Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
  Ansicht: Standard Gliederung    |     Zusatzinformationen   Links      |     Portion: Artikel pro Seite

k – cadmia
kaf – kalc
calcaire – 2kalle
3kalle – kaltlîchen
kaltnisse – kamerærse
kamerbëlle – kamerselde
kamersidel – kampfer
kampfgenôʒ – kampfwât
kampfwërc – kanonîen
kanonike – kanzelschrîbære
kanzwagen – Cappadociære
kappân – kappûnen
capût (?) – kardenâldiaconus
karele – karra(t)sche
karre – karthiusære
kartur – kæselîn
kæse|lüppe – kasten
kastenære – kathecuminus
kathezizieren – kauerære (?)
kauergerihte – kefse
1kegel – keisertuom
keitivic (?) – kelken
këllære – këlre
këlstëchære – 2kemelîn
kemelînvleisch – kendelîn
kenecte – keppechîn
keppeler – kerkerhaft
kerl – kerrîne
kerschlich – kerzîn
kerzlach – ketenwambîs
kettelinc – keʒʒelære
keʒʒelærinne – kîche
kîchen – kiesærinne
kiesen – kindebet
kindechîn – kindestac
kindestohter – kintbettegemach
kintbetten – Kiperære
Kiper(e) – kirchenbrëchære
kirchenerbe – kirchhërre
kirchhof – kirchtac
kirchtor – kirnen
kirnîn – kitzelen
kitzelîn – kiuwe
kiuwen – klâfterlanc
klâftermâʒe – klagenôt
klagerede – klamben
klamen – klæret
klârheit – klëber
klëbereht – klegerse
klêgrüene – kleinlîche
kleinlîcheit – kleinvüegunge
kleinzëhende – klepfze
kleppisch – klinge
klingelære – klobeholz
klobelouch – klôsterknëht
klôsterlëben – klôsterweide
klôsterwërre – klûde
klüege – klupfen
kluppe – klutterât
klûwen – knëhtelîn
knëhten – kniel (?)
knieleip – knodebôʒe
knödel – knubelen
knugelîn – kobel
kobel – kochman
kochsudel – kôle
kôlegruobe – kolner
kölnisch – komelinc
komen – condewier
condewierde – konkavelite, konkavelit
conplêt – convëntkopf
convëntswester – koraze (?)
      convëntswester stF.
      convëntvrouwe swF.
      converse swM.
      konvrouwe swF.
      konwîp stN.
      kopf, koph stM.
      köpfelîn, köpfel stN.
      kopfer stM.
      kopfer-
      1koppe swM.
      2koppe swM.
      koppelen swV.
      köppeln swV.
      koppen swV.
      koppenorden stM.
      cor stN.
      kor stF.
      kor, chor stswM.
      kôr stM.
      coralîs stM.
      koralle swM.
      korallenkrût stN.
      korallîn Adj.
      korapfel stM.
      koraze (?) Subst.
körbelîn, körbel, körblî – körnære
kornban – kornmesse
kornmetze – corporâl
corporâlgewæte – kostebæric
kostebærlich – kötze
kotzeht – koufgenôʒ
koufgiric – koufschalc
koufschanze – krachen
kradem – krâme
kræmel – kranc-
krancmüetic – 1krapfe
2krapfe – krëb(e)ʒ
krëbeʒen – krefticheit
krefticlich – kreiʒgengel
kreiʒlingen – kreter
kretscheme – kriechelîn
kriechen – krîgen
krîieren – krippen-
krîsch – kristâbent
kristalle – kristenin
kristenisch – kristiâne
kristier – kriutener
kriuzaltære – kriuzloht
kriuzphenninc – 1krœnen
2krœnen – krotenstein
krotenstutz – krülle
krüllel – krupfei
krüpfen – krûtmezzer
Krûtnowe? – kûchen
kuchenære – küechelmël
küefelære – kugelhuot
kügellîn – kumberlich
kumberlîn – kûmen
kumer – kunde
künde – künftigære
kunftlich – künigeslêhen
künigessilber – künstelîn
künstelôs – kuntmeister
kuntsame – kuosërtærinnesun
kuo|smër – kuppe
1kuppel – kurdewân
kurdewænære – kurpen
kürre – kurtois
kurtoisîe – kurzwîle
kurzwîlen – kuster
kusterîe – kutzelvleisch
kützen – kûze

   convëntswester - koraze (?)    


convëntswester stF. ‘Klosterschwester, Konventualin’ die wile Jvte, vnser convent swester, lebet UrkCorp (WMU) 1773,44; swester Mijen Gnuͥrserren, siner swester, duͥ convente swester ist an Oͤtenbach UrkZürich 11,41 (a. 1326)

MWB 3,2 465,55; Bearbeiter: Plate

convëntvrouwe swF. ‘Konventsdame, Konventualin’ jr tohter Jvten, div vnser conventvrowe ist UrkCorp (WMU) 1773,36

MWB 3,2 465,60; Bearbeiter: Plate

converse swM. ‘Laienbruder, Konverse’ brvͦder Johans, des gotzhvs convers vn̄ schaffener von Klingendal UrkCorp (WMU) 2026,3. 590,29; UrkZürich 11,99 (a. 1328); die munche sich versunnen des, / daz dem edeln herren gut / nicht vugete ein sulche demut, / daz er [nur] ein convers were Pass I/II (HSW) 14609; einew kom her zu uns, die hiezze Reichilt von Gemmershaim, mit irm elichen wirt, der wart ein convers EbnerChrist 10,10; do hate ein leybruͦder, der waz ein suter, vil úbermuͤtklich mit im geredet [...] do ze abent wart und der selb bruͦder in dem siechhus ass, do gie der diener fúr daz siechhus stan warten, wenn der convers her us giengi Seuse 86,12; [...] der muniche und der converse und ouch der novicien sele [...] HlReg 90,9. 27,29; BuchdRügen 557; Dalimil 97,29. 97,34.

MWB 3,2 465,63; Bearbeiter: Plate

konvrouwe swF. ‘Ehefrau’ (vgl. → kone swF.): jch Popp von Liebenberch vnd min chon frowe Offmey UrkCorp (WMU) 2329,2; ich mit sambt meiner chonnfrowen Mechthilden UrkKlostern 1,87 (a. 1303); UrkEnns 5,606 (a. 1306); seyt ich hab verloren / mein schone frauwen [l. chonfrauwen Hs. A] wol geporen / [...] leichte wurd ich da erslagen, / so kumpt mein sele doch zu ir: / wie mocht paß geschehen mir HvNstAp 3075

MWB 3,2 466,16; Bearbeiter: Plate

konwîp stN. konewîp

MWB 3,2 466,25;

kopf, koph stM. ahd. und bis in die 2. H. des 12. Jh.s nur in der Bedeutung ‘Trinkgefäß’; der einzige Beleg des AWB in der Bedeutung ‘Kopf’ stammt aus einer Glossarüberlieferung des 13. Jh.s (BStK 287 = Innsbruck 711, Bl. 25a) und ist dort nachträglich übergeschrieben. – Zur Wortgeschichte vgl. Augst, Haupt und Kopf, auf umfassender Beleggrundlage. 1 ‘Becher, Kelch, Pokal’ , meist ein halbkugelförmiges Trinkgefäß, das im Unterschied zu napf und schal (
2 ‘Hirnschale (vgl. → hirnkopf), Schädel, Kopf’ von Menschen und Tieren, als expressiv-affektives Kraftwort seit Anf. 13. Jh. vereinzelt statt houbet (Erstbeleg Roth Hs. H, nicht bei den Autoren der mhd. Klassik), häufiger seit 2. H. 13. Jh. (aber noch nicht im UrkCorp ), wobei jedoch houbet das Normalwort für ‘Kopf’ bleibt. dürfte bereits vor Beginn der Überlieferung als Gefäßmetapher aus 1 entstanden sein, sichere Belege für Lebendigkeit des metaphor. Bezugs fehlen (Augst, Haupt und Kopf, S. 172-177). wird vor allem in drastischer Schilderung von Gewalt gegen den Kopf gebraucht, außerdem in Beschreibungen von negativ (als hässlich, greulich, gefährlich oder auch niedrig, verwerflich usw.) gesehenen Personen, noch selten als Normalwort ohne erkennbaren Nebensinn
2.1 als Gegenstand von Gewalteinwirkung, besonders im Kampf
2.2 in Personenbeschreibungen
2.3 für den Tierkopf, als Normalwort
2.4 Wendungen
   1 ‘Becher, Kelch, Pokal’, meist ein halbkugelförmiges Trinkgefäß, das im Unterschied zu → napf und → schal ( ich hiez in schenken über al, / in kopfe, in napfe, in silberschal UvLFrd 188,22 ) Deckel und Fuß hat (Augst, Haupt und Kopf, S. 186f.; Schultz, Höf. Leben 1, 376f.; Weinhold, Dt. Frauen 1, 104f.); literar. meist als höfischer Luxusgegenstand: [allegorisch:] noh ne wizze wir des wir hernah werden fro / der choph ist nu bedecchet / daz trinken wole smekket VMos 83,15; silberîne napphe, guldîne chopphe, / vile guot gewâte Gen 1004; GenM 43,14; welt ir nu wizzen waz erbegut ist: [...] daz sint kophe, naephe unde schuzzel [...] StRAugsb 151,4; scuzzelen unt näpfe, / die wol gestainten kopfe Kchr 13012. 14235; Rol 2494; LobSal 168; als er ûz dem kophe getranc, / daz ouge im ûz dem houbete spranc Kchr 7516; ouch hiez er einen kopf dar tragen / von rôtem golde geslagen Tr 8757; Gâwâns schenke niht vergaz, / dar entrüegen junchêrrelîn / mangen tiwern kopf guldîn / mit edelem gesteine Parz 702,6; guldîne köpfe reine / und manec schüzzel silberîn / wart von der milten hende sîn / geworfen ûf die ritterschaft, / diu nœtic unde kumberhaft / sîner helfe gerte KvWTurn 56; den dûhten becher gar enwiht, / er wolde näpfe noch kopfe niht, / er tranc ûz grôzen kannen Weinschwelg 6; und die klâen [des Greifen] sint sô grôz, daz in die läut köpf dar auz machent und trinkväzzer BdN 190,8; auz des holzes maser macht man guot köpf ebd. 338,17. – mediz. als Schröpfkopf: vnde setcze eyn horne eder eynen koph dar ouer, daz daz bose blud her vz komme OvBaierl 140,4. – als Maß: unt desselben tages, swer das hus het ze sinen handen, der sol im geben ein halben kopf des besten wins [...] UrkZürich 8,41 (a. 1305); so sol Heinrich Brúchi von sime guͦte [...] ierlich gen ze sante Martins dult sehs phennninge vn̄ ein koph habern UrkCorp (WMU) 1120,30. – sprichwörtl.: ich hain ducke horen sagen: / vollen kopp sal men even dragen HagenChr (G) 3743    2 ‘Hirnschale (vgl. → hirnkopf), Schädel, Kopf’ von Menschen und Tieren, als expressiv-affektives Kraftwort seit Anf. 13. Jh. vereinzelt statt → houbet (Erstbeleg Roth Hs. H, nicht bei den Autoren der mhd. Klassik), häufiger seit 2. H. 13. Jh. (aber noch nicht im UrkCorp), wobei jedoch houbet das Normalwort für ‘Kopf’ bleibt. ~ dürfte bereits vor Beginn der Überlieferung als Gefäßmetapher aus 1 entstanden sein, sichere Belege für Lebendigkeit des metaphor. Bezugs fehlen (Augst, Haupt und Kopf, S. 172-177). ~ wird vor allem in drastischer Schilderung von Gewalt gegen den Kopf gebraucht, außerdem in Beschreibungen von negativ (als hässlich, greulich, gefährlich oder auch niedrig, verwerflich usw.) gesehenen Personen, noch selten als Normalwort ohne erkennbaren Nebensinn    2.1 als Gegenstand von Gewalteinwirkung, besonders im Kampf: vnde scloc ime einin orsclac / daz eme der kopf alzo brach Roth 1649; sie wecketen manchen der dâ slief, daz im der kop zubrochen wart LivlChr 675; er spielt im den ganzen helm / und sluoc die zwei [ den backen und daʒ ôre ] besunder / im abe dem kopfe drunder KvWTroj 33710; durch des helmes venster er im stach / [...] beidiu ougen ûz dem kophe Ottok 16428; daz hirn ouzen chophen spranch Dietr 9343; sie begunden in bluwen all umbe sinen kopf / [...] daz er gieng umb als ein topf [Kreisel] WolfdD (H) 860,3; sie enmachten vollenclîchen dâ / den heiden ire kopfe blâ LivlChr 4270. dô er der scham wart gewar, / dô brach er ûz dem kopf daz hâr EnikWchr 904. 5112. – behelmter Kopf: daz hundert swert ûf sînem kophe lûte erklingen Neidh WL 13:4,8; daz hirne wart im und der kopf / erschellet harte KvWHvK 152; die erdünten im den gebel, / daz im vür diu ougen viel ein vinster nebel, / mit sulcher kraft wart im sîn kopf erschellet Loheng 2166; SM:Go 1: 3,10. – Kopf von Tieren: Jâson sluoc im [Drachen] daz houbet abe / mit sîner clingen lûtervar, / dar nâch sô gienc er schiere dar / und sluoc im ûz dem kopfe / die zene mit dem knopfe KvWTroj 9959; der schedel [einer Krähe] und des kopfes bein / wart zerklecket als ein ei ebd. 10672; do viel er nider als ein rint, / daz vur den kopf wirt geslagen Pass III 35,9; so sleiffet er den hunt nach ime bitz an einen boͤm und sleht in denne wol herte umb einen boͮm und brichet ime den kopf Tauler 51,32. 51,36    2.2 in Personenbeschreibungen: reht enmitten ûf dem kopfe, / der lîm [Borte, Streifen der prächtig bestickten Haube] mit vogelen was bezogen [...]. / ûf gebûren swarte / kom nie bezzer houbetdach Helmbr 34; er hete lange brâwen, / dâ stuonden ougen under, / diu vaster denne ein zunder / ûz sîme kopfe brunnen KvWTroj 5931; ez [missgebildetes Kind] gewinnet einen kopf als ein slegel PrBerth 1:323,28; grôz ein ouge vorne / daz stunt in [Riesen] tief in dem koph: / als in ein zerbrochen toph / sach man hin în in das hol UvEtzAlex 23171; dicke er in der kuchen lac, / da wusch er schuzzelen und topf. / des hette im schwartz har und copf / gemachet rouch und ruz Vät 21724    2.3 für den Tierkopf, als Normalwort: dô lief der vol. er in gevie / bî sînem kopf und bî der man, / wan im des voln got wol gan EnikWchr 25927; welch ros hat daz ouginstal, dem laz ander odir an den ougen unde bind ym den cophf nedir: zo blutit is yn us Albrant 3,49. – Wappentiere: ein adelar [...] von sîme kophe ein krône / erlûhte niht ze michel KvWTroj 33826; in dem guldînen velde lac / ein blâwer löuwe schône, / der einer glanzen krône / von gimmen ûf dem kopfe wielt ebd. 36125    2.4 Wendungen: daz wirt in vil kurzen tagen / ûf ir bêder kopf geslagen [wird ihnen vergolten, heimgezahlt] Helbl 7,164; dis liesse ich minen kopf [mein Leben] kosten Tauler 184,13; awf seynem kopf vnd awf seynem schopf SchöffIglau 62; nút mit eime gestúrme, also man die köppfe zerbrechen wellen [nicht mit Gewalt] Tauler 433,24; alse sú mit den koͤppfen durch die muren varen wellent ebd. 405,32. 409,5; do ist als unmúgelich ze komende als mit dem kophe an den himel ze reichende ebd. 298,25

MWB 3,2 466,26; Bearbeiter: Plate

köpfelîn, köpfel stN. ‘kleiner Becher’ dô nam der eine daz barel / und ein köphel daz er truoc / von maser schœne und guot genuoc, / daz vüllet er und bôt ez im RvEAlex 21381; ein koͤpfli Seuse 46,15; ain wähsein köpfel BdN 300,5. – als Maßangabe: ein kophol wines UrkCorp (WMU) 166,31; zwai cophelin winis Ipocr 330; da uon [Medizin] mache wenige copfel. der gip zu dem male einez zu trinkene SalArz 58,40

MWB 3,2 468,29; Bearbeiter: Plate

kopfer stM. ‘Aderlasser’ Gogel der auftrager [Kellner] , ein chopper UrkRegensb 741 (ca. 1325–1350); vgl. Matzel, Wortschatz, S. 171 s.v. chopper 1.

MWB 3,2 468,38; Bearbeiter: Plate

kopfer- kupfer-

MWB 3,2 468,41;

1koppe swM. zu → kappe ‘Kapaun’? (oder zu 2koppe ‘Rabe’?): nun schawet an den wunderlichen koppen, / wie er sich will erwüeten / als sam ein frecher fül [Füllen] an einem zawme! SM:Go 4: 4,1 = Neidh (HW) unechte Lieder:23,21 (vgl. die Anm. dort).

MWB 3,2 468,42; Bearbeiter: Plate

2koppe swM. ‘Rabe’ (vgl. DWB 5,1782 mit den beiden folgenden Belegen:) Natûrlich Lust, dem raben / gelîch, vlôg ob den hunden / [...] kopp, weidgeselle, ich fürhte, / dîn varbe swarze werde mir ze kleide Hadam 529,6; ein ûr /, den wolde ein raben al ein in sînen kragen; / nu hœret wie der koppe ot al der diet daz vleisch versprach Wartb (S) 174,9

MWB 3,2 468,48; Bearbeiter: Plate

koppelen swV. kuppelen

MWB 3,2 468,56;

köppeln swV. ‘aufstoßen, rülpsen’ daz ainleft [Anzeichen einer Schwangerschaft] ist, daz etleich frawen köppelnt, und daz köppeln ezzicht in der keln BdN 39,8; daz rophazan oder daz koppeln mit dem mund ebd. 436,27; köpeln mit der keln ebd. 465,20

MWB 3,2 468,57; Bearbeiter: Plate

koppen swV. in jmds. art ~ ‘in die alte / angeborene Art verfallen’ dô koppets wider in ir art, / und hât noch ein widerpart / gên miusen unde ratzen, / die kan si wol zekratzen Katze 2041; unartich vogel koppet in sin art nach rechte Meissner 1,5:4; und dô der habk ir voget wart, / er koppet balde in sîn art Boner 26,20; es [ein Mädchen] koppet in der muͦter art / an worten, werchen manigvalt SHort 2834

MWB 3,2 468,63; Bearbeiter: Plate

koppenorden stM. ‘Art des Raben’ (hier bezogen auf Habgier, vgl. das Wartb -Zitat unter → 2koppe ): swer koppen orden niht verbirt, / ir künege, vürsten, grâven, vrîe, lântz iu wesen leit Wartb (S) 175,1

MWB 3,2 469,8; Bearbeiter: Plate

cor stN. ‘Herz’, wohl nicht aus lat. cor, sondern aus der ostfrz. Fortsetzung (Suolahti 1,128; Rosenqvist 1,135): schoener forme ich nie gesach, diu min cor hat besezzen Tannh 3,49. – von den weiteren bei Rosenqvist a.a.O. aufgeführten Quellen sind WhvÖst und Hiob zu streichen (vgl. → kôr stM. unter 1.2), SchülerB 222 hat das Wort in franz. Figurenrede.

MWB 3,2 469,13; Bearbeiter: Plate

kor stF. kür

MWB 3,2 469,21;

kor, chor stswM. ein hebr. Maß (lat. c(h)orus): der sprach, er scholt [schuldete] zehenzech chorn weitzes [ centum coros tritici Lc 16,7] PrOberalt 141,17. 142,23; an den chorn gent drizzich mut ebd. 142,19; er muͤste allir tegelih / similmelwis ze brote han, / swa sin zerunge solte irgan / dén die ze tische waren gesat / von im an der herren stat, / und andirs melwis, als ih las, / das in drizig choͤren was, / und sehzig koͤre des gesindis schar / die undirgesinde hiezen gar: / diz was tegelih sin brot [ triginti chori similae et sexaginta chori farinae III Rg 4,22] RvEWchr 32340; an einir glose ih das laz: / zwelf soime sint ein chor genant ebd. 32347; er schihtin ze spise / drisig tusent choͤre weizin dar, / darzuͦ hiez er der selbin schar / oͤls zehin tusint choͤre gebin [III Rg 5,11] ebd. 32543

MWB 3,2 469,22; Bearbeiter: Plate

kôr stM. 1 ‘Kirchenchor’ aus grch.-lat. ‘chorus’ (MlatWB 2,547ff.; LexMA 2,1877)
1.1 der Raum
1.2 als Ort des Gottesdienstes
1.3 als Ort von Rechtshandlungen
1.4 für einen jüdischen, heidnischen Tempel
1.5 übertr.
2 ‘Gesamtheit der Chorherren, Domkapitel’
3 ‘Gesamtheit der Sänger im Chor’
4 ‘Wohnung im Himmel (und ihre Bewohner)’
5 ‘Schar der Engelhierarchie’ (vgl. LexMA 3,1906)
   1 ‘Kirchenchor’ aus grch.-lat. ‘chorus’ (MlatWB 2,547ff.; LexMA 2,1877)    1.1 der Raum: die pharrer waren schuldig, den kor zu bedekende, vn̄ ich die kirchen UrkCorp (WMU) N427,28; [Marias] schonde zirte alle ding [...] also ein kor tut ein tecken Brun 2328; des tuomes kôr Loheng 3253; daz wir vnser begrebde erwelt haben datz den minnern brvdern [...] in dem chôre UrkCorp (WMU) 3368,18; in dem nidren gestuͤle dez rehten chores [auf der rechten Seite des Chors] Seuse 10,14; gie er ze des kores túr in und gie die stegen uf uf die canzell ebd. 36,12    1.2 als Ort des Gottesdienstes: in dem chore / vor dem vrone altare / da ist diu sine [des Priesters] zunge / diu rehte manunge Hochz 367; zi dem cíte som den gottis dienst tvͦt in dim chore BrEng 44; daz er die minneren dienest tû in dem chôre StatDtOrd 88,30; der mich suͦhte da zu kore, / da die muͤnche ir hore / sprachen und sungen got Rennew 11429. 33899. 11409; die pfruͤnden uff dem kore MinneR 410 293. – der Chordienst selbst: das sint gnadelose minnelose geistliche lúte die man ze kore und ze vil anderem dienste gotz twingen muͦs Tauler 182,17. 233,12. ze chôre gân: ze kôre möht ir lieber gân, / unt hülfent messe singen RosengC 1480; wir muͤssent zuͦ kore gon und singen und lesen Tauler 59,11; daz du zitlich zuͦ kor gangest Seuse 413,19. 62,10; PrGeorg 279,23. ze kôre, in dem kôre stân: dô der appit stunt zu kôre mit allen sînen bruderen HvFritzlHl 224,31; sus quam er in die kirchen gan / und wolde bi den pfaffen stan / in deme kore, da man sanc Pass III 248,51; do die bruͤder in dem kor stuͦnden Seuse 71,4. ûf dem / ze kôre singen, lesen: wer singet uns nû vor / ze Wienne ûf dem kôr EnikFb 2028; er sol ûf eime kôre / wol singen hôhe wîse KvWTroj 19146; zu chore ich lise und singe Rennew 34116; so ich suͤnge da zu kore ebd. 10363. – übertr., der Chor des Herzens (in dem das Lob Gottes gesungen wird): alles daz da vur ist gesayt / von gotes wiser meisterschaft [...] und iz hat gehort min ore / in mynes herzen core Hiob 4836. 11130. 11447; anders: aglyen minne so krefticlich / in dranc durch hertzen chore WhvÖst 6825    1.3 – als Ort von Rechtshandlungen: dis geschahe [...] ze Wilar in dem inren choͤr UrkCorp (WMU) 1624,9; diz geschach hinder dem chore ze Klingenowe ebd. 1652,30    1.4 für einen jüdischen, heidnischen Tempel: die juden heten kore / bi der alden vetere zit HeslApk 15436; swelich heiden aller rîchest was, [...] er sazt di siul [mit dem Bildnis eines abgots ] enbor / in einen schœnen kôr EnikWchr 3412    1.5 übertr.: der himel kor [Himmelsgewölbe?] , der helle gruft KvWGS 696    2 ‘Gesamtheit der Chorherren, Domkapitel’ zu kapitel und zu kôre habe ich lange gelesen Felix 200; die herren von dem chore ze Sant Stephan ze Pazzowe UrkCorp (WMU) 1654,12; der chor vnd daz capitel ze Auspurch mit ir levten vnd mit ir gvt ebd. 1541,20; der kôr und die dienstman / gehullen alle gelîch / an den bischolf Uolrich Ottok 5354; habt ir iht ze schaffen / mit deheinem phaffen, / dâ latîne zuo gehôre, / daz sparet ûf die kôre / ze Meinze oder ze Trier ebd. 13104    3 ‘Gesamtheit der Sänger im Chor’ daz sanctus, daz der cor singet Lucid 99,13; vnd svlen [...] mit vollem chor vnd mit allem conuent da singen vnd lesen UrkCorp (WMU) 2602,16; dar nach sprichet der cor: deo gracias Lucid 103,10; vnd dor vmb solln die herren an den drein jartagen mit dem chor sprechen vigile UrkCorp (WMU) 2157,32; dem chor der singer BrZw 43    4 ‘Wohnung im Himmel (und ihre Bewohner)’ in den himilisken choren, / da wir die getougene alle gesehen unde gehoren Himmelr 11,25; [beteuernd:] er [Christus] hilft von den noeten iu, ob er [so wahr er] wont in den koeren Loheng 687; der eynborne sun der ist in dem chore synes hemylischen vatirs [ qui est in sinu patris Io 1,18] EvBerl 2,4; swer durch got irstirbit, / ich sage iu waz er da mit erwirbít: / eine kuͦnincliche chrone / in der marterere chore Rol 104; der zwelefpoten chore vnd der heiligen patriarcharum Konr 13,110    5 ‘Schar der Engelhierarchie’ (vgl. LexMA 3,1906): nu sint nún koͤre der engele; die machent drije iherarchien; wan ein ieklich die hat drije koͤre Tauler 373,5; dô hiez er engil werden: / zehen chôre er bestifte, mit engelen er si al berihte Gen 7; dô got daz gebôt, der chôr [Lucifers] wart zestôret ebd. 34; in den himelisken choren da wunderoten sich die engelisken herren, / wer der [Christus] wære AvaLJ 190,1; von Franzoysen wirt gestriten / daz ez die engel möhten hœren / in den niun kœren Wh 230,28; der engel kœre werden vrô, / bekêre ein rehter sünder sich RvEBarl 12138; ja bistu, vrouwe min [Maria] , gevlogen / ob aller engele chore Pass I/II (HSW) 18531

MWB 3,2 469,38; Bearbeiter: Plate

coralîs stM. ein Edelstein (lat. corallis, frz. corail; Suolahti 1,128): ônix unt calcidôn, / coralîs unt bestîôn [...] Parz 791,4

MWB 3,2 471,6; Bearbeiter: Plate

koralle swM. auch coral Volmar 361, korelle Erlös 408. ‘Koralle’, mlat. corall(i)um N., häufiger corall(i)us M. (MlatWB 1,1883), afrz. coral, ital. corallo: "entweder aus dem Afrz. oder der latinisierten romanischen Form corallus entlehnt" (Suolahti 1,128; vgl. Rosenqvist 1,135 und 2,320). – ein stein heizet coral, / der ist rôt über al. / ein krût in dem mere stât, / daz kurze bleter hât. / sô man ez bringet an daz sant, / sô wirt ez hart al zehant / und wirt ze eime steine guot Volmar 361; ein stein der heizet koralle Renner 20141; von dem corallen. corallus ist ain gar rôter stain BdN 439,10; nidene was der esterîch / von lûtern cristallen / und jaspide und corallen En 8284; der esterich der muose sîn / lûter von cristallen / und von edelen kôrallen UvZLanz 4122; Krone 15708; JTit 343,4 u.ö.; PrEngelb 207,240; Martina 50,93. – in Steinlisten: ouch lac dâ manec edel stein, / der brehende unde schône schein: / vil edel rubîne, / topâzje und sardîne, / crisolîte und corallen [...] Eracl 975; Erlös 408; HvNstAp 18152

MWB 3,2 471,9; Bearbeiter: Plate

korallenkrût stN. ‘Korallenpflanze’ daz der [Korallenstein zunächst] ein krût ist in dem mer / und ûz dem wazzer von dem lufte wirt ze steine: / swer in riuwen wazzer reine / wirt von sünden / den bediutet daz korallen krût Renner 20148

MWB 3,2 471,30; Bearbeiter: Plate

korallîn Adj. zu koralle, ‘aus, von Korallen’ (Rosenqvist 1,135 und 2,321): [wenn man den Drachen verjagen will,] sô nimt man ain aufgeplâsen plâtern und sleht dar auf mit coralleinn gärtleinn [ virgulis corallinis, Korallenzweigen] ; den dôn oder daz kläppern fürht er und entweicht BdN 270,16

MWB 3,2 471,35; Bearbeiter: Plate

korapfel stM. kornapfel

MWB 3,2 471,41;

koraze (?) Subst. vgl. FWB 8,1874f. s.v. küris, küras; zur Etymologie vgl. Wartburg, FEW 2,1185–1187 s.v. cǒrium ‘Tierhaut, Leder’, bes. zu cuirasse S. 1187 Anm. 4 mit Hinweis auf spät. ital. corazza. – ‘Lederpanzer’ item persolvit lib. 1 cum corace Holzschuher 1720; item 7 sol. long. pro coraze ebd. 1959

MWB 3,2 471,42; Bearbeiterin: Herbers