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ABCDEF s.VGHIJKL
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k – cadmia
kaf – kalc
calcaire – 2kalle
3kalle – kaltlîchen
kaltnisse – kamerærse
kamerbëlle – kamerselde
kamersidel – kampfer
kampfgenôʒ – kampfwât
kampfwërc – kanonîen
kanonike – kanzelschrîbære
kanzwagen – Cappadociære
kappân – kappûnen
capût (?) – kardenâldiaconus
karele – karra(t)sche
karre – karthiusære
kartur – kæselîn
kæse|lüppe – kasten
kastenære – kathecuminus
kathezizieren – kauerære (?)
kauergerihte – kefse
1kegel – keisertuom
keitivic (?) – kelken
këllære – këlre
këlstëchære – 2kemelîn
kemelînvleisch – kendelîn
kenecte – keppechîn
keppeler – kerkerhaft
kerl – kerrîne
kerschlich – kerzîn
kerzlach – ketenwambîs
kettelinc – keʒʒelære
keʒʒelærinne – kîche
kîchen – kiesærinne
kiesen – kindebet
kindechîn – kindestac
kindestohter – kintbettegemach
kintbetten – Kiperære
Kiper(e) – kirchenbrëchære
kirchenerbe – kirchhërre
kirchhof – kirchtac
kirchtor – kirnen
kirnîn – kitzelen
kitzelîn – kiuwe
kiuwen – klâfterlanc
klâftermâʒe – klagenôt
klagerede – klamben
klamen – klæret
klârheit – klëber
klëbereht – klegerse
klêgrüene – kleinlîche
kleinlîcheit – kleinvüegunge
kleinzëhende – klepfze
kleppisch – klinge
klingelære – klobeholz
klobelouch – klôsterknëht
klôsterlëben – klôsterweide
klôsterwërre – klûde
klüege – klupfen
kluppe – klutterât
klûwen – knëhtelîn
knëhten – kniel (?)
knieleip – knodebôʒe
knödel – knubelen
knugelîn – kobel
kobel – kochman
kochsudel – kôle
kôlegruobe – kolner
kölnisch – komelinc
komen – condewier
condewierde – konkavelite, konkavelit
conplêt – convëntkopf
convëntswester – koraze (?)
körbelîn, körbel, körblî – körnære
kornban – kornmesse
kornmetze – corporâl
corporâlgewæte – kostebæric
kostebærlich – kötze
kotzeht – koufgenôʒ
koufgiric – koufschalc
koufschanze – krachen
kradem – krâme
kræmel – kranc-
krancmüetic – 1krapfe
2krapfe – krëb(e)ʒ
krëbeʒen – krefticheit
krefticlich – kreiʒgengel
kreiʒlingen – kreter
kretscheme – kriechelîn
      kretscheme stM.
      kretschemer stM.
      krette swM.
      kretze swFM.
      kretze swM.
      kretze stN.
      kretzoht Adj.
      krî stM.
      kribelen swV.
      krichel stM.
      krîde swF.
      krîdenmel stN.
      krîdenwîʒ Adj.
      krîe F.?
      krîe stF.
      kriec stM.
      kriec|acker stM.
      kriecgemuot Adj.
      kriecguot stN.
      kriec|haft Adj.
      kriech- stM.
      krieche swF.
      Krieche swM.
      kriechel stM.
      kriechelîn stN.
kriechen – krîgen
krîieren – krippen-
krîsch – kristâbent
kristalle – kristenin
kristenisch – kristiâne
kristier – kriutener
kriuzaltære – kriuzloht
kriuzphenninc – 1krœnen
2krœnen – krotenstein
krotenstutz – krülle
krüllel – krupfei
krüpfen – krûtmezzer
Krûtnowe? – kûchen
kuchenære – küechelmël
küefelære – kugelhuot
kügellîn – kumberlich
kumberlîn – kûmen
kumer – kunde
künde – künftigære
kunftlich – künigeslêhen
künigessilber – künstelîn
künstelôs – kuntmeister
kuntsame – kuosërtærinnesun
kuo|smër – kuppe
1kuppel – kurdewân
kurdewænære – kurpen
kürre – kurtois
kurtoisîe – kurzwîle
kurzwîlen – kuster
kusterîe – kutzelvleisch
kützen – kûze

   kretscheme - kriechelîn    


kretscheme stM. zum slaw. Ursprung und zu Verbreitung des Wortes im Deutschen s. Bellmann, Slavoteutonica, S. 248ff. ‘Dorfgasthaus, Schänke’ taberna: kreczin VocBirl 64,23; tabernam quae currthema [l. curcthema s. Bellmann, Slavoteutonica, S. 249f.] vulgariter dicitur UrkMeissen 1,103 (a. 1233); wir wollen ouch, das keyn man, der gerichtes pflege [...], das her keynen veylen kretzmen in der stat haben sulle UrkSchlesSt 507 (a. 1324); ouch [sal] der vorgenante schultheyze unde sine erben zwu mark pfenninge cynsen unserme huse von deme kretzeme jerliches uf den vorgenanten tag UrkPr 2:98,26 (a. 1316); UrkPreuss 2,108 (a. 1320); UrkSchles 1,30 (a. 1328)

MWB 3,2 580,63; Bearbeiterin: Herbers

kretschemer stM. ‘Schankwirt, Besitzer einer → kretscheme tabernatore: kreczimer VocBirl 64,23; nu wel wir lere gewerin / von den krezchemerin / und von den gastgebin / sal sich rede hebin PfzdHech 319,22. 355,8 u.ö.; zur Etym. und Verbreitung s. Walter Wenzel, Slawische Zunamen aus Bezeichnungen für den Gastwirt im Deutschen. Unter besonderer Berücksichtigung des Deutschen, in: Zunamen – Zeitschrift für Namenforschung 5/1–2 (2010), S. 192–212

MWB 3,2 581,13; Bearbeiterin: Herbers

krette swM. kratte

MWB 3,2 581,23;

kretze swFM. zu → kratte swM. 1 ‘Tragkorb’
2 als Bestandteil von Personennamen, evtl. ‘Korbmacher’ ? (vgl. Nölle-Hornkamp, Handwerkerbez., S. 546)
   1 ‘Tragkorb’ cophinus, qui in dorso portatur: kreze, corp GlAnzfKdVz 8:395b,21; er truoc ein kretzen ûf dem ruck EnikWchr 24959; diu uroͮwe in dem sahere [Schilf] gesach / den chrezzen, dâ daz chint inne was Exod 234; er treit ez dar ûf wol in ainer krätzûn SchwSp (W) 392,2; der sol ez [Obst] hinuͦz tragen in einem kretzen StRAugsb 203,34. 72,28; StRMünch 534,11; StRÜberl 470    2 als Bestandteil von Personennamen, evtl. ‘Korbmacher’? (vgl. Nölle-Hornkamp, Handwerkerbez., S. 546): C Kreze UrkCorp 2164,2; brvͦder Crezze ebd. 2233,12

MWB 3,2 581,24; Bearbeiterin: Herbers

kretze swM. eine Adlerart: alietus: kretzo VocOpt 44.031

MWB 3,2 581,37; Bearbeiterin: Herbers

kretze stN. zu kratzen swV. Bezeichnung für Feinmetallrückstände: item mussen die geste geben ii haller den vnderkewffel, als verre als die geste das kreze behalden, so mussen sie das gelt geben, wann ein wirt hat das kreze von gnaden von den zinern [Zinngießern] StRPrag 96

MWB 3,2 581,39; Bearbeiterin: Herbers

kretzoht Adj. ‘die Krätze habend, krätzig’ als ainen krezochten hunt / in dem brachat floͤh avne [der im Juni ohne Flöhe ist] LügenrM 128

MWB 3,2 581,45; Bearbeiterin: Herbers

krî stM. krîe stF.

MWB 3,2 581,48;

kribelen swV. ‘kitzeln, kribbeln’ ey, herre, welch ist ot der wurm? / daz ist wille an boser lust. / swie daz kribelt in der brust Pass III 667,24

MWB 3,2 581,49; Bearbeiterin: Herbers

krichel stM. ‘(Saat-)Krähe oder Elster’ (vgl. AWB 5,410): graculus a garrulitate vocis: ruͦch / krichel SummHeinr 1:163,711

MWB 3,2 581,52; Bearbeiterin: Herbers

krîde swF. ‘Kreide; weißer Kalkstein’ creta: crida SummHeinr 2:87,258; creta: crid, cride VocOpt 23.013; ir segel solte sîn / wîz unde swarz geverwet wol. / er solte halber als ein kol / und halber als ein krîde wesen KvWTroj 22443; ein wâpencleit von sîden / [...] schein reht als ein krîde blanc ebd. 9556. 30023; von krîden gemâlt ein wîzer hirz Wig 5618; sô gar minneclîche schein / ir scheitel sam ein krîde Reinfr 2135; die snuer glich der kriden / geworcht von wisser suden MinneR 433 155; MinneR 68 392; BdN 434,27; Renner 764. 14161. – medizin.: dit is ouch eyn vorsucht arczedye: nym eyne eyes dodere vnde eyn wenich kryken [La. kryten ] vnde vyr lefel vul starkes etekes [Essig] OvBaierl 119,8

MWB 3,2 581,55; Bearbeiterin: Herbers

krîdenmel stN. ‘Kreide(-Pulver)’ glat als ein altez helfenbein / und wîzer denne ein krîdenmel / was ir daz neckel unde ir kel KvWTroj 19989. 14000; menig zarttes bain sin wel / schain wis als ain kryden mel GTroj 13700; Reinfr 2268

MWB 3,2 582,6; Bearbeiterin: Herbers

krîdenwîʒ Adj. ‘weiß, blass wie Kreide’ (LexFarb, S. 113): ir liechte varb kridenwis Minneb 1946; daz raine kriden wise vel GTroj 12426

MWB 3,2 582,11; Bearbeiterin: Herbers

krîe F.? (zum Lemmaansatz s. Suolahti, Vogelnamen, S. 293 u. AWB, Sp. 395). ‘(junger) Kranich’ grus: krie VocOpt 44.126

MWB 3,2 582,14; Bearbeiterin: Herbers

krîe, krî, kroi(je) stF. auch mask. ( KvWTroj 30813, RvEWh , WhvÖst 14441 ); krei (Hirzelin , Edolanz ); krige (VirgH , Reinfr ); mit r-Metathese korie (VirgH ); aus frz. criie stF. (s. Vorderstemann, Fremdw., 158) oder cri stM. (s. Suolahti 1, 131; Rosenqvist 1,140); s.a. krîen stV. 1 ‘lauter Ruf, Geschrei’ , häufig ‘Schlachtruf, Feldgeschrei’ , auch ‘Parole’
2 übertr.
   1 ‘lauter Ruf, Geschrei’, häufig ‘Schlachtruf, Feldgeschrei’, auch ‘Parole’ manges swertes klinge / erklanc sô man die krîe schrei Wh 437,17; ieslîcher schare krîe / hân ich besunder dort gehôrt ebd. 336,12 u.ö.; ir baider týoste liefen mitte / vil grogierer nach ir sitte / und riefent mengen stolzen krie RvEWh 6463. 1387 u.ö.; man rief dâ vremede krîe / von manger sprâche wilde KvWTroj 33722. 30813; Parz 379,27; her Terramer, sit willekome! / nu twinget mich die heidenscaft mit maniger krie don Wartb (H) 546:19,2; maniger schrei sin krei Edolanz B,19; wan hort da sprüche wilde / von der garzvn croy Krone 805; swelch stein den künic vindet / ûf dem veld, dâ er möhte komen, / sô wirt diu krî von im vernomen, / sô hœret man in schrîen: ‘schâch’ HvBer 10053; dô die Kriechen gwunnen Troje, / swer dâ truoc der minnen boje, / des croije / was niht wan ach unde owê KLD: Alex 7,143; Reinfr 1082; WhvÖst 14441. Amor was sîn krîe Parz 478,30. 739,24 u.ö.; vor im manc wapen knappe rait, / der krie was: ‘hie Österrich! [...] ’ WhvÖst 15037; des rief in vröuden her Tristan / sîn an geborne krîe: / ‘Parmenîe! Parmenîe!’ HvFreibTr 1811. 1832; ‘Munschoye’ was sin krie, swenn er streit zu velde JTit 124,1. 4766,1 u.ö.; Brûneswîg und Sahsen / was ir krîge und ir ruof Reinfr 16201; unser chrei was ‘Osterriche!’ Hirzelin 96; gemeinlich die ivden iahin / crucifige crucifige / in tuschen sprichit div crîe / wan [= man ] sol in crucigon crucigon Martina 35,96; ez was ein jâmerlîchiu krî / an dem kriuz ‘elî, elî!’ Helbl 12,27; UvEtzAlex 13329; RvEGer 3647; Rennew 23491; Kreuzf 4406; Loheng 5119    2 übertr.: – ‘Ruf, Geschichte, Ruhm’ (al)sus an stêter wirdi jung / (h)oͤhet sich von tag ze tage / (d)es fúrsten krije MinneR 471 (Pf) 3,39; da von im [...] ist vil kúndig worden, / wie er ritters orden / ze prîse hat gefuͤret, / also das nie versnuͤret [bildl. ‘beeinträchtigt’ ] / wart siner manheit krije ebd. 5,46. 3,7. – auf die Kriegerschar selbst (?): ir heissen in der korien / der beste furste der nuͦ lebet / witen in dem lande VirgH 854,6; er ist in der krige / gewesen ie der beste ein ebd. 979,10. – auf einen Gegenstand ‘Erkennungszeichen’, evtl. Helmschmuck (s.a. → kroijierære stM.): und swenn wir an sî strîten, / helde wandels frîge, / sô nement eine krîge, / dâ bî wir uns erkennen Reinfr 16040

MWB 3,2 582,17; Bearbeiterin: Herbers

kriec stM. md. auch kric; selten krec (UrkBebenh ), kreich (HagenChr (G) , Eckh ); selten Pl. 1 ‘Streben, Anstrengung’
1.1 nach etw.
1.2 gegen etw. ‘Widerstreben, Widerstand’
1.3 ‘Angriff’
2 ‘Streit, Auseinandersetzung’
2.1 allg., zwischen zwei, drei oder mehr Parteien
2.2 mit Worten
2.3 innerer Widerstreit
2.4 wissenschaftlicher Streit
2.5 ‘Wettstreit’
2.6 ‘Rechtsstreit’ (zur Ausdifferenzierung des rechtssprachl. Bereichs sowie weitere Belege s. WMU 2,1042 u. DRW 7, Sp. 1520-1526)
3 ‘Kampf, Krieg’ , handgreiflich oder mit Waffen
4 als Bestandteil von Personennamen
   1 ‘Streben, Anstrengung’    1.1 nach etw.: gebet uns ot den toden man [Leiche des hl. Martin] , / da unser kric nicht lezet von Pass III 611,83. 341,28; Sîfrit hiez der gewêre, / ein phalenzgrâve mêre, / die vrouwe hiez vrou Hedewîc. / der selben reinen hêrschaft krîc / was nâch êren und nâch tugent EbvErf 812; swenne die zu urlogen varn / und scharn setzen kegen scharn / an einen volkwige / mit hezzigen crige, / so lesen sie uz die besten HeslApk 14828. 19127    1.2 gegen etw. ‘Widerstreben, Widerstand’ Îsôt diu leite ir criec der nider / und tet, als ez ir was gewant: / diu sigelôse ergap zehant / ir lîp unde ir sinne / dem manne unde der minne Tr 11836; gein ir [der Minnedame] langen kriege setz ich mîn gedulde: / sô stê gein ir hazze ze wer mîn unschulde KLD: UvL 16: 7,1; der antwurte im widertrat / Laurencius durch harten kric Pass III 382,55; swelch herze ist tratzes und krieges vol, / daz tuot durch strâfen selten wol Renner 14829; Pass I/II (HSW) 12990; KvWSchwanr 1469; KvWTroj 2230. 2621    1.3 ‘Angriff’ ezen hilfet gein iu [ minne ] schilt noch swert, / snell ors, hôch purc mit türnen wert: [...] / waz entrinnet iwerm kriege, / ez flieze oder fliege? Parz 293,3; diu frouwe dô mit leide sprach: / ‘ze criege wære ich iu ze swach / und ouch mîn tohter leider [...].’ KvWSchwanr 554. 548; nach muz ich tummen luten / diz manna baz beduten, / daz got butet zu gebene / den die bi disem lebene / mit sinnigen andechten / des vleisches kric vorvechten HeslApk 3010; Martina 128,50; abir brûdir Lûdewîc / mit den sînen âne krîc [unangefochten] / wol kegn Samelande quam NvJer 17867    2 ‘Streit, Auseinandersetzung’    2.1 allg., zwischen zwei, drei oder mehr Parteien: ich geschicke an disen drîn / frouwen schœne und ûz erkorn, / daz under in kriec unde zorn / vil schiere sich erhaben hât KvWTroj 1370. 1384; der stain [Magnet] versüent auch krieg und zorn zwischen den êläuten BdN 451,32; nach langer rede kamen si [drei Brüder] fúr einen heiligen abt, vnd leiten im fúr wie ir krieg stvͦnt VitasPatr 229,4; unt daz ich gein ir krieges pflige, / diu den wâren minnen sige / mit clârheit hât behalden Parz 606,1; Uva ein rathman ist, daz he horet ader set wa sich ein kriek hebet vnder vnsern burgern mit worten oder mit werken. den sal he vride gebieten StRNordh 1,48; StRPrag 88; HagenChr (G) 3024. – um einen Gegenstand: ze jungst wurden si ze rât, / swem Paris gæb den apfel guot, / daz diu wær schœn und wol gemuot. / dô Paris dô erhôrt / ir bet und ir wort, / er sprach: ‘wolt ir ez an mich lân, / iuren kriec wil ich understân.’ EnikWchr 13854; wizzet, daz diz [die angebliche Schenkung Kaiser Konstantins] ist noch ein wurzele und ein gruntfestene alles kriges zwischen den bêbisten und den keisern HvFritzlHl 44,2. – um ein Land: doch wart mir daz bekant, / der kriec wær umb Zeciljenlant EnikWchr 28018. ~ dar în werfen ‘Streit hervorrufen’ si wúrfent so vil kriege dar in / gen an ander under in, / das niemanne toͤhte / der si versuͤnen moͤhte RvEWh 367    2.2 mit Worten: ein krieg huop sich in einer zît / von worten Boner 41,1; niemer si kein wort gesprach, / wan daz mit bescheidenheit geschach. / vil reden, kriec und uppecheit / und schrei si zaller zîte meit WvRh 1467; do [beim Abendmahl] wart eyn crik undir en [den Jüngern] wer grozer were EvBerl 61,3; ich beger sunder cryges schach / mit gote nu disputiren / und myne wort ken ym hantyren Hiob 5008. 6425; Vät 13425; KLD: Alex 2:14,10    2.3 innerer Widerstreit: trôst seite im minne, zwîvel haz. / durch disen criec und umbe daz / sôn mohte er sînen vesten wân / an ir dewederez verlân, / an haz noch ouch an minne Tr 886; mit diseme criege [zwischen Verzweiflung und Hoffnung] enwiste er war: / ern mohte weder dan noch dar ebd. 901    2.4 wissenschaftlicher Streit: wan ez kriegent die meister von Parîs etewenne, welich heilige der hôhste in dem himelrîche sî unde von welhen tugenden einer hœher sî danne der ander; unde der selbe kriec ist ein nützer kriec und ein guoter kriec und ein liutsæliger kriec PrBerth 1:537,18. 1:538,22; zuo dem das man dar nâch frâget, war an mîn sêligkeit mê lige an minnende oder an bekennende, har zuo sprich ich, das dâ von ein alter krieg ist under den meistern Vorsmak 1,446; wan hie ist ain krieg zwischen den ärzten und den maistern von der nâtûr BdN 35,15; der maister: der nvn den krieg der lerer liess an dich, wie woltest du jn schaiden Gnadenl 1,546; Pass III 72,4. in (dem) kriege sîn ‘etw. verfechten, behaupten’ ich bin in dem kriege, / daz diu werlt wîp noch man / triuget noch betriegen kan LvRegFr 22; ich bin des immer in kriege, / daz der die liute min betriege, / der dâ gemein ist an dem reht Ottok 72622    2.5 ‘Wettstreit’ – ‘Sängerkrieg’ die alle wolden singen / wider ein in kriges wis, / wer da behilde sanges pris Elis 199; künde ich in disem kriege nu geschaffen daz, / daz mir die baz / wib unde vrouwen günden [gönnten] ! Frl 5:109G,1; einer hennen / vuz gebe ich nicht um iuwern kriec, sit daz wib vrouwe meinet / und vrouwe wib. nu lazet abe! ebd. 5:109G,12. – im Schachspiel: des huob ein kriec sich under in zwein [den beiden Schachspielern] , / den muoste bescheiden Tinas, / wan anders nieman bî in was HvFreibTr 4164    2.6 ‘Rechtsstreit’ (zur Ausdifferenzierung des rechtssprachl. Bereichs sowie weitere Belege s. WMU 2,1042 u. DRW 7, Sp. 1520-1526): dû hâst den kriec vernomen / und bist dar umbe her bekomen, / daz dû nâch rehte scheiden solt KvWTroj 2591; ‘hêrre künec’ sprach Tristan dô / ‘sît er des houbetes sô / bewærde wil jehen, / sô heizet in daz houbet sehen: / vindet man die zungen dâ, / ich entwîche mînes rehtes sâ / und wil von mîme criege gân.’ Tr 11239; der legât dâ gehôrte / clage und antworte / von beidin disen partin, / er begonde wartin / und darûf wendin sînen sin, / wî er dî zwîtracht zwischin in / vridelîch berichte / und allin krîc [um Erbanteile] geslichte NvJer 17687; ez kriegten zwêne rîche man / mit einander umbe guot. / der krieg wert lang; nu stuont ir muot, / daz ietweder wolt haben recht Boner 95,6; RvEWchr 15442; KvWSchwanr 663. es ist oͧch ein krieg um daz vogtrecht ze Lattenrein zwischent der herschaft und dem bischof von Strasburg UrbHabsb 1:21,14; daz nach hern Vlriches toͤd [...] ain chriech ward von seinen chinden [...] vmb erbe vnd vmb aigen vnd vmb varunt gvͤt UrkCorp (WMU) 1179,9; vmb einen chriͤch, den si mit einander heten vmb daz sieden vnd vmbe daz wazzer ebd. 1302,13; UrkHeil 2,88 (a. 1323); UrkBebenh 15,121 (a. 1301). âne ~ ‘rechtlich unbehelligt, unangefochten’ daz er vnd sin erben von vns [...] ane kriec beliben nach den selben gvͦten UrkCorp (WMU) 241,25; daz ovch disiv gab aber mer chraft hab vnd fvͤrbaz immer mer an allen chrîech belibe ebd. 1104B,34 u.ö.    3 ‘Kampf, Krieg’, handgreiflich oder mit Waffen: dô greif si [Brünhilde] zuo der sîten, dâ si den porten vant, / und wold in [Siegfried] hân gebunden: dô wertez sô sîn hant, / daz ir diu lit erkrachten, dar zuo al der lîp. / des wart der kriec gescheiden: dô wart si Guntheres wîp NibA 625,4; wan zurliuge und ze ritterschaft / hœret verlust unde gewin: / hie mite sô gânt urliuge hin; / verliesen unde gewinnen / daz treit die criege hinnen Tr 370; dô Troie bran / und der vil werde künc Pârîs / in crieges wîs / verlôr den lîp KvWLd 2,64; ein fürste was geheizen Pant, / der was künec ze Genewîs. / von manegen kriegen wart er grîs UvZLanz 46; der rât wâfent sich wole vf das, das er fride mache vnd den crieg nider lege UrkCorp (WMU) N238AB,13,31. N823,30; KvWSchwanr 719; NvJer 20399; Kreuzf 3272; BdN 438,17. 53,10; GFrau 667; MGHConst 8:357,19 (a. 1347)    4 als Bestandteil von Personennamen: her Ruͦdolf der Chrieg UrkCorp (WMU) 2386,11; her Nicolaus Krieg ebd. 2261,41; her Chvͦnrat Chrieg ebd. 2522,9. – in einem Straßennamen: ir houestat obene in Crieges gassen UrkCorp (WMU) 3491,19

MWB 3,2 583,6; Bearbeiterin: Herbers

kriec|acker stM. Flurname für einen wenig lohnenden Acker (vgl. SchweizId 1,68): ein gvͦt heͥzet der kriegacher zem Talacher UrkCorp (WMU) 395,23

MWB 3,2 585,41; Bearbeiterin: Herbers

kriecgemuot Adj. ‘streitbar, kämpferisch gesinnt’ sô der leste tac / des gelobeten frides vergât, / uns niht ungemût er lât. / er ist sô crieggemût ein man Kreuzf 4893

MWB 3,2 585,44; Bearbeiterin: Herbers

kriecguot stN. kriegôt stMN.

MWB 3,2 585,48;

kriec|haft Adj. ‘in Streit verwickelt; kampflustig’ alsus wart dô criechaft / der herzog ûzer Sahsenlant / mit dirre frouwen alzehant / umbe ir liute und umbe ir guot KvWSchwanr 142; [Juno, Pallas und Venus] wurden sêre kriechaft / umb den apfel under in KvWTroj 1562. 2146

MWB 3,2 585,49; Bearbeiterin: Herbers

kriech-, kriechenboum stM. zu → krieche swF. ‘Haferschlehe, Pflaumenschlehe’ cinus: krichboum SummHeinr 1:177,103; cinus: chriechboͮm Gl 3:38,41; cinus: críchnboum ebd. 3:38,51; prunus haizt ain kriechpaum. des paumes früht sint mangerlai an der varb BdN 341,25; EnikWchr 18825 (La.)

MWB 3,2 585,55; Bearbeiterin: Herbers

krieche swF. vgl. EWA 5,789. ‘Pflaume, Pflaumenschlehe, Haferschlehe’ (vgl. Marzell 3,1117ff.): cinum: kriecha VocOpt 48.102; darzuo izze dû der apfel und der kriechen SM:Ta 4: 3,6; ein kluͦge spise von pflumen. man sol nemen kriechen, also so sie zitig sind BvgSp 9; aber ez spricht ain ander puoch, daz die kriechen die pesten sein, die ain grüen varb habent BdN 342,1. 341,30 u.ö.; krichen vnde kirschen sin kalt an deme erstin gradu SalArz 14,24. 70,25 u.ö.; criechen oder eppfel NüP 119; Pelzb 118,33

MWB 3,2 585,61; Bearbeiterin: Herbers

Krieche swM. 1 ‘Grieche/ Byzantiner’
2 im Dat. Pl. als Landesname ‘Griechenland oder Byzanz’
3 in Rezepten: von Kriechen ‘griechisch, aus Griechenland/ Byzanz’
   1 ‘Grieche/ Byzantiner’ dô was dâr manich Kriech / alsô cranc und alse siech, / alser wêre verslagen SAlex 7021. 4466; Romare benamen den Chriechen ire gewalt Spec 144,25; dô sprach der Krieche Clîas Parz 334,11. 712,9; wir haben an den Kriechen begangen grôziu mort WolfdA 376,2; JTit 837,1; Loheng 4079. – übertr. in der Wendung (al) der Kriechen golt (bouge) großen Reichtum bezeichnend: ir sult wizzen: aller Kriechen golt / möhte ein herze niht sô vrô gemachen / sô reiner wîbe minne Neidh WL 23:8,11; gen ir ist ringe der Kriechen golt KLD: Hetzb 1:3,5; si sehent mîn ougen, dast unlougen, / diech lieber hân dan al der Kriechen bougen KLD: RvR 9:1,6; Rab 941,4    2 im Dat. Pl. als Landesname ‘Griechenland oder Byzanz’ hêr künec von Kriechen KLD: LvS 8:2,10; Helenâ von Kriechen KvWTroj 4368; dô Kriechen sô / stuont daz man hort dar inne vant Parz 563,8 (vermutlich bei der Plünderung von Konstantinopel a. 1204, vgl. Nellmann, Parz., S. 720 z.St.); von Kriechen die schœne Hildegunt WolfdB 194,2. 206,4; von den purgern ze Athên in der stat in Kriechen BdN 311,25; er fuor von Kriechen unde kam / ze Persiâ an die marke Eracl 4580; SAlex 49; PrMd (J) 341,24    3 in Rezepten: von Kriechen ‘griechisch, aus Griechenland/ Byzanz’ diz heizzent huͤnre von Kryechen BvgSp 4; diz heizzet ris von Kriechen ebd. 5

MWB 3,2 586,8; Bearbeiterin: Herbers

kriechel stM. zu lat. graeculum ‘griech. Wein’ (s. Alanne, Weinbau S. 202). ein Wein: man sol ouch den kriechel und rômâner schenken ein ganzez trinken umb zwêne zweinziger StRMeran 417

MWB 3,2 586,37; Bearbeiterin: Herbers

kriechelîn stN. ‘Würfel(spiel)’ (?): mit bretspil und mit kriechelîn / verzert er jârs die koste sîn Renner 16763

MWB 3,2 586,41; Bearbeiterin: Herbers