Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
  Ansicht: Standard Gliederung    |     Zusatzinformationen   Links      |     Portion: Artikel pro Seite

k – cadmia
kaf – kalc
calcaire – 2kalle
3kalle – kaltlîchen
kaltnisse – kamerærse
kamerbëlle – kamerselde
kamersidel – kampfer
kampfgenôʒ – kampfwât
kampfwërc – kanonîen
kanonike – kanzelschrîbære
kanzwagen – Cappadociære
kappân – kappûnen
capût (?) – kardenâldiaconus
karele – karra(t)sche
karre – karthiusære
kartur – kæselîn
kæse|lüppe – kasten
kastenære – kathecuminus
kathezizieren – kauerære (?)
kauergerihte – kefse
1kegel – keisertuom
keitivic (?) – kelken
këllære – këlre
këlstëchære – 2kemelîn
kemelînvleisch – kendelîn
kenecte – keppechîn
keppeler – kerkerhaft
kerl – kerrîne
kerschlich – kerzîn
kerzlach – ketenwambîs
kettelinc – keʒʒelære
keʒʒelærinne – kîche
kîchen – kiesærinne
kiesen – kindebet
kindechîn – kindestac
kindestohter – kintbettegemach
kintbetten – Kiperære
Kiper(e) – kirchenbrëchære
kirchenerbe – kirchhërre
kirchhof – kirchtac
kirchtor – kirnen
kirnîn – kitzelen
kitzelîn – kiuwe
kiuwen – klâfterlanc
klâftermâʒe – klagenôt
klagerede – klamben
klamen – klæret
klârheit – klëber
klëbereht – klegerse
klêgrüene – kleinlîche
kleinlîcheit – kleinvüegunge
kleinzëhende – klepfze
kleppisch – klinge
klingelære – klobeholz
klobelouch – klôsterknëht
klôsterlëben – klôsterweide
klôsterwërre – klûde
klüege – klupfen
kluppe – klutterât
klûwen – knëhtelîn
knëhten – kniel (?)
knieleip – knodebôʒe
knödel – knubelen
knugelîn – kobel
kobel – kochman
kochsudel – kôle
kôlegruobe – kolner
kölnisch – komelinc
komen – condewier
condewierde – konkavelite, konkavelit
conplêt – convëntkopf
convëntswester – koraze (?)
körbelîn, körbel, körblî – körnære
kornban – kornmesse
kornmetze – corporâl
corporâlgewæte – kostebæric
kostebærlich – kötze
kotzeht – koufgenôʒ
koufgiric – koufschalc
koufschanze – krachen
kradem – krâme
kræmel – kranc-
krancmüetic – 1krapfe
2krapfe – krëb(e)ʒ
krëbeʒen – krefticheit
krefticlich – kreiʒgengel
kreiʒlingen – kreter
kretscheme – kriechelîn
kriechen – krîgen
krîieren – krippen-
krîsch – kristâbent
kristalle – kristenin
kristenisch – kristiâne
kristier – kriutener
kriuzaltære – kriuzloht
kriuzphenninc – 1krœnen
2krœnen – krotenstein
krotenstutz – krülle
krüllel – krupfei
krüpfen – krûtmezzer
Krûtnowe? – kûchen
kuchenære – küechelmël
küefelære – kugelhuot
kügellîn – kumberlich
kumberlîn – kûmen
kumer – kunde
künde – künftigære
kunftlich – künigeslêhen
künigessilber – künstelîn
künstelôs – kuntmeister
kuntsame – kuosërtærinnesun
kuo|smër – kuppe
1kuppel – kurdewân
kurdewænære – kurpen
kürre – kurtois
kurtoisîe – kurzwîle
kurzwîlen – kuster
kusterîe – kutzelvleisch
kützen – kûze

   kliuselen - klôsterâme    


kliuselen swV. ‘jmdn. streicheln, liebkosen’ wâ er [das Insekt] ain slangen vint ligen in aim schaten, dâ steigt er ir des êrsten auf den zagel und kläuselt si sänfticleich [ per caudam eius ascendens quasi fricando demulcet ] BdN 308,13

MWB 3,1 358,11; Bearbeiter: Hansen

kliusterlîn stN. Dimin., vgl. klûster . ‘kleiner Verschluss, Deckelchen’ (zu mlat. claustrum MlatWB 2,699f.): brich oben ein loch dor in [in die Pastete] vnd lege da fuͤr ein cluͤsterlin von teyge vnd laz ez backen BvgSp 15

MWB 3,1 358,16; Bearbeiter: Hansen

kliuter (?) stSubst. Ansatz und Bed. unklar, hier sinngemäß wohl ‘Verlockungen’ (vgl. Anm.z.St. und FrlWB S. 187 mit Lit.; vgl. auch klûter und klûde , klûder): sich uf, du hohez adel und rechter eren kefs: / des wandels trefs / uz dinen witzen liuter, / wenn der selden kliuter / sich widemen dir mit ritterschaft Frl 5:25,4

MWB 3,1 358,21; Bearbeiter: Hansen

kliuwe, kliu stN. md. auch kluwen, kluen (vgl. mnd. kluwen Schiller/  Lübben 2,495f.). ‘Knäuel, Kugel, Klumpen’ maister Michel der Schott spricht, daz daz würmel [die Seidenspinnerraupe] sich umb und umb vermacht in ain cleu vädem, die ez gespunnen hât, dar umb, daz ez wider geporn werd in dem selben cleu BdN 297,10; des nahtes besamnent si [die paumwürm ] sich auf ain cleu oder zuo aim kügäll ebd. 299,33; min garn ich vaste zwirne / und han iz uf ein kluen gewunden Brun 2731; die funfte gift ein kluwen was / vnde von beche einen kloz Herb 1040. 1106; Krone 15343. 15652

MWB 3,1 358,28; Bearbeiter: Hansen

kliuwelîn, kliuwel, kniuwelîn, kniuwel stN. auch kluel, knuͦl, cluweli, clueli; Dimin. zu kliuwe ; vgl. auch klungelîn ). ‘(kleines) Knäul, Kugel, Klumpen’ sô bistu niht unglîch dem igel, / der vor den liuten sich nider drücket / und als ein kliuwel zesamen sich smücket Renner 3900; globellum: clvwelin, kloͮvilin SummHeinr 1:327,182; globulus: clueli, chluwelin ebd. 2:315,88; hierher oder zu klungelîn (Nebenform knugelîn): da sÿ nun ir knúlin fand, / alle ir nachpuren sÿ besant KvHelmsd 3157. – bildl.: wann wip die natur an in han / daz sie verhoͤrn gern die man, / die von in drucket der mynne knuͦl Minneb 577; im Vergleich: Agatha wart gemachet bloz / von allem irme gewete. / als ein kluel man si drete / uf den koln her und dar Pass III 182,93. – als Bestandteil von Personennamen: Cuͦnrat Cluweli UrkCorp (WMU) 565,23. N773,41

MWB 3,1 358,41; Bearbeiter: Hansen

kliuwel|tuoch stN. wohl ‘Tuch zum Herstellen von Knödeln, Knödeltuch’ vnd wint iz in ein chleultuoch Barth (H) 474

MWB 3,1 358,59; Bearbeiter: Hansen

klô F. klâ

MWB 3,1 358,62;

1klobe swM. auch klube (vgl. auch mnd. kluve Schiller/  Lübben 495); i.S.v. ‘Gespaltenes’ zu klieben stV. (vgl. EWA 5,613 s.v. klobo). etw. zum Ein- bzw. Festklemmen, ‘Klemme’ 1 zur Fixierung von Menschen, ‘Klemme, Stock, (hölzerne) Fessel’ (vgl. stoc )
2 eine zum Vogelfang verwendete und mittels einer Zugschnur ausgelöste Klemmfalle, ‘Kloben’ (vgl. LexMA 5,1217 mit Lit. und Dalby, Mediaeval Hunt S. 119f.)
3 ‘Klammer, Riegel’ (hier zur Versiegelung einer Tür; vgl. spange )
4 bei Balkenwaagen eine gegabelte Aufhängung, die den Waagbalken hält
5 eine (wohl gegabelte bzw. gespaltene) hölzerne Tragestange
   1 zur Fixierung von Menschen, ‘Klemme, Stock, (hölzerne) Fessel’ (vgl. stoc ): man bevestente in [den besessenen Ritter] in cloben, / dannoch man in kum behielt Pass I/II (HSW) 19762. 13473; da in gevancnisse er stat / oder in stocken oder in cloben Vät 12987. – bildl. i.S.v. ‘Fessel, Band’ (offen zu ‘Falle’, s. 2): dez twanc si der minne klobe / mit dem si beclemmet was Martina 221,90; si was maneges herzen klobe, / daz von ir anblicke / in der minne stricke / mit gedanken sich verwar Mai 11,38; sô brichet sîner schande clobe KvWLd 25,112; daz er in von des tuvels cloben / mit gebet loste Vät 6992 u.ö.; in todes cloben VirgW 524,8; Pass I/II (HSW) 18258 u.ö.; der munches schin [der Mönchsstand] , der herte klobe [die schwere Bürde (vgl. Glr.z.St.)] Pass III 539,40; swaz unden ist und ouch darobe / und mitten durch naturen cloben [durch den Machtbereich der Natur (vgl. FrlWB S. 188)] Frl 7:5,18; vgl.: zu dem von Tyrland er [ wurm ] sich schwangk / und nam in in den zagel langk. / [...]. / der wurm pegunde vaste toben. / er lies in auß deß zagels kloben HvNstAp 9468. – phras. (?) jmdn. im ~ lâʒen ‘jmdn. zurücklassen, im Stich lassen’ do si vlon und Crist begobn / und én lizen in dem clobn, / der junger algemeine / geloube was do cleine TvKulm 5484. – wohl bildl. hierher (vgl. aber auch 2klobe ): wer kan durch loben / ir wirden kloben [ [wohl i.S.v. ‘Klammer’, vgl. Glr.z.St.] Minneb Prol. 3,18    2 eine zum Vogelfang verwendete und mittels einer Zugschnur ausgelöste Klemmfalle, ‘Kloben’ (vgl. LexMA 5,1217 mit Lit. und Dalby, Mediaeval Hunt S. 119f.): vogele gevangen ûf dem klobn / si mit freuden âzen Parz 273,26; man in schimpfe in [Heinrich I.] nande den vogelaere: / dô er ze künige wart genumen, / und der vürsten boten nâch im wâren kumen, / mit einem kloben er vogelt, daz brâht daz maere Loheng 3170; er sah [...] / einen riesen vngetane, / der was mit ketten gebonden, / von sinen frischen wonden / dem gefùgel mit einem klobben wehren Krone 14134. 1735. – bildl. und im Vergleich: jai sie hat mit der arme cloben / dir gevangen der sinne veder MinneR 480 150; diu valsche stimme verleit den vogel rehte unz uf den kloben, / so ziuhet in der schanden strik den argen herren schalke losez loben TSchreiber (H) 12:1,13; nû begunde er an der bâre chleben / als ein vogel ûf dem chloben KvHeimHinv 725; reine uns, daz wir dich lobende loben, / und vâhe uns mit der minne kloben LobGesMar 14,6; ir minne reizel [Lockmittel] und ir clobe / hât mînen muot gevangen; / des muoz ich an ir hangen / und an ir genâde cleben KvWTroj 4426. 20328; Renner 12117; Parz 425,21; KLD:BvH 1: 5,4    3 ‘Klammer, Riegel’ (hier zur Versiegelung einer Tür; vgl. spange ): zuhant entsloz sich aller klobe [der versiegelten Kirchentür (vgl. Vv. 128,70f.)] , / so daz die tur hin abe gienc Pass III 129,20    4 bei Balkenwaagen eine gegabelte Aufhängung, die den Waagbalken hält: sô sal daz wirdeclîche punt / die wâge rihten in den kloben, / daz iz sal von rehte loben / allez himelischez her, / daz der mensche in gewer / stêder vrouden blîbe Erlös 1011    5 eine (wohl gegabelte bzw. gespaltene) hölzerne Tragestange: wol gelich dem truben / den da mit vorchen [aus Föhren- oder Kiefernholz] kluben / hie vor uss dem gehaissen land / zwen truͦgent, die da hett gesant / der milte Moÿses hin dar KvHelmsd 1838. – wohl hierher, von Würsten (oder i.S.v. ‘Bündel’ zu 2klobe ? Vgl. auch klobewurst ): sin [des allegorischen Herbstes] waffenrok derobe / was von würsten manig klobe, / hin unde har deruf gespreit Herbst 96; derzuo kripfet [ergriff, raubte] er vil schiere / der kloben mit den würsten viere ebd. 200

MWB 3,1 358,63; Bearbeiter: Hansen

2klobe swM. md. auch klove (vgl. mnd. 2klōve MNDWB 2,588f.); vgl. auch kliuwe . ‘Bündel, Büschel’ (bes. von Flachs; vielleicht abgeleitet von 1klobe 5, vgl. DWB 5,1218 s.v. Kloben 8): unum manipulum lini, qui vulgariter dicitur eyn klove flaxes UrkMerseb 820 (a. 1342); so giltet der halbe hof [...] 1 <1/2> kloben werchs [Werg, Flachs] UrbHabsb 1:279,8. 1:292,14. 1:295,1 u.ö.; VI pondera lini, quae klobin vulgari vocabulo nuncupantur UrkMeissen 1,283 (a. 1313); preterea in lino ad filandum parata XII cloven UrkMühlh 26 (a. 1238); UrkCorp (WMU) 1288,28. 2672,24; UrbBayJ 156. 209. – von Blumen, ‘Strauß’ gib mir wishait und maht, / daz dis buͦch werd volbracht / dir ze loblichem lob, / und als ain violiner [Veilchen-] clob / fúr nesalan [Nesseln] indem mertzen / es smakent rainú hertzen SHort 4404

MWB 3,1 360,14; Bearbeiter: Hansen

klobeholz stN. ‘Spaltholz’ auch ist verboten, daz niemant chein klobholtz chaufen sol noch damit niht zimmern sol NüP 175; ez sol auch nieman hauwen clobeholtz noch prugkeholtz [Holz zum Brückenbau] , unde allez stegeholtz sol man segen ebd. 175

MWB 3,1 360,31; Bearbeiter: Hansen

klobelouch stM. knobelouch

MWB 3,1 360,37;

kloben (?) swV. ‘etw. spalten, zerschlagen’ ( Konjektur klopte WolfdD (H) 1247,2 zu WolfdD 1247,2, s.u. klopfen 2.1; vgl. klieben stV. und klûben 3 )

MWB 3,1 360,38; Bearbeiter: Hansen

klobewurst stF. eine Wurst, genauere Bed. unklar, erwogen wurde ‘an einer (gegabelten bzw. gespaltenen) hölzernen Tragestange aufgehängte (geräucherte?) Wurst’ (vgl. 1klobe 5), ‘in den Fettdarm (Klobdarm) gefüllte Wurst’ (vgl. Anm.z.St. und SchweizId 16,1563 s.v. Chlobwurst) oder ‘Knoblauchwurst’ (vgl. Anm.z.St. in Leppin, Had., S. 207 und knobelouch ): nû sol ein wirt sînen gesten / gebens besten, des uns gît / herbstes zît, so hât er wol getân: / [...] / ân klobwürste solt dûs nicht lân SM:Had 20: 3,7; klobewürste und niuwen wîn ebd. 44: 2,8

MWB 3,1 360,42; Bearbeiter: Hansen

klockehamer stM. hier clukehamir. als Personenname; Satzname i.S.v. ‘klopfe den Hammer’, wohl zur Bezeichnung eines mit dem Hammer arbeitenden Handwerkers (vgl. Nölle-Hornkamp, Handwerkerbez. S. 299): an das seilbe deil horint die luͦthe die hie gescribin [sint]: Sibele. Cuͦnrat. Spiznageles suͦn. [...] Juͦver. Clukehamir UrkCorp 2173,33

MWB 3,1 360,54; Bearbeiter: Hansen

klocken swV. ‘klopfen’ er begund an den palast gân, / da die râtgeben inne / sâzen mit ir sinne. / er klocket an tür und an tor EnikWchr 21415; dô ich was an der ruowe mînes bettes, dô kam mîn liep unde klockete an mîn venster unde tet sîne hant hin în unde ruorte mich [vgl. Ct 5,2] Eckh (Pf) 411,30. – im bildhaften Vergleich: her küng, nu seht, / [...] / sus zît iuch ritter unde kneht, / ir klockent umbe ir hüebel [in Bezug auf ihre Hufe, Ackerland] alse umb einen fûlen boun ein speht [weil er noch den letzten Wurm herauslocken will] KLD:Schulm 5:19. – von Herzklopfen: ir herze in ruwen clockete Elis 5767

MWB 3,1 360,62; Bearbeiter: Hansen

klocker (?) stM. Bed. unklar, als ‘Klopfer’ als Bez. für einen mit einem Schlaggerät arbeitenden Handwerker oder synonym zu → klopfære 2? (vgl. auch WMU 3,2585; weitere Deutung bei Nölle-Hornkamp, Handwerkerbez. S. 279); hier als Personenname: der Klokker burger ze Herbrehtingen UrkCorp 3300,35

MWB 3,1 361,11; Bearbeiter: Hansen

klopf stM. ‘Schlag’ ir swertes spitz kan klopf / durch gesærwe [Rüstung] clain WhvÖst 8026. – vom Herzschlag (vgl. klupf ): mein hertze mangen schrik [La. manigen kloppff ] nimt, / vnd enweiz ich, waz daz machet Krone 5410

MWB 3,1 361,18; Bearbeiter: Hansen

klopfære stM. auch klopper. ‘jmd., der klopft, schlägt’ 1 jmd., der (an einer Tür) anklopft (hier bildl. vom Tod)
2 bergm. jmd., der aus dem tauben Gestein einer Halde noch kleinere Erzstücke herausschlägt (vgl. JelinekWB S. 416 s.v. klopfer )
   1 jmd., der (an einer Tür) anklopft (hier bildl. vom Tod): dar nach stalt er sin leben / daz er bereite w#;aęere / ze vͦftuͦnne deme klopph#;aęere Albert 1329    2 bergm. jmd., der aus dem tauben Gestein einer Halde noch kleinere Erzstücke herausschlägt (vgl. JelinekWB S. 416 s.v. klopfer): ein man czuhet perk aus einer gruben und schutet den auf ein halden und wil di klopper auf der selben halden nicht lassen kloppen BgRIglau 326,28

MWB 3,1 361,23; Bearbeiter: Hansen

klopfel stM. hier kloppel. ‘Knüppel’ (hier metonymisch ‘Knüppelschläge’): alle die toͤde der bluͦt stúrzungen [Blutvergießen] , die kloppele, die kulben [Kolbenschläge] , die wunden, die vientliche antlitze der boͤsen lúte: dis alles ging ir durch ir herze Tauler 431,7

MWB 3,1 361,34; Bearbeiter: Hansen

klopfen swV. auch kloppen, kloffen (z.B. BgRIglau 326,29, BrZw 58 ). 1 intr. ‘klopfen’
1.1 ‘(an/  auf etw.) klopfen, pochen’ , überw. mit präp. Erg. ( ane, ûf )
1.2 ‘ein klopfendes Geräusch machen, schlagend lärmen’ , auch ‘klatschen’
1.3 ‘schlagen, hauen’
1.4 rhythmisch schlagen, pulsieren, ‘pochen, klopfen’ (häufig subst.; vgl. klupf )
1.5 übertr. ‘nach etw. verlangen, um etw. bitten’ (offen zu 1.1 )
2 tr.
2.1 ‘etw. schlagen’
2.2 ‘etw. (eine Flüssigkeit) schlagend rühren’
2.3 ‘etw. durch Schlagen entfernen, von etw. abklopfen’ , mit präp. Erg. ( von )
   1 intr. ‘klopfen’    1.1 ‘(an/  auf etw.) klopfen, pochen’, überw. mit präp. Erg. (ane, ûf): ie clopfe ich ein wenig an die want Frl 5:75,17; der konynck kloppde up synen zant [zum Schwur] KarlGalie 2004; bildl.: si clopphet an den stætigen man, / er clinget sam der ganze haven Vateruns 187. – meist spez. ‘(an eine Tür) klopfen, klopfend Einlass erbitten bzw. sein Kommen ankündigen’ [er] hob sich wil drate / zo iris vater kemenaten / vnde clofphete an daz turlin Roth 2333; besliezet vaste zuo die tür; / ob er ûzen klopfe dran, / daz man in wîse iedoch hin dan Wh 130,1; ohne präp. Erg.: an die tür gienc er zuhant / der kemenâten [...], / er clopte gar gemechlich HvFreibTr 2779; als er quam vur daz tor, / do clopfete er da vor / vnde sprach: "tut vf die porten!" Herb 18321; genre kloppfete aber; er sprach: ‘was wiltu?’ Tauler 27,6 u.ö.; BrEb 66. – bildl. ‘Einlass erbitten’ (vgl. 1.5): [Gott] klophet an die herze mit drin dingen PrSchw 1,139; [der Tod] an daz herze clopfte Vät 26567; mir ist verspart der sælden tor / [...]. / mich hilfet niht, swaz ich dar an geklopfe Walth 20,33; set da clopfet got zur tur / der herzen aller der da sten HeslApk 7336. 21842 u.ö.; ohne präp. Erg.: daz himelrîche schulin wir suͦchin mit rehtime lebin [...]. mit lûterm gebet schulin wir statilichen klophin Spec 65,22; alle tage chumet got unde clopfet [macht auf sich aufmerksam] , swenne er uns mit siechtoͮme chundet ebd. 127,10. 65,19 u.ö.; Tauler 206,24; EvBeh Lc 12,36. – subst.: ein klopfen vor der himmelporte Mechth 6: 24,9; Gnadenl 3:A2,69. – subst. Part.Präs.: dem chlopfenden wirt vfgetan EvAug 161,16    1.2 ‘ein klopfendes Geräusch machen, schlagend lärmen’, auch ‘klatschen’ dô klopft ich [als Aussätziger] , daz ez lûte erschal UvLFrd 331,23. 331,7 u.ö.; ir oren sie verstopten / swen mine hende clopten, / uf daz sie mich nicht horten Daniel 3238; sô sal man an der venien alsô lange sîn, biz der priester clopphet StatDtOrd 125,1; subst.: gêt einem ein imp [Bienenschwarm] ab aus seinem peichar [Bienenkorb] , der sol im under dem flug nâch gên mit chlophen und mit læutten RbRupr 124 (vgl. BdN 292,21 unter 2.1)    1.3 ‘schlagen, hauen’ das leret dich die gottes minne, wie der smiden hammere klopfeten und sluͦgen dur sine hende und voͤsse an dem crúze Mechth 7: 27,39; klopfen und demmern [schlagen, hämmern] / muͦsten sie do pflegen vil HvNstGZ 3324. – bergm. ‘Steine schlagend bearbeiten, behauen (um Erz herauszuschlagen)’ (vgl. klopfære 2): ein man czuhet perk aus einer gruben und schutet den auf ein halden und wil di klopper auf der selben halden nicht lassen kloppen BgRIglau 326,29. – mit präp. Erg. an sîne brust ~ ‘sich auf die Brust schlagen’ (als Klagegebärde): an seine brust begunder chlophen; / ez vielen hæize trophen / ze tal über sein wange Serv 829; vgl.: im zeherten diu ougen / unde [erg.: er ] klophet an die brust, / sîn houbet neict er mit gelust / in grôzer andâht gein dem grabe LvRegFr 4877    1.4 rhythmisch schlagen, pulsieren, ‘pochen, klopfen’ (häufig subst.; vgl. klupf ): daz herze [...] klopfet und reget sich âne underlâz Eckh 3:403,20; sîn [des Menschen] herze klopfet z’aller zît Freid 22,24; da [in der Blase] vult he clopfen inne SalArz 60,24. – von Ohrgeräuschen: der wermaten saf mit ochsengallen gemischet unde in das ore gelassen vortribet das clophen Macer 3,24. 17,16    1.5 übertr. ‘nach etw. verlangen, um etw. bitten’ (offen zu 1.1): der freunt der uns diu driu brot pitet lihen, der chlopfet vast, daz sag ich eu zwar PrOberalt 103,30; wir schuͤln suchen, wir schuͤln chlopfen, daz uns gegeben werde diu verstandnuͤsse dez hiligen gotes wortes ebd. 104,1 u.ö.; ib er [der Bewerber] kominde vollestat cloffende [ si veniens perseveraverit pulsans, sinngemäß ‘beharrlich weiter Aufnahme begehrt’ ] BrZw 58; cloffende BrHoh 58; BrEng 58. – mir Pron.-Adv.: noch kêr ich mich herwider sâ / und kloph ich anderswar darnâ SM:UvS 27: 1,7. – mit Gen.: nv ist reht vnde brudirlih, / daz wir umbeinander gemeinlih / diner irbarmunge / herre keiser allir kuninge / vil emzliche cloppen Litan 1397    2 tr.    2.1 ‘etw. schlagen’ die peinen fräwent sich, wenn man die hend ze samen klopfet, und wenn man klingelt mit gesmeid, sô samnent si sich BdN 292,21; wohl hierher: Wolfherdietrich, der milte, grosser krefte wielt. / er kloppfete vil der schilte, vil manigen helm er schriet WolfdD 1247,2 (vgl. aber die Konjekturen klopte WolfdD (H) 1247,2 und kloupte WolfdD (J) 6:188,2, vgl. kloben bzw. klûben 3 swV.)    2.2 ‘etw. (eine Flüssigkeit) schlagend rühren’ wer warm wazzer vast klopfet und trüftelt mit öl, daz ist den müeden glidern gar guot [ oleo aqua fortiter conquassata prodest multum membris lassis ] BdN 336,11    2.3 ‘etw. durch Schlagen entfernen, von etw. abklopfen’, mit präp. Erg. (von): gêt ûz von dannen und clopfit den stoup von ûweren fûzen [ excutite pulverem de pedibus vestris ] EvBeh Mc 6,11

MWB 3,1 361,40; Bearbeiter: Hansen

klopfunge stF. ‘Anklopfen’ (hier bildl.): dis ist ein zuͦwurf [ein Verschließen der Tür] uf dise klopfunge, do dis ewangelium ab sprach Tauler 284,16

MWB 3,1 363,14; Bearbeiter: Hansen

klôse- klûse-

MWB 3,1 363,17;

klôster stN. Pl. klôster, klœster. ‘Kloster’, als Bez. sowohl für den Gebäudekomplex als auch metonymisch für die darin lebende (Ordens-)Gemeinschaft als geistliche Institution (zur Sache vgl. LexMA 5,1218ff., 2HRG 2,1897ff. und 2RGA 17,21ff. mit Lit.): liutkirchen, klôster, bistuom / der wart durch gotlîchen ruom / vil gemachet überz lant RvEBarl 13607; der künic die bischove bat / und alle die prêlâten, / daz sie doch gerne tâten, / ein clôster stiften aldâ HvFreibTr 6803; wir swester Anne Lepin ebtischin des klosters von Gv́nterstal UrkFreiburg 2:274,34 (a. 1297); ze tûsent marken der geniez / was, der dem klôster galt / (sus was sîn urbor [Zins] gezalt) Wh 202,25; der marhgrâve [...] nam des grôzen schaden war, / den er unt daz klôster dâ gewan ebd. 203,3. 202,30; ez werde daz chloster arme oder swie ez erge PrBerthKl 3,122; mit großen eren wart er in dem closter begraben Lanc 16,15; in clostern und in clusen / und in der stete husen Vät 3401; so hant si doch weltlicher leben / dann die man siht zer e geben, / in clostern swartzen, wizen [Benediktiner- und Prämonstratenserklöstern] SHort 4945; claustrum: kloster SummHeinr 2:83,113; Physiogn 329; UrkEnns 6,61 (a. 1332); UrkHohenz 3,15 (a. 1333). – bildl.: die wonent in dem kloster der minne Tauler 369,18; personif.: her Hof, müget ir iuch münchen, lat / die kloster hoven an iuwer stat Frl 5:33,14. 5:33,7. ze ~ komen/ in ein ~ varn (u.ä.) auch spez. ‘ins Kloster eintreten’ do ich ze kloster kam dar nach nit lange, do wart ich also sere gepinget von súche, das es mine vrowen erbarmete Mechth 7: 4,2; wer dur sîn sêl ze klôster kunt, / der sech, daz er nicht werde wunt / an der sêle Boner 85,55; in ein klôster fuor sie sâ, / sie zôch sich in der frouwen leben Eracl 844; dô begunde in got bekêren, / daz er die lüge verswuor / und in ein grâwez klôster [Zisterzienserkloster] vuor StrAmis 2492; EbvErf 4735; Mechth 7: 36,57; vgl. daneben aber bloß örtlich: dem here was herberge genomen / und was der künic selbe komen / zeime klôster Wh 202,21; Eckh 1:271,4

MWB 3,1 363,18; Bearbeiter: Hansen

klôsterambet stN. (mit Pfründen ausgestattetes) Amt in einem Kloster (vgl. DRW 7,1092): oblei [Obleiamt, Verwaltung der Abgaben] und klôster ampt / habent ofte manige sêle verdampt Renner 17142

MWB 3,1 363,60; Bearbeiter: Hansen

klôsterâme swM. ein spezielles Messgefäß nach Vorgaben des Klosters (für Abgaben, hier Wein; vgl. âme swM. und klôstereimer ; vgl. DRW 7,1111 mit einem weiteren Beleg): der [...] marschalk und der vorgen. vogt [...] sullent da vorderen [...] zwei malter futers, einen closteramen wines, ein pfunt pfeffer WeistGr 1,700 (a. 1336)

MWB 3,1 364,1; Bearbeiter: Hansen