k – cadmia kaf – kalc calcaire – 2kalle 3kalle – kaltlîchen kaltnisse – kamerærse kamerbëlle – kamerselde kamersidel – kampfer kampfgenôʒ – kampfwât kampfwërc – kanonîen kanonike – kanzelschrîbære kanzwagen – Cappadociære kappân – kappûnen capût (?) – kardenâldiaconus karele – karra(t)sche karre – karthiusære kartur – kæselîn kæse|lüppe – kasten kastenære – kathecuminus kathezizieren – kauerære (?) kauergerihte – kefse 1kegel – keisertuom keitivic (?) – kelken këllære – këlre këlstëchære – 2kemelîn kemelînvleisch – kendelîn kenecte – keppechîn keppeler – kerkerhaft kerl – kerrîne kerschlich – kerzîn kerzlach – ketenwambîs kettelinc – keʒʒelære keʒʒelærinne – kîche kîchen – kiesærinne kiesen – kindebet kindechîn – kindestac kindestohter – kintbettegemach kintbetten – Kiperære Kiper(e) – kirchenbrëchære kirchenerbe – kirchhërre kirchhof – kirchtac kirchtor – kirnen kirnîn – kitzelen kitzelîn – kiuwe kiuwen – klâfterlanc klâftermâʒe – klagenôt klagerede – klamben klamen – klæret klârheit – klëber klëbereht – klegerse klêgrüene – kleinlîche kleinlîcheit – kleinvüegunge kleinzëhende – klepfze kleppisch – klinge klingelære – klobeholz klobelouch – klôsterknëht klôsterlëben – klôsterweide klôsterwërre – klûde klüege – klupfen kluppe – klutterât klûwen – knëhtelîn knëhten – kniel (?) knieleip – knodebôʒe knödel – knubelen knugelîn – kobel kobel – kochman kochsudel – kôle kôlegruobe – kolner kölnisch – komelinc komen – condewier condewierde – konkavelite, konkavelit conplêt – convëntkopf convëntswester – koraze (?) körbelîn, körbel, körblî – körnære kornban – kornmesse kornmetze – corporâl corporâlgewæte – kostebæric kostebærlich – kötze kotzeht – koufgenôʒ koufgiric – koufschalc koufschanze – krachen kradem – krâme kræmel – kranc- krancmüetic – 1krapfe 2krapfe – krëb(e)ʒ krëbeʒen – krefticheit krefticlich – kreiʒgengel kreiʒlingen – kreter kretscheme – kriechelîn kriechen – krîgen krîieren – krippen- krîsch – kristâbent kristalle – kristenin kristenisch – kristiâne kristier – kriutener kriuzaltære – kriuzloht kriuzphenninc – 1krœnen 2krœnen – krotenstein krotenstutz – krülle krüllel – krupfei krüpfen – krûtmezzer Krûtnowe? – kûchen kuchenære – küechelmël küefelære – kugelhuot kügellîn – kumberlich kumberlîn – kûmen kumer – kunde künde – künftigære kunftlich – künigeslêhen künigessilber – künstelîn künstelôs – kuntmeister kuntsame – kuosërtærinnesun kuo|smër – kuppe 1kuppel – kurdewân kurdewænære – kurpen kürre – kurtois kurtoisîe – kurzwîle kurzwîlen – kuster kusterîe – kutzelvleisch kützen – kûze
|
küchen-,
kuchi|swëster
F.
‘Laienschwester, die in der Küche arbeitet’
ein stillú senftmuͤtikeit, nút allein
gen den prelaten, oͮch gegen den minnesten kuchischwestran
Seuse
422,1
MWB 3,2 664,15; Bearbeiter: Bohnert
kuchentopf
stM.
‘Küchentopf’
die [Seele] hant sie mir gevnerit, / mit svnden
maculerit / wil swerzer dan ein kvchen dob PrHess
51,197
MWB 3,2 664,19; Bearbeiter: Bohnert
küchenvar
Adj.
‘nach der Küche aussehend, durch die Küchenarbeit fleckig, rußig, schmutzig
geworden’
Rennewart der küchenvar Wh
189,1;
daz küchenvar gewant ebd.
190,24;
mit küchenvarwem velle ebd.
201,24
MWB 3,2 664,22; Bearbeiter: Bohnert
küchenvarwe
stF.
Ansatz unsicher, auch ein Syntagma ist möglich.
‘Aussehen nach der Küche’, auf fleckige oder rußige Kleidung
bezogen:
ouch gap nâch küchen varwe schîn / sîn
[Rennewarts] swach gewant und ouch sîn har
Wh
188,16
MWB 3,2 664,27; Bearbeiter: Bohnert
kuchenviurære
stM.
‘jmd., der in der Küche das Feuer unterhält’
davon git man [...] zwein lantnærn zwen wek, vnd
dem chuchenvivrær [
fivrærio coquine
] einn
wek, vnd zwein haitzærn zwen wek UrkGeisf
422.
420
(13. Jh.)
MWB 3,2 664,32; Bearbeiter: Bohnert
kuchen-, kuchelvrischinc
stM.
‘in die herrschaftliche Küche abzuliefernder
vrischinc’
Marutayra geit [...] 1 faisten frischin und 1 chuchen
frischin UrbSonnenb
23.
34;
DRW
8,27;
ain kuchelfrisching ebd.
8,21
(beide Belege in: BeitrSteirG.; 1. H. 14.
Jh.)
MWB 3,2 664,37; Bearbeiter: Bohnert
kuder
Subst.
→
kulter
MWB 3,2 664,43;
kuderwan
stNM.
→
kurdewân
MWB 3,2 664,44;
küechelîn
stN.
Dimin. zu →
kuoche
.
1 eigentl., ein Backwerk aus Mehl (s.a. DWB 5,2494) 2 übertr., Pl., ‘Kindbettschmaus’
1
eigentl., ein Backwerk aus Mehl (s.a. DWB 5,2494):
prante chuchel aus semelmel UrkKlostern
1, Einl. 45 Anm. 8
(14. Jh.);
da von [einer Handvoll Mehl] wil /
ich machen ein kuchelin / mir und deme sune min / bi zwen
spenen [Brennholzstücken; III Rg 17,12]
Daniel
2521.
– in Glossen (Näheres zur Bed. s. AWB 5,525 s.v. kuohhil,
kuohhilîn); für lat. frixile:
kuochelin, cuchiliu SummHeinr
1:336,312.
2:90,72;
für lat. pastillus, -um:
chvͦchelin vel phanzelt ebd.
2:425,01.34;
cuͤchli, kuͤchli VocOpt
13.207.
13.208
2
übertr., Pl., ‘Kindbettschmaus’
darzuͦ ist verbotten, das kain froͧw ze den kuͤchlin noch
zuͦ den kintbetten nit gan sol StRStGall
83,6.9
MWB 3,2 664,45; Bearbeiter: Bohnert
küechelmël
stN.
Mehl für
küechelîn
:
du hast gepraten und gesotten / visch, vlaisch, wild und zam,
/ [...] und us kuͤchel mel / krapfen und bastel, /
gefúrriert mit edelen dingen SHort
4095;
wa buͦch ich dir ie min kuͤchel mel? ebd.
4108
MWB 3,2 664,59; Bearbeiter: Bohnert
küefelære
stM.
‘Küfer, Fassbinder’
(Matzel, Wortschatz S. 181):
Heinr. der muͤltzzer chneht von dem heiligen chrauts schol t.
[d.i. totslach
] umb Perhttolden den
chuͤffler UrkRegensb
734
(a. 1325–1350)
(oder zu →
köufelære
?)
MWB 3,2 665,1; Bearbeiter: Bohnert
küefer
stM.
zu →
kuofe
.
‘Fassbinder, Küfer, Böttcher’ (s.a. Nölle-Hornkamp, Handwerkerbez. S.
523f.):
[der Burggraf] sol setzen meister uber alle die anbaht in
der stat, uber di sateler [...], die kufere
[
eorum qui faciunt vasa vinaria
] , die
bechherere, [...]
StRStrassb
59,44;
die koufere [
cuparii
]
ebd.
77,113;
kuͤffer UrkStraßb
1:395,8
(a. 1263, kopial 1304).
– als Personenname bzw. Bestandteil von Personennamen:
jtem ein halb zweiteil v́ber das tâl bi deme Kuͤffere
UrkCorp (WMU)
N410,35;
jch Heinrich der Kvͦffer von Morswilre ebd.
N524,33;
Seyfrit dez chuͤffers sun UrkRegensb
733
(a. 1325– 1350);
Vlrich Chvͦfer SchenkRegensb
215
(undat., „Circa annum 1168” nach Th. Ried, Codex
chronologico-diplomaticus, Bd. 1, Regensburg 1816, S. 270, kopial 13. Jh.
nach Einl. S. 152);
TradRegensb
533
(a. 1219?);
UrkStraßb
3:173,10
(a. 1305);
s.a. Matzel, Wortschatz S. 179 mit weiteren Belegen aus
UrkRegensb
731–763
MWB 3,2 665,6; Bearbeiter: Bohnert
küeferknëht
stM.
‘Geselle eines Fassbinders’
Örtel fronpot schol ein w. [d.i. wunden
]
fuͤr Ch. den chuͤfferchneht UrkRegensb
732
(a. 1325–1350).
738
(a. 1325–1350);
UrkFreiburg (Sch)
2,144
(Mitte 14. Jh.)
MWB 3,2 665,25; Bearbeiter: Bohnert
küefermeister
stM.
‘Fassbindermeister’
und der koufer meister [
magister autem
cupariorum
] der git daz holtz [für den
becherere
]
StRStrassb
77,112;
und di chuffar meister schulen ie der meister zwei schaͤffel
[...] vertigen UrkRegensb
727
(um 1320)
MWB 3,2 665,30; Bearbeiter: Bohnert
küelde, küeldene
stF.
vgl. mnd. kölde, auch küldene (MNDWB 2,612).
‘Kühle’
do nazzete ouch daz gras, / die wile daz die kvlde was
Herb
7890;
der mittir tac zugienc / und die kuolde ane gevienc
Athis
C* 4;
were aber dy erde alleyne [wäre sie das einzige
Element] , so eyn mochte vor groze dorde vnde kulden nycht
gewaszen, so man wol suͤt in deme wyntere, alz et kalt yst, vnde yn deme
somere, alz ez heyz yst ader czu dorre OvBaierl
2,7;
wan et [
daz mensche
] eyn
wennig to kalt [i.S. der Humoralpathologie] yst, so mag
man eme eyn wenig warmez geben, dat en hilpet, vnde dy kuldene vortrybet ebd.
3,15
MWB 3,2 665,36; Bearbeiter: Bohnert
küele
Adj. , kuole
Adv.
‘kühl, kalt’
1 eigentl. 2 übertr.
1
eigentl.:
ein vrischer küeler brunne Tr
16739.
9081;
der brunne der was küele, lûter unde guot NibB
979,1;
swer badit in kaldeme wazzere [...].
des lip wirt kule vnde vuchte SalArz
25,57;
ein chvler lufft Warnung
1974;
diu [vom Tau] küele prâerîe
Tr
17151;
mit einer küelen salben / lât iu daz houbet bestrîchen, / sô
muoz iu diu hitze entwîchen Eracl
3118;
den küelen schaten Walth
94,25;
man schol die pirpaum [...] setzen
an küel stet, sô wachsent si gern, wan si sint küeler nâtûr BdN
341,18;
abir di stat, do man di vrucht sal legin, di sal syn ane wynt
vnd meslichin kule Pelzb
132,26;
so die [
sunne
] ie tiefer
nider schinet in daz tal, so sie ie heizer ist. so sie ie hoher ist, so si ie
kuͦler ist Lucid
40,5;
die winde wâren von ir [der
Linde] schate / süeze, linde, küele Tr
17177;
die küelen scharphen winde KvWLd
13,7;
küel [...] sam der nordenwint
BdN
466,28.
–
der küele winder Neidh
SL 21:1,1;
eines kulen meien blute Brun
1066;
chuler abent StrKD
29,20;
die küelen morgen SM:Had
23: 1,3;
wê uns küeler stunden! ebd.
18: 4,11.
–
eteslîchen von gedrange was niht küel Loheng
2085;
und ist mir deste kúler Lanc
388,29.
– Adv.:
daz fiur bran vil grimme: / dâ saz diu maget inne / als sî kuole badete
MargAntioch II
389;
(bildl.:)
[Minne bewirkt] daz er [der
minnære
] brinnet als ein strô
[...] / und machet daz er dar nâch stât / sunder
mâze kuole [: schuole
]
Flore (P)
741;
nim ein verkelin [...] vnd
bruͤ daz kuͤle [nicht zu heiß (F. Bech, Germ.
27 [1882], S.
162)] vnd zvͤhe im daz har allez
abe BvgSp
8
2
übertr.:
mit mæzlîcher nôt, / mit küelem herzeleide
Tr
16625;
küller mütt GTroj
11623.
– mit Gen.d.S.:
die sele des gerechten / [...]
wirt nimmer kul / der waren gotes minnen HeslApk
7764;
die wisheit [...], / die nimmer
wirt gedanken kuel ebd.
13599
MWB 3,2 665,49; Bearbeiter: Bohnert
küele
stF.
auch swF. (Lucid ; BdN ).
‘Kühle, Kälte’
algor: chvͦle SummHeinr
2:179,01.47;
gelu et frigus: chuͦle und frost PsM
C 7,69;
des wazzers kule Pass III
401,81;
ain edliu kuͤl / und suͤzzer smak
WhvÖst
4930;
(bildl.:)
[das Hohe Lied] ist ein koͮli der muͦdin.
iz ist ein mandunge der rôwenton TrudHL
6,16;
die [Heiligen] bringent
in [den Seelen im Fegefeuer]
[...] etwenne die kuͦlin Lucid
67,2;
sô gibt si [die Lunge] dem herzen
ain küeln, daz ez iht erstick von seiner aigen hitz BdN
26,14;
eine küele vân UvZLanz
3127;
der [Melancholiker] hat der kule
mere vnde der trukene an siner complexionem SalArz
6,48;
gein abent an der kuͤl WhvÖst
9906;
ane der werlde küele, ir werme unde ouch ir labe / kein mensche leben niht
gemac FvSonnenburg
2,6;
manic guldin tuͦch durch kuͤl / fuͤr
sunnen schin gespannen was WhvÖst
10138;
in ainer küelen zwischen haiz und kalt BdN
166,24;
einen tropfen sende [Lazarus] / ze küele mîner
zungen [
ut refrigeret linguam meam Lc 16,24]
LBarl
3517;
Rol
4456;
Tr
18144;
RvEWh
3664;
PrGeorg
70,19.
321,37
MWB 3,2 666,22; Bearbeiter: Bohnert
küelen
swV.
1 tr., ‘kühl machen, kühlen’
1.1 eigentl. 1.2 übertr., sînen muot/ zorn ~
2 refl., ‘sich abkühlen’
2.1 eigentl. 2.2 übertr.
1
tr., ‘kühl machen, kühlen’
1.1
eigentl.:
ein brunne da [...] enspranc, /
beide clar vnd kalt [...]. / da kulte ich mine zvngen
Herb
2190;
ain tuoch, daz geküelt sei in wazzer BdN
417,34;
zuhant sie unfursunnen lag [...]. / ich labte sie
und kuͤlte / mit tauwe, zwar ich fuͤlte, / daz sie zehant wart
mundir Baldem
339;
diu [
ros
] hêten sich verstanden.
Wate hiez si küelen [mit Wasser übergießen]
Kudr
1149,4;
linin gewant [...] kulet den lip
SalArz
22,39;
wîn ~
StrKD
62,38;
der môn küelt der sunnen hitz BdN
66,24.
5,28.
347,24;
SalArz
47,42.
71,25.
– mit Dat.d.P.:
der ofen, der da gluote, / den chuldestu den chinden
SüklV
679;
der tou [...], / der küelet
in ir vüeze Tr
17392;
kule deme sichen daz antlize mit wazzer
SalArz
47,2.
70,23;
PrOberalt
118,35.
– mit Ersparung des Obj.:
du [Gott] wermis vnde kulis,
/ du fuhtes vnde dirres Litan
148.
68;
er kan beide krefteklichen brennen und trostlichen
kuͤlen Mechth
1: 44,76;
[
krässelkraut
] ist guot für der lebern
überhitz und küelt gar vast BdN
412,11;
die aicheln küelent mêr wan die kesten ebd.
343,28
u.ö.;
DvAStaff
271;
SalArz
71,18
1.2
übertr., sînen muot/ zorn ~
:
swenne Mâbûz erzürnet wart / und im iht leides wart
getân, / sô hiez er einen man erslân. / alsus kuolt er sînen muot
UvZLanz
3563;
Herb
10296;
sie kvlten irn zorn ebd.
7492;
so went yr an myr rechen [...]des Wolffings ende
und uwer selbest zorn, / so wollet yr sanffte kulen uwer hertzenleyt
Alph
618;
PrLpz (L)
76,14.
– mit Präp. (an, mit):
und küele ich dannoch mînen muot / an im zewâre reht, / swie ich wil
UvLFrd
544,22;
dô kuolten mit den wunden die geste wol ir muot
NibB
2133,3;
KvHeimUrst
1018;
Daniel
7132
2
refl., ‘sich abkühlen’
2.1
eigentl.:
die wolden sich dâ küelen unde badeten ir lîp
NibB
1533,4;
als ich mich kvulte alsus Herb
2193;
und twuoc sîne hende / und kuolt sich undern ougen
UvZLanz
4211;
her Gwîgâlois [...] / kuolte
sich und ruowet dâ [unter einer Linde]
Wig
4077;
Eilh
R,1677;
Er
4512;
NibB
2058,2
2.2
übertr.:
ez [das Wild, d.h. die Geliebte] mac sich
küelen [erfrischen, erholen] in geselleschefte, / sô
mac mich troesten niemen / wan ez allein Hadam
223,5;
[Gott spricht zur liebenden Seele:] din suͤsses
jagen machet mich so muͤde, / das ich begere, das ich mich kuͤle /
in der reinen sele din Mechth
2: 25,46
MWB 3,2 666,44; Bearbeiter: Bohnert
küelîn
stN.
‘kleine Kuh’
dune habest mir [...] / min einigez
chuelin genomen, / da ez allez von solte chomen, / des ich armiu solte leben
StrKD
126,187
MWB 3,2 667,27; Bearbeiter: Bohnert
küelnisse
stF.
‘Kühle’
platanus [...] hat breite blater. /
di blater schaten uzwenig / und geben kulnisse innewenig Brun
5934
MWB 3,2 667,30; Bearbeiter: Bohnert
küelunge
stF.
1
‘Kühlung’
2
‘Kühle’
1
‘Kühlung’
du bist miner brust ein suͤssú kuͤlunge
Mechth
3: 5,11;
ain iegleich tier hât ain lungen daz auf dem land gêt und den
luft in sich zeucht zuo ainer küelung des herzen BdN
29,30
2
‘Kühle’
des morgens stunt die frauw off frú, umb das sie in
der kúlung ryten wolt, wann es des tages heiß was Lanc
125,27
MWB 3,2 667,33; Bearbeiter: Bohnert
küene
Adj.
1
‘kühn, mutig, streitbar’ , in Bezug auf Krieg, Kampf 2
‘wild, angriffslustig’
3
‘dreist, verwegen, draufgängerisch’
4
‘tapfer, standhaft’
1
‘kühn, mutig, streitbar’, in Bezug auf Krieg, Kampf:
ein küener degen Iw
7001;
der helt küene Parz
64,28;
von küener recken strîten NibB
1,4;
ein chuͦne wigant Eilh
R,1610;
der küene man NibA
21,3;
KvWTroj
12390;
der küene Sîfrit NibB
973,1.
979,4;
Herb
3895;
di chunen Sachsen Rol
5215;
Franchen di chuͦnen ebd.
6849;
ob ir kvne sit Herb
13630;
swie küene er sî, / ern getorste den wurm nie bestân
Wig
4730;
der helt [...] / was sô küene und
alsô quec KvWTroj
6825;
und was er küene als ein swîn UvZLanz
3546;
daz ich zehenstunt sterker bin / und kûner danne ich ê was En
11337;
wie möht er küener gesîn? NibB
1946,4;
ez enwart [...] / nie kvner man
geborn Herb
10825;
der aller chuͦniste helt VMos
67,19;
sîn lîp ist küen und unverzagt Wartb (S)
133,4
= Wartb (H) , Einl. S. 174.
– mit anderen Adj. verbunden:
der degen küen’ unde balt NibB
43,4;
Parz
267,2;
chune unt biderbe Rol
7243;
wol gezogen, küene, blîde, milde KLD: UvL
38: 2,2;
getriuwe, küene, milte, rîch Tr
252;
chuͦne unde snel Rol
126
u.ö.;
Wh
351,18;
starg, kvne, schone Herb
2980;
der arme stolze kuͦne degen GrRud
Hb 49
(ähnl.
Lanc (WZ)
182
=
Lanc
26,24
);
chune unt uermezzen Rol
3745;
Ottok
29065;
wise unde chuͦne Rol
1370;
HistAE
1140;
küen und witzic Ottok
22273.
– mit Gen.d.S. oder Präp.:
die wiges kuͤnn fuͤrsten stark
WhvÖst
14770;
di Prussen, / di sint chuͦne ze rossen
Rol
8080;
der herre was [...] / kvne zv
schilde Herb
13271;
er were / [...] kvne an der
fechte ebd.
3080.
– subst. M.:
der küene und der zage Wh
303,14;
der küene starke ebd.
142,19;
inbeidinhalbin sich / der kuͦnin scade gemerte
Athis
C 51;
der chunisten ainer Rol
2924.
4395;
dem kaiser sint di sine chuͦnen alle erslan ebd.
8038;
die chûnen von Tyre [...], / si
fuhten alsô wildiu swîn VAlex
943.
– subst. N.:
di helde sint wol gar [...] : /
uil gewis sit ir des, / daz nicht kuͦners mac sin Rol
8045;
der schuf daz kone der was
koner [Komp.]
Brun
8424.
– übertr.:
küene grüene lît der anger widerstrît SM:Wi
3: 1,13
2
‘wild, angriffslustig’
daz tier
[
Cale
] voͤrhtet nith wen die swarzen
varwe vnde ist so kuͤne in dem wassere als uf der erde Lucid
26,13;
der [
lewe
] ist starch
unde choͮne Spec
119,27;
der tuvel ist so chune / alsam der lewo wilde, / ja vert er
ruhelente [brüllend] , / wi er uns muge verswelhen
HimmlJer
147;
die perinne sint sterker und
küener [
audaciores
] wan die pern
BdN
162,30;
ein wilt eber kone Brun
12587;
[Gahmurets Pferd ist] küen dâ man solt strîten
Parz
41,2;
ain küener vogel BdN
198,7;
er was kuen als ain straus HvNstAp
19656.
3674.
– subst. N.:
mit ir scharpfen gêren si wolden jagen swîn, / bern unde
wisende: waz möhte küeners gesîn? NibB
916,4
3
‘dreist, verwegen, draufgängerisch’
suelre ist heizer vnde trukener nature, der ist
gachmuͦtich vnde kuͤne Lucid
50,14;
daz fleuma machet den menschin [...]
lutzel kune SalArz
5,41.
5,37;
her kluͦcher helt, / ist her dan ein kune rouber grimmes muͦtes
Rumelant (K)
4:8,9
(oder iron. zu 1, s. Anm. z.St.);
wie Peleus, der kuͦne man, / die gottinne gewan
AlbvHalbB
146;
so tumplichen kuͦne / machet ime div minne / daz herz vnd al die sinne
AlbvHalbA
110;
subst.:
die tump kûne [La. div tvmbe
chvne
]
Erz III
142,127
(viell. liegt ein Kompos. tumpküene vor, vgl. frnhd.
dumkün, FWB 5,1732, und mhd. →
tumpræʒe
,
tumpwîse
);
diz wazzer verre küener ist / wen der küene Tristan; /
[...] der entorste nie gerüeren dar / an die
minnenclîche stat, / dâ hin mich nû gerüeret hât / âne sin diz wezzerlîn
HvFreibTr
3788.
– mit Präp.:
er wart nu gein ir lîbe / noch küener
HvFreibTr
5967;
ain vorscher spricht von dem weien, daz der wei gar
küen [
audax
] sei an klainen dingen,
aber an grôzen dingen sei er zaghaft BdN
204,18;
der [
sünder
] ist
küen zuo allen kranken werken [...] und ist zaghaft zuo
grôzen dingen ebd.
204,27.
– übertr.:
menig edel fögellin / in künner lutter stime sangk
GTroj
683;
heide [Pl.] , die stânt grüen /
und gel von bluomen, und der sunne küen / sîs schœnen
glanz [= sînes sch. glanzes ‘übermütig wegen
ihres herrlichen Glanzes’ (Schiendorfer, Had. S.
71)]
SM:Had
21: 1,8
4
‘tapfer, standhaft’
des was er kune und balt [vgl. plenus
[...] fortitudine Act
6,8]
Pass III
37,87;
die kuͤne marterer, die die himmelstrasse mit irme
bluͦt begossen hant Mechth
5: 24,18.
– mit herze, muot, sêle:
wiͤ kuͤn ind wiͤ starc was ir herze,
/ dat si verdruͦch den herzlichen smerze MarlbRh
104,23;
mit dem küenen herzen Kurâus UvZLanz
684;
küenes herzen rât Parz
319,4;
Eracl
3471;
die heten also kunen mut Pass III
42,16;
wis chüener sel [
animaequior esto
Mc 10,49]
EvAug
104,23
MWB 3,2 667,40; Bearbeiter: Bohnert
küene
stF.
1
‘Kühnheit, Mut, Stärke (im Kampf)’
2
‘Wildheit, Angriffslust’
3
‘Beherztheit, Mut’ (Ggs. zu Schüchternheit, Zurückhaltung)
1
‘Kühnheit, Mut, Stärke (im Kampf)’
küen [Hs. küene
] âne sinne sich erwüetet
KLD: Namenlos
D 232:3,6.
– übertr. für den Kühnen:
herte ist daz spil, / swa küne gein küne ritet / und menlichen stritet
Frl
5:84,3
2
‘Wildheit, Angriffslust’
ouch ist ein tier, heizzet einhurn [...]. / ez ist
ein tier luzzil [...]. / ez ist chuonezorn
[...]. / sin chuone diu meinet, daz
[...]
MillPhys
33,1;
JPhys
3,21
3
‘Beherztheit, Mut’ (Ggs. zu Schüchternheit, Zurückhaltung):
bite, vrouwe muter [Maria] , bite!
[...]. / stant uf in vrier kune, / sprich din
kint [Christus] vor dine kint [uns reuige
Sünder]
Pass I/II (HSW)
18810
MWB 3,2 669,5; Bearbeiter: Bohnert
küenen
swV.
1
‘dreist, verwegen werden’ oder ‘kampf-, streitlustig werden’
2 in Verbindung mit herze . 3
‘etw. stark, tüchtig machen’
1
‘dreist, verwegen werden’ oder ‘kampf-, streitlustig werden’
sie hetten leides alzuͦ vil, die armen lantgebure; / nu se ich, daz bi
irme guͦte maniger kuͦnet Rumelant (K)
4:9,4
(vgl.
ein kune rouber grimmes muͦtes ebd.
4:8,9
unter →
küene
Adj. 3 und s. Anm. z.St.)
2
in Verbindung mit herze.
–
‘(das Herz) hochgestimmt, freudig, zuversichtlich machen’
daz velt was [im Mai] gar
vergrüenet; / daz plœdiu herzen küenet / und in gît hôchgemüete
Parz
96,16.
–
‘hochgestimmt, freudig, zuversichtlich sein/ werden’
sust wart diu vintliche schar / bruͤderlich
versuͤnet, / wan ir hertze gruͤnet [l. mit Hs. H:
daz dâ ir herze küenet (Beckmann, WhvÖst. S.
87)] / zuͦ hoher vræuden
gluͤsten WhvÖst
9148;
mit derselben Bed. oder ‘tapfer, standhaft sein/
werden’
(vgl. →
küene
Adj. 4):
mannes hertzen [La.
herze
] kuͤnen / mag gæn den gedingen: /
ain hertz scholt ringen / drizzic jar nach ainer naht / da minne laist volle
maht ebd.
12824
3
‘etw. stark, tüchtig machen’
[die aus Gold verfertigten Reben] waren
ubergruͤnet, / als rebe wesen solde, und ouch darumb, daz gruͤn
[stF.] die ougen kuͤnet / und gæb ouch schat
vor mangen sunderglaste JTit
402,2
(vgl. G. Schleusener-Eichholz, Das Auge im Mittelalter, München 1985, S.
474)
MWB 3,2 669,18; Bearbeiter: Bohnert
küenheit
stF.
→
kuonheit
MWB 3,2 669,44; |