k – cadmia kaf – kalc calcaire – 2kalle 3kalle – kaltlîchen kaltnisse – kamerærse kamerbëlle – kamerselde kamersidel – kampfer kampfgenôʒ – kampfwât kampfwërc – kanonîen kanonike – kanzelschrîbære kanzwagen – Cappadociære kappân – kappûnen capût (?) – kardenâldiaconus karele – karra(t)sche karre – karthiusære kartur – kæselîn kæse|lüppe – kasten kastenære – kathecuminus kathezizieren – kauerære (?) kauergerihte – kefse 1kegel – keisertuom 1kegel stM. 2kegel stM. kegelære stM. kegelstebelîn stN. kegelwërfen stN. kegen Präp. kegen swV. këgzen swV. keibe stF. keibe swM. kein Indef.-Pron., Pron.-Adj. kein Präp. keine stF. keiner hande/ lei(ge)/ slahte keinest Adv. keinic Adj. keinvisch stM. keiser stM. keiserambet stN. keiserinne stF. keiserlich Adj. keiserrëht stN. keiserrîche stN. keiserschaft stF. keisertuom stN. keitivic (?) – kelken këllære – këlre këlstëchære – 2kemelîn kemelînvleisch – kendelîn kenecte – keppechîn keppeler – kerkerhaft kerl – kerrîne kerschlich – kerzîn kerzlach – ketenwambîs kettelinc – keʒʒelære keʒʒelærinne – kîche kîchen – kiesærinne kiesen – kindebet kindechîn – kindestac kindestohter – kintbettegemach kintbetten – Kiperære Kiper(e) – kirchenbrëchære kirchenerbe – kirchhërre kirchhof – kirchtac kirchtor – kirnen kirnîn – kitzelen kitzelîn – kiuwe kiuwen – klâfterlanc klâftermâʒe – klagenôt klagerede – klamben klamen – klæret klârheit – klëber klëbereht – klegerse klêgrüene – kleinlîche kleinlîcheit – kleinvüegunge kleinzëhende – klepfze kleppisch – klinge klingelære – klobeholz klobelouch – klôsterknëht klôsterlëben – klôsterweide klôsterwërre – klûde klüege – klupfen kluppe – klutterât klûwen – knëhtelîn knëhten – kniel (?) knieleip – knodebôʒe knödel – knubelen knugelîn – kobel kobel – kochman kochsudel – kôle kôlegruobe – kolner kölnisch – komelinc komen – condewier condewierde – konkavelite, konkavelit conplêt – convëntkopf convëntswester – koraze (?) körbelîn, körbel, körblî – körnære kornban – kornmesse kornmetze – corporâl corporâlgewæte – kostebæric kostebærlich – kötze kotzeht – koufgenôʒ koufgiric – koufschalc koufschanze – krachen kradem – krâme kræmel – kranc- krancmüetic – 1krapfe 2krapfe – krëb(e)ʒ krëbeʒen – krefticheit krefticlich – kreiʒgengel kreiʒlingen – kreter kretscheme – kriechelîn kriechen – krîgen krîieren – krippen- krîsch – kristâbent kristalle – kristenin kristenisch – kristiâne kristier – kriutener kriuzaltære – kriuzloht kriuzphenninc – 1krœnen 2krœnen – krotenstein krotenstutz – krülle krüllel – krupfei krüpfen – krûtmezzer Krûtnowe? – kûchen kuchenære – küechelmël küefelære – kugelhuot kügellîn – kumberlich kumberlîn – kûmen kumer – kunde künde – künftigære kunftlich – künigeslêhen künigessilber – künstelîn künstelôs – kuntmeister kuntsame – kuosërtærinnesun kuo|smër – kuppe 1kuppel – kurdewân kurdewænære – kurpen kürre – kurtois kurtoisîe – kurzwîle kurzwîlen – kuster kusterîe – kutzelvleisch kützen – kûze
|
1kegel
stM.
‘Kegel’
1 allg. für kegelförmige Gebilde 2 als Spielkegel
1
allg. für kegelförmige Gebilde:
alles, daz wir sehen, daz sehe wir in ainer form aines kegels,
dez spitz in unser aug ruͤrt und dez grunt ruͤrt an daz dinch, daz wir sehen
KvMSph
13,30;
[ein Schatten] haizzet der kegler, daruͤmb, daz er geleich
ainem kegel ist, oben prait und unden spitzzig ebd.
61,11
u. ö.
–
viereckehter ~
‘Pyramide’
in ainer ander betzaichnunge spricht man, daz ein igleich zaichen sey ein
‘virekkter chegel’, dez fuͤz an dem fletze [Fläche]
des himels ist [...], awer sein spitz ist in der erden
mittel Sphera
70,13;
KvMSph
26,3
2
als Spielkegel:
swer spilen welle der kegel, / der sol gên ûf den plaz Schlegel
1183;
sîn kegel er [
ein behender kegeler
] nâch gewinne stellet / mit listiclicher behendikeit
Renner
3674
MWB 3,1 179,6; Bearbeiter: Luxner
2kegel
stM.
‘uneheliches Kind’ (jüngere Belege vgl. DRW 7,692):
[Rupart zur Kupplerin:] ‘[...] /
erdenke wie ich bi si kome! / dines kindes kegel [Hs.: kekel
] sol ez vrome.’ Schampiflor
228
MWB 3,1 179,22; Bearbeiter: Luxner
kegelære
stM.
1
‘(gewerbsmäßiger) Kegelspieler’
2 Bez. für einen sich hinter dem Objekt verengenden Schatten
1
‘(gewerbsmäßiger) Kegelspieler’
ez ensol kain kegeler cheime kinde niht gestaten daz ze sinen
tagen niht chomen ist, daz er im sine phenninge abegewinne oder kain sin gut
StRAugsb
126,11
u. ö.;
meide bitel, spiler, rostûscher, / âbrecher und viertêter, / riemenstecher und
kegeler / wurden nie sô grôze trügener / als leider valsch geistliche liute, / bœse
erzte und bœse judisten hiute Renner
10481
u. ö.;
PrBerth
1:480,1
2
Bez. für einen sich hinter dem Objekt verengenden Schatten:
der kegler ist ain schat, der oben groͤzzer ist danne unden
und kuͤmt davon, daz daz leuhtend dink groͤzzer ist danne daz dunkel. und haizzet
der kegler, daruͤmb, daz er geleich ainem kegel ist, oben prait und unden spitzzig
KvMSph
61,8.
60,30
MWB 3,1 179,26; Bearbeiter: Luxner
kegelstebelîn
stN.
Stäbchen, mit dem nach den Kegeln geworfen wird:
sô kumt aber einer und siht hin în / der suochet driu kegel stebelîn
Renner
16784
MWB 3,1 179,42; Bearbeiter: Luxner
kegelwërfen
stN.
subst. Verb.
‘das Kegeln’
von kegel werfen Renner
Überschrift vor 16783
MWB 3,1 179,46; Bearbeiter: Luxner
kegen
Präp.
→
gegen
MWB 3,1 179,48;
kegen
swV.
‘sich schleppend (hinterher) bewegen’ (vgl. DWB 11,5,393f.):
zuo dem fuhse ein affe sprach: / ‘friunt, mîn hinder hât kein
dach, / gib dâfür dîns zagels mir ein cleine, / der dir keget in den mist’
KvWLd
18,24
MWB 3,1 179,49; Bearbeiter: Luxner
këgzen
swV.
→
gëckzen
MWB 3,1 179,54;
keibe
stF.
‘Mastkorb’ (vgl. Kluge, Seemannssprache, S. 436):
dô rief der nôklier [Steuermann] vaste, der in der
keibe saz OrtnAW
258,1;
nu begunde vaste schrîen, / der oben in der keibe saz
Ottok
4515;
Kudr
1140,1;
TürlArabel
*A 149,15.
*R 154,15
MWB 3,1 179,55; Bearbeiter: Luxner
keibe
swM.
abwertende oder derbe Bez. für einen Menschen ‘Bösewicht, Schelm’ (vgl. DWB
11,5,431f.), hier wohl eher in abgeschwächter Verwendung:
dú sehste tugent ist kúnschi [Keuschheit] in
jugent. weller kaibe solte aim alten man und ainer alten baben geben dank daz sú
kúnsch sint? PrGeorg
52,11.
– als Bestandteil von Personennamen:
Otto Chaibe UrkCorp (WMU)
929,13.
3109,36;
UrkCorp
981,22
MWB 3,1 179,61; Bearbeiter: Luxner
kein
Indef.-Pron., Pron.-Adj.
Herleitung sowohl aus ahd. nihein/ nohein (vgl. AWB 6,1258-1260)
bzw. mhd. →
nehein
als auch ahd. dehein/ dohein (vgl. AWB 2,353-359) bzw. mhd. →
dehein
scheint möglich (s. Pfeifer, EtymWB S. 646 f.; Kluge, S. 482 f.; 2
5Mhd. Gr. § M 56, Anm. 1; Jäger, Negation, S. 261; vgl. ferner Behaghel, Dt.
Syntax 1,422, der Herleitung von
nehein
ausschließt); für Formen mit en-/ne- s.
nehein
; vgl. ferner Mhd. Gr. Flexionsmorph. § P 283-285, 288f.
‘(irgend-)eine(r/ s); keine(r/ s)’, je nach Kontext sowohl
positive als auch negative Bedeutung möglich (vgl. 2
5Mhd. Gr. § S 128; Mhd. Gr. Flexionsmorph. § P 289f.)
1 ohne weiteren Negator 1.1
‘irgendeine(r/ s), irgendwelche(r/ s), eine(r/ s)’
häufig in hypothetischen Aussagen, attr. und pron. 1.1.1 im Hauptsatz 1.1.2 im abh. Satz 1.2
‘keine(r/ s)’ attr. und pron. 1.2.1 im Hauptsatz 1.2.2 im abh. Satz 2 mit weiterem Negator in neg. Bed. ‘keine(r/ s), nicht
(irgend-)eine(r/ s)’ attr. und pron. 2.1 im Hauptsatz 2.2 im abh. Satz (häufig daʒ -Satz) 3 in adv. Wendungen 3.1
(ze) ~ hande/ lei(g)e/ slahte
3.1.1 ohne weiteren Negator 3.1.2 mit weiterem Negator 3.2
(in) ~ wec
3.2.1 ohne weiteren Negator (im abh. Satz) 3.3
(in) ~ wîs(e) , mit weiterem Negator ‘in keiner/ nicht
irgendeiner Weise’
1
ohne weiteren Negator
1.1
‘irgendeine(r/ s), irgendwelche(r/ s), eine(r/ s)’
häufig in hypothetischen Aussagen, attr. und pron.
1.1.1
im Hauptsatz:
ir andâht diu was under in / vil cleine an kein gebet
gewant Tr
15153.
– in Fragesätzen:
gesaher dînen liehten schîn / bî friunden ie ze
keiner stunt, / unt dînen rôten süezen munt? Parz
712,19;
genistet ie kein swalwe mê / mit solhem
ungemache, [...] ? Tr
8608.
3657.
– häufig nach Komparativen/ in Vergleichen:
ich wil im iemer holder sîn / denne keinem mâge
mîn MF:Reinm
59: 1,6;
da uon ist ein itslich mensche sverer denne
cheine burde SalArz
34,21;
der mensch hât grœzer achseln dann kain ander tier
nâch seiner grœzen BdN
19,9
u. ö.;
Tr
2092;
Macer
61,4
1.1.2
im abh. Satz:
dar wirt der engeste pfat / den ie
cheim [l. chein
] man gesach Roth
3693;
daz grœste unbilde daz gesehen / ie wart ze keinem mâle
KvWSchwanr
289;
der knobelouch mit sinen vasen in boymolei [
boumöle, Olivenöl] gesoten heilet swa kein
tyer, das vergift hat, gebiset Macer
5,7;
wolte sich kainer in den henfen [beim
Spinnen] sûmen, / der bedorft zuo der rehten hende des
dûmen SM:Go
1a: 4,10;
daz man pei der mezzer switzen erkant, ob kain ezzen
vergift wær oder kain trank BdN
266,32;
swer daruber keinen zol oder kein vngelt nimt in keiner stat oder vf
keiner straze, vber den sol man rihten als vber einen strazroͮber
UrkCorp (WMU)
1401,38;
Parz
237,13;
ReinFu
K,1630;
MF:Reinm
42: 3,5;
Tr
3130.
11628;
HvHürnh
16,6.
– in Fragen:
wie bin ich ewig, ruͦm ich kein stat? Minneb
2174.
– Negation im übergeordneten Satz:
vnde alle twinge vnde alle benne vnde alle die lv́te, die dar in
hoͤrent, das enwen wir nit, das man die in keine wis versetzze odir
verkoͮffe von dem ordin UrkCorp (WMU)
1820,20.
– im Komparativ-/Vergleichssatz:
daz [...] ich iuch lieber
wære, / danne in al der welte sî kain ander man SM:UvS
32: 3,7;
ich hân mê nœte erliten hie mite, / dan kein man
ie durch wîp erlite Tr
9246
1.2
‘keine(r/ s)’ attr. und pron.
1.2.1
im Hauptsatz:
sîn hût wart hurnîn. / des snîdet in kein wâfen
NibB
100,4;
ein lewe, der was Vrevel genant, / gewaltic vber daz
lant. / keinem tier mocht sin kraft gefrvmen ReinFu
K,1243;
diu frouwe keinen mohte hân / der mit im strîtes
phlæge KvWSchwanr
740;
ez weren kint oder wip, / der behilt keinez den lip
Herb
3690;
Macer
27,12;
PrOberalt
19,13;
Parz
701,24;
SalArz
6,37
1.2.2
im abh. Satz:
was sol ein graff, der keiner ern wil walten?
SM:Ga
1a: 1,5;
das iener di sprache vorluset unt der zunge kein
gewalt hat Macer
17,20;
swas bischofs zi Strazburg urkorn wurt, dc wir keime huldent, wen der
in lieb ist UrkCorp (WMU)
N31,34
u. ö.;
SM:We
1a: 3,4;
PassSpM
333
2
mit weiterem Negator in neg. Bed. ‘keine(r/ s), nicht
(irgend-)eine(r/ s)’ attr. und pron.
2.1
im Hauptsatz:
er ne chêrte cheinen sînen mût / weder an chint noch an
tumben man VAlex
158;
dôn vant der künec noch daz getwerc / dekeine stat noch
kein geberc Tr
14604;
du solt dinen herren niht gar ze verre / mit cheinen
dingen bechorn [auf die Probe stellen]
AvaLJ
47,9;
er entet ir keinem drumbe wê Wh
281,29;
StRFreiberg
229,20;
Frl
5:22,18.
14:30,15
2.2
im abh. Satz (häufig daʒ-Satz):
dar an gedenkent, friunde min, / daz nie kein site so übele
stuont, / swelh man daz brot legt an den lip / und snidet sam diu kranken wip
TannhHofz
72.
3;
sît unser keiner sîne sach Iw
132;
vnd daz in div ere anvertunge [Anfechtung]
hernach ce schaden noch ce criege iht [nicht] wahse
von chainen minen nachchomen noch von mir, dar vmme so verciͤhe ich mich vnd
wider sage allem dem rehte UrkCorp (WMU)
1148,6.
1933,39;
ich wæne daz du dîne tage / enbizzest keiner spîse nie /
süezer, frouwe, denne die KvWHerzm
445;
TannhBu
76;
VAlex
274;
KvWSchwanr
242
3
in adv. Wendungen
3.1
(ze) ~ hande/ lei(g)e/ slahte
3.1.1
ohne weiteren Negator:
–
‘irgendein’ im abh. Satz:
ich teile [...] / swer
künstelôser diete / guot umb êre gebe alsô / dur keiner slahte miete, /
daz im darumbe ir smæhe drô KvWKlage
26,4;
vnde geschaͤhe zewúschen in kainerlaige bruch, dar umbe sv́len
die zewo [...] bv́rge niht phant
[...] sin UrkCorp (WMU)
844,16.
1401,1;
so daz iemant uch volkere / mit keinerhande mere
HeslApk
18858.
–
‘keinerlei’
im Hauptsatz:
keinerhande geberk / in der werlde wirt so tougen
HeslApk
18084.
im abh. Satz:
ich wæne, daz keiner slachte guot / so suozze gê
durch mannes muot SM:Had
52: 2,1;
Isidorus spricht, daz kainerlai tier sô
schädleich sei mit seiner vergift sam diu salamander BdN
277,32
3.1.2
mit weiterem Negator:
–
‘keinerlei, nicht irgendein’
im Hauptsatz:
noch si vurchtin steyn noch geschoz noch keynerhande wer
MarcoPolo
35,22;
niht groz ist auch ir hoffen / zu keiner hande
wisheit Physiogn
81;
so suln wîr [...] vf dez von Nidelingen
guͦten [...] weder stellen noh herberge nemen,
noh snitter noh phluͤge vordern oder nemen noh kaînerslaht dîenest noh
kaînerslaht reht UrkCorp (WMU)
2239,35;
Brun
8850;
SüklV
167;
HeslApk
21702;
im abh. Satz:
das sú mir tuͤgent kainen spot / noch kainerhand
smæche WernhMl
13611;
ir lib, ir sel und ouch ir muͦt / die hat got selber insiner
pflicht, / das sÿ moͤcht betruben nicht / kainer laÿe sunde schaden
KvHelmsd
259.
–
‘irgendein’ im abh. Satz:
daz ir uch nicht lat
irveren [betrügen] / mit keiner slachte
meren HeslApk
18854
3.2
(in) ~ wec
3.2.1
ohne weiteren Negator (im abh. Satz):
–
‘in irgendeiner Weise’
wir geloben oͮch an disem brieue, die burgen von allem schaden ze
wisenne, den siv kein weg gehaben mvgen von dir burgschaft
UrkCorp (WMU)
1157,3.
–
‘in keiner Weise’
obe [...] Anne von Sehselsheim iruͥ kint
[...] mit ireme guͦte
[...] beraten wolte, daz wir in keinen weg
der wider solent sin UrkCorp
N526,10
3.3
(in) ~ wîs(e), mit weiterem Negator ‘in keiner/ nicht
irgendeiner Weise’
daz ir lop dâ bî wahse und vol gedîhe, / des hân ich
keine wîse keinen muot MF:Reinm
68: 1,4;
der in [den Stein] möht
erwerben, / der enkünde niht verderben / keine wîs an dem guote
Volmar
471;
wer in auch pfandes geholfen ist [...], den
schuͤlle wir chain vngenad dar vmb tragen vnd chain feintschaft in chainer weizz
UrkCorp (WMU)
2823,42
MWB 3,1 180,6; Bearbeiter: Luxner
kein
Präp.
→
gegen
MWB 3,1 182,17;
keine
stF.
→
gegene
stF.
MWB 3,1 182,18;
keiner hande/ lei(ge)/ slahte
→
kein
3
MWB 3,1 182,19;
keinest
Adv.
‘irgendeinmal, jemals’ (vgl.
deheinest
):
jst abir daz spricht er daz dhein brvͦdir cheinest vht
vnredlich hoͥschot [d.i. heischet
] , den insol er nvt virsmehinde biswerrin BrEng
31
MWB 3,1 182,20; Bearbeiter: Luxner
keinic
Adj.
‘kein’
herre, ich mag seine keinig weis nit derpeiten
[warten] . ez ist zu lank dar
AdelhLangm
37,5
MWB 3,1 182,24; Bearbeiter: Luxner
keinvisch
stM.
Übers. von lat. nullus, das allerdings auf eine Verlesung von lat.
mullus (eine Barben-Art) zurückgeht (vgl. Hwb. dt. Abergl. 4,
1240):
nullus haizt ain kainvisch. der hât den namen dar umb, sam
Isidorus spricht, daz er waich ist und gar unlustich ze ezzen BdN
255,28.
255,27
MWB 3,1 182,27; Bearbeiter: Luxner
keiser
stM.
‘Kaiser’
1 oberster weltl. Herrscher (auch als Anrede und Titel; vgl. differenzierter DRW
6,681-686 sowie WMU 2,987; zur Sache s. ferner LexMA 5,851-856 sowie 2 HRG 2,1496-1504) 2 Bez. für Gott oder Christus 3 Bez. für die Bienenkönigin (vgl.
wîsel
)
1
oberster weltl. Herrscher (auch als Anrede und Titel; vgl. differenzierter DRW
6,681-686 sowie WMU 2,987; zur Sache s. ferner LexMA 5,851-856 sowie 2HRG
2,1496-1504):
zwei swert liez got ûf ertrîche ze beschirmen die kristenheit.
dem bâbest ist gesetzet daz geistlîche, dem keiser daz werltlîche
SpdtL
81,8
u. ö.;
daz Pippin keisir wurde Roth
5065;
edel keiser Fôcas Eracl
4154;
daz ist Karl der cheiser Rol
11;
were alle die werlt an in gekart, / vnde daz er keiser were,
/ er were mir vnmere [zuwider]
Herb
12589;
was sol ein keyser one recht, ein babest on barmunge?
SM:Ga
1a: 1,1;
RvEBarl
9385;
Parz
13,11;
NibB
49,3.
–
rœmischer ~
oder
~ von(e) Rôme als Bez. für den röm. wie auch den deutschen
Kaiser:
der rœmische keiser Karl nie / eines tages sô manegen
helt verlôs, / die man ze vürsten ûz erkôs Wh
180,28;
bis dû Andrêas, der unsir gote cestôrit, unt rêtis den
lûtin einir hande geloubin, den der keisir von Rôme virbotin hât allen den, die
in deme rîche sint? PrMd (J)
342,3;
Friderich, von gotz gnaden keiser von Rome, ein mêrer des riches
UrkCorp (WMU)
1653,3
u. ö.;
GrRud
Db 29.
– Bez. heiliger ~
für Karl d. Gr., wohl noch nicht i. S. der Heiligsprechung Karls zu
verstehen (vgl. Kartschoke, Rol., S. 688f.):
heiliger kaiser, / uoget witwen unde weisen
Rol
2861.
9001.
– im Gleichnis mit Gott (vgl. 2):
daz ist der cheiser vnd der bezeichent vnsern herren
PrBerthKl
2,15
u. ö.
– im Sprichwort (vgl. Friedrich, PhrasWB, S. 241 und TPMA 6,400-402):
man sprichet und ist och war: ‘des kaisers dienste man ist groͤsser denne
ein grâf’ PrGeorg
43,10;
eins keisers lîp vil bœser ist / nâch tôde denne eins hundes mist
Renner
15517;
zu Mt 22,21 (auch Mc 12,17 und Lc 20,25):
gebt dem cheiser daz dez chaisers sei
PrOberalt
170,31;
ir sult gote unde dem keiser geben / ir reht, welt ir rehte leben
Freid
25,11;
ir sult vil rehte nemen war, / daz ir dem keiser gebt daz
sîn Ottok
471;
Walth
11,28;
SSp (W)
3:42,5.
– als Bestandteil von Personennamen:
her Hertneid der Chayser UrkCorp (WMU)
N347,18
u. ö.
2
Bez. für Gott oder Christus:
wan du, keiser, vil wol weist, / vater, sun, hêrre geist, /
daz er gewalt an mir begêt Wig
3062;
alsus lobe ich / dich, minneclîcher keiser LobGesMar
55,4;
ich bitte dich, keyser aller eren und crone aller fúrsten,
herre Jhesu Christe Mechth
6: 37,48.
1: 12,2;
MarlbRh
131,32;
PrOberalt
170,20.
–
~ aller künige u. ä.:
dû cheiser aller chünige bist KvHeimHinv
932;
si enphiengen in mit eren, den cheiser aller herren
AvaLJ
109,4;
Krist, aller künege ein keiser hêr RvEBarl
13948.
1963;
auch:
chunech aller keisere SüklV
722.
–
himelischer ~
:
do wart des himlischen cheisers pilde wider geniwet an
dem menschen PrOberalt
126,7
u. ö.;
– bezogen auf Maria:
wis gegrüezet, keisers adel Kirchenl
199,40
3
Bez. für die Bienenkönigin (vgl.
wîsel
):
wenn auch der kaiser müed wirt, sô tragent in die sterkisten
peinen enpor BdN
291,6;
der peinen kaiser machent mêr dann ainen sun ebd.
294,3
u. ö.
MWB 3,1 182,33; Bearbeiter: Luxner
keiserambet
stN.
hier -amt.
‘Amt des Kaisers, Kaiserwürde’
daz keiseramt wær im entseit EnikWchr
28673;
EnikFb
2607
MWB 3,1 183,30; Bearbeiter: Luxner
keiserinne
stF.
auch -în und -in; vereinzelt sw. (Konr
15,30).
‘Kaiserin’
1 als Gemahlin des Kaisers oder als weltliche Regentin (zur Sache vgl.
2 HRG 3,19-22) 2 übertr. 3 für Maria
1
als Gemahlin des Kaisers oder als weltliche Regentin (zur Sache vgl.
2HRG 3,19-22):
augusta vel imperatrix: keiserin SummHeinr
1:280,132;
dâ hæter sunder ûz genomen / drî gürtele den vrouwen drîn, /
daz keiserîn noch künigîn / nie keinen bezzeren gewan Tr
10820;
Athânais diu keiserîn [Gattin des Kaisers
Focas]
Eracl
2905;
diu keiserîn Athânais / diu was biderbe unde wîs ebd.
2453
u. ö.;
wir [...] römischer kaiser
[...] veriehen für uns, für unser fraw die kayserine
[...] offentlich an disem brief DRW
6,692
(Kogler, Kufstein; a. 1339);
die selben chetene, diu prahte diu
cheiserinne [Aelia Eudoxia, Gattin des Kaisers
Arcadius] ze Rome vnd chom zuͦ dem pabest Konr
15,20
u. ö.;
Parz
13,11;
Mechth
7: 40,5;
Seuse
420,23.
–
rœmischiu ~
:
wir Margareta von gotes genaden roemische keyserinne DRW
6,692
(Geschfrd. der 5 Orte; a. 1347);
sie sol hinnen für niht sîn / rœmischiu keiserîn, / wan
sie sô grôze missetât / vor der werlde verjehen hât Eracl
4368.
– in Vergleichen (bes. als idealisiertes Vergleichsobjekt):
si sitzet als ein keiserîn / behenket mit ir
merze [Schmuck]
KvWKlage
24,5;
si möhte wol keiserinne / von ir tugent sîn gewesen
Wig
734;
vrouwe Lârîe ouch komen was, / gekrœnet als ein keiserîn
ebd.
9354;
Mechth
7: 48,18
2
übertr.:
diu heilige schrift muoz immer sîn / doch aller künste keiserîn
Renner
13408;
diu wâre minne Karitas / ist aller tugende keiserîn LvRegSyon
3051.
4104.
– als Anrede für die (Gottes-)Minne:
ich danke dir, liebú gottes minne, vroͮwe keyserinne
Mechth
7: 48,92.
1: 3,14.
–
o Venus, keyserynne, / hie horet ware mynne / von dem
getruwen diner min! Minneb
5343.
– als Anrede für die Minnedame:
mîn trôst, mîn wunne, mîner sælden keiserîn / sol sie eine sîn
UvLFrd
322,26;
sô belîbest dû mir / mitten in dem herzen mîn, / ûzerwelte keiserîn!
Heidin IV
1342;
trût frouwe, mînes herzen keiserinne, / got weiz wol daz ich dich von
herzen minne KLD:Dürinc
6:2,5;
SM:KvA
1: 2,1;
MinneR 36
6
3
für Maria:
der güete und der genaden runs / gat von dir, keiserinne wis
KvWGS
535
u. ö.;
o Maria, erlichú keyserinne, gottes muͦter und vroͮwe min!
Mechth
3: 4,3
u. ö.;
aller tugende ein keiserîn, / du bist diu drî und bist diu ein KLD:WvM
5:2,3;
aller frouwen und meide keiserîn, / engel und heiligen fröuden schîn
Renner
6005;
BdN
182,10;
MarlbRh
2,36;
WernhMl
14544
MWB 3,1 183,33; Bearbeiter: Luxner
keiserlich
Adj. , -lîche
Adv.
adv. auch -lîchen.
‘kaiserlich’, wobei sich der Funktion des Suffixes entsprechend verschiedene,
z. T. auch sich überschneidende Gebrauchsweisen unterscheiden lassen (vgl. Mhd. Gr.
Wortb. A 102).
1 als Attribut für jmdn., der als Kaiser bezeichnet wird (von Gott bzw. Christus) 2 was einem Kaiser gemäß, angemessen, entsprechend ist 3 was einen Kaiser hervorbringt, erzeugt 4 was zum/ dem Kaiser gehört 5 was von einem Kaiser ausgeführt, bewirkt, veranlasst wird
1
als Attribut für jmdn., der als Kaiser bezeichnet wird (von Gott bzw. Christus):
wol mir, ich danken dir, keyserlicher gottes sun
Mechth
7: 23,2.
4: 24,20;
diz keiserlîche kint, / des himel, erde und wazzer sint / und allez, daz
darinne vert Erlös
3417;
Emanuel man nande / den keiserlichen dienstman Pass
I/II (HSW)
36981.
3515;
Seuse
91,34.
–
~ maget für Maria:
so hôrt den wunderlîchen list, / wie got unser herre Crist / geboren wart
in zîdes vrist / von einer keiserlîchen maget Erlös
69.
2049
2
was einem Kaiser gemäß, angemessen, entsprechend ist:
der keiser wirt lobelich / und wirt wachsend uf von jugent /
an voller keiserlicher tugent HeslApk
18928;
es zimit wol keiserlicher milthekeit, wol tvͦn den, die dem riche zvͤ allen
zithen getrúwe sint UrkCorp (WMU)
1653,4.
– adv. auch ‘nach Art eines Kaisers’
er lebete keiserlîche, / wander kundiz wol bedenken
SAlex
4027;
do er in sant Pêters münster gie / und man in keiserlich
enphie Eracl
4130.
4980;
Mai
188,34;
von Gott:
tet er mir nu den selben tôt, / den ih dir hat gedaht, / oder versenchit
mih sin chraft / also verre in abgrunde, / oder vergebe mir mine sunde, / so
riht er cheiserliche! Eilh
Rr1,14.
– bes. übertr. i.S.v. ‘herrlich, prächtig, stattlich’
wie gânt im sô gelîche in ein / diu sîniu keiserlîchen
bein! Tr
710
u. ö.;
sîn keiserlîchez houbet zimt ir [der Krone]
alsô wol, / daz sî ze rehte nieman guoter scheiden sol Walth
18,32;
er hete keiserlichen ganc / und einen küniclichen site
KvWTroj
3066;
JSigen
86,7;
RvEGer
2918;
adv.:
Agmennon kaysserlichen straitt GTroj
5933;
da were ein vrowe riche, / die gebe keiserliche / almuͦsin
vor ir suͦnde GrRud
Gb 26;
zimier [ritterl. Schmuck] und wapen stuͦnd im
keiserliche JTit
1396,2.
6225,3;
Tr
692;
Erz III
69,84;
MinneR 37
151
3
was einen Kaiser hervorbringt, erzeugt:
nû het den keiserlîchen segen / der keiser enpfangen und der wîhe regen / als
man ze keiser künige wîhen solde Loheng
6481
4
was zum/ dem Kaiser gehört:
by dem see in der mure der stat ist eyn keysirlich pallas und eyn hoys, das
hot XV pfortin kegin deme mittage MarcoPolo
29,19;
daz er ab zoch sein gewant, / sein chaiserlich chlaider
cehant GvJudenb
5006;
keiserlich gewant Eracl
2384;
RvEWchr
2317;
Loheng
7385.
– auf Gott oder Christus bezogen:
dô kam mit zeichenlîchen siten / von keiserlîcher stüele
kraft / dîn hœhste wort RvEBarl
2689;
oben uf dem boͮme des crúzes swebet die
allerschoͤnestú, keyserlichú, dúrninú crone des riches Mechth
7: 1,85;
di keiserliche crone / di ist ime [Christus] uf
gesetzet Glaub
1456;
HlReg
90,5;
Erz III
6,716
5
was von einem Kaiser ausgeführt, bewirkt, veranlasst wird:
sô gunnet mir daz ich bejage / iuwer keiserlîche gunst
KvWHvK
219
u. ö.;
er wold in wîhen dâ ze keiser / und machen ganz unde sleht /
alliu keiserlichiu reht, / diu er ze Rôm enphâhen solt Ottok
13542;
nv vernement den andren vride den der keiserliche gewalt gesetzet vnde
gestetet hat mit williger kvr SchwSp
111b;
StRSchlettst
28;
MGHConst
8:330,9
(a. 1347).
– auf Gott oder Christus bezogen:
diz ist ein keiserlîch gebot RvEBarl
9010
MWB 3,1 184,19; Bearbeiter: Luxner
keiserrëht
stN.
das durch den Kaiser bestimmte Recht (zur Sache vgl. 2HRG
2,1532-1535):
alse her [...] vornam daz des grozin Ditherichs
Gropin son mit eime andern pladekin [wohl: Störenfried (vgl.
Anm.z.St.)]
[...] den lantfrede gebrochin unde gefrevelt hattin, do liz
her obir si richtin mit dem swerte, also des daz keiserrecht begerte
Köditz
30,14.
17,6;
diss is der vurgang der keyserrechte KlKsr
Vorrede,Überschrift;
gewalt ir [Richter] den gerechten
tut, / valsch machet ir keiser recht, / strafet nicht der sunden knecht
Daniel
2779
MWB 3,1 185,23; Bearbeiter: Luxner
keiserrîche
stN.
Herrschaftsgebiet, Reich eines Kaisers, ‘Kaiserreich’ (hier
übertr.):
das keyserrich sol oͮch an der cronen stan gebildet
Mechth
7: 1,37.
7: 1,79.
–
ja næm ich vür ein keiser rich ir minniklichez kosen Regenb
3,452b.
– bezogen auf Maria als →
himelkeiserin:
vam throne dines keiserriches, / da du, vrow, eweliche riches
MarlbRh
131,33
MWB 3,1 185,34; Bearbeiter: Luxner
keiserschaft
stF.
‘Kaisertum, -würde’
künic- und hôhe keiserschaft / sîn [des Priesters]
hôher gewalt verrigelt und versigelet Boppe
1:12,13
MWB 3,1 185,42; Bearbeiter: Luxner
keisertuom
stN.
‘Kaisertum’
1 bezogen auf die Regierungszeit 2 bezogen auf das Amt, die Institution, ‘Kaiserwürde’
1
bezogen auf die Regierungszeit:
in dem achtzehenden iar unsers rychs und in dem fumften dez cheysertums
UrkMühlh
405
(a. 1332);
abir in dem funfzcênden jâre des keisertuͦmis Tibêriî des keiseres stûnt vore
[verwaltete] Pontius Pilâtus Judêam
EvBeh
Lc 3,1;
in dem 15 jar vnsers reiches vnd in dem andern des cheysertuͦms
UrkIndersd
62
(a. 1329);
UrkFrankf
2,262
(a. 1329);
StRLauda
183
2
bezogen auf das Amt, die Institution, ‘Kaiserwürde’
an den Rein ge mit in! / daz keisirtum von in gewin! Dalimil
63,106;
wir lesin ouch sulchiz tun / von Tyto Vespasiani sun, / wi der virnam di mere
/ wi daz sin vatir were / gekorn an romisch keisirtum PfzdHech
317,7;
sô möht er daz keisertuom dâ ze Rôme wol besitzen / und alle der kristen herre
sîn Loheng
4827.
4849;
StRBrünn
383;
EnikWchr
24995
MWB 3,1 185,45; Bearbeiter: Luxner |