Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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k – cadmia
kaf – kalc
calcaire – 2kalle
3kalle – kaltlîchen
kaltnisse – kamerærse
kamerbëlle – kamerselde
kamersidel – kampfer
kampfgenôʒ – kampfwât
kampfwërc – kanonîen
kanonike – kanzelschrîbære
kanzwagen – Cappadociære
kappân – kappûnen
capût (?) – kardenâldiaconus
karele – karra(t)sche
karre – karthiusære
kartur – kæselîn
kæse|lüppe – kasten
kastenære – kathecuminus
kathezizieren – kauerære (?)
kauergerihte – kefse
1kegel – keisertuom
keitivic (?) – kelken
këllære – këlre
këlstëchære – 2kemelîn
kemelînvleisch – kendelîn
kenecte – keppechîn
keppeler – kerkerhaft
kerl – kerrîne
kerschlich – kerzîn
kerzlach – ketenwambîs
kettelinc – keʒʒelære
keʒʒelærinne – kîche
kîchen – kiesærinne
kiesen – kindebet
kindechîn – kindestac
kindestohter – kintbettegemach
kintbetten – Kiperære
Kiper(e) – kirchenbrëchære
kirchenerbe – kirchhërre
kirchhof – kirchtac
kirchtor – kirnen
kirnîn – kitzelen
kitzelîn – kiuwe
kiuwen – klâfterlanc
klâftermâʒe – klagenôt
klagerede – klamben
klamen – klæret
klârheit – klëber
klëbereht – klegerse
klêgrüene – kleinlîche
kleinlîcheit – kleinvüegunge
kleinzëhende – klepfze
kleppisch – klinge
klingelære – klobeholz
klobelouch – klôsterknëht
klôsterlëben – klôsterweide
klôsterwërre – klûde
klüege – klupfen
kluppe – klutterât
klûwen – knëhtelîn
knëhten – kniel (?)
knieleip – knodebôʒe
knödel – knubelen
knugelîn – kobel
kobel – kochman
kochsudel – kôle
kôlegruobe – kolner
kölnisch – komelinc
komen – condewier
condewierde – konkavelite, konkavelit
conplêt – convëntkopf
convëntswester – koraze (?)
körbelîn, körbel, körblî – körnære
kornban – kornmesse
kornmetze – corporâl
corporâlgewæte – kostebæric
kostebærlich – kötze
kotzeht – koufgenôʒ
koufgiric – koufschalc
koufschanze – krachen
kradem – krâme
kræmel – kranc-
krancmüetic – 1krapfe
2krapfe – krëb(e)ʒ
krëbeʒen – krefticheit
krefticlich – kreiʒgengel
kreiʒlingen – kreter
kretscheme – kriechelîn
kriechen – krîgen
      kriechen stV. (IIa)
      kriechenblat stN.
      Kriechen- stN.
      kriechenvürste swM.
      kriechisch Adj., Adv.
      kriechisch stsw.Subst.
      krieclich Adj.
      krieclicheit stF.
      kriecmacher stM.
      kriege Adj.
      kriege stF.
      kriege Subst.
      kriegel Adj.
      kriegelîn stN.
      kriegen swV.
      krieger stM.
      kriegic Adj.
      kriegisch Adj.
      kriegôt stMN.
      kriegunge stF.
      krîen stV. (Ib)
      krîer stM.
      krîf Subst.
      kriffen swV.
      krîgen stV. (Ia)
krîieren – krippen-
krîsch – kristâbent
kristalle – kristenin
kristenisch – kristiâne
kristier – kriutener
kriuzaltære – kriuzloht
kriuzphenninc – 1krœnen
2krœnen – krotenstein
krotenstutz – krülle
krüllel – krupfei
krüpfen – krûtmezzer
Krûtnowe? – kûchen
kuchenære – küechelmël
küefelære – kugelhuot
kügellîn – kumberlich
kumberlîn – kûmen
kumer – kunde
künde – künftigære
kunftlich – künigeslêhen
künigessilber – künstelîn
künstelôs – kuntmeister
kuntsame – kuosërtærinnesun
kuo|smër – kuppe
1kuppel – kurdewân
kurdewænære – kurpen
kürre – kurtois
kurtoisîe – kurzwîle
kurzwîlen – kuster
kusterîe – kutzelvleisch
kützen – kûze

   kriechen - krîgen    


kriechen stV. (IIa) md. krûfen (s. EWA 5,797ff. s.v. kriofan); krigen (GRud ). ‘kriechen’ 1 bezogen auf eine zusammengezogene, gebückte Haltung (s. DWB 5,2207)
1.1 ‘hineinkriechen’
1.2 ‘herauskriechen, langsam hervorkommen’
1.3 ‘hindurchkriechen’
2 ‘sich kriechend fortbewegen’
2.1 von Tieren
2.2 von Menschen; sich in gebückter Haltung oder auf allen Vieren fortbewegend, häufig von schwachen oder verletzten Personen
2.3 in Verbindung mit anderen Bewegungsverben die Gesamtheit von Lebewesen bezeichnend (vgl. Friedrich, PhrasWB, 250f.)
2.4 von einer Flüssigkeit
   1 bezogen auf eine zusammengezogene, gebückte Haltung (s. DWB 5,2207)    1.1 ‘hineinkriechen’ dô mich mîn muoter hêt getragen / fünfzehen wochen, / dô kom zuo ir [ins Bett] gekrochen / ein vil gefüeger hoveman Helmbr 1376; ich wart des enein, / daz ich an allen vieren krouch / in ein stûden, diu was rouch, / da inne sie mîn niht sâhen Helbl 4,127; an der stat bi deme wege stat / ein dornbusch, al da crouch her in GrRud Gb 51; der ameiz des gewar wart, / vz dem hovbet tet er eine vart. / do kroch er rechte, deswar, / fvr sich in daz katzenhar ReinFu K,2041; über dem tenne was daz dach / mitten dürchel gebrochen, / da kam er în gekrochen HundesNot 166    1.2 ‘herauskriechen, langsam hervorkommen’ wenn si [Eidechse] vergizt der stat, dâ si gepirt ireu air [...], sô kriechent die jungen selber her für BdN 274,18. 286,8; ez crouch ein michel trache / [...] under des bildes sul her vur Pass I/II (HSW) 31372; [der neue Mensch] kêret den rücke der menscheit und daz antlitze ze gote, kriuchet der muoter ûz der schôz und lachet den himelschen vater ane Eckh 5: 112,6; GrRud H 44; ûz sînem lîb kruchen über al / maden vil âne zal EnikWchr 13323; Herb 6889    1.3 ‘hindurchkriechen’ durch den dicken hag ich kroch Minneb 4331; der olvant zo Jherusalem / durch einre nailden ouge crouff HagenChr (G) 5944; der hertzoge van Lumburch begaff sin wer / ind krouff weder durch synen bogen ebd. 5770. 5592. 5603    2 ‘sich kriechend fortbewegen’    2.1 von Tieren: die selben würm runzelnt sich in klain runzeln an dem leib, wenn si hin und her kriechent BdN 287,12; wenn er [ der sneck ] kreucht, sô strecket er diu hörner ebd. 303,3; wie würme kriechen Renner 11103; ain omaizz kruͤch in dem selben rad von der linken hend zu der rehten KvMSph 11,5; das erste tier naigte sich / und kroch ainem hunde geleich / zu dem ellenden man HvNstAp 6702; die rûpen, swenne die abevallent von den boumen, sô kriechent sie eine want ûf, daz sie ir wesen behalten Eckh 1:134,3; Seuse 388,8. – (mit Subjektumsprung) ‘wimmeln’ dîn gebäin [...] chriuchet bœser wurme vol Erinn 675; des wolfes woll kreucht voller würm BdN 147,18    2.2 von Menschen; sich in gebückter Haltung oder auf allen Vieren fortbewegend, häufig von schwachen oder verletzten Personen: wan ob her Walther krüche, / man heten doch vil baz dann iu Walth 18,6; so kumt die goͤtliche vorhte und geiselet mich, so krúche ich hin als ein cleines wúrmelin in der erden Mechth 7: 6,10; wirt sie des an mir gewar, / daz ich alsus mit zorne var, / sie kumet dâ her gekrochen MF:Reinm 67: 3,6; nû hœrt daz mære mit sprüchen, / wie die diebe krüchen / für geriht mit ir burden / dâ si erhangen wurden Helmbr 1652; der greve crouch zu der ture, / niman ne vant her da vure GrRud Gb 45; her zu crigene began ebd. H 20. Hb 55. und krüche der an einem stabe, / gote und der werlte wære er wert Winsb 50,5; [ein Gelähmter] uf schemelen [hölzernen Handstützen] krouch Pass III 446,81; der kûme mohte kriechen / von sînes siehtuomes nôt, / der vorhte nû, ez wære sîn tôt StrAmis 862; si duhte in so vil crank / daz si von ir selbir gank / niender mohte gekriechen Martina 168,99; Mechth 5: 33,11. 7: 25,6; JvFrst 5984; Herb 6886; HvBurg 26. – subst.: idoch hort ich sine wort / ligende gar umbekort [= umbe bekart ] , / gestracket uf der nasen / [...] / mich rurte an eine hant. / secht, da von wart mir gesant / criechen uf minen henden, / vort me die knie sich wenden / begonden mit den vu#’ezen Daniel 6621    2.3 in Verbindung mit anderen Bewegungsverben die Gesamtheit von Lebewesen bezeichnend (vgl. Friedrich, PhrasWB, 250f.): got hiz in wurchen / eine ueste archen / daz er darinne behîlte / alles des er wilte / [...] crichentez unde chresendez VMos 12,15; des sol dich loben, swaz âten habe, / [...] wîp unde man, kint unde knabe, / dar nâch swaz vliege, vlieze und drabe, / krieche unde gnabe LobGesMar 57,13; ich sach, swaz in der welte was, / velt, walt, loup, rôr unde gras. / swaz kriuchet unde vliuget / und bein zer erden biuget Walth 8,32; allez daz ûf erden lebet, / kriuchet, fliuget, loufet, swebet Renner 23672. 23668. 242; wan dinen lihten ovgen / kan niht beliben tovgen / gesihtic vnd ungesihtic / ez muoz dir sin vergihtic / ez flieze ez krieche ez fliege Martina 9,59; iz ge iz ste iz loufe iz krufe Brun 1079; KvWPart 8129; WälGa 2278; Marner (W) 6:16,9; Mechth 5: 31,20    2.4 von einer Flüssigkeit: wan trift si [ vergift von Schlangen] den menschen an dem fuoz, sô kreucht si von stunt ze stunden in der andern glider stuck BdN 275,22

MWB 3,2 586,44; Bearbeiterin: Herbers

kriechenblat stN. ‘Blatt, Laub der Pflaumenschlehe ( → kriechboum stM.)’ wer seinen munt wescht auz kriechenpletern oder in dâ mit saubert, daz wert dem fluz auz dem haupt in die kel BdN 342,15

MWB 3,2 588,11; Bearbeiterin: Herbers

Kriechen-, Kriechlant stN. ‘Griechenland’ doh quâmen si ubir lanc / wider heim ze Kriechlant SAlex 7020; hie bi er erkande, / daz sie waren von Krichlande Herb 1336. 5306 u.ö.; al der win / der ie gewuos in Kriechen lant MinneR 418 (M) 77; alsô schreibent die kriechischen maister von dem perg in Kriechenland, der dâ haizt Olympus BdN 84,31; in Kreken lant Meissner 2:18,2; Spec 124,4; Tr 8276; KvWTroj 4357

MWB 3,2 588,16; Bearbeiterin: Herbers

kriechenvürste swM. ‘Herrscher der Griechen’ die wile claugten [klagten] andersit / die crichenfursten vnderdes Herb 6209

MWB 3,2 588,25; Bearbeiterin: Herbers

kriechisch Adj., Adv. , kriechischen Adv. auch krîgesch EvBeh ; kontrahiert krisch Parad , HeslApk , kriesch Spec , criesch EvStPaul . ‘griechisch, aus Griechenland oder Byzanz kommend’ 1 bezogen auf Personen oder Personengruppen
2 bezogen auf Sprache oder Schrift
3 bezogen auf das Land selbst
4 bezogen auf Dinge, die in Griechenland/  Byzanz wachsen, dort hergestellt werden oder dort Sitte sind
5 ez viur , Bezeichnung für einen Brandsatz, der im byzantinischen Reich im Kampf verwendet wurde (s. LexMA 4,1711f.)
   1 bezogen auf Personen oder Personengruppen: diz was Darios ter in Danigel stêt, / der mit dem chriechiscen chunige [Alexander] streit VAlex 474; die chriechschen arzet Ypocras, Galliênus und Constantînus Barth 127,21; ein kriechisch kamerære KLD: Namenlos h 19,9; hie von sprichet ein kriechischer meister Eckh 2:396,6; hedenische meistere und krische meistere Parad 31,26. 91,1; dise kriechisch phaffen / verstênt unser buoche niht StrAmis 1688; da getar daz crichische her / lenger niht bliben Herb 15861; SAlex 2972. ~ e man: SAlex 3188. 3412; StrAmis 1993; ~ e diet Herb 13805; StrAmis 1692; ~ er gast SAlex 1275; ~ er recke ebd. 3294; ~ ez volc Herb 14456; ~ er vürste ebd. 4856; ~ er wîgant ebd. 1242. – bezogen auf die Abstammung von Pers.: ein dûsunt blieb dâ tôt / von kriechischeme kunne SAlex 1693; VAlex 1223    2 bezogen auf Sprache oder Schrift: [bei abweichenden Lesarten diejenigen auswählen,] di mit der krîgeschen wârheit ubir ein tragen [ quae cum graeca consentiant veritate, d.h. mit dem griechischen Bibeltext übereinstimmen] EvBeh 1; warumme wêre wir danne nicht wider kêrinde zuͦ deme krîgeschen orsprunge und corrigîren di dinc [ cur non ad graecam originem revertentes ] [...]? ebd. 1; Stephanus ist ein krieschez wort vnde ist geantfristet corona Spec 25,12; MNat 19,3; dannen ist uns ouch iris [griech. iris ‘Regenbogen’ ] in chriechisker zungen / diche von den alten buochmeisteren vore gesungen Himmelr 4,25; in kriescher zungen HeslApk 19406; ThvASu 250,18; ez waz avch div überschrift geschriben über in mit chrichischen bvchstaben EvAug 204,11; in den chriechischen buochen Barth 127,19; EvBeh 2; EnikWchr 14638; in kriechischer sprâch BdN 222,25; geschryben was daz brieuelin / hebreysch, criesch vnd auch latin EvStPaul 14353; die da vor giengen vnde die da nah fvͦren rvͦften kriechisk: osanna in excelsis Spec 47,16; der fünft redet kriechischen EnikWchr 3363    3 bezogen auf das Land selbst: iz ist ein ros freislîch. / ime ne wart nie nehein gelîch / in alle kriechische lant. / Bucival ist iz genant SAlex 346. 1011; dâ sult ir bischolf werden. / über al kriechische erden / ist kein sô rîche bistuom StrAmis 1656    4 bezogen auf Dinge, die in Griechenland/  Byzanz wachsen, dort hergestellt werden oder dort Sitte sind: krichische winber SalArz 103,23; nim chrichisch pech [Harz] ebd. 80,23; OvBaierl 147,3; swenne dû hæiser werdest, sô nim fenum grecum, daz ist chriechschez heu [Bockshornklee] Barth 136,2; kriechisch wîn Ottok 35006; man möhtes undersnîden / mit criecheschen borten Tr 4697; kriechische wâfen SAlex 2733. mit vil grôzen êren / wart di bâre bereit / und der lîchame dar ûf geleit / mit pelle unde mit golde, / alsiz Alexander wolde, / nâh dem kriechischeme site SAlex 3878. 3232    5 ~ ez viur, Bezeichnung für einen Brandsatz, der im byzantinischen Reich im Kampf verwendet wurde (s. LexMA 4,1711f.): sô solt im diu burch werden tiure, / gewunners nieht mit chriechiscen fiure VAlex 992; daz was Alexanders site: / daz er chriechisc fûr chunde wurchen / unde liez iz niemen merchen, / von welher liste iz im chom ebd. 975; SAlex 4397. 1361; daz sîn wazzer wirt ze fiure / gebrant mit anderre dinge stiure: / diz fiur ist kriechisch fiur genant / und wirt gefüert in manic lant Renner 20179; die schiff verbernen myt kreischen vuyre HagenChr (G) 783; Kreuzf 2961

MWB 3,2 588,28; Bearbeiterin: Herbers

kriechisch stsw.Subst. kontrahiert chriesch (Macer ). ‘das Griechische’ ich vernæme kriechisch als wol Greg 1630; in kriechish gescriben Herb 58. 64; in chriechisch verchêret, / dar nâch in latîne brâht KvHeimHinv 60; si wâren ûzer mâzen / gar wol gelêret alle / und sprâchen nâch gevalle / kriechisch und latîn vil wol KvWSilv 2713; vone diu heizzis du in chriechisken alfa et o Himmelr 1,25; nepita zu latine, calamentum in chrieschen, biminze zu dute [Katzenminze] Macer 11,1. 19,1; EvAug 269,3; BdN 262,15

MWB 3,2 589,38; Bearbeiterin: Herbers

krieclich Adj. , kriec-, kriegelîche Adv. ‘streitsüchtig, kämpferisch’ nah der selbin tage zit / hate einen kintlichen strit / Ismahel [...] / und das ê kint Ysaag. / warumbe der kriecliche bac / geschehe undir in? RvEWchr 5029; die gellin [die beiden rivalisierenden Frauen von Elkana, I Sm 1,2] hatin undir in / vil ofte krieclichen nit ebd. 21771. 5434. 27083; die meister swigen an der zît. / sie liezen den krieclîchen strît RvEBarl 9648; wir ensúllen nút krieglich sin noch nút zúrnen Tauler 209,2; NvJer 9962; Frl 7:14,7. sus vertribens menge stunt / mit krieglichem schalle Ammenh 1257; nu sprichit ouh vil lihte ein man, / der mit chrieclichin worten kan / gein dén meren chriegin RvEWchr 25912; so kiesint dih lúte und lant / ze kúnege ubir sih zehant / an allin krieclichin don [Lärm] ebd. 29769. – Adv.: alsô gar criegelich / und sô ubergirlich / der lantgrâve in jagete nâch Kreuzf 7419; die Cristen. sie bereiten / an die stat zu sturme sich, / die mit craft criegelich / [...] / der lantgrâve ane vaht / alle stunde âne underlâz ebd. 7548

MWB 3,2 589,49; Bearbeiterin: Herbers

krieclicheit stF. ‘Streitsucht’ daz sint anhebende lúte, [...] in in stont vil gebresten, hochfart, geswindekeit, bitterkeit, eigenwillekeit, kriegelicheit und manig disem glich Tauler 30,1

MWB 3,2 590,7; Bearbeiterin: Herbers

kriecmacher stM. ‘Kriegsführer’ oppfer nimt die heilig kirch niht von offenparn chrieg machern, vnd von offenparn raubern vnd wuͦchrern RechtssA O 3,4; RechtssB O 3,4

MWB 3,2 590,11; Bearbeiterin: Herbers

kriege Adj. ‘kriegerisch, streitbar’ nu sulen wir niht langer sparn / die kriegen vruht von Narbôn [Willehalm] Wh 43,17; ich hœre wol daz du von natûr / bist als ein krieger vilzgebûr Renner 5968; er merkte wol des knappen nôt, / daz er mit gedanken ranc, / daz in sîn kriegez herze twanc UvEtzAlex 1334; sît nicht sô chrieges muͦtes, / ez zimt nicht guͦten wîben MinneR 30 634,1; Krone 12261; vrowe, ir sit ze kriec ein teil Mai 80,5; swie chriege ir an dem strîte weset, / ir wizzet wol daz Christ / [...] / erbärmic und genædic chumt KvHeimUrst 376; RvZw 132,7; Kreuzf 7611; Ottok 60892

MWB 3,2 590,15; Bearbeiterin: Herbers

kriege stF. Bedeutung unklar, ‘Stirn’ (Brun , Glossar) oder ‘das Emporstehen’ zu → krîgen swV. (s. F. Bech in ZfdA 40 (1896), S. 73)?: als ein vil ture harsnor / bindet daz har vor der krige Brun 2955

MWB 3,2 590,28; Bearbeiterin: Herbers

kriege Subst. aus poln. krąg, Pl. kręgi (s. Anm.z.St.). ‘Kreis, Scheibe’ die priestre in dem temple me / niht opferten gote als e, / ab wurden sie davon lazen / von allen gotlichen sazen, / larten rangen unde vehten / spilen uf den platzen slehten, / sie zugen sich zu den kriegen [ in exercitiis disci II Mcc 4,14] / zu bosheit ir leben biegen / unde volgeten vaste hie / den bosen werken Jasoni Macc 7995

MWB 3,2 590,32; Bearbeiterin: Herbers

kriegel Adj. wie → kriege Adj. ‘kriegerisch, streitbar’ dû himelischer spiegel, / wer wulde wesen kriegel / gein dîner wîsen lêre? Erlös 816; koment sie [zwei gute Kämpfer] ze banden / mîner frouwen ze den handen, / diu ist sô kriegel im gerihte, / so ernert man sie mit nihte UvEtzWh 6295

MWB 3,2 590,41; Bearbeiterin: Herbers

kriegelîn stN. Dimin. zu kriec stM. ‘kleiner Streit’ Isôt die künegîn / huob ein cleinez kriegelîn / mit dem künege umb daz spil HvFreibTr 4182; dîn / bruoder hât ein kriegelîn / gein dir Renner 4299; lege daz kriegelîn ê dernider ebd. 4302

MWB 3,2 590,47; Bearbeiterin: Herbers

kriegen swV. teilweise nicht von → krîgen stV. zu unterscheiden (vgl. DWB 5,2223; Pfeifer, EtymWB, 734); md. auch krîgen. 1 (mit körperlicher oder geistiger Anstrengung) ‘streben, trachten’
1.1 häufig mit Präp. oder Präp.-Erg.
1.2 mit Gen. ‘einer Sache nachstreben’
1.3 ohne Erg.
2 ‘streiten, eine Auseinandersetzung haben’
2.1 allg.
2.2 mit Worten
2.3 handgreiflich
2.4 in einem Wettstreit
2.5 in einem Rechtsstreit
3 ‘kämpfen, Krieg führen’
3.1 ohne Erg.
3.2 mit präp. Ergänzung zur Bezeichnung des Gegners oder der Streitsache
3.3 mit Akk. ‘jmdn. bekämpfen’
3.4 subst.
   1 (mit körperlicher oder geistiger Anstrengung) ‘streben, trachten’    1.1 häufig mit Präp. oder Präp.-Erg.: heim zu lande / urloup zum kunige nâmen die, / der sie niht gerne von im lie, / er mûste sie lân, sie criegten hin Kreuzf 49; des glîche tuot daz viur: daz krieget ûfwert, und ein ieglîchiu crêatûre suochet ir natiurlîche stat Eckh 3:27,6; er wolde ein bistuom stiften dâ; / mit vlîze krîgete er darnâ EbvErf 1016. 4080; nochdenne krieget der himel nâch dem werke, daz got in im selben würket Eckh 2:328,3; swer dâ kriegt nâch fremder habe UvEtzWh 6539; daz ist also daz der mentsche sol nach gotte kriegend gedenken, daz ist reht contemplieren PrGeorg 33,5; Tit 168,3; die zwelfe lebten bruͦderlich. / sie kriegten umb daz himel rich HvNstGZ 4919; er criegte zû dem herren dar Kreuzf 2274. 4136; do kriegete ich doch zuͦ dir [Gott] mit minen ellenden sinnen Mechth 3: 12,4; alle dinc [...] crigin zu dem ende Parad 44,31; dem steine enwirt diu bewegunge niemer benomen, die wîle er ûf der erde niht enliget, er enkriege iemer ze der erde Eckh 3:27,5; VitasPatr 249,5. – mit gegen oder wider etw./jmdn./jmdm. ~ ‘widerstreben, andringen’ nu hœret, wie der fürste var! / er kriegete gein der vînde schar ErnstD 844; [ die ] gegen im krigeten in der zit Pass III 39,61; Wh 293,5; ich sprach: ‘dû bœswiht, nein ich! / daz dû sô kriegest wider mich, / daz ich dir niht vertragen mac.’ Helbl 3,116; want danne alle ûsflüsse kriegent wider iren gespring PrEkkewint 234; wider sînem willen crieget er Tr 11749; kein vogel kan ûz allen landen wider in [den Adler] nû gecriegen KvWLd 32,327; daz vünkelîn der sêle, [...] daz dâ ist kriegende alwege wider allem dem, daz götlich niht enist Eckh 1:333,1. – bezogen auf die gegengesetzte Rotation der sieben Planeten zwischen Erde und Fixsternhimmel (s.a. Heinzle, Wh., S. 818 zu 2,2-4): nû sage mir, hâst dû meisterschaft, / wie daz firmamentum mit sô hôher kraft / gein den siben plânêten müge kriegen, / oder wie der Pôlus articus / stê und der hôhe meisterstern Antarticus? Loheng 133; derz firmamentum an liez / unt die siben plânêten hiez / gein des himels snelheit kriegen, / sîn wâge kan niht triegen Wh 216,11    1.2 mit Gen. ‘einer Sache nachstreben’ swie ich mich anemâze / ze tihten, des ich lutzel kan, / wan daz ich vil tumber man / doch noch tihtens krîge. / jâ mohte ich wol geswîge, / dâr guote meister sprechent, / die guot getihte zechent [schaffen] EbvErf 4499    1.3 ohne Erg.: – Part.-Adj.: hoffenunge klebet in der kriegenden kraft, diu alle zît ûfkriegende ist in daz hœhste und in daz lûterste: in die wârheit Eckh 2:168,1. – subst.: sîn [des Jägers] chriegen machet tieres val KvHeimHinv 8; die meister sprechent: daz lieht ist sô natiurlich, daz ez iemermê ein kriegen hât, und heizet sinderesis und lûtet als vil als ein zuobinden und ein abekêren Eckh 1:333,5    2 ‘streiten, eine Auseinandersetzung haben’    2.1 allg.: Effrem hies ein abt, zvͦ dem gieng ein boͤs wip vnd wolt in han in vnkúschekeit oder in zorn gevellet, wan in gesach nie mv́nsche gezúrnen noch kriegen VitasPatr 323,15; und criegent an mir starke / beidiu tôt unde leben Tr 18542; Ottok 15910. – subst.: ain paum an aim stain [abgebildet auf einem Edelstein] , an des rehter seiten ain fraw ist und an der lenken ain man, der macht ainträhtigung zwischen den êläuten und versœnt die kriegenden BdN 471,14    2.2 mit Worten: – ‘diskutieren’ wan ez kriegent die meister von Parîs etewenne, welich heilige der hôhste in dem himelrîche sî unde von welhen tugenden einer hœher sî danne der ander PrBerth 1:537,15. 1:538,14; si kriegten welhez under in / von êrst dô solte kêren hin / ze dem junkherren ûz genomen KvWPant 1471; si sâzen kriegend alle drî [Juno, Pallas, Venus] / und triben des vil unde gnuoc. / swaz wirde ir iegelîchiu truoc, / diu wart besunder dâ geseit KvWTroj 2578; ir [ Discordiâ ] sâme wirt noch hiute / geworfen under manigen lîp. / si füeget, daz man unde wîp / vil ofte kriegent umbe niht ebd. 1497; maniger sprichet, ich heize in liegen / swenne er liuget, und wil ouch kriegen, / sprêche ich daz er habe gelogen Renner 15356; seit dir ieman von schrift, oder von anderen sachen, kriege mit im nv́t VitasPatr 248,27; Frl 9:16,1; EvBerl 119,15; SpitEich 25,2. – ‘Meinung vertreten, behaupten’ kein vrouwe kriege wider mich [Juno] , / daz si wunneclicher sî KvWTroj 1936. – mit Dat.d.P. ‘im Streit nicht gewachsen sein’ ich han dir niht gekriegen. / du kanst dine rede gebiegen / so meisterlichen hin und her HeinzelRitt 345. – subst.: sus gie daz criegen under in / umbe ir eit her unde hin Tr 15693; nû die götinne beide [Juno und Pallas] / mit rede ân underscheide / striten hövelîche alsus, / dô sprach diu vrouwe Vênus : / ‘ir mügent iuwer kriegen lân, / ich wil den apfel selbe hân, / wan er ist mîn von rehte [...].’ KvWTroj 2099; dîner schrift geloube nû / und lâ dîn valschez kriegen abe KvWSilv 3283; nu waz ir [der Jünger] criegen vnderwegen [ inter se in via disputaverant Mc 9,33] , / wer vnder yn den hosten segen / hede an gewalde, ere vnd geniez EvStPaul 3948. 10100    2.3 handgreiflich: sus kriegtens gein einander als zwên hanne Loheng 5556; [Rebekka] wart swanger zwaigir kinde [Jakob und Esau] , vnde dú kint kriegeton in der muͦtir mit ain andir [ conlidebantur Gn 25,22] PrGeorg (Sch) 2,187. – subst.: der Wâleys tet im einen slac, / daz er zuo der erde mit tôde vallens pflac. / nû lât in ligen, ez het ein ende sîn kriegen Loheng 2750    2.4 in einem Wettstreit: liehte bluomen, grüene gras, / mit den diu pleine erliuhtet was, / diu criegeten vil suoze in ein Tr 16747; ein lûter klingen bechelîn / vliuzet, dâ die bluomen kriegent umb ir schîn Loheng 6135. – subst.: ‘ir wellet hern / den alten meister Erewin, / der funt, der was da vor ouch sin.’ / ob ouch wol die sprache ist min, / so treit er doch daz kriegen hin Frl 13:5,8    2.5 in einem Rechtsstreit: vnd daz vnser herre, [...] an behapt hette mit reht vor rehtem gerihte. vnd des wir darnach chriegten reht UrkKlostern 1,155 (a. 1317). – mit präp. Ergänzung zur Bezeichnung des Streitgegenstandes oder des Streitgegners: swer mit dir ze gerihte var / kriegen umbe dîn gewant, / dem solt dûz lâzen zehant [vgl. Mt 5,40] RvEBarl 4109; ez kriegten zwêne rîche man / mit einander umbe guot. / der krieg wert lang Boner 95,4. 76,57; swo zwen chriegent mit einander umb einen chauf StRMünch 313,12; din mage hant dich schiͤr verclagt: / so man in dinen dot sagt, / sie kriegent sere umb daz guͦt HvNstVis 127; swa zwene, ez si herre oder arm man, criegen vmme guͦt vor gerithe UrkCorp (WMU) N408,12; wo zwen mit einander kriegent umb ainen aigen man UrkÖsterrErbl 60,16 (a. 1237); SchöffIglau 71; daz daz selb tail, daz da wider chriegt, von allem sinem reht gæntzlich gevallen si UrkCorp (WMU) 1966,5; wær iemen, der her nach chriegen wolte nah dem selben lehen ebd. 3051,5. der mit dir chriegen wil in dem gerihte [ vult tecum iudicio contendere Mt 5,40] EvAug 9,25; Tauler 289,7; swer die rehten gewer an einem guͦte hat. vnd krieget mit im ieman dar an. wen sol im gezivge erteilen. vnde ienem nvͦt. der ir darbet SchwSp 192a; swenne burger kriegent vnder ein andirn UrkCorp (WMU) 248AB,10,24; herre apt Chvenrat von Seiteinsteten chriegt mit vron Chunegvnden Otachers havsvrawen von Stille vmbe ein wis in dem Reintal UrkEnns 3,525 (a. 1280); EvBerl 122,17. helfen ~ jmdn. in einer Streitsache unterstützen: daz ich minem brvͦdere [...] helfe criegen [...], vnz ime die stat wider wirt UrkCorp (WMU) 177,31    3 ‘kämpfen, Krieg führen’    3.1 ohne Erg.: er sprach zer meide wol gevar / "war kriegt der herzoginne schar, / sus manec rîter ûz erkorn? / wer hât ir hulde verlorn?" Parz 632,24; swer kriegen wil und kriegen sol, / der bedarf guoter friunde wol Renner 1549; wer spitzig dünneu naslöcher hât, der ist ain krieger und kriegt gern BdN 45,24. 143,26; JvFrst 1182; kleiniu vogellîn selten kriegent, / diu schareht mit einander fliegent Renner 21329    3.2 mit präp. Ergänzung zur Bezeichnung des Gegners oder der Streitsache: da chriegt chaiser Hainreich sun mit seinem vater und uͤberwant in im andern jar EnikWchr 542 Prosa 9,20. 543 Prosa 2,2; dô kom der künec Vergulaht. / der sach die strîteclîchen maht / gegen Gâwâne kriegen Parz 410,15. 275,29; umb ein lant grôz / mit einander wir kriegen Ottok 62576; [die Elefanten] kriegent niht umb iriu weip, wan si prechent ir ê niht BdN 135,10. mit dem tode ~ ‘im Sterben liegen’ wenne wir [...] mit dem tode vaste krigen [...], / so kumpt der prister [...] / und brenget eine salbe so / gemachet uz oli und balsamo Brun 5768    3.3 mit Akk. ‘jmdn. bekämpfen’ die wischten uf in die luft / und huben an mit stolzer guft / daz volc kriegen durch beiac Pass III 331,63    3.4 subst.: dâ ergienc von in beiden / hurteclîchez kriegen. / si liezen gêre vliegen / mit anderem ir geschôze Wh 431,7; si wolte der edelen vruht uz Katelangen / der strangen so niht lazen sunder kriegen JTit 1942,3

MWB 3,2 590,52; Bearbeiterin: Herbers

krieger stM. erst im späteren Mhd. belegt. ‘Kämpfer, Streiter’ ez waren allis crieger / lugener vnd trieger Martina 218,61; wer spitzig dünneu naslöcher hât, der ist ain krieger und kriegt gern BdN 45,23; Renner 8779; WhvÖst 194 (La.); swer ainen ierret, der krieger und zúrner schaiden will, der riht der stat zehen schilling StRÜberl 3; heft sich ein chrig czwischen leuten um selgeret und um gescheft, so schullen di chriger paider seitten ainen erbern man chiesen StRBrünn 386; DRW 7,1529 (HagenauStatB; a. 1348)

MWB 3,2 593,45; Bearbeiterin: Herbers

kriegic Adj. 1 ‘streitsüchtig’
2 ‘streitig, strittig’
   1 ‘streitsüchtig’ aber ib kainer kriegiger [ contentiosus ] wirt wunden er werde rafsut [getadelt] . BrZw 71; welhes stirn sleht ist und niht gerunzelt, der ist kriegik und macht gern krieg BdN 45,30; daz icht ein widerstôz / von dem volke wurde grôz / und ouch sô den juden / entstûnde ein krîgic ludem [Geschrei] JvFrst 714; Lanc 341,3    2 ‘streitig, strittig’ swaz man kriegiger dinge nach wiser livte rate rihtet, daz div ir ewigen craft behaben UrkCorp (WMU) 333,15; daz die beidenthalben gewalt haben solten, taidinck vnd tage ze machen uͤber alle sache, die chriegick wæren ebd. 1131,2. 1285,21; swaz zwischen vns vnd vnsern vorgeschriben herren den hertzogen oder zwischen vnsern dienern yetwerthalben chriiͤgik vnd vnuerrihtet wær UrkWittelsb 2,150 (a. 1308); di chriegig tayding, di siv gegen einander gehabt habent UrkHeil 2,185 (a. 1343)

MWB 3,2 593,56; Bearbeiterin: Herbers

kriegisch Adj. wie → kriegic . ‘streitsüchtig’ des grûwet mir daz jungiu kint / sô traz und nu sô kriegisch sint Renner 14832; wy das kumpt, sehent dy scheppen, das verworren lewt vnd krygische lewt der haymlichen gesprech vil machen SchöffIglau 106

MWB 3,2 594,10; Bearbeiterin: Herbers

kriegôt stMN. ‘Rechtsstreit’ vnd [ daz ] ovch der selbe criget anderost von den selben herrun [...] fur vns gezogen wart UrkCorp (WMU) 980,32; daz wir habin lazzin vz dem tæile, do wir mit ein ander teiltent burger, lvͦte und’ gvͦt, alle ansprache vnd elliv krigvͦt ebd. 377,36 (oder dieser Beleg zu kriecguot ‘streitiges Gut’? s. DWB 5,2258)

MWB 3,2 594,16; Bearbeiterin: Herbers

kriegunge stF. ‘Anstrengung’ dô her was in des tôdis krîgunge [ agonia ‘Todeskampf’ ] , dô bette her deste lengir EvBeh Lc 22,43

MWB 3,2 594,23; Bearbeiterin: Herbers

krîen stV. (Ib) auch sw. ( WhvÖst 14440, Wh 391,5 ); auch krein (HvNstAp ); zum Pl.Prät. kriren ( Helbl ) s. Weinhold, Bair. Gr. § 268; aus afrz. crier (Suolahti 1,132, Rosenqvist 1,140). ‘laut schreien; den Schlachtruf ( → krîe) erheben’ wan er sin wapen fuͦrte, er krey ouch sine krie JTit 4766,1. 4926,1 u.ö.; ‘Rîchersdorf!’ sie kriren [: schriren ] Helbl 15,353; der uz zog wart beschriet: / manic wapen knappe kriet / dem erz gunde, sinen krie WhvÖst 14440; dâ mit strîte ê sêre was gekriget [La. gekrîet, wo man kämpfend laut geschrien hatte] Wh 391,5 (s. Heinzle, Wh. Anm.z.St.); TürlArabel *A 44,4; Virg 1040,3. 1047,1; BraunschwRchr 3366. 2110 u.ö.; – subst.: doch hôrte der herre ir krîen: / ofte sie dâ schrîen Kreuzf 4103. 2213; nu hub sich ain krein, / ain wain und ain schrein, / [...] von dem gesinde uber all HvNstAp 2459; wie manger hande krien hal uz ir aller sprachen JTit 870,1. 4171,1; do hup sich ein gekrien / von der minneclichen maget, / daz nie so sere wart geklaget SchülerB 370; WhvÖst 10266

MWB 3,2 594,26; Bearbeiterin: Herbers

krîer stM. kroijierære

MWB 3,2 594,47;

krîf Subst. Bedeutung unklar: daz ist ûf die meinung getân, / daz daz povel [Volk] niht anders tuo, / dann daz ez emziclîchen zuo / sînem hantwerk grîfe / mit ernste und mit krîfe HvBer 9595

MWB 3,2 594,48; Bearbeiterin: Herbers

kriffen swV. gripfen

MWB 3,2 594,52;

krîgen stV. (Ia) teilweise nicht von → kriegen swV. zu unterscheiden (vgl. DWB 5,2223; Pfeifer, EtymWB, 734). 1 (mit körperlicher oder geistiger Anstrengung) ‘streben, trachten’ , meist mit Präp.-Erg.
2 ‘etw. bekommen, erreichen’
3 ‘mit jmdm. streiten, kämpfen’
   1 (mit körperlicher oder geistiger Anstrengung) ‘streben, trachten’, meist mit Präp.-Erg.: daz mir icht geschege als dem arn, / der do kegen der sonnen kriget, / wen her also ho gestiget Brun 2407. 9091; daz sprichet zu dute hemelstigen, / di alle hin zu hemele krigen / und sin irdische libe vri ebd. 5620. 8590; ein man, der nâch den esten [eines Baumes] kreic, / dar an er vaste ze berge steic UvEtzAlex 25961. 22636; der wirt dô mit vlîze kreik, / daz er die sueze minne / verstæle RvMunre 1126; wie si zuo dem tôde kreik [Selbstmord verüben wollte] Frauentrost 185; wir wollen [...] dar nach immer crigen / alhi uf der erden, / wi wir gehohet werden / bi unserm herren aldort Pass I/II (HSW) 37330; wand si hat wider mich gecrigen / und mine botschaft dir verswigen ebd. 40591; dar vmbe so sol der mensche tvgent minnen vnd in leben vnd nach in krigen als armuͦt vnd diemuͦt RvBib 13,5; HvFritzlHl 125,12; NvJer 18403. 12702. 11580    2 ‘etw. bekommen, erreichen’ nu wolde er [Augustinus] ouch an eren vrumen [wachsen] , / ein teil uf baz stigen, / und also daz gekrigen / zu Rome in der houbtstat Pass III 417,84    3 ‘mit jmdm. streiten, kämpfen’ die sich heten angenumen / mit im zu sprechene von kunst, / die vunden sulche vernunst, / die Stephanus der gute man / liez under sie mit witzen gan, / daz ein ieglicher gesweic / und nicht vurbaz mit im kreic; / und musten im gar den sig lan Pass III 38,44; und wan der leydeger ouch creyk [ disceptaret Iob 34,19] / mit dem armen und uf in steyk, / daz siet alles sin tyfer rat, / wan si sint sine hantgetat Hiob 12875

MWB 3,2 594,53; Bearbeiterin: Herbers