k – cadmia kaf – kalc calcaire – 2kalle 3kalle – kaltlîchen kaltnisse – kamerærse kamerbëlle – kamerselde kamersidel – kampfer kampfgenôʒ – kampfwât kampfwërc – kanonîen kanonike – kanzelschrîbære kanzwagen – Cappadociære kappân – kappûnen capût (?) – kardenâldiaconus karele – karra(t)sche karre – karthiusære kartur – kæselîn kæse|lüppe – kasten kastenære – kathecuminus kathezizieren – kauerære (?) kauergerihte – kefse 1kegel – keisertuom keitivic (?) – kelken këllære – këlre këlstëchære – 2kemelîn kemelînvleisch – kendelîn kenecte – keppechîn keppeler – kerkerhaft kerl – kerrîne kerschlich – kerzîn kerzlach – ketenwambîs kettelinc – keʒʒelære keʒʒelærinne – kîche kîchen – kiesærinne kiesen – kindebet kindechîn – kindestac kindestohter – kintbettegemach kintbetten – Kiperære Kiper(e) – kirchenbrëchære kirchenerbe – kirchhërre kirchhof – kirchtac kirchtor – kirnen kirnîn – kitzelen kitzelîn – kiuwe kiuwen – klâfterlanc klâftermâʒe – klagenôt klagerede – klamben klamen – klæret klârheit – klëber klëbereht – klegerse klêgrüene – kleinlîche kleinlîcheit – kleinvüegunge kleinzëhende – klepfze kleppisch – klinge klingelære – klobeholz klobelouch – klôsterknëht klôsterlëben – klôsterweide klôsterwërre – klûde klôsterwërre swM. klôsterwîn stM. klôsterwîp stN. klôsterwîse stF. klôsterwort stN. klôsterzuht stF. klotz stMN. klotzbir swF. klotzelîn stN. klouben swV. klouber stF. klöuwen swV. kloz stM. klôʒ stMN. klœʒelîn stN. klœʒen swV. klû (?) stF. klûben swV. klûbisch (?) stM. kluc stM. kluche stF. klucken swV. klucket stF. kluckezen swV. klûde stMN. klüege – klupfen kluppe – klutterât klûwen – knëhtelîn knëhten – kniel (?) knieleip – knodebôʒe knödel – knubelen knugelîn – kobel kobel – kochman kochsudel – kôle kôlegruobe – kolner kölnisch – komelinc komen – condewier condewierde – konkavelite, konkavelit conplêt – convëntkopf convëntswester – koraze (?) körbelîn, körbel, körblî – körnære kornban – kornmesse kornmetze – corporâl corporâlgewæte – kostebæric kostebærlich – kötze kotzeht – koufgenôʒ koufgiric – koufschalc koufschanze – krachen kradem – krâme kræmel – kranc- krancmüetic – 1krapfe 2krapfe – krëb(e)ʒ krëbeʒen – krefticheit krefticlich – kreiʒgengel kreiʒlingen – kreter kretscheme – kriechelîn kriechen – krîgen krîieren – krippen- krîsch – kristâbent kristalle – kristenin kristenisch – kristiâne kristier – kriutener kriuzaltære – kriuzloht kriuzphenninc – 1krœnen 2krœnen – krotenstein krotenstutz – krülle krüllel – krupfei krüpfen – krûtmezzer Krûtnowe? – kûchen kuchenære – küechelmël küefelære – kugelhuot kügellîn – kumberlich kumberlîn – kûmen kumer – kunde künde – künftigære kunftlich – künigeslêhen künigessilber – künstelîn künstelôs – kuntmeister kuntsame – kuosërtærinnesun kuo|smër – kuppe 1kuppel – kurdewân kurdewænære – kurpen kürre – kurtois kurtoisîe – kurzwîle kurzwîlen – kuster kusterîe – kutzelvleisch kützen – kûze
|
klôsterwërre
swM.
jmd., der ein Kloster stört, in Verwirrung bringt:
der selbe [der verlogene Mönch] ist ofte ein
klôster werre / und wêr des nôt, daz er vil verre / in einer zelle wêre aleine /
denne mit nîde in der gemeine Renner
3593
MWB 3,1 367,38; Bearbeiter: Hansen
klôsterwîn
stM.
‘Wein als Abgabe von klösterlichen Gütern’
→ DRW 7,1123 (Bastgen, DomkapTrier; 13. Jh.)
MWB 3,1 367,43; Bearbeiter: Hansen
klôsterwîp
stN.
‘Nonne’
die nvnnen hatten daz ver zorn [dass ein Kamel
ihre Äbtissin werden sollte]
[...]. / do schreiten die chlosterwip, / des wart der
ebtissin lip / zeblven vntz an den tot ReinFu
K,2149
MWB 3,1 367,46; Bearbeiter: Hansen
klôsterwîse
stF.
‘klösterliche Gewohnheit, Brauch’
ein gebærde ich von iu sach, / die ist boͤse closter wise. /
ir hat gezzen gar die spise / die wir alle solten ezzen, /
[...] : / daz reht hat niht diu kutte
Rennew
10765
MWB 3,1 367,51; Bearbeiter: Hansen
klôsterwort
stN.
‘dem Klosterleben angemessenes Wort’
klôsterzuht und klôsterwort / hœrt man von in selten Renner
2902
MWB 3,1 367,56; Bearbeiter: Hansen
klôsterzuht
stF.
‘dem Klosterleben angemessenes Verhalten’
ir klosterzucht in wirde schein / fur ander klosterleute
HeinzelJoh
13,1;
in einem klôster [...] / in dem er hete manic jâr /
mit dêmuot klôsterzühte gepflogen / und ofte die glockestrenge gezogen / in gotes
dienste spât und fruo Renner
23849.
2902
MWB 3,1 367,59; Bearbeiter: Hansen
klotz
stMN.
→
klôʒ
MWB 3,1 368,1;
klotzbir
swF.
‘Dörrbirne, Kletze, Klotzbirne’ (vgl. 2
5Kluge, S. 499):
von dem vas oͤppfel oder chlotzpirn [gibt man als
Zoll]
[...] I. phenning UrbBayS
4,207
MWB 3,1 368,2; Bearbeiter: Hansen
klotzelîn
stN.
→
klœʒelîn
MWB 3,1 368,6;
klouben
swV.
→
klûben
MWB 3,1 368,7;
klouber
stF.
auch klober.
1
‘Klaue, Kralle’
2 übertr. ‘Zauberbann’
1
‘Klaue, Kralle’
Maruoc [...] schuof mit sîme zouber, / daz si von der
klouber / der grimmen tiere kâmen KvWPart
10680.
– von der menschlichen Hand:
ich lâze iu niht mîns guotes / darumbe ûz mîner klouber, /
daz iuwer fremdez zouber / iuch âne schedelichez wê / gefüeret hât her über sê
KvWSchwanr
943.
– von den Fängen des Teufels (vgl. 2):
er wande ez were von zovber / wan in dez tievils clovber / so sere hat
ergriffen Martina
54,32;
sô wirt erzeiget offenbâr / daz dich der tiuvel hie vür wâr / hât in sîner
klouber / und daz von dîme zouber / der ohse lît verderbet
KvWSilv
4969
2
übertr. ‘Zauberbann’
sÿ nam aber ein zŏber vnd warf es an den man. / sÿ brohte in in die klober,
daz in sloffern began [er schläfrig wurde]
WolfdD
521,2;
füeget, daz enthefte / sîn muot sich ûz der klouber, / dar în des tiufels
zouber / geworfen sînen willen hât KvWPart
6849
MWB 3,1 368,8; Bearbeiter: Hansen
klöuwen
swV.
‘jmdn./sich (mit den Fingernägeln) kratzen’ (als selbstverletzendes
Verhalten, z.B. bei Trauer oder Freude; vgl. mnd. klouwen, klawen
Schiller/ Lübben 2,489f.):
du solt nút me dinen lip / umbe dise sache cloͤwen. / du solt
dich iemer froͤwen, / wan got der haͮt erhoͤret dich WernhMl
377;
ich wil mich von vrouden klouwen [Hs. klowen
(:vrowen)
] , / iz spricht: ir sult uch vrouwen / di in dem betrubnisse gewesin
sit Brun
3537.
– hierher oder zu unsicherem
klëwen
swV., subst. i.S.v. ‘Trauern’
mir lît noch in den sinnen / daz klagen und daz klöuwen [Hs.
cloͤwen
] / von der verlust des löuwen Reinfr
24603;
vgl. wohl bekräftigend:
dîn lîp hât enpfangen, / des triuw [glaube] ich
sunder klöuwen [
‘ohne Betrübnis’ (?)] , / einen jungen löuwen, / ein kint
von gots gewalte ebd.
14967
MWB 3,1 368,27; Bearbeiter: Hansen
kloz, klotz
stM.
auch klotze.
Nebenform zu →
klôʒ
stMN. und von diesem meist nicht sicher zu unterscheiden (mhd. keine Belege im
Reim; zum Verhältnis von klôʒ und kloz vgl. EWA 6,620f. und
Pfeifer, EtymWB, S. 673 f.).
‘Klumpen’
dô nam der tûfel einen klotz goldes und warf in ime in den weg
HvFritzlHl
66,31;
bildl.:
der mensche ist von einer fulen materien stinckende und
verderbende, ein klotz und ein ful ertrich Tauler
59,27.
–
‘Knäuel’
her Jason do gedachte / untz er ze samen brachte / von syden
ain vestes klungelin, / den klotze [hierfür V.
21993
kloss (:nôʒ), s. →
klôʒ
]
GTroj
22012
MWB 3,1 368,44; Bearbeiter: Hansen
klôʒ
stMN.
md. auch klôt
(z.B.
HeslApk
20625
), vgl. mnd. klôt Schiller/ Lübben 2,488f.; Pl. auch
kloͤzze; vgl. auch
kloz
.
1
‘Klumpen’ (vgl. auch
ërdenklôʒ
1 ) 2
‘Kugel’ (offen zu 1 ) 3
‘(Fleisch-)Kloß, Klops’
4
‘(großes) Holzstück, Klotz, Baumstamm bzw. -stumpf’
5 in der Wendung über einen ~
; Bed. unklar, hier nur bekräftigend i.S.v. ‘ganz und gar’ ? (vgl.
dagegen Glr.z.St. ‘in unum’ und FWB 8,1147 z.St. ‘auf
einmal’ )
1
‘Klumpen’ (vgl. auch
ërdenklôʒ
1):
mul lapatium, daz ist chlette, unde mache drûz einen chlôz
unde lege den an die stat, diu dâ pluot Barth
144,15;
ein kluwen [...] / vnde von beche
einen kloz [
:beslôʒ
]
Herb
1041;
manic tiure goltvaz, / die nimmer mohten wesen baz / geworht noch gezieret, /
die wurden dô quetschieret / und an manegen clôzen / in die secke gestôzen
UvEtzAlex
15471;
Vät
13545.
1327;
manec tiwer goltvaz, / und mangen guldînen klôz
Parz
10,5;
silbers manigen swæren klôz Loheng
3084;
alse ein cleiniz blien kloz / verwirt [vergeht] in
einer glvͦde groz PrHess
15,539;
HeslApk
20625;
UvEtzAlex
17337.
16891.
–
‘Knäuel’ (vgl.
kloz
):
von hartze getröllen, / von schwebel serre gewollen, /
herre, machend ainen kloss [
:nôʒ
]
GTroj
21993.
22041.
– spez. wohl ‘Goldklumpen’
sant Peter zoch uß sinem buͤsam einen closs / einr fuste groß, / recht alz
es pfenning weren JMeissn
B1:73,1.
– bildl.:
ir wage, ir gewichte, / mit den si gliech gerichte / gewegen hat der pine
cloz TvKulm
691;
‘Widrigkeit’ (?):
so erlose v̀ns vroͮwe den klos / der von des tieuels rachen dos
KvHeimHinv
nach 1207 (App.);
unsenften chloz / chan diu minne machen Neidh (S)
1,90 R9:7,3.
– (bildl.) von zahlreichen, vielen Kämpfern, ‘Haufen, Knäuel’
ez trâten die genôze / alle ze einem klôze / und drungen mit kreftiger kêr
/ durch die vînde gein dem mer, / dâ sie den kiel hâten ErnstD
3122;
in einen klôz sie wâren gesmogen / und stunden in ir wer
alsô Kreuzf
3944;
die Kriechen wârn an einen clôz / gedigen und zesamne komen
UvEtzAlex
19690;
sie wurden gehurtet an einen clôz ebd.
13141.
waz man gestriten hete den tac, / niht daz dem gelîche wac / als nû streit
die werde diet. / der strît an einen clôz geriet
13966
2
‘Kugel’ (offen zu 1):
er furte sy in ainen tempel, / deß form und deß exempel / was
recht sinebel als ain kloß HvNstAp
11796;
orites ist ein stein genant, / der ist swarz als ein brant /
unde sinewel als ein klôz Volmar
559;
du füerest unde trîbest / mich umb und umb als einen klôz
Reinfr
3651;
Pass III
609,49;
WernhMl
3050.
–
‘Spielkugel, Spielball’ (vgl.
2bal
):
die die dencze leiden / vnde die da mit den clozen / auch schiben vnde
bozen [kegeln]
PrHess
67,319;
ein spil, daz was ein linde hut, / ubir ein weich har
gesut, / als ein kule also groz; / disin handeweichin kloz / den wurfin sie ein
andir. / [...] / dit spil was geheizin bal / in
romischir zungin Athis
C* 88;
duo gevuoctez got alsus, / daz der aine bruoder
Astrolâbîus / unt ander sîn genôze / spilten mit dem clôze. / den clôz er ûf
huop / in ain altez gemûre er in versluoch Kchr
13104.
13150.
– vom Schwertknauf:
daz oberhalp der helzen was des swertes klôz, / daz was ein karfunkel wol
einer viuste grôz OrtnAW
188,3.
– von der Erdkugel (vgl.
ërdenklôʒ
2 und
ërde
10):
swaz nert sich von der erden klôz, / visch vogel würme und
tier KLD:Kzl
2: 13,4;
daz her [Christus]
[...] quam uf desir erde kloz Brun
12600;
vgl.:
sam di erde groz / [...] silbers
eyn cloz Hiob
10450.
– bildl. von Gott:
wie was únser herre got do gestalt? rehte ze glicher wis
als ein clot Mechth
6: 31,28;
das umbezil des clotes das ist ein cirkel unbegriffenlich
ebd.
6: 31,31
u.ö.
3
‘(Fleisch-)Kloß, Klops’
phankuchen und krepfelin / kuͤment alle von dem swin. / kloͤzze vom buzl
[Bürzel, Schwanz]
KgvOdenw
9,41
4
‘(großes) Holzstück, Klotz, Baumstamm bzw. -stumpf’
daz ich niht anders umb mich sach / wann heyde und ein gevilde
flach, / bestreit mit manges ronen [Baumstammes] clos [
:grôʒ
]
Minneb
13;
Seth aber sach / bî dem blôzen boume ligen / einen slangen,
der gedigen / an einem klôze alumbe was [
serpentem circa arborem nudatam involutatum (vgl.
Anm.z.St.)]
HvFreibKr
303.
–
‘Holzkeil’
swer ouch twinget einen klôz [
genôʒ:
] / zwischen armer liute tür, / daz si verbrinnen und niht her vür
/ mügen kumen Renner
7036;
die zen man ir [der ohnmächtigen Herzogin] ûf
lôst mit einem klôze. / man gôz ir wazzer in den munt Loheng
7240.
–
‘Holzpflock, Knebel’
daz er sînen ebenkristen [...] bindet / an einen
boum und in den munt / einen klôz im twinget Renner
7300
5
in der Wendung über einen ~
; Bed. unklar, hier nur bekräftigend i.S.v. ‘ganz und gar’? (vgl.
dagegen Glr.z.St. ‘in unum’ und FWB 8,1147 z.St. ‘auf
einmal’):
der selbe stern sy eyn begyn / winterlicher sturme groz, /
wen der vrost uber eynen cloz / di luft und daz wazzer mischet / und daz weter so
vrischet Hiob
3180;
ab er alle ding zu bricht / [...], /
oder ab er uber eynen cloz / dy ding gemeynlich twinget / und ineyne maze
dringet [vgl. si subverterit omnia, vel in unum
coarctaverit Iob 11,10]
ebd.
4172.
15292
MWB 3,1 368,57; Bearbeiter: Hansen
klœʒelîn, klœʒel
stN.
1
‘Knäuel’
2
‘kleiner (Fleisch-)Kloß, Klößchen’ (vgl. AWB 5,263f.)
1
‘Knäuel’
sie lac an einem clœzel / zu samne gedrücket / und minneclîch
gesmücket / in megetlîchem ruome HvFreibTr
724
2
‘kleiner (Fleisch-)Kloß, Klößchen’ (vgl. AWB 5,263f.):
sfera: clozelin [im Abschnitt de mensis et escis
]
SummHeinr
2:91,88
MWB 3,1 370,26; Bearbeiter: Hansen
klœʒen
swV.
prät. klôʒte.
‘etw. oder jmdn. (von etw. oder jmdm.) trennen, spalten’
diu gemerke klôzet / ein bach Ottok
27775;
der furste dructe zu rucke die, / von den vînden clôzter sie
Kreuzf
4216;
golt und gestein unwerde / ûz schilten wart geklœzet. / vil setel man enblœzet
/ moht ûf dem plâne schouwen Reinfr
1753;
dar nâch wart gehurtet sô / durch herte rote enge / mit hurtlîchem getwenge, /
von einander er sie clôzte UvEtzAlex
14309;
Wh
34,3
MWB 3,1 370,32; Bearbeiter: Hansen
klû (?)
stF.
Ansatz und Bed. unsicher, ‘Trauer, Sehnsucht’? (vgl.
klëwen
swV.; oder Verschreibung? vgl. Ausg.z.St.):
ich bin von senelîcher mû [Hs. klu
] , / diu mich dâ drucket sam ein flû, / in mînem herzen ie sô rû
KLD:RdSchr
1:5,1
MWB 3,1 370,42; Bearbeiter: Hansen
klûben, klouben
swV.
1
‘(etw.) einzeln auflesen, aufklauben, zusammensuchen, sammeln’
2
‘etw. auflesen, ab- bzw. aufpicken’ (von Vögeln; häufig mit Präp.) 3
‘etw. spalten, teilen, trennen’ (vgl.
klieben
stV.)
1
‘(etw.) einzeln auflesen, aufklauben, zusammensuchen, sammeln’
Kolkan klaubte staine / payde groß und klaine
HvNstAp
5441.
12447;
der niht sammet oder chlavbet. der zespreitet [
qui non congregat mecum spargit Mt 12,30]
EvAug
26,16;
die spise die hiez im únser herre ze sæmene cluben, daz diu iht verlorn werde
Konr (Sch)
61,19;
den bobist si vingin zcu den stunden, / si dy grostin kirchin beraubtin / vnd
daz beste alliz claubtin [raubten]
Dalimil (B)
61,54.
75,122;
Vät
32565.
– spez. ‘Nahrung auflesen, sammeln’
die under dem boume sâzen, / die chlûbten unt âzen / swi vil, sô si wolden
KvFuss
1456;
vgl. subst.:
dâ sach ich den gesellen mîn / mit klûben vil unmüezic sîn. / er klûbte
dort, er klûbte hie: / der tac im gar dâ mit zergie [vgl.
Anm.z.St.]
UvLFrd
342,9.
– mit Präp. bzw. Pron.-Adv.:
sô der kunic ein vederâs / hât, ein hüenel oder ein
tûben, / darab siht man klûben [nagen] / den alten
kunic und sînen suon Ottok
6927;
vil hurticlich gedrucket von dem ein tjoste wart. di lerte kluben
[absammeln] / den kunic von Partigalen ab der
erden JTit
2137,2
diu rebe was do rîfe / dâ wir den wîntrûben / abe schuln
chlûben Wernh
3794
(vgl.
abe klûben
);
deß wasser grieß was raine: / gar edels gestaine / floß
dar inne als der sandt. / deß claubte der von Tyrland / in seinem hemdes geren
HvNstAp
6610;
di [...] ir huzir beraubin / vnd ir gut daz
[l. dar (?)] vz claubin
[stehlen]
Dalimil (B)
65,122
(vgl.
ûʒ klûben
);
bildl.:
in din hertze kluͦbe / ob du vernemest ie, / der rihter
ist dort und hie HvNstGZ
2308;
bezeichenlîche klûben / sol man ir kiuschekeit dar an, / sît daz ir herze
nie gewan / âmîs noch wart âmîe Reinfr
210;
nach dem kristenlichen gelouben, / dar ab mag si nimant
klouben [trennen]
Brun
10691.
11567;
Martina
184,96
2
‘etw. auflesen, ab- bzw. aufpicken’ (von Vögeln; häufig mit Präp.):
er [der Rabe] saz ûf ein âs nider, / von dem
begunde er fleisch klûben LvRegSyon
2245;
daz brôt was mannicvalt. / daz begunden her ûz klûben / di
raben und die tûben EnikWchr
5385;
vgl.:
dô sach ich zwô tûben / einen wolf clûben LügenrS
35.
– bildl. im Vergleich:
ich weiz den iuwern hûsgenôz, / von des lüge vier tûben / möhten den weiz
klûben, / daz ir kröphe würden vol Helbl
2,352;
ich welle doch ettwaz schreiben, / di schrift cze sampne treiben / als waitzen
tunt die tawben, / cze ainem puchlein klawben MvHeilFr
4;
bî ir gewonheit ich lerne, / daz des heiligen geistes tûbe / ein reinez herze
ouch gerne klûbe LvRegSyon
2465;
HvNstAp
17670;
Seuse
239,17
3
‘etw. spalten, teilen, trennen’ (vgl.
klieben
stV.):
sÿ klubetent do die schilte vnd ŏch die helm fas, / daz manig ritter milte
viel nider in daz gras WolfdD
2016,3
(
vgl. auch die Konjektur
kloupte WolfdD (J)
6:188,2
zu
WolfdD
1247,2,
s.u.
klopfen
2.1
);
der pfluc und ouch der wagen / sullen den hemel enzweiklouben
[durchpflügen]
Brun
10278.
– wohl bildl. hierher, mit Ersparung des Obj.:
zwei ding sint, dú dir ellú ding helfent úberwinden:
[...]; daz ander, daz du nit hoflich
klubest [wohl i.S.v. ‘etw. wegstreichst von dem, was zu tun
ist’
] , noch [...] den sugenden natren dines
herzen na gangest Seuse
371,24.
460,21
MWB 3,1 370,47; Bearbeiter: Hansen
klûbisch (?)
stM.
auch -big.
‘Bündel, Büschel’ (von Flachs, vgl.
2klobe
):
lini purgati XII schoet, vier chlvbiges UrbBayJ
235;
lini irsuti IV chlvbisch ebd.
234;
IV Chleubisch ebd.
235
MWB 3,1 371,48; Bearbeiter: Hansen
kluc
stM.
‘Bissen’ (hier bildl., vgl. FrlWB S. 188):
der slechte ruc, / der weiche zuc / im [dem weichen
sin
] leisten müzen vollen kluc Frl
5:114,17
MWB 3,1 371,52; Bearbeiter: Hansen
kluche
stF.
→
kluoge
MWB 3,1 371,55;
klucken
swV.
den Laut ausstoßen, den eine brütende bzw. Küken führende Henne ausstößt,
‘glucken’, hier in bildl. Vergleichen von (vorgeblich) geschäftigem
menschlichen Verhalten:
noch habent die frouwen einen site, / [...]: / sô si
verslâfen eteswenne, / daz si kluckende gênt über den tenne / durch den tac als ein
bruothenne, / alein ein man doch wol bekenne / daz ez ein goukel klucken sî
Renner
12287;
als ein voller krupfei / der gât ûf einem tenne, / und ein volkrüpfiu henne /
diu niht mêre geklucken mac, / alsô giengens al den tac, / diu hûsvrouwe unde er, /
hôchbrogende [großtuerisch] in dem hûse entwer
Schlegel
257
MWB 3,1 371,56; Bearbeiter: Hansen
klucket
stF.
→
kluocheit
MWB 3,1 372,5;
kluckezen
swV.
Intensivum zu →
klucken
.
‘glucken’
gallina croccinat [La. clokzet (vgl. Bd.
3,96)]
SummHeinr
1:169,800
MWB 3,1 372,6; Bearbeiter: Hansen
klûde, klûder
stMN.
auch cluwedhe.
Gewichtseinheit für Wolle und Kerzenwachs, -talg (vgl. DWB 5,1187; vgl. mnd.
klôt, klût
‘Klumpen’ Schiller/ Lübben 2,488f. und 494f., s.a.
geklûder
):
de qua tamen decima dicti abbas et conuentus persoluent singulis annis in
perpetuum ad luminare ecclesie de Rindorp dimidium pondus cepi [l.
sepi Talg für Kerzen] , quod cluͦde vulgariter
nominatur UrkNiederrh
2,443
(a. 1281);
duos cluwedhe et dimidium de sepo ad luminaria UrkKölnSchr
2,1:164
(12. Jh.);
item lane, que ponderantur cum libra, que dicitur snellewage infra pondus,
quod dicitur clude UrkFrankf
1,329
(a. 1294);
ein cludir wollin in der messe, daz gibt ein helbeling UrkFrankf
(B)
505
(a. 1329);
men sal von deme czyntener [Zentner] czu wegen
gebin czwen Gottingesche phenge [...], von deme geclude,
[...] eynen Gottingeschin phennig, unde von den
borgern, den men wegit in deme wagenhuse, von deme cluder eynin hellir
StRHeiligenst
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MWB 3,1 372,9; Bearbeiter: Diehl |