Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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k – cadmia
kaf – kalc
calcaire – 2kalle
3kalle – kaltlîchen
kaltnisse – kamerærse
kamerbëlle – kamerselde
kamersidel – kampfer
kampfgenôʒ – kampfwât
kampfwërc – kanonîen
kanonike – kanzelschrîbære
kanzwagen – Cappadociære
kappân – kappûnen
capût (?) – kardenâldiaconus
karele – karra(t)sche
karre – karthiusære
kartur – kæselîn
kæse|lüppe – kasten
kastenære – kathecuminus
kathezizieren – kauerære (?)
kauergerihte – kefse
1kegel – keisertuom
keitivic (?) – kelken
këllære – këlre
këlstëchære – 2kemelîn
kemelînvleisch – kendelîn
kenecte – keppechîn
keppeler – kerkerhaft
kerl – kerrîne
kerschlich – kerzîn
kerzlach – ketenwambîs
kettelinc – keʒʒelære
keʒʒelærinne – kîche
kîchen – kiesærinne
kiesen – kindebet
kindechîn – kindestac
kindestohter – kintbettegemach
kintbetten – Kiperære
Kiper(e) – kirchenbrëchære
kirchenerbe – kirchhërre
kirchhof – kirchtac
kirchtor – kirnen
kirnîn – kitzelen
kitzelîn – kiuwe
kiuwen – klâfterlanc
klâftermâʒe – klagenôt
klagerede – klamben
klamen – klæret
klârheit – klëber
klëbereht – klegerse
klêgrüene – kleinlîche
kleinlîcheit – kleinvüegunge
kleinzëhende – klepfze
kleppisch – klinge
klingelære – klobeholz
klobelouch – klôsterknëht
klôsterlëben – klôsterweide
klôsterwërre – klûde
klüege – klupfen
kluppe – klutterât
klûwen – knëhtelîn
knëhten – kniel (?)
knieleip – knodebôʒe
knödel – knubelen
knugelîn – kobel
kobel – kochman
kochsudel – kôle
kôlegruobe – kolner
kölnisch – komelinc
komen – condewier
condewierde – konkavelite, konkavelit
conplêt – convëntkopf
convëntswester – koraze (?)
körbelîn, körbel, körblî – körnære
kornban – kornmesse
kornmetze – corporâl
corporâlgewæte – kostebæric
kostebærlich – kötze
kotzeht – koufgenôʒ
koufgiric – koufschalc
koufschanze – krachen
kradem – krâme
kræmel – kranc-
krancmüetic – 1krapfe
2krapfe – krëb(e)ʒ
krëbeʒen – krefticheit
krefticlich – kreiʒgengel
kreiʒlingen – kreter
kretscheme – kriechelîn
kriechen – krîgen
krîieren – krippen-
krîsch – kristâbent
kristalle – kristenin
kristenisch – kristiâne
kristier – kriutener
kriuzaltære – kriuzloht
kriuzphenninc – 1krœnen
2krœnen – krotenstein
krotenstutz – krülle
krüllel – krupfei
krüpfen – krûtmezzer
      krüpfen swV.
      krûs Adj.
      krûse stF.
      krûse swstF.
      krüseln swV.
      krûsp Adj.
      kruspel swF.
      krûspelëht Adj.
      kruspelisch Adj.
      kruspellich Adj.
      kruspelot Adj.
      krûspen swV.
      krustel swF.
      1krustelîn stN.
      2krustelîn stN.
      krût stN.
      krûteht stN.
      krûteleht stN.
      krûter stM.
      krûterknëht stM.
      krûtgarte swM.
      krûtic Adj.
      krûtkarre swSubst.
      krûtlêhen stN.
      krûtmezzer stN.
Krûtnowe? – kûchen
kuchenære – küechelmël
küefelære – kugelhuot
kügellîn – kumberlich
kumberlîn – kûmen
kumer – kunde
künde – künftigære
kunftlich – künigeslêhen
künigessilber – künstelîn
künstelôs – kuntmeister
kuntsame – kuosërtærinnesun
kuo|smër – kuppe
1kuppel – kurdewân
kurdewænære – kurpen
kürre – kurtois
kurtoisîe – kurzwîle
kurzwîlen – kuster
kusterîe – kutzelvleisch
kützen – kûze

   krüpfen - krûtmezzer    


krüpfen swV. ‘den Kropf füllen’, nur als adj. Part.Prät. belegt: ein volkrüpfiu [La. vol gekrvftiv, vol gekrupfet ] henne / diu niht mêre geklucken mac Schlegel (P) 256

MWB 3,2 652,54; Bearbeiter: Tao

krûs Adj. ‘kraus, gekäuselt, gelockt’ 1 von Haaren
2 von Pflanzenblättern, Wolken, Tüchern
   1 von Haaren: brun, krus, lanc was im [Hector] daz har Herb 3170; ir har gelich dem golde, / [...] krus alsam die siden Tannh 4,71; waz tuoc sîn mänlîcher schîn, / und reide [La. krusz ] goltvar sîn hâr, / und sîn antlütze klâr? Georg 3051; sin hare das was kruß und da bi fal SalMor 318,1. 261,4. 129,4; Ottok 75487; ûf sînem gelen krûsen hâr / sîn krône stûnt Crane 2236; Renner 17388; so krûsen lok gesach ich vert noch hiure! SM: Go 4: 2,4. 4: 3,1; ein stolzer jungelinc, / der an dem hâre mangen rinc / von krûsen löcken hæte KvWTroj 18879; Aristotiles spricht, daz die läut und diu tier in den kalten landen habent gestracktez hâr und langez und oft weizez und hertez, aber in haizen landen als in môrnlant habent si kraus hâr und swarz BdN 8,3. – mit Synon. (krisp, krispel, reit): ir hâr was crispel unde krûs KvWTroj 19908; si treit krûs hâr, krisp unde gel KLD: WvM 1:1,1; reide valwes har [...], dabi kruse TürlArabel *A 70,13; goltfar, / raid und krauß HvNstAp 592; Jüngl 71. – als Zeichen für bestimmte Charaktereigenschaften: krus har der hochvart ist gemeit, / auch gesipp ist im die girickeit Physiogn 125; sein [des Weisheit Liebenden] hâr hât ain mittel zwischen vil und wênig, zwischen sleht und kraus, zwischen weiz und swarz und ist lind BdN 51,6; aber kraus hâr bedäut kuonhait ebd. 42,32. – wohl metonym. für die Person: div kuͤngin von Kandulag, / ich mein die krusen suͤzen, / sich mit kusses gruͤzen / schiet von der kuͤnginne TürlArabel *R 92,3    2 von Pflanzenblättern, Wolken, Tüchern: des paums pleter sint als ains ölpaums pleter, ân daz si kräuser sint und spitzelig und ain wênig sinweller wan ains ölpaums pleter BdN 370,9; lieht prehend stern auz weizen krausen wolken ebd. 198,18; vil sydiner tuche [La. tuche die waren crvz ] Pass I/II (HSW) 13432

MWB 3,2 652,58; Bearbeiter: Tao

krûse stF. ‘Lockigkeit (des Haares)’ sîns [Jesu] wolgestalten houbtes hâr / linde was und brûngevar / und ze guoter mâze lanc, / und was krisp der widerswanc. / von der lenge daz geschach. / selten manz gestraelet sach, / daz im ze der krûse nit enwar WvRh 6210

MWB 3,2 653,31; Bearbeiter: Tao

krûse swstF. vgl. → kriuselîn . ‘Krug, Trinkgefäß’ der ein klein krusen stiesse in das grundelose mer Tauler 153,1; toufe der kelche vnd der kruse [ baptismata calicum et urceorum Mc 7,4] vnd der erenen vaz vnd der betten BiblMK 292. 293 (Mc 7,8); swer auch die trinkvaz bricht in den winhoͤfen, ez sin glas, becher oder krusen, clein oder groͤz, der sol fur ieglichez geben 4 #(pfennig) WüP 55,3

MWB 3,2 653,37; Bearbeiter: Tao

krüseln swV. vgl. → kriuselen . ‘kitzeln, jucken’ nach ir ez [ daz hertze ] girlich zabelt; / ez wimelt und kruselt Minneb 2369

MWB 3,2 653,45; Bearbeiter: Tao

krûsp Adj. Ableitung zu krûs mit verstärkendem -p (DWB 5,2103) oder Kontamination von → krûs und → krisp (Paul, Prinzipien, S. 161). ‘kraus, gekräuselt, gelockt, nicht glatt’ – vom Kopfhaar: wol gewunden was sin loc, / gele vare crusp har Herb 18294; swartz und crusp [Laa. cruse, crisp ] ist sin har, / mit grawen locken underschart Pass I/II (HSW) 31776; einer der da cruspis har / treit uf sime houbte clar Daniel 4851; her hât swarz hâr und kruisp HvFritzlHl 184,31; ir houbet val [La. ir cruspē locke ] wîz ir kel Heidin I 921; der schach der trug offinbar / lanc krusp gewundin har PfzdHech 338,28; MarcoPolo 70,3. – vom Pferdeschweif: der zcagel [des Pferdes] was eyner var, / crusp [La. crisp ] und swartz als eyn pech En (FSch) 5265. – von Gerstenblatt: gerste lusteclich uf gat, / grune, crusp, breit ist ir blat Daniel 2308. – von gefältelter Kopfbinde der Frauen: ouch ensullin nicht tragin keyne brute odir keine andire frauwen cruspe gebende guldin [ vittas crispas aureas ] , silbern, bla, grune odir rot, sundern eynveldig gel vnd cruspwiz [ glaucas simplices et albas crispas ] mogin sie wole trage StRMühlh 45. – von einer Speise in Morchelform: walkez [die gebratene Mischung (aus Hackfleisch, Mehl, Gewürzen usw.)] sinewel in der hant vnd fuͤge ez vͤmme den spiz [Spieß] als ein marach [Morchel] vnd zwengez vzzene, daz ez krusp si [kraus (wie die Form einer Morchel), vgl. M. Lemmer / E.-L. Schulz, Die lêre von der kocherie, Leipzig 1980, S. 49] BvgSp 23

MWB 3,2 653,48; Bearbeiter: Tao

kruspel swF. ‘Knorpel’ der negel nâtûr ist ein mitel zwischen dem pain und der kruspeln, wan der nagel ist waicher dan ain pain und ist herter dan ain kruspel BdN 21,16; epiglotis [ist] gesament [...] auz drein kruspeln ebd. 17,24. 18,25. 137,4. 252,22

MWB 3,2 654,15; Bearbeiter: Tao

krûspelëht Adj. ‘kraus, lockig’, vom Kopfhaar: mîn schopfil wêre grôz / mit cruspelechtin endin NvJer 18930(S. 521)

MWB 3,2 654,21; Bearbeiter: Tao

kruspelisch Adj. ‘knorpelig’ der hals ist auz kruspelischem flaisch gemacht aller maist inwendich BdN 18,33

MWB 3,2 654,24; Bearbeiter: Tao

kruspellich Adj. ‘knorpelig’ under allen tiern habent pfärt und rinder und hirz kruspelleicheu pain in irn herzen, daz ist umb ir grœzen, daz sich ir herz dester paz enthalten müg, reht als die kruspeln in andern glidern ain gruntvest sint BdN 137,2

MWB 3,2 654,27; Bearbeiter: Tao

kruspelot Adj. ‘knorpelig’ des [Löwen] halses flaisch ist kruspelot, reht als ob er sei von ainer âdern BdN 144,26

MWB 3,2 654,32; Bearbeiter: Tao

krûspen swV. ‘kräuseln’ brûnreideloht was ime daz hâr, / gecrûspet bî dem ende Tr 3337

MWB 3,2 654,35; Bearbeiter: Tao

krustel, krostel swF. ahd. krustala, -illa, -ula, krostala, -ila (AWB 5,443; EWA 5,838). ‘Knorpel’ cartilago: crustila, crostilla SummHeinr 2:217,158; cartilagines: crustulun Gl 3:435,2 (BStK 849); cartilago: kruͦstel, kroͤstel VocOpt 1.211; sîn hûb was nicht sô enge, / sie daht im sîner ôren tür, / dâ gie ninder krustel für Helbl 1,506; GlZfdW 5,5

MWB 3,2 654,37; Bearbeiter: Tao

1krustelîn stN. Dimin. zu → krustel F. ‘Knorpel’, Glossenbelege des 12. bis 14. Jh.s s. AWB 5,444f.

MWB 3,2 654,44; Bearbeiter: Tao

2krustelîn stN. Dimin. zu mhd. nicht belegtem kruste ‘Kruste, Rinde’ (ahd. krusta swF. aus lat. crusta s. AWB 5,443, EWA 5,837; frnhd. kruste s. FWB 8,1732). – frnhd. Belege bei Lexer 1,1758. – ‘kleiner Brotfladen’ (?), Glossenbeleg des 11./12. Jh.s s. AWB 5, 444.

MWB 3,2 654,46; Bearbeiter: Tao

krût stN. Pl. krût und kriuter. – niederwüchsige Blätterpflanze: ‘Kraut, Gras, Gemüse, Kohl’, seltener ‘Strauch’ 1 allg.
2 besondere, nützliche Pflanzen
2.1 wohlriechend
2.2 Pflanze mit besonderer (z. B. heilender, zauberischer) Wirkkraft
2.3 Wildpflanze als Nahrung für Menschen und Tiere
2.4 Kulturpflanze, bes. Gemüse, Kohl
2.5 Gewürzkraut, Gewürz
3 ‘Strauch, Busch’
   1 allg.: herba: chrv̂t PsM Per 8,14. C 6,2; VocOpt 50.002; krûtes wart diu erde blôz, / wan si vertrâtenz in den hert, / her slahende und hinwert UvZLanz 2574; daz ist alles chroutes slacht, / daz ez von der chalten sterbe / vnt ane wirme verderbe Warnung 1918; diu [weiße Haut von Engeltrud] was alsam ein blüendez krût KvWEngelh 3040; EnikWchr 923; Seuse 334,32. – neben Blumen: der schone [Paris] [...] / wart zvhowen vnd zvschit [ zerschîtet ] / vf dem grunen grase. / sin schone mvnt, sin nase, / sine ougen, sine wangen / lagen da behangen / mit blumen, mit krute Herb 13985; den bluomen und dem crûte / geschach dâ von ir loufe wê KvWTurn 756; ûf bluomen und ûf grüenez crût / kam Hector sus gestapfet KvWTroj 3786; dô diu heide wart gemenget / mit rôsen und mit edelen [La. edlem ] krût Ottok 9332; vil bluomen sie dô vaste / und kriuter ûf sich luoden, / dâ mite sie ir buoden / wolden schône zieren, / beströuwen und flôrieren HvFreibTr 3405; (bildl.:) daz er [...] wilder rime [ausgefallener Reime] kriuter / darunder und da’nzwischen / vil schone künne mischen / in der süezen rede bluot KvWGS 70. – zusammen mit Bäumen, Sträuchern, Gras u.ä.: der erde gebôt er [Gott] / daz si wuocher brâhte alsô siu natûre hâte: / [...] chrût unde bouma, iegelichez nâch sîner natûra Gen 66; nû müez ûf der erden / krût, grüen und boum werden EnikWchr 380; boume, krût und gras Renner 2774; swas uf erde krutis wirt / [...] und ellú holz RvEWchr 235; holz, crût und stûdach / uf dem velde manigen enden brach / daz gênde volc Kreuzf 2833; nu si zem walde kâmen hin, / dâ wurze, crût unde gras / der volle nâch ir willen was Tr 12765; des îlt er [...] über gras und über krût KvWTroj 552; troͤpflein, die daz tau in sumerzeiten sprengent auf daz craut und auf daz gras KvMSph 16,6. – vereinzelt ‘Halm’ dy erde brenget czu dem ersten daz crut [ herbam Mc 4,28] unde dar nach dy eher unde dor noch daz korn in der eheren EvBerl 14,10; EvAug 85,12    2 besondere, nützliche Pflanzen    2.1 wohlriechend: vil wol smechendez chrout Warnung 1933; aroma: woltrehinde [wohlriechende] wurtz, krut VocOpt 49.007; er [der Hohepriester] gieng in die heilikeit der heiligen [das Allerheiligste] [...] und denne macht er ein versamenunge von dem aller edelsten krute und enzunte denne das, und dannan ab wart ein suͤsser roͮch als ein nebel Tauler 165,29. – vom oberen Teil einer Pflanze: wurtze geben iren smac [...], / iecliche nach ir arte. / man vindet sie uf harte [dürrem Boden] / wachsen mit irme crute Daniel 1835. – in Vergleichen und übertr. Gebrauch: es [das Lob] rúchet als ein edel krut / us einer megde hant Marner (W) 7:4,6; smaghaft ist er [ des textes lût ] als ein crut / daz wol ruchet uber al, / suze mit der glosen gal Daniel 558; in der minnevackel uf tringe ein als suͤzer smak des lobes, als es usgenomenlich von allen edlen kruͤtern und wurzen und allen apotekan aller tugenden in ir hoͤhsten luterkeit zesamen púlverlich geroͤchet weri Seuse 313,26    2.2 Pflanze mit besonderer (z. B. heilender, zauberischer) Wirkkraft: ysopo ist goͮt chrut PrüllK 3; der den harnstein hab, der nem daz cruht daz da heizet steinpreche BenRez 57; ein krût [...], / des würze er wunden helfe jach Parz 516,23; gute selben [= salben ] , gute krut Herb 4077; diu [ Îsôt ] erkennet maneger hande / wurze und aller crûte craft / und arzâtlîche meisterschaft Tr 6949; swen Minne ie herzelîche traf, / den vervie nie krût noch sîn kraf UvZLanz (K) 4392; din [Marias] trost den siechen heilet / der an der sele ist ungesunt, / davon dich manec wiser munt / gelichet edeln criutern KvWGS 1331; species: heilsam wurtz, krut VocOpt 49.008; wermuot. daz ist gar ain pitter kraut und ist menschleicher art gar nütz und gemachsam BdN 380,31; salvei. daz kraut ist haiz und trucken [...]. des krauts pleter sint guot zuo erznei ebd. 421,9; krût, steine unde wort / diu hânt an kreften grôzen hort Freid 111,6; KLD: KvK 1:2,1; JTit 4207,2; KvWTroj 10860; si [die Götter der Antike] wâren liute, als ir nû sît, / wan daz ir krefteclich gewalt / was michel unde manicvalt / von kriutern und von steinen ebd. 863; zuo wilden œden welden [...], / dâ si [Medea] diu criuter [für die Zauberessenz] inne gruop ebd. 10590; sy machen vsz krautt ain gestüpp WvGriven 9; si namen einis wurmis bluͦt, / der hiez Tamur [...]. / ein krut ouh sus genennit was: / des saph mischten si darin / und bestrichin her und hin / die steine und besniten si zehant RvEWchr 32598; ein krefterîchez krût Reinfr 20779. – vom oberen Teil einer Pflanze: violn wurzeln unde cruͦt gestosen mit wassere unde getrunken hilfet di kinder an dem huͦsten Macer 17,14; dez senfes cruͦt ebd. 26,18; der isirnhart alleine gestossen mit wurzel unde cruͦte unde daz getrunken stetekliche, daz vertribet unde brichet den stein ebd. 64,17. – übertr.: diu krût [...]: / milte, zuht, diemuot. / ez enist dehein krûtzouber sô guot HartmKlage (G) 1301; ich siͤn, ich ruchen diner [Maria] otmuͤd krut, / [...] also groz was ’s krudes macht, / dat got damit darzuͦ wart bracht, / dat he in din selgen lif quam / ind sin licham van dir nam MarlbRh 60,13; dû bernder tugende ein edel krût, / ein minneclîchiu gotes brût LobGesMar 21,5; weste ieman ein krût, daz man gehaben möhte, wer ez bî im hæte, daz er niemer alt noch siech enwürde, daz krût möhte man tiure koufen Eckh 4:94,77; ein bitter ~ : sun, âhte ist ouch ein bitter krût: / strâze und ir stîge gerne mît Winsb 55,1; Herodiam, die boͤsen hut, / an er, an scham ain bitter crut SHort 2906. – Giftpflanze: jn der insulen ist ein crut, daz ist der naturen, swel mensche daz crut isset, daz lachit sinez vndankez [ohne es zu wollen] vnz es dot lit Lucid 37,17; RvEWchr 2984; eynes krudes have ich neit, / da mede ich Karlle moege vergeven [vergiften] KarlGalie 853. 862. 868; zizania haizet ratenkraut und haizt auch ze latein lolium [...]. wer des krautes samen izt, den macht er trunken und unsinnich BdN 426,29. 128,21. 421,22    2.3 Wildpflanze als Nahrung für Menschen und Tiere: daz rohe crut her suͦchte / swa her iz in den walde uant Ägidius 246; krût unde würzelîn / daz muose ir bestiu spîse sîn Parz 501,13; des wildes crûtes gruose, / die Schŷron mit sîner hant / ûz den wurzen dicke want KvWTroj 6072; RvEWchr 20019; Pass III 596,62; vom oberen Teil einer Pflanze: si wuoschen würze unde ir krût Parz 486,3. daz schâf izzt unmæzicleichen kraut, dar umb, daz ez den scharpfen winter fürht, sô wil ez sich vor des krautes saten BdN 155,19. 159,19; eine dirne, diu nah krûte [Grünfutter fürs Kleinvieh (Wachinger, Lyrik, S. 805)] / gât SM: St 7: 1,5    2.4 Kulturpflanze, bes. Gemüse, Kohl: er phlanzôte sînen garten mit mislichen chrûten Gen 585; ein erbuwen velt sie sahen; / da stuͦnden bonen und ander krut Rennew 731; so was daz chrut uber al / in dem andern garten so val, / daz im giezen chom zespate StrKD 68,31; (bildl.:) alles unser tuͦn in got rihten und uzrúten [...] was got nút enist, glich eime ackermanne der sine boͮme besnidet und sin krut uzgittet [jätet] und sin ertrich umbkeret zuͦ mertzen Tauler 97,4; swaz man crutes bedarf, daz get vze deme garten des von Nuenstein UrkCorp (WMU) 29,15; zwo potigen mit chravt, daz gabavz [= kabez ‘Kappes, Weißkohl’ ] haizzet ebd. 2531,18. 80,37; Vät 14439; ein latchen [Lattich] sach [sie] dort [im Garten] stan. / [...] daz krut brach si abe und az Pass III 287,31. – zubereitet als Gericht: der truoc spîs in der hant, / einen haven vol fleisch und krût EnikWchr 17627; leg wênic fleisches in daz krût, / daz der bache [Speck] lange wer Helbl 1,943; ez ist sô smalzhaft, / vier krûten [aus Gemüse zubereiteten Gerichten] gît ez kraft ebd. 1,957; [die hl. Elisabeth] hiz ir dicke kochin halpgesotten krût und ungesmecket und ungesalzen HvFritzlHl 244,5; Elis 6953; Helmbr 1604; HvNstAp 10190    2.5 Gewürzkraut, Gewürz: hacke peterlin, selbey, nim gestozzen yngeber, pfeffer, enys, saltz zvͦ mazzen, mache eynen derben teyk noch der groͤzze der stuͤcke vnd wirf daz krut vf die stuͤcke vnd bewirke sie mit dem teyge BvgSp 19; nim frische eyer vnd zvͦ slahe die, menge dar zvͦ gestozzen ingeber vnd ein wenic enys, [...] mit dem selben crute, daz tuͦ du zvͦ den eyern, da mit bewirf die huͤnre ebd. 28; vnd nim krut vnd stoz ez mit dem vische ebd. 46 u.ö.    3 ‘Strauch, Busch’ ich sach [etwas] sich regen in ienem krvt ReinFu K,76; sich barg in einem krûte der wênige gast Kudr 72,2; daz sint die wilden lute, / die wir noch vinden hute / under formen manicvalden / in bruchen und in walden, / in wazzeren und in bergen / und swa sie sich vorbergen, / in holn und in cruten HeslApk 20063

MWB 3,2 654,52; Bearbeiter: Tao

krûteht stN. Koll. zu krût. ‘Pflanzen’ des menschen sin daz nicht in kan / recht durch grunden noch verstan / wi sich daz crutecht indy luft / machet uz der erden gruft Hiob 1801; Vehemot [Behemoth, vgl. Iob 40,10] / sy als eyn wunder grozes tyr / daz is in eyme tage schir / vrezze alles gras und crutheicht / uf von tusent bergen sleicht ebd. 14723; aber doch das wechset syder / an dem andern tage wider, / beide das crutecht und gras ebd. 14727. 2854

MWB 3,2 657,38; Bearbeiter: Tao

krûteleht stN. wie krûteht : als der ochse und der styr / gras nuczt er und crutelecht, / der elyphant Hiob 14761

MWB 3,2 657,48; Bearbeiter: Tao

krûter stM. ‘Gemüsebauer, -händler’, als Bestandteil von Personennamen: der chrvter UrkCorp (WMU) 361,20; Seyfrit dez Chaͤutzleins sun dez chrauters UrkRegensb 732 (ca. 1325–1350). 733. 735; weitere Belege bei Matzel, Wortschatz, S. 178 mit dem Hinweis auf die mögliche andere Deutung ‘Kräuterkundiger, Apotheker’

MWB 3,2 657,51; Bearbeiter: Tao

krûterknëht stM. ‘Gehilfe eines Gemüsebauern’, als Bestandteil von Personennamen: da pei ist gewesen Goͤtzel der chrauter chneht UrkRegensb 744 (ca. 1325–1350); Goͤzel chrauter chneht ebd. 755

MWB 3,2 657,58; Bearbeiter: Tao

krûtgarte swM. ‘Kräuter-, Gemüsegarten’ sie zogeten dem herren nâch / dâ er einhalp in der stat / sînen krûtgarten jat RvEAlex 8416; wan so woͤlter ûz dem wingarten ainen krûtgarten machen PrSchw 2,50. 1,134; das man des selben achirs drige jv́chirt mit reban inleggen sol vnd an dem andern teͥle ein hus sezin vnd ein cimelichen krv́tgarten UrkCorp (WMU) 842,8. 746,27,18; zwai pfunt gelts auf pavmgarten vnd auf chrautgærten StiftZwettl 646; zuͦ der burg horent och ein boͧmgarte und ein krutgarte UrbHabsb 1:281,10

MWB 3,2 657,63; Bearbeiter: Tao

krûtic Adj. ‘grasreich’ wie der krutige wase / uon den rifen valwe Martina 92,24. – ‘voll Unkraut’ in des hoves garten / stan distel, rate, unvertic [La. vn̄ krutig ] trefs vür die blumen zarten Frl 5:37,5 (zum Ansatz s.a. FrlWB, S. 196)

MWB 3,2 658,10; Bearbeiter: Tao

krûtkarre swSubst. „Krautkarren (Pulverwagen?)” (Glossar, vgl. auch Einl. S. 58): pro palis, spaden, krutkarren, rotis & vormis [= formis ] ad latericea 4<1/2> m. [Mark] StRechAachen 149,10; de krutkarren ze besloyn 8 s. [Schilling] ebd. 165,13

MWB 3,2 658,15; Bearbeiter: Tao

krûtlêhen stN. Lehen, wofür Gemüse als Abgabe zu entrichten ist: ze Schaeching sint zwai chrautlehen [...]. da sol man dem hertzogen chraut von geben ze Tekendorf UrbBayJ 474

MWB 3,2 658,20; Bearbeiter: Tao

krûtmezzer stN. ‘Krauthobel’ (vgl. Heyne, Hausaltertümer 2, 328): krautmesser, salczvass, rechen, hechlen send [sind] nit da Hausgeschirr 33

MWB 3,2 658,24; Bearbeiter: Tao