Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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k – cadmia
kaf – kalc
calcaire – 2kalle
3kalle – kaltlîchen
kaltnisse – kamerærse
kamerbëlle – kamerselde
kamersidel – kampfer
kampfgenôʒ – kampfwât
kampfwërc – kanonîen
kanonike – kanzelschrîbære
kanzwagen – Cappadociære
kappân – kappûnen
capût (?) – kardenâldiaconus
karele – karra(t)sche
karre – karthiusære
kartur – kæselîn
kæse|lüppe – kasten
kastenære – kathecuminus
kathezizieren – kauerære (?)
kauergerihte – kefse
1kegel – keisertuom
keitivic (?) – kelken
këllære – këlre
këlstëchære – 2kemelîn
kemelînvleisch – kendelîn
kenecte – keppechîn
keppeler – kerkerhaft
kerl – kerrîne
kerschlich – kerzîn
kerzlach – ketenwambîs
      kerzlach stN.
      kës stN.
      kesser stM.
      keste stF.
      kesten swV.
      kestenboum stM.
      kestenboumîn Adj.
      kestene stF.
      kestenen swV.
      kestennuʒ stF.
      kestenunge stF.
      kestenwalt stM.
      kestigâte stF.
      kestige stF.
      kestigen swV.
      kestigunge stF.
      kestunge stF.
      ketene stswF.
      ketenen swV.
      ketenhantschuoch stM.
      ketenîn Adj.
      ketenlîn stN.
      ketenlœse stF.
      ketenvîre stF.
      ketenwambîs stN.
kettelinc – keʒʒelære
keʒʒelærinne – kîche
kîchen – kiesærinne
kiesen – kindebet
kindechîn – kindestac
kindestohter – kintbettegemach
kintbetten – Kiperære
Kiper(e) – kirchenbrëchære
kirchenerbe – kirchhërre
kirchhof – kirchtac
kirchtor – kirnen
kirnîn – kitzelen
kitzelîn – kiuwe
kiuwen – klâfterlanc
klâftermâʒe – klagenôt
klagerede – klamben
klamen – klæret
klârheit – klëber
klëbereht – klegerse
klêgrüene – kleinlîche
kleinlîcheit – kleinvüegunge
kleinzëhende – klepfze
kleppisch – klinge
klingelære – klobeholz
klobelouch – klôsterknëht
klôsterlëben – klôsterweide
klôsterwërre – klûde
klüege – klupfen
kluppe – klutterât
klûwen – knëhtelîn
knëhten – kniel (?)
knieleip – knodebôʒe
knödel – knubelen
knugelîn – kobel
kobel – kochman
kochsudel – kôle
kôlegruobe – kolner
kölnisch – komelinc
komen – condewier
condewierde – konkavelite, konkavelit
conplêt – convëntkopf
convëntswester – koraze (?)
körbelîn, körbel, körblî – körnære
kornban – kornmesse
kornmetze – corporâl
corporâlgewæte – kostebæric
kostebærlich – kötze
kotzeht – koufgenôʒ
koufgiric – koufschalc
koufschanze – krachen
kradem – krâme
kræmel – kranc-
krancmüetic – 1krapfe
2krapfe – krëb(e)ʒ
krëbeʒen – krefticheit
krefticlich – kreiʒgengel
kreiʒlingen – kreter
kretscheme – kriechelîn
kriechen – krîgen
krîieren – krippen-
krîsch – kristâbent
kristalle – kristenin
kristenisch – kristiâne
kristier – kriutener
kriuzaltære – kriuzloht
kriuzphenninc – 1krœnen
2krœnen – krotenstein
krotenstutz – krülle
krüllel – krupfei
krüpfen – krûtmezzer
Krûtnowe? – kûchen
kuchenære – küechelmël
küefelære – kugelhuot
kügellîn – kumberlich
kumberlîn – kûmen
kumer – kunde
künde – künftigære
kunftlich – künigeslêhen
künigessilber – künstelîn
künstelôs – kuntmeister
kuntsame – kuosërtærinnesun
kuo|smër – kuppe
1kuppel – kurdewân
kurdewænære – kurpen
kürre – kurtois
kurtoisîe – kurzwîle
kurzwîlen – kuster
kusterîe – kutzelvleisch
kützen – kûze

   kerzlach - ketenwambîs    


kerzlach stN. ‘(kleine) Kerzen’ (Koll./Dimin. zu kerze , vgl. Mhd. Gr. Wortb. § S 53 mit Lit.): got danck dir deiner beutel und kerzlach und diner letzelten [Lebkuchen] ; du solt mir aber kainen so groszen mer senden, es ist ze fer HvNördlBrf 33,107

MWB 3,1 225,47; Bearbeiter: Hansen

kës stN. Bed. unklar, ein Untergrund (vgl. ahd. kes ‘Eis’ AWB 5,141, nhd. Kees ‘Gletscher’, s. Kluge, S. 481 mit Lit.; vgl. aber auch kis ): daz [Pferd] hete sölhen ganc, / daz er daz tou niht erswanc, / swenn ez der wilde Dodines / stolzlîche ûf daz kes / und über daz mos rande [trieb] UvZLanz 7108

MWB 3,1 225,53; Bearbeiter: Hansen

kesser stM. ‘Fangnetz, Kescher’ (vgl. mnd. kesser Schiller/  Lübben 2,458): uf der insiln voet man di rotin perlin mit eyme kessir MarcoPolo 50,17

MWB 3,1 225,60; Bearbeiter: Hansen

keste stF. kestene

MWB 3,1 225,63;

kesten swV. kestenen

MWB 3,1 226,1;

kestenboum, kastânienboum stM. auch questen-. ‘Kastanienbaum’ der kestenpaum hât sein fruht in ainer rauhen spitzigen schaln BdN 317,11 u.ö.; castanea: kesteneboum Gl 3:386,37 (BStK726). 2:698,39 (BStK752). 3:468,52 (BStK827). 3:352,66 (BStK927); VocOpt 48.087; kastânjen boume ein schache [Waldstück] / dâ stuont mit wînreben hôch: / in der dicke er in enpflôch Wh 88,26. – hier wohl Baum mit Maronen, Esskastanien (sonst meist nicht entscheidbar): margrat [Granatapfel] und vîgenboum dâ bî ir manigen saehet, / dar umb von questenboum ein hac [ dar umbe ein questenboumîn hac Rückert, Loheng.] Loheng 6138

MWB 3,1 226,2; Bearbeiterin: Baumgarte

kestenboumîn Adj. kestenboum stM.

MWB 3,1 226,15;

kestene, kastânie stF. überw. in der Pl.-Form kesten, Sg. keste ( SalArz ); zu castinea, einer Nebenform von mlat. castanea (vgl. Pfeifer, EtymWB, S. 632); kastânie spätere Neuentlehnung aus castanea (Pl.: castâne Parz 378,17; castanien BdN 93,6; castanein; castanean; castaneen Pelzb 118,10. 128,3.7 ), Sg. castanee Pelzb 128,16. 1 die Frucht des Kastanienbaums, ‘Kastanie’ (ob Ess- oder Rosskastanie ist nicht immer zu entscheiden)
2 ‘Kastanienbaum’
   1 die Frucht des Kastanienbaums, ‘Kastanie’ (ob Ess- oder Rosskastanie ist nicht immer zu entscheiden): von den chesten SalArz 8,6; der ercenie saltu geben als groz als ein keste ebd. 93,50 u.ö.; da erhal manc rîchiu tjoste guot, / als der würfe in grôze gluot / ganze castâne Parz 378,17. – Esskastanie, Marone: ein irdisch paradîs, / dar inne bluote manic rîs, / daz kesten unde vîgen truoc KvWTroj 9603; KvWPart 2322; KvWEngelh 5238; StRMeran 413    2 ‘Kastanienbaum’ wis gegrüezet [Maria] , walt der kesten! MarGr 18 229. – auch in der lat. Form: castanea gepfropt dy gedigit seldin Pelzb 128,4; her [der Baum] ist ouch genust und ru sam eyn castanea MarcoPolo 10,11. – (neben anderen essbare Früchte hervorbringenden Bäumen) Maronenbaum: umb und umb zuo tal / stuonden vruhtbær boum ân zal: / nuz, epfel, biren, küten und ouch kesten Wigam (B) 1166; ein irdisch paradîs: / kesten, vîgen, mandelrîs [...] dar inne wuohsen KvWPart 11090

MWB 3,1 226,16; Bearbeiterin: Baumgarte

kestenen, kesten swV. auch kasten; zu lat. castigare; vgl. kestigen . 1 ‘jmdn. bestrafen, quälen’
2 ‘sich kasteien, büßen, sich Entbehrungen und Härten aussetzen’ , hier subst.
   1 ‘jmdn. bestrafen, quälen’ sô die liut [Akk.] die vîent chestent Priesterl 56; chestenet bin ih unde gediemuͦtet bin ih harte [interl. zu afflictus sum et humiliatus sum ] PsM 37,9; chestente chestenot mich got [interl. zu castigans castigavit me dominus ] ebd. 117,18    2 ‘sich kasteien, büßen, sich Entbehrungen und Härten aussetzen’, hier subst.: wer im [Gott] offenlichen adir tougen / dinet mit almosen und mit vasten / mit beten mit weinen und mit kasten Brun 11858

MWB 3,1 226,43; Bearbeiterin: Baumgarte

kestennuʒ stF. Frucht (Nuss) des Kastanienbaums, ‘Kastanie’ wer die kestennüz zestœzt mit salz und dar nâch mit honig mischet, daz ist guot wider die slangen pizz BdN 317,18

MWB 3,1 226,54; Bearbeiterin: Baumgarte

kestenunge stF. vgl. kestigunge . ‘Strafe, Züchtigung’ mîne chestenunge / möcht nimmer dehäin zunge / ze rechte fur bringen Erinn 803; chestenunge miniv [interl. zu castigatio mea ] PsM 72,14

MWB 3,1 226,58; Bearbeiterin: Baumgarte

kestenwalt stM. ‘Kastanienwald’ [in dem Land] ist grôß ein kestenwalt Mai 51,40

MWB 3,1 226,62; Bearbeiterin: Baumgarte

kestigâte stF. vgl. kestigunge . ‘Strafe, Züchtigung’ die ungehorsam die betingwe er an deme selben anegenge der sundin mit slegin vnde mit der kestigate dez lichamen [ corporis castigatio ] BrHoh 2

MWB 3,1 227,1; Bearbeiterin: Baumgarte

kestige stF. vgl. kestigunge . ‘Strafe, Züchtigung’ durch des vberhuores sunte vile manige chestige er in ane sante Gen 809

MWB 3,1 227,6; Bearbeiterin: Baumgarte

kestigen swV. auch kastigen ( Elis 1673; NvJer 27573 ); zu lat. castigare. ‘jmdm./ dem eigenen Körper (zum Zwecke der Disziplinierung) Gewalt antun’ 1 ‘sich, den eigenen Körper (aus religiösen Gründen) harten Übungen, Entbehrungen und Verstümmelungen unterziehen’
2 ‘jmdn. (meist körperlich) bestrafen, züchtigen’
3 ‘jmdn. quälen, peinigen, jmdm. Gewalt antun’
   1 ‘sich, den eigenen Körper (aus religiösen Gründen) harten Übungen, Entbehrungen und Verstümmelungen unterziehen’ daz oͮch der brode lîp, der die sunti da tuͦt, mit vâsten gechestigit werde Spec 44,22; er [ der gaischliche mentsche ] sol och sinen lip mit discipline, mit vastenn, mit wachenne, mit venienn [kniefälligen Gebeten] , mit bettenne und mit andren guͦten dingen kestigen und nit ze zart haben, daz er nit werde ze gaile [ausschweifend] PrGeorg 333,25 u.ö.; hie bi kastiget sie iren lip, / [...] / mit strichen unde mit slegen vil Elis 1673; EvAug 45,7; Serv 2212; Albert 400; [es sind] etlîche kûsch [ eunuchi ] di sich selbir habin castiget [ qui se ipsos castraverunt ] durch daz rîche der himele EvBeh Mt 19,12. – auch ‘sich mühen, plagen, quälen’ so der man und daz wip die wochen chestiget sinen lip / so schulen si an dem suntage genade unde reste haben GenM 8,29; ohne Akk.: wande die [ausgehungerten Belagerten] man dâ sach ligen, / die begunden kestigen / mit maniger hande kummer Ottok 74286    2 ‘jmdn. (meist körperlich) bestrafen, züchtigen’ want gewalt der vatir hât / zu kastîgen den son vil wol NvJer 27573; diu goͤteliche straphe mit der got die suͥnder hie straphet unde kestigot PrSchw 1,17; HvBurg 693. – in Rechtstexten: wa ers nüt mit dem guote ab gelegen mag, das man in an dem libe darumb kestigen sol DRW 7,510 (LuzernRatsbüchlein; a. 1332); [der im Turm einsitzende gotshus dienstman ] sol da liegen, unz er gnade vindet, unde so er genuog gekestiget wirt, so sol ouch der herre gnade han RbBasel 12,9; StRBern 3:72,48. – auch ‘im Zaum halten, bändigen, zur Vernunft bringen’ der nante yne [...] ‘eya, herze one zaum’, wann yn nyman gekestigen kunde an demselben tag da yn der konig macht zu ritter Lanc 53,4; er qwam wiedder zur kónigin und saget ir das er sinen sun nicht gekestigen kunde, er wolt úmmer vehten wiedder den ritter ebd. 632,18. – abgeschwächt ‘tadeln, Vorwürfe machen’ ein priester was under yn, der myn herren Gawan sere kestiget [...] er sprach das im zu recht kein ere da von komen solt das er wapen trüg des samßtages als man none geludet hett Lanc 593,17    3 ‘jmdn. quälen, peinigen, jmdm. Gewalt antun’ der kúng an sinnen tumm / das edel volk von Israhel / kestigot an lib und an sel / und dett inn an vil maͤnig pin KvHelmsd 2518. 2712. gott der hat mengerley crúzze, mit den er sin frúnd kestget Seuse 108,22; Eckh 5: 48,3; HeslApk 7193. an etw. ‘hinsichtlich einer Sache Leid zufügen’ swer hat ein vbel wip, / dem ist gecchestiget der lip / an frivde ze allen ceiten; / der muz mit læide streiten Warnung 1154. – subst.: buze dine schult! / halt sin kestigen, syne zucht Hiob 9109. – ‘foltern’ geschee, das man einen kestigete und verjehe [gestehe] der ettliche dinge, darumb man sin libe und sin gut solte angriffen, das gut sol angriffen ein meister und ein rat und nit ein schultheiss noch ein vogt UrkStraßb 4,2:106,19. 14 (a. 1322). – wohl abgeschwächt ‘auf die Nerven gehen’ ‘waz wirret dir, thohter mîn?’ / ‘mich kestigt der sun dîn’ Mai 221,28

MWB 3,1 227,9; Bearbeiterin: Baumgarte

kestigunge stF. auch kastigunge ( Eckh (S) 22,25; NvJer 13187 ). ‘Zufügung von körperlichem Leiden (Schmerzen, Entbehrungen)’, meist zur Disziplinierung 1 sich selbst/  dem eigenen Körper (meist aus religiösen Gründen), ‘Kasteiung’
2 einem anderen (zur Strafe oder Folter), ‘Züchtigung’
   1 sich selbst/  dem eigenen Körper (meist aus religiösen Gründen), ‘Kasteiung’ der dritte ast ist dez libes kestegunge. der sælige mensche sol sinen lip kestigon mit allen dien arbaiten, so ime sin orden vnde sin regile gebivtet vnde setzit, vnde sol doch ime selbin die notdurfte gebin PrGeorg (Sch) 25,141; der kunde selten rasten / mit gebete und ouch mit vasten, / unz in sîn kestegunge twanc, / daz er vil wênic den gedanc / zuo dirre welte kêrte RvEBarl 12311; der biderb und der guote / mit grôzer kestigunge twanc / den lîp, wan er az unde tranc / vil wênic und vil kleine. / niht anders wan gebeine / was an im und diu hût dar obe KvWAlex 667; NvJer 13187; HvFritzlHl 235,29; Eckh (S) 22,25; wir [...] machen sew auch tailhafft vnd hailsam aller der guetat die do volfuert werden in vnserm chloster [...] ez sey mit singen, mit lesen, mit messprechen, mit vasten, mit wachten, mit gastung, mit almuesen geben vnd mit aller geistleicher chestigung vnd vͤbung StiftZwettl 701    2 einem anderen (zur Strafe oder Folter), ‘Züchtigung’ [der Kaiser ordnete an] swer im [Christus] durch dekeinen zorn / iht übels sprechen wolte, / daz er dar umbe solte / mit kestigunge werden / gepînet ûf der erden KvWSilv 1889; nâch dirre kestigunge alsus / wart gefüeret Jêsus / mit der waete pfellôlîn / und mit der krône dürnîn, / und als daz ûzerwelte vaz / bespûwen und geslagen was, / wider für Pylatum WvRh 9448; mit zorne ich hân gerochen / den haz an iuwerm lebene, / den im sô gar vergebene / mit willen iuwer herze truoc. / ir hânt von mir geliten gnuoc / red unde kestegunge sît KvWPart 14891. – auch die Bestrafung oder Reinigung im Fegefeuer: [zum Fegefeuer des hl. Patricius, einer Höhle in Irland] quam zur bezzerunge vil, / die sich mit willen huben / in die selben gruben, / ir kestegunge namen; / sumeliche wider quamen, / sumelicher da sin ende nam Pass III 235,39. – übergehend zu ‘Leiden, Qual’ hilf uns durch die kestigunge [um der erlittenen Qual willen] / die er [Christus] leit von judenzunge, / durch die villât an der siule, / vor des leiden tiuvels griule MarGr 18 723

MWB 3,1 228,11; Bearbeiterin: Baumgarte

kestunge stF. vgl. kestigunge . ‘Zufügung von körperlichem Leiden (Schmerzen, Entbehrungen)’, meist zur Disziplinierung 1 sich selbst/  dem eigenen Körper (meist aus religiösen Gründen), ‘Kasteiung’
2 einem anderen (hier zur Strafe), ‘Züchtigung’
   1 sich selbst/  dem eigenen Körper (meist aus religiösen Gründen), ‘Kasteiung’ kestung und herzenandaht und von den lúten fliehen gebirt kúnschkeit Seuse 105,1; es wellent vil luͤte dêmuͤtic sîn unde doch âne versmêhede; es wellent vil luͤte arm sîn unde doch daz in nút gebreste; es wellent vil luͤte kuͤsche sîn unde doch ône kestunge des lîbes SprMyst (B) 199,24    2 einem anderen (hier zur Strafe), ‘Züchtigung’ von kestung der vrouwen Boner 96,Überschrift

MWB 3,1 228,58; Bearbeiterin: Baumgarte

ketene stswF. ‘Kette’ 1 zum Befestigen (Anbinden, Aufhängen, bei Tieren auch Anschirren)
1.1 von Gegenständen
1.2 von Lebewesen
1.2.1 von Tieren
1.2.2 von Menschen (im Rahmen von rechtlich geregelten Strafen oder von unrechtmäßiger Gewalt)
2 als Absperrung
3 als Teil von mechanischen Konstruktionen
4 als Schmuckelement
5 als Bestandteil von Waffen und Rüstungen
6 als Bestandteil von Gauklertricks
   1 zum Befestigen (Anbinden, Aufhängen, bei Tieren auch Anschirren)    1.1 von Gegenständen: die selben [Bücher] sol ein lupriester da selbentz an kettenen machen in einer librari StRBern 6:13,29; ein wîzer swan / flouc ûf dem wazzer dort herdan / und nâch im zôch ein schiffelîn / an einer keten silberîn KvWSchwanr 250; diu ketene was von golde, / dâ diu lampade bî hienk En 9596; HvNstAp 18735; Iw 300. 590; Lanc 144,26    1.2 von Lebewesen    1.2.1 von Tieren: ir ietwieder leyt eynen wint [Windhund] an einer silberen ketten Lanc 50,31; Tr 15846; ain bere vor ime lage / mit zwain cheten gebunden Rol 3070; Lanc 569,25. 629,23    1.2.2 von Menschen (im Rahmen von rechtlich geregelten Strafen oder von unrechtmäßiger Gewalt): in disin ketinin wart Athis / gespannin durch gerichte Athis A 158; TürlArabel *A 61,8; Rol 6116; sant Peter erlediget were von dem heiligen engle, der die chettene da zebrach vnd den charchere vͦf tet Konr 15,29; Pass I/II (HSW) 19227; mit chetenen unde mit seilen, er [der Teufel] bintet si algemeine AvaJG 27,3. – übertr.: daz aller lastere ketenen vnde boien [eiserne Fesseln] / werde irledigit von ir sele Litan 973    2 als Absperrung: die keten durch die ringe [der Türen] tuo KvWSilv 804; KvHeimUrst 884; es sullen auch die purger für bas nimer mer ketten vnd noch keinen rigel in der stat ze Babenberch aufrichten RbHohenlohe 25; UrkLudw 169 (a. 1333); UrkCorp (WMU) 33A,46; dô si [die feindlichen Schiffe auf dem Fluß] gar kômen ze hûf, / dô zugen si die keten ûf / mit starken werken ungeswacht, / [...] daz der sibenzehen hundert / scheffe dheinez nie entran Ottok 97031    3 als Teil von mechanischen Konstruktionen: beide die ketenen viengen, / und zucten sie so vaste / daz diu brugge nider blaste Rennew 30612; ouch was im [dem goldenen Adler] der munt sîn / gemaht daz er ginte hô [den Schnabel aufsperrte und einen hohen Ton von sich gab] , / sô man eine keten zô UvZLanz 4794    4 als Schmuckelement: zehen ketenen von golde / wâren dar ane gehangen. / dâ mite was bevangen / di crône hêrlîche SAlex 5574; an dirre chrône diu hie schein, / dâne was golt noch edel gestein / noch [...] chetene noch strangen KvHeimHinv 675    5 als Bestandteil von Waffen und Rüstungen: des volk alle kolben trvͦgen, / keten in bli gegozzen TürlArabel *A 37,27; an der keten er den helm fuorte Ottok 72692    6 als Bestandteil von Gauklertricks: die mit den ketenen liegent / und stumpfe sinne triegent, / die golt von swachen sachen / den kinden kunnen machen Tr 4667

MWB 3,1 229,6; Bearbeiterin: Baumgarte

ketenen swV. ‘in Ketten legen, mit Ketten fesseln’ hier Part.-Adj.: mit der rede wart sant Silvester gechetenot in den charchere gefvͤret Konr 5,19

MWB 3,1 229,59; Bearbeiterin: Baumgarte

ketenhantschuoch stM. ‘Kettenhandschuh’ an sînen handen nam ich war / zweier ketenhantschuoch guot Helbl 1,323; der ketenhantschuoch an hât, / [...], / er væht mit eim umb ein wart ebd. 8,445. 2,1264

MWB 3,1 229,62; Bearbeiterin: Baumgarte

ketenîn Adj. ‘aus Ketten bestehend oder mit Metallringen versehen’ ir troien [Wams, vgl. ketenwambîs ] [...] / dicker denne ein hant und beidenthalben ketenîn Neidh WL 14:2a,10

MWB 3,1 230,3; Bearbeiterin: Baumgarte

ketenlîn stN. auch ketenli. Dimin. zu ketene ‘kleine Kette’ sî sach obe in schînen / einen himel mit ketenen guldînen: / an iegelîchem ketenlîn / ein zimbel oder ein glöckelîn Tund 1899; catella: kettenlin, kettenli VocOpt 18.023

MWB 3,1 230,7; Bearbeiterin: Baumgarte

ketenlœse stF. ‘Erlösung aus den Ketten’, als Bestandteil einer Datierung nach dem Fest ‘Petri Kettenfeier’ (vgl. ketenvîre ): do von Christes gebvrte vergangen waren drevzehen hvndert jar in dem sibenden jar. an dem nehesten tage nach sande Peters tage ketenlose UrkHohenz 2,295 (a. 1307)

MWB 3,1 230,12; Bearbeiterin: Baumgarte

ketenvîre stF. ‘Petri Kettenfeier’, 1. August, der Tag, an dem Petrus aus dem Kerker in Jerusalem befreit wurde (Act 12,5 -10): diz ist gescheen nach Christes gebvrte tavsent jâr zweihunder jâr in dem nivn vnd nivnzegestem jâre an sand Peters tage kethenveire UrkCorp (WMU) 3436,9; den altenn sit danne / verdringt der newe sit, / das die welt nach ïr czeit / die chetten veyr [Petri] begent / und von des chaisers veyr stent [fern bleibt] Märt 14740

MWB 3,1 230,18; Bearbeiterin: Baumgarte

ketenwambîs stN. ‘Wams, das aus Ketten besteht oder mit Metallringen gepanzert ist’ ich sach [...] / einen knappen, der het an / ob einem ketenwambîs guot / einen roc nâch sînem muot Helbl 1,311; dar nâch gap daz getriuwe wîp / ir lieben sune an sînen lîp / ketenwambîs unde swert: / des was der jungelinc wol wert Helmbr 149

MWB 3,1 230,28; Bearbeiterin: Baumgarte