k – cadmia kaf – kalc calcaire – 2kalle 3kalle – kaltlîchen kaltnisse – kamerærse kamerbëlle – kamerselde kamersidel – kampfer kampfgenôʒ – kampfwât kampfwërc – kanonîen kanonike – kanzelschrîbære kanzwagen – Cappadociære kappân – kappûnen capût (?) – kardenâldiaconus karele – karra(t)sche karre – karthiusære kartur – kæselîn kæse|lüppe – kasten kastenære – kathecuminus kathezizieren – kauerære (?) kauergerihte – kefse 1kegel – keisertuom keitivic (?) – kelken këllære – këlre këlstëchære – 2kemelîn kemelînvleisch – kendelîn kenecte – keppechîn keppeler – kerkerhaft kerl – kerrîne kerschlich – kerzîn kerzlach – ketenwambîs kettelinc – keʒʒelære keʒʒelærinne – kîche kîchen – kiesærinne kiesen – kindebet kindechîn – kindestac kindestohter – kintbettegemach kintbetten – Kiperære Kiper(e) – kirchenbrëchære kirchenerbe – kirchhërre kirchhof – kirchtac kirchtor – kirnen kirnîn – kitzelen kitzelîn – kiuwe kiuwen – klâfterlanc klâftermâʒe – klagenôt klagerede – klamben klamen – klæret klârheit – klëber klëbereht – klegerse klêgrüene – kleinlîche kleinlîcheit – kleinvüegunge kleinzëhende – klepfze kleppisch – klinge klingelære – klobeholz klobelouch – klôsterknëht klôsterlëben – klôsterweide klôsterwërre – klûde klüege – klupfen kluppe – klutterât klûwen – knëhtelîn knëhten – kniel (?) knieleip – knodebôʒe knödel – knubelen knugelîn – kobel kobel – kochman kochsudel – kôle kochsudel stM. kochwaʒʒer stN. kocke stM. kocke swM. cocrota Subst. koffe Subst. kogel stM. kogel stswF. koie swstF. koife swF. koinlich Adv. kokânisch Adj. kokodrille swM. kol swMstN. kôl stM. kolbe swM. kolbegêr stM. kolbelîn stN. kolbenrîs stN. kolbenslac stM. kolbenstreich stM. kolblat stN. kolbrunst stF. kolc stM. kôle stF. kôlegruobe – kolner kölnisch – komelinc komen – condewier condewierde – konkavelite, konkavelit conplêt – convëntkopf convëntswester – koraze (?) körbelîn, körbel, körblî – körnære kornban – kornmesse kornmetze – corporâl corporâlgewæte – kostebæric kostebærlich – kötze kotzeht – koufgenôʒ koufgiric – koufschalc koufschanze – krachen kradem – krâme kræmel – kranc- krancmüetic – 1krapfe 2krapfe – krëb(e)ʒ krëbeʒen – krefticheit krefticlich – kreiʒgengel kreiʒlingen – kreter kretscheme – kriechelîn kriechen – krîgen krîieren – krippen- krîsch – kristâbent kristalle – kristenin kristenisch – kristiâne kristier – kriutener kriuzaltære – kriuzloht kriuzphenninc – 1krœnen 2krœnen – krotenstein krotenstutz – krülle krüllel – krupfei krüpfen – krûtmezzer Krûtnowe? – kûchen kuchenære – küechelmël küefelære – kugelhuot kügellîn – kumberlich kumberlîn – kûmen kumer – kunde künde – künftigære kunftlich – künigeslêhen künigessilber – künstelîn künstelôs – kuntmeister kuntsame – kuosërtærinnesun kuo|smër – kuppe 1kuppel – kurdewân kurdewænære – kurpen kürre – kurtois kurtoisîe – kurzwîle kurzwîlen – kuster kusterîe – kutzelvleisch kützen – kûze
|
kochsudel
stM.
‘Küchenjunge, junger Koch’ (vgl. SchweizId 7,325), hier in einer Wendung
unklarer Bedeutung (s.a. Friedrich, PhrasWB, S. 248):
so ge ich also sprach kocsudel Brun
2761
MWB 3,2 415,5; Bearbeiterin: Wemhöner
kochwaʒʒer
stN.
‘Kochwasser, Sud’
der swarzen kichern kochwazzer
[...] zepricht den stain in der plâtern
BdN
389,28
MWB 3,2 415,9; Bearbeiterin: Wemhöner
kocke
stM.
ein (nicht näher identifizierbares) Belagerungsgerät:
werc, die man dar hât, / [...] / wâ
man die stete sturmen sol / als kocke, katzen, mangen, / ribolde uf rat gehangen
Kreuzf
2827
MWB 3,2 415,12; Bearbeiterin: Wemhöner
kocke
swM.
auch kucke (
HvNstAp
3249
), kogge (
NvJer
368
vgl. Schiller/ Lübben 2,513f.).
großes, hochbordiges Segelschiff zum Transport von Gütern, Personen und
Kriegsgerät, ‘Kogge’
ich wæn, daz mer getruͦg nie me / so manic shif mit
ein ander: / kiele, sheitis, shalander, / kocken, buzzen, galide
Rennew
13165
u.ö.;
RvEWh
10764;
under einem segele eines schiffes, daz ein kocke geheizen ist
StatDtOrd
22,19;
NvJer
368;
Parz
58,6;
funf und funfzic kocken, rîch bereit /
[...], / dar uf vil werder ritterschaft
Kreuzf
3573;
ûf einem kocken über mer / quâmen bilgerîne UvEtzWh
4798;
dar zuo sol man würken guoter kocken drî, / die ros unde spîse uns nâhen
tragen bî Kudr
257,1;
diu werc [Belagerungsmaschinen] ,
diu dâ gerihtet sîn / ûf kocken oder ûf galîn, / diu werfent krefticlicher vil / ze
verrem unde wîtem zil, / denn diu ûf der erden stânt Ottok
34251.
– in der Wendung ~
unde kiel:
als uns diu âventiure seit, / kocken unde kiel, die waeren alle bereit
Loheng
5862;
man sach vil kocken unde kiel / gezieret ûf dem wazzer komen
UvEtzAlex
7260.
24034.
4417;
Kreuzf
3725.
– Lit.: P. Heinsius, Das Schiff der hansischen Frühzeit, 2Weimar
1986.
MWB 3,2 415,16; Bearbeiterin: Wemhöner
cocrota
Subst.
→
crocota
MWB 3,2 415,40;
koffe
Subst.
wohl zu afrz. cofe, cofre (DWB 5,1576).
‘Reliquienkasten’
er vuort ein schœne bâren, / dâ sîn
kefsen [La. choffe
] inne wâren / und sîn heilictuom des er phlac StrAmis
938
MWB 3,2 415,41; Bearbeiter: Tao
kogel
stM.
‘Bergkuppe’
daz aigen, daz wier heten pei Hergersteten in der grueb vnt an dem chogel
UrkCorp (WMU)
1877,5;
min gvt ze Gerevt, daz zwischen des santperges vnt des chogels leit ebd.
610,37.
3362,28,29.
– als Bestandteil eines Flurnamens:
ein holtz haizzet Radmarschogel UrkCorp (WMU)
1868,14,19.
– als Bestandteil eines Personennamens:
her Chvnrat der Eysenpevtel von dem chôgel UrkCorp (WMU)
N263,31
MWB 3,2 415,45; Bearbeiter: Tao
kogel
stswF.
→
gugele
MWB 3,2 415,54;
koie
swstF.
wie →
kouwe
aus lat. cavea (Kluge, 509).
‘(großer) Raum, in dem Tiere untergebracht werden’ (vgl. Dalby, Mediaeval Hunt,
S. 122a):
Chaam [...] heldit [...]
ij#h:c#g: gervalkin und tusint valkin in eyner coye; unde wen her wil lust tribin do, so
vurt her si mit ym unde eynen lebart an eynis pferdis halfter, der veet dem herren Chaam
welch tier her wil, und do mitte ezt her di gervalkin unde ouch dy valkin in der coye
MarcoPolo
21,5.7;
du [...] dugentriche, / durch waz du flihes di palas /
unde dich in koien nider las? Elis
7458
(vgl. lat. Quelle: diligis tuguria
‘Hütten’)
MWB 3,2 415,55; Bearbeiter: Tao
koife, koiphe,
goufe, koufe
swF.
auch stF. (
Krone
22657;
MorantGalie
4246
);
vereinzelt stM. (Hirzelin
);
zu afrz. coife, coiffe, "die Form goufe, koufe ist nicht
sicher erklärbar" (Suolahti 1,124; Vorderstemann, Fremdw., S. 95-97);
s. a. →
kupfe
.
–
‘kapuzenartiger Kopfschutz unter dem Helm’ (unklar, ob das Wort die gleiche
Sache wie →
hersenier
bezeichnet; vgl. Schultz, Höf. Leben 2,50f.;
Doubek, Waffennamen, S. 343-345 und Siebel, Harnisch und Helm, S. 94-98):
der helm und diu goufe / wart ûf gestricket und ab gezogen
Wh
92,12;
das haubt er gantz endackte / von der goyfen vnd den staelhŭt
Krone
15814;
er [...] sluog, / [...] daz
im der helm enphiel. / durh di koifen ein starchen schiel / sluog er im ab dem houpt
ebd.
9750;
die coyphe, die was vngestrichet [=
ungestricket
]
ebd.
26127
u.ö.;
iser hosen vnd hersnier, / stivalikein vnd lendenier, /
hvͤrtenir, kofen vnd prassel TürlArabel
F 58;
Dvͥnalt trage die isenhosen, / Eigvnt kovffen vnd
hersenir ebd.
*A 132,17;
er [...] tet do mangen härten swanch, / daz
bluͦt und fiwer auz helmen dranch / und durch mangen cheuf erhal
Hirzelin
225;
dat Durendart dat swert guͦt / durch helm inde koffe wuͦt
MorantGalie
4246
(vgl. Anm.z.St.)
MWB 3,2 416,3; Bearbeiter: Tao
koinlich
Adv.
→
küenlich
MWB 3,2 416,28;
kokânisch
Adj.
zu afrz. Cocaigne
‘Schlaraffenland’ (vgl. Suolahti 1,124).
‘fantastisch wie aus dem Schlaraffenland’
dem künic werden sol bekant, / umb daz kokânisch gewant, / des man in disem lande
pfligt Helbl
8,738
MWB 3,2 416,29; Bearbeiter: Tao
kokodrille
swM.
zu lat. crocodilus, corcodrilus (Pfeifer, EtymWB, S. 736).
– große Formenvarianz, u.a.
kolkodris HvNstAp
10145;
kutsch-, kütschdrill
BdN
233,2.
241,21.
248,21;
vereinzelt mit lat. Flexion.
–
‘Krokodil’
ídris [...] ist fîent demo
kórcodrîllo ÄPhys
4,2;
wíe der îdrus ertôte den kokodrillen Boppe
5:3,6;
wê daz ein îderslange mag dur herten [
→
durchherten
] cokodrillen, / und daz niht gebillen / mîn
zunge in arge sinne mac! KvWLd
32,231;
wan niht so zornic lebt sam kokodrille JTit
3886,3;
wie suͤze ist syrenen don und ark des cocatrillen zorn Marner
(W)
7:16,5;
und daz der esel hæte horn, / die liute er nider stieze; / möcht kokedrille
sînem [Hs. vermöchti kocheldrille
sinē
] zorn [‘vermöchte das
Krokodil seinen Zorn ausleben’?] , / nieman ez leben lieze
KLD: SvT
4:2,9;
die grimmen cocatrillen KvWTroj
6220;
eine blaten drobe [über dem
Ringpanzer] , / diu was gesniten wol ze lobe / ûz eines kocatrillen
hût ebd.
3713;
SAlex
4952;
Wartb (H)
570:16,11.
571:18,11;
VitasPatr
328,27.
– in Vergleichen:
von dem houbet hin ze tal / stuont ûf
im [Drachen] ein scharfer grât, / als der kokodrille
hât Wig
5039;
alsô der cocodrille / daz untier herten rücke truoc UvEtzAlex
21640.
22026;
BdN
277,9;
reht als ein cocatrille / ûz eime dicken rôre vert / ze
schâfen unde ir gnuoc verzert, / swâ man si weidet bî dem mer, / sus îlte er in der
kriechen her / ûz sîner dicken ritterschaft / und mahte ir gnuoge schadehaft / an
êren unde an guote KvWTroj
34150;
KvWTurn
1090.
– in einer Schelte:
dîn zunge manegen hât versniten / durch der miete willen. / du gift des
kokodrillen, / du spinne in einem buosen, / [...]
KvWPart
17580
MWB 3,2 416,34; Bearbeiter: Tao
kol
swMstN.
Nom. Sg. md. auch kole;
stN.Pl. auch köler:
PsM
139,11;
SalArz
103,36;
EnikWchr
6827;
PrSchw
2,119;
Ottok
32613;
StRMünch
237,26;
vereinzelt swF.:
Dalimil (B)
9,64.
1
‘Kohle’ (meist Holzkohle, vgl. LexMA 5,1248) 1.1 allg., v.a. als Brennmaterial; auch ‘(Kohlen-)Feuer’
1.2 in besonderen Anwendungen 1.3 in Vergleichen (s.a. Friedrich, PhrasWB, S. 248f. mit weiteren Belegen) 1.4 Wendungen und Sprichw. 2 kollektiver Sg. ‘Kohlehaufen’
3 für Verbrennungsrückstände, Asche, Verkohltes
1
‘Kohle’ (meist Holzkohle, vgl. LexMA 5,1248)
1.1
allg., v.a. als Brennmaterial; auch ‘(Kohlen-)Feuer’
carbones: div chol PsM
17,9;
glüendige koln Parz
459,7;
OvBaierl
108,4;
BvgSp
12;
EvAug
274,16;
dc rôchvaz [
‘Weihrauchkessel’
] voller koͤlr
PrSchw
2,119;
welt ir sie villen oder schern / oder brâten ûf den koln
Sibote
593;
in trouf vil wênic [vom Fett, das vom Braten
abtropft (Martin, Parz. z.St.)] in die kolen
[d.h. sie hatten nichts zu essen]
Parz
184,18;
den burgærn in die kolen trouf [ohne
Subj.]
ebd.
201,4;
in aim hülzin koln BdN
71,26;
lebentig koln [
prunas
ardentes
]
ebd.
451,34;
tôt koln [
mortuos
carbones
]
ebd.
436,17;
verbrunnen koln Frl
8:7,3;
ez ist dreierlai feur. daz êrst ist ain lieht, daz ander
ist ain flamme, daz dritt ist ain kol BdN
71,11;
das schef hat umb und umb chol / gewunnen [Feuer
gefangen] , so ist dy kyels want / an maniger stat
durchl [= dürkel
] prant
Hawich
1822;
der heizen helle kol TvKulm
1740.
– in rechtl. Kontext:
die coler sol man setzen von der stat uber anderthalb meile, unde
inwendic anderthalber meile sol man niht colen brennen [durch
Brennen Holzkohle herstellen] bei der stat umbe und umbe
NüP
174;
von dem fuͦder ruͤb einen
pfenninch [als Brückenzoll]
StRMünch
237,26;
daz nieman sol kauffen uber 50 koͤrbe koln und
sol auch ein lastschif mit koln 8 tage sten ane furkauf under der
buͦzze, als sie von alter her kumen ist WüP
72,9.
25,2.
103,3.
– bildl.:
vrauwen sal er sprechen wol / und salen losschen der
schanden kol / mit intreden, woe er hoirt / das man ir lobis tempel stoirt
MinneR 481
760;
wann miner freuden swartzer kol / glimmet sere in
leydes hitze! Minneb
1578;
[der junge Wilhelm zum
Vater] aller [erg.
bilde
] schoͤn ein kol / ist gein dem
bilde [Traumbild von Aglye]
WhvÖst
732;
der minne ~
(s.a. →
minnenkole
swM.):
sendet im der starken gluͦte / vͦwer
minne einen koln / so mac er sich des vrostes irholn Albert
1568;
entfeng in im der reiner minnen kolen
MarlbRh
1,19.
108,22;
WhvÖst
14764;
lasse mich dur die kolen der minne ziehen und mit den
brenden der smacheit sclahen Mechth
3: 3,26;
der simonien ~
:
ez glüen der simonien koln Frl
9:13,16;
vgl.
[die pfaffen
] lazen
Simonie [personfiz.] ir koln / erhitzen
manigvalt ebd.
9:19,11
1.2
in besonderen Anwendungen:
– zur Markierung einer Grenze:
wann man new ecker mist [...] mit rain vnd
mit gemerkhen, es sei stein oder kolen, die man in grossen höfen in die erde
grebt, vnd steinhauffen darauf legt, [...] mercket
man die mass der ecker, das die niemant prech StRBrünn
220.
– zum Zeichnen (‘Kohlestift’?):
do der maler hate entworfen mit koln in der capell
die alten veter Seuse
60,16.
– zur Verbesserung des Bodens für Pflanzen:
wisse, das di castanee wil habin wech ertriche vnde
vuchtis, sundir nicht sandich ertriche. [...] kolin
vnd wize, locherechte steyne, wol czu murfit vnd in di erde gewurfin, helfit
ouch Pelzb
128,18.
– als Bestandteil von Heilmitteln:
di kolen, da der smit sin isen inne hat gegluet in
der ese, di sint ouch dar zu [zur Heilung der
Brandwunden] gut SalArz
79,54;
vnde lege druf [auf das
Geschwür] scariolam, di gestozen si mit rosen ole oder
kol, di gestozen si mit rinderiner butter ebd.
76,30
1.3
in Vergleichen (s.a. Friedrich, PhrasWB, S. 248f. mit weiteren
Belegen):
– ohne das tertium comparationis:
mir ist das herze alsam ein kole. / der minne fuer ist
so starg, / daz mir svdet min marg / vnde brinnet min gebeine
Herb
762;
[der Segel] solte halber als ein kol / und halber
als ein krîde wesen KvWTroj
22442.
–
heiz:
ir wâret hiute als ein kol / heiz ûz der mâzen. / nû
hât iuch diu hitze lâzen Eracl
3688;
ir munt heiz als ein kol KvWTroj
15840.
–
swarz:
pfellel [...] swarz alsam
ein kol NibB
365,3;
der [Schild] was swarz
alsam ein kol Wig
1827;
der [Segel] ist swarz als ein kol
UvTürhTr
3387;
sin ors was swarz als ein kol / mit gerechtin march
mâlin Athis
E 100;
sin [Luzifers] antlitze ist
vil gar / wurden swartzer kolen var Daniel
4814.
–
vinster:
nicht me gab er [der gefallene Engel
Luzifer] liechten schin, / vinster wart sin varwe fin /
gemachet sam ein kole Daniel
4809.
–
rôt:
der stern [Planet Mars] ist
rôt reht als ain glüender kol BdN
57,29.
–
wîze koln unde swarzer snê als Bezeichnung für etwas
Unmögliches:
ich geloube an sîne wîsheit / hinnen fürder niht mê / dan an wîze koln
und an swarzen snê ZwBüchl
614.
–
snœde:
diu materie, dâ got alliu dinc ûz gemachet hât, daz ist snœder
dan ein kol wider dem golde Eckh
1:290,2.
–
vest:
daz bilde, daz in dem golde ist, das ist vester, dan daz in dem koln
ist Eckh
1:289,10.
–
brinnen, enbrennen:
dar durch sô bran der cyclât / reht alse ein
glüejender kol Tr
11119;
ir munt der viurete unde bran / reht alse ein
glüejender kol ebd.
17569;
ir augen bronnen als ein kol HvNstGZ
816;
daz si von sînen minnen / was enbrennet als ein kol
KvWTroj
22889;
HeslApk
13345;
Volmar
234;
Minneb
3651.
–
erlëschen:
sô moht man êrste kiesen / Lanzeletes pavilûn, / wîz,
grüene, rôt, brûn, / sô hêrlich über die ander, / als ein brinnder zander /
für ein erloschen kol UvZLanz
9084;
sîn barmunge alsam ein kol / was, daz gar erloschen
ist Wig
7632;
nu was sîn hôchvart als ein kol / mit dem lîbe
erloschen gar ebd.
8321;
ir vreude erlischet als ein kol Winsb
58,3
1.4
Wendungen und Sprichw.:
der niwan diu wort sprichet âne andâht des herzen, daz ist als der mit
einem blâsbalge blâset in erloscheniu kol DvASchr
389,1;
das ist rehte alse kalte kolen blasen
DvAStaff
105
(vgl. TPMA 7,116);
kleines fewer brennet ein michels hous, / so leschet ein
trouf einen kol, / da von ein hous verbrunne wol Erz III
87,47;
dy wisin sprachin [...]: / wer den schadin nicht
wil doln, / der laz dy funkin nicht eine koln / werdin in dem haus; / wan der
kol von einer graus [von der Größe eines Korns
(grûz)] / wirt oft czu einer flammen Dalimil
(B)
9,64.
23,47;
über naht liget ofte ein kol / in den aschen verborgen /
und glüet unz an den morgen. / sô man in danne rüeret / und den aschen
zerfüeret, / sô siht man wol daz drunder lît, / daz die hitze mit den liehte gît
Eracl
2120
(vgl. TPMA 1,261);
swaz man ot wischet den koln, / so wil er immer swartz
wesen! Pass I/II (HSW)
34968
(vgl. TPMA 7,116)
2
kollektiver Sg. ‘Kohlehaufen’
sich swer ain stucke der leber ûf ainen gluͤgenden kolen leget
PrSchw
2,18;
so vergelde wirz allez wol / beide bli und ouch kol
Erz III
56,200;
ez suln alle geladen wägen dem chole [für den
Bergbau] weichen, swo man ez füert [den mit Kohlen
beladenen Wagen ausweichen]
BWB (Sch)
1,1236
(a. 1332; bair. rechtsb.)
3
für Verbrennungsrückstände, Asche, Verkohltes:
unt diu schône Tyre lâgen cholen [läge in Schutt
und Asche]
VAlex
1025;
daz ime der schilt vor der hant / vil nâch ze koln was
verbrant Tr
9034;
si heten flîziclich / gelesen und erwaschen / diu koler ûz
dem aschen, / [...] und heten ninder funden / darinne dhein
gebeine / als ein bône kleine Ottok
32613.
29369
MWB 3,2 417,4; Bearbeiter: Tao
kôl, kœle,
kœl
stM. , kôle
swM.
sw. selten (
SalArz
47,57;
Parad
99,9
);
auch coile (
ebd.
29,30.
96,20
); bei
Ipocr
229
könnte stF. (falls nicht Gen.Pl. stM.) vorliegen;
vgl. ahd. kôl(i) stM., kôla F., kôlo swM. (AWB
5,302).
– aus mlat. caulis, caula (EWA 5,683).
–
‘Kohl’
caulis vel magudaris: kol [La. koͮle
]
SummHeinr
1:201,398.
2:55,419;
caulis: choli, colgras ebd.
2:223,230;
caules: koͤle Gl
3:51,68;
caulis: koͤl VocOpt
50.004;
ein cleine gertelin, / da hete ich gephlanzet in / ein teil koles
Vät
8829
u.ö.;
einen garten [...], / da man hete kol
stan Pass I/II (HSW)
22727;
wenn man köl und haselpaum pflanzet zuo der weinreben wurzel, sô
verderbent si die weinreben BdN
394,14.
408,27.
426,29;
wer die köl reht kochen well, der [...]
ebd.
394,9;
man sol oͮch nemen von ainen ganzen vuͦder koles ainen pfenning
UrkCorp (WMU)
2521,15.
548ABC,31,45;
ez was rehte umb die zît [...], / sô der wîn in blüete
stât, / dâ von man den herbest hât / volle kophe bî den koln UvEtzAlex
2407;
ouch hatte dirre Same wol / gesên dî brûdre ezzin kol, / des dî
Prûzin nicht inpflâgin / nutzin dennoch bî den tagin NvJer
9874;
ouch eyn ungesaltzen kol / nicht smecket in dem munde wol
Hiob
2125;
swer einen boc den salter lêrt / und im her nâch die köle wert, / mich dunket er
lâze den salter var / und neme der kappaz bleter war Renner
10524;
brassica: roͤmsche koͤle Gl
3:50,42.
– med.:
kole sint kalt vnde truc an dem andern gradu
SalArz
11,15;
contra pleurisim. nim den stein, den div sualwe treit vnde den
hanefsamin vnde der chole samen, vnde mische ez mit der saluiun vnde lege ez im
undir die zvngvn Ipocr
229;
swer ouch machit ein gargarismum von schafgalle vnde von
asche, di gebrant si uz retich vnde uz kole, vnde mit honige gemischit, der hilft
ouch SalArz
43,39;
mache im ein plaster uzen uf di lenden uon fenu greco vnde
uon kole ebd.
57,37;
romis col heilet vrische unde alde wunde Macer
50,1.
50,3.
50,11;
mit grunime koliz saffe ebd.
88,12;
nem holundern bledere vnde roden kol iclikes eyne hantvol
OvBaierl
105,6;
in disem monot [Dezember] sol men nüt baden. men sol
ouch kein koͤle essen MonatsrRh
366.
–
fetter ~
für gutes Essen:
di munche und di phaffen [...], / di sich durch den
fetten kol / ouch um di ampmet denen [danach streben]
TvKulm
5526;
von den schulden ist ouch wol / fet der simonien kol ebd.
4098.
– sprichw.:
Kohl gekocht haben, den andere essen müssen (Friedrich, PhrasWB, S.
248):
Eva, hastu gekochet guten kol, / daz wizzen dine kinder wol, /
di in mit jamere ezzen Brun
1353
MWB 3,2 419,20; Bearbeiter: Tao
kolbe
swM.
kulbe
Tauler
431,7;
Dalimil (B)
60,53;
kalbe
GTroj
1528.
1
‘Keule, Knüppel, Streitkolben’
1.1 allg. 1.2 als (unritterliche) Waffe der Riesen und Wilden 1.3 Stock, Stab eines Hirten 1.4 als Attribut eines Narren (zur Sache vgl. LexMA 6,1023-1026) 2
‘Stange, Stiel (eines Gerätes)’
3
‘Stachel’ (?)
1
‘Keule, Knüppel, Streitkolben’
1.1
allg.:
do slvͦch sant Sebastian den tiͤufel mit
einem pliͤgenen cholben Konr
6,49;
(als Folterwerkzeug:)
do hiez er in mit pligienen cholben vaste ane slahen
ebd.
13,19a;
mit scharfen swerten was ez [das
Rad] gar / und mit kolben wol beslagen Wig
6784;
daz werte manic werder man / mit kolben und mit swerten Mai
121,25;
Cain einen kolben gevie / und sluoc den bruoder an den nac
EnikWchr
1346;
bischolf Arnolt / mit sînem kolben Ottok
30015.
33492;
wer nu heldes namen hatt / und den weyben dienen will, /
der kem alldar, er vint ir vil / freuden der sein hertze gert. / er pringe
kolben oder schwert HvNstAp
17070;
der wirt lief sâ zehant / hinder die tür an eine want; / einen kolben het
er gevangen Niemand
211;
wan alle die toͤde der bluͦt
stúrzungen, die kloppele, die
kulben [Kolbenschläge] , die wunden, die vientliche
antlitze der boͤsen lúte: dis alles ging ir [der
Märtyrerin Cordula] durch ir herze und durch ir fantasien
Tauler
431,7.
– in Rechtstexten; als Gegenstand von Strafvorschriften:
obe ieman swert, mezzer adir kolbin zuhit UrkFrankf
1,422
(a. 1303);
geschehe aber, daz von ieman kolben oder stangen oder
ungefuͤge schit, oder ander wofen in vintlicher wise erhaben oder
erzogen wuͤrden WüP
41,7;
ditz selbe ist ouch von mortkûlen odir kolben, di messîn, kupfrîn,
îsrîn oder stêhlîn zanggen haben StRZwick
206;
als Waffe im gerichtl. Zweikampf:
wirt ir [Klägerin] aver ein kamph ertailt,
sô sol man den nôtnufter [Vergewaltiger]
ein [in] di erd begraben untz an den nabel
[...]. und sol man im einen kamphcholben ein
deu hant geben und sol einen rinch stræn um in mit strô ein der weit, daz
er sei mit dem cholben erlangen mug RbRupr
138.
– Sprichw.:
man sol toren mit kolben lusen [lausen]
RittermdN
202
(vgl. TPMA 8,392)
1.2
als (unritterliche) Waffe der Riesen und Wilden:
mit îsenînen kolven / grôzen, die si [Riesen im Gefolge des
Eneas] trûgen, / des hers si vil erslûgen En
7136;
wâfens wâren si blôz. / waz ir wer wære? / zwêne kolben swære, / grôze
unde lange: / den wâren die stange / mit îsen beslagen Er
5387.
5522;
er truoc einn kolben alsô grôz Iw
469.
6683.
6726;
GTroj
12141.
12463;
des künec Gorhandes her / mit stehlînen kolben streit / ze
vuoz Wh
35,21.
395,24.
396,13.
397,2.
– der Bauern:
sin [des Bauern] kolbe was
vreislich ReinFu
K,467;
einen kolbn er [
ein starker
gebûr
] in der hende truoc, / des kiule
grœzer denne ein kruoc Parz
570,5;
einer [der
dörpel
]
[...], / der
treit einen kolben grôz, / der wil uns reigen bî der linden leiden
SM:Go
3: 1,10.
– der Zwerge:
einen kolben er gevienc, / der im an dem arme hienc
Wig
6669;
Karriôz ouch vaste / mit sînem kolben ûf in sluoc
ebd.
6681;
im Vergleich:
den wilden getwergen / furen si vil nach geliche
[...]. / si furten cholben unde swert
Dietr
6490.
– der Gestalten der griech. Mythologie:
dâ leite ich sînen [des
Herkules] kolben / und alle sîne strâlen în
KvWTroj
38716;
mitt ainem kolben, den es trüg, / uff den erwelten
es [Minotaurus] do schlüg GTroj
22051
1.3
Stock, Stab eines Hirten:
sie trugen kolben v̄ bogen Wernh
D 4046.
A 3527;
ouch truoc er bî den stunden / einen kolben in der hant
KvWTroj
1661;
der fürst [Paris als Hirte] luff
den berren an / mitt ainem kolben fraisan GTroj
1530;
ich verliche im den kalben [(humor.
Ausdruck:) versetze ihm eins mit der Hirtenkeule (vgl. Glossar
z.St.)]
ebd.
1528
1.4
als Attribut eines Narren (zur Sache vgl. LexMA 6,1023-1026):
ich bin under den wîsen / wol eines tôren genôz: / dâ wider bin ab ich ze
grôz / zeinem fürsten sinnes [an Verstand] under in /
die sô gar sint âne sin / daz man in tobender tôrheit giht, / wan ich trage doch
tôren kolben niht ZwBüchl
230;
sîn kugele [Kappe, Kapuze] was gevullet / mit
zwein kæsen herte, / ein kolbe was sîn geverte UvTürhTr
2512;
HvFreibTr
5142.
5159;
einen kolben swære als ein blî, / den nemet zuo eime leitestabe
HBirne
154.
182.
– Sprichw. (vgl. TPMA 8,367-379):
den [= tôren
] dunchet nihtes
guot, / wan daz er mit sinem cholben tuot Trost
53;
dis bîschaft sî geseit / dem tôren, der sîn kolben treit, / der im ist
lieber denn ein rîch Boner
1,25
2
‘Stange, Stiel (eines Gerätes)’
dy hack eine kulbin vbir sich richt, / [so auch
jener,] wer sich vor sinen viendin czu gerichte gibt Dalimil
(B)
60,53;
3
‘Stachel’ (?):
ire [der Schlangen] zegele
[...] / hadden manegen colben
[...]; / die warin crump alse engele sint
TundN
458
MWB 3,2 420,7; Bearbeiter: Tao
kolbegêr
stM.
gêr, dessen Stange ein dickes Ende hat?:
Olyuer der wygant, / der droich da in syner hant / eynen groessen kolue geyr,
/ dar mede verwan he meynch seyr [verwundet er viele]
Karlmeinet
403,51
MWB 3,2 421,34; Bearbeiter: Tao
kolbelîn
stN.
Dimin. zu
kolbe
1:
der suochet ein schirmswertelîn, / einen buckeler und ein kölbelîn
Renner
16759.
– übertr., von keulenförmigem Blütenstempel:
alsô diu lilje bringet diu goltvarwen kölbelîn von ir obersten mittel, alse
hât uns diu reine maget brâht dich, hêrre Jêsû Kriste, wârer got, gekleidet mit der
menscheite DvAOff
33
MWB 3,2 421,39; Bearbeiter: Tao
kolbenrîs
stN.
Zweig, den ein Narr als seine Ausstattung mit sich führt (vgl. →
kolbe
1.4):
heiz in komen in tôren wîs: / zehanden tragen ein kolbenrîs
UvTürhTr
2480
MWB 3,2 421,46; Bearbeiter: Tao
kolbenslac
stM.
‘Schlag mit der Keule’
des süll wir beid strît wegen / mit swerten und mit
kolbenslegen EnikWchr
9530;
EnikFb
2871.
3464;
der den Merenbergære / tôte mit dem kolbenslag
Ottok
11969;
alsô was im daz houbet sîn / betœret von den
kolbenslegen EnikFb
3477;
[...] ein siechiu hübscherinne / ein buochsagær trunken,
/ ein valsch ros erhunken, / für kolbensleg ein strôhuot, / daz allez ist für niht
guot Helbl
2,1449.
–
~ geben, wegen:
mit gantzer krafft er es wag, / und gab im ainen kolben slag
HvNstAp
7642;
da [als] im der Wulgar / den
ungefugen kolben schlag / hinten auff das haupt wag ebd.
7719
MWB 3,2 421,50; Bearbeiter: Tao
kolbenstreich
stM.
wie →
kolbenslac
:
dâ wider bedürfe wir der gedult schiltes, ûf den wir enphâhen diu
schôzbölzelîn scharpfer worte und etwenne ouch einen kolbenstreich müelîcher site
und leider werke DvASchr
315,36
MWB 3,2 421,63; Bearbeiter: Tao
kolblat
stN.
‘Kohlblatt’, in mediz. Anwendung:
dit is ok eyn vorsucht arczedye: nym eynen vrosch,
[...] nym de leueren vz, wint se in eyn kol blat,
bornne se in eyme nuwen scheruene to puluere, gef se eme to drynkende myt warmen
wyne OvBaierl
87,19;
vnde lege eme eyn wycz kolblat ouer de wunden ebd.
149,8;
so nym kolblatere, pech vnde galgan vnde gummi edere iclikes
dre lot [...]
ebd.
159,9
MWB 3,2 422,4; Bearbeiter: Tao
kolbrunst
stF.
‘Kohlenmeiler’?
dô wart dem kunic sô zorn, / daz von im gie ein tunst / als ûz
einer kolbrunst Ottok
14912
(vgl.
ebd.
36046
→
kolgruobe
)
MWB 3,2 422,13; Bearbeiter: Tao
kolc
stM.
vgl. mnd. kolk, kulk "eine mit Waßer gefüllte Vertiefung, bes. ein
durch die Gewalt des Waßers eingerißenes Erdloch; dann auch das strudelnde Waßer"
(Schiller/ Lübben 2,518f.).
1
‘Wasserloch, Teich’ (?) 2
‘Sumpf, Pfuhl’ , bildl. (vgl. PreussWB (F) 1,403) 3
‘Trug, Falschheit’ (? vgl.
mot
2.5 )
1
‘Wasserloch, Teich’ (?):
in der [
welt
] sullen
vechten zwei volke / also vische tun an eime kolke Brun
11091
2
‘Sumpf, Pfuhl’, bildl. (vgl. PreussWB (F) 1,403):
des tûvils sun her Swantopolc / sich abir in der sundin kolc
/ tîfir und tîfir warf NvJer
6244;
ân andir gemeine volc, / des vil dâ slant des tôdis kolc
ebd.
21441.
–
dirre Swantopolc, / allir erge ein tîfir kolc
NvJer
6994;
nû was der unvlâte kolc, / der unreine Swantopolc, / îtil
allis gûtis ebd.
8744
3
‘Trug, Falschheit’ (? vgl.
mot
2.5):
daz ir vehtet an allen kolc / steteclichen vor [für]
unser volc Macc
6859;
hierher auch
Daniel
6409
(vgl. Anm.z.St.)?
MWB 3,2 422,17; Bearbeiter: Tao
kôle
stF.
→
quâle
MWB 3,2 422,34; |