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ABCDEF s.VGHIJKL
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k – cadmia
kaf – kalc
calcaire – 2kalle
3kalle – kaltlîchen
kaltnisse – kamerærse
kamerbëlle – kamerselde
kamersidel – kampfer
kampfgenôʒ – kampfwât
kampfwërc – kanonîen
kanonike – kanzelschrîbære
kanzwagen – Cappadociære
kappân – kappûnen
capût (?) – kardenâldiaconus
karele – karra(t)sche
karre – karthiusære
kartur – kæselîn
kæse|lüppe – kasten
kastenære – kathecuminus
kathezizieren – kauerære (?)
kauergerihte – kefse
1kegel – keisertuom
keitivic (?) – kelken
këllære – këlre
këlstëchære – 2kemelîn
kemelînvleisch – kendelîn
kenecte – keppechîn
keppeler – kerkerhaft
kerl – kerrîne
kerschlich – kerzîn
kerzlach – ketenwambîs
kettelinc – keʒʒelære
keʒʒelærinne – kîche
kîchen – kiesærinne
kiesen – kindebet
kindechîn – kindestac
kindestohter – kintbettegemach
kintbetten – Kiperære
Kiper(e) – kirchenbrëchære
kirchenerbe – kirchhërre
kirchhof – kirchtac
kirchtor – kirnen
kirnîn – kitzelen
kitzelîn – kiuwe
kiuwen – klâfterlanc
klâftermâʒe – klagenôt
klagerede – klamben
klamen – klæret
klârheit – klëber
klëbereht – klegerse
klêgrüene – kleinlîche
kleinlîcheit – kleinvüegunge
kleinzëhende – klepfze
kleppisch – klinge
klingelære – klobeholz
klobelouch – klôsterknëht
klôsterlëben – klôsterweide
klôsterwërre – klûde
klüege – klupfen
kluppe – klutterât
klûwen – knëhtelîn
knëhten – kniel (?)
knieleip – knodebôʒe
knödel – knubelen
knugelîn – kobel
kobel – kochman
kochsudel – kôle
kôlegruobe – kolner
kölnisch – komelinc
komen – condewier
condewierde – konkavelite, konkavelit
conplêt – convëntkopf
convëntswester – koraze (?)
körbelîn, körbel, körblî – körnære
kornban – kornmesse
kornmetze – corporâl
corporâlgewæte – kostebæric
kostebærlich – kötze
kotzeht – koufgenôʒ
koufgiric – koufschalc
koufschanze – krachen
kradem – krâme
kræmel – kranc-
krancmüetic – 1krapfe
2krapfe – krëb(e)ʒ
krëbeʒen – krefticheit
krefticlich – kreiʒgengel
kreiʒlingen – kreter
kretscheme – kriechelîn
kriechen – krîgen
krîieren – krippen-
krîsch – kristâbent
kristalle – kristenin
kristenisch – kristiâne
kristier – kriutener
kriuzaltære – kriuzloht
kriuzphenninc – 1krœnen
2krœnen – krotenstein
krotenstutz – krülle
krüllel – krupfei
krüpfen – krûtmezzer
Krûtnowe? – kûchen
kuchenære – küechelmël
küefelære – kugelhuot
kügellîn – kumberlich
kumberlîn – kûmen
kumer – kunde
künde – künftigære
kunftlich – künigeslêhen
künigessilber – künstelîn
künstelôs – kuntmeister
kuntsame – kuosërtærinnesun
kuo|smër – kuppe
1kuppel – kurdewân
kurdewænære – kurpen
kürre – kurtois
kurtoisîe – kurzwîle
kurzwîlen – kuster
kusterîe – kutzelvleisch
kützen – kûze

   kalopieren - kalzen    


kalopieren swV. galopieren

MWB 3,1 112,37;

kalos Subst. eine Fischart (vgl. griech.-lat. galeos, Haifischart): von dem kalos. kalaos haizt ain kalos. daz ist ain mervisch mangerlai gestalt und mangerlai schickung, sam Aristotiles spricht BdN 253,23. 253,28

MWB 3,1 112,38; Bearbeiter: Diehl

kaloze swF. kolze swM.

MWB 3,1 112,43;

kalp stN. ‘Kalb, Jungtier’ 1 überw. vom Rind (vgl. kalbe )
1.1 allg.
1.2 bezogen auf das bibl. Goldene Kalb (Ex 32) und weitere Götzen
1.3 als Symbol des Evangelisten Lukas
1.4 bezogen auf Kindheit und Jugend
1.4.1 unter dem Aspekt der Schwäche (z.T. bezogen auf den Tod Christi)
1.4.2 unter dem Aspekt der Unerfahrenheit, Dummheit bzw. Impulsivität (z.T. phras.)
1.5 als Ausgangsmaterial für (feines) Pergament (z.T. phras.)
1.6 als Bestandteil von Personennamen
2 selten von anderen Tieren (Hirsch und Reh, vgl. hintkalp , rêchkalp )
   1 überw. vom Rind (vgl. kalbe )    1.1 allg.: si opferoten chelber unde scâf / wiroch brahten si dar nach VMos 43,16; daz merke bi den rindirn. di sin truckener nature. di kelber sint vuchte. vnde wol getempirt SalArz 17,4; von eime kalbe gebroten BvgSp 96; dem [verlorenen Sohn] haust daz vaist kalb erslagen SHort 4279; HvBurg 6346; ein wagen mit chelbern (der git) einen phenninch, der karre einen helblinch UrkCorp (WMU) 548ABC,6,33; man sol auch kain kalb niht slahen, es sei denne vier wochen alt und auch kaines sol man slahen, daz uͤber cehen wochen alt sei NüP 86    1.2 bezogen auf das bibl. Goldene Kalb (Ex 32) und weitere Götzen: si habeten gotes uirgezzen / ein kalb habeten si gegozzen / di irren unde di tumben VMos 53,30 u.ö.; treun, dâ versmâhten si in in seinen grôzen werken und petten ain kalp an BdN 211,7; habt ir den reinen got verlân / und welt diu kelber beten an? EnikWchr 8788; Parz 454,2; RvEBarl 10547    1.3 als Symbol des Evangelisten Lukas: daz machet Lûcas kalp mit sîner schrift von Cristes tôde uns kunt RvZw 9,6    1.4 bezogen auf Kindheit und Jugend    1.4.1 unter dem Aspekt der Schwäche (z.T. bezogen auf den Tod Christi): da ne scadet der wolf deme lambe / noh der lewe deme chalbe VMos 12,19; are, calb vnde lamp, / vnse trost vnde unsir heilant Litan 115; von simme tôde ist er gebenmazzet dem chalbe. uon siner urstende dem lewen Spec 119,7; wie Got alsam ein kalp vertruoc / den tôt an der menscheit, wie man in an daz criuze sluoc RvZw 9,4    1.4.2 unter dem Aspekt der Unerfahrenheit, Dummheit bzw. Impulsivität (z.T. phras.): so ist er tumber denne ein chalp StrKD 147,156; der ist der sinne ein kalp, der zuht ein rint Jüngl 165; swâ der ohse krône treit, / dâ hânt diu kelber werdekeit Freid 139,18; die sind rehte als rinder oder kelber zuͦ verstonde zuͦ disen hohen goͤtlichen dingen Tauler 10,30; hey sprach vort als ein kalff Karlmeinet 248,5; Karlle spranck up do als ein kalff. / hey en wyste van vrouweden neit wat doen ebd. 5749    1.5 als Ausgangsmaterial für (feines) Pergament (z.T. phras.): der ez solde schrîben / waz dâ wunders ist geschehen, / der mochte sich wol umme sehen / nâch den kalbes hûten LivlChr 7077; singen und sagen und kalbes hiute / nerent noch vil tummer und wîser liute Renner 4255; blatten, kappen und kalbes hiute / machent wîse und tumme liute; / si machent ofte den genême, / der sust wêr vil widerzême ebd. 4311    1.6 als Bestandteil von Personennamen: des sint gezevge [...], her Engelschalch der Chalp vnd sin sun Jacob UrkCorp (WMU) 2865,7    2 selten von anderen Tieren (Hirsch und Reh, vgl. hintkalp , rêchkalp ): ich hân ouch manic kalp ûf walden funden, / dem half ich, als ich mohte / vor wolfen und vor mürdic jägerhunden Hadam 212,5

MWB 3,1 112,44; Bearbeiter: Diehl

kalpvël stN. ‘Kalbsfell, -haut’ (vgl. kelbervël ): alsô sprach ein kursenær. / lât mich gewinnen ein kalpfel EnikFb 1007; von hvndert kalpvæ̂llen, si sin geworht oder vngeworht, einen phenninch, minnr einen helblinch UrkCorp (WMU) 548ABC,26,43. – als Pergament: ir wizzet daz wol daz man eine ieglîche hantveste schrîbet ûf kalpvel oder ûf schâfvel PrBerth 1:575,19; wand swaz man silber unde golt / in des bâbstes hof bringet, / daz wird niht hôher gedinget / denn umb kalpvel und umb blî Ottok 8352

MWB 3,1 113,38; Bearbeiter: Diehl

kalpvleisch stN. ‘Kalbfleisch’ item, swer vuert kalpfleichs oder lampfleichs, der gibt von dem einczwagen czwene phenning und von dem deischelwagen vier StRBrünn 374; einem koch, dem sol man geben kalpfleisch vnd rintfleisch vnd huͤrn [l. hünr ] vnd guͤter wuͤrtz genuͤg, kost ze bereiten WeistGr 4,25 (a. 1354)

MWB 3,1 113,49; Bearbeiter: Diehl

kalt Adj. ‘kalt’ 1 zur Beschreibung der Temperatur von etw.
1.1 allg.
1.2 Wetter und Klima
1.3 von menschl. Körpertemperatur
1.4 (jmdm.) etw. ~ machen/  tuon/  vrümen
2 zur Charakterisierung von Emotionen und emotional bestimmten Handlungen
2.1 allg.
2.2 zur Charakterisierung des Zustands der Gottesferne (vgl. Egerding, Metaphorik 2,659ff.)
2.3 ‘kühl, gleichgültig’
2.4 phras.
2.5 in der Wendung jmdm. heiʒ und ~ sîn/  wërden zum Ausdruck größerer Aufregung, Gefühlsschwankung
3 med.
3.1 ‘kalter Schweiß’ (vgl. kalte )
3.2 als spezifische Eigenschaft des Alters (vgl. kalten 1 und TPMA 1,83f. s.v. alt)
3.3 zur Bezeichnung einer der vier Grundqualitäten (warm/  heiß, kalt, feucht, trocken) im System der Humoralpathologie (vgl. Gloning, Humoraler Wortgebrauch)
   1 zur Beschreibung der Temperatur von etw.    1.1 allg.: ich weiz hie bî nâhen einen brunnen kalt NibB 969,2; Iw 568; sô wasche im die füeze mit chaltem wazer Barth 134,26; man sol kaltiu beder mezeclich uben MNat 7,12; das ysen rurt im den arme, wann es kalt was, und da von entwachet er Lanc 430,16; Herb 9012; da was die hertstat kalt ebd. 14604; do braht man spise manicfalt / beide warm unde kalt, / dar zu edeln külen win Zwickauer 90; BvgSp 62; Parz 238,15. – i.S.v. ‘minderwertig’ (vgl. kaltholz ): die buͤrger zu der nuͤwenstat haben glichez reht zu hauwen kaltez holtz UrkWürzb 39,278 (a. 1326); wan swenne der mantel ist alt, so ist er oͮch kalt [wärmt nicht] Mechth 6: 21,23. – eine Pferdekrankheit (?): welch ros den caldyn stal hat Albrant 3,52. – als Bestandteil von Personennamen: Burkart zer kalten vallvn UrkCorp (WMU) 2357,27    1.2 Wetter und Klima: sus giengens zuo dem fiure stân / und wermten sich, wan ez was chalt KvHeimUrst 227; diu naht wart vinster unde kalt, / ez kam ein regen unde ein wint Iw 5782; BdN 8,1; do treip mich hitze vnde sweiz / vnder einen kalden boum [in den kühlen Schatten] Herb 2180; div hitzze tet im niht we, im schadet oͮch niht der chalde sne GenM 9,2; de sumer heiz, de winter kalt MarlbRh 66,17; Lanc 537,21. – oft im Minnesang zur Charakterisierung des Winters: mangen fröuderîchen schal / hât diu kalte winterzît verdrungen KvWLd 17,14; die fröide wil der winter kalt verdringen, / er hât den anger sîner kraft beroubet SM:WvT 2: 1,3; KLD:GvN 5: 1,2; ich sunge von dem kalden sne, von regen und von winde Tannh 14,16; sô der vogel kôsen / von den kalten rîffen swachet / und diu heide bar der bluomen lît SM:Wi 4: 3,2; rîfen unde winde kalt / roubent ouwe und ouch den walt SM:KvL 20: 1,1; Walth 13,27. – subst.: stant uf snelliche und cume zu mir, daz kalde ist forgangin [ iam enim hiemps transiit Ct 2,11] , da alle dinc fone sterbin Parad 131,12; er was off syn jagpfert geseßsen und hett [...] syn rytlersen [Reitstiefel] angethon, wann das kalt was angegangen Lanc 227,27. 565,4; er muͤsse da von liden pin, / als hunger, durst, kalt und haiss: / der vermaid in aller kains WernhMl 6091; lieber herre, moͤcht ich dar komen, und wer ich fri, so wolt ich den aplas suͦchen und holen, es wer dur Rin, durch sne, durch nas und kalt Tauler 276,14    1.3 von menschl. Körpertemperatur: sîne gîserten [in Eisen gekleideten] arme, / swie rîterlîch die sîn gestalt, / uns dunct doch des, si haben kalt Parz 449,4; ze dem tôde het er sich gestalt, / natûrenhitze was er kalt LvRegFr 3810; der hœhsten hant getrûwe ich wol, / daz si drucke und ziehe mir den arm. / manec heidensch herze, diu noch warm / sint, diu werdent drumbe kalt [sterben] Wh 150,17; ze Mastriehte wart ein petterise [Bettlägeriger] / gefüeret ouf einem garren. / des gebæine sach man starren / als einer chalten leiche Serv 3183    1.4 (jmdm.) etw. ~ machen/  tuon/  vrümen: si sprachin, daz unsir got wæri / ein vil gut helphæri, / daz er mid sinir giwalt / machit in den ovin calt ÄJud 80; PrüllS 6,1; zwîvel tuot mîn herze kalt / dâ wider ze ungewinne HartmKlage (G) 1829; er duldet manigen herten strît / von des winters gewalt; / er tuot im dicke ze kalt ebd. 828; ellende frumt mirz herze kalt Parz 659,19; immer so ich an hebe / und wil bewilen gruzen dich, / [...] / so kumen di bi gedanken, / die mich brengen wanken / und machen mir den gruz kalt Pass I/II (HSW) 18035 (vgl. 2.4)    2 zur Charakterisierung von Emotionen und emotional bestimmten Handlungen    2.1 allg.: alzehant smilzt mins kalden herzen is, / als du mich eines guͤtlich ane siͤs MarlbRh 2,15; von disem leiden mære / wart diu sældenbære / als ein tôtez wîp gestalt, / ir wart in deme lîbe kalt / daz herze, daz geloubent mir KvWHerzm 480    2.2 zur Charakterisierung des Zustands der Gottesferne (vgl. Egerding, Metaphorik 2,659ff.): ein hert steinin herze, hert und dúrre unde kalt, und verloͤschen ane andacht und gnade Tauler 281,18; er [der Mensch] stot in vinsterer kalter hertikeit ebd. 233,25. 61,30. 283,30. 61,38; dis gebet hat grosse kraft, [...]. es machet ein sur herze suͤsse, [...], ein blint herze sehende, ein kalte sele brinnende Mechth 5: 13,5. 5: 33,8; eyâ, herre, ich vinde mich als blôz und kalt und træge, dar umbe entar ich niht ze unserm herren gân! Eckh 5: 264,9; Seuse 153,17. 227,9; Parad 112,1    2.3 ‘kühl, gleichgültig’ wiͤ möchts du kalt in disem vuͥre sin, / dat so ser wart in andern luͥden schin? MarlbRh 92,13; so was er vor al sin leben / in ritters wis worden alt / und was der sin in im kalt / zu dirre nuwen lere Pass I/II (HSW) 14626; si quamen zornec, sunder gruz / als ie der nit tun muz, / wand an im ist die liebe kalt Pass III 390,37. – mit Präp. ane, von, ze ‘gegenüber etw.’ sin kunst was ungehebe / und an schonen witzen kalt Pass I/II (HSW) 15491; o kumt daz ungelucke, / daz itele wort werden balt / und daz herze an genaden kalt ebd. 14860; der bruder wart an gote kalt / unde entbrant an boser hitze Vät 17046; da wirt er resch unde balt / unde an slafene vil kalt ebd. 21020; gote unglîch und kalt an götlîcher minne Eckh 5: 35,11; ich bin denne geneiget ze gebresten, krank ze widerstene dien vienden, kalt und law ze allen guͦten dingen Seuse 233,18; leidor kalt von [La. an ] gnaden Mechth 7: 3,11. – mit Präp. von ‘auf Grund von’ gene di von sunden kalt / sint und an misseteten balt / di irwermet si mit ir hitzen / daz si an gotis libe switzen Brun 4885; din herze luterbære / was darunder also kalt / von kiuschekeite manecvalt / [...] / daz alles fleisches girde / und heizer brœdekeit gelust / verloschen was in diner brust KvWGS 1775. – selten mit Gen. ‘gegenüber etw.’ alzuhant wirt er andacht kalt / von der liebe die er treit Daniel 5562; diu gîtikeit: diu ist kalt der wâren minne PrBerth 1:394,27    2.4 phras.: – weder kalt noch warm, lau: wande siu kalt noch warn sint, sô spivwet er siu ûz sîneme munde ze iungest. daz sint die weder kalt nesint daz siu got furhtent, noch warm daz siu in minnen TrudHL 68,25. – ‘doppelzüngig sprechen’ (vgl. TPMA 6,404f.): dû blæsest kalt und hûchest warm / ûz eines mannes munde: stæter triuwen bistû arm RvZw 61,4; er muoz ûz mînem hûse gân, / wen man sicht heiz und kalt hân / in sînem munde Boner 91,44; Renner 21866    2.5 in der Wendung jmdm. heiʒ und ~ sîn/  wërden zum Ausdruck größerer Aufregung, Gefühlsschwankung: ime was heiz unde kalt, siniu wizze waren manichvalt AvaLJ 136,1; dem himelischen fürsten / wart dicke kalt unde heiz, / in badete manec angestsweiz LvRegSyon 1513; Rol 2056; ‘liebiu muoter, ich enweiz.’ / ‘ist dir kalt oder heiz?’ / ‘ich brinne unde bin doch kalt. / [...].’ Eracl 3154. 3206; nû dar, nû dan, nû sus, nû sô / tet si vil mangen umbekreiz. / wîlent kalt und wîlent heiz / wart ir von süezer minne gir KvWTroj 8862    3 med.    3.1 ‘kalter Schweiß’ (vgl. kalte ): ich entstên mich wol, daz der sweiz / kelter ist, danne ein îs Eracl 2985; hât er danne chalten sweiz, der stirbet an dem einleftem tage Barth 135,1; die calden sudores Capsula 17; SalArz 74,14    3.2 als spezifische Eigenschaft des Alters (vgl. kalten 1 und TPMA 1,83f. s.v. alt): wan sô die liute ie elter sint, sô ir natûre ie kelter ist PrBerth 2:143,5; swenne der mennische wirt alt, / aller sin lip ist im chalt, / ze den chreften ime gebristet, / alliu sin tugente erlischet HimmlJer 78; frâz und unkiusche zemt das alter: / ez enwart aber nie kein man sô kalter / von vil jâren, daz gîtikeit / von im schiede Renner 7812; so in [den Adler] daz altir an gat, / daz er daz gevidere lat, / so ist er alt, / so ist er chalt, / er vellet in einen walt Hochz 585    3.3 zur Bezeichnung einer der vier Grundqualitäten (warm/  heiß, kalt, feucht, trocken) im System der Humoralpathologie (vgl. Gloning, Humoraler Wortgebrauch): sumeliche sternen sint kalter natur, sumelich nazer, sumeliche truckener, sumeliche heizer Lucid 50,7; das wasser, das dritte elementum, ist viuchter unde kalder nature Macer Prosavorr. 9; WälGa 2287; swer kalder unde vuͦchter nature ist, der heizet flecmaticus Macer 81,2; Physiogn 107; Lucid 50,10; swenne di leber sich ist uon der kalden complexionen SalArz 53,27; milch ist kalt vnde vuchte. di sure milch ist kelder di grun ist trucken ebd. 18,41; der helfant ist chalter nature, dehein ander tyr ist so chalter natur. da von ist er eben meczich der chvͤische vnser vrowen Konr 18,14; BdN 451,18; warmiu dinc koment von dem viure [...], und alliu kaltiu dinc koment von dem wazzer, und alliu truckeniu dinc koment von der erden Eckh 4:214,29

MWB 3,1 113,56; Bearbeiter: Diehl

kalt stM. gehalt

MWB 3,1 116,38;

kalt stN. kalt Adj.

MWB 3,1 116,39;

kalt|asche Subst. ‘erkaltete Asche’, Bezeichnung im Umfeld des Schmiedehandwerks (Nölle-Hornkamp, Handwerkerbez., S. 287), nur als Bestandteil von Personennamen: swelis tagis der Kaltesche vnde sîne sivne in vnsir stat odir drûz varint UrkCorp N3,38; her Hug Kaltesche ebd. 1311,30

MWB 3,1 116,40; Bearbeiter: Diehl

kalte stF. kelte

MWB 3,1 116,46;

kalte swN. ‘Kälte’, med. Bezeichnung für ‘kaltes Fieber, Schüttelfrost’ an dem sechstin tage des wintirmandin, do bestunt den edeln furstin di groze krankheit di man nennet daz kalde, zu latine di febres, da von leit he groze not Köditz 40,12; er [der Holunder] furdert di wazzersuchtigen di da sich sint uon dem kalden SalArz 90,52; ebreze vertribet di slangen. si ist ouch guͦt wider dem calden Macer 2,13; daz kalde vergeit unde etteswenne di suche gar ebd. 39,12 u.ö.; Kröllwitz 771

MWB 3,1 116,47; Bearbeiter: Diehl

kalten swV. auch kelten (Tauler ). 1 intr. ‘kalt werden, erkalten’
2 tr. ‘kalt machen, abkühlen’ (z.T. mit Ersparung des Obj.; Interferenz zu kelten ?)
   1 intr. ‘kalt werden, erkalten’ die nacht kalden geriet ReinFu K,751; die peinen sint krank und siechent allermaist sô die pluomen kaltent BdN 292,7; laz sie [die Leber] braten gar vnd nim sie denne abe vnd lazze sie kalden vnd besnit sie schone BvgSp 29. – bezogen auf das hërze: nu begunde ir herze kalten Tr 10087; wan so der rein Hartman / mein hertz besitzet, / so chaltez [l. kaltet eʒ ] vnd switzet / vnd bristet vnd chrachet Krone 2408; swer ûf bœse kündikeit / wort und werc und sinne leit, / des herze kaltet als ein îs, / sô slehtiu einvalt beheltet den prîs Renner 15265; also gross schaden ist komen hinabe, verre und nahe, das den waren frúnden gottes ir hertze dorren und kelten mag in irme libe Tauler 48,19. – phras. (vor allem im Zusammenhang von alten - kalten ‘altern - weniger werden’): liebe armet unde altet, / si kuolet unde kaltet Tr 13064; die welt beginnent alten, die minne beginnet kalten Seuse 430,26; do er [Kg. David] begunde alten, do begunde er kalten ebd. 406,8; swes man zem êrsten beginnet, / der muot dar sêre brinnet; / soz beginnet alten, / sô geræt ez kalten Freid 133,24; heiz wazzer âne fiur beginnet kalten Renner 17152    2 tr. ‘kalt machen, abkühlen’ (z.T. mit Ersparung des Obj.; Interferenz zu kelten ?): si [die Planeten] warment und kaldent: / etswenne daz îs si schaffent; / dar nâch si boume saffent Wh 309,24; sicut cisterna aquam frigidam facit / also di cisterna kaldet daz wazzer Brun 4894

MWB 3,1 116,58; Bearbeiter: Diehl

kaltguʒ stM. ‘kalter Guß’ (vgl. Glr.z.St.; auch zu den Schreibformen): waschez diche mit tan czephen chaltchuͤzz, gesoten von tanzephen Albrant 1,21; swelich ros hagen huof ist, so mach ein chalchez von aschen aus magen halm und wasch iz da mit ebd. 1,20; calcus ebd. 3,18

MWB 3,1 117,24; Bearbeiter: Diehl

kaltheit stF. ‘Kälte’, hier übertr. zur Beschreibung von Gottesferne (vgl. Egerding, Metaphorik 2,659ff.): darumme bedarf der mensche gar grozis flizis daz he ummer mê einen gereidin ufgerichtin willin habe zu gode, [...] und daz nicht lazin wolde durch kein ungemach oder traicheit, und so ist alle wege nuwe und vrisch und inwirt nicht ein kaltheit noch slafheit an dem menschin Parad 132,29; doch stont dise lúte muͤssig, daz ist sú stont in lauwikeit, in kaltheit, minnelos und gnadelos Tauler 29,21. 335,11; si haben sich vorsûmit an kaltheit ires herzen und an undancbêrikeit gotlîches gutes HvFritzlHl 235,33

MWB 3,1 117,30; Bearbeiter: Diehl

kalthërzic Adj. ‘kaltherzig’ (hier subst.): doch mac der heilige geist baz / innewendic irn gedermen / mit siner brunst irwermen / die kaltherzigen dan die lan [lauen] , / die wider kalt noch warmiz han HeslApk 6493

MWB 3,1 117,43; Bearbeiter: Diehl

kaltholz (?) stN. unklar, ob Syntagma oder Kompositum (vgl. kalt 1.1). minderwertiges Weichholz im Ggs. zum Nutzholz: jtem [sollen] daz tal Eberspach [...] vnd daz tal Schoͤnowe haben reht zu hauͤwen kalt holtz vnd brunne holtz [Brennholz] . jtem sy mugen auch hauwen buͤholtz UrkWürzb 39,278 (a. 1326); kaltholtz daz ist birkyn, espin, selhin [von der Salweide] vnd erlin vnd daz zu buͤwen niht entauͤk ebd. 42,41 (a. 1353)

MWB 3,1 117,48; Bearbeiter: Diehl

kalticlîche Adv. ‘ohne innere Anteilnahme’ [im Gegensatz zum holocaustum, dem Tieropfer] ist sacrificium allichen brot unde win, daz die ewarte do [zur Zeit des alten Bundes] chaltichliche ze ire nucze biderbten. aue wir nu in der christenheite haben iz ze heiltuome des lihnamen unde des bluotes unseres herren Ihesu Christi PsWindb 50,18(Randgl.)

MWB 3,1 117,57; Bearbeiter: Diehl

kaltîsen stN. ‘Kalteisen’, vom Beruf des Kaltschmieds abgeleitet (zur Sache DRW 6,741 und Nölle-Hornkamp, Handwerkerbez., S. 287; vgl. kaltsmit ), nur Bestandteil von Personennamen: Albrecht kaltisen UrkCorp 917A,6. 2368,44

MWB 3,1 118,1; Bearbeiter: Diehl

kaltlîchen Adv. ‘kalt’, hier übertr. zur Beschreibung von Gottesferne (vgl. Egerding, Metaphorik 2,659ff.): das tuͦst du alles alsus ane minne und andacht mit einem zerstroͤwetem herzen also blintlichen und kaltlichen Tauler 137,35

MWB 3,1 118,6; Bearbeiter: Diehl

kaltnisse stF. auch kelt-. ‘Kälte’ di wilden tire [...] : / si vulen hitze und kaltnisse / und alle rurunge ouch wol Brun 7230; das die sunne dem luft sin keltnisse und vinsternisse úberwindet Mechth 7: 55,41. – im Rahmen der Humoralpathologie (vgl. kalt 3.3): swaz man mit keltnisse heilin mac unde sal, daz heilet man mit stures saffe getempert mit ezsige Macer 92,9

MWB 3,1 118,11; Bearbeiter: Diehl

kaltsmit stM. ‘Kaltschmied’, Schmied, der ohne Feuer arbeitet (d.h. v.a. Buntmetalle wie Kupfer und Messing kalt treibt, dengelt; vgl. keʒʒelære ), ‘Kesselschmied’ malleator: dengeleri, hamerere vel kaltsmit SummHeinr 2:20,388. 1:289,270; wir F., [...] burggraffe ze Nürnberg, verjehen [...] an dießem brieff, daz wir [...] die chaldschmied und die chezzler in unßer gnade und schirme genommen haben DRW 7,788 (Hornschuch, Keßler; a. 1327); Teichn 600,28. – als Bestandteil von Personennamen: Hainrich chaltsmit de Woluratehusen TradSchäftl 133; Wernheres dez kaltsmides von Phullendorf lehen von mir UrkCorp (WMU) 402,4. 2779,30. – auch abwertend bezogen auf den oft herumziehenden ‘Kesselflicker’, übertr. ‘Fahrender’ Ismahelîte, die varent in dere werlt wîte. / daz wir heizzen chaltsmide Gen 858; wie si Josep gewandes bestròften unde wie si in den chaltsmiden uerchoͮften GenM 100,26

MWB 3,1 118,19; Bearbeiter: Diehl

kalwe swF. ‘Kahlheit, Haarlosigkeit’ (vgl. kelwe ): calvitium: calwa SummHeinr 2:4,53 u.ö.; swem daz hâr ouz rîset, ezne sî daz ez von der alten chalwen sî, der sol nemen honecseim unde rîbe die stat wol vast dâ mit Barth 149,17. – ‘kahle Stelle, Glatze’ dô kam daz kleine vogellîn / [...]. / dem einen ez an die kalwen saz, / der ander man der resach daz, / und sluoc dar einen grôzen plaz / sînem gesellen ûf den glaz HundesNot 175

MWB 3,1 118,38; Bearbeiter: Diehl

kalwen swV. ‘kahl werden’ dar umb auch werdent die haizen man kal wenne si unkäusch pflegent, aber die frawen kalwent niht, dâ von daz si kelterr nâtûr sint wan die man BdN 7,33

MWB 3,1 118,47; Bearbeiter: Diehl

kalzen swM. Pl. → kolzen

MWB 3,1 118,51;