k – cadmia kaf – kalc calcaire – 2kalle 3kalle – kaltlîchen kaltnisse – kamerærse kamerbëlle – kamerselde kamersidel – kampfer kampfgenôʒ – kampfwât kampfwërc – kanonîen kanonike – kanzelschrîbære kanzwagen – Cappadociære kappân – kappûnen capût (?) – kardenâldiaconus karele – karra(t)sche karre – karthiusære kartur – kæselîn kæse|lüppe – kasten kastenære – kathecuminus kathezizieren – kauerære (?) kauergerihte – kefse 1kegel – keisertuom keitivic (?) – kelken këllære – këlre këlstëchære – 2kemelîn kemelînvleisch – kendelîn kenecte – keppechîn keppeler – kerkerhaft kerl – kerrîne kerschlich – kerzîn kerzlach – ketenwambîs kettelinc – keʒʒelære keʒʒelærinne – kîche kîchen – kiesærinne kiesen – kindebet kindechîn – kindestac kindestohter – kintbettegemach kintbetten – Kiperære Kiper(e) – kirchenbrëchære kirchenerbe – kirchhërre kirchhof – kirchtac kirchtor – kirnen kirnîn – kitzelen kitzelîn – kiuwe kiuwen – klâfterlanc klâftermâʒe – klagenôt klagerede – klamben klamen – klæret klârheit – klëber klëbereht – klegerse klêgrüene – kleinlîche kleinlîcheit – kleinvüegunge kleinzëhende – klepfze kleppisch – klinge klingelære – klobeholz klobelouch – klôsterknëht klôsterlëben – klôsterweide klôsterwërre – klûde klüege – klupfen kluppe – klutterât klûwen – knëhtelîn knëhten – kniel (?) knieleip – knodebôʒe knödel – knubelen knugelîn – kobel kobel – kochman kochsudel – kôle kôlegruobe – kolner kölnisch – komelinc komen – condewier condewierde – konkavelite, konkavelit conplêt – convëntkopf convëntswester – koraze (?) körbelîn, körbel, körblî – körnære kornban – kornmesse kornmetze – corporâl corporâlgewæte – kostebæric kostebærlich – kötze kotzeht – koufgenôʒ koufgiric – koufschalc koufschanze – krachen kradem – krâme kræmel – kranc- krancmüetic – 1krapfe 2krapfe – krëb(e)ʒ krëbeʒen – krefticheit krefticlich – kreiʒgengel kreiʒlingen – kreter kretscheme – kriechelîn kriechen – krîgen krîieren – krippen- krîsch – kristâbent kristalle – kristenin kristenisch – kristiâne kristier – kriutener kriuzaltære – kriuzloht kriuzphenninc – 1krœnen 2krœnen – krotenstein krotenstutz – krülle krüllel – krupfei krüpfen – krûtmezzer Krûtnowe? – kûchen kuchenære – küechelmël küefelære – kugelhuot kügellîn – kumberlich kumberlîn – kûmen kumer – kunde künde – künftigære kunftlich – künigeslêhen künigessilber – künstelîn künstelôs – kuntmeister kuntsame – kuosërtærinnesun kuo|smër – kuppe 1kuppel – kurdewân kurdewænære – kurpen kürre – kurtois kurtoisîe – kurzwîle kurzwîlen – kuster kusterîe – kutzelvleisch kützen – kûze
|
kretze
stN.
zu kratzen swV.
Bezeichnung für Feinmetallrückstände:
item mussen die geste geben ii haller den vnderkewffel, als verre als die geste
das kreze behalden, so mussen sie das gelt geben, wann ein wirt hat das kreze von gnaden
von den zinern [Zinngießern]
StRPrag
96
MWB 3,2 581,39; Bearbeiterin: Herbers
kretzoht
Adj.
‘die Krätze habend, krätzig’
als ainen krezochten hunt / in dem brachat floͤh avne [der im
Juni ohne Flöhe ist]
LügenrM
128
MWB 3,2 581,45; Bearbeiterin: Herbers
krî
stM.
→
krîe
stF.
MWB 3,2 581,48;
kribelen
swV.
‘kitzeln, kribbeln’
ey, herre, welch ist ot der wurm? / daz ist wille an boser lust. / swie daz
kribelt in der brust Pass III
667,24
MWB 3,2 581,49; Bearbeiterin: Herbers
krichel
stM.
‘(Saat-)Krähe oder Elster’ (vgl. AWB 5,410):
graculus a garrulitate vocis: ruͦch / krichel SummHeinr
1:163,711
MWB 3,2 581,52; Bearbeiterin: Herbers
krîde
swF.
‘Kreide; weißer Kalkstein’
creta: crida SummHeinr
2:87,258;
creta: crid, cride VocOpt
23.013;
ir segel solte sîn / wîz unde swarz geverwet wol. / er solte
halber als ein kol / und halber als ein krîde wesen KvWTroj
22443;
ein wâpencleit von sîden / [...] schein
reht als ein krîde blanc ebd.
9556.
30023;
von krîden gemâlt ein wîzer hirz Wig
5618;
sô gar minneclîche schein / ir scheitel sam ein krîde Reinfr
2135;
die snuer glich der kriden / geworcht von wisser suden MinneR 433
155;
MinneR 68
392;
BdN
434,27;
Renner
764.
14161.
– medizin.:
dit is ouch eyn vorsucht arczedye: nym eyne eyes dodere vnde
eyn wenich kryken [La. kryten
] vnde vyr lefel
vul starkes etekes [Essig]
OvBaierl
119,8
MWB 3,2 581,55; Bearbeiterin: Herbers
krîdenmel
stN.
‘Kreide(-Pulver)’
glat als ein altez helfenbein / und wîzer denne ein krîdenmel /
was ir daz neckel unde ir kel KvWTroj
19989.
14000;
menig zarttes bain sin wel / schain wis als ain kryden mel
GTroj
13700;
Reinfr
2268
MWB 3,2 582,6; Bearbeiterin: Herbers
krîdenwîʒ
Adj.
‘weiß, blass wie Kreide’ (LexFarb, S. 113):
ir liechte varb kridenwis Minneb
1946;
daz raine kriden wise vel GTroj
12426
MWB 3,2 582,11; Bearbeiterin: Herbers
krîe
F.?
(zum Lemmaansatz s. Suolahti, Vogelnamen, S. 293 u. AWB, Sp. 395).
‘(junger) Kranich’
grus: krie VocOpt
44.126
MWB 3,2 582,14; Bearbeiterin: Herbers
krîe, krî,
kroi(je)
stF.
auch mask. (
KvWTroj
30813,
RvEWh ,
WhvÖst
14441 );
krei (Hirzelin , Edolanz );
krige (VirgH , Reinfr ); mit r-Metathese
korie (VirgH );
aus frz. criie stF. (s. Vorderstemann, Fremdw., 158) oder
cri stM. (s. Suolahti 1, 131; Rosenqvist 1,140); s.a.
krîen
stV.
1
‘lauter Ruf, Geschrei’ , häufig ‘Schlachtruf,
Feldgeschrei’ , auch ‘Parole’
2 übertr.
1
‘lauter Ruf, Geschrei’, häufig ‘Schlachtruf,
Feldgeschrei’, auch ‘Parole’
manges swertes klinge / erklanc sô man die krîe schrei
Wh
437,17;
ieslîcher schare krîe / hân ich besunder dort gehôrt ebd.
336,12
u.ö.;
ir baider týoste liefen mitte / vil grogierer nach ir
sitte / und riefent mengen stolzen krie RvEWh
6463.
1387
u.ö.;
man rief dâ vremede krîe / von manger sprâche wilde
KvWTroj
33722.
30813;
Parz
379,27;
her Terramer, sit willekome! / nu twinget mich die heidenscaft mit maniger
krie don Wartb (H)
546:19,2;
maniger schrei sin krei Edolanz
B,19;
wan hort da sprüche wilde / von der garzvn croy Krone
805;
swelch stein den künic vindet / ûf dem veld, dâ er möhte komen, / sô wirt diu
krî von im vernomen, / sô hœret man in schrîen: ‘schâch’
HvBer
10053;
dô die Kriechen gwunnen Troje, / swer dâ truoc der minnen boje, / des croije /
was niht wan ach unde owê KLD: Alex
7,143;
Reinfr
1082;
WhvÖst
14441.
–
Amor was sîn krîe Parz
478,30.
739,24
u.ö.;
vor im manc wapen knappe rait, / der krie was: ‘hie
Österrich! [...] ’ WhvÖst
15037;
des rief in vröuden her Tristan / sîn an geborne krîe: /
‘Parmenîe! Parmenîe!’ HvFreibTr
1811.
1832;
‘Munschoye’ was sin krie, swenn er streit zu velde
JTit
124,1.
4766,1
u.ö.;
Brûneswîg und Sahsen / was ir krîge und ir ruof Reinfr
16201;
unser chrei was ‘Osterriche!’ Hirzelin
96;
gemeinlich die ivden iahin / crucifige crucifige / in tuschen sprichit div
crîe / wan [= man
] sol in crucigon crucigon
Martina
35,96;
ez was ein jâmerlîchiu krî / an dem kriuz ‘elî, elî!’
Helbl
12,27;
UvEtzAlex
13329;
RvEGer
3647;
Rennew
23491;
Kreuzf
4406;
Loheng
5119
2
übertr.:
–
‘Ruf, Geschichte, Ruhm’
(al)sus an stêter wirdi jung / (h)oͤhet sich von tag ze tage /
(d)es fúrsten krije MinneR 471 (Pf)
3,39;
da von im [...] ist vil kúndig worden, /
wie er ritters orden / ze prîse hat gefuͤret, / also das nie
versnuͤret [bildl. ‘beeinträchtigt’
] /
wart siner manheit krije ebd.
5,46.
3,7.
– auf die Kriegerschar selbst (?):
ir heissen in der korien / der beste furste der nuͦ lebet / witen
in dem lande VirgH
854,6;
er ist in der krige / gewesen ie der beste ein ebd.
979,10.
– auf einen Gegenstand ‘Erkennungszeichen’, evtl.
Helmschmuck (s.a. →
kroijierære stM.):
und swenn wir an sî strîten, / helde wandels frîge, / sô nement eine
krîge, / dâ bî wir uns erkennen Reinfr
16040
MWB 3,2 582,17; Bearbeiterin: Herbers
kriec
stM.
md. auch kric; selten krec (UrkBebenh ),
kreich (HagenChr (G) , Eckh ); selten
Pl.
1
‘Streben, Anstrengung’
1.1 nach etw. 1.2 gegen etw. ‘Widerstreben, Widerstand’
1.3
‘Angriff’
2
‘Streit, Auseinandersetzung’
2.1 allg., zwischen zwei, drei oder mehr Parteien 2.2 mit Worten 2.3 innerer Widerstreit 2.4 wissenschaftlicher Streit 2.5
‘Wettstreit’
2.6
‘Rechtsstreit’ (zur Ausdifferenzierung des rechtssprachl. Bereichs sowie weitere Belege s. WMU 2,1042 u. DRW 7, Sp. 1520-1526) 3
‘Kampf, Krieg’ , handgreiflich oder mit Waffen 4 als Bestandteil von Personennamen
1
‘Streben, Anstrengung’
1.1
nach etw.:
gebet uns ot den toden man [Leiche des hl.
Martin] , / da unser kric nicht lezet von Pass
III
611,83.
341,28;
Sîfrit hiez der gewêre, / ein phalenzgrâve mêre, / die vrouwe hiez vrou
Hedewîc. / der selben reinen hêrschaft krîc / was nâch êren und nâch tugent
EbvErf
812;
swenne die zu urlogen varn / und scharn setzen kegen
scharn / an einen volkwige / mit hezzigen crige, / so lesen sie uz die besten
HeslApk
14828.
19127
1.2
gegen etw. ‘Widerstreben, Widerstand’
Îsôt diu leite ir criec der nider / und tet, als ez ir
was gewant: / diu sigelôse ergap zehant / ir lîp unde ir sinne / dem manne unde
der minne Tr
11836;
gein ir [der Minnedame] langen
kriege setz ich mîn gedulde: / sô stê gein ir hazze ze wer mîn unschulde
KLD: UvL
16: 7,1;
der antwurte im widertrat / Laurencius durch harten kric Pass
III
382,55;
swelch herze ist tratzes und krieges vol, / daz tuot durch strâfen selten
wol Renner
14829;
Pass I/II (HSW)
12990;
KvWSchwanr
1469;
KvWTroj
2230.
2621
1.3
‘Angriff’
ezen hilfet gein iu
[
minne
] schilt noch swert, / snell ors,
hôch purc mit türnen wert: [...] / waz entrinnet iwerm
kriege, / ez flieze oder fliege? Parz
293,3;
diu frouwe dô mit leide sprach: / ‘ze criege wære
ich iu ze swach / und ouch mîn tohter leider
[...].’ KvWSchwanr
554.
548;
nach muz ich tummen luten / diz manna baz beduten, / daz
got butet zu gebene / den die bi disem lebene / mit sinnigen andechten / des
vleisches kric vorvechten HeslApk
3010;
Martina
128,50;
abir brûdir Lûdewîc / mit den sînen âne
krîc [unangefochten] / wol kegn Samelande quam
NvJer
17867
2
‘Streit, Auseinandersetzung’
2.1
allg., zwischen zwei, drei oder mehr Parteien:
ich geschicke an disen drîn / frouwen schœne und ûz
erkorn, / daz under in kriec unde zorn / vil schiere sich erhaben hât
KvWTroj
1370.
1384;
der stain [Magnet] versüent
auch krieg und zorn zwischen den êläuten BdN
451,32;
nach langer rede kamen si [drei
Brüder] fúr einen heiligen abt, vnd leiten im fúr
wie ir krieg stvͦnt VitasPatr
229,4;
unt daz ich gein ir krieges pflige, / diu den wâren
minnen sige / mit clârheit hât behalden Parz
606,1;
Uva ein rathman ist, daz he horet ader set wa sich ein kriek hebet vnder
vnsern burgern mit worten oder mit werken. den sal he vride gebieten
StRNordh
1,48;
StRPrag
88;
HagenChr (G)
3024.
– um einen Gegenstand:
ze jungst wurden si ze rât, / swem Paris gæb den
apfel guot, / daz diu wær schœn und wol gemuot. / dô Paris dô
erhôrt / ir bet und ir wort, / er sprach: ‘wolt ir ez an mich lân, /
iuren kriec wil ich understân.’ EnikWchr
13854;
wizzet, daz diz [die angebliche Schenkung Kaiser
Konstantins] ist noch ein wurzele und ein gruntfestene
alles kriges zwischen den bêbisten und den keisern HvFritzlHl
44,2.
– um ein Land:
doch wart mir daz bekant, / der kriec wær umb
Zeciljenlant EnikWchr
28018.
–
~ dar în werfen
‘Streit hervorrufen’
si wúrfent so vil kriege dar in / gen an ander
under in, / das niemanne toͤhte / der si versuͤnen
moͤhte RvEWh
367
2.2
mit Worten:
ein krieg huop sich in einer zît / von worten Boner
41,1;
niemer si kein wort gesprach, / wan daz mit bescheidenheit geschach. / vil
reden, kriec und uppecheit / und schrei si zaller zîte meit WvRh
1467;
do [beim Abendmahl] wart eyn
crik undir en [den Jüngern] wer grozer were
EvBerl
61,3;
ich beger sunder cryges schach / mit gote nu disputiren /
und myne wort ken ym hantyren Hiob
5008.
6425;
Vät
13425;
KLD: Alex
2:14,10
2.3
innerer Widerstreit:
trôst seite im minne, zwîvel haz. / durch disen criec und
umbe daz / sôn mohte er sînen vesten wân / an ir dewederez verlân, / an haz noch
ouch an minne Tr
886;
mit diseme criege [zwischen Verzweiflung und
Hoffnung] enwiste er war: / ern mohte weder dan noch dar ebd.
901
2.4
wissenschaftlicher Streit:
wan ez kriegent die meister von Parîs etewenne, welich heilige der hôhste
in dem himelrîche sî unde von welhen tugenden einer hœher sî danne der
ander; unde der selbe kriec ist ein nützer kriec und ein guoter kriec und ein
liutsæliger kriec PrBerth
1:537,18.
1:538,22;
zuo dem das man dar nâch frâget, war an mîn sêligkeit mê lige an minnende
oder an bekennende, har zuo sprich ich, das dâ von ein alter krieg ist under den
meistern Vorsmak
1,446;
wan hie ist ain krieg zwischen den ärzten und den
maistern von der nâtûr BdN
35,15;
der maister: der nvn den krieg der lerer liess an dich, wie woltest du jn
schaiden Gnadenl
1,546;
Pass III
72,4.
–
in (dem) kriege sîn
‘etw. verfechten, behaupten’
ich bin in dem kriege, / daz diu werlt wîp noch man / triuget noch
betriegen kan LvRegFr
22;
ich bin des immer in kriege, / daz der die liute min
betriege, / der dâ gemein ist an dem reht Ottok
72622
2.5
‘Wettstreit’
–
‘Sängerkrieg’
die alle wolden singen / wider ein in kriges wis, / wer da behilde
sanges pris Elis
199;
künde ich in disem kriege nu geschaffen daz, / daz mir die baz / wib
unde vrouwen günden [gönnten] ! Frl
5:109G,1;
einer hennen / vuz gebe ich nicht um iuwern kriec, sit daz wib vrouwe
meinet / und vrouwe wib. nu lazet abe! ebd.
5:109G,12.
– im Schachspiel:
des huob ein kriec sich under in
zwein [den beiden Schachspielern] , / den
muoste bescheiden Tinas, / wan anders nieman bî in was
HvFreibTr
4164
2.6
‘Rechtsstreit’ (zur Ausdifferenzierung des rechtssprachl. Bereichs
sowie weitere Belege s. WMU 2,1042 u. DRW 7, Sp. 1520-1526):
dû hâst den kriec vernomen / und bist dar umbe her
bekomen, / daz dû nâch rehte scheiden solt KvWTroj
2591;
‘hêrre künec’ sprach Tristan dô / ‘sît er des houbetes
sô / bewærde wil jehen, / sô heizet in daz houbet sehen: / vindet man die
zungen dâ, / ich entwîche mînes rehtes sâ / und wil von mîme criege gân.’
Tr
11239;
der legât dâ gehôrte / clage und antworte / von beidin
disen partin, / er begonde wartin / und darûf wendin sînen sin, / wî er dî
zwîtracht zwischin in / vridelîch berichte / und allin krîc [um
Erbanteile] geslichte NvJer
17687;
ez kriegten zwêne rîche man / mit einander umbe guot. / der krieg wert
lang; nu stuont ir muot, / daz ietweder wolt haben recht Boner
95,6;
RvEWchr
15442;
KvWSchwanr
663.
–
es ist oͧch ein krieg um daz vogtrecht ze Lattenrein zwischent
der herschaft und dem bischof von Strasburg UrbHabsb
1:21,14;
daz nach hern Vlriches toͤd [...] ain
chriech ward von seinen chinden [...] vmb erbe vnd
vmb aigen vnd vmb varunt gvͤt UrkCorp (WMU)
1179,9;
vmb einen chriͤch, den si mit einander heten vmb daz sieden vnd
vmbe daz wazzer ebd.
1302,13;
UrkHeil
2,88
(a. 1323);
UrkBebenh
15,121
(a. 1301).
–
âne ~
‘rechtlich unbehelligt, unangefochten’
daz er vnd sin erben von vns [...] ane kriec
beliben nach den selben gvͦten UrkCorp (WMU)
241,25;
daz ovch disiv gab aber mer chraft hab vnd fvͤrbaz immer mer an
allen chrîech belibe ebd.
1104B,34
u.ö.
3
‘Kampf, Krieg’, handgreiflich oder mit Waffen:
dô greif si [Brünhilde] zuo der sîten, dâ si den
porten vant, / und wold in [Siegfried] hân gebunden: dô
wertez sô sîn hant, / daz ir diu lit erkrachten, dar zuo al der lîp. / des wart der
kriec gescheiden: dô wart si Guntheres wîp NibA
625,4;
wan zurliuge und ze ritterschaft / hœret verlust unde
gewin: / hie mite sô gânt urliuge hin; / verliesen unde gewinnen / daz treit die
criege hinnen Tr
370;
dô Troie bran / und der vil werde künc Pârîs / in crieges wîs
/ verlôr den lîp KvWLd
2,64;
ein fürste was geheizen Pant, / der was künec ze Genewîs. / von
manegen kriegen wart er grîs UvZLanz
46;
der rât wâfent sich wole vf das, das er fride mache vnd den crieg nider lege
UrkCorp (WMU)
N238AB,13,31.
N823,30;
KvWSchwanr
719;
NvJer
20399;
Kreuzf
3272;
BdN
438,17.
53,10;
GFrau
667;
MGHConst
8:357,19
(a. 1347)
4
als Bestandteil von Personennamen:
her Ruͦdolf der Chrieg UrkCorp (WMU)
2386,11;
her Nicolaus Krieg ebd.
2261,41;
her Chvͦnrat Chrieg ebd.
2522,9.
– in einem Straßennamen:
ir houestat obene in Crieges gassen UrkCorp (WMU)
3491,19
MWB 3,2 583,6; Bearbeiterin: Herbers
kriec|acker
stM.
Flurname für einen wenig lohnenden Acker (vgl. SchweizId 1,68):
ein gvͦt heͥzet der kriegacher zem Talacher UrkCorp
(WMU)
395,23
MWB 3,2 585,41; Bearbeiterin: Herbers
kriecgemuot
Adj.
‘streitbar, kämpferisch gesinnt’
sô der leste tac / des gelobeten frides vergât, / uns niht
ungemût er lât. / er ist sô crieggemût ein man Kreuzf
4893
MWB 3,2 585,44; Bearbeiterin: Herbers
kriecguot
stN.
→
kriegôt
stMN.
MWB 3,2 585,48;
kriec|haft
Adj.
‘in Streit verwickelt; kampflustig’
alsus wart dô criechaft / der herzog ûzer Sahsenlant / mit dirre
frouwen alzehant / umbe ir liute und umbe ir guot KvWSchwanr
142;
[Juno, Pallas und Venus] wurden sêre kriechaft / umb den apfel
under in KvWTroj
1562.
2146
MWB 3,2 585,49; Bearbeiterin: Herbers
kriech-, kriechenboum
stM.
zu →
krieche
swF.
‘Haferschlehe, Pflaumenschlehe’
cinus: krichboum SummHeinr
1:177,103;
cinus: chriechboͮm Gl
3:38,41;
cinus: críchnboum ebd.
3:38,51;
prunus haizt ain kriechpaum. des paumes früht sint mangerlai an
der varb BdN
341,25;
EnikWchr
18825
(La.)
MWB 3,2 585,55; Bearbeiterin: Herbers
krieche
swF.
vgl. EWA 5,789.
‘Pflaume, Pflaumenschlehe, Haferschlehe’ (vgl. Marzell 3,1117ff.):
cinum: kriecha VocOpt
48.102;
darzuo izze dû der apfel und der kriechen SM:Ta
4: 3,6;
ein kluͦge spise von pflumen. man sol nemen kriechen, also
so sie zitig sind BvgSp
9;
aber ez spricht ain ander puoch, daz die kriechen die pesten
sein, die ain grüen varb habent BdN
342,1.
341,30
u.ö.;
krichen vnde kirschen sin kalt an deme erstin gradu
SalArz
14,24.
70,25
u.ö.;
criechen oder eppfel NüP
119;
Pelzb
118,33
MWB 3,2 585,61; Bearbeiterin: Herbers
Krieche
swM.
1
‘Grieche/ Byzantiner’
2 im Dat. Pl. als Landesname ‘Griechenland oder Byzanz’
3 in Rezepten: von Kriechen
‘griechisch, aus Griechenland/ Byzanz’
1
‘Grieche/ Byzantiner’
dô was dâr manich Kriech / alsô cranc und alse siech, / alser
wêre verslagen SAlex
7021.
4466;
Romare benamen den Chriechen ire gewalt Spec
144,25;
dô sprach der Krieche Clîas Parz
334,11.
712,9;
wir haben an den Kriechen begangen grôziu mort WolfdA
376,2;
JTit
837,1;
Loheng
4079.
– übertr. in der Wendung (al) der Kriechen golt (bouge) großen
Reichtum bezeichnend:
ir sult wizzen: aller Kriechen golt / möhte ein herze niht sô vrô gemachen
/ sô reiner wîbe minne Neidh
WL 23:8,11;
gen ir ist ringe der Kriechen golt KLD: Hetzb
1:3,5;
si sehent mîn ougen, dast unlougen, / diech lieber hân dan al der Kriechen
bougen KLD: RvR
9:1,6;
Rab
941,4
2
im Dat. Pl. als Landesname ‘Griechenland oder Byzanz’
hêr künec von Kriechen KLD: LvS
8:2,10;
Helenâ von Kriechen KvWTroj
4368;
dô Kriechen sô / stuont daz man hort dar inne vant
Parz
563,8
(vermutlich bei der Plünderung von Konstantinopel a. 1204, vgl. Nellmann,
Parz., S. 720 z.St.);
von Kriechen die schœne Hildegunt WolfdB
194,2.
206,4;
von den purgern ze Athên in der stat in Kriechen
BdN
311,25;
er fuor von Kriechen unde kam / ze Persiâ an die marke
Eracl
4580;
SAlex
49;
PrMd (J)
341,24
3
in Rezepten: von Kriechen
‘griechisch, aus Griechenland/ Byzanz’
diz heizzent huͤnre von Kryechen BvgSp
4;
diz heizzet ris von Kriechen ebd.
5
MWB 3,2 586,8; Bearbeiterin: Herbers
kriechel
stM.
zu lat. graeculum
‘griech. Wein’ (s. Alanne, Weinbau S. 202).
ein Wein:
man sol ouch den kriechel und rômâner schenken ein ganzez trinken umb zwêne
zweinziger StRMeran
417
MWB 3,2 586,37; Bearbeiterin: Herbers
kriechelîn
stN.
‘Würfel(spiel)’ (?):
mit bretspil und mit kriechelîn / verzert er jârs die koste sîn
Renner
16763
MWB 3,2 586,41; Bearbeiterin: Herbers
kriechen
stV. (IIa)
md. krûfen (s. EWA 5,797ff. s.v. kriofan); krigen
(GRud ).
‘kriechen’
1 bezogen auf eine zusammengezogene, gebückte Haltung (s. DWB 5,2207) 1.1
‘hineinkriechen’
1.2
‘herauskriechen, langsam hervorkommen’
1.3
‘hindurchkriechen’
2
‘sich kriechend fortbewegen’
2.1 von Tieren 2.2 von Menschen; sich in gebückter Haltung oder auf allen Vieren fortbewegend, häufig von schwachen oder verletzten Personen 2.3 in Verbindung mit anderen Bewegungsverben die Gesamtheit von Lebewesen bezeichnend (vgl. Friedrich, PhrasWB, 250f.) 2.4 von einer Flüssigkeit
1
bezogen auf eine zusammengezogene, gebückte Haltung (s. DWB 5,2207)
1.1
‘hineinkriechen’
dô mich mîn muoter hêt getragen / fünfzehen wochen, / dô kom zuo ir
[ins Bett] gekrochen / ein vil gefüeger hoveman
Helmbr
1376;
ich wart des enein, / daz ich an allen vieren krouch / in ein stûden, diu
was rouch, / da inne sie mîn niht sâhen Helbl
4,127;
an der stat bi deme wege stat / ein dornbusch, al da
crouch her in GrRud
Gb 51;
der ameiz des gewar wart, / vz dem hovbet tet er eine
vart. / do kroch er rechte, deswar, / fvr sich in daz katzenhar
ReinFu
K,2041;
über dem tenne was daz dach / mitten dürchel gebrochen, / da kam er în
gekrochen HundesNot
166
1.2
‘herauskriechen, langsam hervorkommen’
wenn si [Eidechse] vergizt der
stat, dâ si gepirt ireu air [...], sô kriechent die
jungen selber her für BdN
274,18.
286,8;
ez crouch ein michel trache /
[...] under des bildes sul her vur Pass I/II
(HSW)
31372;
[der neue Mensch] kêret den rücke der menscheit und
daz antlitze ze gote, kriuchet der muoter ûz der schôz und lachet den himelschen
vater ane Eckh
5: 112,6;
GrRud
H 44;
ûz sînem lîb kruchen über al / maden vil âne zal
EnikWchr
13323;
Herb
6889
1.3
‘hindurchkriechen’
durch den dicken hag ich kroch Minneb
4331;
der olvant zo Jherusalem / durch einre nailden ouge crouff HagenChr
(G)
5944;
der hertzoge van Lumburch begaff sin wer / ind krouff weder durch synen
bogen ebd.
5770.
5592.
5603
2
‘sich kriechend fortbewegen’
2.1
von Tieren:
die selben würm runzelnt sich in klain runzeln an dem
leib, wenn si hin und her kriechent BdN
287,12;
wenn er [
der sneck
]
kreucht, sô strecket er diu hörner ebd.
303,3;
wie würme kriechen Renner
11103;
ain omaizz kruͤch in dem selben rad von der linken
hend zu der rehten KvMSph
11,5;
das erste tier naigte sich / und kroch ainem hunde
geleich / zu dem ellenden man HvNstAp
6702;
die rûpen, swenne die abevallent von den boumen, sô kriechent sie eine
want ûf, daz sie ir wesen behalten Eckh
1:134,3;
Seuse
388,8.
– (mit Subjektumsprung) ‘wimmeln’
dîn gebäin [...] chriuchet
bœser wurme vol Erinn
675;
des wolfes woll kreucht voller würm
BdN
147,18
2.2
von Menschen; sich in gebückter Haltung oder auf allen Vieren fortbewegend,
häufig von schwachen oder verletzten Personen:
wan ob her Walther krüche, / man heten doch vil baz dann iu
Walth
18,6;
so kumt die goͤtliche vorhte und geiselet mich, so
krúche ich hin als ein cleines wúrmelin in der erden
Mechth
7: 6,10;
wirt sie des an mir gewar, / daz ich alsus mit zorne var,
/ sie kumet dâ her gekrochen MF:Reinm
67: 3,6;
nû hœrt daz mære mit sprüchen, / wie die diebe krüchen / für
geriht mit ir burden / dâ si erhangen wurden Helmbr
1652;
der greve crouch zu der ture, / niman ne vant her da vure
GrRud
Gb 45;
her zu crigene began ebd.
H 20.
Hb 55.
–
und krüche der an einem stabe, / gote und der werlte wære er wert
Winsb
50,5;
[ein Gelähmter] uf schemelen
[hölzernen Handstützen] krouch Pass
III
446,81;
der kûme mohte kriechen / von sînes siehtuomes nôt, /
der vorhte nû, ez wære sîn tôt StrAmis
862;
si duhte in so vil crank / daz si von ir selbir gank / niender mohte
gekriechen Martina
168,99;
Mechth
5: 33,11.
7: 25,6;
JvFrst
5984;
Herb
6886;
HvBurg
26.
– subst.:
idoch hort ich sine wort / ligende gar
umbekort [= umbe bekart
] , /
gestracket uf der nasen / [...] / mich rurte an
eine hant. / secht, da von wart mir gesant / criechen uf minen henden, /
vort me die knie sich wenden / begonden mit den vu#’ezen
Daniel
6621
2.3
in Verbindung mit anderen Bewegungsverben die Gesamtheit von Lebewesen
bezeichnend (vgl. Friedrich, PhrasWB, 250f.):
got hiz in wurchen / eine ueste archen / daz er darinne
behîlte / alles des er wilte / [...] crichentez unde
chresendez VMos
12,15;
des sol dich loben, swaz âten habe, / [...] wîp
unde man, kint unde knabe, / dar nâch swaz vliege, vlieze und drabe, / krieche
unde gnabe LobGesMar
57,13;
ich sach, swaz in der welte was, / velt, walt, loup, rôr unde gras. / swaz
kriuchet unde vliuget / und bein zer erden biuget Walth
8,32;
allez daz ûf erden lebet, / kriuchet, fliuget, loufet, swebet
Renner
23672.
23668.
242;
wan dinen lihten ovgen / kan niht beliben tovgen / gesihtic vnd ungesihtic
/ ez muoz dir sin vergihtic / ez flieze ez krieche ez fliege
Martina
9,59;
iz ge iz ste iz loufe iz krufe Brun
1079;
KvWPart
8129;
WälGa
2278;
Marner (W)
6:16,9;
Mechth
5: 31,20
2.4
von einer Flüssigkeit:
wan trift si [
vergift von
Schlangen] den menschen an dem fuoz, sô kreucht si von stunt ze
stunden in der andern glider stuck BdN
275,22
MWB 3,2 586,44; Bearbeiterin: Herbers
kriechenblat
stN.
‘Blatt, Laub der Pflaumenschlehe ( →
kriechboum
stM.)’
wer seinen munt wescht auz kriechenpletern oder in dâ mit
saubert, daz wert dem fluz auz dem haupt in die kel BdN
342,15
MWB 3,2 588,11; Bearbeiterin: Herbers
Kriechen-, Kriechlant
stN.
‘Griechenland’
doh quâmen si ubir lanc / wider heim ze Kriechlant
SAlex
7020;
hie bi er erkande, / daz sie waren von Krichlande
Herb
1336.
5306
u.ö.;
al der win / der ie gewuos in Kriechen lant MinneR 418 (M)
77;
alsô schreibent die kriechischen maister von dem perg in
Kriechenland, der dâ haizt Olympus BdN
84,31;
in Kreken lant Meissner
2:18,2;
Spec
124,4;
Tr
8276;
KvWTroj
4357
MWB 3,2 588,16; Bearbeiterin: Herbers
kriechenvürste
swM.
‘Herrscher der Griechen’
die wile claugten [klagten] andersit /
die crichenfursten vnderdes Herb
6209
MWB 3,2 588,25; Bearbeiterin: Herbers
kriechisch
Adj., Adv. , kriechischen
Adv.
auch krîgesch
EvBeh ;
kontrahiert krisch
Parad , HeslApk , kriesch
Spec , criesch
EvStPaul .
‘griechisch, aus Griechenland oder Byzanz kommend’
1 bezogen auf Personen oder Personengruppen 2 bezogen auf Sprache oder Schrift 3 bezogen auf das Land selbst 4 bezogen auf Dinge, die in Griechenland/ Byzanz wachsen, dort hergestellt werden oder dort Sitte sind 5
ez viur , Bezeichnung für einen Brandsatz, der im byzantinischen Reich im Kampf verwendet wurde (s. LexMA 4,1711f.)
1
bezogen auf Personen oder Personengruppen:
diz was Darios ter in Danigel stêt, / der mit dem chriechiscen
chunige [Alexander] streit VAlex
474;
die chriechschen arzet Ypocras, Galliênus und Constantînus
Barth
127,21;
ein kriechisch kamerære KLD: Namenlos
h 19,9;
hie von sprichet ein kriechischer meister Eckh
2:396,6;
hedenische meistere und krische meistere Parad
31,26.
91,1;
dise kriechisch phaffen / verstênt unser buoche niht
StrAmis
1688;
da getar daz crichische her / lenger niht bliben
Herb
15861;
SAlex
2972.
–
~ e man:
SAlex
3188.
3412;
StrAmis
1993;
~ e diet
Herb
13805;
StrAmis
1692;
~ er gast
SAlex
1275;
~ er recke
ebd.
3294;
~ ez volc
Herb
14456;
~ er vürste
ebd.
4856;
~ er wîgant
ebd.
1242.
– bezogen auf die Abstammung von Pers.:
ein dûsunt blieb dâ tôt / von kriechischeme kunne
SAlex
1693;
VAlex
1223
2
bezogen auf Sprache oder Schrift:
[bei abweichenden Lesarten diejenigen auswählen,] di mit
der krîgeschen wârheit ubir ein tragen [
quae cum graeca
consentiant veritate, d.h. mit dem griechischen Bibeltext
übereinstimmen]
EvBeh
1;
warumme wêre wir danne nicht wider kêrinde zuͦ deme krîgeschen
orsprunge und corrigîren di dinc [
cur non ad graecam originem
revertentes
]
[...]? ebd.
1;
Stephanus ist ein krieschez wort vnde ist geantfristet corona
Spec
25,12;
MNat
19,3;
dannen ist uns ouch iris [griech. iris
‘Regenbogen’
] in chriechisker zungen / diche von den alten
buochmeisteren vore gesungen Himmelr
4,25;
in kriescher zungen HeslApk
19406;
ThvASu
250,18;
ez waz avch div überschrift geschriben über in mit
chrichischen bvchstaben EvAug
204,11;
in den chriechischen buochen Barth
127,19;
EvBeh
2;
EnikWchr
14638;
in kriechischer sprâch BdN
222,25;
geschryben was daz brieuelin / hebreysch, criesch vnd auch
latin EvStPaul
14353;
die da vor giengen vnde die da nah fvͦren
rvͦften kriechisk: osanna in excelsis Spec
47,16;
der fünft redet kriechischen EnikWchr
3363
3
bezogen auf das Land selbst:
iz ist ein ros freislîch. / ime ne wart nie nehein gelîch / in
alle kriechische lant. / Bucival ist iz genant SAlex
346.
1011;
dâ sult ir bischolf werden. / über al kriechische erden / ist
kein sô rîche bistuom StrAmis
1656
4
bezogen auf Dinge, die in Griechenland/ Byzanz wachsen, dort
hergestellt werden oder dort Sitte sind:
krichische winber SalArz
103,23;
nim chrichisch pech [Harz]
ebd.
80,23;
OvBaierl
147,3;
swenne dû hæiser werdest, sô nim fenum grecum, daz ist
chriechschez heu [Bockshornklee]
Barth
136,2;
kriechisch wîn Ottok
35006;
man möhtes undersnîden / mit criecheschen borten
Tr
4697;
kriechische wâfen SAlex
2733.
–
mit vil grôzen êren / wart di bâre bereit / und der
lîchame dar ûf geleit / mit pelle unde mit golde, / alsiz Alexander wolde, / nâh
dem kriechischeme site SAlex
3878.
3232
5
~
ez viur, Bezeichnung für einen Brandsatz, der im
byzantinischen Reich im Kampf verwendet wurde (s. LexMA 4,1711f.):
sô solt im diu burch werden tiure, / gewunners nieht mit
chriechiscen fiure VAlex
992;
daz was Alexanders site: / daz er chriechisc fûr chunde
wurchen / unde liez iz niemen merchen, / von welher liste iz im chom ebd.
975;
SAlex
4397.
1361;
daz sîn wazzer wirt ze fiure / gebrant mit anderre dinge stiure: / diz fiur
ist kriechisch fiur genant / und wirt gefüert in manic lant Renner
20179;
die schiff verbernen myt kreischen vuyre HagenChr (G)
783;
Kreuzf
2961
MWB 3,2 588,28; Bearbeiterin: Herbers |