k – cadmia kaf – kalc calcaire – 2kalle 3kalle – kaltlîchen kaltnisse – kamerærse kamerbëlle – kamerselde kamersidel – kampfer kampfgenôʒ – kampfwât kampfwërc – kanonîen kanonike – kanzelschrîbære kanzwagen – Cappadociære kappân – kappûnen capût (?) – kardenâldiaconus karele – karra(t)sche karre – karthiusære kartur – kæselîn kæse|lüppe – kasten kastenære – kathecuminus kathezizieren – kauerære (?) kauergerihte – kefse 1kegel – keisertuom keitivic (?) – kelken këllære – këlre këlstëchære – 2kemelîn kemelînvleisch – kendelîn kenecte – keppechîn keppeler – kerkerhaft kerl – kerrîne kerschlich – kerzîn kerzlach – ketenwambîs kettelinc – keʒʒelære keʒʒelærinne – kîche kîchen – kiesærinne kiesen – kindebet kindechîn – kindestac kindestohter – kintbettegemach kintbetten – Kiperære Kiper(e) – kirchenbrëchære kirchenerbe – kirchhërre kirchhof – kirchtac kirchtor – kirnen kirnîn – kitzelen kitzelîn – kiuwe kiuwen – klâfterlanc klâftermâʒe – klagenôt klagerede – klamben klamen – klæret klârheit – klëber klëbereht – klegerse klêgrüene – kleinlîche kleinlîcheit – kleinvüegunge kleinzëhende – klepfze kleppisch – klinge klingelære – klobeholz klingelære stM. klingelen swV. klingen stV. (IIIa) klingenbächelîn stN. klingenphat stM. klingensmit stM. klingesære (?) stM. klingspan (?) stM. klinke swF. klinken V. klipfel stM. klister stN. klîster stM. klistieren swV. kliusel stN. kliuselen swV. kliusterlîn stN. kliuter (?) stSubst. kliuwe stN. kliuwelîn stN. kliuwel|tuoch stN. klô F. 1klobe swM. 2klobe swM. klobeholz stN. klobelouch – klôsterknëht klôsterlëben – klôsterweide klôsterwërre – klûde klüege – klupfen kluppe – klutterât klûwen – knëhtelîn knëhten – kniel (?) knieleip – knodebôʒe knödel – knubelen knugelîn – kobel kobel – kochman kochsudel – kôle kôlegruobe – kolner kölnisch – komelinc komen – condewier condewierde – konkavelite, konkavelit conplêt – convëntkopf convëntswester – koraze (?) körbelîn, körbel, körblî – körnære kornban – kornmesse kornmetze – corporâl corporâlgewæte – kostebæric kostebærlich – kötze kotzeht – koufgenôʒ koufgiric – koufschalc koufschanze – krachen kradem – krâme kræmel – kranc- krancmüetic – 1krapfe 2krapfe – krëb(e)ʒ krëbeʒen – krefticheit krefticlich – kreiʒgengel kreiʒlingen – kreter kretscheme – kriechelîn kriechen – krîgen krîieren – krippen- krîsch – kristâbent kristalle – kristenin kristenisch – kristiâne kristier – kriutener kriuzaltære – kriuzloht kriuzphenninc – 1krœnen 2krœnen – krotenstein krotenstutz – krülle krüllel – krupfei krüpfen – krûtmezzer Krûtnowe? – kûchen kuchenære – küechelmël küefelære – kugelhuot kügellîn – kumberlich kumberlîn – kûmen kumer – kunde künde – künftigære kunftlich – künigeslêhen künigessilber – künstelîn künstelôs – kuntmeister kuntsame – kuosërtærinnesun kuo|smër – kuppe 1kuppel – kurdewân kurdewænære – kurpen kürre – kurtois kurtoisîe – kurzwîle kurzwîlen – kuster kusterîe – kutzelvleisch kützen – kûze
|
klingelære
stM.
als Bestandteil eines Personennamens, genaue Bed. unklar (Nölle-Hornkamp,
Handwerkerbez., S. 253 erwägt ‘Hersteller von Klingen, Schneiden’, WMU 2,1013
dagegen ‘Ausrufer’):
Wałt. der clingeler UrkCorp (WMU)
1824,30
MWB 3,1 355,16; Bearbeiter: Hansen
klingelen, klingeln
swV.
‘einen Klang von sich geben’
1
‘klingen, ertönen’
2
‘(mit etw.) einen Klang erzeugen’
3 von (fließendem) Wasser ‘rauschen, plätschern’
1
‘klingen, ertönen’
der stain klingelt schôn reht sam diu glokspeis, wenn man
mit ainem eisen dar auf slecht oder mit ainem andern gesmeid BdN
440,32;
ez klingelt daz kupfer lauter dann ander gesmeid ebd.
478,30;
so der wind wati, daz denn die oͤpphel [die goldenen Granatäpfel
am Tempel] schone klingletint PrGeorg
34,11.
34,23;
verbildet [dargestellte] trachen /
mit perlin, uz der rachen / clingelt [klimpert] manig
vingerlin Minneb
2461
2
‘(mit etw.) einen Klang erzeugen’
die peinen fräwent sich, wenn man die hend ze samen klopfet,
und wenn man klingelt mit gesmeid, sô samnent si sich BdN
292,21
3
von (fließendem) Wasser ‘rauschen, plätschern’
der bach dâ clingelt unde flôz / durch die bluomen und den
clê KvWTroj
10010.
16518;
etwen gie er úber den brunnen in dem grossen turste, und sah
daz klinglent wasser an in dem úberzineten kesselin Seuse
48,4
MWB 3,1 355,22; Bearbeiter: Hansen
klingen
stV. (IIIa)
auch klinken (vgl. auch
klengen
swV.).
1 intr. ‘einen Klang von sich geben, klingen, (er)tönen, (er)schallen’
1.1 allg. 1.2 von fließenden Flüssigkeiten, ‘rauschen, plätschern’
1.3 von Menschen, ‘sich laut äußern, singen, sich hören lassen’
1.4 von Ohren, ‘klingen, sausen’
1.5 von Schwertern u.ä. spez. durch/ûf etw.
~
‘durch/ auf etw. geräuschvoll schlagen’
2 tr. ‘etw. zum Klingen bringen, erklingen lassen’ (vgl.
klengen
swV.)
1
intr. ‘einen Klang von sich geben, klingen, (er)tönen, (er)schallen’
1.1
allg.:
daz gevilde nâch dem helde klanc: / sîne schellen gâbn
gedœne Parz
39,20.
381,20;
do diu siben horn chlungen, / da mit wart Jericho gewunnen
SiebenZ
37;
da stuben schefe vnde klungen swert Herb
13161
(vgl. 1.5);
wen er si [
wurfel
] let klingen Jüngl
383;
[das Harfenspiel] lûte [...]
/ hin nider in diu herzen clanc Tr
8121;
durch den iemerlichen sanc, / der in vz dem mvnde clanc
Herb
10692;
Rol
5856
u.ö.;
dîn gruoz [...], / der von des
engels munde clanc KvWLd
1,38;
der kleinen hunde bellen [
hôrte man
] / [...] vaste klingen
Wig
240;
wan hœrt aber klingen / [...] /
süezzez vogelsingen SM:Ro
4: 1,1;
KvWTroj
10029;
SM:Had
20: 4,5.
36: 1,6;
BdN
476,9;
JvFrst
5802;
subst.:
JvFrst
8929.
– im verstärkten Imp. klingâ klinc (vgl. -â
Suffix), subst. lautmalend ein klirrendes Geräusch beschreibend:
ieslîcher von dem anderen sluoc / dâ mangen stêlînen
rinc. / nu slahâ slach! nu clingâ clinc! HvFreibTr
1806;
dâr wart mit swerden klengâ klenc [Hs. clenck o
klenck
]
Crane
3387;
daz her man gar sich regen sach: / si wolden an den
zîten / gein Jôflanze rîten. / von frouwen
zoumen [Zaumzeug] klingâ klinc
Parz
681,29.
69,14;
Frauenturnier
259;
vgl.:
dô wart alrêrst klingâ kling [Hss. cling cling
(AB), cling alling (M); clinge vnd cling
(Cf)] / von den swerten und zertrennet manic ring
Loheng
5144
1.2
von fließenden Flüssigkeiten, ‘rauschen, plätschern’
ein brunne da mitten enspranc, / beide clar vnd kalt. /
vber allen den walt / sine adern klungen Herb
2189;
ein wazzer over die steine clanc Crane
3756;
ein lûter brunne kalt, / der schône ûz eime velse klanc
[hervorplätscherte]
KvWTroj
18841;
KvWLd
7,22;
Tr
17158;
swenne er [der Wein] mir
chlinget durch die cheln / so minnechlichen in den lip StrKD
60,110;
Wh
326,23.
176,14;
vgl. bildl.:
alsô wirt betoubt / des trinkers houbt, swenne im das trinken / in dem
hirne beginnet klinken Renner
10126.
– subst.:
voir mer sach ich sitczen dort / an eines flosses
clingen / ein wip MinneR 481
7
1.3
von Menschen, ‘sich laut äußern, singen, sich hören lassen’
hie stet bisscof Adelber / [...]
vnd ist sin ger / daz ich ime helfe messe singen / bereit ist er ze chlingen
Albert
521;
mit gebede die luͦte chlungen / hin ze gote ebd.
956
1.4
von Ohren, ‘klingen, sausen’
oren clingen etwenne uon eime grozen blademe
SalArz
39,41;
div oren klungen TürlArabel
*R 200,28
1.5
von Schwertern u.ä. spez. durch/ûf etw.
~
‘durch/ auf etw. geräuschvoll schlagen’
man horte Jojosen [Karls Schwert] chlingen /
unt den guͦten Durndarten [Rolands Schwert] / durch
die helm unt durch di swarten / vil vaste zallen stunden StrKarl
(S)
9852;
mîn swert lieze ich klingen / beidiu durch îser unt
durch vel Parz
747,10.
814,30;
vil schilde der ganzen / wurden dâ zervüeret, / manec
helm alsô gerüeret / daz diu swert derdurh klungen Wh
383,9;
sîner stangen swanc, / der ûf helme und ûf schilde klanc
ebd.
416,30;
subst.:
dâ [...] swert ûf helme klingens phlegen
KgTirol
30,6
2
tr. ‘etw. zum Klingen bringen, erklingen lassen’ (vgl.
klengen
swV.):
harfin unde sêtin klingen / lêrte Kurnevâl daz kint Eilh (L)
132;
wie klenke [Hs. B chlinge
] ich nu die dœne, sît ich verlorn hân die hant? NibB
1964,4.
– syntakt. unklar; subst. hierher? (vgl. Anm.z.St. und Lexer 1,1626):
tûsent harphen klingen [l. klingens
(?)] klanc / wêren nicht so sûze, / sô des vogelînes grûze
Felix
238
MWB 3,1 355,42; Bearbeiter: Hansen
klingenbächelîn
stN.
‘(rauschend) fließendes Gewässer, (Gebirgs-)Bach’ oder ‘Bach, der durch
eine Talschlucht, ein Kerbtal fließt’ (Syntagma? vgl.
klinge
stswMF.):
ein lûter klingen bechelîn / vliuzet, dâ die bluomen kriegent umb ir schîn
Loheng
6134
MWB 3,1 356,50; Bearbeiter: Hansen
klingenphat
stM.
Pfad durch eine Talschlucht, ein Kerbtal (Syntagma? vgl.
klinge
stswMF.):
si furen manig leitten / und manig tieffen klingen pfat, / pis si die strassen
funden VirgW
485,7
MWB 3,1 356,56; Bearbeiter: Hansen
klingensmit
stM.
‘Hersteller von Klingen, Schneiden’ (als Bestandteil von
Personennamen):
der Schiͤrblinch der chlingsmit UrkRegensb
740.
757
(beide ca. 1325-1350)
MWB 3,1 356,60; Bearbeiter: Hansen
klingesære (?)
stM.
Ansatz und Bed. unklar, ‘Glöckner’ oder allgemeiner ‘Musiker,
Angehöriger der Spielleute’? (vgl.
meisterklingesære
):
hoert wie ez umb die glocken stât: Artûses klingesaere [Hss.
klenysere, clenisere
] / die muosten lân ir künste schal Loheng
257
MWB 3,1 357,1; Bearbeiter: Hansen
klingspan (?)
stM.
Bed. unklar, ein Teil vom Schwert (Griff?):
dy schaidt, und do das swert in laidt, / die ist von Karallander. / es ist das
pest in dyser zait / gesendt von Allexsander. / sein clingspan ist einß greyffen
horn EckenlE7
82,11
MWB 3,1 357,7; Bearbeiter: Hansen
klinke
swF.
md.
‘Türriegel, Fallriegel’ (vgl. mnd. klinke, klenke Schiller/
Lübben 2,482f.):
dô dî schar / was kumin an daz burgetor, / der pfortin rime
hînc hin vor; / [...]. / jâ wêr dî burc gewesin gar / in
geoffint und vorlorn, / hettin sî dî snûr irkorn, / dî an dî clinke was gehaft
NvJer
12031;
de reparacione domus follonum in universo scilicet lignis ad lenen, vectura,
tectura, gehenge, klincken, dele et schalen 9 m StRechAachen
188,8.
– im Bild der Himmelspforte:
der kracter [das heilige Zeichen des Kreuzes] hat so
starc gevider, / gein siner vetchen winken / varn uf des himels klinken
Frl
2:16,16
MWB 3,1 357,12; Bearbeiter: Hansen
klinken
V.
→
klengen
swV.,
→
klingen
stV.
MWB 3,1 357,25;
klipfel
stM.
→
klüpfel
MWB 3,1 357,26;
klister
stN. , klistere
swF.
auch kliestier, glistier; zu mlat. clyster, clystere (vgl.
MlatWB 2,734f.).
1
‘Einlauf, (Darm-)Spülung, Klistier’
2 zum Verabreichen eines Einlaufs verwendetes medizinisches Instrument
1
‘Einlauf, (Darm-)Spülung, Klistier’
ez [Wald-Bingelkraut] ist ouch gut
wen man ein klister machet vor daz getwanch. man sudet ez. vnde nimt daz wazzer da
ez inne gesoten ist. [...] vnde machet ein klister
SalArz
84,56;
ist di vulle in den darmen. so mache ein clister ebd.
47,1;
gip im cassia fistulam. vnde mache im ein ringez clister
ebd.
49,17;
mache ein clister uon ole daz gemachit si uon camomille
ebd.
49,27
u.ö.;
ef her in deme lybe hart sy [...]
mach eme klister OvBaierl
83,7.
135,17.
– auch zur Spülung der Harnröhre:
mache im [dem unter Harnverhalt
Leidenden] ein clister uorne da zu der
roren [Harnröhre] uon wibes milch
SalArz
60,51.
60,38
2
zum Verabreichen eines Einlaufs verwendetes medizinisches Instrument:
clistere: kliestier, glistier [vgl. die Erläuterung (15. Jh.):
est instrumentum medicorum, mediante quo per anum medicina infunditur
ad stomachum expurgandum
]
VocOpt
31.033;
gut ez em [gieße dem Kranken die
Klistierflüssigkeit]
[...] myt eyner clistern vnden in den lyb
OvBaierl
83,11.
– hierher oder zu 1:
der wegebrete saf hindene in gelassen mit eime clistere,
verstophet di ruͦre, di lange hat gewert Macer
6,17.
8,8.
33,3.
– Lit.: LexMA 5,1216f.
MWB 3,1 357,27; Bearbeiter: Hansen
klîster
stM.
md. (vgl. mnd. klîster MNDWB 2,582; vgl. obd.
klënster
).
1
‘klebende Masse’ (hier als Wundpflaster) 2 wohl ‘jmd., der am Galgen hängt’ (vgl.
klëben
1.1 )
1
‘klebende Masse’ (hier als Wundpflaster):
zo mache eynen dunnen clyster von semelmel unde von eyis wys
unde lege daz doruf [auf die Wunde des Pferdes] : is heylt
dor under Albrant
3,18
2
wohl ‘jmd., der am Galgen hängt’ (vgl.
klëben
1.1):
so dructe in [Maximianus] vollen nider /
Constantinus, der in vienc / und uf einen galgen hienc. / alsus wart er ein klîster [
:prîster
]
Pass III
490,65
MWB 3,1 357,54; Bearbeiter: Hansen
klistieren
swV.
‘etw. mittels eines Einlaufs verabreichen’ (vgl.
klister
):
der mirr [Myrrhe] hât auch die
art, daz er die rôhen überflüzzikait auzzeuht [...]. wer in
clistiert mit rautenwazzer, sô pringt er den frawen ir gewonhait, diu menstruum
haizt BdN
370,35
MWB 3,1 358,1; Bearbeiter: Hansen
kliusel
stN.
Dimin. zu
klûse
.
‘kleine Behausung, Häuschen’
dô nam ouch sie daz hundelîn / und satzte ez in sîn hiusel, /
sie sperte zu daz cliusel / und saz wider in den clê HvFreibTr
4604
MWB 3,1 358,7; Bearbeiter: Hansen
kliuselen
swV.
‘jmdn. streicheln, liebkosen’
wâ er [das Insekt] ain slangen vint
ligen in aim schaten, dâ steigt er ir des êrsten auf den zagel und kläuselt si
sänfticleich [
per caudam eius ascendens quasi fricando demulcet
]
BdN
308,13
MWB 3,1 358,11; Bearbeiter: Hansen
kliusterlîn
stN.
Dimin., vgl.
klûster
.
‘kleiner Verschluss, Deckelchen’ (zu mlat. claustrum MlatWB
2,699f.):
brich oben ein loch dor in [in die
Pastete] vnd lege da fuͤr ein cluͤsterlin von teyge vnd laz ez
backen BvgSp
15
MWB 3,1 358,16; Bearbeiter: Hansen
kliuter (?)
stSubst.
Ansatz und Bed. unklar, hier sinngemäß wohl ‘Verlockungen’ (vgl. Anm.z.St.
und FrlWB S. 187 mit Lit.; vgl. auch
klûter
und
klûde
, klûder):
sich uf, du hohez adel und rechter eren kefs: / des wandels trefs / uz dinen
witzen liuter, / wenn der selden kliuter / sich widemen dir mit ritterschaft
Frl
5:25,4
MWB 3,1 358,21; Bearbeiter: Hansen
kliuwe, kliu
stN.
md. auch kluwen, kluen (vgl. mnd. kluwen Schiller/
Lübben 2,495f.).
‘Knäuel, Kugel, Klumpen’
maister Michel der Schott spricht, daz daz würmel
[die Seidenspinnerraupe] sich umb und umb vermacht in
ain cleu vädem, die ez gespunnen hât, dar umb, daz ez wider geporn werd in dem
selben cleu BdN
297,10;
des nahtes besamnent si [die paumwürm
] sich auf ain cleu oder zuo aim kügäll ebd.
299,33;
min garn ich vaste zwirne / und han iz uf ein kluen gewunden
Brun
2731;
die funfte gift ein kluwen was / vnde von beche einen kloz
Herb
1040.
1106;
Krone
15343.
15652
MWB 3,1 358,28; Bearbeiter: Hansen
kliuwelîn, kliuwel,
kniuwelîn, kniuwel
stN.
auch kluel, knuͦl, cluweli, clueli;
Dimin. zu
kliuwe
; vgl. auch
klungelîn
).
‘(kleines) Knäul, Kugel, Klumpen’
sô bistu niht unglîch dem igel, / der vor den liuten sich nider drücket / und
als ein kliuwel zesamen sich smücket Renner
3900;
globellum: clvwelin, kloͮvilin SummHeinr
1:327,182;
globulus: clueli, chluwelin ebd.
2:315,88;
hierher oder zu klungelîn (Nebenform
knugelîn):
da sÿ nun ir knúlin fand, / alle ir nachpuren sÿ besant
KvHelmsd
3157.
– bildl.:
wann wip die natur an in han / daz sie verhoͤrn gern die man,
/ die von in drucket der mynne knuͦl Minneb
577;
im Vergleich:
Agatha wart gemachet bloz / von allem irme gewete. / als ein kluel man si
drete / uf den koln her und dar Pass III
182,93.
– als Bestandteil von Personennamen:
Cuͦnrat Cluweli UrkCorp (WMU)
565,23.
N773,41
MWB 3,1 358,41; Bearbeiter: Hansen
kliuwel|tuoch
stN.
wohl ‘Tuch zum Herstellen von Knödeln, Knödeltuch’
vnd wint iz in ein chleultuoch Barth (H)
474
MWB 3,1 358,59; Bearbeiter: Hansen
klô
F.
→
klâ
MWB 3,1 358,62;
1klobe
swM.
auch klube (vgl. auch mnd. kluve Schiller/ Lübben
495); i.S.v. ‘Gespaltenes’ zu klieben stV. (vgl. EWA 5,613 s.v.
klobo).
etw. zum Ein- bzw. Festklemmen, ‘Klemme’
1 zur Fixierung von Menschen, ‘Klemme, Stock, (hölzerne) Fessel’ (vgl.
stoc
) 2 eine zum Vogelfang verwendete und mittels einer Zugschnur ausgelöste Klemmfalle,
‘Kloben’ (vgl. LexMA 5,1217 mit Lit. und Dalby, Mediaeval Hunt S. 119f.) 3
‘Klammer, Riegel’ (hier zur Versiegelung einer Tür; vgl.
spange
) 4 bei Balkenwaagen eine gegabelte Aufhängung, die den Waagbalken hält 5 eine (wohl gegabelte bzw. gespaltene) hölzerne Tragestange
1
zur Fixierung von Menschen, ‘Klemme, Stock, (hölzerne) Fessel’ (vgl.
stoc
):
man bevestente in [den besessenen
Ritter] in cloben, / dannoch man in kum behielt Pass I/II
(HSW)
19762.
13473;
da in gevancnisse er stat / oder in stocken oder in cloben
Vät
12987.
– bildl. i.S.v. ‘Fessel, Band’ (offen zu ‘Falle’, s.
2):
dez twanc si der minne klobe / mit dem si beclemmet was
Martina
221,90;
si was maneges herzen klobe, / daz von ir anblicke / in der minne stricke
/ mit gedanken sich verwar Mai
11,38;
sô brichet sîner schande clobe KvWLd
25,112;
daz er in von des tuvels cloben / mit gebet loste
Vät
6992
u.ö.;
in todes cloben VirgW
524,8;
Pass I/II (HSW)
18258
u.ö.;
der munches schin [der Mönchsstand] , der herte
klobe [die schwere Bürde (vgl. Glr.z.St.)]
Pass III
539,40;
swaz unden ist und ouch darobe / und mitten durch naturen cloben
[durch den Machtbereich der Natur (vgl. FrlWB S.
188)]
Frl
7:5,18;
vgl.:
zu dem von Tyrland er [
wurm
] sich schwangk / und nam in in den zagel langk. /
[...]. / der wurm pegunde vaste toben. / er lies in
auß deß zagels kloben HvNstAp
9468.
– phras. (?) jmdn. im ~ lâʒen
‘jmdn. zurücklassen, im Stich lassen’
do si vlon und Crist begobn / und én lizen in dem clobn, / der junger
algemeine / geloube was do cleine TvKulm
5484.
– wohl bildl. hierher (vgl. aber auch
2klobe
):
wer kan durch loben / ir wirden kloben [ [wohl
i.S.v. ‘Klammer’, vgl. Glr.z.St.]
Minneb
Prol. 3,18
2
eine zum Vogelfang verwendete und mittels einer Zugschnur ausgelöste Klemmfalle,
‘Kloben’ (vgl. LexMA 5,1217 mit Lit. und Dalby, Mediaeval Hunt S.
119f.):
vogele gevangen ûf dem klobn / si mit freuden âzen
Parz
273,26;
man in schimpfe in [Heinrich I.] nande den
vogelaere: / dô er ze künige wart genumen, / und der vürsten boten nâch im wâren
kumen, / mit einem kloben er vogelt, daz brâht daz maere Loheng
3170;
er sah [...] / einen riesen vngetane, / der was mit
ketten gebonden, / von sinen frischen wonden / dem gefùgel mit einem klobben wehren
Krone
14134.
1735.
– bildl. und im Vergleich:
jai sie hat mit der arme cloben / dir gevangen der sinne veder
MinneR 480
150;
diu valsche stimme verleit den vogel rehte unz uf den kloben, / so ziuhet
in der schanden strik den argen herren schalke losez loben TSchreiber
(H)
12:1,13;
nû begunde er an der bâre chleben / als ein vogel ûf dem
chloben KvHeimHinv
725;
reine uns, daz wir dich lobende loben, / und vâhe uns mit der minne kloben
LobGesMar
14,6;
ir minne reizel [Lockmittel]
und ir clobe / hât mînen muot gevangen; / des muoz ich an ir hangen / und an ir
genâde cleben KvWTroj
4426.
20328;
Renner
12117;
Parz
425,21;
KLD:BvH
1: 5,4
3
‘Klammer, Riegel’ (hier zur Versiegelung einer Tür; vgl.
spange
):
zuhant entsloz sich aller klobe [der versiegelten Kirchentür
(vgl. Vv. 128,70f.)] , / so daz die tur hin abe gienc Pass
III
129,20
4
bei Balkenwaagen eine gegabelte Aufhängung, die den Waagbalken hält:
sô sal daz wirdeclîche punt / die wâge rihten in den kloben, / daz iz sal von
rehte loben / allez himelischez her, / daz der mensche in gewer / stêder vrouden
blîbe Erlös
1011
5
eine (wohl gegabelte bzw. gespaltene) hölzerne Tragestange:
wol gelich dem truben / den da mit vorchen [aus Föhren- oder
Kiefernholz] kluben / hie vor uss dem gehaissen land / zwen
truͦgent, die da hett gesant / der milte Moÿses hin dar KvHelmsd
1838.
– wohl hierher, von Würsten (oder i.S.v. ‘Bündel’ zu
2klobe
? Vgl. auch
klobewurst
):
sin [des allegorischen Herbstes] waffenrok
derobe / was von würsten manig klobe, / hin unde har deruf gespreit
Herbst
96;
derzuo kripfet [ergriff, raubte] er vil schiere
/ der kloben mit den würsten viere ebd.
200
MWB 3,1 358,63; Bearbeiter: Hansen
2klobe
swM.
md. auch klove (vgl. mnd.
2klōve MNDWB 2,588f.); vgl. auch
kliuwe
.
‘Bündel, Büschel’ (bes. von Flachs; vielleicht abgeleitet von
1klobe
5, vgl. DWB 5,1218 s.v. Kloben 8):
unum manipulum lini, qui vulgariter dicitur eyn klove flaxes
UrkMerseb
820
(a. 1342);
so giltet der halbe hof [...] 1 <1/2> kloben
werchs [Werg, Flachs]
UrbHabsb
1:279,8.
1:292,14.
1:295,1
u.ö.;
VI pondera lini, quae klobin vulgari vocabulo nuncupantur
UrkMeissen
1,283
(a. 1313);
preterea in lino ad filandum parata XII cloven UrkMühlh
26
(a. 1238);
UrkCorp (WMU)
1288,28.
2672,24;
UrbBayJ
156.
209.
– von Blumen, ‘Strauß’
gib mir wishait und maht, / daz dis buͦch werd volbracht /
dir ze loblichem lob, / und als ain violiner [Veilchen-]
clob / fúr nesalan [Nesseln] indem mertzen / es smakent
rainú hertzen SHort
4404
MWB 3,1 360,14; Bearbeiter: Hansen
klobeholz
stN.
‘Spaltholz’
auch ist verboten, daz niemant chein klobholtz chaufen sol noch damit niht
zimmern sol NüP
175;
ez sol auch nieman hauwen clobeholtz noch prugkeholtz [Holz zum
Brückenbau] , unde allez stegeholtz sol man segen ebd.
175
MWB 3,1 360,31; Bearbeiter: Hansen |