Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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k – cadmia
kaf – kalc
calcaire – 2kalle
3kalle – kaltlîchen
kaltnisse – kamerærse
kamerbëlle – kamerselde
kamersidel – kampfer
kampfgenôʒ – kampfwât
kampfwërc – kanonîen
kanonike – kanzelschrîbære
kanzwagen – Cappadociære
kappân – kappûnen
capût (?) – kardenâldiaconus
karele – karra(t)sche
karre – karthiusære
kartur – kæselîn
kæse|lüppe – kasten
kastenære – kathecuminus
kathezizieren – kauerære (?)
kauergerihte – kefse
1kegel – keisertuom
keitivic (?) – kelken
këllære – këlre
këlstëchære – 2kemelîn
kemelînvleisch – kendelîn
kenecte – keppechîn
keppeler – kerkerhaft
kerl – kerrîne
kerschlich – kerzîn
kerzlach – ketenwambîs
kettelinc – keʒʒelære
keʒʒelærinne – kîche
kîchen – kiesærinne
kiesen – kindebet
kindechîn – kindestac
kindestohter – kintbettegemach
kintbetten – Kiperære
Kiper(e) – kirchenbrëchære
kirchenerbe – kirchhërre
kirchhof – kirchtac
kirchtor – kirnen
kirnîn – kitzelen
kitzelîn – kiuwe
kiuwen – klâfterlanc
klâftermâʒe – klagenôt
klagerede – klamben
klamen – klæret
klârheit – klëber
klëbereht – klegerse
klêgrüene – kleinlîche
kleinlîcheit – kleinvüegunge
kleinzëhende – klepfze
      kleinzëhende stM.
      kleinzol stM.
      kleip stM.
      kleit stN.
      kleithûs stN.
      klemberen swV.
      klemde stF.
      klemmelich Adj.
      klemmen swV.
      klemmer stM.
      klempelîn stN.
      klenc (?) Adj.
      klëne swM.
      klënen swV.
      klengel stM.
      klengen swV.
      klenke (?) stF.
      klënster stM.
      klënwant stF.
      klenze (?) swF.
      klëp stM.
      klepfel stM.
      klepfelîn stN.
      klepfen swV.
      klepfze F.
kleppisch – klinge
klingelære – klobeholz
klobelouch – klôsterknëht
klôsterlëben – klôsterweide
klôsterwërre – klûde
klüege – klupfen
kluppe – klutterât
klûwen – knëhtelîn
knëhten – kniel (?)
knieleip – knodebôʒe
knödel – knubelen
knugelîn – kobel
kobel – kochman
kochsudel – kôle
kôlegruobe – kolner
kölnisch – komelinc
komen – condewier
condewierde – konkavelite, konkavelit
conplêt – convëntkopf
convëntswester – koraze (?)
körbelîn, körbel, körblî – körnære
kornban – kornmesse
kornmetze – corporâl
corporâlgewæte – kostebæric
kostebærlich – kötze
kotzeht – koufgenôʒ
koufgiric – koufschalc
koufschanze – krachen
kradem – krâme
kræmel – kranc-
krancmüetic – 1krapfe
2krapfe – krëb(e)ʒ
krëbeʒen – krefticheit
krefticlich – kreiʒgengel
kreiʒlingen – kreter
kretscheme – kriechelîn
kriechen – krîgen
krîieren – krippen-
krîsch – kristâbent
kristalle – kristenin
kristenisch – kristiâne
kristier – kriutener
kriuzaltære – kriuzloht
kriuzphenninc – 1krœnen
2krœnen – krotenstein
krotenstutz – krülle
krüllel – krupfei
krüpfen – krûtmezzer
Krûtnowe? – kûchen
kuchenære – küechelmël
küefelære – kugelhuot
kügellîn – kumberlich
kumberlîn – kûmen
kumer – kunde
künde – künftigære
kunftlich – künigeslêhen
künigessilber – künstelîn
künstelôs – kuntmeister
kuntsame – kuosërtærinnesun
kuo|smër – kuppe
1kuppel – kurdewân
kurdewænære – kurpen
kürre – kurtois
kurtoisîe – kurzwîle
kurzwîlen – kuster
kusterîe – kutzelvleisch
kützen – kûze

   kleinzëhende - klepfze    


kleinzëhende stM. kleine Abgabe (vgl. kleindienest und kleinreht ): durich siner vriund pet haben wir dem vorgenanten C(hunrad) dem Nozel [...] lazzen den chlainzehent datz Holtzchirchen UrkScheyern 2,119 (a. 1311)

MWB 3,1 345,17; Bearbeiter: Richter

kleinzol stM. Zoll, Abgabe von geringem Umfang (?): novam praebendam canonicalem [...] cum parvo theloneo dicto vulgariter cleynzol in Indagine trans Albeam UrkMeissen 1,330 (a. 1329)

MWB 3,1 345,22; Bearbeiter: Richter

kleip stM. swM. ( ChristhChr (GP) 11897, aber vgl. Laa.z.St.); auch klaub ( KgvOdenw 5,73 ). ‘klebrige Streichmasse, Lehm, Teer, Pech’ (s.a. klëp ): daz [Körbchen] hiez sie vlizlichen / virbichin und virstrichen / beide uzen und innen / an allin wazzir rinnen / mit hartze und cleibin [Laa. clebe, clevbe ] also wol ChristhChr (GP) 11897; dâ vant er einen brunnen grôz, / dar inne sô vil kleibes vlôz / daz gar dâ mit gemûret was / Babilônje RvEAlex 13146; man trit daz stro in den klaub, / daz er bi einander blaub [bliebe] KgvOdenw 5,73. – ‘Klumpen, Klecks’ (hier bildl.): dû himelischez brôt [Christus] [...], getempert und ze samene gemischet wart zuo dem melwe menslîcher natûre [...], daz dehein kleip süntlîcher brœdekeit nie dâ zuo kom DvASchr 376,37

MWB 3,1 345,26; Bearbeiter: Richter

kleit stN. selten stF. ( in îsenîner kleit Ottok 48276 ); monophthongiert ( kledere Hester 794 ); Plural kleit/ kleide und kleider. 1 ‘Kleidung, Kleidungsstück’ , v.a. die Oberbekleidung (zur rechtlichen und sozialen Bedeutung vgl. 2 HRG 2,1872f.)
1.1 allg.
1.2 als Gabe (von Fürsten zu Hoffesten u.ä.)
1.3 zum Ausdruck von Trauer
1.4 rechtl. (s. DRW 7,1076f.)
1.5 kleider verzern ‘Jungfräulichkeit verlieren’
1.6 ‘Tuch’ zum Verhüllen
1.7 Ausrüstung des Pferdes (Pferdedecke?)
1.8 ‘Fell’ , hier spez. das Goldene Vlies
2 übertr. und bildl.
2.1 allg.
2.2 von der Natur (Blumen, Laub usw.)
2.3 ‘Gestalt, Erscheinungsbild’
2.4 bezogen auf den menschlichen Leib Christi
2.5 ‘Belag, Schicht’
2.6 von Werten oder Zuständen
2.7 ‘Verfasstheit, Eigenschaft’
2.8 semantisch entleert
   1 ‘Kleidung, Kleidungsstück’, v.a. die Oberbekleidung (zur rechtlichen und sozialen Bedeutung vgl. 2HRG 2,1872f.):    1.1 allg.: wâpenrocke, spaldenîre, knîlinge, vanen, wâpenhûben, wâpenhentschen, gurtele unde andere cleidere, dî sal der trapier den brûderen geben StatDtOrd 108,9; ein wol stândez cleit UvZLanz 5955. 6134; Parz 126,26. 164,7; wâpenlîchez kleit Wh 75,23; strîtes kleit ebd. 416,17; hochvertige kleider unde gezierde SpeyrerP 58; geistlich cleyder Lanc 16,12; StatDtOrd 52,32; dú cleider [...], / dú der ewarte solt an han / so er ze gotis dienste solte gan RvEWchr 12469. 28049; an kleidern und an hâre / schuof sich der trügenære / als er ein gebûr wære StrAmis 1328; Tr 1267; GvJudenb 1906; di wermat [Wermut] ist ouch guͦt under den cleider vor den miln [Milben] Macer 3,28; als ein alt cleit ubertrayn [durch zu langes Tragen abgenutzt] , / daz di mylen gar durch nayn [durchnagen, zerfressen] Hiob 5217. 6960. – Kopfbedeckung: sein haubt trüg ain reyches klaid, / das stund im harte schone HvNstAp 18189. – Obergewand im Gegensatz zur Unterbekleidung: dô zugen si diu kleider von dem lîbe dan. / in zwein wîzen hemden sach man si beide stân NibB 976,1; der dich sleht an ain wange. bivt im avch daz ander. vnd von im der dir nimet din chleit. avch den rock solt dv im niht wirn EvAug 141,20; der kónig det all syn cleider uß, biß off syn nydercleit Lanc 243,13; Rennew 29288    1.2 als Gabe (von Fürsten zu Hoffesten u.ä.): swaz man dô armer liut vant, / di wurden berâten zehant, / man gap in niu kleider an. / si jâhen, ez solt nieman / für den künic blôz gân / noch in swachen kleidern stân EnikWchr 5513. 20556; Tannh 6,41; ich kam auch zu hoff und kam zu spate, das alle die cleyder waren gegeben ee ich zu hofe kem Lanc 45,15; ein bischolf rîche / [...] wil sô vil rittern geben / ros, kleider unde swert StrAmis 1745; NibB 519,2; schœniu cleider unde pfert, / der gibe ich dir swie vil dû wilt Tr 3734; Ottok 69347; swer getragener kleider gert, / der ist nit minnesanges wert! SM:UvB 6: 3,13    1.3 zum Ausdruck von Trauer: dô wart der künic angeleit / âne küniclîchiu kleit / mit einem hemede hærîn RvEBarl 14340; ein jungfrauw saß zun heubten mit schwarczen cleidern ußermaßen unfrölich Lanc 549,20. – Zerreißen/ Zerraufen der Kleider als Klagegebärde: von jâmer sî vürder brach / ir hâr und diu cleider Iw 1311; diu vrouwe begunde sich roufen wider, / ir kleit zerren alsam ê Wig 4942. 9853; sie raufft ir hare [...] und reiß ir cleyder und warff sie von ir und zurkramp und zurkraczt ir antlicz Lanc 13,32 u.ö.    1.4 rechtl. (s. DRW 7,1076f.): vnd alliz, daz zuͦ der rade horet, daz sin alle scaph [...], luchtere, lyn vnd alle wipliche kleidere UrkCorp (WMU) 51,33; StRFreiberg 53,11. 24,17. – im symbolischen Gerichtskampf: so sal he vregen eins urteiles: wi he in an sulle grifen. so sal man teilen: mit zwen vingern in sin obirste kleit StRFreiberg 162,7    1.5 kleider verzern ‘Jungfräulichkeit verlieren’ swenne si [die Nonne] diu kleider hât verzert, / der knappe drâte von ir vert: / sô gêt si mit unêren / und getar niht widerkêren Renner 12809    1.6 ‘Tuch’ zum Verhüllen: den toten lip sÿ nomen / her ab dem crútz mitt saͤnden laid / und wundent inn in ain wÿss klaid, / was lin gar von guͦter wat KvHelmsd 2278; die jungfrauw hett sich bewunden mit eim cleyde umb das heubt; hett er sie bloß gesehen, er hett sie wol bekant Lanc 156,7; er sah in ir kamern dry schild hangen, und was ob yglichem ein kleyt ebd. 159,8    1.7 Ausrüstung des Pferdes (Pferdedecke?): rœter denn ein rubbîn / was sîn kursît unt sîns orses kleit Parz 679,11    1.8 ‘Fell’, hier spez. das Goldene Vlies: daz golt durchliuhtic unde rôt, / daz ûf im der wider treit, / und sîner glanzer hiute cleit, / daz hilfe ich iu gewinnen KvWTroj 8374; daz guldîne cleit, / daz an im der wider truoc ebd. 10344; des widers cleit ebd. 6747. 10959    2 übertr. und bildl.    2.1 allg.: ir lîp, ir muot wurden bekleit / mit dem kleide der arbeit RvEBarl 4466. 6963; der horwet [besudelt] der toufe cleit / der houbethafte sunde tut HeslApk 4648. 4836; lugen ist des tufels cleit, / als ist gotis di warheit ebd. 23139; güete ist ein kleit, dâ got under verborgen ist, und wille nimet got under dem kleide der güete Eckh 1:153,5; du [Gott] kleidest dich mit der sele min / und du bist oͮch ir nehstes cleit Mechth 2: 5,8. 7: 48,60; si sahen in da letzen [Gewalt antun] mangen [etlichen] , dem er gap den tot zu cleide JTit 4178,2; Parad 99,26. 103,20; Hiob 7819; RvZw 41,1    2.2 von der Natur (Blumen, Laub usw.): nûst diu heide wol bekleidet mit vil wunnenclîchen kleiden: / rôsen sint ir besten kleit KLD:GvN 26: 1,2; in ein trüebez cleit der walt sich gerwet, / der mit grüenem loube was / umbevangen KvWLd 12,4 u.ö.; KvWTroj 10486; SM:Wi 2: 1,2; SM:Had 19: 1,3; holtz von der naturen sprunge / in im hat di hoffenunge, / ab im versniten wirt sin cleit, / daz is grunet anderweit / und daz uz sprizen sine rys / und aber behalden grunen prys Hiob 5459    2.3 ‘Gestalt, Erscheinungsbild’ der heilig geist kam nider in einem kleit einer tuben [ in habitu columbae, Mt 7,15] ThvASu 128,31; hüetet ivch vor den valschen propheten. di da choment zv ivch in chleiden der schaffe [ in vestimentis ovium ] . aber inwendich sint si zvckent wolfe EvAug 14,6    2.4 bezogen auf den menschlichen Leib Christi: sus hat Jhesus sin gotthait / verborgen under menschen klaid KvHelmsd 2036; do sin gotheit / mochte sin irdische cleit / gevuren in den himel wol, / do wart uns der geloube vol / und wart die tugent vollenbracht HeslApk 9018; tochter, muter sie eine / ist gotis, wand sie gab kleit / gote in warer menscheit / ane bruch vollenkumen Daniel 1065; Pass I/II (HSW) 9525; MarlbRh 87,17; KvWLd 1,27    2.5 ‘Belag, Schicht’ daz der sieche der spîse und des wînes niht ensmecket, waz wunders ist daz? wan er ennimet den wîn noch die spîse niht in irm eigenen smacke. diu zunge hât eine decke und ein kleit, dâ si mite enpfindet, und daz ist bitter nâch sühticheit der suht Eckh 1:187,9; ez muoz bitter sîn mit dem kleide ebd. 1:187,12; die steine [...], / mit den diu mûre was bereit, / die truogen schœner varwe cleit, / daz liehten schîn den ougen bôt. / si wâren gel, grüen unde rôt KvWTroj 17398    2.6 von Werten oder Zuständen: ir ougen swanc / gab fröiden kleit KLD:BvH 18: 1,5; vro Triuwe [...] ist daz alre beste kleit, / daz man an sich gesnîden kan SM:JvR 1: 1,2; trúwe, zuht, beschaidenhait / sint der eren beste clait RvEWh 3404; KvWLd 28,24; ir werder lîp / durch arge lust in schanden kleide erblîchet KLD:Kzl 16: 4,16    2.7 ‘Verfasstheit, Eigenschaft’ ‘by Gote’, gyt Job (das merke!), / ‘ist wisheit unde dy sterke, / her hat rat unde vernumphftikeit’. / unde dy selben vyr suze cleit / man ouch ettelichir maze / vindet in der lute saze Hiob 4634; vortrunkenheit / [...] ist gar schentlich cleit ebd. 6058; Helyu duchte, / daz Job [...] im selbe velschlich diz cleit / zu schribe der gerechtekeit ebd. 12643    2.8 semantisch entleert: in hazzes und in zornes cleit / was im der muot gegerwet KvWTroj 9812; aller kunige crone / truc Allexander gemeit, / e im sines lebens cleit / versniten wart mit vergift Daniel 6224. 8333; also ist des todes cleit / unmazen grulich und eyssam Hiob 3978. 3901

MWB 3,1 345,42; Bearbeiter: Richter

kleithûs stN. ‘Kleiderkammer’, Gebäude oder Raum, in welchem Kleidung aufbewahrt oder an- und abgelegt wird (s.a. gewantgadem , -kamer): vestiarium: claidhus GlAnzfKdVz 4:238,331. – bildl.: dar umbe sô scheidet gote allez daz abe, daz in kleidende ist, und nemet in blôz in dem kleithûse, dâ er entdecket und blôz in im ist Eckh 2:274,5; die obersten engel die nement got in sînem kleithûse, ê daz er gekleidet werde mit güete ebd. 2:636,3. 1:183,4. 2:217,5

MWB 3,1 348,1; Bearbeiter: Richter

klemberen swV. tr. ‘klemmen, festhalten’ dîn minne ist gar ein zange mir, / si klemmet [La. klembert ] mich, ich muoz ze dir KLD:OvB 13:3,8

MWB 3,1 348,11; Bearbeiter: Richter

klemde stF. ‘Enge, Einklemmung’ er [ein Christ] ein panzir îserîn / trûc zunêst dem lîbe sîn, / daz im was vor ein hemde. / mit alsulchir clemde / er daz vleisch in zoume hîlt NvJer 14086

MWB 3,1 348,14; Bearbeiter: Richter

klemmelich Adj. ‘beklemmend’ kurzlich iedoch nu geschach / daz godes minne ir underbrach / [...] / ir herzen clemmelichen not Elis 4450

MWB 3,1 348,18; Bearbeiter: Richter

klemmen swV. Prät. klamte. ‘klemmen’ (s.a. klammen swV. und 2klimmen stV.) 1 tr. u. refl. ‘(jmdn./ etw.) einklemmen, einzwängen, fest drücken’
1.1 allg.
1.2 von Greifvögeln ‘(etw.) mit den Klauen packen’
1.3 ‘(jmdn./etw.) in Bedrängnis bringen, unter Druck setzen’
1.4 mit Refl.-Pron. ‘sich drängen’
2 intr. ‘in einer Notlage, in Bedrängnis sein’
   1 tr. u. refl. ‘(jmdn./ etw.) einklemmen, einzwängen, fest drücken’    1.1 allg.: do si resâhen daz abgot, / dô was iz aller Rômære spot. / Jûlîânus was gar, / die hant stiez er im in den munt dar. / dar inne uobte sich der vâlant: / er clamte im die hant / und gehabet in sô vaste, / daz er sich mit nihte relôsen mahte Kchr 10783; sô fliegen auf irn ruck sitzent, sô ziehent si [Elefanten] die haut in runzeln und klemment die vliegen ze tôd BdN 135,31    1.2 von Greifvögeln ‘(etw.) mit den Klauen packen’ so clemmit he [der Adler] iz [sein Junges, das nicht in die Sonne zu schauen erträgt] mit sinin vuoze / undi leid iz vallin unsuoze, / dat iz zebristit upe der erden WernhvN 617; singenden vogel aber unde clemmenden, unde winde und hezzehunde und bracken mac man wol gelden mit eime iren glîchen, der alsô gût sî, ab man ez gewêret uffen heiligen SSp (W) 3:47,2. – subst.: waz sol des habeches sneller vluc unde des valken denne [La. was sol des habches klemmen ] ? Frl 5:37,6    1.3 ‘(jmdn./etw.) in Bedrängnis bringen, unter Druck setzen’ were der winter kalt allein / der vns truric machit / [...] / vnd och die vogil klemmet / ir hohin sanc ir lemmet Martina 44,47; dâwidir [gegen der unkûsche brunst ] doch mit allir craft / der reine gotis degin vacht, / daz vleisch mit hungir clemminde NvJer 18840; ie me in irem mute / der heilige geist erglemmet, / ie me di werlt si clemmet Pass I/II (HSW) 10972; minne klemmet rechte alsam ein zange SM:Had 17: 3,7. – subst. (vgl. Anm.z.St.): swer vîende vliut unde vriunde jaget, / sol dem gelingen, des muoz ouch gelücke sêre walten. / wie, ob der vriunt ze vîende wirt unde ze den vremeden swert? / dâ g’schiht ein klemmen, dâ von im unsælde wirt beschert WernhSpr (Z) 67,14    1.4 mit Refl.-Pron. ‘sich drängen’ wie sich diu rotte klamde / und in einander flaht, / diu dâ des êrsten vaht! Ottok 16166; dô si kômen zesamde / unde sich der strît klamde / in einander mit hurte, / gotes helfe man dô spurte / an der getouften diet ebd. 44708    2 intr. ‘in einer Notlage, in Bedrängnis sein’ der klemmet in der helle alsô Winsb 53,9

MWB 3,1 348,21; Bearbeiter: Richter

klemmer stM. klimmære

MWB 3,1 349,1;

klempelîn stN. klepfelîn

MWB 3,1 349,2;

klenc (?) Adj. Ansatz und Bed. unklar, vielleicht zu ebenfalls unklarem 1klanc ‘Schlinge, Verschlingung’ (?) i.S.v. ‘verworren, verfilzt, struppig’ langer bart unt horwege kleider [La. clengir bart hore cleider ] : / alsô verstalt was er leider AlexiusB 283

MWB 3,1 349,3; Bearbeiter: Hansen

klëne swM. ‘Leuchtkäfer, Glühwürmchen’ (vgl. AWB 5, 247 s.v. kleno; s.a. gleim ): cicendula: glimo vel kleno quod gradiens vel volans lucet SummHeinr 1:168,771; cicendula: cleno ebd. 2:215,137. 2:146,9. 2:66,280

MWB 3,1 349,8; Bearbeiter: Hansen

klënen swV. 1 ‘etw. (Lehm) verschmieren, streichen’
2 ‘"etw. (Flechtwerk, Hölzer u.ä. in den Gefachen einer Fachwerkwand) mit Lehm beschmieren, ausfüllen’
3 ‘etw. (mit Lehm) verkleben, zusammenkleben’
   1 ‘etw. (Lehm) verschmieren, streichen’ di tyevelynne kunde / gifft werffen auff der nasen, / das der anger und di wasen / mit al wurden uber dent, / als der leym ward geklaint HvNstAp 9030    2 ‘"etw. (Flechtwerk, Hölzer u.ä. in den Gefachen einer Fachwerkwand) mit Lehm beschmieren, ausfüllen’ recht als die pfæl in ainer klänten want den laim aufhaltent [ sicut pali in pariete luteo parietem tenent ] BdN 22,9; die muͤre waren nit geclent: / sie waren schone marmelstein HvNstGZ 162    3 ‘etw. (mit Lehm) verkleben, zusammenkleben’ ein swalwe klent von leime / ein hiuselîn, / dâs inne ist / des sumers ein vil kurze vrist Neidh SL 26:7,3

MWB 3,1 349,13; Bearbeiter: Hansen

klengel stM. ‘Glockenschwengel, Klöppel’ (hier bildl.): swenn der reben klengel / der louber klanc begunde wegende fuͤren JTit 404,2

MWB 3,1 349,27; Bearbeiter: Hansen

klengen, klenken swV. auch klinken, klingen (z.B. MarcoPolo 36,25; Dalimil 13,42 ), vgl. auch klingen stV.; Prät. klankte neben klenkte ( EnikWchr 26425. 26414; WhvÖst 17581 ). 1 ‘etw. (Glocken, Saiten, auch Schwerter u.ä.) zum Klingen bringen, erklingen lassen, läuten’
2 ‘etw. (Töne, Musik u.ä.) hervorbringen, erschallen lassen’
3 ‘erklingen, läuten’ (von Glocken)
   1 ‘etw. (Glocken, Saiten, auch Schwerter u.ä.) zum Klingen bringen, erklingen lassen, läuten’ si muosten umb schouwen, / ob ez wærn man oder frouwen, / wer die glocken klanct EnikWchr 26425. 26444 u.ö.; glocken, / die man ze gotes dienste klenget Renner 6569. 5844; swer mit kunst uf herpfen wan eine seiten klenget JTit 3565,1; sich saczt Cirad czu der iuncfrowen / [...] vnd begunde met mit ir czu trink[en] / vnd dy pusawn czu clinken Dalimil 13,42. ir zweier freunt [...] / die helme kunden klengen, alsam si wern in einer kezzel smitten JTit 5893,4; ritterliche da ir swert / der arme kraft da clancte / durch wapen, daz ez lancte / die sel von dem libe WhvÖst 17581. – subst.: daz klenken [der Glocke] wart im aber kunt EnikWchr 26440. – mit Refl.-Pron. ‘erklingen, läuten’ diu glock klenkt sich ander stunt EnikWchr 26414    2 ‘etw. (Töne, Musik u.ä.) hervorbringen, erschallen lassen’ ûz der blüete clenket / vil süezen dôn / manec wildiu nahtegal KvWLd 4,20; die snuere moissen brechin wol, / so wa der esil clinkit gigen tone Stolle (Z) 121:n.3,4; dô sunget irz [das Kyrie eleison] niht glîch unde kundet ez niht wol klenken mit dem dône PrBerth 1:496,11; Martina 70,74; NibB 1964,4. – bildl.: also horte man sin lop ie clengen / in allen richen, swa man in bekande JTit 3582,2. – subst.: rotten, hærpfen, zimbeln und ziterje, / vil suͤzer doͤne klenge [La. klengen ] fuͤrt man vor im JTit 6194,4. – mit erspartem Obj. (vgl. klingen stV.): sô [...] diu lerche clenket / in daz ôre sîn KvWLd 7,49    3 ‘erklingen, läuten’ (von Glocken): diu glock aber offenbar / hêt geklenket umb daz reht EnikWchr 26411; vil glockilin beyde von silbir und von golde, di do klingetin MarcoPolo 36,25

MWB 3,1 349,30; Bearbeiter: Hansen

klenke (?) stF. ‘Klang, Gesang’ (oder Pl. von 2klanc stM.?): sît si lônet kleine / mîner niuwen klenke [ gedenke: ] , / wan mag ich dienen anderswâ? Neidh WL 27:2,6; und [er] gieng hin fúr den alter [...] und tonde verborgenlich daz gedoͤne: ‘benedictus qui venit’, als die geischlichen klenke dennoh in siner sel waren Seuse 386,30; ob allen schoͤnen klenken ebd. 306,19

MWB 3,1 350,5; Bearbeiter: Hansen

klënster stM. ‘klebrige Streichmasse, Teer, Pech’ (vgl. klîster ): er [Noah] schuof, daz er gevuoge / sie [die Arche] bestriche mit chlenster Aneg 1833

MWB 3,1 350,13; Bearbeiter: Hansen

klënwant stF. ‘Lehmwand’ recht als die pfæl in ainer klänten want [La. chlenwent ] den laim aufhaltent [ sicut pali in pariete luteo parietem tenent ] BdN 22,9

MWB 3,1 350,16; Bearbeiter: Hansen

klenze (?) swF. auch clens-; Etymologie unklar, vgl. EWA 5,593f. ‘Spange (als Beinschmuck)’ (vgl. AWB 5,247): periscelides sunt ornamenta crurium vel caligę episcoporum: klenzun SummHeinr 1:319,29; periscelides: klenzun [La. clensen ] ebd. 2:12,261

MWB 3,1 350,20; Bearbeiter: Hansen

klëp stM. ‘klebrige Streichmasse, Teer, Pech’ (s.a. kleip ): mit zehim letten unde klebe / hiez si [die Mutter von Moses] vil wol bestrichen das [das Körbchen] fúr wazzer RvEWchr 8935 (vgl. Ex 2,3 et linivit eam bitumine ac pice); mit klebe er sie [die Kästen] bestrîchen hiez, / man lie sie gar unwæhe swarz, / er hiez dran legen niht wan harz RvEBarl 1840; litura: cleb SummHeinr 2:356,200.3. – bildl.: lim vnd cleb ist ir minne Ratte 55

MWB 3,1 350,26; Bearbeiter: Hansen

klepfel, kleffel stM. ‘Glockenschwengel, Klöppel’ (vgl. klüpfel ): diu glocke muoz den klüpfel [La. kleffel ] hân, / sol si grôzen dôn begân Freid (G) 126,15. – als Gl. zu mlat. batillus (vgl. MlatWB 1,1393): batillum: clephel GlAnzfWK 41,25 (BStK  154a)

MWB 3,1 350,35; Bearbeiter: Hansen

klepfelîn stN. auch klaͤmp-, s. DWB 5,943 u. 5,954. ‘Klapper’ als Signal sozialer Ausgrenzung bes. bei Aussätzigkeit (vgl. klaffe swF. und BMZ 1,847b klopfelîn mit Beleg des 15. Jh.s), hier übertr. zur Verleumdung: eine vrouwen die man hât erkant / an ir êren stæte, / [...] / sô sint die valschen sô gemuot / daz si sô stæte niht mac gesîn / sine slahen ir doch ein kläpfelîn [La. klaͤmplin ] / mit worten und mit vâre Wig 2376

MWB 3,1 350,41; Bearbeiter: Richter

klepfen swV. ‘etw. (eine Glocke) erschallen lassen, läuten’ ze aneganden ernen [Erntezeit] sol der kelner [...] eine glocke klephen UrkCorp (WMU) N816,37

MWB 3,1 350,50; Bearbeiter: Hansen

klepfze F. kafse

MWB 3,1 350,54;