k – cadmia kaf – kalc calcaire – 2kalle 3kalle – kaltlîchen kaltnisse – kamerærse kamerbëlle – kamerselde kamersidel – kampfer kampfgenôʒ – kampfwât kampfwërc – kanonîen kanonike – kanzelschrîbære kanzwagen – Cappadociære kappân – kappûnen capût (?) – kardenâldiaconus karele – karra(t)sche karre – karthiusære kartur – kæselîn kæse|lüppe – kasten kastenære – kathecuminus kathezizieren – kauerære (?) kauergerihte – kefse 1kegel – keisertuom keitivic (?) – kelken këllære – këlre këlstëchære – 2kemelîn kemelînvleisch – kendelîn kenecte – keppechîn keppeler – kerkerhaft kerl – kerrîne kerschlich – kerzîn kerzlach – ketenwambîs kettelinc – keʒʒelære keʒʒelærinne – kîche kîchen – kiesærinne kiesen – kindebet kindechîn – kindestac kindestohter – kintbettegemach kintbetten – Kiperære Kiper(e) – kirchenbrëchære kirchenerbe – kirchhërre kirchhof – kirchtac kirchtor – kirnen kirnîn – kitzelen kitzelîn – kiuwe kiuwen – klâfterlanc klâftermâʒe – klagenôt klagerede – klamben klamen – klæret klârheit – klëber klëbereht – klegerse klêgrüene – kleinlîche kleinlîcheit – kleinvüegunge kleinzëhende – klepfze kleppisch – klinge klingelære – klobeholz klobelouch – klôsterknëht klôsterlëben – klôsterweide klôsterwërre – klûde klüege – klupfen kluppe – klutterât klûwen – knëhtelîn knëhten – kniel (?) knieleip – knodebôʒe knödel – knubelen knugelîn – kobel kobel – kochman kochsudel – kôle kôlegruobe – kolner kölnisch – komelinc komen – condewier condewierde – konkavelite, konkavelit conplêt – convëntkopf convëntswester – koraze (?) körbelîn, körbel, körblî – körnære kornban – kornmesse kornmetze – corporâl corporâlgewæte – kostebæric kostebærlich – kötze kotzeht – koufgenôʒ koufgiric – koufschalc koufschanze – krachen kradem – krâme kræmel – kranc- krancmüetic – 1krapfe 2krapfe – krëb(e)ʒ krëbeʒen – krefticheit krefticlich – kreiʒgengel kreiʒlingen – kreter kretscheme – kriechelîn kriechen – krîgen krîieren – krippen- krîsch – kristâbent kristalle – kristenin kristenisch – kristiâne kristier – kriutener kriuzaltære – kriuzloht kriuzphenninc – 1krœnen 2krœnen – krotenstein 2krœnen swV. krônetrage swM. krônhërre swM. krônike stswF. krœnlîn stN. krœnunge stF. kropel stM. kropelkint stN. kropf stM. kropfeht Adj. kröpfelîn stN. kropfoht Adj. kropfstôʒ stM. kropfstôʒen swV. 1krœse stN. 2krœse stN. krosel Subst. krostel swF. krot stNM. krote stswF. kroten swV. krotenbalc stM. krotenbluome MF. krotensâme swM. krotenstein stM. krotenstutz – krülle krüllel – krupfei krüpfen – krûtmezzer Krûtnowe? – kûchen kuchenære – küechelmël küefelære – kugelhuot kügellîn – kumberlich kumberlîn – kûmen kumer – kunde künde – künftigære kunftlich – künigeslêhen künigessilber – künstelîn künstelôs – kuntmeister kuntsame – kuosërtærinnesun kuo|smër – kuppe 1kuppel – kurdewân kurdewænære – kurpen kürre – kurtois kurtoisîe – kurzwîle kurzwîlen – kuster kusterîe – kutzelvleisch kützen – kûze
|
2krœnen
swV.
1
‘jmdn./etw. mit einer krône versehen’
1.1
‘bekränzen’
1.2
‘krönen, mit einer Herrscherkrone versehen’
1.2.1 von weltlichen Personen 1.2.2
gekrœnter helm , für einen mit einer Krone verzierten Helm 1.2.3 von geistlichen Personen 1.3 vom Kopfschmuck bei Tieren 2 übertr. 2.1
‘jmdn./etw. preisen, ehren, verherrlichen’
2.2 mit präp. Erg. ‘etw. kennzeichnen, auszeichnen mit’
1
‘jmdn./etw. mit einer krône versehen’
1.1
‘bekränzen’
ich sach ein frouwen minneclich / mit rôsen wol gekrœnet
KLD: Namenlos
n III 23:1,2;
anderstunt sah ich in [
den stecken
]
stan / mit lovbe wol gechronet, / hiemit was er geschonet Bîspel
(G)
254,9.
–
‘mit einem Siegerkranz versehen’
laureati: chrœnete PsM
H 76,2;
dem sazte er ûf sîn houbet / ein schapel wol geloubet,
/ dâ mite er in dô krônte KvWTroj
627;
noch solte man mins sanges schrin gar rilichen krönen
Frl
5:115,11.
–
‘mit der Dornenkrone versehen’
er lie sich mit dornen chrônen Aneg
3090;
die unsaligin chrontin ir herrn mit durninir chroni
Spec
54,28;
Marien eingebornen / gecronet hi mit dornen Elis
948;
aber sach dú muͦter hin, / so
jæmerlichen croͤnen in [Jesus]
WernhMl
10082;
die smerzen [...], die er lait, sin hobet mit
spizzen dornen gecroͤnet UrkCorp (WMU)
93,1
1.2
‘krönen, mit einer Herrscherkrone versehen’
1.2.1
von weltlichen Personen:
dô krônde man Lavînen / zeiner kuneginne En
13128.
13048;
Roͮlanten si hohten, / uͦber Yspanie si
in chronten Rol
3150;
dâ krônte man die swester sîn Parz
336,30.
803,21;
Kriemhilt diu vil schœne sol hie
gekrœnet gân NibB
704,2.
706,3;
[sie] nâmen Blanschefluoren / und vuorten si mit
in zehant / in Riwalînes herzen lant / und crônden si dar inne
Tr
811.
1800;
dâ von man riet nû hie des rîches vogte, / daz er sich solde
krœnen lân Loheng
6491;
in dem aht zehenden iare, do min herre, der kvnik Ruͦ. von
Rome, wart gekroͤnet UrkCorp (WMU)
1338,19.
574,41;
HvFreibTr
6794;
StrKarl (S)
3845;
RvEBarl
13445.
– subst.:
dâ von daz kroenn sich zogte Loheng
6487
1.2.2
gekrœnter helm, für einen mit einer Krone verzierten
Helm:
Vîvîanz [...] / sluoc den
künic durh den gekrônten helm Wh
24,27;
dar in trat vermessenlichen manig ritter cluͦg / mit iren
gekroͤnten helmen frilich an der stunt RosengD (LKN)
722.
1078;
dâ bî fuort man den helm mîn [...]. / er was
gekrœnet meisterlîch: / diu krône diu was kosterîch
UvLFrd
165,23;
MGHConst
8:69,24
(a. 1346)
1.2.3
von geistlichen Personen:
von sente Petir alse her gecronet wart czu pabeste
schribit sente Matheus EvBerl
133,21.
136,27;
do wart er [...] zu bischofe gekronet
ThvKandelb
327
1.3
vom Kopfschmuck bei Tieren:
[der Phönix] ist an der grœz als ain adlar und
hât ain gekrœnt haupt sam ain pfâwe BdN
186,19.
187,26
(s.a. →
krône stswF. 5);
[der Wiedehopf] hât ainen vedreinen kamp auf dem
haupt, den füert er sam ainen gekrœnten helm ebd.
228,4;
[der Drache] ist gekrœnt auf dem haupt nâch
der grœzen seins leibes ebd.
268,19
2
übertr.
2.1
‘jmdn./etw. preisen, ehren, verherrlichen’
ez ist reht daz man sî krœne, / diu zuht unde
schœne, / hôhe geburt unde jugent, / [...] hât
Iw
6463;
wîp dest ein lop, daz si alle krœnet Walth
49,11;
si was also schone, / als ich vernomen han, / daz ich si immer
chroͤne / beide fur vrowen und fur man Rab
107,3;
Er
6035;
MF:Reinm
13: 7,6;
wol dem reinen wîbe / [...] / diu
tiuret unde crœnet mit ir edeln tugenden werden man KvWLd
31,108;
dine shoͤne ich hoͤher kroͤne / dann
swaz ich shoͤne han gesehen Rennew
3932;
ich krœne ir schœne vür des liehten meien
schîn SM:Ta
1: 2,6;
ez sint manger hande dœne, / die da liebent guoten
muot; / darûz ich ir einen krœne, / der dem herzen sanfte tuot SM:
WvK
8: 1,3;
dîne kunst ich iemer krœne SM:KvL
11: 1,5;
ein alsô wünneclîchez leben, / daz dir wirt baz
gekrœnet / und tûsentvalt geschœnet / in dem himelrîche
RvEBarl
12101;
manmut und ritterlicher mut die krönen einen heiden Frl
5:46,19;
HvFreibTr
4014;
PrBerth
1:489,7;
AHeinr
825;
Dietr
1743;
sie sint heilige marterære / und sint also gescheiden hin, / daz ich des
vil gewis bin, / daz got ir sele gechronet hat StrKarl (S)
10633.
7649;
mit Gen.:
maniger tugende ich si krœne SM:
KvL
5: 4,5;
ir schande ist unser êre: / des wîp dâ sint gehœnet, / des well
wir sîn gekrœnet ZwBüchl
702;
Rachel, die ih des kroͤne / das niender lepte
ein schoner lip / in dem lande, magit noh wip RvEWchr
6175.
– mit an:
sîst mit rede niht ze balt, / daz ich an der lieben
krœne: / dâbî kan si stæte sîn SM:KvL
9: 3,5;
manig geroͤter munt / begunden den vil
shoͤnen / an shoͤne vaste kronen. / diz wær gewesen ân ir
haz, / heten si in gelobet Rennew
29140.
–
‘sich auszeichnen’, hier: durch Schönheit:
ich sprach: ‘vil hochgelobete, reyne, werde maget, / man ieman
syn, der dir geliche krone?’ Wartb
Anh 20,3.
– subst.
daz die zit schire queme, / daz dinc ende neme. /
‘welich zit?’ – der guten lonen / und der irwelten cronen
/ und der argen vordamnisse / zu dem understen abisse HeslApk
22814.
– Part.-Adj., superlativ:
so ich sprich ‘der aller besten’ / und
auch ‘der aller schonsten’ / und auch ‘der baz
gekroͤnsten [Frauen] ’
Minneb
1898;
wie si sy die schonste / und an gut die hoch
gekronste [Frau]
ebd.
2002
2.2
mit präp. Erg. ‘etw. kennzeichnen, auszeichnen mit’
owê danne, sô hân ich getobet, / daz ich die getiuret hân / und mit lobe
gekrœnet, / diu mich wider hœnet Walth
40,24;
SM:KvL
10: 4,3;
ich prîse iuch unde krœne / mit lobe in allen
mînen tagen KvWTroj
2804.
20131;
wol mich daz diu vil sældenrîche ie wart geborn, / diu mit bernden
tugenden hât ir lîp sô wol gekrœnet KLD: RvB
4:2,2;
daz ich ir lop mit minem sange kroene Tannh
11,50;
dest ein wîp diu wol ir wîpheit kan mit tugenden
krœnen: / ir wîplîcher muot ist wandels frî KLD: UvL
34: 4,1;
[die Bienenkönigin] hât auch an der stirn ain weiz
plüemel, dâ mit hât in diu nâtûr gekrœnet vor den andern
peinen [Bienen]
BdN
288,28
MWB 3,2 634,11; Bearbeiterin: Herbers
krônetrage
swM.
‘Kronenträger, König’
der edele crônetrage [: tage
] / ûz
Bêheimlant RvZw
149,11
MWB 3,2 635,59; Bearbeiterin: Herbers
krônhërre
swM.
‘der die Krone hat; Kaiser’
der krônherre in Kriechenlant Loheng
4214
MWB 3,2 635,61; Bearbeiterin: Herbers
krônike, krônik
stswF.
zu grch.-lat. chronica (vgl. MlatWB 2,558 s.v. chronicus),
mhd. Formen mit -â s. Parz , Eracl ; auch
korôn- z.B. Loheng , HvNstAp ,
EnikWchr oder kronk- z.B. Pass I/II (HSW) ,
EnikFb , NvJer .
‘Chronik’
er las der lande chrônicâ / ze Britâne unt anderswâ, / ze
Francrîche unt in Yrlant Parz
455,9;
Eracl
4545;
die warhaften cronken Pass I/II (HSW)
1810;
EnikFb
4;
NvJer
256;
Macc
319;
ein ieglîch künic, daz ist wâr, / sol sînes rîches kronik hân WälGa
10659;
in Rom man es geschriben vant / in ainer koroniken
HvNstAp
20643;
EnikWchr
86.
9344;
der Rœmer [...] cronik
BdN
265,24;
Loheng
7469.
2622;
Rennew
12924;
JTit
5869,2;
Ottok
80448;
EbvErf
329
MWB 3,2 635,63; Bearbeiterin: Herbers
krœnlîn
stN.
Dimin. zu
krône
stswF.
‘Krönchen, kleine Krone’
sant Pêter ist als gewaltic dâ ze himele unde hât sô vil êren, daz ez iemer
unsegelich ist; iedoch gebristet im des krœnlîns, daz der guote sant Paulus hât
PrBerth
1:336,36.
– Brautkrone:
sie sint ûf dem spiegelberge unde tragent einer hande krœnlîn, ein
schappel PrBerth
1:336,27;
aureola, daz kronelin SHort
3366
(zu aureola, der Krone der Jungfrauen, s. Glr. S. 230)
MWB 3,2 636,13; Bearbeiterin: Herbers
krœnunge
stF.
‘Krönung’
dâ sold er gewinne / kuniges reht genzlich / mit krônung und mit
wîch Ottok
41202.
69829;
nu dachte ouch der koninc riche / zo siner kroninghe vil herliche, / Philippus
dher gemeyte BraunschwRchr
5025;
gegin Rome, do wir zu unser chroͤnunge dar furin MGHConst
6,1:538,3
(a. 1329).
8:69,26
(a. 1346).
8:526,28
(a. 1348);
StRBrünn
378
MWB 3,2 636,23; Bearbeiterin: Herbers
kropel
stM.
→
krüpel
MWB 3,2 636,31;
kropelkint
stN.
zu
krüpel
stM.
‘körperlich behindertes Kind’
uffe altvîle unde uffe twerge erstirbit weder lên noch erbe, noch uffe kropelkint
SSp (W)
1:4
MWB 3,2 636,32; Bearbeiterin: Herbers
kropf
stM.
1
‘Kropf’ , Auswuchs am Hals des Menschen 2 Aussackung der Speiseröhre bei Vögeln 2.1 eigentl. 2.2 übertr. auf den Menschen 3 als Bestandteil von Personennamen
1
‘Kropf’, Auswuchs am Hals des Menschen:
struma: croph SummHeinr
1:128,180;
struma guttur tumidum: chelch vel chroph ebd.
2:484,408;
swer dâ für gerne wære / ein Beier oder ein Sahse, / ich wünsche, daz im
wahse / ein hover und ein grôzer kropf! Helbl
1,543;
der zolner sach den hoger an: / einen kroph sach er in hân
Boner
76,26;
dar nach wart ein kint bracht von Horsilgouwe, daz hatte einen grozen kropf
unde wart gesunt Köditz
85,11;
ez sint in etleichen landen [...]
etleich frawen, die [...] grôz kröpf habent
BdN
494,1;
BFrau
279;
HagenChr
2425.
– derb für den Hals:
dô man die tänze sleif, / dô reit [drehte] er
daz houbet ûf dem krophe Neidh
WL 11:6,8.
– als Schimpfwort für eine Person:
den œden krophen Neidh
WL 18:5,2
2
Aussackung der Speiseröhre bei Vögeln
2.1
eigentl.:
vier tûbn / möhten den weiz klûben, / daz ir kröphe würden vol
Helbl
2,353;
diu [
tûbe
] mit vollem krophe ûf
einem korenkasten stât Neidh
WL 13:5,9;
ouch hett der sperber do / sin vollen kropff gessen Eilh
H,7201;
sô læzt der raigel
[Reiher] ainen frischen visch auz dem kropf, den er
gevangen hât BdN
188,21
2.2
übertr. auf den Menschen:
bruoder Calkopf / hat och ainen vollen kropf Barfüsser
138;
einen guoten kropf er az [er aß sich
satt]
Parz
132,2;
dû sitzest unde frizzest unde trinkest einen kropf über den andern, daz
sich dîn mage kliubet in vieriu! PrBerth
1:103,14;
dar umbe ensmakent in alle goͤtlichen ding
nút; wan der gesmak ist enweg, des magen kropf ist verfulet
Tauler
137,9.
99,27.
–
verdeust du disen kropf, / du maht ezzen ungesoten / nâternzagele unde
kroten / und alliu eiter trinken! BFrau
728;
verdawet han ich den ersten kropf JvNürnberg
253.
–
reht als der gîr dem âse tuot / vast ich die sünde in mînen kropf
MarGr 18
300,69
3
als Bestandteil von Personennamen:
her Wolfher der Cropf von Ehmuzsheim UrkCorp (WMU)
365AB,20,9;
mit hern Hainrichs dez Crophez ebd.
587,23;
C. Kroph ebd.
2198,17
MWB 3,2 636,36; Bearbeiterin: Herbers
kropfeht
Adj.
→
kropfoht
MWB 3,2 637,13;
kröpfelîn
stN.
Dimin. zu kropf stM.
1 Aussackung der Speiseröhre bei Vögeln 2 magere Kost für Falken
1
Aussackung der Speiseröhre bei Vögeln:
ein zîsel und ander vogellîn / lesent ûf kleiniu körnelîn, / mit den si
füllent ir kröpfelin / daz si niht twinge hungers pîn Renner
16513
2
magere Kost für Falken:
man möhte mit mir beizen, / wær ich für vederspil erkant, /
ich swunge al gernde von der hant, / bî selhen kröpfelînen / tæte ich fliegen
schînen Parz
487,9
MWB 3,2 637,14; Bearbeiterin: Herbers
kropfoht, kropfeht
Adj.
Suffix auch mit a-.
‘einen Kropf habend’
dâ von die läut kropfoht werdent, sam in Kärnden vil kropfoter
läut ist BdN
103,24.
103,28;
die Stîrer [...] habent vil kropfater
liut EnikWchr
27533;
dar nach quam ein kropfecht man von Artern unde wart gesunt bi dem grabe
Köditz
94,17.
85,9.
94,16
MWB 3,2 637,23; Bearbeiterin: Herbers
kropfstôʒ
stM.
‘Stoß an den Hals’
er pfie [empfing] vil smehú
schelt wort, / bægling [Ohrfeigen] und kropfstoͤsse
SHort
4147;
vor Alexander dem rîchen / wart im dô ein kropfstôz, / daz er ûf die erde schôz
Anteloye
341;
AnteloyeD
371
MWB 3,2 637,30; Bearbeiterin: Herbers
kropfstôʒen
swV.
‘an den Hals stoßen’
do wart der junge degen balt / vast gecropf
stozzet [: grozzet
]
WhvÖst
5371
MWB 3,2 637,35; Bearbeiterin: Herbers
1krœse
stN.
‘Eingeweide, Gedärme’
man slecht nû so manig vê [Vieh] , / des
vint man / guotiu krœsiu, houbt und vüezze SM:Had
20: 2,9;
er schriet im eine wunden, daz im do zu hant / daz kröse an den stunden brach uz
des libes want WolfdD (H)
1347,4;
fleisch, fuͤze und beine, / kroͤse, haupt, hirn, sulzen gut, /
zungen, unslit, kappen und hut / kumet von den schafen vil KgvOdenw
6,89.
3,21
MWB 3,2 637,38; Bearbeiterin: Herbers
2krœse
stN.
Bedeutung unklar, evtl. zu frnhd. krösen
‘rösten, braten’, übertr. ‘plagen, martern’? (s. DWB s.v.
krösen
2b und Anm.z.St.):
daz krösz und och der bettlertantz [hier für
‘Prügel’
] / huob sich mangem ze fruo Bauernh
600
MWB 3,2 637,46; Bearbeiterin: Herbers
krosel
Subst.
zur Etymologie s. EWA 5,818f. s.v. krosal; s.a. AWB 5,432 s.v.
krosila.
‘Knorpel’
kartilago: crosela Gl
3:434,43
MWB 3,2 637,51; Bearbeiterin: Herbers
krostel
swF.
→
krustel
MWB 3,2 637,54;
krot
stNM.
auch krudt
UrkKöln , UrkPrivR ; zur Etymologie s. DWB
5,2412f.
1
‘Belästigung, Beschwernis’
2
‘(rechtliche) Beeinträchtigung’ (weitere Belege s. DRW 8,2f.)
1
‘Belästigung, Beschwernis’
hi mide erwarb si michel crot, / daz di furstinne reine / der selben megde
alleine / hiz bi disen ziden / ir gelwes har besniden / nach der vor gesazten e
Elis
7792;
si erfulte sin gebot: / ir was ein niht des weges crot ebd.
7990.
6330;
sint er [Adam] ubergangen hât / godes heiz und sîn
gebot. / darumme er billich lîdet krot Erlös
834.
–
âne/ sunder ~
:
wir sullen, frouwe, gerne also / nach unser mugentlicher craft / werben
uwer botschaft. / daz dun wir sicher ane crot Elis
575.
7403;
sêlec sîn die ouch erkant, / der herze rein ist sunder krot. / die
schouwent êweclîche got Erlös
4381;
Elis
5803.
– bezogen auf innere Zustände ‘Sorge, Kummer’
in disen selben forten / lide ich innerliche krot Elis
45.
5448
2
‘(rechtliche) Beeinträchtigung’ (weitere Belege s. DRW 8,2f.):
der zehende halber zu Husen ist der vrauwen an crot UrkDOHess
2:369,33
(a. 1326);
weert dat yn up dat vurschreven erve ind guet eynche anspraiche, hyndernisse,
krudt off moetnisse geschiege van yemanne UrkKöln
4,321
(a. 1349);
UrkPrivR
147,31
(a. 1348)
MWB 3,2 637,55; Bearbeiterin: Herbers
krote
stswF.
auch krete, krotte und selten krade/ krate
WildM , Macer .
1
‘Kröte’
1.1 als Tier 1.2 bezogen auf bestimmte Eigenschaften oder Fähigkeiten 1.3 bezogen auf Menschen 1.3.1 in Vergleichen 1.3.2 als Schimpfwort 2 als Bestandteil eines Personennamens
1
‘Kröte’
1.1
als Tier:
bufo: krotte VocOpt
46.017;
rana frosc vel crota / creta SummHeinr
2:441,79;
dannen chômen zewâre / chroten uile mâre, / ein here grôz unde breit, /
deme lande was iz arbeit Exod
1372.
2068;
des wart über al Êgypten lant / gotes zorn grôz bekant / mit zehen plagen
herten, / [...] / man sach die luft mit bluote
ergiezen, / dar nâch kroten schutte der regen UvEtzAlex
11411;
der arzât [...] gap im ein polver daz dâ ein
krete [: bete
] / wuohs in sînem magen
Craun
162;
dat sint naderin unde kraden WildM
3,369;
buffo mag ain klain krot haizen. diu krot ist ain
vergiftiger wurm und hât ain schelmig gesiht und ist unrain anzegreifen
BdN
295,25.
296,11
u.ö.;
SalArz
27,34;
Renner
22035;
HvNstAp
10829;
RvEWchr
10023;
EnikWchr
7719.
–
sô gêt sie [die Katze] hin unde lecket eine
kroten swâ sie die vindet under einem zûne oder swâ sie sie vindet, unz daz
diu krote bluotet PrBerth
1:402,28.
1:405,18
1.2
bezogen auf bestimmte Eigenschaften oder Fähigkeiten:
– die Kröte als Erdfresserin (s. TPMA 7,209):
diu krote getar der erden niht / sat werden Renner
4807;
diu krot hât die art, daz si fürht, ir zerinn der
erden. dâ pei verstê wir die geitigen BdN
296,7.
– vom Aberglauben, dass ein Stein aus der Kröte erwachsen kann (vgl.
Hwb. dt. Abergl. 5,631 und →
krotenstein):
ez ist ûz dem garten ein abrahemschiu krote. / swenne diu gewehset,
diu bringet einen stein, / daz in der werld diu sunne sô guotez nie beschein
OrtnAW
510,4;
borax ist ain krotenstain. den tregt ainrlai krot in
dem haupt BdN
436,33.
437,4.
453,25.
– als Symbol für etw. Schlechtes, hier ein Schandmal:
an diner stirnen solte sin ein krote, / so spigete man dich an, sich,
zuͦ gebote Meissner
2:17,11
1.3
bezogen auf Menschen
1.3.1
in Vergleichen:
dô sprach er: ‘unsælic wîp, / wie habt ir
iuwern verschamten lîp / geteilt mit einem sölichen man, / der niht engêt
wan affen [humpeln] kan, / reht als ein
bœsiu krot! / [...] ’
EnikWchr
25209.
– auch sprichw. (vgl. Friedrich, PhrasWB, 255):
zerblæjet (als ein) ~
‘aufgeblasen wie eine Kröte’
zerbleget als ein krotte / bistu gar von hofart
Martina
112,68;
zerblæjet wart er als ein kröte
KvWTroj
27274;
[Salome ging] indie kemenaten / da sam ain
krot zerbleget sas / ir muͦter Herodias SHort
3171.
–
swellen als ein ~
:
vor der zirblaten hohvart / div als ein krotte swillet
Martina
9,1.
76,14
1.3.2
als Schimpfwort:
ein wîp ich heime lie, / diu ist ein tœrschiu krot
Neidh
WL 37:2,4;
‘strîch von mír balde unde swîc! /
[...]; / ich geschaffe, daz dich krot diu reise
gar verbirt.’ ebd.
SL 16:7,6
2
als Bestandteil eines Personennamens:
Hannes diu Krot UrkCorp (WMU)
3002,44
MWB 3,2 638,15; Bearbeiterin: Herbers
kroten
swV.
md. kroden, kruden.
1
‘jmdn. / sich plagen’
2 rechtsspr. ‘jmdn. (durch Erhebung rechtlicher Einwände) beeinträchtigen,
hindern, behelligen’ (meist als negierter Inf. abh. von suln ;
ausführlich belegt aus jüngerer Zeit DRW s.v. kroten ) 3
‘sich um etw. kümmern, mit etw. befassen’
1
‘jmdn. / sich plagen’
des krute [ärgerte] sich Lancelot
LancKarr
778;
ich bitten dich, du mir nit crodes / noch lege an mich
diekeine quale [
ne me torqueas Lc 8,28]
EvStPaul
7261
2
rechtsspr. ‘jmdn. (durch Erhebung rechtlicher Einwände) beeinträchtigen,
hindern, behelligen’ (meist als negierter Inf. abh. von suln;
ausführlich belegt aus jüngerer Zeit DRW s.v. kroten):
und dat man sy darumbe nyt kruden insal UrkNiederrh
3,179
(a. 1326);
UrkGerKöln
364
(a. 1336).
3
‘sich um etw. kümmern, mit etw. befassen’
ich mein di hoen Juden, / mit unvlot di sich cruden
[
abgeben Glossar z.St.]
TvKulm
1888.
– hierher? dann formelhaft ‘ohne Bedenken, ohne Umstände’
Alexander sunder cruden / irslug wol bi tusend juden HistAE
5433;
vgl. sonst → krude stF.
MWB 3,2 639,7; Bearbeiter: Plate
krotenbalc
stM.
‘Krötenbalg’, als Schimpfwort:
wez blestu dich, krotenbalg? / dir ist berait der hellgalg, /
wiltu dich nit hofart massen SHort
435
MWB 3,2 639,24; Bearbeiter: Plate
krotenbluome
MF.
‘Krötenblume’, ein Name vieler Pflanzen (vgl. Marzell V, 308), hier genannt unter
den Unkräutern, die von Reue und Beichte aus dem Garten des Gewissens ausgerissen
werden:
[...] disteln [...], krotenplumen und
neßelkraut MvHeilGr
393
MWB 3,2 639,27; Bearbeiter: Plate
krotensâme
swM.
‘Krötenlaich’
ir reinen kristenliute, dâ von hüetet iuch vor disen ketzern, die alsô zuo iu
sliefent sam die katzen und iuch ertœten wellent mit ir krotensâmen, der unreinen
ketzerlîchen lêre, die er in sich gelecket hât sam diu katze daz eiter von der kroten
PrBerth
1:405,17
MWB 3,2 639,33; Bearbeiter: Plate
krotenstein
stM.
‘Krötenstein’ (vgl. Hwb. dt. Abergl. 5,631ff.):
borax ist ain krotenstain. den tregt ainrlai krot in dem haupt
BdN
436,32;
wer ainen krotenstain auz irm haupt nimt und in pei im trait, dem
vertreibt er der vergift pôshait [Schädlichkeit]
ebd.
296,3.
437,11
MWB 3,2 639,40; Bearbeiter: Plate |