‘Klagerede, Klage’ (im Pl.):
disǐ wort daz sint clagewort Konr
2 W1,2;
von disen klageworten / diu frouwe zallen orten / vil inneclichen trûrte
KvWEngelh
3357;
dô dise clagewort / brûdir Ernke hât irhôrt, / sîn herze
binnin wart beweit [d.i. beweget
] / kegn ir in barmeherzikeit NvJer
19262;
geclagetes aber ir hêrren iht / mit clageworten? nein si niht
Tr
1736;
HvFreibTr
6652;
Seuse
125,19
2
‘Klage, Jammer’
in dem lande vlouc zehant / niht wan daz eine clagewort: / ‘â
noster sires, il est mort! / welch rât wirt des landes nuo? /
[...] ’ Tr
5483
MWB 3,1 310,17; Bearbeiter: Hansen
klagewunt
Adj.
‘durch Klage verwundet’
ir frawen, daz bedencket e, / e daz diu afterriuwe erge! / und wirt iuch
afterriuwe kunt, / so sit ir immer clage wunt UvLFrb
1108
MWB 3,1 310,29; Bearbeiter: Hansen
klagewuoft
stM.
‘Wehklage’
claga uuoft áne trôst Himmel
52
MWB 3,1 310,33; Bearbeiter: Hansen
klagunge
stF.
‘Klage, Beschwerde’
so werde alle div noturft [an Kleidung] von dem
abbete gegebin. [...] daz aller der noturfe clagunge abe
genumen werde [
ut omnis auferatur necessitatis excusatio
]
BrHoh
55;
qverimoniam: chlágunga Gl
1:773,4
MWB 3,1 310,35; Bearbeiter: Hansen
klam
stM.
‘Bedrängnis, Klemme’ (vorwiegend in religiösem Kontext):
siu ligent in dem clamme / der helleschlichin wamme / in dez tievils buosen
Martina
148,53;
daz bant ist der gedienet ban, / der klemmet in der helle alsô, / daz Jûdas
nie die nôt [La. nie solich clam
] gewan Winsb
53,10;
der mit im leit des krûzes klam JvFrst
10567.
– hierher oder zu →
klamme
stF.?:
si werden in verdammen / zû des tôdes klammen
JvFrst
6192;
och wirt der dritte gebreste / dem menschen in dem neste / uon der nature
clamme / in siner muoter wamme / diu in also entschicket / daz vatter vnd muoter
erschricket / von dez kindes bilde Martina
199,93;
mit svnden clamme ebd.
205,35
MWB 3,1 310,41; Bearbeiter: Richter
klam (?)
Adj.
Ansatz und Bedeutung unklar, vgl. Frl Anm.z.St.:
do dir ein clamer morgen schein Frl
13:33,6.
– syntaktisch unklar, mehrere Wortarten denkbar, jedoch Eingriffe in den Text
erforderlich:
bî dem wart ouch erzeiget / daz in di herz sich neiget / zû
blîben dâ daz wâre lam / daz an des krûzes boume klam [Hs. chlamp
[:lamp], trotzdem zu klimmen stV.?] /
enphangen wirt mit andâcht, / zû wesen dâ hât er gedâcht JvFrst
1500
(vgl. z.St. S. 384 und Ferber 30,10-14)
MWB 3,1 310,55; Bearbeiter: Richter
klambe
stF.
→
klamme
MWB 3,1 311,1;
klamben
swV.
→
klammen
MWB 3,1 311,2; |