k – cadmia kaf – kalc calcaire – 2kalle 3kalle – kaltlîchen kaltnisse – kamerærse kamerbëlle – kamerselde kamersidel – kampfer kampfgenôʒ – kampfwât kampfwërc – kanonîen kanonike – kanzelschrîbære kanzwagen – Cappadociære kappân – kappûnen capût (?) – kardenâldiaconus karele – karra(t)sche karre – karthiusære karre swMF. karrech stswM. karrecher stM. karrede swSubst. karre- stM. karren swV. karrenman stM. karrenwëc stM. karrenzieher stM. karrer stM. karret stswM. karrîne stswF. karrosche stswMF. karrûne swF. kar|spüelen F. karst stM. kartac stM. kartanîe stF. kartât F. 1karte swF. 2karte swF. 1karten swV. 2karten (?) swV. kartenspil stN. karthiusære stM. kartur – kæselîn kæse|lüppe – kasten kastenære – kathecuminus kathezizieren – kauerære (?) kauergerihte – kefse 1kegel – keisertuom keitivic (?) – kelken këllære – këlre këlstëchære – 2kemelîn kemelînvleisch – kendelîn kenecte – keppechîn keppeler – kerkerhaft kerl – kerrîne kerschlich – kerzîn kerzlach – ketenwambîs kettelinc – keʒʒelære keʒʒelærinne – kîche kîchen – kiesærinne kiesen – kindebet kindechîn – kindestac kindestohter – kintbettegemach kintbetten – Kiperære Kiper(e) – kirchenbrëchære kirchenerbe – kirchhërre kirchhof – kirchtac kirchtor – kirnen kirnîn – kitzelen kitzelîn – kiuwe kiuwen – klâfterlanc klâftermâʒe – klagenôt klagerede – klamben klamen – klæret klârheit – klëber klëbereht – klegerse klêgrüene – kleinlîche kleinlîcheit – kleinvüegunge kleinzëhende – klepfze kleppisch – klinge klingelære – klobeholz klobelouch – klôsterknëht klôsterlëben – klôsterweide klôsterwërre – klûde klüege – klupfen kluppe – klutterât klûwen – knëhtelîn knëhten – kniel (?) knieleip – knodebôʒe knödel – knubelen knugelîn – kobel kobel – kochman kochsudel – kôle kôlegruobe – kolner kölnisch – komelinc komen – condewier condewierde – konkavelite, konkavelit conplêt – convëntkopf convëntswester – koraze (?) körbelîn, körbel, körblî – körnære kornban – kornmesse kornmetze – corporâl corporâlgewæte – kostebæric kostebærlich – kötze kotzeht – koufgenôʒ koufgiric – koufschalc koufschanze – krachen kradem – krâme kræmel – kranc- krancmüetic – 1krapfe 2krapfe – krëb(e)ʒ krëbeʒen – krefticheit krefticlich – kreiʒgengel kreiʒlingen – kreter kretscheme – kriechelîn kriechen – krîgen krîieren – krippen- krîsch – kristâbent kristalle – kristenin kristenisch – kristiâne kristier – kriutener kriuzaltære – kriuzloht kriuzphenninc – 1krœnen 2krœnen – krotenstein krotenstutz – krülle krüllel – krupfei krüpfen – krûtmezzer Krûtnowe? – kûchen kuchenære – küechelmël küefelære – kugelhuot kügellîn – kumberlich kumberlîn – kûmen kumer – kunde künde – künftigære kunftlich – künigeslêhen künigessilber – künstelîn künstelôs – kuntmeister kuntsame – kuosërtærinnesun kuo|smër – kuppe 1kuppel – kurdewân kurdewænære – kurpen kürre – kurtois kurtoisîe – kurzwîle kurzwîlen – kuster kusterîe – kutzelvleisch kützen – kûze
|
karre
swMF.
auch garre, Pl. auch karne
(Dat.Pl. karnen
PrBerth
1:268,12
);
ahd. karra swstF., karro swM. (vgl. AWB 5,47f.), zu mlat.
carrum, carrus (vgl. Etymol.Wb.d.Ahd. 5,417f.).
‘Karren’, als Bezeichnung für einfache, wohl meist zweirädrige, von Zugtieren
oder Menschen bewegte Gefährte zum Transport von Lasten oder Personen (Pferde- und
Ochsenkarren, Handwagen, Zug- und Schubkarren u.ä.):
muͦle unde olbenden [Maultiere und
Kamele] / die wil er dir senden, / mit golde geladen, / swaz
uunfzich garren mugen getrage / der guͦten
bisantinge [Goldmünzen]
Rol
750.
621;
bruͦder lieber, ich bin in grossen noͤten und ist mir eine
karre mit grosseme dúrem guͦte in das wasser gevallen: hilf mirs uz ziehen!
Tauler
425,24;
ich sach eine kranke karren gên vor einem starken wagen
Fegfeuer
1:9,2
u.ö.;
daz si den weg machen als wît, daz ein karre da muge uf und abe komen
UrkZürich
11,106
(a. 1328);
vnd sol dvr dc tor vnd vber deͥ brvggvn nieman riten noch ve triben, noch
wagen noch karren svlvnd dar uber gan noch varn UrkCorp (WMU)
825,8;
SHort
6474;
SM:Had
17: 2,6;
biga: karre VocOpt
27.019.
– als Bezugsgröße für Abgaben usw.:
ander auf vart gegen Baiern gebent si von dem deyhselwagen ein halphvnt. von
dem cuntzwagen sehzige phenninge. von dem charren dreisich DRW
7,447
(WienGesch. I; 13. Jh.)
u.ö.;
daz si im [...] alliv iar einen roch sol gen von dem
covente vnd sesh karren [Karrenladungen] holzes
UrkCorp (WMU)
2309,35
u.ö.
– als Fahnenwagen (vgl.
karrosche
1):
nach der scare gienc der vane /
[...]; / daz was ein rotir samit, /
[...], / der hangite da benebin, / gehaft in eine
stangin / [...] : / und stuont uf eime karrin. / den zugin
zwene varrin [Ochsen]
Athis
A* 167.
– als Marktkarren:
man sol auch allez ruckin brot veil haben in dem broͤthuse und
anders niergent denn uf der tuͦmprobstie [...], und swaz
fremder luͦte ist, uf der brucken, [...], aber mit karren
und mit wegen uf dem markte WüP
20,4.
– zum Transport von Kranken und Toten:
ze Mastriehte wart ein petterise [d.i. betterise
‘Bettlägeriger, Gelähmter’
] / gefüeret ouf einem garren. / des gebæine sach man starren / als
einer chalten leiche Serv
3181;
uf den karren wart geleit / ir einer [einer der Männer, die sich
vor Arbeit drücken wollen] , als er were tot Pass
III
150,46.
150,76.
– zum Transport eines Verbrechers zum Richtplatz:
wo ist der geuneret ritter der uff dem karren geschleifft
wart als ein dieb den man an einen galgen hencken sol? Lanc
624,9;
vgl. ähnl.
Krone
2121.
– im Vergleich:
sú ensint nút vil geuͤbet in anderem lidende gemeinlich;
inen geschiht also der einen jungen volen in einen karren spannet
Seuse
503,25;
tôren herze und aller narren / ist als ein rat an einem karren
Renner
17762;
phras. daʒ trüege niht ein ~
(u.ä.):
swer sînen wandel schrîben / gar wolt, die notel trüege niht ein karre
Hadam
554,7;
solt man an ein brives zedeln / daz halbes schriben unde
sagen, / ez kunde ein karre kaum getragen Minneb
3460
MWB 3,1 157,51; Bearbeiter: Hansen
karrech, karch(e)
stswM.
auch karrich; Pl. karreche, kerche (
Dat. Pl.
kerchen Lanc
236,5
);
aus ahd. karruh stM. (vgl. AWB 5,49), zu gall.-rom. carruca
(vgl. Etymol.Wb.d.Ahd. 5,420).
‘Karren, (Reise)Wagen’ (vgl.
karre
):
were das [Reiseverbot bei Nacht] brichet, geet er,
der hat verloren sesz pennyng [...], fferet er mit eynem
karchen, tzwene schillinge pennynge WeistGr
1,501
(a. 1338);
er [der Zwerg] het ein geißel in
der hant und slug da mit ein alt gurre [minderwertiges Pferd,
Klepper] die den karch danse [zog]
Lanc
604,14
u.ö.;
reda: carrich SummHeinr
2:89,36;
UrkCorp (WMU)
917A,39;
Craun
659;
Tauler
100,10.
–
welchem man sin ere nemen wolt, den saczt man uff ein karch
und furt yn durch die statt dannen er was, so hett er ummer me sin ere verlorn
Lanc
604,22.
– als (antiker) Streitwagen:
Amphilicôn von einem karchen streit, / dâ von er schiezen niht vermeit
UvEtzAlex
8059.
8066;
er [Doglas] und der künic Estras /
die tiursten wâren in der schar. / si brâhten einen wagen dar / und einen karrich
alsô rîch, / daz dâ dekeiner sîn gelîch / wart gefüeret ûf den wec
KvWTroj
30011
MWB 3,1 158,48; Bearbeiter: Hansen
karrecher
stM.
jmd., der einen
karrech
schiebt bzw. zieht oder ein Karrenfuhrwerk lenkt, ‘Kärrner, Fuhrmann’
die karcher und alle mertzeler oder gremper haͧnt ouch ain [
zunft
] und nement ein maister under den karchern UrkEssl
302
(a. 1331)
MWB 3,1 159,7; Bearbeiter: Hansen
karrede
swSubst.
ein Lastschiff (vgl. AWB 5,48 mit Lit.):
calones naviculę, quę ligna militibus portant: karraden vel vernawn
[d.i. vernâwen
‘Fährschiffe’
]
SummHeinr
1:361,247.
2:96,235
MWB 3,1 159,13; Bearbeiter: Hansen
karre-, karrenman
stM.
jmd., der einen Karren schiebt bzw. zieht oder ein Karrenfuhrwerk lenkt,
‘Kärrner, Fuhrmann’
ez sol auch dehain burger dehains gastes guͦt niht fuͤren, ez
sei danne eîn wagenman oder karreman der ez uf sin selbs ehse
[Achse, d.h. auf seinem eigenen Wagen bzw.
Karren] fuͤr StRAugsb
43,35.
43,36.
43,38;
swelher burger kaufman, wagenman oder karrenman daz uberfuͤre, der muͤste
geben den virden pfenninck an di stat von dem guͦt, daz er fuͤrt NüP
106.
106.
– als Bestandteil von Personennamen:
Rosszogel der charrman UrkRegensb
738
(ca. 1325-1350).
– abschätzig von jmdm., der mit dem Karren gefahren ist:
da sie bi den thornei kamen, der ritter begund creiern und
rufen das sie den thornei ließen sin und besehen den unseligen karrenman
[d.i. der ‘Karrenritter’ Lancelot]
Lanc
614,14
MWB 3,1 159,17; Bearbeiter: Hansen
karren
swV.
‘schreien, brüllen’ (vgl.
kërren
stV.):
die forcht lag im in dem herczen als ein steyn, und was im
nacht und tag in dem muͦde so freischlich das er ummer me weind und caride
Lanc
596,24;
man horte in [den Ochsen] lute karren / mit siner
stimme und luen [brüllen]
Pass III
87,57;
di gevangin in dem varrin [Stier (d.i. der stählerne
Sizilianische Bulle des Perilaos, ein Foltergerät)] / mit schrien
wurdin karrin [l. karrinde
]
PfzdHech
185,15.
– von einer Tür, ‘knarren’ (hier bildl.):
ich wil in [den Schwätzer] harte selten prisen. /
er klaffendez [klapperndes] hufisen! / owe, er karrende
tur! / er kirret wider unde fur / als in slaf ein blenkende lin Jüngl
917
MWB 3,1 159,34; Bearbeiter: Hansen
karrenman
stM.
→
karreman
MWB 3,1 159,48;
karrenwëc
stM.
‘(schmaler) Weg für Karren’
jn dem gedingde, daz sie einen karren wec vzzerthalp an irme bivange
[eingefriedetes Landstück] uf irme gvͦte v́nsern
bvrgern sv́ln geben UrkCorp (WMU)
347,23
MWB 3,1 159,49; Bearbeiter: Hansen
karrenzieher
stM.
jmd., der einen Karren zieht, ‘Karrenzieher’ (hier metonymisch für einen
Karrenzieher mit Karren):
ez sol auch nieman dez tages mer varn ze holtze, ez sei mit wegenn, mit karren
oder carrenzieher denne ainesmales bei 60 hallern NüP
175
MWB 3,1 159,54; Bearbeiter: Hansen
karrer
stM.
jmd., der einen Karren schiebt bzw. zieht oder ein Karrenfuhrwerk lenkt,
‘Kärrner, Fuhrmann’
wir mun [d.i. mugen
] uns zuo dien ouch wol gelîchen, / swele echt stæte karrer sint: /
[...] / sî mun nicht geflien, daz sî entwîchen, /
swenne kumt regen unde wint, / daz karren gênt under, / sô hebent
[halten] si SM:Had
17: 2,2;
Hæinrich der soder von Bv́selingen vnd Walther der karrer, sin brvͦder
UrkCorp (WMU)
1343,7;
Peter der karrer ebd.
3174,12.
– bildl. für jmdn., der schwere Arbeit verrichtet:
mich dunket, ich si sin [Gottes]
karrer und watte mit den grossen schuͦhen uffgeschúrtzet durch daz ror, wie ich die
menschen us der tieffen lachen ires súntlichen lebens bringe Seuse
467,32.
385,24
MWB 3,1 159,60; Bearbeiter: Hansen
karret, karrete
stswM.
auch karrat, karrid, karot.
‘ (beladener) Karren, Karrenladung’ (vgl. mlat. carrada, -ta
‘Wagenladung, Fuder’ MlatWB 2,307f.):
swer zuͦ marckete veret zuͦ Selse, der git einen pheinning von einme karrethe
zu zolle, von einme wagene zwêne WeistGr
1,762
(a. 1310);
oͧch sol der meyer im fronhof jerlichen geben [...]
ein karoten strowes [...] und ein karoten schoben
[Strohbunde]
UrkAargau
2,5:251,11
(a. 1350);
der ein burdi holzez howed, der git ein schilling; der ein karrathen hoͤwed,
der git drige schillinge ebd.
1,7:12,8
(a. 1290);
von den karriden sol men nemen in von dem pferde drie schillinge haller
UrkRhStädteb
95
(a. 1322)
MWB 3,1 160,11; Bearbeiter: Hansen
karrîne
stswF.
→
kerrîne
MWB 3,1 160,25;
karrosche, karrotsche
stswMF.
auch karra(t)sche, karrutsche, garrütsche (zu ital.
carroccio, vgl. Suolahti 1,119).
1 meist von Zugtieren (bes. Ochsen) gezogener, repräsentativer Wagen oder Karren,
auf dem die große Hauptfahne eines Heeres oder ein ähnliches identifikatorisches
Element mitgeführt wird, ‘Fahnenwagen, Carroccio’ (vgl. LexMA 4,229f.; Schultz, Höf. Leben 2,228ff.) 2 eine Art repräsentativer Servierwagen
1
meist von Zugtieren (bes. Ochsen) gezogener, repräsentativer Wagen oder Karren,
auf dem die große Hauptfahne eines Heeres oder ein ähnliches identifikatorisches
Element mitgeführt wird, ‘Fahnenwagen, Carroccio’ (vgl. LexMA 4,229f.;
Schultz, Höf. Leben 2,228ff.):
dem kunic trûren erlasch, / dô er si [die
Mainzer] komen sach. / ir karrotsche man jach / grôzer rîcheit. /
ein sturmvane breit / darûf gestecket swebte Ottok
72139
u.ö.;
Salatînes banier dâ het / iren got Machmet, / als er daz ouch
wolde, / des bilde von golde, / rîch und kostelîchen gnûc, / ein karrotsche hôhe
enpor iz trûc Kreuzf
1366
u.ö.;
sînen got Machamet / der voget von Babilône het / ûf einen karratsche hôch /
gesatzt, den dâ niht enflôch / rîche kost ninder; / den zugen merrinder
[morgenländische Rinder]
ErnstD
4689;
diu merrinder man dô mente, / diu die karroschen
[mit den vier Götzenbildern] zugen Wh
360,25
u.ö.;
ein grôze glocke ein karrutsche zôch, / diu dar ûf gemachet was mit bûwe hôch
Loheng
5001.
5041;
Athis
C 93.
– auch als gepanzerter (Streit-)Wagen mit Besatzung:
karratschen ouch da giengen, darinne di starken ure
[Auerochsen] . / dar uf si umbeviengen ir sturm
vanen vest alsam ein mure. / were darumbe giengen hoch mit zinnen. / mit
sturmlichen hurten kein dink alda den vanen mochte gewinnen JTit
863,1;
schützen vrech und ritter wert / sach man die karrâschen
tragn. / ieglich rat daz was beslagn / mit îsen vesteclîche wol, / die wâren
ouch al umbe vol / krumber îsen diu wol snitn, / deweder bein noch stahel mitn
RvEAlex
11671;
vgl.:
sie [...] sahen in der luft ein
her / an manigerhande strit wer, / mit karroschen vil genuc Pass I/II
(HSW)
30199.
– in Italien spez. auch als Herrschaftszeichen der Kommunen:
dar nâch fuor er [Kaiser Friedrich I.] gen
Mailân, / ir garrütsche er mit gewalt nam Kchr
Anhang I,773.
– im Vergleich (hier als Wagen zum Transport von Lasten):
drî starke karrosche und ein wagen / möhtenz wazzer niht
getragen, / daz von der rîter ougen wiel Wh
152,1
2
eine Art repräsentativer Servierwagen:
vier karrâschen muosen tragen / manec tiwer goltvaz /
ieslîchem ritter der dâ saz. / man zôhs zen vier wenden. / vier ritter mit ir henden
/ mans ûf die taveln setzen sach Parz
237,22.
240,13.
809,20
MWB 3,1 160,26; Bearbeiter: Hansen
karrûne
swF.
‘(Fahnen-)Wagen, Karren’ (vgl. afrz. carogne Tobler/
Lommatzsch 2,47; Suolahti 1,119; s.a.
karrosche
1; vgl. zudem Vorderstemann, Fremdw., S. 133f.):
des morgens, dô ez begunde tagen, / hie die
karrûne [Laa. u.a. karrotsche, karre, charren
] , dort der wagen, / der hôrt man vil dâ krachen. / regen und ûf
machen / sich daz her begunde Wh
209,2
MWB 3,1 161,11; Bearbeiter: Hansen
kar|spüelen
F.
‘Spülwasser, Schmutzwasser’ (vgl. jüngere Belege im SchweizId
10,199f.):
mein schwester di muß all tage / mit hundten essen hundas; /
das ist schmachlich an alle maß: / karspuelen ist ir getranck HvNstAp
20070
MWB 3,1 161,19; Bearbeiter: Hansen
karst
stM.
‘Hacke mit zwei Zinken, Karst’ (vgl. AWB 5,49 u.a. mit Glossenbelegen aus
Hss. des 12. und 13. Jhs.); mhd. sonst nur übertr. belegt.
1 Bez. für eine dem Karst ähnelnde Waffe, wohl der ‘Luzerner Hammer’ s.
SchweizId 3,485 (Z Ratsb.; a. 1314) 2 ein Flächenmaß bzw. der Ertrag hiervon; hier wohl der Ertrag einer Fläche, die ein Mann an einem Tag mit einem Karst umgraben kann (vgl. auch DRW 7,459)
1
Bez. für eine dem Karst ähnelnde Waffe, wohl der ‘Luzerner Hammer’ s.
SchweizId 3,485 (Z Ratsb.; a. 1314)
2
ein Flächenmaß bzw. der Ertrag hiervon; hier wohl der Ertrag einer Fläche, die ein
Mann an einem Tag mit einem Karst umgraben kann (vgl. auch DRW 7,459):
[die Vogteileute] dieneten mit segesen, mit sicheln, mit
rechen [...]; welcher das nit tuen wollt, gab einen halben
k[arst] haber dem ammann SchweizId
3,485
(Urk.; a. 1326)
MWB 3,1 161,24; Bearbeiter: Hansen
kartac
stM.
‘Tag der Trauer, Karfreitag’ (vgl.
kar
stF.):
waz diu sunde wære darumb er leit die quale? / des sult ir vragen mere
Trefizent, der seitiz Parcifale / an dem hern karfritag [La.
kartage
] bi dem fiure JTit
5263,3
MWB 3,1 161,36; Bearbeiter: Hansen
kartanîe
stF.
‘alle vier Tage auftretendes Leiden’ (vgl. Anm.z.St. und
quartâne
swMF.):
kartanye leite er [ein Teufel] an dich, davon dir
tichten leydhet. / doch ymmer an den vierden tagen / vuorirret her din hohez syngen
vnde sagen, / vnz daz in aber der engel von dir scheidet Wartb
Rs 51,7
MWB 3,1 161,41; Bearbeiter: Hansen
kartât
F.
→
karitât
MWB 3,1 161,47;
1karte
swF.
1 eine Pflanze, ‘Kardendistel, Weberkarde’ bzw. deren Fruchtstände (vgl. Marzell 2,141ff.) 2 Bez. für verschiedene, mit den Fruchtständen der Kardendistel oder mit Drähten
hergestellte, bürstenartige Werkzeuge zum Bearbeiten von Wolle bzw. Tuch, ‘Karde,
Kardätsche’ (vgl.
1karten
)
1
eine Pflanze, ‘Kardendistel, Weberkarde’ bzw. deren Fruchtstände (vgl.
Marzell 2,141ff.):
ein ræ̂f [d.i. rëf
‘Rückentrage’
] mit karten oder mit hophen [zahlt (als
Zollabgabe)] einen helblinch UrkCorp
548AB,7;
cardone: karta GlAnzfKdVz
4:96,39;
SummHeinr
1:195,306.
2:52,350
2
Bez. für verschiedene, mit den Fruchtständen der Kardendistel oder mit Drähten
hergestellte, bürstenartige Werkzeuge zum Bearbeiten von Wolle bzw. Tuch, ‘Karde,
Kardätsche’ (vgl.
1karten
):
mit einer webers karten / sluc er in, daz sin houbt im brach
/ und man daz hirn vallen sach / her uz, da von gelac er tot Pass I/II
(HSW)
30040.
– Lit.: Treue, W. et al., Hausbuch der Mendelschen Zwölfbruderstiftung, 2 Bde.,
München 1965, Bd. 1, S. 143 u. 149f., Bd. 2, Tafel 205 u. 251 (Abbildungen aus dem
16. Jh.)
MWB 3,1 161,48; Bearbeiter: Hansen
2karte
swF.
aus mlat. charta (vgl. MlatWB 2,522ff.).
1
‘Pergamentblatt’
2
‘Urkunde’ , hier spez. ‘Freiheitsbrief’ (vgl. DRW 7,462) 3
‘Buch, Schrift’
1
‘Pergamentblatt’
gnediger herre, wir [...] senden uch geschriben an
disen carten unser aͤntwurte zu den artikeln, die ir uns mit unserm procuratoren
gesant hant UrkSpeyer
359,24
(a. 1332)
2
‘Urkunde’, hier spez. ‘Freiheitsbrief’ (vgl. DRW 7,462):
dis ist die karte vnd die frieheit der bürger zu Sarbrucken vnd zu sant Johan,
die geschrieuen ist vs der versigelten karten WeistGr
2,1
(a. 1321)
3
‘Buch, Schrift’
dar zu im [dem, der etwas vom Text
wegnimmt] muze entwichen / vroide, wunne, di hi strichen [
‘umhergehen’ hier i.S.v. ‘die hier beschrieben werden’
] / mit schrifte in dirre carten [vgl. quae scripta
sunt in libro isto Apc 22,19 ]
HeslApk
23247
MWB 3,1 162,1; Bearbeiter: Hansen
1karten
swV.
‘(Tuch) mit der Karde aufrauen’ (vgl.
1karte
2):
sie [die Weber] spannens [die Wolle
bzw. das Tuch] an die ram, / sie smirn, karten, strichen, / davon
sie sich gelichen KgvOdenw
6,33.
– Part.-Adj.:
man sol elleu gekarteu tuch machen von flemischer wollen und sol die machen 32
elen lanch und niht lenger NüP
95
MWB 3,1 162,16; Bearbeiter: Hansen
2karten (?)
swV.
Bed. unklar, wohl ‘trauern, weinen’ (oder bildl. zu
1karten
i.S.v. ‘aufrauen’?):
ein svfzen [...] daz da die augen mit gewalt / dvt
weinen vnde karten PrHess
18,35
MWB 3,1 162,23; Bearbeiter: Hansen
kartenspil
stN.
Spiel mit Spielkarten:
es sol ouch nieman spilen uff der münssen [...]
kartenspil by zehen schillingen DRW
7,470
(StraßbMünzG.; a. 1320/30)
MWB 3,1 162,27; Bearbeiter: Hansen
karthiusære
stM.
auch kartusiêre, karthuser, karit(h)user.
Angehöriger des Kartäuserordens, ‘Kartäuser’
der kartusiêre / ordin vil gewêre / begriffin und gestiftit
wart / in unsirs hêrrin jâre vart / tûsint achzic, zwei dâmitte NvJer
1346;
item so wil ich, das das varend guot [...] valle
[...] den karitusern UrkFreiburg (Sch)
374
(a. 1347);
das wir [...] gegeben hant dem prior vnd den bruodern
der karthuser vnd [erg.: des
] karthuserordens ein hofstatt bi vns in dem Müßpach ebd.
364
(a. 1346 kopial);
karithuser ebd.
372
(a. 1347)
u.ö.
MWB 3,1 162,31; Bearbeiter: Hansen |