Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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k – cadmia
kaf – kalc
calcaire – 2kalle
3kalle – kaltlîchen
kaltnisse – kamerærse
kamerbëlle – kamerselde
kamersidel – kampfer
kampfgenôʒ – kampfwât
kampfwërc – kanonîen
kanonike – kanzelschrîbære
kanzwagen – Cappadociære
kappân – kappûnen
capût (?) – kardenâldiaconus
karele – karra(t)sche
karre – karthiusære
kartur – kæselîn
kæse|lüppe – kasten
kastenære – kathecuminus
kathezizieren – kauerære (?)
kauergerihte – kefse
1kegel – keisertuom
keitivic (?) – kelken
këllære – këlre
këlstëchære – 2kemelîn
kemelînvleisch – kendelîn
kenecte – keppechîn
keppeler – kerkerhaft
kerl – kerrîne
kerschlich – kerzîn
kerzlach – ketenwambîs
kettelinc – keʒʒelære
keʒʒelærinne – kîche
kîchen – kiesærinne
kiesen – kindebet
kindechîn – kindestac
kindestohter – kintbettegemach
kintbetten – Kiperære
Kiper(e) – kirchenbrëchære
kirchenerbe – kirchhërre
kirchhof – kirchtac
kirchtor – kirnen
kirnîn – kitzelen
kitzelîn – kiuwe
kiuwen – klâfterlanc
klâftermâʒe – klagenôt
klagerede – klamben
klamen – klæret
klârheit – klëber
klëbereht – klegerse
klêgrüene – kleinlîche
kleinlîcheit – kleinvüegunge
kleinzëhende – klepfze
kleppisch – klinge
klingelære – klobeholz
klobelouch – klôsterknëht
klôsterlëben – klôsterweide
klôsterwërre – klûde
klüege – klupfen
kluppe – klutterât
klûwen – knëhtelîn
knëhten – kniel (?)
knieleip – knodebôʒe
knödel – knubelen
knugelîn – kobel
kobel – kochman
kochsudel – kôle
kôlegruobe – kolner
kölnisch – komelinc
komen – condewier
condewierde – konkavelite, konkavelit
conplêt – convëntkopf
convëntswester – koraze (?)
körbelîn, körbel, körblî – körnære
kornban – kornmesse
kornmetze – corporâl
corporâlgewæte – kostebæric
kostebærlich – kötze
kotzeht – koufgenôʒ
koufgiric – koufschalc
koufschanze – krachen
kradem – krâme
kræmel – kranc-
krancmüetic – 1krapfe
2krapfe – krëb(e)ʒ
krëbeʒen – krefticheit
krefticlich – kreiʒgengel
kreiʒlingen – kreter
kretscheme – kriechelîn
kriechen – krîgen
krîieren – krippen-
krîsch – kristâbent
kristalle – kristenin
kristenisch – kristiâne
kristier – kriutener
kriuzaltære – kriuzloht
kriuzphenninc – 1krœnen
2krœnen – krotenstein
krotenstutz – krülle
krüllel – krupfei
krüpfen – krûtmezzer
Krûtnowe? – kûchen
kuchenære – küechelmël
küefelære – kugelhuot
kügellîn – kumberlich
kumberlîn – kûmen
kumer – kunde
künde – künftigære
kunftlich – künigeslêhen
künigessilber – künstelîn
künstelôs – kuntmeister
kuntsame – kuosërtærinnesun
kuo|smër – kuppe
1kuppel – kurdewân
kurdewænære – kurpen
kürre – kurtois
kurtoisîe – kurzwîle
kurzwîlen – kuster
kusterîe – kutzelvleisch
kützen – kûze

   2 kunter - kuole    


2 kunter stN. wohl losgelöst von dem Kompos. → kunterfeit = afrz. contrefait oder von der halb verdeutschten Verbindung kunters machen Reinfr 12217 (Suolahti 1,138). ‘das Unreine, Falsche’ swaz ieman seit daz minne sî, / dâst underwîlen kunter [Hs. conterfeyt ] bî KLD: Namenlos n I 12,2; [Noah verflucht Sems Nachkommen:] din kunne kunter hat JMeissn B1:3,13; diu hertze mainden / ein ander ane chunder WhvÖst 1391; den jungen ane kunder ebd. 3587; da wirt ûz kunter [falsche, imitierte Würde] glentzet SM:Tu 1: 2,7; bezogen auf Mittel zur Schönheitspflege, die die natürliche Erscheinung von Haar oder Haut verfälschen: gel reit grôz und langez hâr / sunder kunters machen [subst. Inf.] schein Reinfr 12217; wie mac diu varwe frischen / die man mit kunter birget? ebd. 12237; ein Edelmetall verunreinigender, verfälschender Bestandteil: swâ golt geliutert wirt alsô daz es niht mêre gunters hât KLD: Kzl 16: 4,2

MWB 3,2 747,32; Bearbeiter: Bohnert

kunterfeit stNF. , -fei, -fê, -fîe stN. auch kunterpheit Hiob 3070; TvKulm 1481; conterfeit Parz 3,12; Tr 12305; MinneR 444 335; kont- MinneR 332 98; gunt- z.B. RvZw 83,11; Jüngl 184; Reinfr 6363. 6472; SM:KvL 18: 3,9; SM:WvK 1: 4,5; gunterpheit HistAE 5053; gunderphait WhvÖst 4092. – stF. Georg 3550; Frl 4:14,10; Ottok 215. 902. 5896; TvKulm 1481; Hiob 5818. – flekt. nur Dat. Sg. gunterfeite KvWLd 32,73 und, entstellt, kuntirfelle EvBeh Einl. 18 (Glossar S. 274: „Bildung wie goltvel, silbervel”). aus afrz. contrefait M. ‘Nachahmung, Abbild’ (Tobler/  Lommatzsch 2,795), dem subst. Part. Perf. (adj. ‘nachgemacht, gefälscht; missgestaltet’, ebd. 2,794, Godefroy 9,183a) zu contrefaire; die mhd. Formen kunterfei [: schrei ] Renner 16599. 3988; SummHeinr 1:245,194(App.); -fai BdN 474,5. 478,5 u.ö.; cunterfe [: we ] TvKulm 870 gehen auf eine afrz. Form mit verstummtem -t zurück; cunterfie [: (frou) Simonie ] Frl 9:14,2 ist im Anschluss an die Bildungen auf -îe des Reimes wegen umgemodelt (Suolahti 1,139). – bei artikellosem präd. Gebrauch liegt teilw. adj. Auffassung nahe. 1 ‘das Unechte, Falsche, Trügerische’
1.1 allg.
1.2 spez., ‘unreines, vermischtes, gefälschtes Gold, Metall’ , eigentl. und bildl.
2 ‘das Entgegengesetzte, der Gegensatz’
   1 ‘das Unechte, Falsche, Trügerische’    1.1 allg.: sô wirt ir silber zin / und wirt ir kunst ein kunterfei Renner 16599; di werlt ist nicht wen ein blende / und ein kunterfeit Brun 10233; dâ ist gelîhsenheite niht / noch gunterfeit RvZw 83,11; freut iuch, frou Simonie, / zu Rome ist cunterfie Frl 9:14,2; diu heilige ê ist der siben heilikeit einiu der hœhsten, die got ûf ertrîche hât. unde dâ von sol dekein kunterfeit dar bî sîn PrBerth 1:279,22; daz gelîchet einem bœsen man. swer nû des lachen / strîchet an der triuwen stein, der vindet kunterfeit Walth 29,8; daz wir ir [früherer Meister der Dichtkunst] steinen / den edeln und den reinen / gelîchen unser kunterfeit RvEAlex 3181; swer mischet und ze minne tuot / keiner slahte gunterfeit Reinfr 6363; der lüge gunterfeit ebd. 6472; aller gebresten gunterfeit / dunken dich volkumenheit [an dem Geliebten] Minneb 849; (konkret:) wir haben ein bœse conterfeit [einen wertlosen falschen (d.h. unedlen) Stein] / in daz vingerlîn geleit / und triegen uns dâ selbe mite Tr 12305 (oder zu 1.2?); daz ist wol halbez kunterfeit KvWTroj 2443; (persönl.:) din hertze daz ist unreine, / und bist ein shoͤne kunterfeit Rennew 25157; der ritterschaft ein swachez kunterfeit Frl 8:5,10; trügelichez gunterfeit KvWTroj 2489. – mit Präp.; mit âne: geringelt zwêne löcke reit, / die glizzen âne kunterfeit / reht alse goldes dræte KvWTroj 19914; mit triwen walten / der hantvest âne gunterfeit Ottok 44023; [Briefanrede:] geheret man ane kunterfait! WhvÖst 18693; ân kunterfei und âne var Renner 3988; vergich âne allez kunterfeit / mir der rechten wârheit HvFreibTr 2305; er wær ân alle gunterveit, / ân valsch, ân untriw und ân zadel Ottok 902; âne wandels gunterfeit KvWLd 18,19. 28,23; ân argen kunterfeit KLD: Kzl 16: 12,8; KvWPart 10392; FvSonnenburg 51,15; mit in: als dik [wie es oft vorkommt, dass] ain man ingunterfeit / unwissenklich die warhait seit, / der doch die warhait mainet nút / und trúget sich und ander lút WernhMl 7945; mit mit: iu, herren, sî gekleit / daz mit solcher kunterfeit / der markîs mit mir umbe gât, / und hie vor dem rîche stât / und giht er sî ein kristen Georg 3550; ja triuge ich nicht sam du mit diner gunterfeit Frl 4:14,10; mit listen und mit gunterveit Ottok 42540; der arzt [...] het mit grôzer gunterveit / ein glisteri bereit, / dâ was der tôt inne ebd. 215. 48695. 85446; KvWLd 32,73; mit sunder: daz er sunder gunterpheit / also groze erberkeit / irbot dem vremdem gote HistAE 5053; daz ist war / al sunder valschez kunterfeit Brun 12222; Hiob 3070; mit von: schœne varwe, niht von gunterfeit, / hât ir lieblich angesiht SM:KvL 18: 3,9. – Adj., ‘nachgemacht, unecht, falsch’? manec wîbes schœne an lobe ist breit: / ist dâ daz herze conterfeit, / die lob ich als ich solde / daz safer ime golde Parz 3,12 (allg. adj. aufgefasst; nach S. Singer, Zs. f. d. österr. Gymnasien 46 [1895], S. 528, bildl. zu 1.2, ‘ist das Herz von falschem Metall’); sie blickete [...] an / den künic Marken iren man / und was daz blicken kunterfeit HvFreibTr 2619; hât wol mîn herze wîsheit, / die dunket iuch doch kunterfeit ebd. 2862; daz dise rede icht kunterfeit / wêre ebd. 3530 (Bechstein, HvF. nimmt nur zu 2862 das Adj. an); al mîn fröide ist gunterfeit SM:WvK 1: 4,5    1.2 spez., ‘unreines, vermischtes, gefälschtes Gold, Metall’, eigentl. und bildl.: electrum haizt gunderfai BdN 478,6; daz [ gesmeid ] ist sibenlai: golt silber gunderfai kupfer zin plei und eisen ebd. 474,5; swes hertz ist vermachet / sam ein ertz vnd ein gunterfeit Krone 2255; ein kunderfeit wart mir durch schouwen vür getragen. / [...] mich trouc sin übergulde Frl 5:121G,1; dirr mægde rainikait / golt schinet und ist kunterfait SHort 806; (persönl.:) [die Schmeichler] werden erkant als gunterfeit: / da treuget man die kint mit. / so haben die wisen einen sit, / die kennen bi golde valsch wol Jüngl 184; di uz vremden sachen / daz kunterfeit kunnen machen Brun 979; für golt gibe ich im gunterfeit Frl 7:25,8; er kêrt [...] von der minne süezikeit; / er sluoc valsch und gunterfeit / ûf ir munz und ir gebræge Ottok 21477; überguldet kunterfeit LvRegFr 368; di daz fyne golt mit glysendem kuntirfelle ubirzciren wollen EvBeh Einl. 18; als daz golt vor dem gunterfeit / ist sînes glanzes stête Kreuzf 7568; [das natürlich vorkommende gunderfai ] erkennt man [...] gar kaum von dem gevelschten gunderfai BdN 478,12; ain geväz, daz gemacht ist auz rehtem nâtürleichem gunderfai ebd. 478,14. – Adj.? die florîn / wâren gunterfeit Ottok 34726 (vgl. die valschen florîn ebd. 34880 )    2 ‘das Entgegengesetzte, der Gegensatz’ (die Bed. scheint afrz. contrefait zu fehlen, auch mlat. contrafactus [vgl. MlatWB 2,1765f.] bietet dafür keinen Anhalt: „wohl ein von Gottfried eigens gebildeter Terminus”, H. Haferland, PBB 122 [2000], S. 237): sus wâren diu zwei conterfeit, / stætiu linge und wernde leit, / gesellet an dem einen man Tr 5081; die widerwarten conterfeit / zorn unde wîpheit ebd. 10259

MWB 3,2 747,51; Bearbeiter: Bohnert

kunterfeiter stM. jmd., der kunterfeit bearbeitet: kunterfeiter bringe din zimirde, / missinc unde kopfer dringe her mit valscher wirde, / daz din herze wolde [echten Goldschmuck] , dar hastu nicht an Rumelant (K) 1:8,11

MWB 3,2 749,46; Bearbeiter: Bohnert

kuntesal stN. vgl. → künten . ‘Feuer, Brand’ incendium: cuntesal SummHeinr 2:342,01.16

MWB 3,2 749,51; Bearbeiter: Bohnert

kuntlich Adj. , kuntlîche, -en Adv. auch künt- (Adj.: s. WMU 1,1059; UrkStraßb 2:189,22. 2:194,33; UrkIndersd 65; Adv.: NibB 1541,4 [Kompar.]; Reinfr 23814 ). zu kunt Adj. (nach Ganslmayer, Adjektivderivation S. 714 wäre das Adv. kuntlîche zu → künde stF. gebildet; fraglich, weil dieses meist Umlaut zeigt, jenes nur selten); vgl. ahd. kundlîhho Adv. (AWB 5,489). 1 ‘(aufgrund eigener Erfahrung, sicherer Nachricht, verlässlichen Zeugnisses oder allgemein) bekannt, offenkundig, notorisch’ , Adj.; auf die Weise eines, der sichere Kenntnis hat, gibt oder nimmt (aufgrund eigener Erfahrung usw.), ‘deutlich, genau, nachweislich’ , Adv.
1.1 attr. Adj.
1.2 präd. Adj.
1.2.1 ~ sîn
1.2.2 ~ werden
1.2.3 ~ belîben
1.2.4 ~ tuon , mit Dat.d.P.
1.2.5 ~ machen
1.3 Adv.
1.3.1 bei Verben des Sagens, Nennens
1.3.2 bei Verben der Wahrnehmung, des Erkennens
1.3.3 bei verschiedenen anderen Verben
1.3.4 bei nominalen Prädikatsausdrücken
2 ‘kenntlich, deutlich wahrnehmbar’ , Adj.
3 ‘einem Bekannten zukommend’ (vgl. kunt 3 ), Adj.
4 ‘klug, geschickt’
   1 ‘(aufgrund eigener Erfahrung, sicherer Nachricht, verlässlichen Zeugnisses oder allgemein) bekannt, offenkundig, notorisch’, Adj.; auf die Weise eines, der sichere Kenntnis hat, gibt oder nimmt (aufgrund eigener Erfahrung usw.), ‘deutlich, genau, nachweislich’, Adv.    1.1 attr. Adj.: brech er daz mit einer offenlichen oder kuntlicher getat UrkCorp (WMU) 931,10; mit chuntlichem gewalt UrkStraßb 5:93,32 (a. 1338); einen chüntlichen offen rawber UrkIndersd 65 (a. 1332); vnd sv́ln nach kuntlichen dingen vnd nach warheit ein reht dar v́ber sprechen UrkCorp (WMU) 3473,18; daz [...] ainer da bei niht moht gesein vor kuntlicher not [entspr. êhafter nôt ] UrkLudw 211 (a. 1344); und solnt leisten [Einlager halten] [...] als guͦde burgen in kuͦntlichen herbergen UrkWorms 2:82,8 (a. 1317); mit [...] kuͥntlichen ingesigeln UrkStraßb 2:194,33 (a. 1303); kuͥntliche kornguͥlte ebd. 2:189,22 (a. 1301); und [ man ] mahte ime einen kuntlichen dag an gerihte, daz er queme und daz verantworte UrkFrankf 2,112 (a. 1320). im seit der videlaere / diu kuntlîchen maere [die Geschichte, die ihm (als Augenzeugen) bekannt war] , / wie ez ergie und geschach, / wand erz hôrte und sach KlageB 4310; noch nenne ich gotes vînde mê / mit kuntlîchen worten hie RvEBarl 2385    1.2 präd. Adj.    1.2.1 ~ sîn: disú warheit ist als kuntlich in erlúhten vernúnften, daz si kein anders mugen gedenken Seuse 177,28. 179,18; swer vmb eine vngeclagete wunde, die kv́ntlich ist, ergriffen wirt UrkCorp (WMU) N238A,3; kvntlich oder verholn ebd. 207,23; kv́ntlich vnd offen ebd. N49,16; kv́ntlich vnd werlich ebd. 1953,10. 1174,4; mit Dat.d.P.: daz is genûgen kuntlîch En 13505; mir ist wol kvntlich: / zv Troyge was ein kvnic rich, / min alder fater Laomedon Herb 5941; dat uns dise vorgeschreven rede kuntlich is UrkSiegen 85 (a. 1314); UrkCorp (WMU) 1788AB,17,16. – auch mit dem Adv. (vgl. DWB 5,2632 unter kundlich 2,a,#G+g#G-): es wer dan, das es schynber und kuntlichen wer, das er vor vindschaft gegen im getragen het StRSchlettst 40; viell. auch jch [...] tuͦn kuͦnt offenlichen [...], daz mir kuͤntliche vnd wizzentliche ist, vnd ez auch gesehen vnd gehort han UrkWürzb 41,111 (a. 1345) (oder unflekt. Adj. mit epithetischem -e)    1.2.2 ~ werden: daz muͤst da allez werden offenbære, / kuntlich der werld ze sehene JTit Marlb. 11,4; das das kuntlich wurde vor dem obman vnd vor dien schitlúten UrkCorp (WMU) N243,6. 1780,19    1.2.3 ~ belîben: dur daz disú gifte vnd disú gedinge kúntlich vnde stæte beliben UrkCorp (WMU) 541AB,42; kuntlich vnde wissentlich ebd. 2032,32    1.2.4 ~ tuon, mit Dat.d.P.: ouch tut vns Seneca kuntlich, / wi der stete man si vnuerwuntlich Elmend A 813    1.2.5 ~ machen: daz einem chlager [...] daz reht in der selben stat [...] verzogen wurde und daz der chlager kuntlich macht StRMergenth 129; wo man das kuntlich mag gemachen mit erbarn luten UrkStraßb 4,2:20,9 (vor 1311); kuntlich vnd werlich UrkCorp (WMU) 1290,5; UrkSpeyer 329,4 (a. 1330)    1.3 Adv. (s.a. 1.2.1)    1.3.1 bei Verben des Sagens, Nennens: si begonden im diu mære sagen küntlîcher baz NibB 1541,4; von den verwern kan ich niht gesagen / kuntlich, wan ich hâns niht gesehen Ammenh 11553; RvEWchr 4206; RvEBarl 3327; Flore (P) 6920; Ottok 40131 u.ö.; ~ verjehen UrkCorp (WMU) 3212,41; KvWTroj 47695; wer dirre unt jener wære, / daz wurden wîtiu mære, / solt der kristen und der Sarrazîn / kuntlîche dâ genennet sîn Parz 699,30. 700,7; Flore (P) 3123; MinneR 481 462; ~ antwürten Ottok 32556    1.3.2 bei Verben der Wahrnehmung, des Erkennens: Anêpolis, ein vürste hêr, / begunde sûmen sich niht mêr / er sæhe ie kuntlîche dar. / Alexanders nam er war, / sîn antlütze im was erkant RvEAlex 6543. 6564; mit mînen beiden ougen ich kuntlîchen sach, / daz sie [die ihm erschienenen hll. Peter und Paul] ze mîner angesiht verswunden Loheng 6362. 6945; RvEBarl 7691; RvEGer 2624; WhvÖst 7165; MvHeilGr 132; ~ ersehen Parz 746,23; ~ hœren Loheng 4187; ~ entvinden KvHelmsd 4401; ~ ervarn Ottok 28597; ~ ervinden ebd. 57697; ~ vernemen ebd. 17081; ~ inne(n) werden ebd. 61106; Seuse 119,11. 142,29; ein ieglich kristenmensche solte sie [die Zehn Gebote] gar wol wizzen unde gar küntlîchen erkennen PrBerth 1:274,39; Flore (P) 3711    1.3.3 bei verschiedenen anderen Verben: man list dâ kuntlîche / ir namen und ir rîche Wh 464,27; JTit 448,4; Ottok 80330; daz mere, daz an dem seil geschriben stuͦnt kuntliche JTit 1474,4. 6068,1; Ottok 33973. swaz dâ was ergangen, / kuntlich er in daz wizzen liez Ottok 20646; etw. ~ wizzen Reinfr 19860. 23814. dô er von der reinen sprach / die er unwizzende vor im sach [...], / ir herze sich gein im entslôz, / darîn sie in kuntlich nam UvEtzWh 6991. kuntlich ersichert und erfunden BairFreibr 9; in yrre danne ehafte not, di her kuntlich muge bewisen UrkLandfr 24 (a. 1338); und habend uns des chuntleichen mit iren briefen und urchünden underweiset StRMünch 553,22; ~ vürbringen UrkCorp (WMU) N150,28; StRAugsb 263,18. vnd su̍llen dann ich oder min erben die vorgenanten haller alle kuntlich anlegen, wenden vnd keren an gewizze gu̍lt UrkWürzb 45,135 (a. 1338)    1.3.4 bei nominalen Prädikatsausdrücken: daz ist kuntlich war Seuse 158,10; do in wart kuntliche schin / sin muͦt RvEWh 5235; RvEGer 2338; ~ gewar werden: ebd. 3048; UvEtzWh 7410; Ammenh 19178; UrkFriedb 126 (a. 1334)    2 ‘kenntlich, deutlich wahrnehmbar’, Adj.: wâpenroc und kovertiure al ein, / beide genuoc kuntlîch Er 2340 (vgl. Bech, Er. z.St.); si truͦg dú kuntlichen wortzeichen [Striemen wie von Geißelschlägen] mit grossem smerzen vil zites Seuse 44,22; gib ein kuntlichs urlob aller der gespilschaft [die dich vom geistlichen Leben wegführt] ebd. 372,7. nû was der heidenschefte bane / von huofslegen sô wît erkant, / daz man si kuntlîche vant Wh 440,14; dc si den selben schait bestatent, wan siv die markstaine kuntliche vúndent UrkCorp (WMU) 1308,14    3 ‘einem Bekannten zukommend’ (vgl. → kunt 3), Adj.: Kingrûn sach dicke / an in kuntlîche blicke [Blicke wie die eines Bekannten] Parz 219,6; [weil er einen fremden Harnisch trug] bekant in niht sîn selbes wîp [...], / swie kuntlîche rede er ir bôt Wh 82,2    4 ‘klug, geschickt’ (vgl. → kündelich , kündic 3, kündiclich 2). – Adj.: als er sî [die trügerische êre ] danne ergriffen hât, / sô muoz er haben wîsen rât / mit kuntlîchem sinne / dazs im iht entrinne RvEAlex 14977; die tiefe der abgrúnde / hat [Gottes hêrschaft ] in kuntlichir kúnde / beslozin und gemezzen RvEWchr 38; di aber geúbet an dirr andaht sint und chundlich im gaist MvHeilFr 18. – Adv.: er kunde küntlîche / verdecken sînes herzen zorn / mit schœnen worten ûz erkorn MargAntioch IV 432; wie chuntlichen er daz verhelen chan mit listichlicher glichsenheit Baumgart 142,16

MWB 3,2 749,53; Bearbeiter: Bohnert

küntlîche stF. ‘Kenntnis’ [das Wort unserer Vernunft ist] ein tüwelichü [= tuolîchiu ] entphahung unser küntlichi [ quaedam acceptio actualis nostrae notitiae ] ThvASu 318,13

MWB 3,2 752,8; Bearbeiter: Bohnert

küntlicheit stF. 1 ‘Kenntnis’ , als Übers. von lat. notitia
2 ‘Kennzeichen, Merkmal (einer göttl. Person)’ , als Übers. von lat. notio (vgl. Schütz, Thomas-Lexikon S. 530)
   1 ‘Kenntnis’, als Übers. von lat. notitia: von der küntlicheit, die wir haben, inrelichen gedenkende so formen wir daz worte [ ex notitia quam habemus, cogitando interius verbum formamus ] ThvASu 262,7. 298,35    2 ‘Kennzeichen, Merkmal (einer göttl. Person)’, als Übers. von lat. notio (vgl. Schütz, Thomas-Lexikon S. 530): ez ist zemerken, daz die küntlicheit daz heizet, daz da eigen der rede des erkennens der gotlichen personen [ quod notio dicitur id quod est propria ratio cognoscendi divinam personam ] ThvASu 316,12; in dem der sun von im [Gott-Sohn von Gott-Vater] ist, so wirt erkant von der küntlicheit der ‘veterlicheit.’ [ inquantum Filius est ab eo [Patre], innotescit notione paternitatis ] ebd. 316,21; so sint nihtwan fünf küntlicheit in got, daz ist die ‘ungeberlicheit,’ die ‘veterlicheit,’ die ‘sünlicheit,’ die ‘gemein geistung’ unde die ‘uzgaunge.’ ebd. 318,1. 316,19. 316,22. 318,9; die kuntlicheide [...] heißen alleine darum kuntlicheide, wan si die personen kuntlich machen [quia notificant personas] Hugo Ripelin von Straßburg, Compendium theol. veritatis 1,22 (Hs. Oxford, Laud. Misc. 521, fol. 24#’v; vgl. Ruh, Trinitarische Spekulation S. 44f.)

MWB 3,2 752,12; Bearbeiter: Bohnert

kuntliute st.Pl. ‘(sachverständige) Zeugen’, die im gütlichen Verfahren auch urteilen können (DRW 8,109): disuͤ kuntschafft wart erfare von vns beyden [...], die daruͤber zu kuntluͤten geben wurden ze bayden sitten DRW 8,109 (Reyscher,Stat.; a. 1313 kopial); kuntliute UrkEssl 314,7 (a. 1332)

MWB 3,2 752,36; Bearbeiter: Bohnert

kuntman stM. Sg. zu kuntliute : als sie do veriahen [...] vor vns zwain kuntmanen die hie vorgeschr. stoͤnd DRW 8,110 (Reyscher,Stat.; a. 1313 kopial)

MWB 3,2 752,42; Bearbeiter: Bohnert

kuntmeister stM. eine Art Kurator und Richter über die Leibeigenen des Klosters Niederaltaich: si quis genuerit filium ex muliere, que est ecclesie et non est uxor sua, iste puer dicitur chebschint. qui in pueritia, postquam videre potuerit cacumen domus, quod dicitur virst, tunc ille, qui dicitur chvntmeister, quod officium habet Alhardus Gevmannus in feodo ab ecclesia, debet indicere parentibus pueri, ut redimant eum a servitute, ut possit legitimari et hereditatem habere UrbNAlteich 649 (13. Jh.); ex officio etiam illius chvntmaister est illud, quod, si siquis homo hereditarius furtum fecerit [...] ebd. 650 (= UrkNAltaich 1,48.49 )

MWB 3,2 752,45; Bearbeiter: Bohnert

kuntsame stF. 1 ‘Kenntnis, Wissen’
2 ‘das Bekanntsein, Bekanntschaft’
3 ‘das Erkennen’
4 rechtsspr.
4.1 auf Sachkenntnis (vgl. 1 ) beruhende, durch beeidete Leute erteilte ‘Rechtsauskunft’ , auch die zugrundeliegende ‘Beweiserhebung, Inaugenscheinnahme, Begutachtung’ , teilw. schwer von 4.2.1 zu trennen
4.2 übertr.
4.2.1 der Personenkreis, der die kuntsame 4.1 erteilt
4.2.2 ‘Bezeugung’
4.2.3 ‘Bekanntgabe’
   1 ‘Kenntnis, Wissen’ und gab im got [in Visionen] neiswi ein enpfintlich kuntsami [...], wie es in himelrich [...] stuͤnde Seuse 22,22; ~ gewinnen/  haben ebd. 171,10. 171,17; wan kom etwen [mittels logischer Untersuchung] in ein kuntsami eins dinges von sines namen wegen ebd. 176,8    2 ‘das Bekanntsein, Bekanntschaft’ er gewan kuntsami eins heiligen erlúhten menschen Seuse 7,5. 97,6; von frúntschaft oder von sipschaft oder von etzlicher hande kuntsami der persone BdT 117,8. 117,11; es kam einest zuͦ des dieners kundsami ein mensch Seuse 373,8    3 ‘das Erkennen’ wie dú kuntsami beschach [ qualiter noverunt Jesum ] , / do er das brot vor inen brach [vgl. Lc 24,30f.] WernhMl 12081    4 rechtsspr.    4.1 auf Sachkenntnis (vgl. 1) beruhende, durch beeidete Leute erteilte ‘Rechtsauskunft’, auch die zugrundeliegende ‘Beweiserhebung, Inaugenscheinnahme, Begutachtung’, teilw. schwer von 4.2.1 zu trennen (vgl. → kuntschaft 4.1): do wart ertailt mit urtail, daz ich dar solte senden kunte lúte [...]. do sante ich dar [zwei Männer] [...], daz siu die kuntsami baidunthalp soͤlten innemen mit geswornen aiden. darnach [kamen sie] [...] fúr gerihte und saiton bi ir aide, daz siu daz hetten ervarn in der kuntsami, daz minre herre kuntsami von Crúcelingen diu besser waͤre und diu mere UrkThurgau 4,456 (a. 1323); wan wir baidenthalp in der kuntsami, so in dierre sache gehoͤret wart, vernamen, daz [...] ebd. 4,153 (a. 1306); ervarn [...] mit gewerer kuntsami UrkAargau 1,7:24,16 (a. 1310); nach der kuntsami und bewisung der geburan des dorfs UrkThurgau 5,267 (a. 1349); es ensol oͮch vnder vͥns enkeiner [...] vff ein kuntsami me fuͤren denn x [Männer] StRBern 1:407,14; UrkThurgau 4,635 (a. 1333); UrbHabsb 1:96,16    4.2 übertr.    4.2.1 der Personenkreis, der die kuntsame 4.1 erteilt: das sol gebessert werden, als dv́ kunzami erteilt UrkCorp (WMU) 842,27; als duͥ kuͥntsami gesprochen hat uf den eit UrbHabsb 1:25,15; ein kuntsami darumb ze uerhoͤrenne StRBern 1:197,10; die bisanton alle die, die in der kvntsamj waren ze Bvͦch vnd ze Grezzelinkon. die selben lv́te sworen vf den heiligon, eine warheit ze sagenne UrkCorp (WMU) 262,16; man sol den val nen [= nemen ] , so man die lich erst begrebt, mit dem vogt vnd mit der kvntsami WeistGr 1,330 (a. 1344); das [...] der burgermeister und der rat nah aller der kuntsami, so si von beiden teilen verhorten, sich einhelleclich uf den eit erkennet hant, das [...] StBZürich 141 (a. 1344)    4.2.2 ‘Bezeugung’ darnach gaben wir do alle fv́nfe ainen gemainen tag, daz bede taile ir kvntsami vnd ir geloͮbsami fv́r braͤhten. des selben tages brahten sie erebaͤre lv́te fv́r v́nz, die [...] saiton vf den [...] ait swaz si sahen vnd horten do dv́ mv́li Cvͦnrates vatter verlihen wart UrkCorp (WMU) 2285,32    4.2.3 ‘Bekanntgabe’ allen den, die disen brief sehent [...], geben wir zewissenne [...] kuntsami dirre gescrift UrkCorp (WMU) 2655,11; ~ und wizzenhafte der dinge diu hie nâch geschriben sint (entspr. lat. notitiam subscriptorum) ebd. 2314,40. 2789,23. 3092,23; allen den, die disen brief sehint oder hoͤrent lesin, den kv́nd ich [...] minen gruͤz mit kvntsami dirre gegenwertigen schrifte ebd. 185,9

MWB 3,2 752,59; Bearbeiter: Bohnert

kuntschaft stF. allgemeinspr. (1–3) und rechtsspr. (4) Gebrauch treten etwa gleichzeitig auf, früheste Belege: Lanc 281,12; StatDtOrd 107,9; Mühlh 141,1. 156,10; UrkCorp 89,26 (a. 1265). – vgl. mnd. kuntschop MNDWB 2,710f. 1 ‘Kenntnis, Wissen; Auskunft, Mitteilung’
2 ‘ das Kennenlernen, Bekanntsein, Bekanntschaft’
3 ‘Gegend, wo man bekannt ist, sich auskennt’ ( KvWPart ; vgl. künde stF. 3 ), daher allg. ‘nähere Umgebung, Nähe’
4 rechtsspr.
4.1 auf überlieferter oder durch Anwesenheit erworbener Kenntnis (vgl. 1 ) beruhende, durch beeidete sachverständige Leute erteilte ‘Rechtsauskunft’ sowie das (mündliche oder schriftliche) Zeugnis darüber, auch die zugrundeliegende ‘Beweiserhebung, Inaugenscheinnahme, Begutachtung’ , teilw. schwer von 4.2.1–2 zu trennen
4.2 übertr.
4.2.1 der Personenkreis, der die kuntschaft 4.1 erteilt
4.2.2 ‘Beweis, Beweismittel’
4.2.3 ‘Bestätigung’
   1 ‘Kenntnis, Wissen; Auskunft, Mitteilung’ ich han dir kuntschaft gnüg gesait MinneR 439 416; alleine wir di kuntschaft tragen / gên im [obgleich wir in Bezug auf ihn wissen] daz er sundic ist JvFrst 2220; daz er durch vremde kuntschaft / bedorfte sneller botschaft Pass I/II (HSW) 38935; mit ganzer chuntschaft begrifen MvHeilFr 43; jch [...] begih an disem brief allen den, zv der chvntschaft er bechvmt, daz ich [...] UrkCorp (WMU) 748,36. kunftigir dinge kuntschaft NvJer 729; gotes kundeschaft [ cognitionem ] Hiob 10787; daz er [Stellvertreter des Hochmeisters] der gescheffede mê kuntschaft [ noticiam ] habe, denne ein ander StatDtOrd 107,9; [ sie ] gâben im des die kuntschaft, / wâ er dâ funde ir ritterschaft Kreuzf 5285; des blibe ich ane kuntschaft Elis 7418; Eckh (Pf) 648,35; HvFritzlHl 16,27. 253,10. [der Engel (Lc 1,13)] nante si Marîâ [sprach sie mit ihrem Namen an] durch di kuntschaft, daz si sich deste minner vorchte HvFritzlHl 111,10; [den Propheten] gap der heilge geist / kuntschaft unde volleist, / wie er [Christus] kumen sulde Erlös 2286; NvJer 2783    2 ‘ das Kennenlernen, Bekanntsein, Bekanntschaft’ diser junger unbenant / was dem bischof sô bekant. [...] / di kuntschaft sî alsô geschên: [...] JvFrst 4462; daz heimliche kuntschaft / und dicke sehen hab die kraft, / daz sie der mynne anvank ist Minneb 3135; daz er [ein arm man, der in eine Machtstellung gelangt ist] verre nêher schirt / sînen nâchgebûren [seine Nachbarn viel empfindlicher schindet] denne ein man, / der kuntschaft nie bî in gewan Renner 1722; recht wichlich [= vihelîch ] si lebtin. / elich sy dar nach strebtin, / wy sy des nachtes tochtin / vnd nwe kuntschaf machtin [d.h. sie suchten jede Nacht eine neue Partnerin kennenzulernen] Dalimil (B) 2,84 (l. konschaft? vgl. Wig 11375(La.) ); der kuͤnc von Spangen [...] / kunt in [den anwesenden Fürsten] die kuntschaft [wie er mit Wilhelm bekannt wurde] WhvÖst 14369 (der König erkennt ebd. 14109–11 Wilhelm als Verwandten, vgl. → künde 1.3 stF.; oder l. kuͤnschaft zu → künneschaft 1?); in heinlichi und in kuntschaft [nach näherer Bekanntschaft] Seuse 228,14. – mit Gen.d.P.: ir sint ein man des kuntschafft ich me begeret han dann aller der die nu lebent Lanc 281,12; die ir heten kuntschaft, / die gehullen in der mære, / daz ir ietweder wære / herre eines landes Ottok 45482; e daz ich ir kein kuntschaft het Minneb 4684. – übertr., ‘bekannte Personen, Bekanntenkreis’? ich wolt [...] / daz meister Arnolt der moler / von Wirtzburg in irre kuntschaft were Minneb 4468 (oder zu 3?)    3 ‘Gegend, wo man bekannt ist, sich auskennt’ (KvWPart ; vgl. → künde stF. 3), daher allg. ‘nähere Umgebung, Nähe’ daz ich enbir / ir angesiht und ir kuntschaft [vertrauten Umgang] WhvÖst 7221. – mit Präp. in: ouch kunnents [können unsere Gegner] ûf ir marke / und in ir lande vehten baz / dann unser volc; geloubet daz, / swer in die kuntschefte vert / ze sturme, daz er sich ernert / vor schaden lîhter danne ein gast KvWPart 4173; ir herre solte nemen [...] / eine juncfrouwen in der kuntschaft [im Ggs. zu der Ungarin Elisabeth; vgl. lat. filiam cuiuspiam vicinioris ] Elis 1149. 1249; dô diz al umbe und uberal / in der kuntschaft ûz geschal, / ir vrûnde iz ouch vernâmen Erlös 2998; dô er in den dritten himel gezucket wart in die kuntschaft gotes Eckh 4:362,170 (ähnl. ZweiWege 250 ). – übertr.: in tugentlicher kuntschaft [dem durch die Tugenden umschriebenen Lebensbereich] / hielden wir uns vurbaz Pass III 44,92    4 rechtsspr. (Rechtsquellen außer Ottok 38080 unter 4.1)    4.1 auf überlieferter oder durch Anwesenheit erworbener Kenntnis (vgl. 1) beruhende, durch beeidete sachverständige Leute erteilte ‘Rechtsauskunft’ sowie das (mündliche oder schriftliche) Zeugnis darüber, auch die zugrundeliegende ‘Beweiserhebung, Inaugenscheinnahme, Begutachtung’, teilw. schwer von 4.2.1–2 zu trennen (in lat. Urkk. durch experientia UrkWürzb 38,453; inquisitio UrkHohenl 2:55,23; notitia UrkWürzb 38,540 [a. 1310 bzw. 1313] wiedergegeben): do brahte in die kuntschaft, daz Willehelm drv jar gesessen were in nutzlicher gewer dez dinghoues UrkCorp (WMU) 2257,37; es stat ovch an [ Wolfran ] Hochsliz kuntschaft, weder ir [der Gislingerin ] man burger waͤre ze Kirchain [...] oder nit ebd. 1728,46; daz wir die eltesten unde die die kuntschaft aller beste wihsten [wüssten] besanten unde ain kuntschaft an in erfuͦrn umbe diu reht UrkEssl 225,24 (a. 1318); dise kunshaft sageten diͤ zwene vor gescriben man vffe irn eit UrkCorp 1149,7 = WeistGr 4,523; [ sid daz ] gemein lúte usgescheiden [wurden] , die die kuntschaft erhortin, und die wider brechtin vúr den rat, und dú kuntschaft vor dem rat gelesen wart: do erteilt [...] der rat, daz Uolrichez kuntschaft die besser were UrkBern 5,335 (a. 1323); vnd hort ich vnd die vorgenanten schidlut ein kuntschafft vnd erfuoren vns als verre in der kuntschafft, das min frowe die eptischin von Schennis vnd der conuent guot recht hetten ze der vorgenanten wisen UrkGlar 173 (a. 1330); ~ ervarn u.ä. s. bes. unten; so ist diz mugelich vnd gewonlich, swaz man creftiger dinge tvͦ div ewic sin svn, daz man daruber gezivge neme vnd kvntschaft vnd vrkvnde der gescrift UrkCorp 514,24 ( ~ nemen auch ebd. 1131,16 ); ein chvntschaft gevahen ebd. 1274A,42; wa man von der stat oder von des rates wegen ein kuntschaft hinleitet NüP 105; dâ hin deu chuntschaft geweist wiert RbRupr 168; vnd gelobetin [...], diͤ selben kuntshaft ewiclichen stete ze haltenne UrkCorp (WMU) 1149,8 = WeistGr 4,523; wolte aber er der kuͦntschaft niht gelouben UrkWittelsb 2,177 (a. 1311). – mit Präp.: vnd suln ouch an dem gewerift in noh di schidleutt an der chunschaft niht hindern noh irren UrkCorp (WMU) 1119,42; sprechent zwêne man ein guot an enwiderstrît [...], unde wellen daz mit gelîchen geziugen behaben [...]: sô ziehe manz an die kuntschaft. unde leitent si gelîch geziuge, man teile daz guot under si. unde hât aber einer mêr geziuge unde êrbærrer geziuge, der behabet daz guot gar SchwSp (W) 232,3; nach ir beider rede und widerrede [ wurde ] beiden teilen tag mit urteil in die kuntschaft gegeben UrkBern 5,335 (a. 1323); daz si dar umbe in ein kuntschaft komen und rechtes gegen ein anderen phlegen UrkBernLd 6:50,28 (a. 1345); mit kvͤntschâft oder mit giezîvgen biwisen UrkCorp 1262,25; mit guͦter kuntschaft beweisen UrkHohenz 3,139 (a. 1346); mit guter lebendiger [im Ggs. zu urkundlicher] kuntschaft UrkErbach 45 (a. 1344 kopial 14. Jh.); mac he iz abir ubircumi [...] mit einir rechtin cuntscaph Mühlh 156,10 (ähnl. UrkCorp 604,9; Ottok 38080 ); vnd di selben fuͤmfe sulnt [...] vnser redde vnd furlegung einnemen, nach brifen vnd nach kuntschaft, vnd solnt vns nach der einnemung mit ein ander rihten UrkHohenz 3,53 (a. 1339); welher under den zwain bezzer reht hab nach kuntschaft UrkLudw 210 (a. 1344); wer ziuges oder gewern oder laẃt ze einer kuntschaft bedarf OberBairLdr 312; di zu derselben kuntschaft [...] genomen werdent NüP 105. – bes. mit (sich) ervarn (s.a. oben UrkEssl 225,24; UrkGlar 173 ): daz ich [...] eîne kvntschat ervuͦr vf den eît, waz guͦtes in disen vuͦr genanten hof von alter hoͤr̂ete UrkCorp (WMU) 1419,38; UrkLudw 210 (a. 1344); UrkHohenz 3,31 (a. 1336); eine erbere kuntschaft erfaren ebd. 3,153 (a. 1347). 3,198 (a. 1349); mit Präp.: an/  in/  mit/  von (der) ~ ervarn s. WMU 2,1061; die vorgenanten biderben livte die erfuren sich an ainer alter kundscaft, die darumb fiur war wizzen vnd ouch si selbe alle ir tage hetun gehoret, vnd schieden disen criech UrkCorp 565,13; sich ervarn mit alter chuntschaft StRMünch 353,24 (nach dem Glossar meint alte ~ ein Weistum, nach DWB 5,2642 bezieht sich alt auf „das kundige alter der zeugen”; vgl. kuntschaft [...] der eltisten und der besten OberBairLdr 137 unter 4.2.1)    4.2 übertr.    4.2.1 der Personenkreis, der die kuntschaft 4.1 erteilt (in lat. Urkk. durch vicinia wiedergegeben UrkAugsbBt 1,163 [a. 1282]; UrkWürtt 11,262 [a. 1299], vgl. 3): do diselbe chuntschaft doruber geswure yeder man einen gestalten eyt, do sagt si gemeinlihen, daz si daz von ir altvodern gemeinlichen heten gehoͤrt und ez auch selber heten gesehen [...] UrkEichst 2,111 (a. 1315 kopial); daz diu kuntsaft zu den heiligen swuͤre UrkCorp (WMU) 1490,6; ein erber kuntschaft saget UrkHohenz 3,197 (a. 1349) (= UrkWürzb 41,392; ähnl. NüP 167 ); die [Kundschafter] sùllèn ez [das streitige Gut oder Lehen] beschawen und dar nach sol si [die Streitparteien] diu chuntschaft beidenthalben lazzen wizzen, wie verre si auz zeigen oder gèn wellen OberBairLdr 137; der merer und der bezzer tail der kuntschaft UrkKgHofg 5,279 (a. 1342); swer den andern an sprichet, er hab in uberpawen [...], dâ sol man zuo gebieten der chuntschaft. sagt der ainer oder mêr, daz jener ubervangen ist, der dâ chlait, sô sol man im seinen schaden ablegen RbRupr 166; so sol man einer kuntschaft dar auf gepieten, der eltisten und der besten OberBairLdr 137. – verallgemeinert: [einem volljährigen Kind, das sein Erbeil fordert,] deme sal he [Vater] gebi sin erbiteil mit cuntscaph [im Beisein von Zeugen] , daz umi giburit Mühlh 141,1    4.2.2 ‘Beweis, Beweismittel’ wirt aber ein man der nahtetze ane chunschaft betzigen [d.h. wenn es vom Geschädigten nicht bervffet oder bewæret wirt UrkCorp 1100AB,10,9 ] , der intziht sol er sich mit sinem aide benemen UrkCorp (WMU) 1100AB,16. – hierher? unde mac si [Ehefrau, die ihren Mann verklagt] behalten mit der kuntschaft daz er ungerâten ist [...] (daz sol si erziugen mit zwein mannen zuo ir selber) SchwSp (W) 60,5 (entspr. SpdtL 138,11, La. der Tambacher Hs.: mit der gewizzen SchwSp (R) 79,115; anders DRW 8,99: ‘zur Bekanntschaft, Freundschaft [= Blutsverwandtschaft] gehörende Personen’, vgl. die oben unter 2 erwogene Bed. ‘bekannte Personen’)    4.2.3 ‘Bestätigung’ jch [...] tvͦn kunt [...] eine gewisse vnd ein vnzwiuelliche kuntschaft dirre nach gescriben dinge UrkCorp (WMU) N427,9; daz ich von den selben gvͤtern dem vorgenantem huse ze einem rechten cinse dvr kvntschaft dirre getât vnd stetvnge [d.h. als Rekognitionszins] jerlich ze sant Andrez mez einen mvtte kernen geben sol ebd. 2841,14; des henkke ich [...] vnser jnsigel [...] an disen brief zou ainer kuͦntschaft vnd ze ainer geziugnuste der warhaiet ebd. 3357,37

MWB 3,2 753,60; Bearbeiter: Bohnert

kuntschaftbrief stM. ‘Urkunde über eine kuntschaft 4.1 und dar umb waz vor uns vormauls ain kuntschaft ertailt und die kuntschaftbrief und ander brief vor uns in geriht gelesen und verhoͤrt wrden UrkHohenl 2:497,13 (a. 1340); [ wir ] sprechent zu rechte nach kuntschaftbriefen vnd lüten, die wir gesehan vnd verhoͤrent hant [...], das daz vorgen. dorf [...] ist vnd eweklich sin sol des gotzhuses von Muͦrebach UrkHohenb 423 (a. 1350)

MWB 3,2 757,21; Bearbeiter: Bohnert

Kunze swM. Koseform des männnliches Vornamens Kuonrât, hier Appellativname, häufig stellvertretend für eine Gruppe von Personen (s.a. Wackernagel, Appellativnamen, 3,330f., 335f.), zumeist Diener oder Knechte, auch formelhaft in Verbindung mit Heinze: der [Waldbote] [...] sall vffwerfen der hentschue eynen und sall sprechen: ich steen hudt zu tage hie und beneime Heintze oder Kuntzen (nominetur wie er heysset) in landrechte WeistGr 4,575 (o. Dat.); doch nút also daz sú [die Frommen] bittent fúr ver Metzen und Cuͦntzen Tauler 102,14

MWB 3,2 757,30; Bearbeiterin: Herbers

Künze swF. Koseform des weiblichen Vornamens Künigunt, hier Appellativname für eine Kupplerin: wildû, liebez tohterlîn, deich dir die rede zerlœse, / sô vliuch die alten Künzen mit ir üppiclîchem kœse! Neidh SL 15:9,2 (Wiessner, Komm., S. 37)

MWB 3,2 757,42; Bearbeiterin: Herbers

Künzelîn stN. Dimin. zu → Kunze swM. – hier Appellativname für eine dienende Person (s.a. Wackernagel, Appellativnamen 3,331): [Gespräch zweier Diener:] daz Heinzelîn sprach zem Küenzlîn dô von zorne SM:Ta 4: 2,6. 4: 1,1. 4: 3,1; ‘Sîfrit, dû redest ze lût’, / sprichet Kunzel Unkrût Helbl 13,144

MWB 3,2 757,48; Bearbeiterin: Herbers

kuo stF. auch kuow; Dat.Sg. kuoge WeistGr ; Pl. flexionslos oder küeje, kuoge/  chuoge, kuwe/  chuwe. ‘Kuh’ dô giengen ûz der ahe siben chuo rade, / feizte unte scône Gen 2026; vierzich chuo ebd. 1514. 1491; ohsen und chuͦge VMos 28,2; scâf unde chuͦge, / der rosse genuͦge Exod 1641; ReinFu S2,923; ein ku wart ouch da hinebracht / zu opfere Pass I/II (HSW) 30165; ich brachte vch dannen daz korn / vnde kvwe vnde swin / vnde fleisch vnde win Herb 16626; zwuͦ chuͤ veizt unde wol getan RvEWchr 22371; waz sol der küeje lüejen Boppe 3:2,7; KvWLd 2,45; [Abgabe] von einer kuge die ein kalb het, ii [Pfennig] WeistGr 1,313 (a. 1344); der sol geben von der kuͤwe 60 [Pfennig] WüP 50,3; ein kuwe WeistBa 213 (a. 1343); achte melche [Milch gebende] kvͤie UrkCorp (WMU) 681,38; drîe küeje Eckh 2:234,7. – in Vergleichen: verfluochter bœswiht, der ez tuo, / der sinn ein gans, der züht ein kuo! Helbl 2,386; wan ir ist vil under uns meistern, die die geschrift drizic jâr oder mêr nû geüebet hânt unde verstênt sî dannoch in einunge alse wênig als ein kuo oder ein ros Eckh (Pf) 353,28; das weyb pegunde lutten: / als ainer küe was ir stymme HvNstAp 9573. – als Schimpfwort: Metz sprach: ‘du volle kuo [...].’ MeierBetz 97. – sprichwörtl. (Friedrich, PhrasWB, 258, TPMA 9,333): eines hat bewîset mich / ein spruch, der dik gesprochen wirt: / das ein bluomoht kuo vil dik gebirt / ein vlekehtes kelbelîn. / es gelîchet ouch dem vater sîn / der sun dik, als man ouch hât / gehoͤret: ‘grîs nâch grâwem slât.’ Ammenh 3882; er sprichet, wenn man teilen sol: / ‘ich gan dir dînes teiles wol, / hab dir daz kalp, lâ mir die kuo; / wilt du des nicht, sô var ich zuo / und nim die kuo zesamt dem kalb.’ Boner 8,41

MWB 3,2 757,55; Bearbeiterin: Herbers

kuoche swM. ‘Backwerk, Fladen’ torta: kuͦche VocOpt 13.205; in mînem hûs ich gebôt / ûf ze tragen kuoch unde brôt Helbl 4,538; wir azen e den kuochen derp KvWGS 1466; wie uns der kuoche [= brôt V. 42] werden sol Boner 74,34; diz heizzent heidenisse kuͦchen. man sol nemen einen teyc vnd sol den duͤnne breiten BvgSp 5a; ein gefuͤlten kuͦchen ebd. 13. 66 u.ö.; kuchin odir plecze Pelzb 133,11. 133,10

MWB 3,2 758,27; Bearbeiterin: Herbers

kuochelech stN. Dimin. zu → kuoche swM.; zur Wortbildung s. Mhd. Gr. (KSW) 3 § S 53. ‘kleines Backwerk’ wem man auch [...] kuchelech sinen kinden mit dem broͤte bringet, waz die wegen, als vil sol dem pfister abegen an dem gewihte WüP 92,18

MWB 3,2 758,36; Bearbeiterin: Herbers

kuofe swF. zu mlat. cōpa (EWA 5, 902f.). ‘Fass, Gefäß, Kufe’ cupus: kuͦfa vel cupa vel tunna SummHeinr 2:92,121; cupa: cvͦfa ebd. 2:241,01.28; tunna: chvͦfa ebd. 2:516,01.11 (vgl. → tunne F.); [Diogenes] in der kuofen blôz saz Eckh 5: 300,2; auch haben wir in in geentwuͤrt vazze vnd kuffen UrkWürzb 40,309 (a. 1340). 40,310 (a. 1340); daz holz, da vone man machit legiln, kvphin vnd bodiche vnd allirleige holwerc UrkCorp (WMU) 1161AB,31,27; sechtzehen chuffen weites saltzs UrkHeil 2,130 (a. 1330); UrbBayÄ 930; UrkEnns 5,296 (a. 1321). – bildl.: iedoch enmogen sie den mvnt / nit vf gedun en druwen, / daz sie mit deme ruwen / vz ieris herzen kvfen / got mogen an gervfen PrHess 15,237. 70,898. – für bestimmte Zwecke: – ‘Weinfass’ ein chuffen wein UrkHeil 2,180 (a. 1342); ‘wollet ir trinken win?’, / sprach Reinhart, ‘des geb ich vch vil.’/ [...] / zv der kvfen fvrte sie Reinhart, / Ysengrin da trvnken wart ReinFu K,509. – ‘Wasserfass’ auch sol iederman ein kuffen oder ein vaz mit wasser in seinem hawse haben NürnbChr 1:175,35. – ‘Badezuber’ der junge werde süeze man / gienc sitzen in die kuofen sân Parz 166,30; ir harnasch legten sie von in / und giengen unverzaget hin / in die guldînen kuofen / [...] und badeten frœlîche ErnstD 2501

MWB 3,2 758,42; Bearbeiterin: Herbers

kuofelech Subst. Dimin. zu → kuofe swF.; zur Wortbildung s. Mhd. Gr. (KSW) 3 § S 53. ‘kleines Fass’ man hat auch gemacht kueffelech, beslagen mit yseninn reiffen WüP 103,2

MWB 3,2 759,4; Bearbeiterin: Herbers

kuofelîn stN. Dimin. zu → kuofe swF. ‘kleines Fass, kleine Kufe’ tunniles : cuͦfelen Gl 3:373,39; swer saltz fveret, [...] von dem pfunde chvefflein xii pfenning UrbBayJ 480; ain halb phunt chlainer chufflein UrkHeil 2,130 (a. 1330)

MWB 3,2 759,8; Bearbeiterin: Herbers

kuofkar stN. ‘Trichter’ (?) (vgl. DWB 5,2533 s.v. Küferkar und Alanne, Weinbau, S. 143): ouch sullent si haben von [...] gelten und stangen und kuofkar genuog StRMeran 422

MWB 3,2 759,13; Bearbeiterin: Herbers

kuoîn Adj. ‘von der Kuh (stammend)’ trinche choͮgine milch Ipocr 136

MWB 3,2 759,17; Bearbeiterin: Herbers

kuole Adv. küele Adj.

MWB 3,2 759,19;